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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Marburg

Donnerstag 14. März 1907.

Erscheint wöchentlich sieben «al.

Druck imb Verlag- Joh. Lug. Koch, Univerjitäts-Buchdmcktrei Marburg, Marft 21. Telephon 55.

42 Jahrg.

Erstes Blatt

ii

lRachdruck verboten.) Schatten.

Roman von B. v. b. Lancken.

(Fortsetzung).

Die Znitiatidantrage der Wirtschaftlichen Vereinigung.

.. Es ist eine alte Erfahrung, daß Initiativ­anträge im Reichstage, d. h. die aus der Mitte hes Hauses gemachten Eefetzesvorfchläge nur selten zum Ziele führen. Diese Erscheinung er­klärt sich wohl hauptsächlich daraus, daß jene Anträge ihren Ursprung zumeist einseitig partei­politischen Bestrebungen verdanken, für die sich schwer eine Mehrheit finden läßt. Daß aber trotzdem alle Parteien eifrig bemüht find, das dem Reichstage zustehende Recht, innerhalb der Kompetenz des Reiches Gesetze vorzuschlagen, ständig in Uebung zu erhalten, das beweist in dieser Session wieder die hohe Zahl der gestell­ten Anträge. Unter den rund anderthalb hun­dert Initiativanträgen, die diesmal zu Beginn der Reichstagssession eingebracht worden sind, Müssen im Reichstagswahlkreise Marburg- KirchhainFrankenberg naturgemäß die 18 Initiativanträge der Wirtschaftlichen Bereinig­ung, der sich Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme d »geschlossen hat, besonders Interesse erwecken.

Auf Grund der uns von Dr. Böhme zur Ver­fügung gestellten Unterlagen, können wir den Lesern derOberhesstschen Zeitung" den Sach- hetreff dieser Anträge mitteilen. Diese bewegen sich durchweg auf sozialpolitischem Gebiete und machen deswegen einen günstigen Eindruck, weil sie keine himmelhohen Wünsche zum Ausdruck bringen, sondern lediglich auf wirklich Erreich­bares gerichtet sind. Dabei verfolgen sie, wie sich schon aus der Zusammensetzung der Wirt­schaftlichen Vereinigung im Reichstage ergibt, nicht lediglich einseitige Jnteressenpolitik, son­dern wollen sowohl den berechtigten Klagen von Beamten und Angestellten Abhilfe schaffen, als fluch den Handwerkern, Landwirten und Arbei­tern im schweren Kampfe ums Dasein Erleich­terung bringen.

Die praktische Auffassung, welche allenthal­ben aus diesen Anträgen spricht, wird gewißlich Alle Freunde des Mittelstandes und der na­tionalen Arbeiterschaft angenehm berühren, und ts auch den Angehörigen anderer Parteien, in­sonderheit den Konservativen und Nationallibe- palen sowie auch denen vom Zentrum ermög­lichen, für diese Krrderungen einzutreten; zumal die Bemerkung des Abgeordneten Schack (Wirt- schaftl. Vergg.), daß der fetzige Reichstag in Jäherem Maße von sozialpolitisch denkenden und

Konnte so ein Weib handeln, das liebte? L. Schloß Yvonne lag im vollen Schmuck der leuchtenden August-Schöne. Das Laub der Baume zeigte ein tief gesättigtes Grün. Zwischen den wrlden Wein, der das Schloß umrankte, lugten hier und da die ersten geblich-roten Blät­ter hervor, die Rosen standen im zweiten, nicht tvninder üppigeu Blüienflor, ein tiefblauer immel wölbte sich über dem Ganzen, und eine raylende Sonne küßte die Erde mit glühendem ^ aber die Lust im Park blieb, dank den »tüchtigen Wasserkünsten und Fontänen, frisch und erquickend, und die Reisenden atmeten nach Her langen Fahrt in den heiße», staubigen sKupees wie erlöst auf, als sie den Weg von Straßburg zu Wagen zurücklegend, durch das hohe schmiedeeiserne Tor in de» Schloßhof von Bvonne einfuhren.

L Es entwickelte sich nun äußerlich das stille, beschauliche nud so komfortable Leben vornehmer Landedelleute. Geselligkeit gab es wenig; ab­gerechnet einige Besuche höherer Offiziere in Be- blertung ihrer Gemahlinnen, lebten die Men- fschen des kleinen Kreises still dahin, anscheinend htit einander, in Wahrheit ein jeder innerlich in feiner eigenen Welt.

[ 2?« Tromsau hatte die Gewalt über sich und ihre Gefühle bei weitem überschätzt. Zm täg­liche» Zusammensein mit Rupert erwachte in Ahr, die bisher nur durch kaltherzige Berechnung Weitet gewesen, die selbst das Leben anderer Mfs Spiel gesetzt und die schließlich das Ziel Ihres Strebens und volle Befriedigung gefunden gu habe» meinte, als sie die Gemahlin des Prin­zen Schwarzenstein wurde, plötzlich ein wildes Verlange» nach Glück, nach einem Aufgehen in Liebe. Und dies Verlangen wurde bald genug 8* einer Leidenschaft, die Herz, Verstand und Sinne der Frau vollständig unterjochte.

geschulten Elementen durchsetzt sei, als der frühere, den tatsächlichen Verhältnissen ent­sprechen dürste.

Es würde zu weit führen, die grundsätzliche Bedeutung dieser Anträge, über die sich auch von konservativem Standpuntte aus manches für und vielleicht auch einiges da­gegen sagen ließe, hier zu erörtern. Wir möchten, wie gesagt, nur den Sachbetreff dieser 18 Initiativanträge der Wirtschaftlichen Ver­einigung mitteilen, um zu zeigen, daß diese par­lamentarische Gruppe, der unser Reichstagsabge­ordneter Dr. Böhme angehört, das ehrliche Be­streben hat, die Schäden unserer neuzeitlichen Wirtschaftsentwicklung für einzelne Schichten unseres deutschen Volkes, vor allem für den Mit­telstand zu mildern.

Auf mehrfache Anfragen aus unserem Leser­kreise teilen wir hier die Kernpuntte dieser Initiativanträge in der Reihenfolge der An­tragsliste für die 12. Legislaturperiode des Reichstages in Folgendem mit.

Zunächst ersucht ein Antrag Graes, Lattmann und Genossen die Reichsregierung um Ge­halts» bezw. Lohnaufbesserung aller Reichsbeamten und Arbeiter im Reichsdienste. Ein Antrag Raab, Rieseberg und Genossen erneuert die sckion mehr­fach erhobene Forderung, das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb zu verschär­fen. D. Stoecker und Genossen ersuchen die verbündeten Regierungen um baldigste Vor­legung einesEesetzentwurfes, betr. die Errich­tung paritätischer Angestellten- und Arbeitskammern. Schack und Genossen ersuchen um Beseitigung der Sonntagsarbeit im Handelsge- w e rb e, soweit diese nicht durch das öffentliche Interesse unbedingt erforderlich ist. Roth, Liebermann v. Sonnenberg und Genossen wün­schen eine Abänderung des Gesetzes zur Gewäh­rung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer dahin­gehend, daß diese Beihilfen auf Antrag der Be­treffenden auch ohne Prüfung der Unter­stützungsbedürftigkeit gewährt werden/ und empfehlen die dadurch erforderlichen Mehr­ausgaben durch eine Wehr st euer zu decken. Ein Antrag von Liebermann v. Sonnenberg, Dr. Böhme und Genossen wendet sich gegen das überhandnehmende Zigeunerunwesen im Reiche. D. Stöcker und Genossen ersuchen um einheitliche Regelung der Vereins- und Vetsammlunyrechtes im ganzen Reiche im freiheitlichen Sinne, die auch den Frauen Teilnahme und Mitwirkung an sozialpolitischen Bestrebungen in Vereinigungen und Versammlungen ermöglicht. Ein Antrag Lattmann, Behrens und Genossen bittet um Abänderung des Patentgesetzes in der Weise, daß Erfindungen der technischen An­gestellten und Arbeiter diesen in geistiger und

Ruperts Empfindungen lebten sich nach einer anderen Richtung hin aus. Die Ableitung von seinem schmerzlichen Gedanken, die er erhoffte, fand er nicht, im Gegenteil, es erinnerte ihn ja alles an die Zeit, die er vor fast einem Jahre mit Gabriele hier verlebt hatte, wenn auch der Fürst in zarter Rücksichtnahme nicht dieselben Zimmer für ihn bestimmt, sondern solche in einem anderen Flügel des Schlosses hatte für ihn einrichten lassen. Einigemale, wenn ihm alles zu unerträglich schien, hatte Rupert den Ent­schluß gefaßt, zu gehen aber wohin? Würde es nicht überall dasselbe fein? Und dann es konnte ihm nicht verborgen bleiben, daß das Leiden des Fürsten fortschritt und wieviel er dem Kranken, der plötzlich ein alter Mann ge­worden war, galt. Als er einst von seiner Ab­reise sprach, hielt der Prinz ihn bei der Hand und sagte bittend:

Gehen Sie nicht, Rupert es nützt Ihnen ja alles nichts, und mit nehmen Sie viel, lieber Freund. Das Leid zieht mit Ihnen, wohin Sie sich auch wenden mögen, nichts ist vergeblicher im Leben als die Flucht vor uns selbst und vor der Qual, die wir in der eigenen Brust tragen. Ich entbehre Sie ungern."

Er blieb.

Wenige Tage später war es. als et von einem weiteren Spaziergauae heimkehrend und von der Flußseite den Park betretend. Isa Tromsau be­gegnete, die so schien es ihm in Gedanken verloren, in einer alten Rüsterallee lustwan­delte. Er vermied noch mehr wie früher ein längeres Alleinsein mit ihr und wollte eben in einen Seitenweg einbiegen, um auf anderem Wege in das Schloß zu gelangen, als et plötzlich leinen Namen rufen hörte und peinlich berührt stirnrunzelnd seinen raschen Schritt hemmte. Die Baronin kam ihm entgegen in einem Kleide von schwarzem, zartem Spttzenstoff, das die schö­nen Arme, die weißen Schultern und die edel ge­formte Büste durchschimmern ließ, in dem schwarzen Haar eine einzige gelbe Rose; einen leichten gelben Seidenshawl hatte sie abgenom­men und trug ihn wie auch den großen Sonnen­

materieller Hinsicht mehr als bisher geschützt werden. Schack und Genossen bitten um Ge­setzwürfe, durch welche zwingende Vorschrift ten über den Dienstvertrag der technischen Angestellten hinsichtlich des Gehalts usw. er­lassen werden und die Zuständigkeit der Ge­werbegerichte auf die technischen Angestellten ausgedehnt wird. Behrens, Dr. Burckhardt und Genossen ersuchen um Einführung einer Gärtnereien aller Art betreffende Bestim­mung im § 54 der Gewerbeordnung. Köhler, Lattmann und Genossen wenden sich in einem Anträge gegen das Vordringen des Aus­ländertums an den deutschen Hoch­schulen. Ein Antrag Stauffer, Vogt (Hall) und Vogt (Erailsheim) bittet um einheit­liche Regelung der Wetnkontrolle. Behrens und 6ett_ wünschen, den Arb e i - tern und Angestellten des Reiches das Organtsationsrecht zur legalen Wahrung ihrer öffentlichen Interessen zu sichern. Vogt (Hall), Liebermann v. Sonnenberg und Genossen bitten um Gewährung von Ernte- Urlaub an stehende Mannschaften des Heeres und der Marine, die vor Dienstantritt im land­wirtschaftlichen Betriebe ihrer Eltern gestanden haben, sowie um freie Hin- und Rückfahrt für alle beurlaubten Mannschaften auf deutschen Essenbahnen (mit Schnellzugsbenützung). Schack und Genossen bitten, daß die o r t s p o l i- zeiliche Ueberwachung der Schutzge­setze für das Handelsgewerbe einer sachverständig en Aufsichtsbehörde (Handelsinspektoren) übertragen wer­den. Dr. Burckhardt, Behrens und Genossen wünschen eine Untersuchung über Umfang der Einwanderung ausländischer Arbeiter. D. Stöcker und Genossen wün­schen einen Gesetzentwurf zwecks rechtlicher Anerkennung und Regelung der Kollektiv- bezw. Tarif-Lohnver- t r ä g e. Endlich ersuchen Behrens, D. Stöcker und Een. um geeignete Maßnahmen zur För­derung des deutschen Erz-, besonders des Eisensteinbergbaues, damit die Abhängigkeit der deutschen Eisen- Und Stahlindustrie vom Auslande nicht noch mehr vergrößert werde.

Deutscher Reichstast.

(16. Sitzung vom 12. März.)

Der Reichstag beschäftigte sich am Dienstag mit der dritten Lesung des Nachtragsetat für SLdwestafrika. Abg. Bebel (Soz.) polemisierte gegen den wirtschaftlichen Wett der Kolonien und meinte u. a., das deutsche Reich bedürfe der Kolonien weder für seinen Handel noch für sei­nen Bevölkerungsüberschuß. Abg. de Witt (Ztr.) verlangte von dem Abg. Paasche Beweise für

schirm in der Hand. Wie sie so auf ihn zuschritt, in jeder Bewegung anmutig und doch majestä­tisch, auf dem Antlitz ein halb verlegenes, halb schelmisches Lächeln, da konnte selbst Felsenbach es nicht leugnen: sie war schön, verführerisch schön, und es gehörten eben die bitteren Erfah­rungen, die er gemacht hatte, dazu, um gegen ihren gefährlichen Zauber gefeit zu sein. Zum erstenmal regte sich -bet Gedanke in ihm:Wa­rum konnte in diesem herrlichen Körper nicht eine ebenso herrliche Seele wohnen?"

Wollen wir nicht zusammengehen, Herr von Felsenbach?" sagte Isa, als sie Rupert erreicht hatte,oder zürnen Sie, daß ich Sie Ihren Ge­danken entreiße?"

Sie wissen, Baronin, daß meine Gedanken weder angenehm noch vielseitig find," antwor­tete er kühl, an ihre linke Seite tretend.Es bedarf keiner Entschuldigung von Ihnen, ich habe vielmehr zu danken, wenn Sie mit einem so trübseligen Gesellschafter fürlieb nehmen wollen."

Ich weiß nicht, ob Sie daran glauben wer­den, wen ich Ihnen die Versicherung gebe, Herr von Felsenbach, daß ich Ihr Geschick von ganzem Herzen beklage," sagte sie warm.

Sehr gütig, gnädigste Frau!" Sein Ton klang ironisch es entging ihr nicht, und die feinen Nasenflügel vibrierten leise.

Ich höre es Sie glauben nicht daran," stich sie halblaut mit unterdrückter Erregung hervor.

O doch!" Er sagte das ziemlich ernst, aber um seinen Mund zuckte es wie Sarkasmus.

Nein nicht!" rief sie heftig.Ich kenne Sie noch gut genug, ich habe für all die Heinen Nuancen in Ton und Ausdruck, die ihnen schon früher eigen waren, ein gutes Ge­dächtnis. Ich habe nichts vergessen," setzte st« mit finkender Stimme hinzu und wandte dar schöne Haupt zur Seite.

Ich auch nicht, Baronin," antwortete er hart, sie scharf ansehend. Sie zuckte zusammen, legte die Hand über die Augen und neigte kaum merklich den Kopf. Ob sie weinte? * Ruperts Augen ruhten unverwandt auf ihr. .

seine Behauptung: in Kreuznach sei eine Ze» trumswählerversammlung mit dem Rufe ge* schlossen worden:Rieder mit dem Ptotestantts- mus!", denn diese Behauptung trage den Stern« pel der Unrichttgkeit an der Stirne. Abg. Dr, Semmler (natl.) wandte fich gegen den Abg. Bebel, der aus dem Beschluß der Siedelungs- kompagnie, sich aufzulösen, den Schluß gezogen habe, daß Südwestafrika wertlos sei. Herr Bebel zitiere immer, was ihm in seinen Kram paffem Kolonialdirektor Dernburg bemerkte, die Rech­nung für das Schutzgebiet bis Ende Söläq schließe so ab, daß die geforderte Summe von 29 Millionen dem tatsächlichen Bedürfnisse ent* spräche; die Schutztruppe werde bis zum 30. September d. I. auf 4000 Mann reduziert, da­gegen solle die Polizeitruppe um 600 Mann ver­stärkt werden. Abg. Dr. Wiemer (freis. Bp.) wies die Angriffe Bebels zurück und erklärte, die jetzt vorn Kolonialdirettor erstrebte ver­ständige Kolonialpolitik werde seine Partei un­terstützen. Abg. Lededour (Soz.) wurde vqm Vizepräsidenten Kämpf zweimal zur Ordnung gerufen. Abg. Dr. Paasche (natl.) erklärte ge­genüber dem Abg. de Witt, seine (Redners) Be­hauptung stütze sich auf die Mitteilung zweier hochachtbarer Wähler seines Wahlkreises. Nach einer Erwiderung des Abg. de Witt (Ztr.) schloß die Debatte. Die Nachtragsetats wurde« gegen die Stimmen des Zentrums, der Sozial­demokraten und der Polen bewilligt. Nächster Gegenstand der Tagesordnung waren die In­terpellationen des Zentrums und der National* liberalen, betr. Revision der Strafprozeßord- ordnung. Nach Begründung der Jnterpellatton durch die Abgg. Groeber (Ztr.) und Heintze (natl.) erklärte Staatssekretär Dr. Nieberding, der Reichskanzler habe den festen Willen, eine Reform der Strafprozessordnung zu beschleuni­gen; eine Reform könne jedoch nur zustande kommen auf dem Wege eines vorsichtigen Maß­haltens. In der Besprechung der Jnterpellatton erklärte Abg. Dr. Giese (kons.), an der Frage derSchwurgerichte würden seine Freunde die Reform nicht scheitern lassen. Abg. Stadthagen (Soz.) polemisierte in langer Rede gegen die preußische Justizverwaltung und brachte die üb­lichen sozialdemokratischen Beschwerden vor. Die Reform unserer Rechtspflege müsse mit einer Reform der Voruntersuchung beginnen. Zum Schlüsse legte Präsident Graf Stolberg gegen die gestern im preußischen Abgeordnetenhaus« vorn Abg. Brandenstein gemachten Bemerkungen als den Reichstag verletzend Verwahrung ein. Mittwoch 1 Uhr: Interpellation Albrecht Über Wahlbeeinflussungen.

Plötzlich sah sie ihn an, Tränen perlten von ihren Wimpern über die Wangen, und ihr Mund zuckte schmerzlich.

Was soll ich tun, tief sie leidenschaftlich, um Sie von meinet Reue zu überzeugen, wenn Sie meinen Worten nicht glauben? Ich habe nichts als Worte, nichts und wenn ich Ihnen jetzt sage, daß ich elend und innerlich arm durchs Leben gegangen bin, daß ich in unzähligen Stunden von Reue gefoltert, von Vorwürfen ge­peinigt, der Verzweiflung nahe war, daß ich bann, an einen kranken, alternden Mann ge­fesselt, treu und gewissenhaft meine Pflicht er­füllte, ohne auch nut mit einem Gedanken abzu- itren es fei denn in die Vergangen

Zum Prinzen Sebera" schaltete Felsen­bach kalt ein.

Nein, Rupert nein, nicht zu ihm. Mein ganzes Leben wat ein futchtbarer Jtrtum. Oberflächlich, gedankenlos hatte man mich er­zogen, so wat ich in die Welt eingetteten, so handelte ich, bis es zu spät wat, bis die furchtbate Strafe übet mich hereinbrach, bis ich etkanie, welches Glück, welches Herz ich mein eigen hätte nennen können Sie, Rupert, den ich einzig und allein geliebt hatte, den ich heute noch liebe, mehr denn je. Entsagend hoff­nungslos!"

Sie hatte in höchster seelischer Erregung ge­sprochen, diese Erregung war echt wie dieLeiden- schäft für Felsenbach, und wie sich diese Leiden­schaft in jedem ihrer Worte, in jedem Blick dem vor ihr Stehenden offenbarte als der Ausdruck eines lange zurückgedtängten, elementaren Emp­findens, blieb auch Felsenbach nicht unberührt davon. Als Isa, tn heiße Tränen ausbrechend, wankte, fing er die bebende Gestalt in feinen Armen auf. und das heißblütige Weib, hinge­rissen von der Macht des Augenblicks, warf die Arme um seinen Nacken, und das Haupt gegen seine Brust pressend, flüsterte sie: :

Rupert Rupert wir gehören ja doch, zusammen Du und ich"

. (Fortsetzung folgt.)