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Mitarbeiters stützt, feine Leberraschung, sondern er entspricht durchaus den Erwartungen, die man aus die nationale Gesinnung der deutschen Bundesstaaten gesetzt hatte. Das, er einstimmig, enter Stimmenenthaltung der Vertreter Braun­schweigs, gefaßt worden ist, ist sehr erfreulich und insbesondere muh man dafür denjenigen deutschen Bundesfürsten dankbar sein, die ihren verwandtschaftlichen Beziehungen zum Hause Cumberland keinen Einfluß auf ihre vom deut­schen Interesse eingegebenen Entschließungen ge­stattet haben. Damit ist aus neue entschieden, daß in Anbetracht der Haltung des Herzogs von Cumberland von der Besteigung des braunschwei­gischen Thrones durch einen Welfen keine Rede sein kann.

Verluste in SLdwestaftika. Berlin, 27. Febt. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Gefreiter Adolf Eix, geb. am 5. IX 77 zu Guebs, früher im Jäger-Bataillon Nr. 4, am 22. Februar d. I. im Lazarett Windhuk an eittiger Bauchfellentzündung gestorben. Ge­freiter Anderas Goetz, geb. am 6. 12. 78 ja Hertheim, früher im Landwehrbezirk Würzburg, am 22. Februar d. I. im Lazarett Keetmans- hsop an Typhus und Ruhr gestorben. Sa­nitätsgefreiter Richard Naumann, geboren am 10. 3. 69 zu Neustadt a. O., früher im Land- wehrbezirk Altenburg, seit 8. Februar d. Z. bei Lahnstein, auf Weidepattouille mit Pferd ver­mißt. Nachforschungen erfolglos. Vermutlich Anglücksfall durch Absturz.

Reue Gehöfte in SSdwestafrika. Die Windhuker Nachrichten enthalten einen Bericht über einen Besuch auf einer Anzahl neuer Ge­höfte, die vor kurzem nördlich von Okahandia entstanden sind. Eie gehören zumeist ehemali­gen Schülern der Witzenhaufener Kolonialschule, die, mit genügend Kapital ausgestattet, in kür­zester Zeit ihr Anwesen instandgesetzt haben. Da sie nicht nur in asten Zweigen der Land­wirtschaft, sondern auch in jedem Handwerk aus­gebildet find, waren sie in der Lage, ihre Wohn­häuser und Betriebsgebäude ohne fremde Hülfe Mlfzubauen. Die neuen Farmer haben sich m die afrikanischen Verhältnisse gut eingelebt und fcl)en der Zukunft mit Vertrauen entgegen. Ihre Anwesen haben den landesüblichen Um- fang von 5000 bis 7000 ha.

Ausland.

- = Französische Hebelgriffe in Marokko. Der Tangerer Korrespondent derKölnischen Ztg." bestätigt nach eingezogenen Erkundigungen, daß rus fast atten marokkanischen Küstenstädten die Lkeichzeitige Errichtung von Stationen für Fun­kentelegraphie durch ein französisches Konsortium dem das Comptoir d'Escompte nahestehen soll, gemeldet wurde. Auch in Tanger wird eine solche Station errichtet. Englische und deutsche Kaufleute sprechen sich erregt über einen solchen Plan aus. Ein bedeutender Wolleiporteur er­klärte, durch die französische Kontrolle der Woll- kurse würde der nichtfranzöfische Handel auf das schwerste geschädigt. Auch die Kursspekulation mit marokkanischem Silbergeld würde durch die " ^llschast kontrolliert werden. Der Machsen .. keine Konzession für Funkentelegraphie zu »ergeben, was er auch nach der Mgecirasatte Richt tun kann.

Marbnnf und Ningrtzcnd.

«Nachdruck aller Origmalartikel ist gemäß $ 18 bei Urheberrechts nur mit der deuilichen Quellenangabe

V »Oberheff. Ztg " gestattet)

Marburg, 1. März.

_ )( Universität. Morgen Sonnabend, den 2L März, mittags 12 Uhr, habilitiert sich im Hörsaal der chirurgischen Klinik Dr. med. Wil­helm Danielsen mit einer Anttittsvorlesung überDie Chirurgie der Speiseröhre."

. )( Semesterschluß. Jedesmal wenn ein Se- : Mester seinem Ende naht, läßt man die Ein- fwohnet noch einmal durch allerhand ulkhafte Umzüge das studentische Leben kosten. Auch diesmal wurde es so gehandhabt. Dem vor einigen Tagen in den Zeitungen geäußerten Wunsche, daß die Bürger zu Ehren des Abschieds der 4. Semester der 3 hiesigenBurschenschaften am Donnerstag die Häuser durch Aushang von Fah- een schmücken möchten, war man selbstredend »achgetommen. Warum denn auch nicht; herrscht doch von jeher zwischen der Marburger Bürger­und der Studentenschaft das beste Einvernch- men und vergnügt schaut der Bürger zu, wenn die Musensöhne durch die Straßen ziehen. Ee- jtern glaubte man nun, es gäbe etwas ganz

pontsch- Evangelischer Frauenbund.

4 Borträge des Herrn Professor D. Bauer: Predigten Schleiermachers über de« christlichen Hausstand.

fSchlutz.)

-- Die beiden nächsten Hausstandspredigten Schleiermachers behandeln ein Verhältnis, dessen Schwierigkeiten durch Jahrhunderte und Jahrtausende sich gleich geblieben find: das Ver- HSUnis der Gebietenden zu den Dienenden. Mit feinem Verständnis und großem Taft sucht der Prediger den Nachteilen des Verhältniffes ge­recht zu werben. Er nennt es: Notwendiges Lebe! für beide Teile, und daß ein gutes Ver­hältnis ein glücklicher Zufall sei. Man gleiche die Ungleichheiten aus. Die Herrschaft Ehle sich als D i e n e t Christi; sie ersetze den Dienenden die Heimat, sei ihnen Vorbild, helfe ihnen sich vorzubereiten für eignes Hauswesen; pe übe Nachsicht mit den Schwachheiten und «hre mit den Dienstboten ein christliches Leben. Die Dienstboten ermahnt er sich alsFrei- eelaffene des Herrn ju betrachten, und darum ihre Arbeit als Ehre und nicht als liebel anzusehen, weil sie aus freien Stücken geleistet wird, weil sie Wert hat für das Haus, in wel­chem sie geschieht in aller Treue. Im Grunde frien die Fottwrunaen. welche er stelle, nut die

Autzergswöhnktches unv aus Viesern Grunde füllten sich in den Nachmittagsstunden die Stra­ßen und Gaffen mit Neugierigen. Bald nahte auch der originelle Auszug. Hinter der Musik­kapelle schritt eine sonderbar kostümierte Ge­stalt, die ein großes Plakat mit der Aufschrift: Abschied von Marburg, Parole Arbeit!" trug. An dem Schild hing ein alter Hut, Kolleghefte, Mappen, Stammfeidel usw. und was nicht ver- geffcn sein soll, einarmes Herz". (Hoffentlich ist es nicht gesprungen.) Zu zwei und zwei folgten dann in ihren Kneipanzügen usw. etwa 40 Studenten. Nach dem Umzug durch die Straßen folgte auf dem Marktplatz ein kleiner Festakt, der in dem Absingen des LiedesStoßt an. Marburg fall leben", einer Festrede usw. bestand. Darauf zogen die Studenten in ein Bierlokal, um dort die Abschiedsfeier zu be­schließen. Mögen die Scheidenden Marburg allezeit ein treues Gedenken bewahren und spa­ter hier wiedereinkehren, um die alten Erin­nerungen aufleben zu taffen!

" Abiturientenexamen. Am Dienstag, den 8. März, findet an der hiesigen Oberrealschule die mündliche Reifevrüfung unter dem Vorsitz des Herrn Direktor Dr. Knabe als Königlichem Komrniffar statt. Am Freitag, den 8. März, wird Herr Nrovinzialschnlrat Dr. Baier die Prüfung von neun bet Anstatt überwiesenen Extraneern leiten.

Reform des höheren Mädchenschulmesens. Wit erhalten folgende Zuschrift: Da in ringe» weihten Kreisen mit immer größerer Stärke die Befürchtung austritt, daß bei der bevorstehenden Neuregelung des höheren Mädchenschulwesens in Preußen der Charakter bet höheren Mädchen­schule als einer höheren Mädchenschule wieder zweifelhaft bleiben wird, so haben sich die unter­zeichneten das höhere Mädchenschulwesen Preu­ßens umfassenden Vereine zu folgender Erflä- rung zusammengeschlossen: Die Unterzeichneten halten es für die unerläßliche Grundlage einet Neugestaltung des höheren Mädchenschulwesens, daß die höhere Mädchenschule in jeder Bezieh­ung zu den höheren Lehranstalten gerechnet, derselben Abteilung des Ministeriums unter­stellt wird, bet die höheren Knabenschulen unterstehen, uiA den Bedingungen einer höhe­ren Lehranstalt voll entspricht. Mit bet Er­füllung biefer Forderung steht und fällt nach Ansicht der Unterzeichneten bet Erfolg bet in Aussicht genommenen neuen Lehrpläne. All­gemeiner Deutscher Lehrerinnenverein. Helene Lange, Vorsitzende. Deutscher Verein für das ?höhere Mädchenschulwesen. Direktor Dr. Raß» elb, Vorsitzender. Preußischer Verein öffent­licher höherer Mädchenschulen. Direttor Jökel, Vorsitzender. Vereinigung von Direktoren öffentlicher höherer Mädchenschulen. Dirritor Dr. Gertb Vorsitzender. Dieser Erklärung schließen sich an: Allgmeiner Deutscher Frauen- verein. Helene Sange; Vorsitzende. Verein Frauenbildung Frauen studium. Adelheid Steinmann, Vorsitzende.

* März. Der März, der LenMonat, ist wieder da. Schärfer, als im Februar, demun­echten" Monat, wird der Kampf zwischen Win­terfrost und Fröhlingswärme in diesem Monate, der bei den alten Römern dem Kriegsgotte Mars geweiht wat und nach diesem den Namen Martius erhalten hat.

Horch, wie brauset bet Sturm und bet schwellende Strom in bie Nacht hinein?

Schaurig süßes Gefühl! Lieblicher Frühling, bu nahst!

Ja, der Frühling naht: am 21. März, dem Tage der Frühlings-Tag-, und Nachtgleiche, hält der langersehnte Lenz seinen kalender- mäßigen Einzug bei uns. Blumen und Blüten melden es uns: Märzveilchen und Maßliebchen, Anemonen und Seidelbast, Aprikosen und Ronnenkttichenstrauch. Der fahrende Sperling baut sich solid fein Heim, Stare und Amseln, Bachstelzen und Rotkehlchen beziehen ihre Re­ster, und überall erschallt Vogelgesang von den Zweigen. Die Ameisen kommen hervor, allerlei Käser eilen über den Weg, und mancher Schmet­terling flattert schon durch den Hellen Sonnen­schein. Aus den Häusern treibt man die dumpfe Winterlust, und wenn auch der Ofen noch nicht zur Ruhe gestellt wird, durch die offenen Fen­ster flutet es herein wie neues Leben. Die Sonne tritt im März in das Zeichen des Wid­ders, und die mittlere Temperatur ist kleiner als im Februar, aber größer als im April. Warme und trockene Witterung sagt der Vege­tation am meisten zu, daher sagen die alten Bauerregeln:

Auf Märzregen

Folgt kein Sommersegen.

* Trupenitbungsvlatz. Das zwischen Ohrdruf und Arnstadt gelegene Rittergut Tambachshof ist vom Rer^smilitärfiskus angekaust worden, - - -1 - ~ allgemein christlichen, welche ganz von selbst im­mer mehr die Ungleichheiten aufheben; auf diese Weise würde jedes Haus ein Teil der Gemeinde Christi. Denn beide, Herrschaft und Dienst­boten, sollen das gemeinsame Werk des Herrn treiben. Auch hier ist die 2. Predigt eine Er­gänzung bet ersten. Einsicht in den Willen Gottes fordett Schleiermacher um ben Wert eines Lebensoerhältniffes zu erkennen. Kol. 3, 22, 4. gibt Antwort für solche, welche verlangen auch die Einzelheiten kennen zu lernen. Der Apostel zeigt den Dienstboten ihre Fehler gegen die rechte Freiheit: Mißmut bringen sie mit, während ein frohes Herz den Beruf lieb ge­winnt. Augendienst treiben sie, während Auf­richtigkeit Gottes Dienst ist. Was folgt da na­türlicher aufeinander als Verlust des Ver­trauens und der Lebensheiterkeit für Augen- bienerei und Mißmut. Die Fehler der Gebieten­den find: Parteilichkeit, während Gerechtigkeit dem Diener Christi ziemt; drohen mit Gewalt und doch ist die Gewalt nur anvertrautes Gut. Und als Folgen von Parteilichkeit und lleberhebung: Streit und Unzufriedenheit. Die Fehler beider Teile greifen ineinander und er­zeugen sich wechselseitig. Eindringlich mahnt Schleiermacher hier Wandel zu schafft», neue, gute Sitte einzuführen. Nicht auf Kleinig­keiten, auf das Ganze richte man ben Blick; dann werden Wahrheit 8_nd Offenheit befördert«.

da das ganze Gelände zur Anlage des Truppen­übungsplatz für das 11. Armeekorps benötigt wird. Die Ankäufe durch den Reichsmilitär- ffskus werden in der genannten Gegend fortge­setzt, sodaß zu erwarten steht, daß die Anlage bes Uebungsplatzes frühzeitiger beendet sein wird, als vorgesehen ist.

Das neue Jagdgesetz. Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus« geht derFritzl. Ztg." fol­gende interesiante Mitteilung zu: Das neue Jagdgesetz, welches so einschneidende Bestim­mungen für Heffen durch di« Abschaffung der Eigenjagdbezirke von 100300 Morgen ent­halt, ist an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen worden. In diese Kommission sind von den hessischen Abgeordneten gewählt die Herren: v. Baumbach für Homberg-Ziegenhain, Gleim für Fritzlar-Melsungen, Oberforstmeister Kaute für Hünfeld-Gersfeld. Da die erdrückende Mehrheit der 440 Abgeordneten für Beseitigung der kleinen Jagdbezirke sind werden die 14 hes­sischen Abgeordneten darauf bedacht sein, das Gesetz betreffs der Entschädigung der ihre Rechte verlierenden Grundbesitzer und in seinen son­stigen Teilen so günstig wie möglich für Heffen |u gestatten. Voraussichtlich wird der Zagd- pachtertrag für die Folge nicht mehr in bie Ge- meindekaffe fließen, sondern wahrscheinlich an die Grundbesitzer nach Maßgabe ihres Besitz­tums vetteitt werden. (6s handelt sich hier be­kanntlich in Kurhessen um eins von den alten Rechten, das im Jahre 1866 garantiert wurde und für helfen Erhaltung die hessischen Abge­ordneten rinzutteten aufgefordert wurden.)

Rationaler Gesangs-Wettstreit. Der Ge­sangverein Liedertafel, Marburg a. L., gibt in einem zweiten Rundschreiben die Bedingungen für den am 7. Juli d. I. Hierselbst stattfindenden nationalen Gesangs-Wettstreit bekannt. Danach besteht das Vreisfingen in einem Klaffen- und einem Ehrenklaffensingen. Die wettstreitenden Vereine singen in vier Klaffen, je nach der Zahl ihrer mitwirkenden Mitglieder. Marburger Gesangvereine treten nicht mit in Wettbewerb. Die drei Vereine, welche in ihrer Klaffe im Klaffensingen dis höchsten Punktzahlen erreicht haben, werden als entsprechende Ehren - klasse zum Ehrenklaffensingen zugelaffen. Die Anzahl bet Preise richtet sich nach der Zahl der am Wettstreite beteiligten Vereine, und zwar in der Weise, daß auf jeden zweiten Verein im Klaffensingen ein Preis kommt. Als Preise sind Geldpreise in Höhe von 75500 «st, sowie Kunstgegenstände vorgesehen. In jede der vier Ehrenklafsen fällt ein Ehren­preis. Im Klassensingen fingen 1. und 2. Klaffe einen aufgegebenen Kunstchor, 3. und 4. Klaffe einen aufgegebenen Chor im Volkston, sowie nach freier Wahl ein Volkslied, ober ein als solches geltendes vottstümliches Lied, mit dem der betreffende Verein noch keinen Preis errungen hat. Im Ehrenklassenfingen soll rin selbstgewählter Kunstchor zum Dorttag kommen, mit dem der betreffende Verein noch keinen Preis errungen hat. Jeder Sänger darf nur in einem Verein mitsingen und mutz dem­selben vom 1. Januar 1907 ab als aktives Mit­glied angehören. Kunst- und Berufssänger find von bet Beteiligung ausgeschlossen, selbst wenn sie Mitglieder des Vereins find, ebenso fremde, dem Verein nicht angehörige Sänger. Auch ist keinem Verein gestattet, mit einet ausgewählten Anzahl seiner Sänger aufzutreten. Das Preis­gericht wird aus bewährten Fachleuten zusam­mengesetzt. Di« Namen der Preisrichter werden bis zum Auftreten streng geheim gehalten. Das Ergebnis des Wettstreites wird abends 6 Uhr in der Festhalle verkündigt, worauf die Aus­teilung der Preise und Ehtendiplome erfolgt. Der Sängerbritrag beträgt für Karte und Festbuch 1.50 X Inaktive Mitglieder der teil­nehmenden Vereine können, wie die Sänger Festkarten nebst Festbüchetn zu gleichem Preise (1.50 «st) erhalten, wenn die Bestellung bis svätestens 8. Juni 1907 beim ersten Schrift­führer, F. Petry, erfolgt ist. Andernfalls haben sie am Festtage ben Preis einer Vollkatte zu zahlen. Di« zum Ehrenklaffensingen zugelas­senen Vereine haben am Nachmittag des 7. Juli in bet Festhalle einen beliebigen Chor votzutra- gen, wenn sie nicht davon entbunden werden. Etwaige Anttäge seitens bet am Wettstreite teilnehmenden Vereine kommen, wenn dieselben spätestens bis zum 1. April 1907 beim Vorsitzen­den schriftlich eingereicht sind, auf dem am 14. April 1907 dahier abzuhaltenden Vertretertage zur Besprechung und Abstimmuirg.

* Theater. Wegen Raummangels mutzte lei­der die Theaterkritik überWas Ihr wollt" auf morgen zurückgestellt werden.

* Zur Schnepfenjagbl Okuli? Da kommen sie! heißt das altbekannte Jägerfprichwort. Ob

wird bas Band fester geknüpft. Alles wird besser, find wir auch hier die Spender bet Gnade Gottes!--

Die 4. Stunde brachte erst die 9. Predigt über die Wohltätigkeit, welche Herr Pro­fessor Bauer nut kurz erwähnte. In der 8. Pre­digt, über die Gast freundschaft, meint Schleier­macher, bas christliche Haus bedürfe scheinbar keiner Erweiterung. Ein Zusammenleben in Tüchtigkeit und Lieb« fei sich selbst genug im engen Kreise. Aber ein solches Haus birgt auch einen stol^n Schatz, an dem es andre teilneh- men lassen soll. Bewirtung, alle leiblichen (5 a-- ben, so weit sie nicht übet den Rahmen des Ver­mögens hinausgehen, dürfen nicht fehlen bei bet Gastfreundschaft; aber diese soll den hohcrn Geist christlichen Lebens offenbaren, die geistige Erquickung ist bie wichtigere. Beide sollen eng neben einander stehen; der leibliche Ge­nuß s e i M i t t e l d e m g e i st i g e n z u b r e - neu, sonst ist der Zweck bei Gesellig­keit » e r f e h l t. Das Christentum vergenngt naturgemäß jedes Leibliche. So stehen Gan- gebcr und Gäste in Wechselbeziehung. Das christliche Haus teilt von dem ihm innewohnen­den Glück mit, in seinen Mauern verwandelt es sich zum Segen für den Gast. Der aber bringt das beste, was er hat, hinzu, und Geben und Rehmen wird so zum beglückenden Wechselseiti- g«. Wl« aus uralter Zeit die Erzählung vom

dcks auch in diesem Jahre juireffen wird, muß für den nächsten Sonntag seht abgewartet werden. Keine Regel ohne Ausnahme, bentt wenn rauhes, kaltes Wettet mit Regen und Schneestiitmen eintritt, kann auch leicht das be­kannte Reimlein sich wi« folgt umänbern: ~

Okuli vermiß ich sie, fiätare Gatt bewahre, Subito find sie noch nicht da. Palmatum Trallarum!

)( Etta flammet. Trotzdem der heutige erste Fall als seht unwesentlicher Natur b«< zeichnet werden konnte, bot er doch weiteres In­teresse. Angeklagt wegen Unterschlagung bezw. Hehlerei waren bet Landwirt I. Haas und bet Echrnieo I. Kunz aus Ni-dethülsa. Haas hatt< auf bet Landstraße einen . alten Schraubend schlüssel gefunden und diesen mit nach Hause g« nornmen. Arn anderen Tage macht ihm bet Schmied Kunz eine kleine Arbeit und Haas gab ihm dafür ben Schlüssel. Nachher mürbe dieser von einem anderen Schmied, der ihn ver­loren hatte, reftomierf. Gegen bas schöffen- gerichtliche Urteil, welches aus Freisprechung ge­lautet hatte, war Berufung eingelegt worden. Haas mochte heute zu seiner Entschuldigung geltend, daß im Bürgerlichen Gesetzbuch bet Passus enthalten sei, daß man gefundene Gegen­stände unter 3 M Wert nicht abzugeben brauche. Dadurch sei et irregefiihrt worden. Das Gericht ließ diese Entscheidung gelten wies aber beson­ders darauf hin, daß man kraft dieses Para­graphen gefundene Sachen, bie nur einen Wert bis zu 3 Jt haben, nicht behalten darf. Man kann einen solchen Gegenstand wohl verwahren, ist aber stets verpflichtet, durch Anzeige oder sonstige Bekanntmachung sich zu bemühen, dem Verlierer sein Eigentum wieder zuzustellen. ist demnach absolut irrig, daß gefundene Gegen­stände unter 3 M Wert mir und dir nichts in das Eigentum des betteffenben Finders über­gehen.

)( Schöffengericht. In bet gestrigen Sitzung des Schöffengerichts beschäftigte man sich in den ersten 4 Stunden mit zwei Preßprozeffen. Zu­nächst handelte es sich um gegenseitige Beleidig«' «ngsklagen zwischen einem Herrn Henzel ans Cassel, bet als Redakteur bet SchriftDie Biene" zeichnet, sowie dem Lehrer Fett aus Niederzwehren, einem Vorstandsmitglied des Casseler Bienenzüchter-Vereins einerseits und dem Redatteur betNeuen Bienenzeitung" in Marbach, demLehrer Freudenstein, andererseits. Die beiden Bienenzritungen hatten so lange sich gegenseitig befehdet, bis gegenseitige Klagen daraus entstanden. Das Ende der Angelegen­heit war, daß ein Vergleich unter Teilung der Kosten zu Stande kam. Die andere Sache war schon ernster. Hier handelte es sich um einen Artikel in derNeuen Bienenzeitung", durch den sich der Eeneralsekretät der Landwirtschaft«- kämmet zu Cassel, Oekonomierat Gerland, be­leidigt fühlte. Man hatte dem letzteren in fettem Druck oorgeworfen, daß et sich von den Casseler Bienenzüchterverrinschmieren" lasse und daher komme es, daß man den Marburger Bienen­züchter-Verein so bei Seite stelle, ihm seitens bet Lanbwirtschaftskammer nicht mit Unterstütz­ungen versehe und auch die Abhaltung eines Lehrkurses für Bienenzüchter seitens des Herrn Freudenstein vereitelt habe. Dies etwa soll der Inhalt des Attikels, der in der gestrigen Sitz­ung verlesen worden war, gewesen fein. Der Angeklagte machte von seinem Verteidigungs- recht ausgiebigsten Gebrauch. Er schilderte zu­nächst, daß man im Amtsblatt bet Landwirt- schastskammet scharfe Angriffe gegen ihn und seine bienenwirtschastlichen Methoden gerichtet. Die von ihm eingesandten Berichtigungen hätte man ihm versagt oder nur in knappster Form auf genommen. Herr Freudenstein beschrieb fer­ner in eingehendster Meise seine neue Durch- winterungslehre und auf welche Weise man am besten bie Ruhrkrankheit bet Biene bekämpfe und verband damit eine Schilderung, wie der Kunsthonig hergestellt würde. Er habe dann »egen seiner neuen Methode, und um in weite­ren Kreisen bekannt zu machen, wie man im Winter mittelst Zuckerfütterung bie Ruhrkrank­heit bekämpfen und Honig probateren könne, bei bet Regierung um Genehmigung zur Ab­haltung eines Lehrkursus nachgesucht. Der Minister habe diese, Eingabe mit der technischen Begründung an die Landwirtschaftskammer ge­sandt und dies« habe sie zur Begutachtung an ben Vorsitzenden des Gesamtvereins hessischer Bienenzüchter, ben inzwischen verstorbenen Leh­rer Wiegand in Altenbauna weiter gegeben. Das Resultat sei aewelen, daß man aus seiner Eingabe einige Sätze herausgegriffen und so sei ein Zerrbild entstanden. Auf feine Erwiderung hin habe man ihm seinen Kursus vereitelt i$nb ihn im Amtsblatt angegriffen. Die vom Mar­burger Verein gemachten Eingaben seien abge-

Besuch der Engel bei Abraham und Lot herüber- tönt, soll jedes christliche Haus allezeit bereit sein Engel zu empfangen. Und der East, wel­cher Trost binetnbringi und dem Eastbereiten so zum Gleichgewicht bet Seele verhilft, der ist in der Tat seinem Haus ein Engel. Es gibt viel­fach Gelegenheit, daß einer dem andern Engel Gottes sein kann. Und je tiefer man durch­drungen ist davon, daß es gegenseitig gilt sich geistig das beste zu geben, um so mehr wird man bemüht sein alles Fremde. Störende aus seinem Kreise fernzuhalten. Der Segen wird groß sein, wenn wir gegenseitig Geistiges geben und empfangen. Schleiermacher besaß Realismus genug um alle Lebensverhältnisse klar zu überblicken; er stellt keine Forderungen, denen nicht nachzulonnwni ist. Was aber beim Lesen seiner Predigten so mit Begeisterung folgen lehrt, ist sein Optimis­mus, das hineinverwobene Ideale, welches allen Verhältnissen die Möglichkeit zeigt sich aus Knechtschaft und Angst in sonnige Höhen $u er­heben. Schleiermachers idealer OvtimisMus wurzelte aber in der wundervollen Zeit, welche große, freie Geister: Kant, Herder, Goethe, Schiller gab. Da finden wir ihn zuerst, der bas Volk mit fortriß, daß es die Kraft aus sich er« zeugen konnte die durch die Freiheitskriege httzK durchführte! v