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HHnt worben, ebenso die Unterstützungen der Lmdwtttschastskaimner für den HKfiM« Bienen» stand. Die ganze Ursache sei wohl die, daß der Generalsekretär jedes Jahr vom Casseler Ver­ein Honig bekommen hätte. Nachdem alle ord­nungsmäßigen Wege erschöpft gewesen, zu sei­nem Recht zu kommen, habe er sich in seiner Zei­tung verteidigt. Oekonomierat Eerland aus Gaffel, der als Zeuge vernommen wurde, schil­derte zunächst die Einrichtung und die Befug­nisse der Landwirtschaftskammer. Aus den vom Ministerium für Landwirtschaft zur Verfügung gestellten Mitteln würden die verschiedenen Vereine und Korporationen, die sich der Land- wirtschastskammer anschließen, soweft es die letztere für recht befinde, unterstützt. Auch der Hauptverein für Bienenzucht im Reqierungs- teytf Cassel habe seine Unterstützung bekommen und zwar aus dem einzigen Grunde, weil er der Landwirtschaftskammer angehöre. Der Mar- sturger Verein habe sich dem Hauptverein nicht angeschlossen und aus diesem Grunde habe die ,Landwirtschaftskammer nichts bewilligt. Er für Jeine Person könne daran weder ab- noch zntun. Herr Eerland schilderte dann die Gründung des Hessischen Bienenzüchter - Vereins durch den Machfolger des Lehrer Wiegand, den Lehrer Mimpel in Cassel und die Verhandlungen der iRammer mit dem Marburger Verein. Mit dem Glas Honig, das man ibm jedes Jahr gespendet. Habe es auch seine Richtigkeit, von einem (»Schmieren" können aber keine Rede sein. Ge­legentlich der jährlichen Versammlung des Haoptvermns habe man ihm jedesmal bei der .Verlosung ein Elas Honig gestiftet und das i-abe et angenommen, ohne dafür irgend eine ^Verpflichtung übernehmen zu können. Nachdem der Angeklagte sowohl wie dessen Verteidiger tzrnd der Zeuge auf Befragen des Richters noch Verschiedenes Unklare erörtert hatten, endete der vierstündige Vienenstreit mit der Verurteilung es Angeklagten zu 60 Geldstrafe und Tra­uung der Kosten. Ein Student, der zur Racht- !-eit Spektakel gemacht hatte, wurde zu 5 M -verurteilt. Ein bei einem hiesigen Eeschüfts- sMrnne bedrcnstet gewesener Hausburfche hatte tzinen Diebstahl zum Nachteil seines Arbeit- 'tzebers begangen. Urteil: 3 Tage Gefängnis. Ü ---

? 0 Tappel, 27. Febr. Wie man hort, ging das früher Nau'sche Gut in Beltershausen durch Tausch in den Besitz desLandwirts R. Schäfer in Dreihauien r.^er .

' Niederdieten, 28. Febr. Heute Nacht 2 Lhr entstand in der Scheune der Ww. Joh. Michel II. Hierselbst Feuer, welches Scheune und Wohnhaus einäscherte. Da Wasserleitung vor­banden, konnte der Ort ohne fremde Hilfe das Reuet auf seinen Herd beschränken. Wie das­selbe entstanden, ist nicht zu ermitteln; die Ver­sicherung ist niedrig. Die Familie rettete mit knapper Not das nakte Leben.

Hessen-Nassau lind ÄLchlwrgcüieLt.

~ (:) Cassel, 28. Febr. Im Saale des Lese­museums fand gestern die 20. Generalversamm­lung der Vereinsausschusses derLandwirtschasts- kammer für Kurhessen statt. Nach kurzer Be- tzrüstungsansprache durch den Vorsitzenden, Herrn v. Stockhausen-Abgunst, erstattete Generalsekre­tär Oekonomierat Gerland seinen Bericht. Er- Swähnt sei, daß die von der Regierung zur He­

bung der Landwirtschaft im Kammerbezirk zur Verfügung gestellten 4500 M in zwecken tspre. chender Weise verwendet worden sind. Earten- bauinfpektor Huber-OberWehren machte Mit­teilungen über die Maßnahmen zur Förderung des Obstbaues im Kammerbezirk. Hieran schlossen sich Vorträge des Pros. Dr. Aereboe- Bonn überOrganisationsfragen der Nutzreich- hattung" und des Baumeisters Niemeyer-Han­nover überNeues im landwirtschaftlichen Bau­wesen". Nachdem noch Amtsrat Daupel einige Mitteilungen über die Aenderung der Priimi- ierungsklassen bei den Rindern auf Bezirks­schauen gemacht hatte, wurde die Sitzung ge­schloffen.

Cassel, 28. Febr. Ein gräßliches Ende fand gestern Abend eine in der Leipzigerstraße woh­nende alleinstehende Dame. Die etwa in den 80er Jahren stehende Rentnerin Frl. Siebert, wohnhaft im 2. Stocke des Hauses Rr. 66, ist in ihrer Wohnung lebendig verbrannt. Die Un­glückliche lag krank im Bett und konnte sich nicht erheben, als die Petroleumlampe umfiel und einen Brand verursachte. Als die Feuerwehr eintraf und den Brand löschte, war die Frau be­reits tot.

Eschwege, 28. gebt. Der Versicherungsagent Boni aus Cassel ist mit einer schweren Schuß­wunde im Kopf in das hiesige Krankenhaus ein­geliefert worden. Er wurde wegen Unterschlag­ung und Urkundenfälschung im Auftrage der Casseler Staatsanwaltschaft verhaftet und hat sich in einem freien Augenblick die. Verwundung beigebracht.

Schmalkalden, 27. Febr. In Herges-Vogtei sind drei Wohnhäuser und drei Scheunen nieder- gebrannt.

Aus dem Vogelsberg, 27. Febr. Vom Eisen­bahnbaukomitee Ulrichstein wird neuerdings emsige Tätigkett entfaltet, da zu dem Eisenbahn­projekt MückeUlrichstein immer wieder neue Pläne hervortreten, die das Grundobjett der Ohmtal-Bahn aus seiner zuerst projektterten Richtung immer weiter hinausdrängen. Hoffent­lich wird bald von maßgebender Seite die end­gültige Richtung der projektierten Bahn fest- gelegt. (Gieß. Anz.)

Niederkleen, 27. Febr. Zur Zeit zeigen sich in den Waldungen von Nieder- und Oberkleen (Ausläufer des Taunus) Zahlreiche Wild­schweine. Einige dieser Tiere wurden bereits in den benachbarten Waldungen von Brandobern- dorf erlegt. Gewiß ist diese für unsere Gegend seltene Erscheinung den im höheren Gebirge nie­dergegangenen großen Schneemassen zuzu- schreiben.

Höxter a. d. Weser, 26. Febr. Von einem hie­sigen Herrn, der nicht genannt sein will, wurden zum Bau eines Gymnasiums 150000 Mark ge­stiftet.

Wiesbaden, 28. Febr. Der Parteivorstand der nationalliberalen Partei des 2. nassauischen Wahlkreises hat beim Reichstage Einspruch gegen die Wahl erhoben und einen entsprechenden Wahlprotest eingebracht.

Berleburg, 28. Febr. 101 Böllerschüsse ver­kündeten heute Morgen den Bewohnern Berle­burgs die Geburt eines Erbprinzen in unserem fürstlichen Hause.

Aus Westfalen, 26. Febr. Ein Sinken der Fleischpreise wird aus vielen Städten gemeldet, so aus Soest, Hamm, Hörde, Dortmund usw. Das Pfund Rindfleisch im Einzelverkauf kostet jetzt in Hamm 60 Pfg., in Soest 58 und in Hörde 55 Pfg. Aus der Gegend von Arnsberg und dem Ruhrtal wird auch ein Fallen der Schweine­preise gemeldet.

Warburg, 28. Febr. Auf dem Bahnhofe Altenbeken wurde heute Vormittag ein Schaffner aus Lippstadt vom Zuge überfahren und getötet.

^kMfchtrs.

Düsseldorf, 28. Febr. Wegen dringen­den Verdachts der Genick st arre ist nach Mel­dung derKöln. Ztg."'die siebenjährige Anna Müller aus dem Vsrott Vollmerswerth in das städtische Krankenhaus gebracht worden.

R h e y d t, 28. gebt. Hier ist eine Falsch­münzerwerkstatt entdeckt worden. Ein Schreiner wurde verhaftet, durch die bei ihm ab­gehaltene Haussuchung wurden Metalle, Schmelz­tiegel und Formen gefunden. Der Mann hatte nach derKöln. Ztg." Zweimarkstücke mit dem Bildnis König Augusts von Sachsen und der Jahreszahl 1905 hergestellt und hauptsächlich in Holland abgesetzt.

London, 27. Febr. Der gerettete Matrose Fischer von der Besatzung derBerlin" gab in seiner Unterredung eine lebhafte Schilderung der Vorgänge ans derBerlin". Besonders pries er den Mut der deutschen Frauen, deren Standhaftigkeit in erster Linie wir zu danken haben, daß die an Bord befindlichen Männer den Mut nicht sinken ließen; sie litten ebenso unter der Kälte, wie roh, erzählte Fischer, aber wenn uns die Hände zu erstarren begannen, so erwärmten sie sie uns wieder, sodaß wir im Stande waren, uns an der Leine zur Mole herunterzulassen.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 1. März. Beim Bau der Döberitzer Heerstraße am Stötzensee brach der Damm in einer Länge von 50 Metern zusammen und ver­sank gerade in dem Augenblicke, als ein Zug von 18 Lowries passierte. Sechs Wagen und fünf italienische Arbeiter verschwanden in den eisigen Fluten. Die Arbeiter wurden gerettet. Die Wagen liegen im Grundschlamme etwa H Meter tief. (B. T.)

Stettin, 28. gebt. Die Strafkammet verur­teilte den Kaufmann Pietsch aus Misdroy, der als Kassierer der dortigen Raiffeisensparkasse 45 000 Mark unterschlagen hatte zu 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, obwohl geistige Minder­wertigkeit festgestellt wurde.

Köln, 28. Febr. DerKöln. Ztg." wird aus Remscheid gemeldet: Das Kreiswahlkomitee der Sozialdemottaten legte gegen die Wahl des Professors Eickhoff Widerspruch ein.

Görlitz, 28. Febr. In Anwesenhett des Stif­ters, Geh. Kommerzienrats Miller, des Regie­rungspräsidenten v. Scharr-Thoß, der Spitzen der städtischen und Militärbehörden, sowie der Geistlichkeit und Lehrerschaft ist hier heute eine Lesehalle mit Volksbücherei von dem Ober­

bürgermeister feierlich eröffnet worden. Herstellung der Lesehalle hat einen Koste, wand von 120 000 M erfordert.

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, 3. März 1907.

Lutherische Pfarrkirche.

Vormittag- 9*/» Ilhr: Herr Marter Heermann' (Abendmahl.) ,

SBorm. 11*,« Uhr: Kiadergottesdienst

Nachm. 2 Nhr: Herr Kandidat Koch^ SlisadethNrche.

Vormittag- 9*£ Uhr: Derr Pfarrer Manger.

Nachm. 2 Uhr: Herr Pfarrer Metz.

(In beiden Kirchen KoCette für die Srmeindeu Mellnau, Trockenerfurth und Unterhauns

Rekorwierte Stadt- und NniversttStskirche.

Borm SO» Uhr: Herr Pfarrer Scheffer.

(AmtSwoche.) Meudmahlf Dormiltag» 11*?« Uhr: Kindrrgottesdienst.

Kvmds 5 Uhr: Herr Pfarrer Schindewolf.

Katholische Kirche.

Uhr Heil. Messe mit Frühlehre: Herr Kaplan Hilden. *;

9h» Ufrr Amt u. Predigt: Pfarrer Herr Weber,' Nachmittag- 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

Mittwoch nachmittag 3 Uhr: Kreuzwesandacht.

StodtUkttstou.

Nothergraben 5.

Vormittags 11 Uhr: Sonntagsfchuke.

Abends b*/, Uhr- Verfammtnng.

Montag abend 6*f» Uhr: Blaukreuzversammlung.

Eckwanallee &?a-

Dienstag abends b1/» Uhr: Versammlung.

Methodisten>Gemeinde Eonhftr.u aj

Vormittag» 9-*/i Uhr: Predigt.

Vormittags 11 Uhr: Eonntagsfchule.

Abends 8 Uhr: Predigt.

Mittwoch abend» L»j« Uhr: Bibelstunde.

Aerzllicher SoumagSktenst

am 3. März 1907.

Herr Dr. Becker, Barsüßerstrahe 49.

Herr Dr. Schröder, Frantsurterstr. 20.

Briefkasten der Redaktion.

Abend auf dem Marburger Schlosse. Ihr Gedicht mit dem Anfang:

Des Schloßhofs alte Bäume ' .

Voll Angst zum Himmel schaunl" haben wir gelesen. Die in Ihrem Gedicht« ausgedrückte Empfindung müssen auch wir tei­len, auch uns überlief es eisigkalt, besonders bei der Stelle:

Und aus den Fenstern sehen Gespenster bleich heraus!"

Das ist ja Schauerlyrik?

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Schwache Lustbewegung; vielfach heitere^ trockenes Wettet bei etwas steigender Tew> peratur.

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