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l Nachdruck Verboten.},
beschlossen.
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bedeutete die ernste Betonung der. sozialpolitischen Wirksamkeit. Die knappe und klare Kennzeichnung der Sozialdemokratie wurde zustimmend ausgenommen. Lauter Beifall ertönte auch bei der Verkündung des Grundsatzes, daß die Sozialpolitik im Geiste Wilhelms I. weitergeführt werden müsse und nimmermehr von wechselnden Parteiinteressen abhängig sein dürfe.
Die Thronrede, der auch am Schlüsse die Mehrheit des Reichstages durch eine nochmalige Beifallskundgebung lebhafte Zustimmung bezeugte, wird ganz gewiß auch außerhalb des Reichstages in den Herzen aller Deutschen, die Sinn für die Größe und Wohlfahrt des Reiches haben, einen freudigen Widerhall geweckt haben. Insbesondere auch dürfte man große Genugtuung über jene Stelle der Thronrede empfinden, in der die allgemeine politische Lage als eine solche dargestellt wird, daß sie zu der Zuversicht berechtige, der Friede werde uns weiter erhalten bleiben. Zu unseren Verbündeten unterhält die Regierung die alten herzlichen, zu den anderen fremden Mächten gute und korrekte Beziehungen. So kühl das auch klingen mag, so gibt uns doch die erwähnte Friedenszuverficht die Beruhigung, daß diese Beziehungen genügen, uns friedliche Zustände zu erhalten. Uebrigens teilt die Thronrede auch noch mit, daß die Einladung zu der zweiten Haager Friedenskonferenz, die berufen sein wird, im Anschluffe an die Ergebnisse der ersten Haager Konferenz das Völkerrecht im Sinne des Friedens und der Humanität weiter auszubilden.
„Möge das nationale Empfinden und der Wille zur Tat, aus dem dieser Reichstag hervorgegangen ist, auch über seinen Arbeiten walten — Deutschland zum Heil!" Dieser Wunsch, mit dem die bedeutsame Thronrede stimmungsvoll schließt, wird, wie wir fest überzeugt sind, auch der der überwiegenden Reichstagsmehrheit in der gegenwärtigen Legislaturperiode sein; daß er es auch für alle Zukunft bleibe, dafür muß durch Aufklärung des Volkes über die Bedeutung der nationalen Politik für des Reiches Macht und Wohlfahrt gesorgt werden.
Leipzig der glänzende Beweis dafür geliefert worden, daß der nationale Gedanke nach, wie vor, die deutsche Studentenschaft beseelt. Eine von den Leipziger Burschenschaften (Arminia, Dresdensia und Germania) einberufene allgemeine Studentenversammlung mit der Tagesordnung: „Stellungnahme der deutschen Studentenschaft zur Ausländerfrage" lehrte sowohl durch den überaus zahlreichen Besuch als auch durch ihren Verlauf, daß die Bewegung in der deutschen Studentenschaft gegen den übermäßigen Andrang slawischer Ausländer zu den deutschen Hochschulen erfreulicherweise im Wachsen begriffen ist. Der unmittelbare Anlaß zu der Entrüstung der nationalen Studentenschaft hatte, wie in Dresden, so auch in Leipzig, das unliebsame Verhalten der studentischen Ausländer aus dem Osten während der letzten Reichstagswahl geboten. Namentlich wurde über die polnischen und russischen Studierenden Klage geführt, die sich eifrig an der sozialdemokratischen Wahlagitation beteiligt hatten. Der Referent, Stud. jur. W. Lange (Arminia), verlieh dieser Stimmung, nachdem die anwesenden slavischen Ausländer auf das Geheiß des Vorsitzenden den Saal hatten verlassen müssen, Ausdruck und brachte eine entsprechende Resolution in Vorschlag. In der sich anschließenden lebhaften Diskussion forderten fast sämtliche Redner, daß verschärfte Bestimmungen gegen den Zuzug der slawischen Ausländer geschaffen würden. Ihre Wünsche drückte die Versammlung in einer an Rektor und Senat gerichteten Resolution aus. In dieser heißt es, daß das zum Teil skandalöse Auftreten der slawischen Elemente, ihre notorisch antinationalen Bestrebungen in weiten Kreisen Aufsehen und Entrüstung hervorriefen. Ein Zusammenarbeiten mit ihnen in Hörsälen und Laboratorien sei allen deutschen Studenten ein so lästiger Zwang, daß sich das wünschenswerte friedliche, auf gegenseitige Achtung begründete Vetchältnis kaum aufrecht erhalten lasse. Im Interesse der völkischen Reinhaltung der Universität müßten geeignete Schritte getan werden. Die deutsche Studentenschaft fordere für slawische Studierende verschärfte Aufnahmebedingungen, ferner, daß jene Slawen der deutschen Sprache mächtig sein müßten und daß ihre Eintragung in die Kollegbogen erst erfolgen dürfe, nachdem die deutschen Studenten ihre Einschreibung bewirkt hätten. Erforderlich sei namentlich eine Erhöhung der Jmmatrikula- tions- und Jnstitutsgebühren für Angehörige osteuropäischer Staaten.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck mtb Verlag' Joh. Äug. Koch, Umdersität--Buchdruckttel 42 Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
Eine nationale Kundgebung der Leipziger Studentenschaft.
Während man in Marburg unter dem Deckmantel einer „wissenschaftlichen" Disputation versucht hat, der deutschen Studentenschaft den Glauben an das nationale Ideal zu nehmen und sie für die Ziele der internationalen Sozialdemokratie zu gewinnen — was freilich den „Genossen" niemals gelingen wird —, ist, wie jüngst in Dresden, am letzten Montag in
genspaziergang am Hafen. Um 11 Uhr begab sich der Kaiser im Automobil zum Exerzierhaufe der zweiten Matrosendivision, wo die Vereidigung der Rekruten stattfand. Der Kaiser hielt hierbei eine kurze Ansprüche. Rach der Vereidigung fuhr der Kaiser durch die reichgeschmückten Straßen nach dem Offizierkasino zum Frühstück, an dem 100 Personen teilnahmen.
— Das neue Reichstagspräsidium. Wie wir bereits gestern nachmittag auf Grund drahtlicher Benachrichtigung durch Aushang der Meldung bekannt gegeben haben, wählte der Reichstag am gestrigen Mittwoch seine Präsidenten und Schriftführer. Es fand zunächst die — vorläufig auf die Dauer von 4 Wochen gültige — Wahl des er st en Präsidenten statt. Dem Namensaufruf waren 383 Abgeordnete durch Abgabe von ebensoviel gültigen Stimmzetteln gefolgt. Die absolute Mehrheit betrug 192 Stimmen. Es erhielten Abg. Udo Graf zu Stolberg-Wernigerode (kons.) 211. Dr. Spahn (Z.) 164, Dr. Paasche (nl.) 4, Frhi. v. Hertling (Z.) 1 Stimme. Der Präsidentschaftskandidat der konservativ-liberalen Meh.'- heit, ist somit mit 50 Stimmen Vorsprung vor dem Kandidaten des Zentrums, der Polen uitb Sozialem okraten gewählt. Nach Ablauf von 4 Wochen muß die endgiltige Wahl des erste« Präsidenten für die übrige Dauer der Session erfolgen. Graf Stolberg sprach seinen Dank aus „für die sehr hohe Ehre", die ihm durch seine Wahl erwiesen sei, und erklärte, die Wahl anzunehmen. An Stelle des bisherigen Alterspräsidenten v. Winterfeldt-Menkin übernahm er darauf das Präsidium mit folgender Ansprache: „Das an und für sich schwere und verantwortungsvolle Amt des ersten Präsidenten,. welches Sie mir übertragen haben, ist unter den jetzigen politischen Verhältnissen doppelt schwer und doppelt verantwortungsvoll. Dazu kommt no-h, daß die erprobte Amtstätigkeit, die hohe Begabung, die Schlagfertigkeit und die persönliche Liebenswürdigkeit meines Herrn Vorgänge:? (Beifall) noch frisch in Ihrem Gedächtnis steht und zu Vergleichen unwillkürlich herausfordert. Ich weiß, daß ein Präsident nur dann etwas leisten kann, wenn er vom Hause unterstützt wird. Deshalb bitte ich um Ihre Unterstützung. Ich will mein Amt unabhängig noch allen Richtungen führen, gerecht und unparteiisch sein, ich will di« Würde des Hauses wahren (Beifall) und seine Geschäfte nach Möglichkeit zu fördern suchen. Wenn im übrigen das, was ich leisten werde, hinter dem, was ich leisten möchte, sehr weit Zurückbleiben sollte^ so hoffe ich doch, daß Sie von mir sagen werden: üt desint vires, tarnen ost laudanda vo- luntas." (Lebhafter Beifall.) Präsident Graf Stolberg dantte darauf dem bisherigen Präsidenten für seine Mühewaltung (lebhafter
ich hoffe, sie wird unserem Glück nicht im Wege stehen. Du hast recht, sie ist ein starker Charakter, ich bewundere sie deshalb und komme mir recht schwach neben ihr vor. Ulrike ist unsere Feindin, und das bedrückt mein Herz doch etwas. Wenn Du bei mir bist, Rupert, dann fühle ich mich gegen alles gestählt, aber so allein überkommt mich doch manchmal, trotz aller Liebe zu Dir, eine kleine Zaghaftigkeit. Sei mir nicht böse deshalb, Liebster; mit meinem Entschluß, Dir anzugehören hat das nichts zu tun. Ich bin und bleibe stets die Deine. Gabriele.
„Süßes Kind," sagte Felsenbach. „Eine wunderliche Mischung von Charattercigenschasten, die sich erst klären müssen."
Noch an demselben Abend schrieb Rupert an die Gräfin und bat sie um eine Unterredung. Ein Diener brachte bereits im Laufe des kommenden Vormittags die Antwort, infolge deren Felsenbach eine Stunde später beim Palais Reuchlin vorfuhr. Ein Lakai führte ihn, nach Nennung seines Namens, durch das Empfangszimmer, in einen mittelgroßen Salon und zog sich geräuschlos zurück, als durch die seitwärts liegende, durch schwere Portieren verschlossene Tür Gräfin Natalie eintrat.
Allein, ohne Zeugen stand sie nun dem Manne gegenüber, dessen Namen sie einst nicht ohne feindliche Regung nennen hören konnte und dessen edle Persönlichkeit jetzt, wie auch beim ersten Sehen einen Eindruck auf sie machte, dem sie sich nicht zu verschließen imstande war. "Ihre stolzen Züge zeigten die Spuren eben erst bekämpfter Gemütsbewegung, an ihren Wimpern zitterten die Spuren von Tränen, ihr kalter Blick hatte dadurch etwas Milderes, es lag mehr Echmerz als Unnahbarkeit in ihrer Erscheinung.
Eine krampfhafte Empfindung zog di« Brust Felsenbachs zusammen, als er sich tief vor ihr verneigte. Was immer auch vorlag, ihn pon
näherte sich derselben in ausfälliger, mich kompromittierender Weise, er tauschte Briefe mit ihr--"
Die Gräfin zuckte die Achseln und ihre Finger spielten in nervöser Unruhe mit einer Quaste der Sofalehne. ;
„Sie scheinen die angeführten Ursachen als zu geringfügig zu betrachten, um ihnen ein Menschenleben zu opfern," fuhr Rupert fort, „lassen Sie mich an Ihr Gerechtigkeitsgefühl appellieren, gnädige Gräfin: würde im umgekehrten Falle der Prinz schweigend die entwürdigende Rolle übernommen haben, die man mit zuerteilen wollte?"
„Und Sie fühlen keine Reue um dies geopferte Leben?" fragte Gräfin Natalie, ihre ernsten Augen mit dem Ausdruck stummen Vorwurfs zu ihm erhebend.
„Jedes Leben, das in der Blüte seiner Jahre dahingerafst wird, rüst bei einem fühlende« Menschen ein Empfinden des Bedauerns und der Teilnahme wach — um so lebhafter, je reicher beanlagt Charakter und Geist waren. Von diesem Standpuntt beklage ich den Tod des Prinzen; im übrigen, was ich tat, mußte ich tun und kann keine Reue darüber heucheln."
„Im Blut des Gegners wäre Ihre verletzte Mannesehre reingewaschen nach den GesetzeN der Gesellschaft, — warum töteten Sie meinen Sohn?«
Es war nicht meine Absicht. Der tödliche Ausgang seiner Verwundung erschütterte mich selbst und noch mehr, als ich spater erfuhr, wie wenig die Frau, um derentwillen wir unser Leben in die Schanze schlug, dessen wert war. Der Prinz hatte auf meine Brust gezielt, er wollte mich toten, eine höhere Macht hatte es «nb«n
Marburg
Freitag 25. Februar 1907.
Deutsche? Reich»
— Der Kaiser in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 20. Febr. Der Kaiser unternahm um 9 Uhr vormittags allein einen Mor-
Der Eindruck der Thronrede.
Wer nur von einseitigem Standpuntte in die Welt zu blicken pflegt und insbesondere die po- iütischen Vorgänge ausschließlich durch die Parteibrillc zu beobachten gewöhnt ist, der wird selbst über Ereignisse, die andere mit ehrlicher Freude erfüllen, nur in Worten nörgelnder Kri- stit sprechen. Das ist vor allem die herkömmliche Art, in der sich freisinnige Blätter zu ergehen lieben, die burdj ihr Gekeife sich nach Kräften bemühen, deutsche» Männern die Freude an Vaterland und Volkstum zu verderben. Bei derartiger Betrachtungsweise darf es nicht wunder nehmen, wenn in linksliberalen Organen die kaiserliche Thronrede, mit der am Dienstag der neue Reichstag eröffnet wurde, kühl und mißtrauisch beurteilt wird. Wenn in einem dieser Blätter gesagt ist, daß die Throirrede „ziemlich nüchtern und farblos gehalten" sei, so kennzeichnet dies so recht die grundsätzlich ablehnende Stellung jener Patteifanatiker, die den Tatsachen zum Trotz selbst das tadeln müssen, was die Anerkennung aller Vaterlandsfreunde verdient. Ganz im Gegensätze zu jener hämi- -schcn Kritik muß festgestellt werden, daß die diesmalige Thronrede durchaus keinen nüchternen, geschäftsmäßigen Charakter trug, sondern vielmehr von hoher politischer Bedeutung war. Wer diese Kundgebung Kaiser Wilhelms aufmerksam gelesen hat, wird empfunden haben, daß sie durch besondere Wärme des Tones, durch ihre grundsätzliche Bedeutung und durch ihre anerkennende Würdigung der Wahlen von früheren Thronreden wesentlich abweicht. Von zuverlässigen Zeugen des feierlichen Aktes im Weißen Saale des Königlichen Schlosses in Berlin wird hervor- ,gehobcM, daß der Kaiser die Thronrede mit gut chorbarer^Otimme verlesen hat, wobei er wiederholt einzelne Stellen mit starkem Nachdruck betonte. Da kann auch in dieser Hinsicht von Nüchternheit und Farblosigkeit doch wahrlich nicht gesprochen werden!
1 Dem Inhalte der Thronrede und der Art, in her sie vorgetragen wurde, entsprach dann auch 'der Eindruck, den die Kundgebung des Kaisers auf den Reichstag gemacht hat. Kaum je hat überhaupt eine Thronrede, so viele Kundgebungen des Beifalls hervorgerufen wie diese. Als der Kaiser im Namen der Nation vom Throne herab den Dank aussprach an die tapferen Kämpfer in Südwestafrika, erschollen tauschende Bravorufe, und der Beifall setzte sich jfort, als der Kaiser der Verpflichtung des Reiches gegenüber den geschädigten Ansiedlern in Südwestafrika gedachte. Fast Satz für Satz bekundeten die Hörer ihre Uebereinstimmung mit ■bcn in bet Thronrede gezeichneten Grundrissen £»er den nächstigen Reich-Politik. Den Höhepunkt
Schatten.
Roman von B. v. d. Lancken.
(Fortsetzung).
Ulrike verharrte in trotzigem Schweigen, bis die Gräfin das Zimmer verlassen hatte, dann hüllte sie sich in ihren Mantel und eilte, ungesehen von der Mutter und Schwester, die Treppen hinab, durch den Park nach der Kapelle, i Es war ein klarer, freundlicher Wintertag, und dis Sonnenstrahlen fielen durch di« hohen, farbigen Bogenfenster in das Innere des stillen Raumes, bunte Kreise zeichnend auf die weißen -Steinfließen des Bodens, und die starre Pracht der kostbaren Paradesärge mit einem warme» Schimmer überhauchend. An Leos Sarg kniete Ulrike Reuchlin nieder, umfing ihn mit ihren Armen und brach in heißes Weinen aus, in ein Meinen, das das Herz nicht erleichtert und den ^Schmerz milde macht, sondern das krampfhaft und leidenschaftlich Gemüt und Sinne erregt 'und bis zur äußerste» Erregung aufreizt.
1 „Und wenn alle dich verurteilen und verlasse», du Einziger, Geliebter — ich nicht," ~ flüsterte sie — „und was ich bei deinem Tode gelobt, ich will es halten — und es soll sich furchtbar erfüllen." —
Der Weg von Priebisdorf bis zur Station und von da bis Berlin wurde ziemlich einsilbig zwischen den drei Damen zurückgelegt und Gabis blasses Eesichchen wurde von mancher heimlichen Träne genetzt.
Am Abend dieses Tages, als Rupert Felfen- bach ganz vertieft in sein Drama „Verlorene Seelen" am Schreibtisch saß, erhielt er einen Brief, der sich durch seine Handschrift als von Gabi kommend verriet. Er lautete:
Mein liebster Rupert!
i. Ich habe Mama alles gesagt, unsere ganze tlnterreduna. Sie ist ernst, aber sehr gütig und
jeder Schuld freizusprechen, er war es doch, der dieser Frau das Letzte, Liebste geraubt, was sie besessen, und er kam, gerade von ihr das höchste Glück seines Lebens zu erbitten.
„Gnädigste Gräfin," sagte er, aus diesem Empfinden heraus tief bewegt, „es ist eine wunderbare Fügung des Schicksals, die mich heute zu Ihnen fühtt. Daß Sie mir erlaubten, zu kommen, läßt mich hoffen, daß Sie nicht mit unversöhnlicher Strenge den Mann verurteilen, der Ihrem Mutterherzen so schweres, schweres Leid zufügte.«
Natalie wandte sich ab und ihre Hand stützte sich auf die Lehne des Sessels, sekundenlang glaubte |te, ihre Kräfte überschätzt zu haben, der Kampf ihrer Empfindungen raubte ihr die Sprache. Rupetts Erscheinung, die Schlichtheit seiner Wotte und das Mitgefühl, das sich in feinem ganzen Auftreten kundgab, nahm dem aufsteigenden bittere» Weh zwar die erste Schärfe, aber das Herz der Mutter empörte sich noch dagegen, und jede Nachsicht erschien ihr dann wie ein Unrecht gegen den toten Sohn.
Sie machte ihm nach einer kurzen Pause eine kühl auffordernde Handbewegung, die ihn zum Sitzen einlud und nahm selbst auf dem Sofa Platz.
„Herr von Felsenbach," sagte sie endlich, „aus Ihren Motten und Ihrem Ton entnehme ich, daß Sie es fühlen, welch' großes Leid durch Ihr Verschulden über mich gekommen —«
„Verzeihen Sie, gnädigste Gräfin, wenn ich unterbreche," rief Felsenbach lebhaft, während seine hohe weiße Stirn sich durch eine aufstei- gende Blutwelle färbte, „verzeihen Sie, aber hier scheint ein Mißverständnis obzuwalten, welches zu rektifizieren meine Pflicht ist. Die Schuld an dem Duell trifft mich nicht. Prinz Sebera wußte, in welchen Beziehungen iq zu jener Dame stand — ich setze voraus, 6te sind durch Komtesse Gabriele unterttchtet — «
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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