mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Birrtrljährlichkr Bezugspreis: btt Dtt Expchition 2 2J£, 6tt allen Postämtern 2,25 Ml. <e$cl. Bestellgeld).
Jnstrtton-gtbühr: die gespaltene Zellt oder deren Raum 15 Pfg.
Reclamen: die Zeile 30 Pfg.
Marburg
Sonntag 24. Februar 1907.
Erscheint wöchentlich Heben mal.
Druck ttttb Verlag' Joh. Aug. Koch, UutversttLtEuchdritckerei 42. Jahkg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt.
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für den Monat März auf die
»Oberhessische Zei tung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Hain, Neustadt und Welter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent» gegengenommen.
Der Reichszuschuß zu den Invalidenrenten.
Während des Wahlkampfes ist mehrfach die Behauptung aufgestellt worden, daß das Reich bei der Invalidenversicherung auf Kosten invalider Arbeiter Ersparnisie mache. Begründet wurde diese Behauptung mit dem Hinweise darauf, daß im Etat des Reichsamts des Innern für das Jahr 1907 für die Belastung des Reichs aus den auf Grund des Jnvaliden-Versicher- ungsgefetzes zahlbaren Renten 827 250 M weniger eingestellt seien, als für das Jahr 1900.
Hierauf ist zunächst zu erwidern, daß das Reich unbedingt nicht in der Lage ist, an seinen Zuschüssen zu den Invalidenrenten auf Kosten invalider Arbeiter zu sparen; denn die Ansprüche dieser Invaliden können vor unabhängigen Gerichten verfolgt werden. Die Vertninderung des Reichsztifchusses beruht vielmehr auf dem seit einigen Jahren eingetretenen Rückgänge der Zahl von neu bewilligten Invalidenrenten. Mit diesem Rückgänge hat es folgende Bewandtnis: Als int Jahre 1900 das Jnvaliden-Versicher- vngsgesetz mit seinen den Versicherten vielfach günstigeren Bestimmungen an die Stelle des Jnvaliditäts- und Alters-Versicherungsgesetzes getreten war, stand ein mastiges Ansteigen der Bewilligungen von Invalidenrenten zu erwarten. Statt deffen wies das Jahr 1900 eine un- jerwartet hohe Zahl von Bewilligungen auf £125 739 gegen 96 615 im Jahre 1899). Wenn Nun auch dieses bedeutende Ansteigen der Zahl per Bewilligungen von 1899 auf 1900 zum Teil davon herrührte, dast viele der im Jahre 1899 gestellten Rentenanträge bis zum Inkrafttreten hes Jnvaliden-Verstcherungsgesetzes zurückgestellt iwurden, um den Antragstellern die günstigeren Bedingungen des neuen Gesetzes zugute kommen gu lassen, so widersprach das weitere rasche Ansteigen der Bewilligungen in den folgenden
£7 lNachdruck verboten.)
Schatten.
Roman von B. v. d. Lancken. (Fortsetzung).
6. Kapitel.
‘ Faktor Georg Ebert, Chefredakteur der T . fchen Zeitung, hatte seit einem Vierteljahr seine inuntere Eva heimgeführt. Das junge Paar veioohnte eine allerliebste Wohnung in der Liitzowstraste, fünf Zimmer, geschmackvoll eingerichtet,' allerdings drei Treppen, aber was tat das bei Menschenkindern, die in der Vollkraft des Lebens standen und die austerdem, noch von den „Flügeln" der Liebe getragen, ohnehin leichter als andere Sterbliche, die kleinen Widerwärtigkeiten des Daseins überwanden. Ein geräumiger Balkon, mit Schlingpflanzen dekoriert, von einer rot und grau gestreiften Marquise überspannt und mit niedlichen Korb- Möbeln ausgestattet, war Evas besondere -Freude. Hier säst sie in den vielen einsamen Gtunben, wo ihr Mann auf der Redaktion arbeitete und amüsierte sich über das Getriebe -unten auf der Strahe, von hier konnte sie ihn, den „Herzallerliebston von allen" erspähen, wenn er die Trambahil verliest und mit Hilfe jener schon erwähnten „Flügel" möglichst in ihre Arme eilte.
Eva war eine ganz kleine prächtige Hausfrau, ein ernergisches, dabei aber ein sehr liebenswürdiges Weibchen, und Doktor Ebert erkannte mit jedem Tage mehr, dast es Gott Hymen entschieden sehr gut mit ihm im Sinne gehabt hatte, als er ihn und das schwarzlockige Evachen von Führen zusammenführte. Ausgebreitete Gastlichkeit pflegte das Ehepaar bis jetzt -nickt; erstens war die herannahende Sommerzeit nicht geeignet dafür und zweitens trugen beide kein großes Verlangen danach; willkom-
Jahren (es betrug deren Zahl 1901: 130 480, 1902: 142 789, 1903: 152 862) der natürlichen Zunahme, die aus der Vermehrung der Zahl der Versicherten zu erwarten war.
Entsprechend dieser Zunahme der Renten wuchsen die Zuschüße des Reichs, die 1899 27108 444 M. betragen hatten, auf
30 761768 Mark im Jahre 1900,
33 870 735 „ „ „ 1901,
37 849 694 „ „ „ 1902,
41 854 727 ,, „ „ 1903,
sie stiegen also von 1899 bis 1903 um 54,4 v. H.
Die unerwartete Steigerung der neu zur Bewilligung kommenden Renten hat dem Staatssekretär des Innern Anlaß gegeben, örtliche Erhebungen über die Ursachen dieser Erscheinung anzustellen. Die Erhebungen sind seit dem Jahre 1901 alljährlich fortgeführt worden und haben dazu geführt, datz allmählich wieder normale Verhältnisie eingetreten sind. So wurden neu bewilligt:
1904: 140 092 Invalidenrenten, 1905: 122 868 1906: 110 969
Der Rückgang an neu hinzutretenden Invalidenrenten hat hauptsächlich darin seinen Grund, datz durch sorgfältigere und umgehendere Bearbeitung der Rentenanträge Bewilligungen von Invalidenrenten an solche Personen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht als invalide angesehen werden dürfen, verhütet wurden.
Für die Veranschlagung des Reichszuschusses ist neben dem Zugänge der Bestand an Rentenempfängern von wesentlicher Bedeutung. Er betrug in regelmäßiger Zunahme am Anfang des Jahres
1903: 574 842 In validen rentenempfänger,
1904 : 663140
1905: 734 955
1906: 780 761
1907: 814 575
Wegen der starken Schwankungen in dem Zugänge von neuen Renten konnte der auf den Erfahrungen der Vorjahre beruhende Voranschlag für den in den Etat des Reichsamts des Innern einzustellenden jährlichen Zuschutz des Reichs mit dem wirklichen Bedürfe schon seit mehreren Jahren nicht übereinstimmen. So betrug gegenüber dem Voranschläge die tatsächliche Minderausgabe im Jahre 1904 : 533 450 Mark, im Jahre 1905: 2 238 913 Mark und im Jahre 1906, soweit sich jetzt übersehen lätzt: etwa 1700 000 Mark. Dieser tatsächlichen Gestaltung soll der Voranschlag für 1907 Rechnung tragen.
Vergleicht man aber die tatsächlichen Aufwendungen an Reichszuschutz zu den Invalidenrenten in den Jahren seit 1904 miteinander, so zeigt sich, daß der Reichszuschutz
von 45 275 550 Mark im Jahre 1904 auf 47 350 837 „ „ „ 1905
men und eine rechte Herzensfreude war ihnen nur der Verkehr mit Rupert von Felsenbach und Gabriele, die, fast so lange verheiratet, als sie selbst, ihr Heim in der Bellevuestraste hatten.
Heute, an einem prächtigen Mainachmittag, wurde der jungen Frau die Zeit ungewöhnlich lang; ihr Gatte kam nicht zu Tisck, sondern hatte ihr durch Rohrpost mitgeteilt, daß er, ein Opfer seines Berufs, mit einem eben von Rewyork heimgekehrten Berichterstatter, einem berühmten „Romancier" und noch einigen literarischen Autoritäten im „Kaiserhof" speisen müsse.
„Felsenback wird auch dabei sein," schrieb er, „geh' du inzwischen zu Gabi, ich hole dich abends dort ab.“
Diesen Vorschlag fand Eva im höchsten Grade vernünftig und annehmbar; ihrem Naturell entsprechend, war die kleine Unmutswolke auf der Stirn rasch verschwunden. Sie sah nach der Uhr: — Zwei — sehr gut, Gabi speiste um vier Uhr, einer Anmeldung bedurfte es nicht, so vertauschte sie nur ihr Hauskleid mit einer einfachen, aber hübschen Besuchstoilette, gab der Köchin die nötigen Anweisungen wegen des veränderten Mittagmahles, da sie auch ausgehe, pflegte >u>ch eine halbe Stunde der Ruhe und langte in recht gemütlicher Stimmung gegen vier Uhr in der Bellevuestratze an.
Felsenbachs Haushalt war in vornehm-aristokratischem Stil eingerichtet. Ein Diener geleitete Eva in Gabis reizenden Salon, und nach wenigen Minuten eilte diese mit ausgebreiteten Armen der Freundin entgegen.
„Wie schön, daß du kommst, Evchen," ries sie, „das ist ein herrlicher Einfall."
„Du mutzt dich bei meinem Gatten dafür bedanken," lachte die Angeredete. „Was können wir armen, verlassenen Frauen denn auch Besseres tun, als uns gegenseitig die Zeit und die Einsamkeit verkürzen? Rupert speist auch im Kaiserhof.«
gestiegen ist und wahrscheinlich im Jahre 1906 48 947 250 Mark betragen wird. Für das Jahr 1907 sind 49 820 000 Mark vorgesehen. Von einem Herabgehen des Reichszuschusses, also einer Ersparnis des Reichs, kann demnach keine Rede fein.
Deutsches Reich.
— Zur weiteren Ausführung des Fleischbeschaugesetzes insbesondere zur Beseitigung von Zweifeln und Verschiedenheiten bei der Handhabung der Vorschriften für die Einfuhr und Untersuchung des ausländischen Fleisches haben die zuständigen preußischen Minister einige Neuanordnungen getroffen. Danach findet der Grundsatz, datz die mit Schweineberzschlägen eingeführten Magen- und Schlundteile zurückzuweisen sind, weil diese Teile in gesundheitlicher Beziehung zu Bedenken Anlaß geben oder sich auf ihre Unschädlichkeit für die menschliche Gesundheit nicht in zuverlässiger Weise untersuchen lasten, auch auf ganze Magen Anwendung. Schmalzöl (Lardöl) ist als Fleisch im Sinne des § 4 des Fleischbsschaugesetzes nickt anzusehen und daher ohne Untersuchung zur Einfuhr zum- laffen. Die Tätigkeit der bei der Untersuchung des ausländischen Fleisches verwendeten Trichinenschauer ist von den Tierärzten der Beschau- stelleii zu überwachen, zu welchem Zwecke auch häufigere Nachprüfungen der von den Trichinen- beschauern bereits untersuchten Proben vorzunehmen sind. Es ist dafür zu sorgen, datz bei den Beschaustellen eine ausreichende Zahl von Kom- pressorien vorrätig gehalten wird, damit in der Regel mehrere Serien bereits untersuchter Kom- pressorien für die Nachprüfung aufbewahrt werden. Abgeschlossene F-leiichbeschaubücker sind zehn Jahre lang aufzubewahren. Es ist darauf zu achten, dast die Fleischbeickaubücher mit den sämtlichen Akten der Beschaustellen bei einem Personalwechsel dem Dienstnackfolger des Leiters einer Beschaustelle übergeben werden. Dies gilt namentlich auch bei Organisationsänderungen der Besckaustellen, beispielsweise, wenn die Beschaugeschäste von einer Schlachthofverwaltung auf einen gegen feite Bezahlung aus der Staatskasie angenommenen besonderen Be- schautierarzt übergehen. Im Falle der Aufhebung einer Beschaustelle sind die Akten und Bücher von der Landespolizeibehörde einzuziehen. In gleicher Weise ist hinsichtlich der von den chemischen Sachverständigen der Beschaustellen zu führenden Akten und Register zu verfahren. Die bei den Besckaustellen beschäftigten privaten chemischen Sachverständigen sind zu verpflichten, ihre über die chemischen Untersuchungen des ausländischen Fleisches geführten Wen und Nachweisungen bei einer Lösung des Vertragsverhältnisses an die von der Landespolizeibehörde zu bezeichnende Stelle abzuliefsrn.
— Telegraphie ohne Draht. In welchem Umfange bereits jetzt die drahtlose Telegraphie im Dienste des Nachrichtenverkehrs angewandt wird, zeigt die große und noch immer zuneh-
„Ja, dein Mann forderte ihn durch Rohrpost dazu auf, obgleich es ihm seiner Arbeit wegen nicht sehr gelegen kam. So, nun gib mir deinen Arm, Evckcn, wir wollen gleich in das Speisezimmer hinüber gehen."
Die Felsenbachsche Wohnung lag Hochparterre: vom Speisezimmer aus gelangte man auf die halbrunde Terrasse, von der an jeder Seite stei- nere Treppen in den Garten führten. Auf dieser, mit herrlich blühenden Topfgewächsen reick dekorierten Terrasse nahmen die beiden jungen Frauen nach dem Esten ihren Kaffee, den Gabi selbst bereitete, und Eva, die sich behaglich in einem kleinen Schaukelstuhl wiegte, konnte sich nicht satt sehen an den weichen, anmutvollen Bewegungen der Freundin, an dem Glück, das so hell aus den großen blauen Augen entgegen» strahlte, wenn Gabi beim Plaudern Ruperts Namen nannte und ihr von ihrem häuslichen Leben erzählte. Eva war ihre Vertraute und in alle internen Familienverbältniste eingeweiht, zu ihr konnte Gabriele rückhaltslos sprechen, wie sie rückhaltslos fragen durfte ohne die Befürchtung, neugierig ober gar aufdringlich zu er» scheinen.
„Wie steht jetzt Ulla deinem ^ianne gegenüber?" fragte sie, als Gabi mit der Bereitung des Kaffees fertig, die Tasten füllte und sich zu ihr setzte.
„Fch sebe selbst nicht klar darin," erwiderte Gabriele offen. Sie kommt sehr selten zu uns und nie, wenn Rupert zu Hause ist. Weißt du, Evi," — ein leichter Stoßseufzer hob ihre Brust — „das schmerzt mich ost. Ulla ist doch immer meine Schwester und ich fühle, datz wir uns immer mehr und mehr von einande' loslösen.
„Deine Schwester hat sich in ihre überspannte Schwärmerei und in ihren überspannten Schmerz verrannt" rief Eva ungeduldig.
„Sie hat Leo sehr geliebt. Evi. und ich ver
wende Zahl der im Betrieb befindlichen fünfen« telegraphischen Stationen. Deutschland besitzt deren zwei, bei Rauen und Norddeich, Großbritannien hat in Poldhu an der Küste von Cornwall (England) und in Machrianifh (Schottland), die nordamerikanische Union bei Kap Cod, Boston, Key West und auf Cuba Frankreich in Questant, bei Brest, Porquerolles, Port Vendres und an der französischen Mittelmeerküste berartige Stationen errichtet. Auch int Innern des Landes hat die Funkentelegraphie vielfach Anwendung gefunden. In Frankreich stehen z. B. die grohen Festungen Paris, Belfort, Epinal, Toul, Verdun usw. in funken- telegraphischer Verbindung. Von besonderem Jutereste ist die im Jahre 1903 auf dem Eifelturm errichtete Station, die gegenwärtig, nachdem zahlreiche und mühevolle Versuche voran- gegangen sind, mit allen im Umkreise von 1500 Kilometern liegenden Punkten in Verbindung treten kann, so daß z. B. ein Austausch von Meldungen zwischen Paris und dem an der tunesischen Küste gelegenen Kriegshafen Biseria möglich ist. Durch neue moderne Anlagen, durch Beschaffung leistungsfähigerer Apparate usw wird für den „Aktionsradius" dieser französischen Zentralstation eine weitere Wirkungsfläche angestrebt. Zu den an Land befindlichen Stationen kommen bann noch bie zahlreichen schwim- menben Stationen an Bord von Segelschiffen. Der Gebrauch der Apparate auf hoher See hat sehr gute Ergebniste geliefert; vereinzelt ist es gelungen, nahezu an jedem Punkte bet großen nordatlantischen Verkehrsstraße die Verbindung mit dem Lande, sei es mit einer europäischen ober amerikanischen Küstenstation, sicherzustellen. Das noch ungelöste Problem, ben Atlantik mit Hilfe der Funkentelegraphie zu Überspannen, ist damit der Verwirklichung näher gerückt. Von unschätzbarer Wichtigkeit aber ist bie Funkentelegraphie für militärische Operationen in überseeischen Neulänbetn mit ihren gewaltigen Entfernungen und den mangelnden Verkehrsmitteln. Auch in den Kämpfen in Südwestafrika hat bie Funkentelegraphie in erheblichem Umfang Anwendung gefunden und den Erfolg der deutschen Kriegsführung sicherstellen helfen.
— Die britische Kolonialkonferenz, die voraus-- sichtlich im April b. I. im Londoner Kolonial- amt zusammentritt, wird ihre Verhandlungen unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Äus- wärtigen Sir Edward Grey führen. Gegenwärtig haben sich die Kolonial-Negierungen über das Programm zu äußern, das die englisches Regierung aufgestellt und den maßgebenden Be-s Hörden in den Kolonien zugänglich gemacht hat. Zu den Zahlreichen Gegenständen, mit denen sich' bie Vertreter bet Schutzgebiete zu beschäftigen» haben werden, gehört auch bie Frage bet Fest- ===== - j 1 ----
stand sie darin, bis die Liebe zu Rupert meinen Sinn gewandelt hat." •
„Nicht die Liebe allein, sondern die lleber- zeugung, daß Rupert unschuldig an dem roor; was deine Familie ihm gut Last legte. Dein Bruder siel als ein Ovfet seines Leichtsinns, als bas Opfer eines gewistenlosen Weibes."
Gabi antwortete nicht. Sie rührte nachdeuk-i lich mit bem kleinen Löffel in ihrer Taste. Geist sckwgr-e Angen ruhten mit einem Ausdruck des Erstaunens und fall Unwillens auf ihr; plötzlich stand sie auf, trat an bie junge Frau heran, legte ihr bie Hand fest auf die Schulter und sagte:
c'^lst 0U an der Wahrhaft' i bc’-'-c Mannes'?"
Gabriele wandte mit einer raschen Bewegung bet Fteunbin ihr Gesicht zu unb sah sie frei und offen an.
„Nein, Eva," sagte sie ehrlich, „Rupert steht mir zu hoch unb ick liebe ihn zu sehr, als baß auch nur bet mindeste Zweifel in meiner Seele Raum hat. Wit find ganz glücklich."
Eva Ebert beugte sich herab unb küßte Gabi auf den Munb.
„So ist's in Ordnung, unb bas wollte ich« auch nur hören," lachte sie. „Denn weißt du, Gabi, ich schätze deinen Rupert so seht und bin ihm so gut, daß dein Hineinstarren in die teere Taste und dein nachdenkliches Gesichtchen mir schon wie ein Unrecht gegen ihn vorkommen."
Gabi lehnte sich weit in ben Stuhl zurück unb zog bie Freundin mit beiden Armen zu sich herab an ihre Brust.
„Du schätzest ihn und bist ihm gut — o, du Beste — dafür habe ich dich doppelt lieb. Aber meinst bu nicht, daß mein Entschluß, sein Weib zu werben, ihm unb ben Menschen bester wie alles anbete ben Beweis lieferte, wie groß meine Liebe zu ihm ist unb wie stark mein Glaube an die Lauterkeit feines ganzen Chatatter».
.(Fortsetzung folgt.)