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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Lug. Koch, UnwersMs-Buchdruckerri 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Reklamen: die Zeile 80 Pfg. D0MlIllst. 1U. IVVI.

Erstes Blatt.

Das erste Jahr Mittet den neuen Handelsderträgen.

Am 1. März ist ein Jahr seit dem Inkraft­treten der neuen Handelsverträge zu Ende ge­gangen. Damals, als die neuen Vertrage im Reichstage angenommen wurden, haben nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch die freisinnigen und freihändlerischen ABC-Schützen der Welt »erkundet, daß mit dem Inkrafttreten der Verträge eine Zeit des wirtschaft­lichen Niederganges, des Hungers, der Judustrieauswanderung ufw. beginnen werde. Als bann die ersten Monate vergingen, ohne daß die verkündeten Folgen eintraten, da hieß es, man müsse erst ein volles Jahr abwarten, ehe man ein Urteil fällen könne: wenn erst ein Jahr vergangen sei, dann werde man die unheimlichen Folgen schon sehen und mit Händen greifen kön­nen. Und nun ist das erste Jahr vergangen. Wir befinden uns nach wie vor in einer Zeit geradezu ungewöhnlicher i n d u st r i e l- l e r Hochkonjunktur. Die überaus gün­stige Lage fast des gesamten gewerblichen Levens ist seit dem 1. März 1906 nicht etwa abgeflaut, sondern noch wesentlich besser gewor- d c n. Von irgendwelchem Arbeitsmangel ist keine Rede: int Gegenteil, die Industrie hat Rot, die erforderlichen Arbeitskräfte zu er­langen. Wir haben nicht Menschen exportiert, sondern müssen, der Not gehorchend, Arbeiter importieren. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind zum Teil, insbesondere. xvas Vieh anlangt, im Preise trotzder Zoll­erhöhung gefallen. Auch die Eeireide- preise liefen zunächst nach dem Inkrafttreten der Verträge: wenn sie jetzt teilweise wieder gestie- gen sind, so ist das durch andere Ursachen be­gründet, und die Erhöhung ist bei weitem nicht so hoch, dass sie nicht durch die Steigerung der Arbeitslöhne wett gemacht würde.

Wohl kaum feinals haben sich die Sozial­demokraten und sreihändlerischen Propbeten so jämmerlich blamiert, wie jetzt. Auch das Sckreckbild der Jndustrieauswanderung bat sich als Schemen erwiesen. Die meisten befragten Korporationen wissen überhaupt nichts von einer solchen Auswanderung zu berichten: und dort, wo sie ausnahmsweise stattfand, hat sie zugestandenermassen mit den neuen Han­delsverträgen nicht das mindeste zu tun. Die getäuschten Propheten ziehen sich nun darauf zurück, dass ein Jahr immer noch zu kurz sei, um die Folgen der wirtschaftspolitischen Wandlung sicher beurteilen zu können. Das ist eine lendenlahme Ausrede. Es mag zugegeben werden, daß die Wirkungen sich vielleicht im er­sten Vierteljahre oder vielleicht auch int ersten Halbjahre nicht vollkommen und deutlich äußern rönnen. Im zweiten Halbjahre müßten ste sich aber unbedingt herausgesiellt haben. Das wird

3$ (Nachdruck verboten.)

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Roman von B. v. d. Lancken.

(Fortsetzung).

Als er sich in das Zimmer zurückwandte, fie­len seine Augen auf den Schreibtisch, und er ge­wahrte das Kouvert, das in Eabrielens Schrift sehr flüchtig seine Adresse trug. Hastig wollte er danach greifen, aber wie von unsichtbarer Ge­walt wurde seine Hand zurückgehalten er zö­gerte. Es gibt Handlungen, oft ganz unbedeu­tende, von denen man fühlt, dass sic eine Ent­scheidung über unsere Zukunft nach sich ziehen so erging es Rupert. Er ahnte, er wußte es, daß dieser Brief Enthüllungen barg, die mit einem Schlage sein Leben umgestalten würden, und doch es mußte sein. Rasch entschlossen löste er das Kouvert und las. Fable Blässe überzog sein Antlitz, die kraftvolle Gestalt bebte, schwer sank Rupert Felsenbach auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch, schwer sank sein Haupt seitwärts ge- tteigt, gegen die Lehne, schlaff fielen die Arme am Körper herab, das unselige Blatt flatterte zur Erde. Er vermochte den Inhalt nicht zu fassen, ein Weh, tausendmal schmerzlicher und bitterer, als bei jener ersten traurigen Aus­sprache mit Gabriele preßte ihm das Hetz zu­sammen. Dahin war es also gekommen da­hin: seine schrecklichsten Vermutungen nicht nur bestätigt, nein, übertroffen. Wie unbeschreiblich musste Gabriele unter dem Zusammenleben mit ihm gelitten, wie unerträgilch mußte ihr diese Ehe geworden sein, und was mochte sie durch- kämpft haben, ehe sie dahin kam, heimlich aus seinem Hause zu entfliehen, vielleicht sogar einen freiwilligen Tod dem Lebe» an seiner Seite vor- Mieheu unbjuarum?

Wenn die «chatten nicht gekommen wären die Schatten du kennst sie" hatte Gabi

auch durch die Geschichte der Handelspolitik be- wie|en. Ein echter Freihändler, der alles durch die gefärbte Brille des Manchestertums betrach­tet läßt sich aber weder durch die Erfahrungen des Tages, noch durch die Geschichte eines Bes­seren belehren. Er gehört, meint dieDeutsche Tagesztg.", zu den Leuten, die weiter nichts können, als die alten, längst als solche erwie­senen Irrtümer wiederholen. Wenn er ein we­nig vernünftig wäre, würde er jetzt zugeben, daß seine Prophetengabe viel zu wünschen übrig liess, und seinen längst überwundenen Standpuntt einer Revision unterziehen. Wer aber so etwas von dem in der Wolle gefärbten Freihändler- tume erwartet, der ist ein naiver Optimist, dessen Hoffnungen sich am St. Nimmerleins-Tage er­füllen werden.

Die nationale Kultur der Magyaren.

Je weiter entfernt ein Volk von echter Kul­tur ist, desto unduldsamer und rücksichtsloser pflegt es andern Nationen gegenüber aufzutre­ten. Als ein Muster solcher engherzigen und brutalen Auffassung des Nationalprinzips sind die Ungarn oder, wie sich das ehemalige Reiter­volk turko-tatarischer Abkunft selbst zu nennen pflegt, die Magyaren zu bezeichnen. Von einer geradezu lächerlichen Abneigung gegen das Deutschtum erfüllt, dem sie doch all' das verdan­ken, was sie sich im Laufe der Jahrhunderte an äusserlicher" Gesittung und Bildung angeeignet haben, suchen ste, worüber schon öfters berichtet wurde, ein absonderliches Vergnügen darin, den althistorischen deutschen Gemeinden im Ungar­lande, den Siebenbürger Sachsen und den Deut­schen im Banat das Leben schwer zu machen und sie durch jene mit Bosheit gemischte Härte zur Aufgabe ihres Voftstums zu bewegen. Dass sie dieses Ziel trotz aller staatlichen Unterdrückungs- Massnahmen nicht erreicht haben, ist sowohl ein Beweis für die Treue, mit der jene braven deut­schen Stammesgenossen an ihrer Muttersprache und völkischem Bewusstsein festhalten, als auch für die Minderwertigkeit der sog. magyarischen Kultur. Und doch wird von dernationalen" Kultur der Magyaren ein grosses Wesen ge­macht: im ungarischen Abgeordnetenhause so­wohl, als auch im OfenpesierBlätterwalde" ist diesnationale" Kultur, die den Nicht­magyaren des Landes beigebracht werden soll. Unter dem Wortenational" ist selbstverständ­lich magyarisch zu verstehen. Also die magya­rische Kultur soll die Mehrheit der Landesbe-. wohner glücklich machen, indem ste ihnen als Er­satz für die Eigenkultur angeboten wird. Aber wenn es nur beim Anbieten bliebe! Dasrevi­dierte" Volksschulgesetz hat die magyarische Sprache zu einem obligaten Lehrgegenstand er­hoben und zwar in solchem Ausmasse, dass der Absolvent der Volksschule die ihm aufgedrungene und aufgezwungene Sprache mündlich und schriftlich wie die Muttersprache beherrschen soll. Wieviel die letztere darunter leiden mutz, liegt

geschrieben. Ja, er kannte sie gut genug, die Schatten der Vergangenheit, die aus Arwed Seberas Grab sich losrangen und sich auf feinen Weg drängten, und wie einst der Lebende in frivolem Uebermut seine Hand ausgestreckt hatte nach seinem Glück, so trat der Schatten des Toten noch heute zwischen ihn und dasselbe, und mehr, als der Lebende ihm zu rauben vermocht, raubte ihm nun der Tote. Was half es, dass et in ohn­mächtigem Zorn die Faust ballte, dass Hatz und Bitterkeit in ihm aufanbrten? Machtlos stand er diesen feindlichen Gewalten gegenüber, die ihm das Teuerste geraubt, was et fein eigen genannt: fein Weib. Denn nach dem, was er heute erlebt, was ihm Gabis Zeilen sagten, konnte er nie mehr hoffen, eine Sinnesänderung herbeizuführen, und er hätte es sich nie ver­ziehen, würde er nach dem Voraefallenen nut noch einen Versuch machen, Gabriele an sich zu fesseln. Jbr weicher Charakter war keinen seeli­schen Konflikten gewachsen, sie liebte ihn, und seine Liebe hatte sie stark gemacht, den geringen äusserlichen Widerwärtigkeiten zu begegnen, die sich anfangs ihre Verbindung entaeaenzustellen schienen, aber sie wat nicht das Weib, innere Zweifel siegreich durch ihre bessere Ueberzeugung zu bekämpfen.

Alle diese Reflexionen kreuzten sich tn seinem Kopfe, während sein Herz schmerzhaft zuckte, und es überkam ihn jene Mattigkeit, jene Wider­standslosigkeit, wie sie bei einem grossen Leid von dem Menschen Besitz nimmt und ihn alles andere um sich her vergessen lässt. Wie lange Rupert gesessen er wusste es selbst nicht genau. Erst allmählich wandten sich feine Gedanken wie­der der Gegenwart zu, und hiermit traten auch seine Pflichten der Kranken gegenüber in den Vordergrund. Et raffte den Brief vom Boden auf. und ohne noch einen Blick darauf zu werfen, verschloß er ihn in seinem Schreibtische,- dann ging er zu Gabriele, k-rss an ihrem Laaer, leate

auf bet Hand. Und wie ist es um die national- magyarische Kultur in Wirklichkeit bestellt? Die beste magyarische Literaturgeschichte hat Ferencz Toldi geschrieben, der früher Franz Schede! hieß. Der Verfasser des besten magyarischen Lexikons ist Vallagi Mor, früher: Moritz Bloch. Die berühmteste und gründlichste Ethnographie, hat Hunsalvy Pal zum Verfasser, früher Paul Hundsdorfer. Die größten Historiker der Ma­gyaren sind Fraknoi und Marczali, früher: Fränkel und Morgenstern. Die ersten magyari­schen Stattstiker sind Hunfalvi, Konek und Ke« leti, früher: Hundsdorfer, Kohn und Klette. Der Wortschöpfer der modernen magyarischen Schriftsprache, der diese Sprache um unzählige Wörter bereichert hat, war ein Deutscher aus Hessen-Cassel und hiess Budenz. Die hervor­ragendsten Rechtskodisikatoren sind von Csemegi und Holmossy, früher: Nascherl und Heidelber­ger. Der bedeutendste Reisende ist Vambery, früher Bamberger. Einer der hervorragendsten Kirchenfürsten, der auch auf historischem Gebiete sich auszeichnete, war der Bischof Jpolyi, früher: Stummer. Unter den Kennern des mittelalter­lichen Baustils, namentlich der Gotik, hob sich aus der Masse Aranyi heraus, früher: Lahn- fteiner. Der Erzieher des Kronprinzen Rudolf hietz Ronay, früher Oechsel. Von sonstigen Ge­lehrten hiessen und heissen die Professoren der Medizin Koranyi Kornfeld, und Ketly Kettl, der Chirurg Reczay Katschenka, Pro­fessor Köröst Hajduschka, der Sprachforscher Szinnyei Färber. Dienationale Over hat der Urmagyare Erkel geschaffen. Der grösste Lyriker Petöfi hietz ehemals Petrovitsch, der Maler Munkacsi Lieb, der Maler Ladzlo Laub, der Maler Jedzty Rehrenbeck. die Ma­lerin Parlagby Brachfeld ufw. usw. Wir brechen diese Liste hier ab und behalten uns vor, sie gelegentlich zu verlängern. Wir denken, unsere Leser werden sich von der nationalen magyarischen Kultur bereits nach dieser Probe ein Bild machen können.

Deutsches Reich.

Bfandleihgewerbe. Ueber den Umfang der Befugnisse und Verpflichtungen, sowie über den Geschäftsbetrieb der Pfandleiher sind vom Minister des Innern folgende Vorschriften er­lassen worden: 1. Neue Sachen, die nicht zu den Eebrauchsgegeständen des Verpfänders gehören, dürfen nur auf Grund einer Bescheinigung der Ortspolizeibehörde als Pfandstücke angenommen werden. 2. Zum Zwecke der Ausstellung der Be­scheinigung ist der Ortspolizeibehörde vom Ver­pfänder ein Verzeichnis der zu verpfändenden neuen Sachen einzureichen. Die Ausstellung er­folgt bi'.r*' Aufdrücken des Amtssiegels auf das dem Antragsteller zurückzugebende Verzeichnis. 3. Die Bescheinigung ist auszustellen von der Ortspolizeibehörde des Wohnortes ober des Ortes der gewerblichen Niederlassung des Ver­pfänders und, wenn bet Pfandleiher sein Ge­werbe an einem anbeten als den genannten bei­den Orten betreibt, außerdem auch von bet

selbst die Eisumschläge auf die fieberheiße Stirn und netzte den brennenden halbgeöffneten Mund mit kühlem Wasser. Langsam verrannen die Stunden dieser furchtbaren Nacht, und Rupert hatte das Empfinden, als süsse et an einem To­tenbette. Wat es denn anders? War die, die da ruhte, ihm nicht verloren? So ober so?

Bei seinem Motgenbesuch konnte bet Arzt eine bestimmte Diagnose feststellen, sie lautete auf typhöses Fieber bet Zustand bet Patientin war nicht ungführlich. Ein Briefchen benachrich­tigte Gräfin Natalie. Kaum eine Stunde spä­ter kam sie, vollständig darauf eingerichtet, sich für die Zeit von Eabrielens Krankheit im Fel- senbacbkchen Hause zu etablieren. Rupert kutzte ihr tiefbewegt die Hand.

O, Gräfin Reuchlin," sagte er mit bebender Stimme, ..welch' seltene Frau, welch' gtotzet herrlicher Charakter sind Sie"

Ich?" Sie sah ihn erstaunt und ftagend an, ein kaum wahrnehmbares Lächeln huschte über das strenge, kalte Gesicht.Sie überschätzen mich, Herr von Felsenbach. Ich tue doch nur, was ganz natürlich ist."

Rupert sah sie an, seltsam bewegt: es wollte sich ihm ein Wort auf die Lippen drängen, etn Wort über fein grosses Leid, aber er schwieg. Gräfin Natalie entging es nicht, dass ihn etwas schwer bedrückte, etwas, das nicht allein in Gabis Krankheit seinen Grund hatte.

Haben Sie mir noch etwas zu sagen, Herr von Felsenbach?" fragte sie, auf dem Wege zum Krankenzimmer ihren Schritt hemmend.Es scheint, dah bei Gabrielens Erkrankung ganz be­sondere Umstände zusammenwirkten, war es bas, worüber Sie reden wollten?"

Er neigte bejahend das Haupt und blickte sie so tieftraurig an, datz in ihrem Herzen sich in« viges Mitleid für ihn zu regen begann; sie ge­wahrte es mit Schrecken, bass von dem einstigen Hass aegen diesen Mann Last vichts mehr übrig

Ortspolizeibehörde des Ortes bet gewerblichen Niederlassung des Pfandleihers. Hat der Ver­pfänder in Preussen keinen Wohnsitz und keine gewerbliche Niederlassung, so genügt die Beschei­nigung der letztgenannten Ortspolizeibehörde. 4. Die Ausstellung der Bescheinigung ist von der Ottspolizeibehörde zu versagen: a) wenn die Sachen zum Zwecke der Versteigerung angeschaffi oder hergestellt sind, b) wenn es an einem hin­reichend begründeten Anlass für die Verpfän­dung fehlt, insbesondere, wenn die Verpfändung zum Zwecke des Vertriebes der Sachen erfolgen soll, c) wenn ein nach Fälligkeit des Darlehns erfolgender Verkauf der Pfandstücke durch den Pfandleiher eine empfindliche Schädigung bei angesessenen Gewerbetreibenden herbeiführen würde. 5. Bei der Verpfändung einer der in Ziffer 1 bezeichneten Sachen ist in das Pfand- buch bei der Bezeichnung des Pfandes folgend« Eintragung zu machen:Neue Sache. Beschei­nigung der Ortspolizeibehörde zu .... . . . . (Ortsname) vom.......(Datum).' 6. Sie

Bescheinigungen sind vom Pfandleiher zusam­men mit den Pfandbüchern aufzubewahren. 7. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Be­stimmungen werden, soweit nicht nach den all­gemeinen gesetzlichen Vorschriften eine hoher« Strafe eintritt, gemäss § 360 Nr. 12 des Reichs- strafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 150 Marl oder mit Hast bestraft.

Amerikanisches Ungeziefer. Amerikanische Zeitungen bringen die Nachricht, dass im Staate Illinois, der sich durch eine intensive landwirt­schaftliche und Obst-Kultur auszeichnet (in ihm liegt auch Chicago am Michigan-See) die San Josck-Schildlaus neuerdings in unheim­licher Weise ihr Unwesen treibt. Hebet 55 Grafschaften hat sie sich zurzeit verbreitet, und man schätzt, dass fie bereits zirka 1000000 Bäume vernichtet hat.

Die Presse in Illinois tadelt, dass man für die Bekämpfung der San Josck-Schildlaus viel zu wenig Mittel aufgewendet habe, und die Fir­mervereinigungen verlangen energisch eine Er­höhung dieses Fonds auf mindestens 25 000 Dollar (105 000 Mk.) Aber noch eine andere Klage kommt aus Illinois! Es haben sich dort, und zwar gleich auf einmal, drei verschiedene Arten von Insekten eingefunden, die sich über den Mais, und zwar speziell über bi« Wurzeln hermachen! Man kennt vorläufig die Insekten noch nicht genauer und bet Staats-Entomologist" stellt, wie die Zeitungen berichten, augenblicklich noch Untersuchungen an, deren Resultat man ja seinerzeit erfahren wird. Bis jetzt hat man aber schon festgestellt, datz nur allein in 4 Grafschaften von der letzten Ernt« bereits 160000 Acre (- 64 000 Hektar 256000 Morgen) durch die neu aufge­tauchten Insekten v<etnichtet worden sind. Es ist wertvoll, gerade jetzt, während die Handelsvertragsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten schweben, aus der ameri*

geblieben war er schien unglücklich, et dauerte sie.

Es ist in Ihrer Ehe nicht alles, wie es sein sollte," fuhr die Gräfin fort, ihm näher tretend, ich habe es längst bewerft, aber Sie werden mich so weit kennen, um es zu begreifen, dass ich nicht fragte. Man sagt, verheiratete Menschen und besonders solche, die sich aus Liebe heirate­ten, finden meiner Ansicht nach immer allein am besten die richtigen Wege wieder. Ich hoffe, e, sollte auch bei Ihnen und Gabriele so kommen, und bedauere, dass es nicht der Fall zu sei« scheint."

Nein, es ist nickst der Fall, und wird nit mehr der Fall sein," stöhnte Rupert,mein Weib ist für mich verloren"

Um Gottes Willen--" .

Natalie Reuchlin streckte wie beschwörend, aufs Tödlichste erschrocken, die Hand gegen ihn aus.

Was ist geschehen? Sprechen Sie setzte sie rasch hinzu.

Rupert atmete heftig, bann sagte er:

Es ist ein furchtbares und seltenes Verhäng­nis, Gräfin lassen Sie mich darüber schwei­gen. Ihnen, gerade Ihnen es zu sagen, wird mir namenlos schwer, nicht meinetwegen

Auf mich nehmen Sie keine Rücksicht, Herr von Felsenbach. Ich kann auch nicht im Entfern­testen ahnen, in welchem Zustande ich zu bet ganzen Sache stehen soll**

Mcht Sie, Gräfin, aber Ihr Sohn .

...Arwed?"

Ihre Brust hob und senkte sich rascher, sie griff nach der Stuhllehne. .

Die Vergangenheit, die für mich wie für Gabi gleich eng mit dem Toten verknüpft war, wirft ihre Schatten, die sich nicht mehr bannen lassen und die nie mehr verschwinden werde«.

, (Fortsetzung folgt.)

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