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mit
Elftes Blatt.
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Alle übrigen Land-, Bergwerks-, Eisenbahn-, Steuer- und Zollprivilegien beruhen auf sogenannten Konzessionen. Diese Konzessionen aber find nach der Privilegientheorie von Anfang an nichtig, wegen Unzuständigkeit der verleihenden Behörde. Denn die Verleihung eines Privilegs hat durch einen Akt der Gesetzgebung zu erfolgen; sie kann nicht durch die Kolonialbehörde, den Fiskus als P r i o a t p e r s o n erfolgen. Sodann sind die Privilegien nichtig wegen Mangels der Form der Verleihung.
Selbst wenn man aber diese Auffassung nicht teilt, wird man zugestehen müssen, daß die Privilegien zum größten Teil erloschen oder wegen groben Mißbranchs verwirkt sind.
Von diesem Standpunkt aus werden in dem genannten Werke Vorschläge zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Reiche und den Gesellschaften gemacht, die auch den finanziellen Interessen der Gesellschaften hinreichend gerecht werden.
Mit besonderer Genugtuung haben wir seinerzeit auf den Beschluß hingewiesen, den am 10. Dezember die, auf einstimmigen Wunsch des Reichstages eingesetzte, Untersuchungskommission gefaßt hat, und durch den der Ciedelungsgesell- schaft ihre Konzession bis auf zwei ihr belastens Farmen entzogen werden soll. Hoffentlich wird Kolonialdirektor Dernburg auf diesem Wege weitergehen und nicht etwa die Ziele der deutschen
ten haben. Die Gebietshoheit einschließlich des darin enthaltenen Rechts zur Inbesitznahme alles herrenlosen Landes ist jedoch auf die Negierung übergegangen und diese hat den beiden Gesellschaften niemals ein Privileg zur Ausübung dieses Rechts verliehen. Deshalb sind diese gewaltigen Gebiete Kronland.
Die Bergwerksprivilegien dieser beiden Gesellschaften über 360 000 Quadratkilometer stützen sich auf Verleihungen der Kapitäne. Aber diese Privilegien sind im Jahre 1888 erloschen mit der Verleihung des Bergregals an die Kolonialgesellschaft durch die kaiserliche Verordnung vom 2a. Mürz 1888, die einzige koloniale Verordnung, die Kaiser Friedrich IIL erlassen hat. Die Privilegien sind auch durch die Bergverordnung von 1889 nicht Zweifels- und einwandsfrei begründet.
strafung des Kontraktbruchs werde man auf bU Dauer auf diesem Gebiet nichts ausrichten. Abe»! wenn der Landarbeiter in eigenem Hause auf! eigener Scholle wohne, dann werde er lernen, dies Arbeit auf dem Lande der Tätigkeit in ber Fabrik vorzuziehen. Auch ein festes Bollwerks gegen die Sozialdemokratie werde man auf ble»; fein Wege gewinnen. Landwirtschaft«» Minister v. Arnim äußerte seine lebhaft« Sympathie mit dem Ziel des Antrags. Es han- dele sich dabei um eine große Tat: Den Gegensatz' zwischen Industrie und Handarbeiten zu überbrücken. Die Größe der Ansiedlungen müsse ft bemessen sein, daß der Besitzer mit seiner Familie die Arbeit bewerkstelligen könne. Vie» Morgen könnten vielleicht als Normalmatz gelten. Die Ausländer würden wir kaum jemals ganz entbehren können; aber in der Arbeit eines Jahrhunderts könnten wir doch die gegenwärtigen Mißstände beseitigen. Auch er selber hab« gute Erfahrungen mit der Ansiedelung von Arbeitern gemacht. Nur dürfe der Arbeiter, so fuhr der Minister unter leisem Widerspruch fort, nicht zu abhängig von dem Besitzer sein. Ein warmes "" Lob hatte er noch für die Tätigkeit der Ansieb- lungsgesellschaft in Pommern. Grafvonder E r o e b e n (kons.) stand dem Anträge gleichfalls sympathisch gegenüber. Aber er sah di« Dinge nüchterner und kritischer an als die Vorredner. Bei der Geschäftslage des Hauses könne man jetzt die Leutenot doch nicht gründlich erörtern; er werde aber bei paffender Gelegenheit darauf zurückkommen. Die Leutenot sei ein« große Kalamität. Die neuere Kolonisation könn« aber nicht nur Arbeiter ansetzen, sie müsse auch Kleinbauern und größere Besitzer auf Nestgüter« schaffen. Die Hauptsache aber sei, daß die L andwirtschaft dauernd rentabel bleib«. Falsch sei es, daß die Negierung mit Siedelungs- gesellschaften in Verbindung stehe, die reine Er- werbsgescllschaften seien. Das müsse aufhören, sonst müßten seine Freunde sich überlegen, ob st« weiterhin den Fonds zur Unterstützung der inneren Kolonisation bewilligen könnten. Der Minister bestritt, daß eine solche Verbindung bestehe. Die Eeneralkommission habe im Gegenteil diese Erwerbsgefellschaften besonders schatzf überwacht. Der Abg. v. Woyna (freikons.) forderte intensivere Moor- und Oedlandkultur, an der sich das ganze Volk beteiligen solle. Eine» ähnlichen Standpunkt vertrat auch Abg. Goldschmidt (freis. Vp.), dessen Behauptung, di« Konservativen sorgten nicht für die Landarbeiter und der Landarbeiter sei erheblich schlechter gestellt als der städtische Arbeiter, wiederholt de» lebhaften Widerspruch der Mehrheit hervorrief. Abg. v. Bockelberg (kons.) erbrachte alsbalb den Nachweis, daß es dem Landarbeiter erheblich bester ergehe, als dem großstädtischen Industriearbeiter. Im weiteren Verlaufe der Debatte
Wilhelm Jensen.
(Zum 70. Geburtstag.)
Niemand kann ohne Sympathiebeweise Dritter leben: jeder Poet, so wenig er auch in der Stunde des Schaffens danach fragen mag, fühlt sich durch den Beifall beglückt, den das Publikum seinen Werken spendet. Darum ist es nur freudig zu begrüßen, wenn in der Gegenwart n:ehr als früher hervorragenden Zeitgenossen an gewissen denkwürdigen Tagen ihres Lebens die Allgemeinheit ihre Teilnahme au-chrückt und bezeugt, wenn die Presse nachdrücklich das Augenmerk ihrer Leser, auf diese und jene Erscheinung hinlenkt, deren Bescheidenheit ein stilles, mehr oder minder unbeachtetes Leben verschuldete «nd den großen Beifall der Menge bisher fernhielt.
Preußischer Landtag.
* Berlin, 12. Febr.
Das Abgeordnetenhaus setzte am Dienstag die zweite Lesung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung beim Ertraordinarium fort. Die Erörterung befaßte sich zunächst mit einem Anträge der Rationalliberalen, nach welchem durch geeignete Maßnahmen auf dem Gebiete der inneren Kolonisation gegen die aus dem Landarbeitermangel sich ergebenden Notstände Abhilfe geschaffen werden soll. Den Antrag begründete Abg. Glatze! (natl.) in eingehender Rede. Auch im Zirkus Busch habe man den Mangel an ländlichen Arbeitskräften als einen großen Notstand bezeichnet. Mit kriminellen Maßnahmen, wie der Be
Düster und schwer sind seine ersten Werke. Der Künstler ward darin noch nicht Herr über den Denker, der Grübler ist noch mächtiger als der Dichter.
Man könnte die Schöpfungen Wilhelm Jensens in zweimal zwei Gruppen einteilen: erstens, in solche, deren Stoffgebiet entweder in der Historie ruht oder, zum kleineren Teile, in der Gegenwart wurzelt, und zweitens in reinmenschliche und philosophische. Beide Gruppen greifen vielfach ineinander. Die Historie ist für den Dichter das wesentlichere Moment, mit ihr ist er verwachsen; geschichtliches Denken bilder einen Hauptkern seines Empfindungslebens. Bis ins Greisenalter ist er seiner Neigung für die Geschichte treu geblieben, die sich dem Jüngling schon aufgedrängt. Der Literarhistoriker dagegen unterscheidet besser philosophische und rein-menschliche Dichtungen: nur diese Einteilung läßt den Werdegang des Dichters klar er- Eennen, denn, wie jeder echte Dichter, hat auch Wilhelm Jensen die reichen Erfahrungen seines langen Lebens poetisch verwertet, auch seine Werke stellen teilweise Bekenntnisschriften dar.
Die bekanntesten Bände der philosophischen Dichtungen sind „Karin von Schweden" (Novelle) und „Nirwana" (Roman, 3. Auflage) aus der Frühzeit des Dichters und der Roman ..In der Fremde" (4. Auflage) aus späteren Jahren. Ueber jede dieser Dichtungen liegt erkältend das harte „Nickt zur Freude ist das Leben geschaffen, zur Wahl nicht, sondern zur Pflicht. Andern zu nützen und dem Guten zu dienen, auch wo es Kampf und Ueberwindung gilt."
Noch fehlt diesem im Aufwärtswandern be-
Deutsche Kolonisation.
Die von der Direktion der Diskontogesellschaft und der Deutschen Bank beabsichtigte Einführung her South-We st-Afrika Company- Aktien an der Berliner Börse lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf den schweren Schaden, den diese englische Gesellschaft für unsere deutsche Kolonie und darüber hinaus für unsere deutsche Gesamtpolitik bedeutet. Sie ist nichts anderes als eine Ablegerin der „De Beers Diamanten Company" und verfolgte in Südwestafrika neben dem wirtschaftlichen Ziele, die bergbauliche Entwickelung unserer Kolonie zunächst zugunsten von De Beers zu unterdrücken, die stille Nebenabsicht, die Kolonie reif zum Tauschobjekte an England zu machen. Beinahe wäre ihr dies auch zu Caprivis Zeiten gelungen. Im Direktorium der South-West-Africa Company sitzen neben Herrn C. E. Atkison, dem Direktor der De BeersDiamanten Company, Herr Edmund Davis, ein mindestens sehr geschäftsgewandter Engländer, der es trotz der anrüchigen politischen Tätigkeit seiner Gesellschaft fertig gebracht hat, vom deutschen Kaiser empfangen zu werden, ferner George Cawston in London. Das Sekretariat befindet sich dort in unmittelbarer Verbindung mit dem der De Beers Company. Die politische Seele dieser vortrefflichen Gesellschaft in Deutschland aber bildet der hinreichend bekannte Rechtsanwalt Herr Dr. Julius Scharlach in Hamburg; und die deutsche Fassade ist außerdem leider berausgeputzt mit den Namen der Exellenzen von Brandt, früherem kaiserlichen Ehinagesandten und Änterstaatssekretär a. D. Fischer. Großbeteiligt an diesem englischen Pfahl im deutschen Fleische ist höchstbezeichnenderweise neben der De Beers Company das aus Transvaal mehr bekannte als berühmte Haus vom Londoner Kaf- fernzirkus, Wernher, Beit u. Co. Die Berliner Diskonts-Gesellschaft, die Deutsche Bank und das Haus Bleichröder Berlin haben sich an den Geschäften dieser geschworenen Erzfeinde jeder deutschen Kolonisation beteiligt, ohne eine Aende- rung ihrer Politik bewirken zu können oder zu wollen. Man wird schon daraus ermessen können welche Einflüsse aufgeboten werden, um die verwirkten Konzessionen trotz alledem und alledem zu stützen, und welche Arbeits- und Entschlußkraft man wird aufbieten müssen, um diesen Einflüssen 6it begegnen. I
Diese Einflüsse sind um so schlimmer, als die Konzessionsgesellschafte» in der Kolonie allemit- einander entweden lediglich Ableger der South- West-Africa Company oder doch mit ihren Interessen verfilzt sind. Diese Gesellschaften bean-
friesische Heimat zurück und verseht sich in di« Tage bonapartistischer Herrlichkeit. Selbst nach der winzigen Frieseninsel streckt der gewaltig« Eroberer die Hände aus; seine Vorschriften unb Gesetze greifen tief einschneidend in das Lebe» der wenigen Bewohner. Diesen Hintergrunb benutzt der Dichter, um in einer Reihe psycho« logisch meisterhafter Liebesszenen das Suchen^ Fliehen und endliche Finden zweier unverdo« bener Menschen darzustellen. Er legt nicht mehr wie im Beginn seines Schaffens, seinen Per« sonen eigene Meinungen und Ansichten in d«s Mund, sondern wirkt allein durch die Handlung,
Den Höhepuntt seines Schaffens bezeichnt der Roman „Luv und lee" (bereits in 2. Auflags erschienen), ein Buch, das zu den schönsten, tiefsten und reifsten der ganzen nachgoetheschen Dich- tung gehört. Was der junge Schiller in Stur« und Drang in den „Räubern" noch halb kindlich darstellte und demgemäß oft in llebertr-ibunI und Verzerrung vortrug, jene ewig lebendige Fabel vom verlorenen Sohn, das hat Jensen i» wahrhaft wunderbarer Weise in seiner Art geschildert. Hier ist er der vollendete Meister, hier steht er in voller Reife als Menlck wie als Künstler. Es ist unglaublich, welche Fülle herrlichster Weltweisheit und reichster Lebenserfahrung darin quillt und sprudelt, schäumt unb perlt! Und nie ein trockenes Philosophieren, nie ein Streit um Gedanken und Begriffe: alle» ist Wirklichkeit, alles ist Leben. Die plastisch« Kraft der unvergleichlichen Naturzeichnunge» Jensens feiert hier gleichfalls ihren schönste» Triumvh. Wer keine Schrift des Dichters je hl die Hände bekam, der greife nach dem Buchen der lese es, und er wird diesen eigenartige» Dichter lieben und verehren lernen. Und wer krank ist, wird daran gesunden.
Wie ein Nachklang dieser herrlichen Sinfonie liegt es auf allen spateren Schöpfungen Jensen». »Die Rosen von Hildesheim" (Roman, 2. Auf» läge) durchzittert biefelbt frohe Eemütsstinvs
jährigen Mannes enthüllt uns „Nirwana" am meisten. Es ist ein bedeutendes Werk, aber die größte Schöpfung Jensens ist es trotz der Weite des Blickes, der vollendeten Kunstform, der in sich ruhenden Charaktere noch nicht. Zu viel Schatten liegt noch darüber gebreitet, die Sonne I i't ihm noch nicht in voller Klarheit aufgeganqen. ! Schwere Kämpfe mußten erst geschlagen werden, bis der Dichter feines Sckaffcns 5>öhe erreichte. Und er siegte! Mögen die Bitternisse des Lebens, die keinem Sterblichen erspart bleiben, auch ferner hin und wieder wie eine Wolke sich auf sein dichterisches Wirken gelegt haben: er ist immer wieder zur Sonne zurückgekehrt, die ihm die Liebe heißt, die große allerbarmende Menschenliebe. Damit hatte Jensen sich selbst erst eigentlich entdeckt.
In manchem früheren Werke schimmert bet Lichtstrahl dieser Menschheitssonne durch: hingewiesen sei liier auf die ..Pfeifer vom Dusen- bach" (6. Auflage), jene köstliche anmutige Erzählung aus dem Elsaß, wo selbst die Naturschilderungen einen Widerglanz des Lichtes zeigen, das dem Herzen des Dickters ausgegangen. Und nun lieht es mit Riesenschritten aufwärts der Höhe zu. Nachdem Jensen in der Trilogie „Aus den Tagen der Hansa" (3. Auflage) der alten Handelsstadt Lübeck, die in ihm die Liebe zur Geschichte geweckt, ein herrliches Denkmal gesetzt und mit kühnem Griff ein lebensvolles Bild der Hansa und ihres Verfalls gezeichnet bat, dichtete er (es ist hier immer nur von Jensens großen Werken die Rede, die einen Markstein in feiner Entwicklung bedeuten) eine Fortsetzung zu „Nirwana", den Roman „Am Ausgang des Reiches". Wieder läßt er eine Welt rauschender Vergnügungen erstehen, die schließlich in sich selog zmammensturzt, weil sie, innerlich faul, dem Ansturm einer neuen Zeit nicht Stand zu halten vermag. Jensen vervollständigt dann dieses Zeitbild durch die „Runensteine" (Roman, 4. Auflage). Er wandert wieder einmal in bi«
sprachen nun in ihrer Gesamtheit, wie Dr. Hermann Hesse in seinem bei Hermann Costenoble in Jena erschienenen Buche „Die Landfrage und die Gültigkeit der Konzessionen in Südwest- afrika" zutreffend ausführt, das Privateigentum an Grund und Boden in einem Umfang von 295 000 Quadratkilometer (von 835 000 Quadratkilometer Eesamtumfang des Schutzgebiets), sowie Bergwerksprioilegien über 632 000 Quadratkilometer. Aus diesen ungeheuren Gebieten sind alle nichtprivilegierten Personen ausgeschlossen, und das gesamte übrige, nicht den Privilegierten gehörige Kapital kann sich hier nicht frei betätigen, sondern nur dann, wenn es von den Privilegieninhabern zugelassen wird und ihnen erhebliche Abgaben und Gewinnbeteiligung einräumt. Es ist klar, daß hierdurch die Anlegung von Kapitalien außerordentlich erschwert wird, in manchen Fällen, wo bis zu 25 v. H. Gewinnbeteiligung des Privilegieninha- bers — z. B. der South-West-Africa-Company bezüglich des Bergbaus im Ambolande — lediglich für die Erlaubniszum Bergbaugetriebe nach der Konzession ausgemacht werden kann, beinahe unmöglich gemacht wird. Jetzt gilts, in diesen zukunftsreichen Gebieten freie Bahn für Betätigung zu verschaffen. Die Möglichkeit hierzu ist rechtlich gegeben. Denn nach der Privilegientheorie des Eingangs erwähnten Werkes ermangeln fast sämtliche Ansprüche der Gesellschaften der rechtlichen Grundlage. Nur die Eibeon- I Kolonialpolitik durch die Brille jener Deutschen Gesellschaft besitzt unzweifelhaft wohlerworbene I Banken sehen, die es als ihe Aufgabe betrachten, Rechte, da ihr Bergwerksprivileg auf einer kai- der Rhodesfchen Gruppe und ihren dienstwilligen ferlichen Verordnung beruht. I Agenten in Deutschland die Wege zu bahnen.
Der Anspruch der Kolonialgesellschast für 65 Erschließung unserer süd-
Südwestafrika und ihrer Rechtsnachfolgerin, der | wi-iranischen Kolonie auch starker Geld- Kaokogesellschaft, auf das Privateigentum an I , Kapital aber, das hauptsächlich die-
240 000 Quadratkilometer Landes stützt sich auf I l" Kolonie fehlt und ihr bisher durch die Kon- Landerwerbsverträge mit den Eingeborenen. I cesstonsgefellfchasten ferngehalten worden ist, bil- Diese Verträge bezwecken jedoch nur den Erwerb I ^IC ^forderlichen Kolonisten, der Gebietshoheit, da die Eingeborenen sich in ihnen ihre Privatrechte ausdrükcklich vorbehab
i vierteljährlicher Bezugspreis: der der Expedition 2 MH, O»,* *♦<•***».* .rx r
t OQ bei allen Postämtern 2,25 M. ^ti. Bestellgeld). MtlkVMg kr^mt wSchentllch sieben mal. . _ ,
I Jnsertionsgebühn die gespaltene Zeile oder veren Raum 15 Pfg. 1 1on7 Druck und Verlag- Zoh. Slug. Koch, Umvcrsttäts-Buchdruckerri 42. Jahrg
\ Reclamen: die Zeile 30 Pia. . 14. yyCDrilflt 1907, Marburg, Markt 2t. — Telephon ob.
Ein solcher Dichter, der nie, soviel er auch schuf, im Momente der poetischen Verrückung nach dem Erfolge gefragt, der still, in sich gefestigt fein Leben in Einsamkeit zugebracht hat — je älter, je mehr — ist W i l h e l m I e n s e n. Nur wenige seiner Freunde geben ihm noch das -Geleit auf dem „hohen Anstieg" seines Lebens, die Mehrzahl ist bereits zur ewigen Ruhe eingegangen: seine Leserschar hat einem neuen Geschlechte Platz gemacht — fremde Augen sind's, worin er heute, beiVollendung seines 70. Jahres blickt, fremde Ohren, zu denen er spricht. So flüchtet der gealterte Dichter mehr und mehr in bie Erinnerung seiner Jugendtage; manchen köstlichen Schatz fördert et so ans Licht. Ungebrochen ist seine Künstlerkraft; ist das Haar auch gebleicht, der Geist blieb frisch und das Herz ist I griffenen Jensen das, was den herrlichen Namen noch /ung. Ja, eine zweite Jugend war ihm im I eines Dichters erst voll verdienen läßt: die Ab- Alter beichieden, eine sonnigere und freude- oeklärtheit und die Harmonie, die alle Erschei-
Ere: gramvolles Verzweifln am Elend der nungen des Lebens umfaßt, nicht einseitig dem
Welt wich dem Verständnis der Notwendigkeit I Triebe des Gefühls folgt. Viele Schriften be- »llen Geschehens. Er fand das frohe Kinder- ] richten über einzelne Phasen seines äußeren ra yen wieder. , I Entwickelnngsganges, das innere Leben des 40-