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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.«

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TtitrtcljS-rNcher Bezugspreis^ btt ver Expedition 2 MH, btt allen PostLmtcrn 2,25 M. Kejcu Bestellgeld).

AnfertronSgebühn die gespaltene Zeile over deren Raum 15 Pfg, Reckawen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Dienstag 26. Februar »1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imd Verlag' Zoh. Lug. Koch, llmversitätS-Buchdruckerck Marburg, Markt 21. Telephon 55.

42, Jahrg.

Bestellungen

für den Monat Mürz auf die vberhesfische Zett««-" nebst thron Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch« Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriestrügern ent» Segengenommen.

Einigung nn- Verrat.

Wie schon mehrmals erwähnt, hat der freisinnige Volksparteiler Eickhoff das Glück gehabt, in zwei Kreisen gewählt zu werden, in Mühlhausen - Langensalza mit Unter­stützung der Sozialdemokratie gegen den' Reichsparteiler Freiherrn von Zedlitz und in Lennep-Mettmann mit Unterstützung der rechts» stehenden Parteien gegen die Sozialdemokratie. Er hat das Mandat für Lennep-Mettmann an­genommen, so daß in Mühlhausen-Langensalza eine Neuwahl notwendig wird. Wie in den letzten Tage» zunächst verlautete, haben die Konservativen, der Bund der Landwirte, die Nationalliberalen und die Freisinnigen sich in diesem Kreise verständigt und den früheren preu­ßischen Handelsminister v. Möller auf den Schild erhoben. An diese vermeintlichen Tatsachen airknüpfend bemerkt dasBerl. Tageblatt":

Mit unsäglichem Mißbehagen hat man in allen liberalen Kreisen das Verhalten der Frei­sinnigen im Wahlkreise Mühlhausen-Langen- salza verfolgt. Dort war der Kandidat der frei- sinigen Volkspartei Eickhoff in der Stichwahl gegen den Kandidaten der Reichspartei Frhrn. v. Zedlitz-Neukirch gewählt worden. Eickhoff hatte infolge eines der groben taktischen Fehler der Parteileitung, an denen dieser Wahlkampf überreich war, das Unglück, in zwei Wahlkreisen gewählt zu werden. Er entschied sich für Lennep- Mettmann. Vielleicht war auch das ein taktischer Fehler, vielleicht war es sogar ein Wortbruch. Jedenfalls machte sich für Mühlhausen-Langen­salza eine Nachwahl nötig.

Die Freisinigen in Mühlhausen-Langensalza ärgerten sich, weil sie sich vor einen zweiten Wahlkampf gestellt sahen; das ist menschlich zu verstehen. Unverständlich aber bleibt es, wie sie nun auf einmal die liberale Flinte ins Korn werfen und emphatisch erklären können: Wir wühlen zum zweiten Male keinen freisinnigen Kandidaten wieder. Was in aller Welt kann denn der Liberalismus dafür, wenn eine frei­sinnige Partei einen taktillben Fehler mackt? Soll im Reichstage die Reaktion verstärkt wer­den, weil Herr Eickhoff sich für Lennep-Mett­mann entschiede» hat? So weit darf eine an sich

iS (Nachdruck verboten.)

SÄatten.

Roman von B. v. d. Lancken.

(Fortsetzung).

_ Die beiden jungen Frauen hielten sich um­schlungen, und Eva war seltsam bewegt. Sie wollte sich eben aus den Armen der Freundin aufrichten, als von der Tür des Etzzimurers her eine lustige Männerstimme rief:

Beneidenswert die eine wie die andere!" Eine zweite Stimme akkompagnierte diese Worte mit herzlichem, wohltönendem Lachen.

Erschrockstt gab Gabriele Eva frei, und tief errötend wandten sich beide um. Ebert stand in der halbofsenen Flügeltür und Felfenbach blickte ihm über die Schulter.

Georg

Rupert

Ihr, und jetzt schon?" scholl es von den rosi­gen Frauenlippen, ehe die bärtigen Männer­lippen sie mit herzlichen Küsten schloffen.

Unsere Sitzung ist vertagt, gottlob." be­richtete Felsenbach,nun wollen wir hübsch bei uns zusammen bleiben. Setz dich, Georg aber laß mir den Platz neben deiner Gattin und du, Gabi, sorge für einen frischen, nicht zu schwachen Mokka, ich hole inzwischen das Unent­behrlichste zur Gemütlichkeit eine leichte Upmann!"

Hör' mal," tief Doktor Ebert ihm nach, wenn du neben Eva sitzen willst, so wirst du nichts dagegen haben dürfen, wenn ich Frau von Felsenbach um die Gunst bitte, an ihrer Seite Platz zu nehmen. Sie gestatten. Gnädigste?"

..Natürlich, lieber Doktor," lachte Gabt, aber Sie dürfen nicht zürnen, wenn ich meine Aufmerksamkeit zwischen Ihnen und dem Kaffee- kocheu teile."

Sie schellte und befahl dem Diener, einen frisch gefüllten Teekessel mit Wasser zu bringen.

berechtigte Verstimmung nicht gehen, daß man am Liberalismus Verrat übt."

Da haben wir den Salat! Sobald Rational- liberale und Freisinnige Zusammengehen und die Freisinnigen haben den Mandatsgewinn, dann ist das liberale Einigung und die Rational- liberalen werden öffentlich als brave und niitz- liche Glieder der menschlichen Gesellschaft be­zeichnet. Gehen aber Nationalliberale und Frei­sinnige Arm in Arm und die Nationalliberalen dürfen die Hand nach dem Mandat ausstrecken, dann ist das Verrat am Liberalismus und der Oeffentlichkeit muß klar gemacht werden, daß die Nationalliberalen genau genommen gar keine Liberale sind. In dieser Weiss über$et= rat" zu jammern, ist aber im Anschluß an die Neuwahl in Mühlhausen-Langensalza geradezu der Gipfel der Torheit. In diesem Kreise war das Zentrum bereit, bei der Neuwahl gleich im ersten Wablgange für den Konservativen zu stimmen, falls nicht wieder Frhr. v. Zedlitz als Kandidat anfgestellt werde. Dann würde der Freisinn überhaupt nicht in dieStichwahl gekom­men fein und das Mandat wäre den Konservati­ven zugefallen. Trotz dieser günstigen Aussichten sind auch hier wieder die Konservativen selbstlos genug, von vornherein für denLiberalen zu stim­men, sogar für den Liberalen von Möller. Die Freisinnigen aber könnten sich unter diesen Um­ständen rühmen, das Mandat zwar nicht dem Freisinn, aber doch dem Liberalismus erhalten zu haben. Dies aber nennendie um Moste": Verrat am Liberalismus!

Im übrigen ist nach den neuesten Nachrichten bereits ein besonderer Kandidat des Bundes der Landwirte aufgestellt worden, und vermutlich werden auch die Freisinnigen auf den Versuch nicht verzichten, ihren bisherigen Besitzstand zu behaupten.

Aus Mazedonien.

Aeber das Wiederaufleben des Bandenun­wesens in Mazedonien wird aus Athen vom 21. Februar berichtet:

Zur Unterstützung der aus Bulgarien und Mazedonien flüchtigen Griechen, deren Strom, anstatt nachzulasten, jetzt mit Beginn des Frühjahres wahrscheinlich weit stärker werden wird, bat sich hier ein Verein gebildet, an dellen Spitze die Königin Olga steht. Eine in den letz­ten Januartagen abgehaltene grobe Wohltätig­keitsvorstellung im hiesigen Königl. Theater hatte einen großen finanziellen Erfolg. Und trotzdem bleibt viel Elend ungemildert, in Ma­zedonien selbst, wo der Einfluß des Auslandes nicht hinreicht.

Schon mehren sich wieder die Nachrichten von dem Wiederaufleben des Bandenunwesens. Trotz der Versicherung der bulgarischen Reoie- rung, daß sie die Grenze überwache und keine Banden nach Mazedonien hinüberlasse, ent­falten die Komitadschis und die revolutionären Komitees eine von Tag zu Tag steigende Tättg-

Wo habt ihr nun gespeist?'' fragte Eva ihren Gatten.

Wir? Im Kaiserhof. Ich ging, da ich die Aufforderung noch in der Redaktion erhielt, dorthin, um Rupert zu treffen, traf ihn auch richtig, und in der Voraussetzung, daß die Da­men sowieso schon aemeist haben würden, aßen wir gleich da und fuhren dann hierher."

Felsen.bach erschien mit den Upmanns, Gabi batte ihren frischen Aufguß präpariert, und es folgte nun jenes harmlos-lröbsfche Zusammen­sein, wie man es unter gleichgestnnten, zufrie­denen und angeregten Menlchen findet.

Scherzreden und Neckereien flogen zwischen den Ehepaaren bin und ber, auch wurde dies und jenes berührt, was auf den Gebieten der Kunst und Literatur von sich reden machte, und als die Männer schließlich die brennendsten politisch-n Fragen zu erörtern begannen, gingen die Freun­dinnen in Gabis Musikzimmer, das neben dem Eßzimmer auch nach dem Karten hinaus ge­legen war. Währenddem auf der Tetralle übet den Erfolg oder Mißerfolg einet neuen Votlage im Reichstage debattiett wurde, erklangen durch die geöffneten Fenstet, von frischen, weichen Stimmen gesungen, die süßesten Liebeslieder, in denen zwei glückliche Fraueuberzen all' ihr Fühlen, ihr Jauchzen und Hoffen austönen tiefen.

Zum Tee konnten Eberts trotz ehrlicher Bit­ten Ruperts und seiner Frau nickt bleiben, da Georg noch einen Leitartikel zu schreiben hatte und gleich von der Bellevuestraße aus in seine Redaktion ging, während Evi nach Hause fuhr.

Felfenbach und Gabriele blieben nun allein, und als das Ehepaar sie verlaßen, kehrten sie Arm in Arm auf die Tetraste zurück und stiegen von da in den Garten hinab, dessen sie sich unge­stört erfreuen konnten, da die Bewohner der Beletage, denen die Mitbenutzung zustand, schon seit einigen Wochen verreist waten und votaus» sichtlich noch lange nicht zurücklehren würden. Det Gatten ging etwa- übet die für bttartige

Gärten hergebrachte Kleinheit hinaus, hatte einige scböne alte Bäume und Bosketts nebst Rasenflächen aufzuweisen und war so geschickt angelegt, daß er mit seinen verschlungenen Wegen einen noch größeren Eindruck machte. Die 5>aupt»ierde war eine prächtige Kastanie, in deren Schatten ein Etablissement eleganter und bequemer Gartemöbe^ zum Niedersitzen einlud. hierher lenkten Rupert und Gabriele ihre Schritte, und von des Gatten Arm fest um- schlunaen, lehnte die Frau ihr Köpfchen an keine Schulter und blickte zu dem abendlichen klaren kümmel empor, an dem bier und da rosige Wölkchen auftauchten, die Kastanie rauschte leise und streute, wenn ein warmer Luftzug durch die Zweige strich, weiße Blüten über die Beiden. Es mar ein stiller, warmer Maiabend.

Gabi, mein Weib," sagte Rupert innig, meine süße Frau, mein kleiner Schatz," setzte et leiser hinzu, sich zu ibr niederbeugend, erst ihre Wange, dann das Gesicht mit seiner Hand em- porrichtend, auch ihren Mund küsteud. Sie sahen sich sekundenlang schweigend in die Augen, dann nahm Gabriele seine schöngeformte Rechte, strei­chelte sie und drehte spielend den Trauring am vierten Finger.

Ich habe deine Schwester heute vormittag gesehen," sagte Felsenbach.

Gabi wußte nicht recht, weshalb sie diese Be­merkung peinlich berührte und plötzlich schoß ihr die Erinnerung an Ullas Worte durch den Sinn.Deine Verbindung mit Felsenbach ist eine Unnatur, und die Stunde wird nicht aus­bleiben, in der du sagst: Die Hand, in die ich die meine lege fürs Leben, hat meinen Bruder ge­tötet." Heiß, beängstigend stieg ihr das Blut zum Herzen und in die Wangen, unwillkürlich fielen ihre Blicke auf Ruperts Hand, die noch in det ihren ruhte, mechanisch lösten sich ihre Fin- Jiet, schüchtern sah sie zu ihm auf. Seine großen, precheuden Augen waren fast geradeaus ge- richtet- so, so mochten sie auf Leo geschaut haben, ehe det unselige, Verdetben und Tod

kett. Obwohl bet Winter noch nicht richtig vor­bei ist, haben bie Raubzüge gegen bie von Grie­chen bewohnten Dörfer wieder begonnen, schlim­mer noch als in den Jahren vorher. Die Nach­richten aus dem Innern Mazedoniens lasten kei­nen Zweifel an den Beziehungen zwischen Sofia, wo das Zentralkomitee seinen Sitz hat, und den einzelnen Führern in den verschiedenen Wila- S's der türkischen Provinz. Die geheimen affenniederlagen sind ergänzt worden, die Banden haben aus Bulgarien neuen Nachschub irekommen, und der Feldzugsplan für das Früh­ahr ist ausgearbeitet worden. Häufige Zu- ammenstöße zwischen Komitadschis und türki- chen Truppen haben bereits stattgefunden, wo- >ei die Banden zersprengt und mehrere Führer getötet wurden, bei denen man auch zahlreiche Bomben fand. Mit welcher Grausamkeit die bul­garischen Banden voraehen, zeigt beispielsweise der Ueberfall des Dorfes Zirsnowo. Dort masta- krierte eine starke Bande Komitadschis, die nachts in das Dorf eindrang, die Familie des griechischen Dorfvorstehers und mehrere andere Bauern. Dann legte man Feuer an die Häuser, in denen bie Toten und Schwerverletzten ver­brannten. Eine Frau bie sich flüchtete, wurde mit Arthieben in Stücke gehauen. Bis die Gen­darmerie ankam, für die von den europäischen Mächten ein so schönes Reformprogramm ausge­arbeitet worden ist, das aber ihre Tauglichkeit in keiner Weife erhöht hat, waren die Mord­brenner natürlich über alle Berge.

In welchem Maße Bulgarien die Um­triebe unterstützt, zeigt ein Bericht in der zweifellos unparteiischen Jnd^p. Roumar-.e über die Strandung eines Dampfers an der ru­mänischen Küste nördlich von Konstanza. Bet der Untersuchung des Falles durck die rumäni­schen Behörden stellte sich heraus, daß der unter bulgarischer Flagge gefahrene Dampfer Varna mit einer großen Ladung Gewehre und Patro­nen befrachtet war, die nach Burgos gehen und von dort zu Lande nach Mazedonien gebracht werden sollte. Außerdem fand man revolutio­näre Schriften und Photograpbien des Haupt- agitators Boris Sarafow, die zur Propaganda in Mazedonien dienen sollten.

Die von den Möchten errichtete intet« nationale Gendarmerie hat, wie aus übereinstimmenden Berichten hervorgeht, bisher so gut wie gar nichts geleistet. Das geht aus der Denkschrift hervor, die ihr Kommandeur, der italienische General Deaiorqi, an den Sul­tan gerichtet hat. Er wünscht in ihr vor allem Reformen materieller Art, Erhöhung des Soldes für die Offiziere, Unteroffiziere und Gendar­men, bessere Verpflegung, Zahlung von Prä­mien, um den Diensteifer anzuregen. Ferner verlangt der General eine bedeutende Ausdeh­nung seiner Befuaniffe. der Kommandogewalt, und eine größere Unabhänqikeit von den türki­schen Behörden. Nur so könne die Gendarmerie eine pftalareiche Tätigkeit entfalten. Bis alle diske Münkcke erfüllt sind, wird noch viel Schnee auf dem Balkan schmelzen.

Deutsches Reich.

Der Kaiser ist am Sonnabend morgen Uta 8 Uhr im Automobil von Wilhelmshaven nach Bremen abgefahren, wo er gegen 11 Uhr einttaj und mit Begeisterung empfangen wurde. Am Abend kehrte der Kaiser von Bremen nach $et« litt zurück und begab sich hierauf mit der Kat« serin nach dem Neuen Theater, wo Racine- Phädre" gespielt wurde.

Bundesrat. In der letzten Plenarsitzung des Bundesrats wurde, rote derR.-A." ergän­zend bemerkt, die Vorlage, betreffend Abände­rung der Bestimmungen über die Beförderung von Leichen auf Eisenbahnen, dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Zustimmung fanden die Ausschußberichte, betreffend bie Ergänzung zu« Entwurf bes Reichshaushaltsetats für bas Rech­nungsjahr 1907 und über den Entwurf einer Be­kanntmachung, betreffend die Gestattung des Umlaufs der Scheidemünzen österreichischer Wäh­rung innerhalb badischer Erenzbezirke.

Landiagsersatzwahl. Bei der Landtags« ersahwahl in Brühl (Köln 2) wurde Rentner Theodor Pingen in Bonn (Z.) mit 342 von 343 abgegebenen Stimmen gewählt.

Das HeeresergänzungsgeschSft. Dem Reichs­tage ist eine Ueberficht über die Ergebniffe des Heerssergänzungsgeschäfts, sowie eine Siuay» roeisung über die Herkunft und Beschäftigung ver Militärpflichtigen für das Jahr 1905 zuge­gangen. Nach der Ueberficht kamen für die Aus­hebung im Jahre 1905 in Betracht 1105 816 Personen, davon 500 047 20jährige, 320 949 21- jährige, 246 719 22jährige, 38101 ältere Jahr­gänge. Von den 1105 816 Personen wurden ausgeschlossen vom Heeresdienst 976, ausgemu- stert 34172, dem Landsturm überwiesen 111187, der Elft"«'ftetve, einschließlich Marinsetsatz, resetve, L3 064, ausgehoben wurden 219 090, da­von für das Heer: als Trainsoldaten zu ein­jährigem Dienst 2521, für Truppen mit zwei­jähriger Dienstzeit 190 927, für Truppen mit dreijähr.Dienstzeit 13428, zum Dienst okmeWaffe 3457, für die Marine 8757. Freiwillig traten ein: 10 464 als Einjährig-Freiwillige, 814 als Volksschullehrer, die nur ein Jahr bienen, 40 269 sonstige Freiwillige. Don den Ausgehobenen waren auf dem Lande geboren 63 415, die auch in der Landwirtschaft tätig waren, und 80832, die in anderen Berufen tätig waren, zusammen also 144 247 auf dem Lande Geborene. In der Stadt geboren waren 74 843, davon waren in der Landwirtschaft beschäftigt 7475, in anderen Berufen 67 368.

Konservative Hospitanten. Die Abgeord­neten Dr. Rösicke und Dt. Hahn vom Bunde der Landwirte sind der deutsch-konservativen Frak­tion als Hospitanten bekgetreten.

Lin nationalliberaler Gedenktag. Am 23. Februar blickt die nationalliberale Partei auf ein vierzigjähriges Bestehen zurück. An jenem

bringende Schuß sich gegen seine Brust entlud, und die Hand, die sie eben gehalten, dies« schöne, kraftvolle Hand, hatte ihn entsendet urtb ihr Ziel nur zu sicher getroffen.

Gabriele richtete sich plötzlich jäh empor, Rupert blickte sie überrascht an, sie machte sich sanft von ihm frei.

Wohin willst du, Gabi?"

Ich -?"

Wie schuldbewußt senkte sie die Wimpern vor ihm.Ich? D ein wenig im Garten um« hergehen. Bleib nur," wehrte sie hastig, als cr Miene machte, sich ihr anzuschließen,ich will gleich ins Haus gehen und anordnen, daß der Tee draußen serviert wird. Es ist dir doch recht?"

Gewiß, Liebling, der Abend ist herrlich. Komm bald wieder," rief er ihr noch nach.

Sie eilte fort, um das nächste Boskett herum, sich feinen ihr folgenden Blicken zu entziehen, dann die Stufen zur Terraffe hinauf. Das Eß­zimmer war leer aufatmend stand sie still und preßte die gefalteten Hände auf ihr stürmisch klopfendes Herz.

(Sott, lieber, barmherziger Gott," flüsterte sie,nur das nicht, bewahre meine Seele vor einem so entsetzlichen Zwiespalt. Ich liebe ihn ja über alles, über alles, ich habe mich ihm zu eigen gegeben in freier, ehrlicher Ueberzeugung, daß er keine Schuld trägt am Tode Leos, woher kommen denn nun plötzlich diese quälen­den Gedanken? Etwas wie Furcht, etwas wie Vorwurf? Und ich kann es ihm doch nicht sagen, ihm und niemand. Ihm würde es weh tun Ulrike würde triumphieren, und Evi?»

Momentan schien sie diese MöglluMt rote eilten rettenden Ausweg zu erwägen, um sie gleich darauf wieder zu verwerfen. Rein, auch Eva sollte nichts erfahren, sie würde sie bei aller Güte und Freundschaft streng verurteilen sie mußte mit sich selbst fettig werden.

(Fortsetzung folgt.)