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Jnsertisnsgebiihr: die geipalteneZeile oder Deren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 30 Pfg.

Marburg

Dienstag 12. Mär, 1007.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Uug. Koch, Universttäts-Vuchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42 Jahrg.

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Zweites Blatt.

Südweßafrika.

' Der Rachiragselat für Südwestasrika ist, wie schon mitgeteilt wurde, am Freitag in einer nur halbstündigen Sitzung glatt erledigt wor­den und die Abstimmung zeigte, daß die neue Mehrheit wenigstens bei dieser nächsten Aus­gabe stand hält. Gegen die Vorlage stimmten Sozialdemokraten, Zentrum und Polen usw. Die Gesundung der Kolonie ist mit dieser Ab­stimmung einen guten Schritt weitergeführt, denn es steht mit Sicherheit zu erwarten, daß aud) in der dritten Lesung die Mehrheit die gleiche bleiben wird. Fvr die Zukunft Siidwest- afrikas bilden die Erhaltung einer jeweilig ge­nügend starken Cchuhtruppe, die hinreichende Entschädiaung der Opfer des Aufstandes und der Vahnbau KÜbub-Keetmanshoop die nächsten praki eschen Forderungen..

Alles dieses aber kann dem Lande nur zum Segen gereichen unter der Voraussetzung, daß es gelingt, das Krebsgeschwür auszubrennsn, das gegenwärtig in den Konzessions - Eesell- schaften immer noch am Marke zehrt. Bei der ersten Lesung kam der Kolonialdirektor Dernburg auf die Ailfrage des Abg. Wiemer, belrerfend die Zulassung der Aktien derSouth West Afriea Co.'' an der Berliner Börse zurück. Da nach dem geltenden Börsenrechte cs für Ak­tien in einem geringeren Nennbeträge als 1000 Mark der ausdrücklichen Ermächtigung des Bundesrates bedarf und diese bisher nur ge­geben zu werden pflegte, wenn es sich um ge­meinnützige. klnternehmungen handelte, so..war Herr Wirmers Bedenken gegen die Zulassung dieser 20 Mark-Aktien duchaus gerechtfertigt. Der Kolonialdirektor wich in seiner Antwort dem Kernpunkt der Sache, nämlich der politi­schen Schädlichkeit derSouth West Afrika Co.", aus. Er suchte zu vermitteln, indem er zugäb, Last er den Mindeftnennbetrag auf 100 Mark erhöhen könne. Es wäre dringend zu wünschen, dast der Bundesrat seinen Beschluß in dieser Angelegenheit solange hinausschiebeu möchte, bis die Reichskommission zur Untersuchung der Rechte der Konzessionsgesellschaften über die Rechtsbeständigkeit der Konzessionen derSouth West Afrika Co." schlüssig geworden ist. Denn sollte, wie zu erwarten steht, die Kommission in Konsequenz ihres Beschlüsse vom. 10. Dezember, der die Konzessionen der Siedelungsgesellschaften für verfallen erklärte, auch die Konzessionen der South West Afrika Co.", für nichtig erklären, so würde die Zulassung der Aktien jener Eesell- schaft sich von selbst verbieten. Voraussichtlich wird dies bei der dritten Lesung noch zur Sprache kommen, und Dernburg wird hierbei wohl Gelegenheit finden, sich darüber zu äußern, venn die allseits mit Spannung erwartete Wie- rereinberufung der Reichskommission zur Unter­suchung der Rechtsverhältnisse der Landkonzes­sionen erfolgen wird.

Hs Deiitzches Reich.

Der Kaiser begab sich am Sonnabend, dem Tod' toqc Kaiser Wilhelms L. in Begleitung Sw des. Prinzen August und der Prin­

zessin Trau. nach Charlottenbura, um im Mau­soleum einen Kranz niederzulegeii. Später hörte der Kaiser im Schlosse dir Vorträge des Staats» . sekretärs im Reichsmarineamt und des Chers des Marinekabinetts, und nahm danach militärische Mr'^nnqen entgegen.

- Die Beisetzung des früheren Stsatsmini- sters v. Boettichee fand, wie aus Berlin gemel- oet wird, Samstag Nachmittag unter großer Teilnahme der höchsten Reichs- und Staatsbe­amten statt. Das Siaatsministerium war in corpore erschienen. Ministerpräsident v. Bülow, bet sich wegen dringender Amtsgeschäfte die per­sönliche Teilnahme an der Feier versagen mutzte, ließ sich durch den Unterstaatssekretär H e n g - 1 sie Oberg vertreten. Als Vertreter des Sei- rs nahm der Feldmarschall von Hahnke, t;h Vertreter der Kaiserin der Oberzeremo- nitumeifter von dem Knesebeck und als Vertreter t es Kronprinzen der Hofmarschall v. Trotha teil.

Zur braunschweigischen Frage wird der Rheinisch-Weftf. Ztg." aus Berlin u. a. Fol­gendes geschrieben: Die braunschweigricke Re- ^entschaftsfrage nimmt jetzt eine mehr definitive Form an. Als wahrscheinlichster Kan­didat kann wohl der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwe- r i n bezeichnet werden, den verwandtschaftliche Hande an das Haus Cumberland fesseln, und der als Regent des Grostherzogtums, während der Minderjährigkeit feines Reffen Friedrich Franz IV., sich große Sympathien in und außerhalb seiner engeren Heimat erworben hat. Der Herzog steht im 50. Lebensjahre, ist mit

Prinzessin von Sachsen-Weimar vermählt und kinderlos. Herzog Johann Albrecht dürfte rm Falle seiner Wahl das Präsidium der Deutschen Kolonialgesellschaft niederlegen und dort durch den Reichstagsabgeordneten Erbprrnzen von Hohenlohe-Langenburg ersetzt werden.

Zur Haager Friedenskonferenz wird, wie dieFrkf. Ztg." erfährt, seitens des deutschen Reiches Frhr. v. Marschall als erster Delegierter entsandt werden.

Reichstagspetitionen. Das erste Verzeich­nis der dem neuen Reichstag zugegangenen Pe­titionen ist erschieneil und enthält 501 Nummern. Darunter befinden sich 21, die um Abänderung der Gewerbeordnung ersuchen, 4, die die Auf­hebung des Impfzwanges erstreben, 3, die um eine siaffelförmige Mühlenumsatzsteuer bitten und 4, die um ihre Ablehnung ersuchen. Erwähnt sei ferner noch die Petition der Zentralvereinig­ung preußischer Vereine für Handel und Ge­werbe um Einführung von Vt und % Pfund­gewichten.

Anschluß gesunden. Der in Sonneberg ge­wählte, bisher fraktionslose Abg. Enders ist der freisinnigen Bolkspartei als Hospitant beige­treten.

Die Arbeiten des preußischen Landtages. Von den gesetzgeberischen Vorlagen, die dem Landtage noch in der bevorstehenden Tagung zugehen sollen, wird die Novelle zu dem B e a m - tenpensions- und Witwen- und Waisenversorgungsgesetze zuerst dem Herrenhause vorgelegt werden, weil dieser Kör­perschaft bisher gesetzgeberische Arbeiten nur in äußerst beschränktem Umfange überwiesen wer­den konnten." Die übrigen Vorlagen, insbeson­dere die Novelle zum Polizeikostengesetze und die Nebenbahnvorlgge, werden dagegen zuerst das Abgeordnetenhaus beschäftigen, und zwar soll die Novelle zum Polizeikostengesetz io zeitig vorgelegt werden, daß die erste Lesung und die Verweisung an eine Kommission noch vor der Osterpause stattfinden können. Die Neben- bahnoorlage dagegen ist noch nicht weit ge­nug vorbereitet, um gleichfalls vor der Osterpause unterbreitet werden zu können. Sie wird aber dem Abgeordnetenhause unmittelbar nach seinem Wiederzusammentriit im April zugehen. Da im Hinblick auf die wichtigen V o r la g e n, die seitens der Staatsregierung bereits für die nächste Landtagssession in sichere Aussicht gestellt sind, mit Bestimmtheit auf die E i n b e r u f u n g dos Landtags zum He'rbste gerechnet wird, legt man in Abgeordnetenkreisen großen Wert darauf, die jetzige Tagung so rasch wie mög­lich zum Abschluß zu bringen.

Angekündigte Gesetzesvorlagen. Das Ge­setz über die Arbeiterkammern wird nach Ankün­digung des Grafen Posadowsky in der letzten Reichstagssitzung (s. Reichstagsbericht) im Herbste dem Reichstag vorliegen; das Gesetz für * die Verufsoereine wird in unveränderter Gestalt wiederkehren.

Die polnische Agitation vom Auslande be­zahlt. Vor der Allensteiner Strafkammer wurde dieser Tage ein Prozeß wegen einfachen Ban- kerotts gegen den Druckereibesitzer Pospiezynski, früher in Osterode, jetzt in Posen, der außeror­dentlich bezeichnende Schlaglichter auf die Be­teiligung des Auslandes auf die polnische 'öetz- arbeit liefert.' Nach einem Bericht der Allen­steiner Zeitung gab P. die Erklärung ab, daß er bei Uebernahme der Druckerei in Osterode, die das polnische HetzblattEoniec Mazurski" zu drucken hatte, nur eine vorgeschobene Perlon ge­wesen und für einen Polenverein in Teschen sOesterreich) gehandelt habe, der ihm das nö­tige Geld vorstreckte. Auch für denGoniec Mazurski", das Organ des Stratzvereins in Posen, sei er nur vorgeschoben worden, während dis wirklichen Leiter die Herren Dr. Jarowski, Dr. Rydlewski und v. Koscielski gewesen seien. Das Geld für dieses Blatt sei ebenso, wie in der Hauptsache das für die Druckerei aus dem Aus­lande gekommen, und zwar durch den Rechtsan­walt Oiuchowski aus Warschau. Die Verhand­lung endete mit der Verurteilung des Stroh­mannes zu einer kleinen Haftstrafe, die, rote überhaupt die Persönlichkeit des ganzen Man- ites, nicht weiter interessiert.Sehr interessant ist es hingegen," so bemerkt hierzu dieKöln. Ztg", der wir diese Notiz entnehmen,jetzt in einer'gerichtlichen Verhandlung festgeftellt zu sehen, daß die Gelder zur Verhetzung un­serer Polen aus dem Auslande kom­men, eine Tatsache, die ja nicht unbekannt war, bisher aber von den Polen immer als böswillige Erfindung aLgefertigt wurde." --- -

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Reichstags-AS«. Dr. Böhme in Ser Versammlung der dentsch- sazialen Bertrauensmiinner.

Marburg, 11. März.

Im Saale des Restaurants Moritz Lederer fand am gestrigen Nachmittage eine von der Lei­tung der deutsch-sozialen Partei einberufene Ver­sammlung von Vertrauensmännern und Förde­rern der Wahl unseres jetzigen Neichstagsabge- ordneten Dr. Böhme statt, die von Herrn Schnei­dermeister Rupp eröffnet und geleitet wurde. Dieser brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus und dankte den Vertrauens­männern, die sogar aus den entferntesten Win­keln unseres Reichstagswahlkreises herbeigseilt waren, für ihr überaus zahlreiches Erscheinen. Alsdann erteilte er unserem Reichstagsabgeord­neten Dr. Böhme, der bereits am Samstag Abend von Berlin hier eingetroffen war, das Wort zu seinen Darlegungen über: Die Lehren des Wahlkampfes und die nächsten Auf­gaben des Reichstages. Herr Dr. Böhme sprach zunächst den Vertrauensmännern seinen herzlichsten Dank für die treue Mitarbeit in dem Wahlkampfe aus, der dadurch erschwert worden sei, als man gegen einen Gegner habe ankämpfen müßen, der über reiche Mittel verfügte. Der Sieg der nationalen Sache sei der unermüdlichen Kleinarbeit und dem treuen Zusammenhalten zu danken. Nunmehr gelte es, das Errungene fest- zuhalten. Darum werde er als Reichstagsabge­ordneter ständig mit seinen Wählern in Zusam­menhang bleiben. Nach einer kurzen Aeutzerung über den von gegnerischer Seite eingelegten Wahlproteft, den er angesichts seiner mit so be­trächtlicher Mehrheit erfolgten Wahl als gänzlich aussichtslos bezeichnete, gab Dr. Böhme Aufklä­rungen über Entstehung und Zusammensetzung derWirtschaftlichen Vereinigung", der et sich im Reichstage angeschlosien. DieWirtschaftliche Vereinigung", der 8 deut'ch-soziale Abgeordnete angehören, sei wesentlich verstärkt und gefestigt aus den Wahlen hervorgegangen. Sie bilde jetzt eine geschlossene Gruppe (21 Abgeordnete), die keine einseitige Interessenvertretung dar- stelle, sondern aus Vertretern verschiedener Be­rufskreise zusammengesetzt sei. Die Wirtschaft­liche Vereinigung bestrebe sich ebenso, wie die konservative Partei, die Interessen der ländlichen Bevölkerung zu wahren, suche aber dabei zugleich eine freiheitlichere Be­wegung der ländliche ^Arbeiterschaft herbeizuführen. Deshalb habe sie auch wirkliche Arbeiter in ihrer Mitte. In den Städten aber hätten die Handwerker es anerkannt, daß durch die Wirtschaftliche Vereinigung ihre Jn- teresien am Besten vertreten sind. Die Wirt­schaftliche Vereinigung habe es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem Gebiete der Zollpolitik der Reichsregierung gegenüber den großstädtischen Freihandelsschreiern das Rückgrat zu stärken. So würde er mit seinen Freunden bei der Beratung des Handelsvertrags mit den Amerikanern, die uns lange Jahre über denLöffel barbiert" hät­ten, energisch für die Wahrung der deutschen Jn- teresien eintreten. Dr. Böhme führte zum Be­weise hierfür einige von den Initiativanträgen seiner Fraktion an und widerlegte das Tendenz­gerücht einiger Blätter, daß die Wirtschaftliche Vereinigung nicht einig sei. Was die Arbeit im Reichstage anlange, so herrsche Arbeitsteilung. Jedem Mitglieds sei ein Spezialgebiet zur Be­arbeitung zugeteilt. Dr. Böhmes Spezialgebiet sei das handelspolitische. Darnach und nicht nach der Häufigkeit der Reden im Plenum sei die Tä­tigkeit eines Reichstagsabgeordneten zu beur­teilen. Was das konservativ-liberale Zusam­mengehen im Reichstage anlange, auf das die Reichsregierung anscheinend vertraue, so fürchte er, daß es in die Brüche gehen werde, wenn das angekündigte Börsengesetz erscheine. Weil die Linksliberalen in der kolonialen Frage nachge­geben hätten, sei noch lange nicht gesagt, daß sie zu dauernder Mitarbeit in nationalem Sinns zu brauchen seien; denn sie hätten lange Zeit für nationale Forderungen überhaupt nichts bewil­ligt, während das als antinational verschrieene Zentrum jahrelang der Mehrheit angehört habe, welche der Reichsregierung die Durchführung der nationalen Bestrebungen ermöglicht härte. Am Schlüße seiner Ausführungen dankte Dr. Böhme nochmals allen seinen Freunden für die ge­leistete Unterstützung bei der Wahl und wieder­holte seine Versicherung, daß er bei fleißiger Ar­beit im Reichstage dennoch auch in ständiger per- ^önlicher Fühlung mit seinen Wählern bleiben

werde. Nachdem der reiche Beifall, der den Aus. führungen des Reichstagsabgeordn. Tfr. Bihmit folgte, verklungen war, erhielt das Wort krett Henningsen aus Hamburg, der Eeneralsekri tat der deutsch-sozialen Partei. Dieser sprach übet die Frage:Wie sichern wir uns am beste» dauernde Erfolge gegenüber den Liberalen und Sozialdemokraten im Wahlkreise Marburg- FrankenbergKirchhain" und beantwortete pf dahin, daß dies durch den weiteren Ausbau der deutsch-sozialen Parteiorganisation ermöglicht werden muffe. Redner wies dabei zunächst aus das Beispiel der Freisinnigen hin, welche es durch Aufwendung riesiger Geldmittel für Agitation zu einigen Wahlerfolgen gebracht hätten. Allere dings seien diese Geldmittel der Freisinnige» nicht von der Wählerschaft aufgebracht worden, sondern von einigen Eroßkapitalisten, die eine b ö r s e n freundliche Mehrheit im Reichstage haben möchten. Weiterhin aber müsse man mit der sozialdemokratischen Organisation rechnen, die trotz des Mandatsverlustes der sozialdemokra« tischen Partei in fortschreitender Entwicklung 6e* griffen sei. Die parteipolitisch organisierten Ar« beiter hätten für die Reichstagswahl 3y2 Mil­lionen Mark zusammengebracht, die zu Agita­tionszwecken aufgewendet worden seien. Von de» Mitgliedern der sozialdemokratischen Gewerk­schaften würden hohe Beträge für Parteizwecke verlangt. Gegenüber diesen Organisationen müsse man energisch an die Arbeit gehen. Neben der Berufsorganisation, wie sie der Bund der Land­wirte, dem jetzt fast 300 000 Mitglieder ange­hören, erzielt habe, müsse die politische Or­ganisation gefördert werden. Redner fordert« die Anwesenden auf, sich an der Organisations- arbeit zu beteiligen, lokale Organisationen z» begründen und befreundete Zeitungen zu unter­stützen. Wohin es kommen könne, wenn de» Genossen" nicht auf dem Wege der Organisatio» cntgegengewirkt werde, beweise das Verhalte» der Sozialdemokraten in Ottensen, die erklärten; Wir wollen uns rächen an denen, die denGe­nossen" v. Elm nicht gewählt haben. Eine ganze Anzahl von Geschäftsleuten habe in Zeitungs­anzeigen bekannt gegeben, daß sie nur sozial demokratisch gewählt hätten, um sich vor dem Boykott der Genossen zu schützen. Diese Art von Wahlrechtsraub lehre nicht minder, wie notwen­dig (besonders gegenüber den Versuchen der Frei- sinnigen und Sozialdemokraten die einzelne» Stände gegeneinander aufzuhetzen) gemeinsame» Zusammenarbeiten sei, um die ehrliche Arbeit z» schützen. Wenn es gelänge, hier eine Kerntrupp« Festorganisierter zu schaffen, dann würde der Wahlkreis dauernd behauptet werden. Nachdem Herr Schneidermeister Rupp als Leiter der $er# sammlung den beiden Rednern den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte, befürwortet« Dr. Böhme die Organisation und machte einig« dahingehende Vorschläge. In den Vorsitz de» Marburger Ortsgruppe wurde Herr Schneidern meister Rupp und als Vertreter der Arbeiterschaft Maurer Schrey provisorisch durch Zuruf gen wählt. Hieran schloß sich eine längere Aussprache, an der sich insbesondere die Herren: Buchhändler Sonnenschein, Eutspächter Schlabach, Stoßeck un> Rohrbach beteiligten. In seinem Schlußworte kam Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme noch­mals auf den Wahlprotest der Nationalsoziale» zu sprechen, er wies nach, daß dieser sehr schwach begründet sei und sich zumeist auf Klatschgeschich­ten und lächerliche Ausstreuungen stütze. Endlich machte noch Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme darauf aufmerksam, daß die Nachfrage nach den Tribünenkarten zum Reichs­tage so groß sei, daß er um recht zeitige Benach­richtigung ersuchen müsse, damit er diesbezügliche Wünsche erfüllen könne.

Marbnrg und Umgehend.

lRochdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 dr» Urheberrecht« nur mit der deutlichen Quellenangabe .Obrrhesi. Ztg.' gestattet)

Marburg, 11. März,

)( Ehrung eines verdienten Gelehrten. Als im vorigen Jahre der langjährige und verdiente' Leiter unterer medizinischen llniversitätsklrnik. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Mannkopfk, ans seinem Amte schied und seine vielen frü­heren Assistenten ihm zu seinem 70. Geburtstag-', über deren Feier wir damals ausführlich be­richteten, ihre Glückwünsche darbrachten, wurde auch der Entschluß gefaßt, zum bleibenden An­denken an der Stätte, wo Mannkopsf sein ße^ bensziel verfolgt und auch erreicht hat, eine Erinnerungsbüste seiner Person aufzustellen^ Dieser Plan wurde denn auch bald wx Aus^ führung gebracht und dem bekannte» Professor.