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mit
und Kirchhain.
Drittes Blatt
Rotationsdruck.
Rosenwunders der hl. Elisabeth am Elisabeth- brunnen geplant. Der Großherzog von Sachsen- Weimar bekundet für die Feierlichkeiten lebhaftes Interesse. Di« endgültige Festsetzung des Programms bleibt einem Komitee überlassen, in dem auch die ersten deutschen Künstler, Gelehrten und Dichter vertreten sein sollen.
eine solche Binde hat, wende sich an Dr. Albert Krug in Berlin, Nachodstratze 1, der gegen Einsendung des Portos nähere Angaben macht. Ebenso wichtig wie für den Gewohnhettsschnar- cher ist die Binde für Kinder, welche sich daran gewöhnt haben, mit geöffnetem Munde zu atmen. Kinder mit dauernd geschwollenen Mandeln und mit chronischen Katarrhen der Rachenschleimhaut atmen nicht durch die Nase, weil ihnen dies beschwerlich ist, sondern durch den geöffneten Mund. Sie machen sich dadurch in der Nacht durch Schnarchen bemerkbar. Hier liegen nun direkte Gesundheitsschädigungen vor, denn solche Kinder atmen nicht die durch die Nase erwärmte und vom Staub gereinigte Luft ein, sondern empfangen unmittelbar Staub und Kälte. Geschwollene Mandeln aber sind ein sehr günstiger Nährboden für allerlei Krankheitskeime, die dadurch ihren Einzug im Körper halten und schwere Erkrankungen Hervorrufen. Pom Rachen aus verbreiten sich die Katarrhe auch auf die Ohren und verursachen oft Schwerhörigkeit. Der praktische Arzt sieht nur zu oft Kinder, die infolge des Offenhaltens des Mundes und der dadurch entstandenen Schwerhörigkeit einen dummen, fast blödsinnigen Gesichtsausdruck annehmen.
ter merkt an dein ganzen Verhalten des älteres, daß dies etwas besonderes zu bedeuten Hao«, |w begab sich schnell nach oben, wo das Zimmer stark mit Qualm angefüllt war. Ein Kissen des Kinderwagens war dem heißen Ofen zu nahe gekommen und angebrannt. Einzig und allein der des Türöffnens kundige Hund hat dem Kind, das schon dem Ersticken nahe war, das Leben gerettet. . .
Ei» weiterer Erfolg eines Polizeihunde« wird aus Lübeck gemeldet: Dort war in einer Wirtschaft eine Brandstiftung vorgekommen. Zufällig war ein Schutzmann mit einem Polizeihunde, einem deutschen Schäferhunde, anwe,end. Der Hund wurde auf die im Schnee sichtbare Spur des Brandstifters gesetzt. Er verfolgte die Spur ins Nachbargrundstück und kehrte dann wieder in die Wirtschaft zurück. Dort ging er sofort auf den Kellnerlehrling los, den er nicht mehr verliest. Der Hund wurde abermals auf die Spur gebracht und es erfolgte dasselbe Er- gebnis. Der Lehrling wurde verhört und g« stand nach längerem Leugnen die Brandstrftung ein, die er aus Rache verübt hatte.
Vermischtes.
Der Retter des Luther-Hauses in Eislebrn, der sächsische Bezirksschulinspektor a. D. Schulrat Ludwig Wangemann, ist kürzlich im hohen Alter von 86 Jahren gestorben. Fernstehenden dürfte wohl kaum der Name des Verstorbenen, dessen Bedeutung hauptsächlich auf dem Gebiete des Religionsunterrichts liegt, bekannt sein. Aber dieser Mann hat einst einen Schritt gewagt dem einzig und allein die Erhaltung von Luthers Sterbehause für die evangelische Christenheit zu verdanken ist. Wangemann war nämlich, ehe er in den sächsischen Schuldienst übertrat, Rektor in der Lutherstadt Eisleben.^ Da wurde in den sechziaer Jahren des »origen Jahrhunderts von katholischer Seite aus versucht, das in Privatbesitz befindliche Sterbehaus Luthers unter der Hand anzukaufen, um es zu kirchlichen oder gar klösterlichen Zwecken zu verwenden. Da in letzter Stunde, bekam Rektor Wangemann davon Nachricht. Sofort trat er mit anderen Männern in Verbindung, um König Wilhelm drahtlich von der Gefahr, in der Luthers Sterbebaus sich befand, zu unterrichten. Der König ordnete umgehend auf demselben Wege den Ankauf des Hauses an, der auch sofort ausgeführt wurde. Luthers Sterbehaus wurde nun der Stadt Eisleben, zum Teil auch der dortigen Andreas-Gemeinde überwiesen. So blieb dank der Umsicht des damaligen Rektors Wangemann diese Luther-Stätte der evangelischen Kirche erhalten.
Ein neues englisches Südpolar-llnternehme» wird im Oktober d. I. unter Führung Shakel- tons, der während der vorigen englischen Südpolarfahrt dritter Offizier der "„Discoverey war, abgehen. Die Reise führt zuerst nach Neu- Seeland und bezieht dann die früheren Winterquartiere des „Discooerey^-Unternehmens. Das Ziel besteht in erster Linie darin, die auf der Schlittenreise der „Discovery"-Fahrt gemachten Forschungen weiter zu verfolgen. Es werden zu diesem Zweck Hunde, kleine sibirische Pferde und ein eigens für diese Reise hergerichteter Kraftwagen mitgenommen werden.
Feuerlösche« mit Schnee. Die gewaltigen Schneemassen, die auch im Kreise Friedeberg herniedergegangen find, haben eine Windmühle vor der völligen Vernichtung durch Feuer bewahrt. Die alte Mühle bei Driesen geriet aus unbekannter Ursache in Brand. Da nun geraume Zeit vergehen konnte, «he die Feuerwehr zur Stelle war, retteten die zusammengeströmten Zuschauer di« Mühle dadurch, dast sie eine regelrechte Schneeballschlacht auf sie eröffneten, wobei auch Spaten gebraucht wurden. Die Wirkung war überraschend, de»» als die Feuerwehr auf dem Plane erschien, gab es für sie nichts mehr zu tun. Die wasserhaltigen Wurfgeschosse hatten dem Feuer Einhalt geboten.
Ein Hund als Lebensretter. Auf ganz wunderbare Weise wurde in Bockelnhagen (Kreis Worbis) ein Zjähriges Kind vor dem Tode des Erstickens bezw. Verbrennens bewahrt., Das Kind lag im Kinderwagen in einem Zimmer des oberen Stockwerkes. Wegen der Kälte hatte man den Kinderwagen an den Ofen gestellt. Der Ofen ist vom Flur aus heizbar. Das Dienstmädchen heizte noch einmal tüchtig an. dann begaben sich sämtliche Hausbewohner bis auf die im Erdgeschoß schlafende Grostmutter zu einer Feierlichkeit austerhalb des Hauses. Plötzlich wacht die alte Grostmutter von einem Geräusch auf: siehort, wie oben die Türe des Zimmers geöffnet wird und der beim Kind zurückgeblieben« große Hund mit Gepolter die Treppe hinunterstürmt und da an ihre Tür kommt, bellt und usrufiU mit den Waten scharrt. Die Großmut-
Erscheint wöchentlich sieben mal. , _ ,
Druck und Verlag- Joch. Aug. Koch, Nmversitäts-vuchdmckerei 44,
Marburg, Markt 2t. — Telephon 55.
HochsckulnachrMen.
X I e n a, 8. März. Professor Ernst Häckel ist aus Anlast seines goldenen Doktorjubiläums zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt worden.
Marburg
Sonntag, 10. März 1907.
Vom Büchermarkt.
Deutsches Weihnachtsbuch. EineSamm« ' hing der schönsten und beliebtesten Wethnachts- dichiungen in Poesie und Prosa. 20. u. 21 Band der deutschen Dichter-Gedächtnisstistunz Hamburg 1906. Preis geb. 2 <-ll.
Etwas reichlich spät — nämlich wenige Tage vor Weihnachten — erschien diese Gabe für den Weihnachtstisch. Wenn wir sie auch jetzt noch unfern Lesern warm empfehlen, obwohl doch die allgemeine Stimmung garnicht weihnachtlich ist. so geschieht es, weil wir diese Zusammenstellung aller bedeutenderen Literaturerzeugnisse, die auf das herrliche Fest bezug haben, fü; eine Zierde einer jeden Hausbibliothek halten. Besorgt tft sie von Otto Ernst, dem feinsinnigen Dichter, des« sen Name schon eine vorzügliche Auswahl fit* währleistet. Luther, Paul Gerhard, E. M. Arndt, Storm, Rossegger, Goethe, Terstegen. Nie. Hermann, Lenau, Liliencron, Hein«, um nut diese zu nennen, sind mit Gaben in Poesie oder Prosa in bunter Reihe vertreten, die Anordnung ist nicht historisch, sondern nach sachlichen Gesichtspunkten orientiert. Diese neueste Publü kation der bekannten und beliebten Sammlunf reiht sich ihren Vorgängerinnen würdig an und findet bei dem geringen Preis hoffentlich auch in weiteren Kreisen warme Aufnahme. Dr. TL
Der Sieger im Kampfe ums Dasein wird fast immer derjenige fein, der die gröstte Summe an Wissen in die Wagschale werfen kann. Und ein solches kann man sich auf keine bequemer« Weise verschaffen, als wenn man das über die ganze Welt verbreitete Mode- und Famrlren- blatt „Mode und Haus", Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W. 3o, ständig lieft, denn wohl kein anderes deutsches Familienblatt har eine so reich illustrierte und interessante' Belletristik aufzuweifen wie „Mode und Haus,,.
* * Der Friedrichshagener „Dichterkolonie" und ihrer Bedeutung für die jüngste deutsche Literatur widmet Wilhelm Bölsche, auch einen einer der Friedrichshagener „Kolonisten", im neuesten (13.) Hefte der illustrierten Zeitschrift. „Moderne Kunst" (Verlag von Rich? Bong in Berlin W. 57 — Preis des Vierzehn, tagsheftes 60 <Z) einen geist- und lichtvollen Aufsatz.
Vergnügungs-Anzeiger
KönigkiLeS Theater zu Kassel. Freitag, 15. März, 7'/2 Uhr: »SusarenfieLer". Samstag. 16. März, 7% Uhr: „Die Kochstudenten" und „Die Hand". „
Sonntag, 1". März, 2>/3 Uhr: „Alt-Heidelberg . 7 Uhr: „Trompeter von Säkkingen".
Hessen-Nassau und Nachömgebiete.
Lasse!. 7. März. Der Fall Mai wird am nächsten Montag das Schwurgericht beschäftigen. Mai, der am 22. Juni »origen Jahres die 12- jährige Anna Martha Ebenau am Ufer der Fulda ermordete, hatte sich bereits in der vorletzten Schwurgerichtsperiode, am 18. Oktober 1906, zu verantworten. Er legte damals ein umfassendes Geständnis ab. Auf das Gutachten des Sachverständigen, Herrn Medizinalrat Dr. Heinemann hin. wurde er der Landesirrenanstalt zu Marburg zur Beobachtung seines Geisteszustandes überwiesen. Di« diesmalige Scywurgerichtsperiode dürfte sich eventuell bis Mittwoch hinziehen.
Dillenburg, 8. März. Di« Stadtverordneten beschlossen auf Drängen der Regierung die Anstellung eines zweiten Beigeordneten, ferner di« Uebernahme der höheren Mädchenschule auf die Stadt und die Annahme eines Legats von 10000 M für Armenunterstühung, die die in Dillenburg geborene Freifrau von Schwarzenau der Stadt vermacht hat. Die Einkommensteuer wurde auf 135, die Reaksteuer auf 180 Prozent ;estgelegt.
;• Rendt, 7. März. Der Schnellzug Nr. 41 Reydt- j Hagen (Wests.) wird am 1. Mai d. I. bis Easiel s durchgeführt und fährt 5 Uhr 50 Min. nachmittags von Reydt.
Remscheid, 8. März. Gestern brach in der städtischen Kirch« Feuer aus. Ehe die Feuerwehr Erschien, war das ganze Orgelaebäude vollständig vernichtet. Mit großer Mühe konnten die Sakristei und die Altargeräte gerettet werden. Die Decke, das Gewölbe und die Wände der Kirche wurden derart durchnäßt. daß die Benutzung der Kirche auf lange Zeit unmöglich geworden ist.
Eisenach, 8. März. Zu der im Juli 1907 stattfindeuden Siebenjahrhundertfeier des Sängerkrieges auf der Wartburg ist u. a. die Veranstaltung historischer Festzüge von Eisenach zur Wartburg und die szenische Darstellung der
Marburg itnb Umgtgend» .Machdruck aller Origrnalartikel ist g-mätz g 18 del Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe t _ .Oberheff. Ztg.' gestatte«
Äatbutfl, 9. März.
* Postalisches. Die Vereinigung mehrerer fPakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit wom 24. bis einschließlich 31. März im inneren Deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Nuslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse -des Publikums, während dieser Zeit zu jedem jspakete besondere Begleitpapiere auszufertigen. I' )( Strafkammer. Als weiterer Angeklagter Erschien der 1881 in Mornshausen an der Salz- böde geborene Hüttenarbeiter H. Becker, der beschuldigt wurde, am 17. Juni 1906 in Salzböden den Gastwirtssohn Weisbrod mit einem Messer in den Arm gestochen zu haben. Der Vorfall ivar ähnlicher Natur, wie der vorangegangene. Decker war mit mehreren Mornshäuser Burschen in Salzböden iij der Weisbrodschen Wirtschaft. Es kam zu einem Wortwechsel und später auf dem Hose dadurch zum Streit, daß man einen Unbeteiligten, der ruhig da stand, einfach auf den Fuß trat . Als der Betreffende sich dies mit «iecht verbat, schlug man ibn zusammen, was den Wirtssohn Veranlassung zum Einschreiten gab. Bei dieser Gelegenheit erhielt er den Stich. Becker, der als Täter in Betracht kam, wurde pom Schöffengericht in Fronhausen zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht hielt dieses Urteil für richtig und erkannte auf Verwerfung der Berufung. — Gelegentlich eines starken Gewitterregens am 11. Juli v. I. gerieten bei den Arbeiten, den Wassermasien Abfluß zu verschaffen, in Mardorf mehrer« Leute aneinander. Bei der Gelegenheit kam es auch zu 'einer Schlägerei, bei welcher der Schneider Ludwig Schick einen Mann, namens Benner, miß- bandelt haben soll. Das Schöffengericht in Amöneburg hatte den Schick deshalb zu 20 TH Geldstrafe verurteilt. Die eingelegte Berufung Äurdc verworfen. — Zum Schluß verhandelte das Gericht bis in die Nachmittagsstunden Hinein gegen den 40 Jahre alten Bäckergesellen Wilh. Kühnemund aus Schwebda (Kr. Esch- ivege). Der Mann, welcher u. a. schon mit Zuchthaus vorbestraft ist, wurde beschuldigt, am 28. Oktober v. I. in Oberaula beim Bäckermeister Joh. Schneider, wo et sich in Stellung befand, 795 und 3 Würste entwendet zu haben. Trotz seines Leugnens wurde der Angeklagte nach Vernehmung zahlreicher Zeugen für überführt erachtet und zu 15 Monaten Zuchthaus verurteilt.
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Fulda. 9. März. Der gestrige Viehmarkt war mit 1110 Stück Vieh beschickt. Es wurde« gezählt 196 Ochsen, 274 Stiere, 309 Kuh«, 281 Ser, 36 Kälber. 4 Bullen, 10 Pferde. Der sandel liest an Lebhaftigkeit zu wmnchen übrig, -vie Preise -waren wie an den vürhergehen- den Märkten. Es galten Ochsen SaO bis 1100 Stiere 600 bis 800 31 das Paar, Kühe ^00 bis 450 3t Rinder 180 bis 260 31 das stuck Kalber 42 bis 45 31 für 100 Pfund Lebendgewicht. Der nächste Viehmarkt findet am 21. März statt; mit dem Auftrieb darf um 714 Uhr früh begonnen werden.
Wissenschaft, Kunst und Leben.
G Ueber Heinrich Seidel als Fremdwort- gegner heistt es in der Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins: Heinrich Seidel, der stille, liebe Freund aller derer, die fürs deutsche Gemiitslebcn und für die Freude an der schönen Natur noch etwas übrig haben, ist vor kurzem dahingegangsn in das unbekannte bessere Land, aus dem man nicht zurückkehrt, und von dem er uns in seinem köstlichen „Brief an den Frühling" erzählt. Seiner darf auch im Sprachverein mit Ehren gedacht werden, denn er gehörte stets zu seinen wahren Bekennen,. Wre er stets und von jeher ein fast fremdwortreines und dabei klares Deutsch geschrieben hat, so hat er doch auch von Ausgabe zu Ausgabe noch mehr daran gefeilt, und wer das beobachtet, der kann sehen, mit welch feinem Sprachgefühl er begabt war. Da wird ein schwerfälliges desselben durch das leichtere dessen ersetzt, oder der erstere durch dieser, oder in betreff durch ü6er; statt des häufigen woselbst tritt das gefälligere und flüssigere wo ein; statt „bis ins Detail unterrichtet" heißt es später „bis ins kleinste unterrichtet", ein imaginäres Etwas wird zum unsichtbaren Etwas, der Repräsentant zum Vertreter, das Resultat zum Erfolg, die Konstruktion zur Einrichtung, illusorisch zu unwahrscheinlich, Resignation zu Ergebung, Differenzen zu Mißhelligkeiten, Dimensionen zu Abmessungen, Chance zu Gelegenheit, superklug zu überklug, Korrespondenzen zu Briefschaften, die Situation zur Lage, und respektvoll zu achtungsvoll. Von Sette zu Seite kann man so bei Seidel beobachten, ein wie treuer Anhänger der Bestrebungen des Sprachvereins er war, und wie hoch et diese zu schätzen wußte. ~ t
# Zur Verhinderung des Schnarchens. In der .Deutschen Medizinischen Wochenschrift" schreibt der Geh. San.-Rat Dr. Konrad Küster: Die Frage, wie das Schnarchen zu verhindern sei, berührt den Kliniker wohl wenig, häufig jedoch den praktischen Arzt. Es würden gewiß sehr viele Leute den Aerzten dankbar sein, wenn sie ihnen ein Mittel angeben könnten, welches von der unangenehmen, die Nachtruhe störenden und häufig sogar gesundheitsschädlichen Angewohnheit des Schnarchens befreien würde. Und dieses Mittel ist erfunden. Gehen wir den Ursachen des Schnarchens nach, so kann nicht bezweifelt werden, daß dasselbe in erster Reihe durch das Offenhalten des Mundes entsteht. Beobachtet man einen Schnarchenden, so bemerkt man sofort, daß der Unterkiefer im Schlafe herabgesunken ist. Wird der Schnarcher durch ein Geräusch etwas munterer gemacht, so schließt er den Mund und hört auf zu schnarchen. Bei geschlossenem Munde kann man wohl mit Geräusch die Lust durch die Nase sinziehen, aber es wird niemals das so laute störende Schnarchen eintreten, wie bei geöffnetem Munde. Man schnarcht deshalb auch am meisten, wenn man auf dem Rucken liegt, weil hier der Unterliefet leichter herabfinkt als in der Seitenlage, wo der Kiefer meist auf der Brust einen Stützounkr hat. Das Schnar- chen würde also nicht eintreten, wenn es gelänge, das Herabsinken des Unterkiefers zu vermeiden. Es war deshalb sehr interefiant für mich, bei einem Herrn, der früher seine Frau viel durch Schnarchen störte, zu sehen, daß er eine ganz bequem zu tragende Binde erfunden hat, die, nachts angelegt, das Schnarchen ver- hindert. Die Binde ist so konstruiert, daß sie für jeden Kopf passend eingestellt werden kann und das Hörabsinken des Unterkiefers verhindert, aber durch seitliche schmale Eummistreifen auch so nachgiebig, daß sie jede Bewegung des Mundes zuläßt. Es ist keineswegs notwendig, die Binde immer während des Nachts zu tragen, denn das Offenhalten des Mundes ist nur eine Gewohnheit und keine Notwendigkeit. Gewöhnt man mittelst der Binde sich daran, nur durch die Nase zu atmen, so geschieht dies nach einiger Zeit auch von selbst, ohne daß die Binde ze- ttagen wird. Die Binde wirkt deshalb nicht nur rein mechanisch und vorbeugend, sondern auch durch die geistige Gewöhnung, und ist somit geradezu ein Heilmittel. Die weitere Folge ist die günstig« Beeinflussung der chronischen Katarrhe. Wer an der üblen Gewohnheit ve» Schnarchens leidet und deshalb Jnteiefie
vierteljährlicher Bezugspreis; bet vei Expedition 2 SW., -jy. »Q b« Mn Postämtern 2,25 Mk. ^excl. Bestellgeld).
•/ISL Dv JnserttonSgebuhr; die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.
Reclamen: die Zeile 30 Pfg.
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Johannes Otto N MarbuiA»