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wolllaus als Urheberin derselben festgchellk worden. Auch im Kreise Höxter sollen fchost weite Strecken von der Wolllau» befalle« sein.

Bon der Diemel, 10. März. Seit gestern lie­gen auf der TetlstreckeThülen-Büren der Brilon- Bürener Bahn mehrere Züge infolge starker Schneefälle fest, die man erst nach langer ange­strengter Arbeit und mit Hilfe zweier Maschinen . flott machen konnte. Infolge von ausströmen, den Gasen, die einem Gasmotor entwiryen, wurde der Mühlenbesttzer Neuhaus zu Büre« betäubt und im Maschtnenhaus fast völlig er­stickt aufgefunden. Nur durch eilig ergriffene Maßregeln gelang es, den Verunglückten zu retten.

Erfurt, 11. März. Die Stadtverordneten haben beschlossen, für die Kinder sämtlicher tyt» stger Volksschulen eine städtische Schulzahnklinik zu errichten. Es kommen etwa 10 000 Kinder in Betracht.

Bmms'chtcS.

Ein entsetzlicher Mord und Selbstmord. I« der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hat der in Dresden wohnhafte königl. Oberförster a. D. Wilsdorf seine Frau und fünf von seine« sechs Kindern erschossen. Das sechste Kind, dir älteste Tochter, ist gleichfalls schwer verletzt, konnte aber noch lebend nach dem Friedrich­stadter Krankenhaus gebracht werden. Am Sonn­tag oder in der Nacht zum Montag hat Wilsdorf dann sich selbst erschossen. Der Grund zur Tat ist in Nahrungssorgen zu suchen. Die noch le­bende Tochter ist nicht vernehmungsfähig, da sie noch bewußtlos ist.

Ueber die Ermordung der Familie WilsdoH wird weiter gemeldet, daß die Hausnachbarn der Familie bereits seit Freitag von dieser nicht» mehr gehört hatten, ohne daß dies indes aufge­fallen wäre. Erst heute früh wurde auf Ver­anlassung des Hausverwalters die Wohnungstür durch die Polizei geöffnet und auf dem Flur die älteste Tochter des Oberförsters blutüberströmt, aber noch lebend aufgefunden, die andern fünf Kinder, zwei Töchter und drei Söhne, fand ma» tot in ihrem gemeinschaftlichen Schlafzimmer, ebenso die Mutter. Der Befund der Polizei er­gibt, daß zwischen dem Mörder und der älteste« Tochter ein Ringen auf Leben und Tod stattge­funden haben muß, bei dem das junge Mädchen, das fich ins Freie zu retten versuchte, auf dem Flur von mehreren Schüssen getroffen, zuletzt ohnmächtig zusammengebrochen ist. Der Mörder selbst lag mit einem Schuß in der Schläfe, den Revolver noch in der Hand, tot in seinem Ar­beitszimmer. Er war ein Mann von 51 Jahren, der mit seiner Pension nicht ausreichte, und des­halb mehr und mehr in Schulden geraten sei» soll. Seine mißliche Vermögenslage, die, wie es heißt, auch der Grund zu einem unglücklichen Familienleben gewesen ist, hat ihn offenbar zn seiner Verzweiflungstat getrieben. Weiter wich gemeldet:

D r e s d e n, 11. März. Die ypfer der Blut­tat in der Familie des Oberförsters a. D. Wils­dorf sind zwei junge Mädchen im Alter von 14 und 17 Jahren, zwei Knaben Zwillinge im Älter von 12 und ein Knabe von 15 Jahren. Die schwerverletzte Tochter, die bewußtlos im Krankenhaus« liegt, ist etwa 20 Jahre alt. Die ermordete Ehefrau zählt 40 Jahre. Wilsdorf war zuletzt Oberförster in Jöhstadt.

Mord. Am Sonntag Abend versuchte der Wagenbauarbeiter Jolibois im Hotel Mont­martre zu Paris eine Frau zu erwürgen, mit der er dott abgestiegen war. Als der. Besitzer des Gasthofes und ein Kellner ihn daran verhindern wollten, zog Jolibois einen Revolver, verwun­dete den Gasthofbesitzer und tötete den Kellner. Als er dann von dem Polizeibeamten Monnter und dem Unterleutnant der Reserve der Kolo- nial-Jnfanterie Cupillat verfolgt wurde, zog Jolibois von neuem seinen Revolver, tötete Monnier und verwundete Cupillat. Jolibois wurde dann durch Polizeibeamte verhaftet und mutzte vor der Menge geschützt werden, die ihn lynchen wollte.

Das eigene Kind den Wölfe« geopfert.Bu- dapesti Hirlap" meldet aus Eperies: Kürzlich spielte fich auf der Landstratze zwischen Eperic, und Kapi ein furchtbares Trauerspiel ab. Der Bauer Josef Horvath aus Kapi fuhr mit seinem achtjährigen Sohn von Eperies nach Hause, als plötzlich vier Wölfe auftauchten und den Wagen verfolgten. Der Bauer macht« wohl di« größten Anstrengungen, die Pferd« anzutreiben, um den Wölfen zu entkommen, aber alle Bemühungen waren vergeblich. Da kam ihm ein furchtbarer Gedanke. Um sein eigenes Lebe» zu reiten, stieß

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mit dem Kreis-Latt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Zweites Blatt.

tobt, daß das Boot von den Wogen hin und her geschleudert wird, daß endlich die Gewalt des Sturmes auch dicke Troßen entzwei reißen kann. Ist das Land oder eine Hafenmole in greifbarer Nähe, also etwa 3-400 Meter, so wird selbst­verständlich auch von dort versucht, eine Ver­bindung herzustellen. In ähnlicher Weise, wie vorhin geschildert, werden tritt dem Raketen­apparat Leinen auf da» Schiff herübergeschossen. Ein glücklicher Fall ist es, wenn die Masten noch hoch aus dem Wasser ragen, so daß die Ver­bindungsleinen oben an diesen befestigt werden können, also der Transport durch die Luft geht. Nach unsäglichen Mühen ist es denn auch bei dem Untergang derBerlin" auf diese Weise gelungen, wenigstens eine Anzahl von Personen zu retten, alle übrigen waren schon vorher ein Raub der gierigen Fluten geworden.

zum Opfer gefallen. Ein Taifun, dessen Nahen man damals noch nicht ahnen konnte, überraschte es auf hoher See. Mit einem Blick übersah der Kommandant die Hoffnungslosigkeit der Situa­tion, et konnte nur versuchen, fich an einen sol­chen Teil der Küste treiben zu lassen, wo die Klippen nicht allzu zahlreich waren. Eine Ver­meidung der Strandung war natürlich ausge­schlossen, aber je näher am Ufer, desto größer die Möglichkeit, daß sturm- und wettergeprüfte See­leute sich durch die Brandung hindurcharbeiten. Aber das Schicksal wollte es anders. Noch viele hundert Meter von der Küste entfernt, scheitette das Schiff, und nur ganz wenige sind heil und unversehrt an Land gekommen, die Meisten wurden von den Seen auf die Riffe geworfen. Eine letzte, aber nicht die kleinste der Gefah­ren ist der Nebel, in dem namentlich an ver­kehrsreichen Küsten fortwährend Schiffskollisio­nen passieren. Nur ein glücklicher Umstand ist dabei. Bei Nebel herrscht stets nur wenig be­wegte See, sodaß bet einer verständigen Organi­sation im Falle eines Zusammenstoßes Menschen­leben eigentlich nicht umkommen dürfen. Jedes Schiff hat Boote genug an Bord, um die ganze Besatzung, wenn ein Untergang bevorsteht, aus­zunehmen, wozu noch kommt, daß das andere Schiff sich an den Rettungsarbeiten beteiligt. Und nur, wenn die Kollision so plötzlich und so stark ist, daß keine Zeit mehr bleibt, um die Boote zu Wasser zu lassen, und wenn die Be­satzung auf Rettungsgürtel angewiesen ist, de- tett Handhabung Passagieren, zumal, wenn sie nicht schwitnmen können, unbekannt ist, werden Menschenleben dem Meere zum Opfer fallen.

Ist nun gar keine Möglichkeit vorhanden, daß die Personen, welche fich an Bord eines ge- scheiterten Schiffes befinden, dem Tode entrin­nen können, fragt man? Selbstverständlich be­steht eine grotz« Möglichkeit, zumal in unmittel­barer Nähe der sogenannten Rettungsstationen, welche überall da, wo berüchtigte Unfallstellen find, oder nahe einer Hafeneinfahrt errichtet sind. Und dieGesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger", welche bei allen seefahrenden Statio­nen besteht, ist unausgesetzt bemüht, das Netz ihrer Stationen immer weiter auszudehnen und sich den Fortschritt der Technik zu immer vollen­deterem Ausbau ihrer Rettungsmittel zu Nutz« zu machen und man kann in den Statistiken nach­lesen, von wie ungeheurem Erfolg die Arbeiten dieser Menschenleben rettenden Gesellschaft all­jährlich gekrönt sind. Sehen wir uns diese Hilfsmittel etwas näher an: Da sind zunächst dis Rettungsboote. Bei einer Länge von etwa 20 Meter und einer Breite von etwa 6 Meter gleichen sie in der Form gewöhnlichen Ruder­booten. Als Baumaterial kommt Stahl oder Holz zur Verwendung, bei letzterem natürlich in mehrfachen Lagen, so daß ein Durchschlagen der einen dem Boot noch kein Leck beibringt. Zur Erzeugung der Leichtigkeit, also damit das Boot mühelos von den Wellen getragen wird, sind ringsum große Luftkaften angebracht. Zur Fortbewegung endlich dienen, wenn unter günstigen Verhältnissen größere Strecken zurück- gelegt werden müssen, Segel, in anderen, viel häufigeren Fällen, wo es sich darum handelt, einem unweit der Küste aufgelaufenen Schiff zu Hilfe zu eilen, Ruder. Da sitzen mehr wie ein Dutzend Leute im Boot an den Riemen, echte verwttterte Seemannsgestalten mit eisernen Muskeln: und mit bem stahlharten Willen be­seelt, koste es, was es wolle, als sollten sie selbst bei den enormen Anstrengungen, di« brausende Brandung zu überwinden, zu Grunde gehn, sich dem gescheiterten Schiff zu nähern. Natürlich nicht ganz heran, denn da liegt die Gefahr vor, daß es selbst an den Klippen zerschellt, aber so weit, daß mittels Leinen und Trossen eine Ver­bindung hergestellt werden kann. Zuerst wird aus einer Pistole ein dünner Faden von der Stärke eines Bindfadens nach dem Schiff ge­schossen, der dort leicht «griffen werden kann, wenn nicht ganz besonders ungünstige Umstände herrschen, wie leider bei dem letzten furchtbaren Unglück bei Hoek van Holland, wo schon bei dem ersten Anprall auf die Untiefe das Schiff in zwei Teile barst. An diesen dünnen Faden find dann immer stärkere gebunden, welch« von Bord aus eingeholt werde» und sicher befestigt werden müssen. Und dann müssen sich di« Menschen von Bord aus an diesen Seinen durchs Wasser ar­beiten. Aber das erfordert Mut und Energie und die Aufbietung aller Kräfte. Je näher das Rettungsboot herankann, desto günstiger. Um aber die ungeheuren Schwierigkeiten dieser Rettungsarbeiten zu begreifen, muß man nicht vergesse«, daß ringsum das Meer schäumt und

Gefahren der Mftenschiffahrt. Rettungswesen bei Strandungen.

Von A. Wienholdt, Oberleutnant zur See a. D. ' Wir unterscheiden eine Hochsee- und ein« KAstenfchfffahrt. Erstere hat ihren Namen des­halb, weil sich das Schiff tage- und wochenlang aufhoher" See befindet und seinen Weg nur mit Hilfe von Messungen der Gestirne richtig finden kann. Natürlich erfordert das Fahren über den Ozean ungleich größere Kenntnisse in bet Seemannschaft und Navigation als das Steuern längs der Küste, angestchts derer eine Orientierung leicht ist, zumal Karten, Leucht- tiirme, Feuerschiffe und andere Landmarken einer gefahrlosen Navigierung zu Hilfe kommen. Und nur eine Voraussetzung besteht: daß schönes, sichtiges Wetter Tag und Nacht herrscht, dann ist es auch für den Seemann, der vielleicht schon hundertmal dieselbe Strecke befahren hat, immer von neuem ein Genuß, altbekannte Gegenden im Sonnenschein oder Mondlicht daliegen zu sehen. Aber weh«, wenn Stürme über die Küstenländer einherbrausen, wie sie In den letzten Tagen ge­wütet haben, dann erst zeigen sich die vielfachen Gefahren, die die Küstenschiffahrt von allen Seiten umlauern. Welches sind nun diese Ge­fahren? Zunächst das empörte Meer selbst, wenn die Sturmwolken von See au» heran- ziehen, denn dann bietet die Küste dem Küsten­fahrzeug, das selbstverständlich nicht für die hohe See" gebaut ist, keinen Schutz vor den tobeirden Wogen, an die große Seedampfer ge­wöhnt find. Dann besteht eine Rettung nur in schleuniger Flucht in einen Hafen, bevor noch das Unwetter zum vollsten Ausbruch gekommen ist. Und wenn ein solcher Hafen nicht in er­reichbarer Nähe ist, dann heißt'sgegen See und Wind ankämpfen, denn in dieser Lage, wenn die Wellen sich vorn am Bug brechen, ist «och di« Möglichkeit vorhanden, daß das Schiff mit Hilfe feiner Maschinenkraft sich hält, aber reicht diese letztere nicht aus, wird esQuersees" geworfen, dann werden es die heranrollenden Wogen bald umwerfen und zum Kentern brin­gen. Ein glücklicher Zufall, wenn ein größerer Dampfer, dem auch die querkommenden Seen nichts anhaben können, zur Hilfeleistung herbei­eilt, der di« über Bord Gespülten, die sich trotz bet Rettungsgürtel kaum Minuten über Wasser halten können, auffischt. Ich will hierbei nicht etwa die Behauptung aüfstellen, daß di« für die '^,hohe See gebauten Dampfer allen Stürmen Zrotzen können. Es gibt in den westindischen und chinesischen Gewässern, auch im indischen Özean zu bestimmten Jahreszetten Orkane, sog. Wirbelwinde oder Zyklone, im großen Ozean Taifune genannt, denen gegenüber auch die größten Schiffe unter gewissen Umständen macht­los find, aber vermöge sinnreich konstruierter Apparate vermag man diese Wirbelwinde schon ttuf Stunden vorher herankommen seh«», sowie die Richtung bestimmen, so daß man rechtzeitig Jet« Heil in der Flucht suchen tonn.

Wie malerisch sehen bei klarem Wetter dl« zahlreichen Klippen und Untiefen aus, an denen man längs der Küste, natürlich in respektabler Entfernung vorbeifährt. Ganz deutlich nimmt das Wasser eine immer hellere Färbung an, auf hoher See ist es wie ein Spiegel, aber hier wirft if» kleine schäumende Wellen, die dann mit weit« hin vernehmbarem Geräusch an den Felsenriffen heraus- oder über dieselben Hinwegrauschen. Aber welch« Gefahr find sie bei einem Unwetter für den Heinen Küstendampfer! Vergebens kämpft er mit der See, die ihn immer mehr dem Land zutrribt. Der Kapitän kennt seine Karte, «r weiß, jetzt nur noch Minuten und sein Schiff wird auf die Klippe geworfen. Und dann ein furchtbarer Krach und eine riesenhafte Woge schmettert es aus eine solche und wo das Wasser Mit seiner elementaren Gewalt und steinharter Fels zusammen sich vereinigen, da brechen auch die besten Stahl- und Eisenplatten wie Glas auseinander. Zwar steigen Signalrakete» in bi« Lust, aber der nächste Hafen ist meilenweit entfernt, da ist alle Hilfe vergebens, sie kommt zu spät, und am ander« Tage, wenn die Sonne wieder hell und klar scheint, kann man nur die en Land getriebenen und teilweise wohl grätz- ckich verstümmelten Leichen aufsuchen. Einem Lolchen Unfall ist seiner Zeit Ende der 90er Jahr« das deutsche KanonenbootIltis" an Hem Vorgebirge Schantung der chinesischen Küste

Erscheint wöchentlich Heben mal.

Druck und »erlag- Joh. An«, «och, UniverMtEuchdruckerct 42«. «Mykg« Marburg, Markt 81. Telephon 55.

Hessen-Nassau und NachbargeSiele.

() Tassel, 11. März. Die diesjährige Mit­gliederversammlung des zur Zeit 43 Zweigver­eine zählenden Verbandes der Vaterländischen Frauenvereine im Regierungsbezirk Cassel fin­det am Mittwoch, den 20. März d. Js., 4 Uhr nachmittags, in dem Sitzungssaale des Stände­hause, Ständeplatz Nr. 8, hier statt. Zur Teil­nahme an den statutengemäß nur alle 2 Jahre stattfindenden Mitgliederversammlungen ist je­des Mitglied der dem Verbände angeschlossenen Frauenvereine berechtigt. Auswärtigen Teil­nehmern wird für die Reisen zu dieser Ver­sammlung und zurück, soweit sie Vorstandsmit­glieder sind, auf den Staats- und unter Staats­verwaltung stehenden Eisenbahnen eine Fahr- preisermäßigunn in der Art bewilligt, daß für die 2. und 3. Wagenklasse nur der halbe Fahr­preis erhoben wird. Anmeldungen zur Teil- ntchme an dieser Versammlung sind an den Vor­stand des betreffenden Zweigvereins zu richten, welcher st« bis zum 17. d. Mts. an den Verbands- vorftand weitergehen und den angemeldeten Teilnehmern die zur Erlangung der Fahrpreis­ermäßigung erforderlichen, den Fahrkarten- ausgabestellen vorzulegenden Vefcheinigungen des Derbandsvorstandes rechtzeitig zustellen wird. Die Tagesordnung der Versammlung umfaßt neben dem Geschäfts- und Rechenschafts­bericht, sowie Mitteilungen aus der Versamm­lung über die Tätigkeit der einzelnen Vereine, insbesondere einen Vortrag des Herrn Landrats Rademacher aus Westerburg über Wanderhaus­haltungsschulen. An die Versammlung soll sich ein gemeinsames einfaches Abendessen im Hotel König von Preußen am Königsplatz anschließen. Eine möglichst große Beiei liaung, namentlich auch von auswärts, ist erwünscht.

Cassel, 8. Marz. Die Leiche des seit dem 15. Januar vermißten Lehrers Becker aus dem be­nachbarten Guxhagen wurde gestern aus der Fulda gezogen. Becker, der verheiratet und Vater mehrerer Kinder war, hat freiwillig den Tod in der Fulda gesucht und gefunden.

G. Hanau, 10. März. Der in der Roediger- schen Spenglerei beschäftigte Spenglerlehrling Philipp Ruth aus Niederrodenbach stürzte gestern bei Verrichtung einer Dachrinnenarbeit aus einer Höhe von etwa 6 Meter herab und er­litt einen Schädelbruch. Nach seiner Verbring­ung ins Landkrankenhaus verschied der junge Mann an den erhaltenen Verletzungen.

Butzbach. 8. März. Ein« junge Frau vermißte einige Stunden ihr kaum l^jiihriges Kind. Als der Mutter von anderen Kindern bedeutet «.wurde, daß das Kind mit einem 14jährigen Nachbarmädchen spiele, das der Familie stets feindlich gesinnt war, forschte die Mutter, nichts Gutes ahnend, nach dem Kleinen und fand das Kind auf dem Hausboden inmiten eines Hau­fens Holzwolle und Brennmaterial sitzend, als eben die Vierzehnjährig« im Begriffe war, den Haufen anzuzünden. Darüber zur Rede gestellt, gestand sie ein, daß es ihre Absicht gewesen sei, das Kind zu beseittgen.

vo« Westerwald, 7. März. Der Kreistag des Oberwesterwaldkretses beschloß di« Einfüh­rung einer Steuer für die Erteilung der Erlaub­nis des Gasthofs- und Wirtschaftsbetriebes. Sie bewegt sich zwischen 300 und 2500 .U. Auch eine Umsatzsteuer wurde angenommen mit 1 Prozent des Wertes des erworbenen Grundstücks oder Rechts.

Warburg, 9. März. Durch die Buchenwoll­laus ist in den Waldungen des Kreises War­burg ungeheurer Schaden angerichtet worden; wohl über 100 Morgen Waldes find davon be­troffen. Bereits seit dem Jahre 1904 machte sich ein Erkranken und Abfterben vieler Stämme bemerkbar, das immer mehr um fich griff, so daß einzeln« Revierteile fast völlig gelichtet find und an die Erhaltung des Buchenbestandes kaum zu denken ist. Während anfangs die große Dürr« de» Sommers 1904 als Ursache der Er­krankungen angesehen wurde, ist. jetzt durch Pro­fessoren der Mündener Forstakademie dieBuchen«

vierteljährlicher Bezng-prei»: bet der Edition 2 M., SÖllltfotttÄ

6 "W* «4 . »et allen Postämtern 2,25 M. ^cL Bestellgeld). ***** ö

vIS. vl Insertionsgebühr: die gespaltene Zelle oder veren Raum 1V Psg. Mittwoch. 13. März 1907

Reklamen: die Zeile SO Pia. ____________