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mit dem Kreisblatt füt die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Zweites Blatt.
Wien wir zum Bezug- «nserer Zeilmig MiG eiu.
H«r vitrhtsstscht Zeitung V stets wachsenden Auflagehöhe daS größte, «« «eiste« geleie«« und augesehesste Blatt i« Marburg und den angren- »enden Kreisen. Sie eilt als das Organ der Gebildeten aller Stände. .
Für das neue
2= 2. Quartal S
Set 'HWrstche BezuMreis L * ~ ^.Oberh-sfiichr Zeitung' mit dem amtlichen
Kreisblatt fiir bi» Kreise Marburg und Kirchhain, dem Illuftr Dauntaas' blatt, der Lanvwirttckaftlicke« Beilage und dem „Literarische« Anzeiger" beträgt nur 2 Mk. bei der Expedition, 2.25 Mk bei den Postanstalten.
.-Der totale und Mdinzieüe Teil
1 behandelt die neueste« Ereigniste in der
Stadt, in der Umgeb»««, der Prodi«) und den angrenzenden Bundesstaaten, bringt ferner »ersammlusgS- und BereiuSbrrichte, s°wie i»,ettsta«tt Rachrichte« auS allen Gebietende» offent- lichen Lebens, insbesondere «uftlüruu, «der Frage« der Ko«>st»«aldolittk-
Der wirksame Ersalg «Her Anzeigen
tun« in Stadt und Land und durch gediegene, kunstvoll, Ausstattung deS
Anläßlich seiner diesjährigen Tagung in der I Reichshauptstadt gab der Deutsche Landwirt- schaftsrat am Donnerstag Abend ein Festmahl, I zu welchem der Reichskanzler. Herzog Johann I Albrecht von Mecklenburg, Minister v. Rhein» baben, Landwirtschastsminister v. Arnim-Crie- I wen, Handelsminister Delbrück, Kolonialdirektor I Dernburg, Reichstagspräsident Eraf Stolberg, I Geheimer Rat Professor von «eh» ring und andere hervorragende Persönlich- I leiten geladen waren. Rach der einleitenden I Rede des Grafen Schwerin-Loewitz, des Pro- I fidenten des Landwirtschaftsrates, welche in I ein Hoch auf den Kaiser ausklang und nach der Begrüßungsansprache des stellvertretenden I Vorsitzenden Geh. Hofrat Dr. Mehnert erhob sich der Reichskanzler zu einer längeren I Rede, in welcher er nach dem offiziösen Berichte I insbesondere Folgendes ausführte: I
„Nach einem für das Land und für mich bewegten Jahrs stehe ich wieder vor dem deutschen Landwirtschaftsrat. Ein ernster und schwieriger politischer Kampf liegt hinter uns, der I viel Aufregung hervorgerufen, aber auch gesunden Sinn, kräftiges Nationalgefühl im deutschen Volke von neuem hervortreten ließ; denn der Kampf ist der Vater aller Dinge. Ern Band ist in diesem Kampfe nicht gelockert worden, wie I ich hoffe, sondern noch befestigt worden, das Vertrauen zwischen dem Reichskanzler I und der Landwirtschaft. (Lebh. Bravo.) Die- I Jes Vertrauensverhältnis wird auch keinen I Mandel erfahren, dessen bin ich sicher, I wenn ich mich anschicke. Wünsche zu er« I füllen, die bereits seit langer Zeit von den ! Parteien der bürgerlich en Link en I gehegt werden. Wenn ich im Reichstage I unter anderem meine Bereitwilligkeit erklärt I habe, eine Reform des Vereins- und ! Versammlungsrechtes, d« Straf» I rechtes und der Strafprozeßordnu g durchzuführen, so leitet mich dabei die Ueber- zeugung, daß ein führender und verantwortlicher
I Staatsmann nicht zögern soll, um unzeitgemäße I Zustände durch sachgemäße Reformen zu andern. I ^d) gehöre nicht zu denen, die alles Fremde, weil I es fremd ist, bewundern, aber es war, wre mit I scheint, eine große Weisheit der engli-
chen Aristokratie, notwendige I Konzessionen rechtzeitig zu machen. I Als eine Folge dieser Weisheit sehe ich es an, I daß England seit mehr als 200 Jahren von revolutionären Erschütterungen verschont geblie- I hen ist, die die romanischen Ländern rn diesem I Zeitraum so oft heimgesucht haben. Ich sehe
Der allgemeine«. untcrhaltkude
' rellWWrSMBW und «uustbesprechnngen, Hochichnl' nachrichten. Geschichten au« Marburgs Vergangenheit sowie Aussätze wissen- kchastlichen und belehrenden Inhalt» auS Schule und Kirche, tzeer uud glatte, 6»» der Franenwekt und für die graue«» die vielen Anllang ge- funden haben-
öffentlichen Leben zurückzrehe, dieser Augenblick wird ja einmal kommen, wenn auch vielleicht nicht so bald, wie das dieser oder jener zu wünschen scheint (große Heiterkeit) so wag man auf meinen politischen Leichenstein schreiben. Dieser ist ein agrari cher Re ich«- Kanzler gewesen.» lLebKfter Beifalls Und warum, meine Herren will ich das und werde ich das und werde es bleiben? Weil eine vernüftige Agrarpolitik meiner vollen Ueberzeugung entspricht, weil diese sich wirtschaftlich und politisch w o h l be w 8 h r t hat. Ich sage politisch^ auch im Hinblick auf die Wahlen. Mit Recht bat mein Freund, Herr von Oldenburg, darauf binaewiesen daß wir dem braven Schein Dank schulden. (Stürmische Heiterkeit^ Gar manchen Abgeordneten hat es durch den reiß^ den Wahlstrom getragen Schon darum gebe ich es nicht preis, sondern schütze es vor der Pttt. Daß aber diese Politik sich auch wirtschaftlich b« wahrt hat, beweist di« gegenwärtige Lage. (Sehr nichtig-) Dia Landwirtschaft fängt an M endlich
j zu erholen, die Industrie blüht.
1 Gedeihen des einen Erwerbszweiges ist°b« kein Schaden für den anderen. , Die Industrie kann um so gewisiei aus eine ruhige und stetig« Entwickelung rechnen, je mehr sie sich den inneren Markt stchett. Dir Landwirtschaft kann eine blühende Industrie ertragen; denn sie hat in der Industrie einen hervorragenden Kon« sumenten. Ich weiß wohl, meine Herren, daß eine industrielle Hochkonjunktur Nachteile für die Landwirtschaft mit sich bringt infolge des Arbeitermangels. Da ist es die Aufgab« des Staates und der berufenen Organe, der Landwirtschaft durch planmäßige Ansiedelung und Setzhaftmachung der Arbeiter Wandel zu schaffen. Ich vettraue darauf. daß mein Herr Kollege, der Herr Landwirt, schaftsminister, den Spuren seines vortrefflichen Vorsängers folgt (stürmischer Beifall) und auch diese Frage, wie das Problem der Entschuldung zu einem günstigen Abschluß führen wird. .All meiner Hilfe wird es ihm nicht fehlen.
Und noch eins, ich will dankbar anerkennen, daß mich die Landwirtschaft und daß mich insbesondere der Bund der Landwirte nicht Stich gelassen hat, vor allem nicht inmeine« Kampfe gegen die Sozialdemokratie. (Lebhaft« Bravo.) Mein Verhältnis zum Bunde der Landwirte war ja anfangs etwas stürmisch, s Große Heiterkeit.) So geht es jedoch in garen Ehen, daß man sich zunächst kabbelt und> »anft, bis man sich kennen gelernt und aneinander ge. wähnt und ineinander gefunden hat lSeirer
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einzige Richtschnur geben: das wohlerwogen«
Ser Anhalt der Zeitung V«* 1 reichhaltig und trägt dm Lesebedürf- Nissen und Jnterefsr« aller VolkS' schichte« Rechnung. Der besseren und vielseitigen Ausgestaltung werd fortgesetzt die grünte Ausmerlsamkeit gewidmet, wie die Einrichtung einet landwirtschaftlichen und literarische« Beilage beweist.
Wir haben in Deutschland noch I zu viel Vorurteile in allen Lagern, I bei allen Parteien, in allen Sch ich- I ten der Bevölkerung. Wir haben zu 1 viel vorgefaßte Meinungen, die als Scheu- I klappen den Blick einengen. Vor Zähren I sagte mit einmal ein liberaler Profesior, ein ganz verständiger Mann (Heiterkeit): Wie ton- I nen Sie, Herr Reichskanzler, eine agrarische Po- I litik machen, wo sie doch so gebildet sind (Heiter- I leit) als ob man nicht gebildet und dabei ein I Agrarier sein könnte. (Sehr richtig.) ^ch kenne I aber auch Konservative und Agrarier, welche in Handel und Börse, wenn Nicht ein unsittliches, I jedoch vielmehr ein verderbliches Element sehen. I Das sind Scheuklappen, die wir ab- I legen müssen, Einseitigkeiten, die I man in anderen Ländern nicht kennt, I wo das Gefühl der Solidarität der verschiedenen Seiten des vielseitigen Wirtschaftslebens und I ihre Vereinigung im hohen Interesse des Gan- I zen stärker entwickelt ist, als dies bei uns seither der Fall war. I
Wenn ich Ihnen Reformen in Aussicht stelle, so bleibt unangetastet das Wirt- I schaftsprogramm, das ich seit bald sieben I Jahren vertrete und durchführe: Schutz der na- I tionalen Arbeit, Schutz unserer Produktion I I crfnifa und Fürsorge insbeson d e r e s u r i die Landwirts chaft. (LebhafterBeifall) | Ich habe vor Jahren einmal gesagt, daß ich die I Bezeichnung als „Agrariet“ als Ehren- I I titel ansehe, als rühmliche Anerkennung. I I (Bravo.) Und wenn ich mich einmal aus dem I
Gasthause erbaut war und später als Post be- I nutzt schließlich aber von Kurfürst Wilhelm I. I zu einem Absteige-Quartier für die hessische Für- I stenfamilie angekauft und teilweise um^“t I wurde. Der ursprüngliche Erbauer (Weiß) I hatte sich während des Baues, weil er das I spielige Haus nicht fertig bauen konnte, auf dem I Boden erhängt. Dem Kurprinz schräg gegen- I über wohnte der Metzger Stang, er war in west» I Mischen Zeiten mit in Rußland gewesen und I matt nannte ihn da noch ein Metzger gleichen I Namens in Marburg war zur Unterscheidung I den Russenstang." Der Kurfürst hatte einen I großen Hund, der genanntem Stang eine große I Wurst von dem Ladenbrett herunter geholt und I gefressen hatte. — Stang schickte nun an den I Vrinz^studenten eine Rechnung in das Fürsten« I haus folgenden Inhalts: „Seine Durchlaucht I der Hund hat eine Wurst gefressen tut 2 CuLen I 12 Kreuzer." Der Kurprinz ließ sie bezahlen I mit der Bemerkung, der Stang solle ein ander- 1 mal seine Würste höher hängen.
I 18. SOjähriges Stiftungsfest der ehemaligeft
I Franken.
I Es war am 8. August 1897 als noch der Rest I einer ehemaligen Verbindung ihr bOjahriaes I Stiftungsfest in Marburg beging, es war dte I Verbindung „Frankonia." Sie wurde «ft | August 1847 in Marburg gegründet, und erlosch 1 im Wintersemester 1855/56 unter dem Namen I „Saxonia." Das Häuflern ber alten Franken war recht erheblich zusammengeschmolzen so daß I es nur noch 9 Herren waren, bre sich beteiligen I konnten, von diesen zahlte der Netteste 97 und I der letzte Fuchs 84 Semester, wahrend bei dem I Universitäts-Jubiläum 1877 sich noch 30 Mrt- I «lieber von den alten Franken.emgefunden hat- I ten Die Feier bestand in einer Wagenfahrt : I nach dem Frauenberg und einem gemeinschaft- . I lichen Mahl im Ritter, wo neben manchen Tisch-
I reden von Dr. W. Jacobi (Bockenheim) folgen« i | des Gedicht vorgetragen wurde:
Der Rachrichteusieast Zeitung' ist ein ausgedehnter. Xclttr«Wi4< unb leit« vtzonische Bedienung von Frankfurt und Berlin durch da» Wolff'sche Tel.»Bureau. Eigene ParlamentSberichte über die Sitzungen de» Reichstags und de« preußischen Landtages. Außerdem besitzt die Zeitung zahlreiche Korrespondenten und Mitarbeiter.
Der politische Teil AL USK biete der innere« ««» anSweirttge« Politik, deren Fragen von echt nationalem, im besten Sinne konservativen, aber, wo es angebracht ist ana> frei- mistigem Standpunkte behandelt werden.
■- Marburger
Studenten - Erinnerungen.
Von L. Müller. (Jortfetzung.) .
16. Ständchen.
Ich weiß mit ein Häuschen dort vor dem Tor, Mit Blumen umranket das Ladchen, Dort fang ich empor zu dem schlummernden Ohr, Mein Liedel dem Schönsten der Mädchen.
Es klinget und schwirret der mächtige Sang Und schleicht sich hinein in ihr fachen Ihr Äuglein wacht oder schlaft ihr schon lang. l
So grüßt et das herzige Liebchen.
Da blickt es am niedlichen Fensterlein, Erwacht ist die rosige Kleine,' Es blitzet hernieder ein strahlender Schein, Verklärend Gemäuer und Steine.
Jetzt lauscht sie entzückt wohl dem ^ie^lichen
Getragen von Sehnsucht der Liebe, Und flüstert hernieder, so fragend, so bang. „Ach wenn es doch immer so bliebe?'.
So lange der glitzernde MondenMein Noch leuchtet verschwiegen zum Ständchen.
So lange Luischen gedenke ich dein Und werfe dir zu ein Kußhandchen.
Doch wär ich ein flatterndes Vögelein.
So flöge ich hin auf dein Füßchen, . Ein Zettel im Schnabel, da hanbe brem. „Viel Grüße dem lieben Luischen!
17. Der Kurprinz als Student in Marburg.
Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wohnte während seines Aufenthaltes auf der Universität zu Marburg in den Jahren 1822 und 1823 in dem j sogenannten Fürstenhause, welches zu einem
Ä L . hierin auch den Grund, daß in England die I
Ei« bedeutsame ««»bgebims
d-s R-ichsk-uzlers. | “““'m"”«“»!
Börsengesetzes werde ich mich hier ganz offen aussprechen. Wir werden bei dieser notwendigen und dringenden Reform «^1« bringen, was die Interessen ber Landwirtschaft schädigen könnte. (Bravo.) Ich erwarte deshalb auch, daß die Vertreter der Landwirtschaft im Reichstage den Entwurf vorurteilslos prüfen werden. Auch die Landwirtschaft hat Interesse daran, daß unsere Börse gegenüber den Börsen des Auslandes nicht in den Zustand der Inferiorität gerat, daß der hohe Bankdiskont, der mit eine Folge unserer Bor- fengesetzgebung ist, erniedrigt wird. Auch die Landwirtschaft hat ein Interesse daran, daß das deutsche Kapital nicht ins Ausland wandert, und daß die kleinen Banken nicht aufqesogen werden durch die großen. Auch die I Landwirtschaft hat ein Interesse daran, daß die Börse als hochwichtiges wirtschaftliches Instrument erhalten und leistungsfähig erhalten
Marburg Druck unb Verlag» Zoh. Lug. Koch, illiiversMS-Buchdruckerei 42-
Sonntag, 17. März 1907. M 8L ' w 55‘
“vierteljährlicher Bezugspreis- bet der Expchltion 2 Mk, n- bei allen Postämtern 2,25 M. <qcl. Bestellgeld).
VI2. ÖD -iusertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum lo Pf«, f Reclamcn: dir Zeile 80 Via.
-in deiner Wälder reichem Kranz, Der hold das Tal umschließt, > Du schönste Zier des Heimatslands, Mein Marburg sei gegrüßt! Sei mit gegrüßt du Heller Strom, Du altes Schloß, du stolzer Dom, Und hoch am Berggehangr Ihr Straßen steil und enge. Wir winket mir so freundlich heut, Ihr grün umrankten Schenken Und wecket lang verschwundner Zeit, Wehmütiges Gedenken?
Aus fernen Tagen hallt es nach, Der Jubel bei dem Zechgelag, Der Lieder muntre Weisen Der Becher ftöhlich Kreisen.
Der Freiheit Geist wob einst dies Band, Und gab ihm seine Weihe Als aus dem Freundeskreis entstand,
i „Frankonia" dte freies
, Es tarnen Zeiten trüb und schwer
Und mancher Sturm erbraust daher, Wir hartten ohne Zagen Des hell'ren Morgens Tagen. Nun ist ein halbes Hundert Jahr, Im Flug der Zeit entflohen, Zerstoben längst die muntre Schar, Im Grab verstummt die frohen!
Von stolzer Zahl ein winz'ger Rest, Hielt noch an alter Treue fest. Bald ruht im kühlen Grunde, Der letzte von dem Bunde.
Aehnlich wie die Franken, von denen st einige 1849 am badischen Aufstand beteiligt hat ten und die mit den Hanauer Turnern nach B- den gingen wurden 1850 die ©ermanen uns gelöst; die Rhenanen lösten sich wegen Mangel an Zuwachs auf. Der Wingolf, gegründet 1847 i.
bat sich auf der Hohe gehalten und