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und ermahne sie, fich aufs neue auf einen unver­meidlichen Krieg vorzubereiten. Im Anschluß daran schreibt er mit Bezug auf den Panama­kanal: Die Durchstechung der Landenge von Pa­nama werde den Welthandel völlig umgestalten, und es empfehle sich deshalb, einen ansgedehn« ten nationalen Hafen in Osaka zu errichten, der sowohl den Mittelpunkt des ganzen wirtschaft­lichen Verkehrs in Ostasien, wie auch die zen­trale maritime Basis für die japanische Kriegs­flotte bilden solle. Aus einer Niederlage Ame­rikas werde Japan die größten Vorteile ziehen können, indem insbesondere die Ausbeutung Chinas ihm fast ausschließlich zufallen würde. Jetzt schon sei es Japans Pflicht, bei dem Aus­bau seiner Flotte der Eröffnung des Panama­kanals Rechnung zu tragen und eine der ameri­kanischen Marine ebenbürtige Anzahl Schlacht­schiffe zu bauen.

Naturgemäß wünscht auch dieser Japaner einen möglichst baldigen Ausbruch des Krieges; denn wenn auch die Yankee-Flotte an totem Material zur Zeit der japanischen vielleicht ge­wachsen ist, so fehlt es ihr doch durchaus an der nötigen Besatzung und an der erforderlichen Disziplin, die zur See noch mehr, wie zu Lande die Schlachten entscheidet.

, Deswegen wird man auch die jetzt vollzogene Beilegung des japanisch-amerikanischen Kon­fliktes, wie er aus dem Kalifornischen Schul­streite sich gestaltet hatte, nicht als eine end» giltige, sondern nur als eine einstweilige be­trachten dürfen. Aus Washington wird gemel­det, daß zwischen der Bundesregierung und den kalifornischen Delegierten ein Abkommen ge­troffen sei, nach dem Kalifornien die orientali­schen Schulen schließen und die Japaner zu den Schulen der Weißen sofort zulassen soll. Das ist eine bedingungslose Kapitulation der Ameri­kaner vor den stürmischen Forderungen der Mongolen. W'rd die nation^lstolze Arbeiter­schaft des amerikanischen Westens dies ameri­kanisch»Faschoda" ertragen, und wird das energische Yankeetum nicht vielmehr alles daran setzen, um diesen nie dagewesenen demütigenden Schimpf gutzumachen? Zu dem verletzten Ehr­gefühl der Amerikaner gesellt sich hier auch noch der schwerwiegende Grund des Wettbewerbes, den dis unternehmungslustigen Japaner an allen Ecken und Kanten ihnen bereiten. Die Regierung in Washington sucht dem damit Rechnung zu tragen, daß sie durch Abänderung des Einwanderungsgesetzes, das in einer außer­ordentlichen Session beraten und nach der gestrigen Meldung aus Washington bereits vom Präsidenten Roosevelt unterzeichnet worden ist, den schwerbedrängten Kaliforniern zum Schuhe gegen die Ueberflutung mit minderwertigen japanischen Elementen zu Hilfe kommen will.

Parackenbauten mit rastlosem Eifer betrieben dazu war in Frankreich das Lebel-Magaztw gewehr» eine kleinkalibrige Waffe mit einett Geschoß von großer Durchschlagskraft, bereits eingeführt, während in Deutschland noch das an sich sehr gute, der französischen Waffe aber nicht gewachsene Erwehr Modell 71 (System Mauser) m Gebrauch war. Im Herbst 1886 wurde des­halb etwas überhastet in Deutschland ein dem Modell 71 angepaßtes Magazingewehr Modell 71/84 eingeführt, womit man nicht allein die Linientruppen der Infanterie, sondern auch di« ersten Jahrgänge der Reserve, die im Februar plötzlich eingezogen wurden, schleunigst aus- rüstete. Mit der Zuspitzung der äußeren politi- schen Lage wuchs auch die Begeisterung für die Wahl. Am 21. Februar, einem Montage, fand die Schlacht statt, auf deren Wahlstatt Freisin­nige, Sozialdemokraten und Welfen blieben. In der Hauptwahl wurden gewählt 91 National- liberale, 72 Konservative, 33 Freikonservatioe, 91 Ultramontane, 11 Freisinnige, 6 Sozialdemo­kraten, 15 Elsässer, 12 Polen, 2 Welfen, 1 Däne. In den am 2. und 3. März vorgenommenen Stichwahlen retteten die Freisinnigen noch 21, die Sozialisten noch 5, die Welfen noch 2 Sitze. Die süddeutsche Volkspattet war völlig ver­schwunden. Die Gruppierung des neuen Reichs­tages war nach Erledigung der Stichwahlen folgende: Konservative 80, Freikonservative 41, Nationalliberale 101 = 222 Stimmen, Zentrum einschließlich 4 Welfen 103, Freisinnige 32, El- süsser 15, Polen 13, Sozialisten 11. Dänen 1 175 Stimmen.

paner Hätten dieses Gesetzes gegen ihre Volks­genossen ebensowenig ruhig hinnehmen werden, als sie die kalifornischen Schulbestimmungen hingenommen haben. So wird bereits heute über eine Protestkundgebung der auf Hawai an« süffigen Japaner berichtet, di« in einer Ver­sammlung zu Honolulu ein Telegramm an Roosevelt sandten, In dem gegen das Verbot der Einwanderung von Japanern Einspruch erhoben wird. Auch die Kapitalisten von Hawai haben an das japanische Auswärtige Amt telegra­phiert, daß die Japaner auf Hawai fich entschie­den dem Einwanderungsverbot widersetzten, welches unvereinbar sei mit der Würde des japa­nischen Reiches und verderblich für die Interes­sen Japans auf Hawai.

Vor zwanziq Jahren.

Die kürzlich vollzogenen Reichstagswahlen, die der Regierung die dringend nötige Zettrüm- merung der antinationalen Majorität brachte, lenken unwillkürlich die Erinnerung auf die vor nun 20 Jahren vollzogenen Neuwahlen, die, ähnlich wie in diesem Frühjahr, der Regierung eine erwünschte Majorität brachten. Man muß fich so lesen wir imHannoverschen Courier der polittschen Zustände des Jahres 1886 er­innern, um die ganze Bedeutung der damaligen Neuwahlen, die eine weit größere war als die der jüngsten Wahlen, zu würdigen. Im Herbst 1886 ward der Fürst von Bulgarien (Prinz Battenberg) plötzlich seines Thrones entsetzt, womit die Suprematte Oesterreichs über Bul­garien zugunsten Rußlands verschoben wurde. In Frank reich war der ehrgeizige General Bou- langer als Kriegsminister am Ruder, der mit allen Mitteln einen Krieg Frankreichs gegen Deutschlands vorbereittte. Da brachte die deutsche Regierung dem im Jahre 1884 gewähl­ten Reichstag die sog. Septennatsvorlage ein, die eine Erhöhung der Präsenzziffer und Fest­legung die' r für den Zeitraum von je 7 Jahren verlangte. Der im Jahre 1884 gewählte Reichs­tag zeigte folgende Gruppierung: 78 Konserva­tive, 28 Freikonservative, 51 Nationalliberale. Diesen der Vorlage zustimmenden Parteien mit insgesamt 167 Stimmen standen folgende, der Vorlage feindliche Parteien gegenüber: Zen­trum 99, Deutsch-Freisinn 67, Sozialdemokraten 24, Polen 16, Welfen 11, Elsässer 15, Volks­pattet 7, Dänen 1, mit zusammen 232 Stimmen. Die Vorlage fiel, trotz Bismarcks eindrucksvollen Appells an das Nationalgefühl. Die Folge war die Auflösung des Reichstags, worauf ein Wahl­kampf begann, der von gewalttger nationaler Begeisterung getragen wurde. Inzwischen war die politische Lage immer drohender geworden. Boulanger rüstete offen zum Kriege. An der Ostgrenze Frankreichs wurden die bekannt:n

Erscheint wöchentlich sieben mal.

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Marburg

Sonnabend. 23. Felm« 1907.

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freisprtcht." .

Woher sollen Schatten kommen? Wie du fragst, Gabi," antwottete Ulrike. träumerisch in die Gluten des Kamins blickend,jetzt freilich, jetzt liebst du, und die Liebe ist ein so starkes, mächtiges Gefühl, daß in ihm zunächst alle übri­gen untergehen."

Zunächst? Mla du kennst die Liebe nicht, wenn du das sagst. Die echte Liebe ist statt, ist ewig, und ebenso statt ist mein Glaube an Rupert und sein gutes Recht. Er wollte Leo

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.!

-rntaasb-ilaae: AlluktrtrteS etotntemta«.

sprach, empörte sich anfangs mein ganzes Fühlen dagegen, dann las ich in Ihrem ..Johann Grothus". Ich wog Ihr Fehlen gegen dos mei­nes Sohnes ab, und mein Gerechtigkeitssinn sprach Sie nicht nur frei, er sagte mir auch, daß ich kein Recht habe, dem mir anvertrauten Kinde sein Glück vorzuenthalten um eines Toten willen. Arm an Mutterliebe ist die Kindheit Gabis gewesen durch mich, soll ich auch das herangewachsene Mädcken glücklos machen? Nein, Herr von Felsenbach, das wäre gegen mein Gewiffen, um so mehr, als o, erlassen Sie es mir," rief ste mit überströmenden Augen,er­lassen Sie es mit, das Schuldig a'n -n sprechen, wo ich über alles liebte."

Gräfin, gnädigste Gräfin, edle, großher­zige Frau."

Rupert war von dem Seffel vor ihr aufs Knie gesunken und küßte bewegt ihre Hand.

Wie soll, wie kann ich Ihnen danken, was Sie in dieser Stunde für mich getan?" rief, er.

Machen Sie Gabriele glücklich. Sie ist ein edler, aber ein weicher, leicht zu beeinflussender Charatter; nur an der Seite eines festen ge­reiften Mannes kann fich derselbe zu seiner gan­zen Größe entwickeln. Sie sind ein solcher Cha­rakter, Herr von Felsenbach, und ich glaube tm Sinne von Eabrielens vortrefflichem Vater zu handeln, wenn ich Ihnen fein Lieblingskind an­vertraue."

Mama, meine teure, gute Mama," tief Gabriele unter Lachen und Weinen, sich an Erä- fin Nataliens Brust werfend, als diese ihre und Ruperts Hände ineinander gelegt hatte. Der feierliche Ernst, der seit Tagen über ihrem We­sen und auf ihrer Stirn gelegen, war verschroun« den, und sie war ganz das sonnige, glückselig, fast kindliche Mädcken, als welches Rupert sie zuerst kennen gelernt hatte.

Komteffe Ulrike zog sich am ersten Tage» hef­tiges Kopfweh vorschützend, auf ihr Zimmer zu­rück. Sie kauerte auf ihrem Ruhebett vor de»

Kamin und starrte mit finster gefcltetcn Brauen in die Flammen, die an schweren Holz­scheiten emporleckten und ihren geblich-roten Schein über das reiche, faltige Morgenaewand des jungen Mädchens und den weißen Angora- teppick watten.

Ulla, liebste Ulla, nimm doch auch teil an meinem Glück sage nur ein Wott, einen Glückwunsch," rief Gabi, zu ihr eintretend. Eben ist Rupett gegangen, wenn du doch we­nigstens auf ein paar Minuten gekommen wärst, uns zu gratulieren." ~

Sie setzte sich auf eine Fußbank neben Ul­rikens Lager, schlang die Arme ums Knie und schaute strahlenden Auges zu ihr auf.

Verzeih mir, Gabi, aber es widerstrebt mit, ich kann es nicht. Ditte Liebe, diese Verbindung scheint mir eine Unnatur, und die Sonne des Glücke», die dir jetzt daraus hervorleuchtet, ich K, sie wird bald genug verschwinden, von hatten, die sich unausbleiblich entwickeln müffen und denke an mich entwickeln werden."

Eabrielens Gesicht wurde ernst und ernst der fragende Ausdruck ihrer eben noch so heiter leuchtenden Augen.

Schatten, Ulla? Woher sollten die Schat­ten kommen, wenn selbst Mama unserer Liebe leine Hindernisse in den Weg legt, wenn mein Gewissen Rupert ganz und von jeder Schuld

Deutsches Reich.

Sem Bundesrat. In der heutigen Sitzung des Bundesrats fand der Ausschußbericht, bett, die Ergänzung zum Entwürfe des Reichshaus­haltsetats für das Rechnungsjahr 1907 die Zu­stimmung.

Konservative Anträge im Reichstage. Die deutsh-konservative Fraktion des Reichstags be­reitet mehrere Anträge vor. Ein Antrag be­zweckt eine Gehaltsaufbesserung der Reichs­beamten. Ein zweiter Antrag beabsichtigt die Segnungen der sozialpolitischen Gesetze in wei­terem Maße den Privatangestellten zu sichern, bez. eine Pensionierung derselben und eine Ver­sorgung ihrer Hinterbliebenen mit Staatsunter- stützung anzuregen. In einem dritten Antrag« wird die Herabsetzung des Lebensalters für den Bezug der Altersrente auf das 65. Jahr ge­wünscht.

Die Schristsühterwahl im Reichstage hart« folgendes Ergebnis. Es wurden gewählt: Frhr. v. Thünefeld (Ztr.), Engelen (Ztr.), Rimpau (nl), Pauli-Oberbarnim (Rp.), Rogalla von Bieberstein (kons.), v. Damm (Wirtsch. Vgg.),

I heiligsten Rechten gekränkt, der ihm das Glück seiner Jugend raubte."

Schweig!" rief Ulrike, mit flammendem Blick die Schwester messend.Schmähe den Toten nicht und glaube mir, die Zeit wird doch kommen, ros die Erinnerung an ihn ihren Schatten werfen wird in dein und Felsenbachs Leben. Ja, st« wird kommen schüttle nicht den Kopf sie wird kommen und dann wirst du auch dieser Stunde gedenken."

Gabriele schauerte kaum merklich zusammen. Sie stand auf, um das Zimmer zu verlaßen, sie fürchtete sich vor der Schwester und ihren dü­steren Prophezeiungen. Ulrike versuchte nicht, sie zurückzuhalten, und Gabi ging in ihren klei­nen Salon, wo sie zwar eine Handarbeit vor­nahm. im übrigen aber ihren Gedanken unge­stört nachhing.

Waren das die Kämpfe, von denen Rupett gesprochen, und die sie so aefürchtet hatte? Nein, doch wohl nicht. Der Besitz des Geliebten war ihr gesichert, In nickt zu ferner Zeit sollte der Segen der Kirche sie fürs Leben mit einander vereinen. Sie atmete beseligt auf bei diesem Gedanken dann war alles was

ihr Herz jetzt bewegte und betrübte, He Unver­söhnlichkeit der Schwester gegen den Geliebten durfte er nie erfahren. Es hätte ihn gekräntt, er hätte vielleicht gebangt um ihretwillen, er hatte schon so viel gelitten, durch sie sollte er nur glücklich werden. Sie roa- ja ein verständiges Mädchen, mit solchen Sachen mußte sie sich allein abfinden. Es war nicht hübsch von Ulrike, ihr gleich die ersten Stunden des bräutlichen Glück» zu trüben: indeffen, sie kannte ihre fast fana­tische Art, mit der sie stets den toten Bruder ver-. göttett hatte, und ein Herz, so jung und in fei«; ner Liebe glücklich, wie das Gabt», verzeiht ja f»; gerne und so leicht. Sie wollte nicht mehr daran, denken. ....

, (Fortsetzung fotzt.)

Wenn man das große Zukunftsrätsel der nächsten Weltpolitik in eine Formel bringen roollte, so könnte man keine bessere gefunden haben als die: Y e/a Z (Yankees gegen Ia- van er); denn aus der Frage, ob das Aus- vehnungsbedürfnis der Japaner sich tatsächlich gegen die Yankees richten wird, oder ob sie den Vorsatz haben, zunächst ihre Einflußsphäre auf &>efamtafien insbesondere auch auf Indien aus­zudehnen, ergeben sich die schicksalsschwersten Folgerungen. Aus Kalkutta kommen immer häufiger Nachrichten über die starke, dort be­stehende englandfeindliche Stimmung, und es läßt sich nicht verkennen, daß der Ausbruch eines neuen Sepoy-Aufstandes mit Sicherheit zu er­warten wäre, wenn es den Japanern belieben ollte, ihn zu veranlaffen. Schon 1859 ist es England nur durch den Beistand des Maharad- chah von Hyderabad gelungen, dieses Aufstan- >es Herr zu werden, und es kann keinem Zwei« el unterliegen, daß England an dem Tage, wo >et indische Aufstand ausbräche, auch mit unge­heueren Schwierigkeiten in Südafrika zu käm­pfen und dort eine Suppe auszueffen haben würde, die es in feiner lächerlichen Eifersucht gegen die deutschen Kolonialbestrebungen in Cüdwestafrika dort sich eingebrockt hat. Denn picht nur würde das Burentum wie ein Mann sich erheben, sobald die Stunde der Befreiung ihm schlüge, sondern Südafrika würde auch mit einigen Kaffernaufständen zu rechnen haben. Einstweilen freilich scheint das Ausdehnungs- bediirfnis der Japaner sich noch ausschließlich gegen Osten zu richten, und die Entscheidung in dem Kampfe um seine Stellung in Amerika Wettlp«dem gutgerüsteten und ruhmbegierigen Lande zunächst über alles zu gehen.

Nakahashi Tokugoro, der Leiter einer der größten Dampfergesellschaften, der diese Frage hes bevorstehenden Ringkampfes um die Vor­herrschaft zwischen Japan und Amerika zu fei« hem besonderen Studium gemacht, erklärte be­reits vor Beendigung des ostasiatischen Krieges leinen Krieg mit Amerika für ganz unvermeid­lich. Er wird nicht müde, seine Landsleute auf den notwendigen, mühsamen und schweren Waf­fengang vorzubereiten. So führt er auch jetzt in einem Aufsatze der ZeitschriftTaigo" aus: Von beiden Seiten des Stillen Ozeans Habs plan Japans Ausdehnung zu hemmen versucht. Das Hindernis im Westen habe den Krieg mit Rußland unerläßlich gemacht; jetzt trete aber von Osten, übers Meer ein anderer Gegner in die Erscheinung, der es in der Hand habe, die wirtschaftliche Stellung Japans zu gefährden. Er appelliere somit an seine Landleute, daß ste sich nicht durch ihre Siege einschläfern ließen,

Schalten.

Roman von B. v. d. Lancken.

(Fortsetzung).

_ Natalie Reuchlin neigte ihr Haupt tiefer, ein Zittern durchlief ihre stolze Gestalt, Felsen- hach ergriff die Hand, die auf der Sofalehne ruhte, und führte ste an seine Lippen.

Sei dem, wie ihm wolle," sagte er leise. Sie haben durch mich viel Leid erfahren, Grä­fin, haben das Teuerste verloren, was Sie be­saßen, wird es Ihnen möglich sein, dies zu vergeben und mir ohne Groll, ohne Haß gegen» über zu stehen? Ich würde nie gewagt haben, mich Ihrer Tochter und Ihnen zu nähern, wenn Ich so viel Schuld an dem Unglück Ihres Sohnes gehabt hätte, als mir von Ihnen beigemeffen st. Ich hätte nicht den Mut gefunden, Ihnen ns lauge zu schauen, und wenn Sie mich auch licht lossprechen, von dem moralischen Anteil an her traurigen Entwicklung des Ganzen, so muß Ihnen doch mein heiliges Recht und die Ver­pflichtung, die ich als Ehrenmann habe, zur Entschuldigung meines Handelns dienen. Wol« Xen Sie dies gelten kaffen, Gräfin Reuchlin?"

Sie verlangen viel von mir, Herr von Felsenbach, aber ich bin bereit, Ihnen dies zu gewähren. Ich stehe meinen Stiefkindern, ja, Minern toten Gatten gegenüber in großer Schuld. Cie sehen mich überrascht, ungläubig 6n, und doch ist es so, wenn auch die Welt von vieser Schuld nichts weiß, ja, wenn selbst die Be- keiligten sich dieses Verhältnisses kaum recht be­wußt geworden sind. Ich reichte dem Grafen weine Hand, ohne mein Herz, ich erfüllte ge­wissenhaft die übernommenen Pflichten gegen ihn |tnb feine verwaisten Kinder, aber das Veste, das Schönste gab ich ihnen nicht Liebel llnb was ist ein Kinderleben ohne Liebe? Als fnli nun Gabi von Ihrer Neigung zu Ihnen