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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonntaaSLettaaer ALluttrirteS

As. 54

vi«rteljährlich«r BezugSpreiSr bei oer Expedition 2 Wh, btt affen PostLmtem 2,25 Mk. ^rxcl. Bestellgeld).

JnsrrttonSgebuhr: die gespaltene Zeile oder veren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 80 Pm.

Marburg

Dienstag. 5. März 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UntversMS-Buchdrucktrei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42. Jahrg.

Erstes Blatt.

vraunschweig.

Der Beschluß, ben bet Bundesrat in seiner Sitzung vom 28. Februar unter dem Vorsitze des Reichskanzlers gefaßt hat, läßt an dem Ernste der Sachlage nicht den geringsten Zweifel. Er bringt klar zum Ausdrucke, daß nach Ueber- geugung der Verbündeten Regierungen solange, als der Herzog von Cumberland oder ein Mit­glied seines Hauses Anspruch auf preußische Ge­bietsteile erheben, auch die Regierung eines an­deren Mitgliedes des herzoglichen Hauses Brauirschweig-Lüneburg in Braunschweig mit den Grundlagen der Bündnisverträge und der Reichsverfassung nicht vereinbar sei, selbst wenn dies Mitglied seinerseits für sich und seine Nach- kommen aller Ansprüche an das Königreich Han­nover entsagte. Demnach sei durch die Erklärung des Herzogs, eine entscheidende Aenderung in der Sachlage, wie sie aus dem Beschlüsse vom 2. Juli 1885 sich ergibt, nicht eingetreten. Wenn man erwägt, daß mit Ausnahme von Braun­schweig, welches sich der Stimme auch diesmal enthielt, dieser Bundesratsbefchluß einstim - m i g gefaßt ist, daß auch Strelitz, Reuß und Oldenburg diesmal der veränderten Sachlage Rechnung tragend, mit der Gesamtheit des Bundesrats stimmten, so sollte man doch anneh­men, daß die Angelegenheit damit nun auch für die braunschweigische Bevölkerung eine klare Er- tedigung gefunden hätte. Leider ist das nicht der Fall. Ein Teil der braunschweigischen Presse gefäMjich vielmehr, unbekümmert um den Bun­desratsbeschluß, darin, die Bevölkerung aufzu- fordMtz-H» Eingaben an den Kaiser eine Aen­derung zugunsten des juirgen Herzogs herbeizu­führen. Auch der Reichstagsabgeordnete von Damm soll die Absicht gehabt haben, mit den anderen braunschweigischen Abgeordneten zu­sammen beim Kaiser in dieser Richtung hin vor­stellig zu werden. Sollte dies wahr sein, so würde Herr v. Damm ganz außer Acht gelassen haben, daß die Reichstagsabgeordneten in dieser Vundesratsangelegenheit unmöglich einen zu­ständigen Faktor darstellen können. Ebenso ungerechtfertigt ist es aber auch, wenn in einem Teile der gekennzeichtteien Presse die Frage auf­geworfen wird, ob denn schott vergessen sei, daß der Bundesrat von Braunschweig um Mitteil­ung einer Richtschnur angegangen und insbeson­dere ersucht sei, die Voraussetzungen anzugeben, unter denen die llebernahme der Regierung durch ein Mitglied des herzoglichen Hauses als guläffig erscheine. Diese Frage ist durch die Ent­scheidung des Bundesrats ganz klar beantwortet

83 (Nachdruck verboten.),

Schatten.

_ Roman von B. v. b. Lancken.

(Fortsetzung).

Während nun Rupert beschäftigt war, die Nummern einiger Werke in das Register einzu­fügen, saß Gabi in einem altertümlichen, hoch- lehnigen Stuhle in der tiefen Nische des Bogen­fensters und blätterte in einer alten Chronik, die ihr zufällig in die Hände geraten war.

Historie der Gräfin Kunigunde voir Pvoune, so ihres leiblichen Bruders Mörder freite, wo­durch eine große Heimsuchung kam über das Ge­schlecht, sintemal in der Bibel stehet geschrieben: Mer Menschenblut vergießet, deß Blut soll wie­her vergossen werden und dazu: der Herr will heimsuchen die Sünden der Väter an den Kin­dern bis ins dritte und vierte Glied."

Gabis Augen hafteten regungslos an diesen Morten und ihre Hände, die das Buch auf den ^tnien hielten, zitterten heftig: ein plötzliches Frösteln durchlief ihren Körper, sie fühlte eine Schwäche über sich kommen, das Buch glitt von ihrem Schoß und fiel polternd zur Erde. Rupert blickte auf und war mit ein paar Schritten an tGabrielens Beite.

fGabi, Liebling, was fehlt dir?" tief er er­schrocken, sich über sie beugend. Sie antwortete »tichts und bewegte nur leise abwehrend den Kopf. Er legte den Arm um ihre Schulter und bettete ihr Haupt sanft an seine Brust, ihr leise jbte bleiche» Wangen streichelnd.

'Mein süßes Kind," flüsterte er,die Lust ist so beklemmend hier, nicht wahr? Das ist es komm, wir wollen einen Augenblick ins Freie gehen. Nicht? Nun, bann will ich dich in dein Zimmer führen."

i< Gabi schlug die Wimpern auf, seufzte tief «nd richtete sich, von ihm unterstützt, empor, wie 1« dann in seine AuLen schaute und ihr daraus I

worden. Der Bundesrat läßt gar keiner. Zwei­fel daran, daß die Richtlinien für die deutsche Politik für jetzt und alle Zeit festgelegt sind in dem Beschlüsse vom 2. Juli 1885. Das heißt: Sollte nach dem Tode des Herzogs von Cumber­land der alsdann Aelteste des herzoglichen Hauses für sich und feine Nachkommen ausdrück­lich auf die Regierung von Hannover verzichten, so würde alsdann das Haus Braunschweig- Lüneburg nicht mehr als verhindert zur Ueber- nahme der Regierung in Braunschweig ange­sehen werden. Bei dieser Sachlage bleibt Braunschweig nichts anderes übrig, als nun­mehr zur Wahl eines Regenten zu schreiten. Wenn von anderer Seite die Auffassung ver­treten wird, daß durch das Verhalten des Her­zogs von Cumberland dessen Haus nunmehr überhaupt den Anspruch auf den Thron verwirkt habe, so richtet sich diese ganz und gar unge­schichtliche Auffassung von selbst. Es wird also eine Regentenwahl, nicht aber eine Herzogswahl zu erfolgen haben. Zum Glück kommen für diese Wahl nur verhältnismäßig wenig deutsche Fürsten in Betracht und keiner von diese» bietet in seiner Persönlichkeit nationale Bedenken.

DeilM.es Reich.

Berlin, 4. März.

Der Kaiser empfing am Samstag vormit­tag den Nordpolfahrer Amnndsen und verlieh ihm den Kronenorden 1. Klaffe. Am Abend wohnte der Kaiser der Sitzung derBerliner Gesellschaft für Erdkunde" bei, in welcher dem Vortragenden, Kapitän Amnndsen, die goldene Nachtigall-Medaille der Gesellschaft verliehen wurde. '

Prinz Joachim Albrecht, bet Sohn des verstorbenen Prinz-Regenten von Braunschweig, wird, »ach derVoss. Ztg." binnen kurzem aus der südwestafrikanischen Schutztruppe wieder ausscheide» und sich nach Tsingtau begeben.

Der Bundesrat wird sich, wie dieN. P. K." meldet, in kurzer Zeit mit der Revision der Eeheimmittelliften zu beschäftigen haben, nachdem die umfangreichen Vorarbeiten innerhalb des Gesundheitsamtes zum Abschluß gekommen sind. Neben dieser Revision der gel­tenden Geheimmittel-Verordnungen wird wei­terhin beabsichtigt, im Wege der Reichsgesetz­gebung das Geheim mittel- und Kur­pfuscherwesen besonders zu regeln. Die Vorarbeiten hierfür sind bereits zu einem Ent­wurf gediehen, über den ein Einverständnis zwischen den beteiligten Ressorts bereits er­zielt ist.

Verzicht auf Repriisentationsgebiihren. Der Etat des Reichstages für 1907/08, der in einer Vorstandssitzung vom 26. Februar festge­stellt worden ist, enthält keine Repräsentations-

nur unaussprechliche Liebe für sie und Sorge um ihr Ergehen entgegen leuchtete, da überkam sie ein Gefühl, gemischt aus Glück und Leid, das alle Schranken durchbrach, und beide Arme um Ruperts Nacken schlingend, klammerte sie sich fest an ihn und brach in heißes, leidenschaftliches Schluchzen aus.

Rupert, Rupert o warum muß es fo fein warum?"

Das Zusammenleben der auf Schloß Pvonns vereinigten Personen gestaltete sich von Tag zu Tag weniger angenehm, und vollständig unbe­fangen war nur der Prinz. Felsenbach fühlte sich bedrückt durch das zwischen ihm und Isa be­stehende Geheimnis: es entstand dadurch eint gewisse Gemeinsamkeit mit dieser Frau, die er unter allen Umständen nicht anerkennen wollte, unb die er doch nicht fortleugnen, nicht aufheben konnte. Er arbeitete mit doppeltem Eifer, um seine übernommenen Verpflichtungen möglichst rasch zu erledigen.Fort, nur fort" rief cs in ihm, denn unerträglich fast war es für ihn, täglich in Gabrielens Gegenwart harmlos und anscheinend als Fremder mit der Frau zu ver­kehren, die feinem Herzen einst so nahe gestan­den, die in seinen Armen geruht, und die er jetzt so tief verachtete.

Isa durchschaute ihn, sie hatte ihn von An­fang an durchschaut, und in dem Maße, wie von Tag zu Tag die lleberzeugung in ihr Raum ge­wann, daß Felsenbach im Laufe der Jahre noch mehr in sich gefestigt, ihr durchaus kalt, ja sogar innerlich feindlich gegenüberstehe, in diesem Maße fühlte sie in sich das Verlangen wachsen, diesen Mann sich zurückzuerobern mit allen ihr zu Gebots stehenden Mitteln. Vorsichtig freilich, sehr vorsichtig mußte sie sein. Er mißtraute ihr und verachtete sie mit rücksichtsloser Ehrlich­keit machte sie daraus vor sich kein Hehl, wenn auch ihr Herz ja, wirklich ihr Herz schmerz­lich dadurch Bitten wurde. Und so fest sie da­

gelder für den Präsidenten. Graf Stollberg hat ausdrücklich gebeten, von der Einstellung eines solchen Postens, wenigstens für diese Ses­sion, abzusehen.

liebet die Religionsverhältniffe unserer Reichstagsabgeordneten entnehmen wir den Aushängebogen vonKürschners Deut­scher Reichstag" sHermann Hillger, Ber­lin W. 9. Preis 60 Pfg.), der am 7. März zur Ausgabe gelangt, folgende Angaben: Ihrer Konfession nach sind: 220 evangelisch (darunter 54 lutherisch, 3 reformiert), und zwar 56 Kon­servative, 50 Nationallibetale, 25 Freisinnige, 21 Reichspartei, 17 Wirtschaftliche Vereinigung, 14 Freisinnige Volkspartei, 11 Sozialdemokraten 8 Wild-Konservative, 7 Volkspattei, 5 Reform­partei, 3 Wilde, 1 Welfe, 1 Däne, 1 Elsässer; 141 katholisch, und zwar 103 Zentrum, 20 Polen, 5 Elsässer Zentrum, 3 Unabhängige Lothringer, 3 Nationalliberale, 2 Konservative, 2 Sozial­demokraten, 1 Reichspartei, 1 Freisinniger, 1 Mild-Konservativer: 18 konfessionslos (17 So­zialdemokraten, darunter 1 religionslos, 1 Frei­sinniger) ; 5 Dissidenten (Sozialdemokraten); 5 freireligiös (4 Sozialdemokraten, 1 Wilder); 3 Israeliten (Sozialdemokraten): 2 altkatholisch (1 Nationalliberaler, 1 Neformpartei); 1 Men- nonit (pfälzischer Bund der Landwirte); 1 nicht angegeben (Sozialdemokrat aus prinzipiellen Gründen). 1903 wurden gewählt: 199 Evange­lische, 140 Katholiken, 44 Konfessionslose und Dissidenten, 5 Freireligiöse, 4 Israeliten, 2 Alt­katholiken, 1 Mennonit.

Die Denkschrift über die Ausführung des Ansiedelungsgesetzes für das Jahr 1906 ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. Hebet das Ankaufsgeschäft sagt die DenHchrift: Das Güter- angebot des Jahres 1906 hat gegenüber dem des Vorjahres zwar der Stückzahl nach eine un­bedeutende Steigerung aufzuweisen, bleibt aber hinter dem Güterangebote der Vorjahre hin­sichtlich des Flächenumfanges nicht unerheblich zurück. Im Jahre 1906 sind 368 Güter mit zu­sammen 102 464 Hektar Flächeninhalt (1905: 325 mit 115 053 Hektar) angeboten worden. Ebenso wie das der kleineren Güter ist auch das Angebot bäuerlicher Grundstücke (un­ter 100 Hektar) im Iahte 1906, selbst gegenüber dem starken Angebot des Vorjahres, in besorg­niserregender Weise weiter gestiegen. Insge­samt hat die Ansiedelungskommission im Jahre 1906 ein Landangebot von 130259 Hektar ober rund 28 Quadratmeilen neu Vorgelegen gegen 136 230 Hektar 1905, 216 675 Hektar 1904. 245 813 Hektar 1903. Angekauft wurden 1906: 21 Rittergüter, 50 teils größere einen selbstän­digen Gutsbezirk bildende, teils kleinere Land­güter und 96 Bauernwirtschaften, und zwar sämtlich int freien Erundstiicksvetkcht, außerdem sind zwei Staatsdomänen gegen Entschädigung übernommen worden. Angekauft sind im gan­zen 29 670 Hektar für 42 214 000 (17 886 Hek-

von überzeugt war, daß Rupert vollends zurück- gestoßen würde durch jedes Entgegenkommen ihrerseits, hinter dem er nur das leiseste Bestre­ben ahnte, fein Herz zu umgarnen, so fest wat sie überzeugt, daß er sie milde beurteilen, ja, daß er vielleicht verzeihen und doch »och ihr Freund werben konnte, wenn sie es verstand, sein Mitleid zu erregen und ihm durch ihre Haltung Achtung abzugewinnen. Hiervon aus­gehend, vermied sie jede Annäherung an Ru­pert, jedes Alleinsein mit ihm, schloß sich aber um so inniger an den Prinzen an und umgab ihn mit all den zotten Aufmerksamkeiten einet treu sitzenden Gattin. Sie blieb gemeinsamen Spazierfahrten und Promenaden fern, wenn bet Prinz durch sein Befinden verhindert wat, da­ran teilzunehmen, saß in unermüdlicher Geduld neben seinem Lehnstuhl ober seinem Ruhebett, ihm votlesend oder in ihrer geistvoll pikanten Art plaudernd, reichte ihm selbst die Arznei und versäumte nie, bei dem all: drei Tage stattfin- benben Besuch des Straßburger Professors zu­gegen zu sein, der den Prinzen behandelte.

Deine Fürsorge um mich, Isa, fiirchte ich, läßt dich gar sehr die Pflichten vernachlässigen, die du gegen unsere lieben Gäste hast," sagte Prinz Schwarzenstein, als man für einen beson­ders schönen Oktobertag einen weiteren Ausflug in die freundliche Umgebung von Pvonne ge­plant hatte. Außer dem Kavalier des Prinzen, dem Baron Eotup, wat noch der Geheimsekteiät Herr von Roth und bet Geistliche des Sptengels mit seiner sehr anmutigen Gattin beim Früh­stück zugegen. Baronin Ttomsau lächelte schalk­haft.

Du vergißt, lieber Adolf, daß unsere Haus- gäste als junges Ehepaar sich noch immer selbst genug sind, unb meine Gegenwart bei ihren Spaziergängen oder sonstigen kleine» Exkur­sionen kaum entbehrt haben dürsten; heute indessen, wo der Kreis so wie so ein etwas grö­berer unb dein Befinden ein besseres, glaube ich

tat im Regierungsbezirk Bromberg, 5836 Hek> tat Marienwerder, 5350 Hektar Posen, 598 Hek­tar Danzig). Von ben angekauften Besitzungen sind 7 Gütet darunter 2 Rittergüter unb 39 Bauernwirtschaften (3030 Hektar insgesamt) in polnischer Hand gewesen, der dafür gezahlte Kaufpreis beträgt 5037 000 AL Am Schluff« des Jahres 1906 betrug der Landetwetb bei Kommission insgesamt 325 993 Hektar, hiervon waren in deutscher Hand gewesen 221150 Hek­tar, in polnischer Hand 104 840 Hektar. Der Durchschnittspreis im Iahte 1906 belief sich für das Hektar bet Gütern auf 1383 At, bei Grund­stücken auf 1451 Al, bei gesamtem Ankäufe auf 1184 AL Die Zahlen lassen eine zum Teil sprunghafte Steigerung bei von der Ansiede­lungskommission angelegten Grundetwetvs- preife erkennen, die bei dem Wettbewerb des nationalen Gegners naturgemäß anbauern wird. Trotz der hohen Preise konnte nicht ver­hindert werden, daß deutsche Güter zu noch höheren Preisen in polnische Hände übergingen. Das Ansiedelungsgeschäft hat sich in befriedi­gender Weise weiter entwickelt und weist gegen das Vorjahr eine Steigerung auf. Namentlich hat sich die Nachfrage nach Ansiedletstellen ganz auf der Höhe der letzten Jahre erhalten: sie geht neuerdings in verstärktem Maße von Arbeitern aus, die vom Lande in die Jndustriebezirke ab- gewandert waren und den Wunsch haben, auf bas Land zurückzukehren und sich vermöge ihrer Ersparnisse seßhaft zu machen. Auf Jahre hinaus ist für Ansiedlermaterial! gesorgt. Im Berichtsjahre sind 6786 An--- siedlungsgesuche eingegangen (1905 : 6429). Der! Gesamtzuwachs an der Zahl der Ansiedlerfami­lien beträgt 1748 gegen 1546 im Vorjahre. -- Die Finanzlage des Ansiedlungsfonds ist fol­gende: Gesamtausgaben (1886 bis Ende 1906) 444 Millionen, Gesamteinnahmen für den glei­chen Zeitraum 107 Millionen, reine Ausgaben mithin 337 Millionen Marl..

Die Berstaatlichung der Apotheken. Die hessische zweite Kammer hatte sich am Mittwoch, wiederum mit dem Anträge des sozialdemokra­tischen Abg. Ulrich auf Verstaatlichung der Apo­theken beschäftigt. Der Antrag wurde für er­ledigt erklärt und ist nicht, wie verschiedene Blätter meldeten, angenommen worden. Gleich­zeitig richtete die Kammer aber an die Regie­rung das Ersuche», bei der bevorstehenden reichs­gesetzlichen Regelung des Apothekenwesens eben­so, wie in Hessen dahin zu wirken, daß heimfallende und neue Apotheken­konzessionen nur an Gemeinden oder Kommunalverbände verliehen werden.

Roerens Abschied von bet Justiz. Das Justizministerialblatt meldet: Dem Oberlandes- gerichtsrat Roeren, Geheimer Justizrat, ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension er­teilt worden. Dem Abschiedsgesuch des Zen­trumsführers ist also sehr schnell entsprochen worden!

selbst, daß ich meinen Pflichten als Wirtin nach­kommen darf, ohne Sorge um dich."

Der Prinz winkte mit der Hand unb ein Ausdruck von Mißstimmung glitt über seine Züge, der sich aber rasch in ein gütiges Lächeln verwandelte, als er in Isas schöne, ihn zärtlich anbltckende Augen schaute.

Mein Befinden ist derartig gut, da ich so­gar mit von der Partie sein werde, unb," setzt; er scherzend hinzu,ich hoffe, du wirst mir keine Gardinenpredigt halten, wenn ich mir die Be­gleitung dieser zwei schönen jungen Frauen in meinen Wagen erbitte er verneigte sich ga­lant gegen Gabi und die reizende kleine Pasto­rin, eine geborene Schweizerin, mit Perlzähn- chen unb lebenslustigen, dunklen Augendie übrigen Herrschaften reiten wohl? Du natürlich auch, Isa."

Eine halbe Stunde später brach die klein« Gesellschaft auf. Der geistliche Herr hatte sich eines Krankenbesuches wegen beurlauben müs. sen, mit dem Prinzen fuhren daher nut di« Pastorin und Gabriele. Baronin Trornsau in einem weißen Tuchkleid und einem mit weißer, wallender Feder geschmückten, breitrandigen Filzhut, saß brillant im Sattel unb sah, ihren feurigen Rappen mit fester Hand lenkend, be­rückend schön aus. Sie ritt zwischen Felsenbach und Herrn von Roth, während Baronin Gotup neben dem Magen des Prinzen blieb, zwei Reit­knechte folgten in einiger (Entfernung.

Das Ziel des Ausfluges wat die sogenannte Abtei", die Ruinen eines früheren Mönchs­klosters. Gerade über einer kleinen Eisenbahn­station, auf einem etwas vorschiebenden Hügel, thront die Abtei, oder vielmehr die noch erhal­tenen baulichen Ueberreste derselben. Zwanzi- Aki nuten Steigens führen vom Fuße dis Air. höhe hinauf, von der man einen schönen Au», blick in £: '. Gegend unb auf den Fluß hat.

'(Fortsetzung folgt.)