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tzte et noch im Wahlkampf immer so rege ve- [ tonte, nicht recht Stand zu halten, sobald der Geldbeutel in Frage kommt. Als Unternehmer mausern sich eben auch dieObergenossen" schleu- mgst zuBlutsaugern" undAusbeutern" der Arbeiterschaft um."

Britische Eifersucht auf deutsche Fort­schritte in Abessinien.) Kairo, 13. Febr. lleber den deutschen Einfluß in Abessinien schreibt die .^Zourse Eanvtienne":Die Anstrengungen der deutschen Diplomatie in Abessinien haben schon bemerkenswerte Erfolge erzielt, und man muß bedenken, daß die Rolle, die sie hier spielen will, in Zukunft immer größer werden wird. Auf fcden Fall macht sich der deutsche Einfluß zur Zeit am Hofe Meneliks bemerkbar. Die Kai­serin Taitu hat eine deutsche Erzieherin für die Erzieherin Les mutmaßlichen Erben, den jungen Prinzen SJacu, und den Sohn des Ras Makon- nen genommen, und deutsche Kaufleute haben verschiedene Vergünstigungen erhalten, so ins­besondere ein Monopol auf den Verkauf von Alkohol und Tabak. Diese Tatsachen zeigen, daß Deutschland infolge seiner Besitzung in Deutsch- Ostafrika das gleiche Interesse an Abessinien zu nehmen scheint, wie an Marokko. Es wäre da­her gut, sich mit dem Gedanken vertraut zu ma­chen, daß Deutschland nicht auf die Lage ver­zichten werde, die seine Diplomaten und Kauf­leute im Reichs des Negus unter Nichtachtung bet englischen Gegnerschaft geschaffen haben." Daß Deutschland, bemerkt hierzu dieKöln. 3 ", in Abessinien genau wie die anderen Mächte vorwärts zu kommen sucht, und zwar nur auf rein wirtschaftlichem Gebiete, hat die deutsche Regierung schon des Oefteren hervorgehoben. Es wird sich dieses Recht auch von niemand neh­men lallen.

Besteuerung non Gesellschaften mit 6. H. Der preußische Finanzminister hat folgenden die Einkommenbesteuerung der Mitglieder »an Ee- fellschaften mit beschränkter Haftung betreffen­den Erlaß an die Regierungspräsidenten gerich­tet: Für die Anwendung des § 71 des Einkom­mensteuergesetzes ist bestimmt, daß für die Be­rechnung des bei dem Mitglieds einer Gesell­schaft mit beschränkter Haftung nicht zu erheben­den Einkommensieuerteils derjenige Eesell- schaftsgewinn maßgebend sei, der auf das Mit­glied in dem dem Steuerjahre vorangegangenen Kalenderjahre tatsächlich verteilt worden ist. Bei dieser Bestimmung und ebenso bei dem auf den Steuercrklärungsformularen befindlichen Vordrucke, betreffend den in dem deklarierten Einkommen einbegriffencn Gesellkchastsgswinn- »nteil, hat nur der Regelfall Berücksichtigung gefunden, daß der von dem Mitglieds bezogene Gewinn gemäß § 11 b des Einkommensteuer­gesetzes als Einkommen aus Kapitalvermögen anzüsehen, mithin nach dem Ergebnisse des dem bteuerjahr unmittelbar vorangegangenen Ka­lenderjahres dem Gesellschafter als Einkommen «n,zurechnen ist. Diese Bestimmung ist indessen nickt anwendbar auf solche Fälle, wo die Ver­anlagung des Gesellschaftsgewinnes bei dem Ge­sellschafter nicht gemäß § 9 des Gesetzes zu er­folgen hat, fei es, daß das Mitglied der Gesell­schaft mit beschränkter Haftung eine nichtphy- fische Person ist, sei es, daß bei einer physischen Hkrson nach Lage des Eiuzelfalles der Gewinn sich nicht als Einkommen aus Kapitalvermögen barstellt, sondern als Teil des Geschäftsgewin- #69 aus dem eigenen Handels- und Gewerbe­betriebe. In diesen Fällen ist für die Berech­nung des nicht zu erhebenden Steuerteiles nicht bet auf den Gesellschafter im letztvergangenen Kalenderjahre verteilte Gesellschaftsgewinn maßgebend, sondern derselbe Betrag, der infolge bet Beteiligung am Gesellschaftsgcwinn in sei­nem nach Vorschrift des § 9 Nr. 3 oder 6 des (5c* jet)eg für das betreffende Steuerjahr berechne­ten Einkommen enthalten ist. Am Schluffe des Erlaffes ersucht der Minister >ie Regierungs­präsidenten hiernach die Vorsitzenden der Veran- lagungskommiffionen ihres Bezirks mit Wei­sungen zu versehen.

Marburg uiro llmglgend.

(Nachdruck aller Origmalartikel ist gemäß § IS del Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. jjtg.» gestattet)

Marburg, 2. März.

* An Marburgs Einwohnerschaft. Zu dem am Sonnabend und Sonntag hier stattfinden­den Kreisturntag des Mittelrheinkreises find die Anmeldungen überaus zahlreich eingelau­fen, Marburg wird also wieder das Vergnügen haben, eine große Zahl Gäste in seinen Mauern zu sehen . Aus diesem Grund werden die Ein­wohner gebeten, durch Aushang der Fahnen, das Straßenbild zu verschönen.

)( Aus dem Kreishaushaltsetat. Dem Vor­anschlag der Einnahmen und Ausgaben des Kreishaushaltsetats des Kreises Marburg für das Rechnungsjahr 1907 entnehmen wir fol­gendes.

Einnahmen:

Aus nutzbarem Kreisvermögen 6100 dl

Kapitaleingänge 507

Beiträge zur Deckung der Kreisbe,

dürfniffe 22 227

Dem Kreise überwiesene Gebührest 6 060 Verkehrswesen , 1200

Kreissteuern < 100 590

Sonstige Einnahmen < 21 000

Außerordentliche Einnahmen 200 000 Durchlaufende Posten * 77 478

Summe 434162 dl

Ausgaben:

Kapitalanlagen und Verzinsung usw. 36 902 dl

Kreisverwaltungskosten 20 712

Staats- und polizeiliche Zwecke 489

Leistungen an den Bezirksverband 33 540

Verkehrswesen > 15 200

Landesmeliorationcn usw. 3725

Schul- und llnterrichtszwccks 1700

Krankenpflege usw. ' 25 090 ,,

Gesundheitspflege 4 740

Feuerlöschwesen 600

Unvorhergesehene Ausgaben 13 986

Außerordentliche Ausgaben 200 000

Durchlaufende Posten 77 478

Summe 434 162 dl

Die Einnahmen und Ausgaben betragen laut Voranschlag demnach 434162 dl. Die Geneh­migung des Etats erfolgt in der nächsten Kreis­tagssitzung.

Damhofer-Kouzert. Hebet das Auftreten von Damhofers Kärntner Kofchatlieder-Quin- tett, das am Montag und Dienstag im Museum konzertiert, schreibt disLiterarische Musikzei­tung":Jakob Damhofers Kärntner Koschat- lieder-Quintett bildete vom 1. bis 15. November die Glanznummer im Programm desDeut­schen Theaters" in München. Es ist beklagens­wert, daß München nicht in irgend einem feinen Lokale oder Konzertsaale diese Künstler-Gesell­schaft ersten Ranges dauernd an sich fesseln kann und dieselbe immer wieder ziehen läßt in die Weite, ins Ungewisse, rastlos von Stadt zu Stadt."

* Frühe Ostern haben wir in diesem Jahre, nämlich am 31. März und 1. April. Das ist darauf zurückzuführen, daß das Osterfest stets an dem Sonntag gefeiert wird, der zunächst auf den Frühlings-Vollmond folgt, und wenn dieser Vollmond selbst aus einen Sonntad fällt, an dem nächstfolgenden Sonntag. Unter dem Frühlings-Vollmond aber versteht man den­jenigen, der entweder am 22. März oder kurz darauf eintrit. Das wäre diesmal der 29. März (Karfreitag). Aus diesem Grunde kann das christliche Osterfest auch nie vor dem 22. März und nie nach dem 25. April stattfinden.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Toll­wut: Kreis Fulda: Veitsteinbach (Verdacht), Hattenhof. Kreis Gelnhausen: Gelnhausen. Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Alsengronau,

Vollmerz, Bellings, Steinau, Jaffa (Verdacht). Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Eas- sel: Eaffel. Landkreis Cassel: Vollmarshausen, Heckershausen, Nieder- und Oberzwehren, El­gershausen, Oberkaufungen, Nieste, Großenritte, Ochshausen. Kreis Eschwsge: Wanfried. Kreis Frankenberg: Basdorf. Kreis Fritzlar: Gu­densberg, Oberoorschütz, Kirchberg, Jesberg, Domäne Jesberg. Kreis Fulda: Mittelkalbach, Bachrain. Kreis Gelnhausen: Horbach. Land­kreis Hanau: Langendiebach, Kinzigheimerhof. Hochstadt, Windecken, Niederdorfelden. Kreis Hersfeld: Hof Meisebach, Hersfeld. Kreis Hof­geismar: Grebenstein, Friedrichsfeld, Weiße- hütte, Langenthal, Calden, Schachten, Beberbeck, Frankenhausen. Kreis Homberg: Niederhülsa, Lützelwig, Mosheim, Homberg. Kreis Melsun­gen: Helmshausen, Altenburg, Melsungen. Kreis Rotenburg: Rittergut Liebenz. Kreis Grafschaft Schaumburg: Großenwieden, Kran­kenhagen. Kreis Schmalkalden: Steinbach- Hallenberg. Kreis Witzenhausen: Wickenrode. Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn. Kreis Ziegenhain: Groß- und Kleinropperhausen. Ge­flügelcholera: Stadtkreis Eaffel: Caffel. In­fluenza der Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Eaffel: Eaffel. Landkreis Eaffel: Wofsanger, Niederkaufungen (Papierfabrik). Kreis Hof­geismar, Westuffeln. Kreis Marburg: Mar­burg.

»)e>stu-Nassau lind Nachbarqebiete.

Eaffel, 27. Febr. Einem uns jetzt erst zuge­gangenen ausführlichen Bericht über die Han­delskammersitzung am 14. Februar entnehmen wir folgendes. Es werden wiedergewählt Herr Geheimrat Pfeiffer zum ersten Vorsitzenden, Herr Kommerzienrat Vogt zum zweiten Vor­sitzenden für das Geschäftsjahr 1907, der Syndi­kus als Rechnungsführer für das Rechnungs­jahr 1907/08. Damit ist die Kqmmer konsti­tuiert. Herr Geheimrat Pfeiffer gibt bann einen ausführlich gehaltenen Bericht über das ver- floffene Jahr. Der Eisenbahnverkehr des Be­zirks wird im Laufe des Jahres 1907 wohl eine Erweiterung durch Eröffnung der ganzen Neu- baulinie Hersfeld-Treysa erfahren, die neue Bahn wird wesentlich zum Emporblühen der dortigen Gegend beitragen und ein schönes Stück unseres Hefsenlandes dem Verkehr neu erschlos­sen werden. Zu Bedenken gibt dem Redner das rleberhandnehmen der Gesellschaft mit beschränk­ter Haftung Anlaß, lleber die Reform des amtsaerichtlichen Verfahrens berichtet Geheim­rat Pfeiffer. In der Debatte sprechen sich die meisten Redner, so die Herren Lang-Eschwege, Schmidt - Hofgeismar, Stumps - Marburg und Rehn-Melsungen für die Erweiterung der amts­gerichtlichen Zuständigkeit bis zu einer Höbe der Streitsumme von 1000 dl aus. Die Mehrheit der Kammer beschließt, einer Erhöhung der Zu­ständigkeit der Amtsgerichte für Streitsachen im Wertbetrage bis zu 1000 =11 zuzustimmen und allgemein ein vereinfachtes Prozeßverfahren in allen Instanzen zu befürworten. Herr Eumprich teilt im Anschluß an den vorliegenden Punkt der Tagesordnung mit, daß die Errichtung eines Kaufmannsgerichtes für den Kreis Schmalkal­den erwogen werde. Er wünscht Auskunft über die an anderen Orten des Bezirks mit den Kanf- mannegerichten bisher gemachten Erfahrungen: Herr Stumpf legt darauf die Verhältniffe für Marburg dar und Herr Fritz Köhler bemerkt, daß das Caffeler Kaufmannsgericht, dem man sich zuerst vielfach widersetzt habe, doch bereits nutzbringend gewirkt habe, lleber die Schädig­ung des seßhaften Handels durch Wanderlager­betriebe berichtet Herr Tripp. Im Anschluß an diese Verhandlungen erklärt Herr Schmidt-Hof­geismar eine schärfere lleberwackung der Hau­sierer auf dem Lande für erforderlich. Auf Vor­schlag der Herren Tripp und Kommerzienrat Vogt wird beschlossen, auch diese Frage in Ver­bindung mit derjenigen der Wanderlagermiß­stände näher zu prüfen und eventuell im Mittel­deutschen Verbände zur Verhandlung zu stellen.

Homberg, Bez. Eaffel, 27. Febr. tote tvlk aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist die hiesige Bierbrauerei von C. Ulrich für den Kaufpreis von 700 000 Mark in den Besitz der Herkules­brauerei in Eaffel übergegangen.

Fulda, 27. Febr. Heute Nachmittag ist bei Herrn Regens Dr. Schmitt, erwähltem Bischof von Fülda, aus der Sekretarie der Breven die telegraphische Nachricht eingetroffen, daß das päpstliche Bestätigungsbreve für ben Hschwür- digsten Herrn Bischof von Rom abgesandt wor­den ist und spätestens Freitag hier eintreffen wird. Die päpstliche Dispens bezüglichbcs Weihetages wird in den nächsten Tagen gleich­falls hier anlangen, sodaß, wenn die landesherr­liche Anerkennung von Berlin rechtzeitig ge­geben wird, woran gewiß nicht zu zweifeln iit, die Bischofsweihe bestimmt am 19. März erfolgt.

(Fuld. Zig.)

Geisa (Rhön), 26. Febr. Hier ist an einem der letzten stürmischen Tage ein Teil des Eisen- bahnlokomotioschuppens abgebrannt.

G. Hanau, 28. Febr. Die städtischen Körper­schaften haben s. Z. den weiteren Bau von Ar­beiterwohnhäusern beschloffen und zu diesen; Zwecke 200 000 dl in den diesjährigen Haus- haltseplan eingestellt. Nachdem geeignete Bau- grundstücke erworben sind, lag der heutigen Stadtverordnetensitzung ein Maaistratsantraq vor, die Genehmigung zur Errichtung von 5 Doppelhäusern mit je 2 Familienwohnungen auszusprechen. Die Kosten eines solchen Doppel­hauses stellen sich auf 19 000 dl, eine Wohnung (2 Zimmer) wird einen Mietwert von 240 .« besitzen. Die Stadtverordnetenversamlung nehmigte die Vorlage mit dem Zusatze, daß 3 Häuser Zweizimmerwohnungen, 2 Häuser dar gegen Dreizimmerwohnungen enthalten folleiz. Fernerhin wurde dem Erwerbe vonGrundstücken zur Errichtung weiterer Kleinwohnungen zuge- stimmt.

Wiesbaden, 27. Febr. Amtlich wird gernel- det :Heute mittag iy2 Uhr sind bei der Ausfahrt eines Güterzuges auf dem Bahnhof Kurve in der Richtung nach Bischofsheim neun Güter- wagen entgleist, wodurch beide Hauptgleise bis gegen 4 Uhr gesperrt waren. Der Schnellzug Sa ist von Wiesbaden über Mainz nach Frankfurt geleitet worden. Die Personenzüge 308 und 313 sind durch Umsteigen an der llnfallstelle durchgesührt worden. Personen wurden nicht verletzt, der Sachsckaden ist nickt bedeutend.

Frankfurt a. M., 28. Febr. Dio hiesige Senckenbcrgfche naturforschende Gesellschaft feierte heute den 200. Geburtstag ihres Stifters durch einen Festakt, bei dem Wirklicher Geheim­rat Professor Schmidt-Metzler als Vorsitzender der Verwaltung die Festrede hielt. Oberpräsi­dent v. Windheim brachte die Glückwünsche der Staatsregierung, Oberbürgermeister Dr. Adickes die der Stadt Frankfurt zum Ausdruck. Anläß­lich der Jubelfeier sind verschiedene Auszcichs nungen verliehen worden. Oberbürgermeister Dr. Adickes und Wirklicher Geheime: Rat Pro­fessor Schmidt-Metzler erhielten den Stern zum Kronenorden 2. Klasse.

Frankfurt tt. M., 27. Febr. Die Zentenar­feier der Theaterpensionskaffe fand heute vor ausvcrkaustem Hause statt. Zur Aufführung gelangtenZehn Mädchen und kein Mann" und das BalettVergißmeinnicht". Mitwirkends waren nur erste Frankfurter Patrizier. Das Haus bot ein überaus glänzendes gesellschaft­liches Bild, und es ist sicher, daß die Pensions- kaffe um annähernd Vi Million Mark bereichert wird.

Westerburg, 27. Febr. In dem nahen Gers/ Hafen stürzte vorgestern der 72jährige Wilh. Horn, der in feiner Scheune auf einem Gerüst zu tun hatte, so unglücklich auf die Tenne herab, daß er einen Armbruch und schwere innere Ver­letzungen erlitt, an deren Folgen er in voriger Nacht gestorben ist.

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