mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonnabend 9. Februar 1907.
Erscheint wichmtlich siebt« mal.
Druck tntb Verlag' Joh. Äug. Koch, UmvcyltM-Buchdruckerü 42 Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Ltlephon ob.
Preußischer Landtag.
— Das Abgeordnetenhaus nahm am gestrigen Donnerstag seine Sitzungen wieder auf, die der Reichstagswahlen wegen unterbrochen waren. Auf der Tagesordnung der gestrigen (4.) Sitzung stand die zweite Lesung des Landwirtschafts- etais, über die uns folgender Bericht zu- gegatigen ist.
Am Ministertisch: v. Arnim. Das Haus ist gut desetzf. Präsident v. Kröcher teilt zunächst mH, der König habe die Glückwünsche des Hauses zu allerhöchstseinem Geburtstage huldvoll entgegenzunehmen geruht, und widmet sodann dem während der Vertagung verstorbenen Abg. Schaffner (natl.) den üblichen Nachruf, den das Haus stehend anhört.
Darauf beginnt die zweite Lesung des Etats beim Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung.
Die Einnahmen werden ohne Erörterung bewilligt. Beim Ausgabetitel „Ministergehalt" ergriff das Wort Landwirtschaftsminister von Arnim-Criewen, der in seiner Programm- rede folgende Erklärungen abgab:
Der vorliegende Etat gibt mir willkommene Gelegenheit, mich dem hohen Hause vor- zv.stellen unb zu einigen wichtigen landwirtschaftlichen Fragen Stellung zu nehmen. Es ist jetzt ein Fahr her, daß wir die Wirkungen der Handelsverträge in der Landwirtschaft fühlen. Ich kann 1111(1) dabei der Einsicht nicht verschliefen, das; die Chancen, die die Zollgesetzgebung dör Laudwirtsihast bietet, vielfach überschätzt werden. Mun vergißt, in Betracht zu ziehen, doß chie Arbeitslöhne erheblich gestiegen und durch die Steigerung sämtlicher Preise die Produktionskosten sehr erhöht worden sind. Das ist ein schwerwiegendes Gegengewicht gegen die Dorteile, welche etwas höhere Preise der Land- lvirtschaft vieren. (Beifall.) Ganz besonders »nutz man berücksichtigen, daß diese höheren Preise doch nur eine vorübergehende Ersthein- Uug sein werden. Die hohen Güterpreise, welche wir gegenwärtig haben, sind nicht eine Folge der gesteigerten Nentabilität (Beifall), sic sind sm Gegenteil ein höchst bedenkliches Moment. (Beifall rechts.) Denn wir dürfen die Ursache nicht in der höheren Rentabilität suchen, sondern vielmehr in der erhöhten Nachfrage nach Grund und Boden, die durch Domänenkäufe und Käufe der Industrie Hervorgerufe» ist. (Beifall rechts.) Diese Momente zwingen leider oft dazu, für Güter Preise anzulegen, die sich nicht verzinsen können. Diese allgemeine Preisstei- gerung ist aber auch deshalb bedenklich, weil sie nicht nur beim Berkaus zutage tritt, sondern auch besonders bei der Vererbung. (Sehr richtig!
6 (Nachdruck verboten.)
Schatten.
Roman von N. v. d. Lancken.
(Fortsetzung).
Man war im Palais Neuchlin eben vom Lunch aufgestanden, als die Baronin Tromsau f vorfuhr. Der verstorbene Graf und Prinz .Adolf waren sehr befreundet gewesen, es war also nur natürlich, daß Gräfin Natalie der Gemahlin des Prinzen bei ihrem Auftreten in Berlui besonders freundlich entgegenkam, zumal ®“ron’n.unb Ulrike, ziemlich gleichaltrig, sich sehr aneinander anschlossen: Gabi dagegen konnte ein gewisse Antipathie nur schlecht verbergen.
Die Gräfin und ihre Töchter saßen im Salon, als die Baronin gemeldet wurde, und wirklich angenehm überrascht schien nur Komtesse Ulrike zu sein.
Gräfin Natalie, wie immer seit dem Tode ihres Sohnes und dem des Gatten, in schwarze Wolle oder stumpfe Seide gekleidet, die Witwenhaube mit Schnebbe auf dem Haupt, empfing die Etntretende liebenswürdig, aber doch mit jener etwas kalten Zurückhaltung, die ihrem Wesen eigen war. In den acht Jahren seit dem Tode ihres Sohnes war das volle dunkle Haar eisgrau geworden, und der harte strenge Zug um den Mund hatte sich noch verschärft.
I „Ich komme heute als Bittende, gnädige Gräfin," sagte Isa Tromsau, die schmale kühle Hand Nataliens leicht mit den Lippen berührend.
L „ilnd mich wird es freuen, wenn ich Ihren ,Wunsch erfüllen kann, liebe Baronin. Kommen Sie, machen Sie es sich gemütlich."
* Man bildete einen kleinen Halbkreis um den Fensterplatz der Gräfin. Die Einladung wurde »orgebracht und angenommen.
L «Wir find ganz unter uns," fuhr die junge ।
rechts.) So kommt es, daß jede Vererbung Anlaß zur Verschuldung gibt.
Die gegenwärtige Verschuldung ist ein^r der Hauptschäden, unter denen die Landwirtschaft heute zu leiden hat. (Beifall rechts.) Denn ein gesunder, möglichst zahlreicher Grundbesitz ist das sicherste Fundament des Staates. (Beifall rechts.) Ein unverschuldeter Grundbesitz kann eins viel größere Zahl von selbständigen Besitzern ernähren, als ein belasteter.
Ich komme nun zu einer Frage, die ich gleichfalls für außerordentlich wichtig halte, zur Frage der inneren Kolonisation. Es ist fraglos, daß der Staat ein großes Interesse daran hat, einen möglichst zahlreichen Stand von mittleren und kleineren Grundbesitzern zu haben. Damit will ich natürlich nicht sagen, daß der Großgrundbesitz unberechtigt ist. Wer die Rolle kennt, die der Grundbesitz heute spielt, der weiß, daß unsere Entwickelung ohne Großgrundbesitz gar nicht möglich wäre, der weiß, daß die Landwirtschaft ihre hohe technische Entwicklung fast ausschließlich dem Großgrundbesitz verdankt. (Sehr richtig!) Die innere Kolonisation wird infolge der Preissteigerung von Jahr zu Jahr schwieriger werden, und ohne Opfer des Staates werden wir sie nicht fortführen können. Allerdings muß auch die Landwirtschaft selbst die Frage mit aller Macht in die Hand nehmen.
Die hohen Fleischpreise sind wieder gesunken, die Schweinepreise sind wieder normal, wenn das auch im Kleinhandel noch nicht überall in Erscheinung tritt. Die Entwickelung der Viehzucht ist günstig fortgeschritten. In der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche haben wir gute Erfolge zu verzeichnen. Es ist gelungen, eine große Zahl von Seulhenhcrden zu unterdrücken. Wir können das als einen großen Erfolg unserer veterinären Maßregeln betrachten. In nächster Zeit werden wir auf diesem Gebiete auch praktisch noch einen Schritt weiter tun.
Nun einige Worte über das landwirtschaftliche Schulwesen, das für die weitere Entwicklung der Landwirtschaft von ungeheurer Bedeutung ist, und zwar gerade für den kleinen Besitzer, der nicht wie der Eroßgrund- besitzer wissenschaftlich geschult ist. Er muß aber bei seinen Arbeiten auch auf wissenschaftlichen Erfahrungen basieren. Daher haben die landwirtschaftlichen Winterschulen und Fortbil. dungsschulen eine große Aufgabe vor sich; denn die Voraussetzung eines gesunden landwirtschaftlichen Betriebes ist eine gediegene Vorbildung. Das Fachschulwesen muß auch in der Landwirtschaft dieselbe Höhe erreichen, wie im Gewerbe und in der Industrie. Was die land-
Frau fort, „nur ein älterer Gelehrter, ein Freund meines Mannes, und ein Schriftsteller, der berühmte Verfasser des Romans „Johann Grothus —"
„Dein Bekannter," wandte sich Ulrike mit etwas scharfer Stimme zu Gabi, die nur mühsam eine innere Erregung unterdrückte.
„Sie kennen Fessenbach-Führen?" fragte Isa, sich lebhaft dem jungen Mädchen zuwendend.
.,O ja, sogar — ziemlich genau. Ich war dielen Sommer drei Wochen bei der Familie Führen zum Besuch, und Herr von Felsenbach wohnt dort im Hause."
„Das ist ja höchst interessant! — Ist er ein schöner, noch junger Mann?"
Gabi errötete.
„Anfang der Dreißiger, glaube ich."
„Und ums die Schönheit betrifft —“
„Das ist Geschmacksache, gnädige Frau — er ist groß und dunkelblond."
Nie hatte Gabriele Isa Tromsau weniger angenehm gefunden, als gerade heute. Es lag etwas Lauerndes in ihrem Blick, etwas, was sie abstieß.
„Dann wissen Sie auch jedenfalls seinen Vornamen?" fuhr die Baronin fort, „er zeichnet immer nur R. von Fessenbach-Führen. Halten Sie mich nicht für gar zu neugierig, liebes Herz, aber für Celebritäten habe ich erstens eine kleine Schwäche, zweitens ist der Prinz immer gern möglichst orientiert über Künstler und Schriftsteller, die ihm vorgestellt werden."
„Herr von Felsenbach heißt Rupert."
Nur mit innerem Widerstreebn nannte Gabi den Namen des Geliebten und ihr Herz klopfte halb freudig, halb ängstlich in der Aussicht, ihm heute Abend nach der kurzen Trennung wieder zu begegnen.
„Rupert! — kein alltäglicher Nam« — er entspricht jedenfalls dem Träger, denn der Verfasser des „Johann Grothus" kann kein alltäg- licher Mensch sein."
wirtschaftlichen Nebengewerbe anlangt, das Brennereigewerbe und die Zuckerindustrie, so sind diese beiden durch die Steuergesetzgebung um ihre Blüte gebracht worden. Sie sind aber auch dadurch zu den heutigen Grundlagen gekommen. Ueber das Brennereigewerbe will ich aus gewissen Gründen jetzt nicht sprechen. Die Lage der Zuckerindustrie ist sehr ernst. Das Ausland ist ganz allgemein bestrebt, immer mehr durch eigene Produktion den eigenen Markt zu sichern. Wir müssen mit einer dauernd zunehmenden Erschwerung unseres Exportes rechnen. Daher ist die Hebung des heimischen Konsums absolut notwendig, um die Zuckerindustrie vor schweren Tagen zu bewahren. (Sehr richtig?)
Was ich Ihnen vorgetragen habe, waren Gedanken und Wünsche. Der Weg, den ich zu gehen habe, ist beschwerlich. Aber dieses hohe Haus hat stets ein so reges Interesse für die Landwirtschaft gehabt und immer ein so warmes Verständnis für sie gezeigt, daß ich wohl hoffen kann, daß es kräftig mtt Hand anlegen wird, um die Hindernisse zu beseitigen, die auf dem Wege einer gesunden Entwicklung unserer Landwirtschaft liegen. (Lebhafter Beifall rechts.)
Abg. Eamp sfreikons.): Meine politischen Freunde sind bereit, vertrauensvoll mit dem Minister an der Verwirklichung der eben gekennzeichneten Aufgaben zu arbeiten. Ein Rütteln an der Branntweinsteuer würde lediglich Riesenbetriebe zur Folge haben und den Branntwein verteuern. Bei der Besprechung der Interpellation über die Fleischteuerung im Reichstage bat ich, die Besprechung um zwei Monate zu vertagen, damit wir erkennen können, ob das Sinken der Viehpreise anhält. Jetzt zeigt sich in der Tat, daß die Viehpreise weiter gesunken sind. Was die innere Kolonisation betrifft, so strebte ja schon Fürst Bismarck danach, möglichst viele Arbeiter auf dem Lande anzusiedeln. Leider besteht bei vielen Grundbesitzern Abneigung gegen die Ansiedlung von Arbeitern. Meine Freunde aber werden die Absichten des Ministers auch hier fördern. Der Reichskanzler hat in seinem Sylvesterbriefe von Kulturaufgaben gesprochen. Die wichtigste Kulturaufgabe bleibt die Erhaltung der Landwirtschaft. (Beifall rechts).
Abg. Glatze! (natl.): Die Ziele des Ministers finden unfern Beifall, über den Weg werden wir uns im einzelnen zu verständigen haben. Bei den Betrachtungen des Ministers über die Entschuldigungsfrage klang uns zu viel Büro- krati'ches heraus. Die Einführung der Ent- schuldigungsgrenzs würde den intensiven Betrieb einfach verhindern. Wir müssen danach streben, die Landwirtschaft zu einer richtigen Kreditgebabrunq zu erziehen, insbesondere durch ländliche Genossenschaften, die hier dar einzige Hilfsmittel sind. Die Ausgaben des landwirtschaftlichen Etats sind im Vergleich zu denen anderer Etats auffallend niedrig. Werden un-
Nachdem die Baronin fortgefahren, trat Ulrike mit gerunzelter Stirn neben ihre Mutter.
„Ich werde Euch nicht begleiten, und ich begreife dich nicht!" sagte sie kurz.
Gräfin Reuchlin hob den Kopf und maß ihre Lieblingstochter mit erstaunten Blicken.
„Warum nicht? Weil der Verfasser von „Johann Grothus" dort ist? — Ich hatte zugesagt, ehe Isa seinen Nomen genannt, und dann — Ulrike bedenke! Weil ein bedeutender und — seinem Buche nach — ein edler, großherziger Mann denselben Namen führt wie ein kleinlicher, rachsüchtiger Feigling, deshalb sollte ich einem solchen Manne nickt begegnen wollen? Es ist dies in meiner gesellschaftlichen Stellung nicht gut zu vermeiden, wenn es mir auch nicht gerade angenehm ist. Und außerdem — der „Johann Grothus,, hat es mir angetan, ich möchte den Verfasser kennen lernen."
„Mutter, ich verstehe dich ost nicht mehr, du bist eine andere geworden. Einst dachtest du wie ich, da genügte der Name Fessenbach, dein Herz aus Wunden bluten zu machen. Seit wann diese Wandlung?"
Natalie Reuchlin sah still in ihren Schoß.
„Seit ich „Johann Grothus" gelesen," sagte sie halblaut und wie träumerisch vor sich hinschauend.
Ulrike warf das schöne Köpfchen zurück und wandte der Mutter schweigend den Rücken. Gabriele hatte leise das Zimmer verlassen.
In den vier Wochen, seitdem Gabriele mit Mutter und Schwester von Priebisdorf nach Berlin übergefiedelt war, hatte sie Eva noch nicht gesehen, da dieselbe verreist war. Sie sehnte ihre Rückkehr herbei, denn ein Besuch bei der Familie Führen war ja gleichbedeutend mit einem Wiedersehen Ruperts. Zu einer Aussprache war c sim Sommer zwischen ihnen nicht gekommen. Am nächsten Tage nach jenem Morgenspaziergange war sie abgereist, aber dar feste Bewußtsein seiner Liebe hatte sie trotzdem mitgenommen, und au, diesem Bewußtsein
sere Moore kultiviert, dann wird eine groß« Menge Bauern angesiedelt werden können. Wären diese Moore in Privatbesitz, dann wäre schon längst mehr geschehen.
Abg. Wallenborn (Ztr.): Auch meine politischen Freunde wünschen eine reichlichere Ausgestaltung des landwittschaftlichen Etats. In der Beurteilung der Wirkung dcr Handelsverträge schließen wir uns dem Minister an. Bedauerlich ist die leider noch starke Einfuhr an Verschnittwein, der namentlich aus Spanien zu uns kommt; bei der Güte des heimischen Rotweins wäre diese Einfuhr wahrlich nicht notwendig.
Abg. v. Bockelberg (kons.): Wenn der Minister als sein Ziel hinstellte, die Landwirtschaft konkurrenzfähig zu erbalten, so findet er dab« unseren Beifall und unsere Unterstützung. Hoffentlich wird er das Steuer seines Ministeriums immer mit glücklicher Hand lenken. Was die Zölle betrifft, so können wir für absehbare Zeit nicht zugeben, daß nur vorübergehenden Charakter haben. Aber in der Frage des Seuchengesetzes. der Vieh- und der Fleischpreise machen wir uns die Ansichten des Ministers gern zu eigen. Der Minister wird unsere Unterstützung finden: wir urteilen aber nur nach Taten, nicht nmy Worten. (Lebh. Beifall rechts.)
Minister v. Arnim meint, er sei in der Zollfrage mißverstanden worden; er wolle an den Schutzzöllen unbedingt se st gehalten wissen. Aber es könne doch eine Zeit kommen, in der die Zahl der Konsumenten erheblich gewachsen sei und andererseits infolge der Zölle die Bodenpreise erheblich gestiegen seien.
Abg. Goldschmidt (frs. Vpt.): Wenn der Minister auf die bedenklichen, Nebenumstände der Schutzzölle hinwies, so stimmen wir ihm zu; wir haben ja gegen den neuen Zolltarif gestimmt, weil wir diese bedenklichen Wirkungen voraussahen. (Heiterkeit). Es wird die Zeit kommen, da Sie (nach rechts) von selbst von der Politik der Lebensmittelverteuerung wieder abgehen. Jetzt wollen Sie (nach rechts) auch noch Kulis einführen. Damit geben Sie doch zu, daß Ihre Politik das Land entvölkert hat. (Lachen rechts; Rufe: Ist das eine Logik!) Sie möchten am liebsten die Zölle verdoppeln. Aber es ist dafür gesorgt, daß die Bäume des Agrariertnms nicht in den Himmel wachsen. Mit der Beseitigung der Gebrauchssteuer auf Zucker würden wir gern einverstanden fein. Abg. Eamp befürchtet vom Rütteln am Branntweinsteuergesetz eine Verteuerung des Branntweins. Ich hoffe, er wird damit nicht den eignen Haustrunk verteuern wollen. (Anhaltende Unruhe rechts.) Wir bekämpfen nicht den Grundbesitz an sich, sondern die Privilegien, dir der Großgrundbesitz noch vielfach genießt.
Minister v. Arnim: Was die Frage der obligatorischen Krankenversicherung auf dem Lande betrifft, so habe ich noch nicht Stellung genommen ; ich erwarte erst noch die Berichte der Oberpräsidenten. Das im Vorjahr angekündigte Gesetz über die Eeneralkommissionen ist den Ober-
heraus entwickelten sie die feste Zuversicht eine, Wiedersehens und der Glaube an ein gemeinsames G^ick, das die Zukunft ihnen bringe« würde.
Als fein neuer Roman „Johann Grothus" erickien, schickte er ihr das Buch. Sie dankte ihm dafür, las es und schrieb ihm noch einmal darüber; auch die Mutter las es und alle Bekannte, in den Zeitunaen wurde es bespräche« Rupert war ein berühmter, gefeierter Mann geworden — diesen Mann liebte sie, dieses Mannes Herz gehörte ihr, und heute Abend, ganz unerwartet, sollte sie ihn wiederseben. Welche, Mädchen in gleicher Lage wäre nicht in so glückseliger Erregung gewesen! Wie viele süßen Gedanken und Gefühle bewegten Gabriele und ließen Re sogar dem finsteren, verschloßenen Wesen Ulrikens gegenüber eine gewisse sonnige Stimmuno behaupten. Ja, sie begrüßte es mit einer gewissen Genugtuung, als die Sckwcster ihrem Vorsatz getreu blieb und nicht mitfuhr, sie fürchtete sich vor einer Bewegung mit Rupert unter dem Blick von Ullas Augen, die oft so haßerfüllt leuchten konnten.
Erasmus von Fübren und Fessenbach kamen etwas später. Der Prinz, nachdem er die Gräfin bearüßt und eine für« Konversation gemacht, widmete sich fast ausschließlich Gabi, deren Liebreiz stets einen großen Eindruck auf ibn aemacht. batte, und die heute Abend in einem blaßblauen Kleide mit einem graziös geschlungenen Fichu von kostbaren Points besonders mädchenhaft und zart aussah. Sieghaft schön war Isa in ihrer roten Sammetrobe, deren hoher Steh«, kragen durch eine Brillantnadel von seltenem Feuer geschlossen wurde und in deren schwarzem glänzenden Haar ein kleiner Stern von Rubinen und Bttllanten funkelte. Während sie sich mit der Gräfin in ein Gespräch über die nächste« Hoffestlichketten z« verttefen schien, schweift««, ihre dunklen Augen hin und wieder nach der Tür, . . I
(Fortsetzung folgt.)