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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonntag 17. Februar 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Zoh. Sug. Koch, UnwersitätS-Buchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42 Jahrg.
Erstes Blatt.
Die Notwendigkeit der große» Schlachtschiffe.
Obwohl gegenwärtig alle Seemächte, selbst die französische Republik nicht ausgenommen, die sich lange Zeit hindurch durch den forcierten Bau von Torpedo-, Untersee- und Tauchboten eine maritime Ueöerlegenheit gesichert zu haben glaubte, den höheren militärischen Wert der großen Schlachtschiffe anerkannt haben und demgemäß das Hauptgewicht ihrer Flottenvermehrung auf den Bau von Linienschiffen und Kreuzern größerer Abmessungen mit tunlichst höchster Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Fahrtgeschwindigkeit und der artilleristischen Wirkung legen, werden hier und da noch immer Zweifel geäußert, ob es nicht besser sei, statt dieser außerordentlichen kostspieligen Hub wegen ihres zunehmenden Tiefganges besonders während des Aufenthaltes in Küstengewässern gefährdeten Fahrzeuge eine größere Airzahl kleinerer Fahrzeuge in Auftrag zu geben. Um diesen Standpunkt zu rechtfertigen, wird neuerdings auf England verwiesen, das bekanntlich eine durchgreifende Reorganisation seiner sog. Kleinschiffflotte eintreten lassen will und zu diesem Zweck eine neue Kommandostelle geschaffen hat, von der aus die geplanten Reformen durchgeführt werden sollen. Die Annahme aber, daß dadurch das englische Flotten- programm, soweit es den Bau von Linienschiffen und Kreuzern betriffr, irgendwie einschränkend odcr .Wczögernd beeinflußt werden soll, ist zwei- fetÄMirrig. Gerade jetzt hat eine der höchsten cnglisDn Autoritäten auf dem Gebiete des Ecekriegswesens, Admiral Lorg Charles Beresford, die Ueberlegenheit und Unentbehrlichkeit der großen Schlachtschiffe ausdrücklich anerkannt. Während eines Aufenthalts in New- york, wohin er sich zur Teilnahme an der Trauerfeier für seinen bei einem Straßenunfall getöteten Bruder begeben hatte, äußerte er nach dem „Newyork Herald" in einem Gespräch über das neueste und größte Linienschiff der englischen Flotte, die gegenwärtig mit Probefahrten beschäftigte „Dreadnought", es freute ihn, zu hören, daß auch die Marineverwaltung der Vereinigten Staaten sich für den Bau von Schlachtschiffen größter Abmessungen entschieden habe. Die Vorzüge der „Dread- itougth" rühmend, die auf der Fahrt von Gibraltar nach Trinidad 17 Knoten durchgebalten haben soll, fuhr der Admiral fort: „Wir müssen
■23 (Nachdruck verboten.),
Schatten.
Roman von B. v. d. Lancken. . ®-W
: (Fortsetzung).
Hassen?" Er blickte sie in ehrlichem Erstau- „Hassen? — O nein, Baronin, Sie sind im Irrtum. Wenn ich Sie Hatzte, würde ich Ihr Feind sein, ich wiederhole Ihnen aber, ich betrachte uns gegenseitig als Fremde, die nichts gemein haben mit einander, weder eine Vergangenheit noch eine Zukunft."
Ein diabolisches Lächeln irrte um ihren Mund, und ihre Angen bohrten sich flammend, voll heimlichen Triumphes in die seinen.
„Aber etwas können Sie doch nicht fortleug- ncn, etwas, das fortbesteht und fester bindet als ■manches andere, etwas haben wir gemeinsam, — ein Geheimnis!"
! Er zuckte leicht zusammen, dann hob er stolz sein Haupt.
i „Baronin," sagte er kalt, „dies Geheimnis drückt mich nicht, kein Ehrenmann würde an ,'meiner Stelle anders handeln. Ein Schänd» ibube, welcher ein Weib verrät."
Ein Zittern durchrieselte ihre hohe Gestalt, Rupert bot ihr mit kühler Höflichkeit den Arm. j „Darf ich bitten, gnädigste Frau?" ! Sie überließ sich willenlos seiner Führung. .Er geleitete sie zu der Ruhebank, auf der der ,Prinz Platz genommen hatte.
> „Ich habe mich selbst überschätzt," sagte Isa .gezwungen lächelnd und sich an der Seite ihres jGemahls niedcrlaffend. „Das fortwährende Netzen und Herumgehen greift doch mehr an, als ich anfangs fühlte."
Man kehrte bald nach dem Palais Schwarzenstein zurück, und da der Prinz, aus Höflichkeit ifür seinen Gast, nicht wie sonst im Gesellschaft»« ianzug bei Tisch erschien so hatte auch die Ba- ironin ihr Promenadenkostüm nur gegen ein Banz einfaches Hauckleid vertauscht.
TeiltscheF Reich.
— Zur neuen Vorlage über die Maischraum- steuer. Wenn dem Bundesrate eine Vorlage über Maßnahmen gegen den Rückgang des Ertrages der Maischraumsteucr zugegangen ist, so ist damit ein Versprechen erfüllt, das noch kurz vor der Auflösung im alten Reichstage der Staatssekretär des Reichsschatzamtes abgegeben hat. Daß der Ertrag der Maifchbottigsteuer zurückgegangen ist, ist sicher. 'In den achtziger und neunziger Jahren machte der nach Abzug der Vergütungen nsw. verbleibende Reinertrag stets Summen aus, die über 20 Millionen Mark betrugen. Im Jahre 1901 standen einem Bruttoerträge von 43,7 Millionen Vergütungen usw. von 16,6 Millionen gegenüber, es verblieb demnach ein Reinertrag von 27,1 Millionen Mark, damit war aber auch der Höchstertrag erreicht. Es folgte sofort ein beträchtlicher Sturz. Die Reinerträge machten aus, im Jahre 1902: 10,3 Millionen, 1903: 17,3 Millionen, 1904: 18,1 Millionen, 1905: 13,8 Millionen Mark. Es lag dies in der Hauptsache daran, daß die Vergütungen wegen der inzwischen cingetretenen , Veränderungen des Ausbeuteverbältniffes bedeutend erhöht werden mußten. In den achtziger und neunziger Jahren hatten sie unter oder nur wenig über 10 Millionen Mark betragen, 1907 machten sie 22,2 Millionen aus, und wenn sie später auch wieder etwas gefallen sind, so nahmen sie doch von dem Bruttoerträge so bedeutende Summen fort, daß die Einnahmen der letzten Jahre, die der Reichskasse aus der Maischbottichsteuer verblieben, viel geringer als früher waren. Heber die Maßnahmen zur Aenderung der jetzigen Verhältnisse wird sich der Bundesrat nunmehr zunächst in seinen Ausschüssen und so-
große Schlachtschiffe haben. Um für längere Zeit die hohe See hallen, einen Gegner stellen oder sich ihm stellen zu können, mutz ein Kriegsfahrzeug, das den heutigen Anforderungen an Fahr- leistung Aktionradius und Gefechtsstärke genügen soll, sehr bedeutende Kohlenvorräte mit sich führen, über einen starken Panzerschutz verfügen und vorwiegend mit Geschützen schwersten Kalibers ausgerüstet sein. Daraus ergibt sich eine sehr erhebliche Zunahme der Gewichtsbelastung, sodaß eine entsprechende Steigerung der Erößen- abmessungen die notwendige Folge ist." Das Urteil des englischen Admirals lautet also: große Schiffe, schwere Geschütze! Die englische Flottenpolitik hat stets nach diesem Grundsatz gehandelt, sie hat sich, nachdem bereits Japan über das früher übliche Maß des Linien- schiff-Deplazements hinausgegangen war, für eine weitere Erhöhung des Raumgehalts und für das System einer einheitlichen Armierung entschieden. Diese Tatsache dürfte genügen, um zu beweisen, daß die übrigen Seemächte nur vernünftig handeln, wenn sie diesem Beispiel folgen. ■
Prinz Adolf war in heiterster Stimmung. I send, „auch dürfen Sie nicht denken, daß Sie „Wenn Ihre literarische Tätigkeit Sie ein- I dort in einer Einöde begraben sind. Selbstver- mal für längere Zeit freigibt," sagte er, Felsen- I stündlich würden meine Frau und ich zu jener bachs Glas eigenhändig mit feurigem Johannis- I Zeit auch unsere Zelte dort aufschlagen und es berger füllend, „und wir noch etwas bester mit I soll Ihnen unbenommen sein, Ihren Aufenthalt einander bekannt werden, so hätte ich Ihnen I dort ganz nach Belieben zu unterbrechen oder wohl eine große Bitte auszusprechen." ' ‘'
„Es wird mir nicht nur eine Ehre sein, sondern auch eine wirkliche Freude, Eurer Hoheit zu dienen und ich bitte, ganz über mich zu verfügen."
dann im Plenum schlüssig machen. Es ist anzu- I die Provinzen Posen und Westpreußen im nehmen, daß die Vorlage noch zu denen gehören I Reichstage in absehbarer Zeit ausschließlich wird, die dem neuen Reichstage in seiner ersten „polnisch" vertreten sein müsten, gilt den Füh- Tagung unterbrertet werden sollen. Es wurde I Iern der großpolnischen Bewegung als ausgs-i dann demnächst voraussichtlich über zwei auf die I macht — Die schärfste Wachsamkeit itt Branntweinsteuer bezügliche Entwürfe vom T „ " J ? “ W™? „Ls , neuen Reichstage Entscheidung zu treffen sein. I irU ® ***«im» Als ganz sicher darf man ansehen, daß die Vor- I ..,er^®un® en*^e$en können, daß ohne euer» läge über die Kontingentsfestsetzung, die im No- I S'sche Verteü.gung und systematijche Eeg r- vember vorigen Jahres bereits beraten und I arbeit das Deutschtum in den gefährdeten Gegeneiner Kommission überwiesen war, dem Reichs- I den dem Untergänge entgegengeführt würde, tage wieder zugewiesen wird. Die Bestimmung I Deshalb gilt es, in den bisherigen Bahnen der der Branntweinsteuernovelle vom Jahre 1902 O st markenpolitik zu bleiben, die wie über die von fünf zu fünf Jahren vorzunehmende jetzt schon die Ergebniffe der verhältnismäßig
bWin0otJUr .6aß,tR£n I kurzen Anfiedlungstätigkeit erkennen lasten,
im LL Zweifellos imstande ist, die hochverräterischen
ratung im November vorigen Wahres iit aus den I , ' / r, .
verschiedensten Parteien heraus der Wunsch ge- I dlbsichtender Polen zu schänden zu machen und äußert, im Zusammenhänge damit auch andere, ” ostmark,scheu Deutschtum eine Stellung zu die Branntweinsteuer betreffende Fragen er- I sichern, die mit der Vorstellung, als könnte der örtern zu können. Durch die neue Vorlage über I Polonismus dort jemals die Oberhand gewin- die Maischbottichsteuer wird der Erörterung I nen, gründlich und endgültig aufräumt.
einer solchen Frage eine tatsächliche Unterlage I — Bekenntnisse der sozialdemokratischen Par- verschafft werden. I teileitung. In seinem unendlich langen, weit-
— Wider die polnische Gefahr. Der Wahl- j schweifigen Aufrufe wendet sich endlich der so- kampf hat den Polen, besonders in Oberschlesien, I zialdemokratische Parteivorstand „an die Partei" bemerkenswerte Erfolge gebracht. Aber bereits | um ihr in möglichst beruhigender und beschöni- trägt man sich in den Kreisen der großpolnischen I gender Weise von den erlittenen Niederlagen Agitatoren mit der Absicht und Hoffnung auf I — es heißt tatsächlich in dem Aufrufe wiederholt eine weitere Vermehrung der polnischen Reichs- I „Niederlagen" — Kenntnis zu geben. Die tagsmandate. Der „Dziennik Poznanski" er- I Fassung dieses Schriftstückes ist den „sieggewohn- innert daran, daß in Ost- und Westpreußen, in I ten" Führern augenscheinlich sehr schwer gewor- Posen, in Oberschlesien, in Berlin, im rheinisch- I den: man merkt in jedem Satze Verlegenheit westfälischen Jndustrierevier polnische Kandi- I und — ein schlechtes Gewissen. Bisher konnte baten aufgestellt wurden, und er fordert, daß in I die Parteileitung immer als Organisiererin Zukunft in allen oberschlesischen Wahlkreisen I von Erfolgen vor die „Genossen" treten; diesmal eigene Kandidaten designiert werden sollen, bei- I erscheint sie als Organisiererin der Niederlagen, spielsweise auch in Neustadt, Leobschütz und an- I Trotz aller beschönigenden Floskeln und der deren oberschlesischen Bezirken, in denen bei der I Eitelkeit der „Genossen" schmeichelnden Redediesjährigen Wahl nicht einmal die Nominie- I Wendungen ist der Aufruf nichts als ein aller« rung von Zählkandidateis für notig und zweck- i dings noch schüchternes Schuldbekenntnis, hermäßig erachtet wurde. Das genannte Blatt be- I vorgegangen aus der Angst der Parteiführer merkt weiter: „Nicht minder würde es sich emp- | vor summarischer Abrechnung im eigenen Lager, fehlen, auch an Mittelschlesien zu denken, wo I Ob die „Genossen" sich mit der Versicherung man in einigen Wahlkreisen und zwar in Vrieg- I trösten lassen werden, daß die Sozialdemokratie Namslau, Oel - Groß - Wartenberg, Schweidnitz- I „die weitaus stärkste Partei in Deutschland" Guhrau und den 2 Breslauer Wahlkreisen pol- I sei und bleibe und eine Partei aus einem Guß nische Kandidaten aufstellen könnte. In Breslau I fei, die wisse, was sie wolle, dünkt uns sehr zwei- leben angeblich 25000 Polen, aber infolge I felhaft. Was nützt die Stärke, wenn sie in Nie- Mangels an irgend einer Organisation sind die I derlagen zum Ausdruck kommt, was nützt der Polen von Mittelschlesien politilsch vollständig I „eine Guß", wenn die Führung nichts taugt? vernachlässigt und fallen um so leichter der Ger- | Und daß die Führung nichts taugt, wird in manisierung oder dem Sozialismus zum Opfer." I dem Aufrufe festgestellt. Da wird bekannt, daß Ebenso sollen die Bewohner Ostpreußens, in I die ganze Wahltaktik und das ganze Schlagwort- erster Linie „die verwaisten Masuren", — die I material nicht nur versagt, sondern sogar den übrigens von polnischer Bevormundung gar I Gegnern Vorteile gebracht hat. „Wildgewordene nichts wissen wollen, sondern treu zu Kaiser und I Spießbürger" seien wieder in das Lager der Reich stehen. D. Schrift!. — wie das Posener I Ordnungsparteien zurückgekehrt, die Klassen- Organ bezeichnend genug sich ausdrückt, energi- I kämpfe der Gewerkschaften hätten viele Hand- scher als bisher durch die Kandidaten der groß- I werksmeister der roten Fahne abwendig gemacht, polnischen Propaganda bearbeitet werden. Daß 1 die Massenaussperrungen hätten den Arbeitern
Es legte sich auf seine Seele, quälend, nieder-i drückend, und nie hatte er ein sehnsüchtigeres Verlangen nach Gabis reiner Nähe empfundeiff als in dieser Stunde. Wie gerne hätte er ihrs die Wahrheit in vollem Umfange eingestanden, und er würde nicht damit gezögert haben, wenn abzukürzen, denn tch betrachte das Ganze als I es ihn allein betroffen: so aber konnte es nicht ein Opfer Ihrerseits, wofür ich Ihnen sehr I geschehen, ohne eine Frau zu kompromittieren) dankbar sein würde." I eine Frau, die ihm einst nahe gestanden, der, —<
„Ich bitte Euer Hoheit, mein kurzes Zögern I er konnte es nicht leugnen, — einst sein aanzss nicht falsch zu deuten," erwiderte Felsenvach, I Herz, feine ganze Liebe gehört hatte. War es „und vor allen Dingen die Auffassung fallen zu I ein Wunder, daß die Wiederbegegnung mit ihr lassen, als brächte ich ein Opfer. Kein Auftrag I ihn ^erregte und beschäftigte?
könnte mir ehrender des Auftraggebers und I Isa von Hellern! — Wie er so durch den willkommener um seiner selbst willen sein. Mein I dämmerigen Winternachmittag dahin schritt — Zögern hatte eine andere Ursache, die ich Euer I es begann sachte zu schneien — da dachte er an Hoheit vielleicht im Laufe der nächsten Tage mit- I einen ähnlichen Wintertaq, die Stunde war fast teilen darf." I dieselbe, als er durch die weniger belebten Stta-
„So, so — so, so! Nun, hoffentlich eine freu- I ßen Wiens wanderte, an seinem Arm ein junges, dige Ursache, was? Am Ende gar —“ I reizumflossenes Mädchen, be^en schöne schwarz«
Er stockte unb blinzelte Rupert neckend zu. I Augen durch den feinen TLllichleier ihn anblitz- „Eine Herzensursache," scherzte die Baronin, j ten, feurig und liebevoll zualeich, und dessen während ihre Mundwinkel nervös zuckten. I finniger, roter Mund so verführerisch lächelte, Felsenbach protestierte zwar, aber doch etwas I daß er nicht anders gekonnt — er hatte sich he- nngeschickt gegen diesen Verdacht und Isa fühlte | rabgebeugt und tief in diese Augen geschaut und ihr Herz bei dieser Wahrnehmung rascher klop- I seine Sippen fest ans diese roten Lippen oedrScki
fen, fühlte etwas in sich auflodern, wie obnmäch- I in heißem Kuß. Jener Abend, jener Kuß? --
tiger Zorn. Gegen wen? Gegen sich selbst? Ee- I Sie wurden entscheidend für sein ganze« fvatcrns
gen den Mann, der so ruhig, so fremd an ihrer I Leben, und die Erinnerung daran batte ihn
~ " * " * ‘ nicht mehr verlassen, wie bitter auch --ie Ent
täuschungen waren, die folgten. Damals, in jenem Augenblick, war Isa sein gewesen, nicht au« Berechnung, nicht mit Ueberlegung, sondern mit ihrem ganzen Herzen, und er meinte in seiner Ehrlichkeit, daß dies Glück noch stetig wachsen müsse, daß es ihnen im gegenseitigen schrankenlosen Besitz volles Genügen geben werde. Torz heit! Der einsame Wanderer lachte bitter auf. und schüttelte sich, als ob er etwas Lästiges dadurch ssch abtun könne.
(Sorih!. ”11
„Na, na, seien Sie vorsichtig," scherzte Schwarzenstein. „Es dürfte Ihnen nicht unbekannt sein," fuhr er dann fort, „daß ich in unseren Reichslanden einen größeren Besitz erworben habe. Schloß Jvonne ist herrlich gelegen, von prächtigen Wawungen umgeben, der Park von einem Flüßchen durchströmt. Indessen es waren weniger die landschaftlichen Reize, die mich zum Ankauf der Herrschaft bewogen, als vielmehr die sehr bedeutende Bibliothek, die sich teilweise im Schlosse, teilweise in der dazu gehörigen sogenannten Abtei befindet und die ich für einen sehr hohen Preis miterworben habe. Ich bin, wie man zu sagen pflegt, ein alter Büchernarr und interessiere mich für nichts mehr, als alte Handschriften und Folianten —"
„Unsere Interessen begegnen sich in diesem
Falle, Hoheit," lächelte Felsenbach, „und wenn ________
meine Verhältnisse es mir gestatteten, würde ich I Seite saß oder gegen jenen änderen, der ihre Summen für die Anschaffung einer wirklich I blühende Jugend an sein welkendes Alter ge« wertvollen Bibliothek verwenden." I Kunden? Sie wußte es selbst nicht, sie wußte nur,
»Ihr Onkel sagte mir Aehnliches, unb so I daß sie seit wenigen Stunden unsagbar elend glaubte ich, Sie würden es nicht allzu unbeschei- I war, und daß ihr ganzes Leben öde und ohne den finden, wenn ich Sie bäte, im Laufe der Zeit I Sonnenstrahl vor ihr lag.
einmal die Sichtung und Ordnung bet Viblio- ] Nachdem bet Kaffee genommen war, brach thek in Jvonne zu leiten und zu beaufsichtigen." I Felsenbach aus, es duldete ihn nicht länger in
Rupert dachte einen Moment an Gabriele J den prunkvollen Räumen, an der Seite der Frau, und zögerte aus diesem Grunde etwas länger 1 die wie ein düsteres Verhängnis in sein Leben mit der Antwort, als der Prinz erwartet Haven I getreten war und um deren willen er ein ver- "ochte. I deckte» Spiel spielen mußte. Und konnte er an-
„Ich dränge sie zu keiner Zusage," sagte er, I der» handeln?
Fessenbach mit einem beobachtenden Blick ftrei«1 t ,Nein," sagte er sich, „tausendmal nein,"