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welches die Interesselosigkeit des deutsche« Reichstages an seinen eigenen Kolonien nicht begreifen kann, ist gespannt auf die neue 3e« sammensetzung desselben und verfolgt unsere ko» lonialen Dinge mit größter Aufmerksamkeit. Wollte Gott, wir ersparten uns eine öffentlich« Blamage von der ganzen Welt!

Deutsche Reich.

Alte Panzer als Kohlenschiffe. Die Flöt« tenverwaltung will einige ältere Panzer z» Kohlenschiffen umbauen lassen, so die beiden PanzerschiffeFriedrich der Große" undSa­turn" (früherPreußen"), die beide im Flotten­haushalt 1906 aus der Liste der Kriegsschiffe ge­strichen und in letzter Zeit nur noch als Hafen­schiffe benutzt wurden.Saturn", der am 2. No­vember 1873 als der erste auf einer deutschen Werft gebaute größere Panzer auf der Vulkan­werft bei Stettin vom Stapel lief, vermag etwa 5000 Tonnen Kohlen an Bord zu nehmen und somit vier Kriegsschiffe damit zu versorgen; Friedrich der Große" soll als Kohlenschiff zu, Bekohlung von Torpedobooten umgebaut werden.

Zur Lage in Deutsch-Südwestafrika. Uebe, den Beginn und Verlauf der mit den Bondeb zwarts geführten Verhandlungen gibt d« ..Norddeutsche Allqem. Ztg." auf Grund der Mel- düngen des Obersten Deimling eine eingehende Darstellung. Nach derselben traf anfangs Ok­tober Bota in Keetmannshoop ein, der angab, daß Johannes Christian, der Kapitän der Bon« delzwarts, um Frieden bitte. Johannes Chri­stian wurde aufgefordert, sich zu stellen. Er traf am 24. Oktober, nachdem ihm freies Geleit zu­gesichert worden war, mit fünfzig Kriegern tu Heirachabis ein, und wurde am 26. Oktober z« Oberstleutnant v. Estorfs beschieden. Die Unter­nehmungen in den Karasbergen wurden vor­läufig eingestellt. Estorfs erhielt die Weisung, auf der folgenden Grundlage zu verhandeln: Unterwerfung, Waffenabgabe, Zusicherung de- Lebens und der Freiheit. Die Verhandlungen wurden bis zum 21. Dezember verzögert, da der Kaoitän erklärte, über die Waffenabgabe nicht entscheiden zu können ohne das Einverständnis Josef Christians und anderer Grotzleute, mit welch letzteren keine Verbindung zu ermöglichen war. Daher war es noch Mitte Dezember völlig

nahmsweise benutzte man den Görzbäuier Hof, den Forstgarten und Herbeners Wäldchen, an dem Fußweg nach der Marbach gelegen. Alle diese Lokale sind nicht mehr vorhanden. Nach dem Sturz des freisinnigen Ministeriums Eber­hard kam der Minister Hastenpflug wieder ans Ruder und der Kriegszustand wurde im No­vember 1850 über Kurhessen verhängt. Der einstige Burschenschafter Hassenpflug löste die Verbindungen Rhenania, Frankonia "nd.Ger­mania auf, weil von den Franken sich einig« Mitglieder an dem badischen Ausland beteiligt und sich den Hanauer Turnern ano^losten hatten. Nur Wingolf und Corps Teutonia und Hasso-Nassovia blieben besteben, freilich unter den beschränktesten Verhältnissen.

Nur wer selbst die Reaktionsperiode vor 1848 miterlebt hat, kann verstehen, mit welchem Enthusiasmus au<b von der Studentenschaft im März 1848 die Märzerrnngensckaften begrüßt wurden freies Vereins- und Veriammlungs- rechtrecht, Aufhebung der Zensur und einer gro­ßen Anzahl Polizeilpakereien waren die Schlag­worte, die alsbald in den studentischen Kreisen lebhaften Widerhall fanden. Waren damals die einzelnen Verbindungen von der akademischen Behörde und der Polizei stillschweigend geduldet, so durften die Farben doch nicht offen getragen werden. Die Mützenstreifen waren mit einem Tuchband, das der Farbe der Mütze gleich war, verdeckt und die Verbindunosbänder wurden unter der Weste getragen. Versammlungsrecht für studentische Angelegenheiten aab es nicht, und die Kneipen mußten um 10 Uhr abends ge­schlossen sein. Nur bei besonderen E»l.>"<>nheitea gab es Erlaubnis zu Kommers und Musik. Die Theatervorstellungen dursten nur in der Ferien­zeit stattfinden, das Rauchen auf der Straße wurde mit 5 Taler bestraft und die Mevinren wurden strenge überwacht. Bei einer Abfassung wurden die Waffen konfiszirt und die Paukan­ten mit dem consilio ahnendi bestraft, binnen 24 Stunden mußten sie die Stadt verlaßen ha­ben. So war es denn natürlich, daß die Studen­ten das Jahr 1848 als die Erlösung von eine« Polizeidruck begrüßten.

Auf fedem Theaterzettel stand als Leber« schrift: Mit allerqnädiqster Erlaubnis und hoher obrigkeitlicher Bewilligung. So schrieb au« Heidelberg am 4. Juni 1845 die Frau vom Theaterdirektor an eine Freundin:Auf d«r Herbst, hoffe ich, sehen wir uns wieder, Friqtz» (der Direktor) wmmt um Marburg ein, da «ol­len wir sehen, wie der Herr Poltzeidtrekto» Wangeman» gostmet ist,"

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SottntaaSbeilaaer ÄlluktrirteS

Jts. 29

Birrteljährlicher Bezugspreis, ba oer ExpAition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Ml. se$tL Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 80 Pfg.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Umvcriitäts-Buchdruckerei 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. xelcpfjon oa.

Marburg

Sonntag. 3. Februar 1907.

Drittes Blatt.

Wertlose Sandwüsten usw.

' 3n den sozialdemokratischen Wahlaufrufen pnd Versammlungsreden kehren immer wieder die beliebten PhrasenKolonialstandale" und ^wertlose Sandwüsten". Was damit bezweckt «erden soll, liegt auf der Hand. Man hofft hurch Vorführung gräßlicher Kolonialskandale tinb den Hinweis auf die ungeheuren Gelder, welcheweggeworfen" würden für koloniale Zwecke, Unzufriedenheit auszusäen. Leider ge­lingt dies auch häufig genug bei denjenigen, welchen schwere Arbeit um das Dasein nicht die Zeit übrig läßt, sich durch Lektüre guter Werke !öber den wahren Wert des deutschen Kolonial­besitzes zu unterrichten.

I Deutsch-Ostafrika, Kamerun und frogo sind alle drei im Besitze riesiger Urwäl­der mit ben wertvollsten Edelhölzern. Sie eignen sich vorzüglich zu Landwirtschaft und Viehzucht. Das kleine Togo allein führte im Jahre 1905 folgende Produkte aus: Kautschuk für 1001907 IW, Oelpalmen-Produkte für 757 000 cW, Mais für 567 000 M, Rindvieh für 45 000 M, Klein­vieh für 46 000 cW usw. Die Baumwolle gedeiht daselbst vorzüglich und steigt die Ausfuhr rapid, 'wie aus folgenden Zahlen ersichtlich ist. Es ^handelt sich dabei nur um die Ausfuhr nach Deutschland:

1902 1 500 .«

\ 1903 37 837 M

1904 50 394 -4t

1905 89 473 -W

' Kamerun: Gesamtausfuhr 1905 : 9U Mill. !Mark. Kautschuk 4 071 016 M, Oelpalm-Pro- dukte 214. Mill. Mark, Kakao 1% Mill. Mark, ! Holz 150 000 M usw. Deutsch-O st afrika: Ausfuhr 10 Mill. Mark. Kautschuk 2V4 Mill. Mark, Wachs über 1 Mill. Mark, Häute und Felle über 1 Mill. Mark, Holz 400 000 -W, Kokos- palm-Produkte 644 000 -lt, Hanf 887 000 M, Kaffee 432 000«, Mineralien 171 000 M usw. Die Baumwoll-Ausfuhr nach Deutschland betrug 1902 212 cW, 1903 7313 M. 1904 124 216 - W, 1905 191 145 JL Die Südsee-Besitzungen «el­fen gleich günstige Ziffern auf.

Von Deutsch-Südwestafrika hat wäh­rend des Aufstandes keine Ausfuhr stattgefun­

den. Die letzten Zahlen stammen aus dem Jahre 1903. Eesamtausfuhr 3/2 Mill. Mark und zwar für lebende Tiere über 2y2 Mill. Mark, tierische Stoffe (Federn, Wachs, Guano) % Mill. Mark, Felle, Häute und Wolle 85 000 <«, Kopal und Gummiarabikum 2300 J(, Hölzer wurden für 589 cW ausgeführt.

Diese angeführten Zahlen lasten erkennen, daß wir recht gute Kolonien besitzen. Unseren kolonialen Besitz kurzweg alswertlose Sand- wüsten" zu bezeichnen, ist eine Unwahrheit, wie cs leichter zu widerlegen keine zweite gibt. Einige unwirtliche Sandstrecken haben wir frei­lich in Deutsch-Süwestafrika und zwar die Küste in einer Breite von durchschnittlich 80 Kilo­metern und im Nordosten das große Sandfeld, die Omaheke. Im übrigen ist das Land sehr fruchtbar und eignet sich vorzüglich zur Vieh­zucht, wie man ja an den ungeheuren Herden der Herero sehen konnte. Fließendes Wasser ist aller­dings in dem regenarmen Lande spärlich, vor­handen, jedoch an vielen Stellen ist Wasser zu erbohren. Es werden überall Brunnen gebohrt und wo es angeht, Staudämme errichtet. So­dann birgt SLdwesto.frika einen recht bedeuten­den Erzreichtum. Kupfer ist an vielen Stellen gefunden, und es steht einzig in der Weltge­schichte, daß zur Ausbeutung einer Kupfermine eine Bahn von einer Privatgesellschaft in Länge von 570 Km. gebaut wurde mit einem Kosten- oufwand von 15 Mill. Mark, nämlich die Otavi- Eisenbahn.

Die Einfuhr nach den deutschen Kolonien be­trug 1905 100 Millionen Mark, davon kommt die Hälfte Waren aus Deutschland. Baumwolle bezog Deutschland 1905 vom Auslande, haupt­sächlich Nordamerika, für 470 Millionen Mark. Deutsch-Ostafrika und Togo lieferten im letzten Jahre zusammen schon 1 Million Pfund im Werte von 600 000 °W, ein ganz ansehnlicher Po­sten, wenn man bedenkt, daß erst seit 1901 der Baumwollkultur größere Beachtung geschenkt wird. Sisal- und Sanseviercnhanf bezog Deutsch­land 1905 vom Auslande für 143 Millionen Mark. Deutsch-Ostafrika lieferte 1905 für 1 Mill. Mark. Kautschuk und Guttapercha bezog Deutsch­land 1905 für 153 Millionen vom Auslande, die deutschen Kolonien lieferten für 7 Millionen Mark. Oelprodukte bezog Deutschland 1905 für 153 Millionen Mar? vom Auslande, die deut­schen Kolonien lieferten für 7% Millionen Mark. Für Kaffee und Kakao bezahlte Deutsch­

land 1905 385 Millionen an das Ausland, die deutschen Kolonien lieferten in demselben Jahre für 1743 000 Jt. Kupfer bezog Deutschland im Jahre 1905 für 156 Millionen Mark vom Aus­lande . Wenn erst die Kupferminen in Deutsch- Südwest im Betriebe sind, wird sich das bedeu­tend ändern. Tropische Nutzhölzer und Gerbstoffe bezog Deutschland 1905 für 40 Millionen Mark vom Auslande, die deutschen Kolonien lieferten 1905 für 412 000 M, und diese Summen wird durch weitere Bahnbauten eine ganz bedeutende Steigerung erfahren. Die deutschen Kolonial- vrodukte fanden überall, wo sie ausgestellt wur­den, vollste Anerkennung. Auf der Weltaus­stellung in St. Louis erhielt die deutsch-ostafri- kanische Baumwolle die goldene Medaille.

Nach all' diesem wird ein klardenkender vor­urteilsfreier Mensch nicht an die Sandr-üsten- märchen glauben, es sei denn, daß er annehme, die kolossalen Rinderherden und das afrikanische Wito lebten nur von Sand, und die schönsten Kulturgewächse und tropischen Wälder mit ihren herrlichen Palmen und riesigen Baumfarren ge- deihten so prächtig in trockenem Sande, ohne einen Tropfen Wasser.

Gerade unsere Handwerker und Arbeiter sollten von der Wichtigkeit unserer Kolonien überzeugt sein, denn sie liefern uns sämtliche Arten von Rohstoffe, welche hier zur Verarbei­tung gelangen, und die Ausfuhr von Bedürfnis­artikeln in die Kolonien gibt Hunderttausenden Verdienst. Wenn Deutschland seine Beoursniffe zum größten Teil aus seinen eigenen Kolonien beziehen kann, wird der Nationalwohtstand ge­hoben, denn das Geld, das sonst in das Ausland abfließt, bleibt in deutschen Händen. Wenn je­mand in bester Geschätslage einer Stadt ein altmodisches Haus kauft und es nicht modern umbaut, wird es ihm wenig Nutzen abwerfen. Er muß es gründlich umbauen, muß etwas hin­einstecken, dann erst kann er auch etwas ver­langen, etwas herausholen. Ebenso ist es auch mit unseren Kolonien. Stecken wir etwas hinein, bauen wir Bahnen, sorgen wir für Ruhe und Frieden, dann wird sich auch unser kolonialer Besitz dankbar erweisen. Hierzu ist ein klar­blickender, praktischer Reichstag erforderlich, welcher nicht gar zu knickerig mit der Bewilli­gung von Geldmitteln für koloniale Zwecke ist, welcher das Parteigezänk zurücktreten läßt, wo die Wohlfahrt und Ehre der deutschen Nation auf dem Spiele steht. Das gesamte Ausland,

Marburger

Studenten - Erinnerungen.

Von L. Müller. '

(Fortlednng.)

3. Das tolle Jahr 1848.

< Es war anfangs März 1848, als die Studen­ten dem Professor Bergk eine Nachtmusik brach­ten, bei welcher Gelegenheit es zu persönlichen Auftritten mit der damals berüchtigten kurhessi­schen Polizei kam. Der wegen seiner Grausam­keit und Tücke von allen gehaßte Polizeiwacht­meister Schmidt, derEisenschmidt" oder auch Paüan" genannt, arretierte bei dieser Gelegen­heit 2 Studenten, es waren Ungarn, welche bei dem Damenschneider Schmidt an der Schloß- tkkppe wohnten, und brachte sie auf das Schloß in Arrest. Dieses Vorkommnis gab Veranlassung zu ernsten Unruhen in Marburg. Die Studenten sandten am nächsten Morgen eine Abordnung än den Prorektor Gerling, der nun die Frei­lassung der Studenten veranlaßte. Alles war aufgebracht gegen den Polizeiwachtmeister, man veranstaltete abends einen langen Zug vor die Wohnung des Polizeidirektors Wangemann, der am Renthof Nr. 5 wohnte, wo sich auch die Poli­zei befand. Wangemann ging flüchtig als man ihn holen wollte, ebenso der Eisenschmidt. Beide wurden ihrer Stellung enthoben.

Zum Schutze des Parlaments in jenen un­ruhigen Zeiten konnten in Marburg die vier Kompagnien Bürgergarden und die halbe Es­kadron Reiter den Sicherheitsdienst nicht mehr allein versehen. Man wandte sich an die Stu­denten, welche sich bereitwilligst mit alten Sä­beln und Gewehren oder Büchsen ausrüsteten und die Wache gemeinschaftlich mit der Bürger­garde, den Turnern und den Schützen bezogen. Gar manches Fäßchen Bier wurde nun zur Stär­kung auf der Wache geleert und manchmal kam es vor, daß die eine Patrouille dis andere suchen mußte, bis man sie in einem anderen Lokale fand, wenn da gerade eins Festlichkeit war. Bei der Studentenlegion waren die 6 Verbindungen beteiligt. Es waren dieses die Teutonen, Heffen- Nasiauer, Wingolf, Rhenanen, Franken und Germanen.

Ein damals erschienenes gedrucktes Verzeich­nis lautet:

Der Landesunioersitöt Marburg, welche zur Aufrechterhaltung der Ruhe, Ordnung und Si­cherheit während der allgemeinen Aufregung tüchtig mitwirlt, sich dabei durch Manneszucht und würdevolles Benehmen ausgezeichnet, ge­bührt der Dank unserer ganzen Einwohnerschaft,

welchen hiermit auszusprechen mir zur größten Freude gereicht.

Marburg, 17. März 1848.

Der Oberbürgermeister

0 Math.

Verzeichnis der Studierenden der Schutzwache. H. Wachs, Hauptmann.*) Grimm, Adjutant.

1. Rotte, von Bischoffshausen Leutnant. Klüppel, 1. Unteroffizier. Schmeißsr. Wenk. Pflüger. Gelhaar. Collmann. Schütz. Führer, de Bouclair. Rosenkranz. Cramer, Unteroffizier. Schapper. Röthe. Röhner. Eppstein. W. Grebe. Günste I. A. Wagner.

2. Rotte. Geiste, Leutnant. Plitt, Unter­offizier. Wunderly. Klüppel II. Seiffert. Zachariä. Lsidner. Baruch. Wahl. Luntz. Fetz. Schenk, Unteroffizier. Schüler. Schilling. Becker. C. Grebe. Günste II. Klingelhöfer. Fennel. von Eremp. Richard. Werner.

3. Rotte. Ebel, Leutnant. Kehr, Unter- ofizier. Schönemann. Cnyrim. Zaun. Pricelius. Buchenau. Lipper. Dronke. Hessel. Müller. Weigel, Unteroffizier. Vüdinger. Sartorius. Krepp. L. Hoffmann. Schwarz. Hach. Briel. Brommeis. Schmedes.

4. Rotte. Ukermann, Leutnant. Erdmann, Unteroffizier. Arnold. Tasch. Schmidt. Linker IT. Dorn. Suabedissen. Hilgenberg. Höhl. Bauer. Sartorius I, Unteroffizier. Fink. Linker I. Sie­bert. Rommel. Schnakenberg. Trabert. Kaiz. Birkenftamm. Diehl.

5. Rotte. Schuppert, Leutnant. Dedolph, Unteroffizier. Mangold, von Roques. Führer. Chr. Wagner. Hauk. Stolzenbach. Dezzenber­ger. Rehm. Braun. Müller, Unteroffizier. Sallmann. Jeklin. Mann. Zintgraff. Wachen­feld. Endemann. Schuchhard. Hallenbach. Witting.

6. Rotte. Hundelshagen, Leutnant. Roß­bach, Unteroffizier. Westphal. Lesiong. Fick, Unteroffizier. Stiel. Herold. Garthe, Unter-

*) H. Wachs war Mitglied der Hessen« Nasiauer (Stud. med.) und ging nach Auflösung der Schutzwehr in Marburg als Arzt nach Schleswig-Holstein, wo er bei der Freiwilligen Armee 3 Feldzüge mitmachte. Nach dem unglück­lichen Ausgang der Erhebung ging er mit dem Nest des tapferen Heeres nach Amerika, wo er von 18501853 verblieb. Er kehrte dann nach Schleswig-Holstein zurück, wurde Gutsbesitzer und starb am 27. Februar 1895 im Alter von 73 Jahren. Wachs war ein geborener Kurhesse und 1847 Landtags- und Reichstagsabgeordneter.

offizier. Riedel. Bezzenberger. Streng. Vis- kamp. Schmidt. Broeg. Beyer. Lichau. Kraußs.

Bei der reitenden Vürgergarde waren fol­gende Studenten: Molter, Unteroffizier. Witzel. Schmidt. Koch. Hast. Bickel. Scriba. Erler. Most. Hoffmann II., Unteroffizier. Wieder­hold. Suabedissen. Soldan. Wiskemann. Weibelein. Frankfurt. Seebobm. Jfsland. Zwenger. Pfeiffer. Kind. Drigsing.

Nach der Auflösung der Reste des Parla­ments in Stuttgart wurden im Mai 1849 auch die bewaffneten Studenten entlasten. Ober­bürgermeister Uloth versammelte sie auf dem Kämpfrasen, wo er ihnenin seinem und der Einwohner Namen den Dank für die geleistete Unterstützung ausivrach, da man ihrer, nachdem sich die Verbältniste anders gestaltet hätten, nicht mehr bedürfe." Besonders standen viele Professoren an der Spitze der Volksbewegung. Auch waren damals eine Anzahl Studenten bei den beiden Turnvereinen als Mitglieder ein­getreten und schloffen sich diesen an. Es gab einen demokratischen und einen aristokratischen Turnverein in Marburg: letzterer wurde, da sich der Turnverein spaltete, 1848 im Sommer ge­gründet. wo im Dammelsberge mit einer großen Festlichkeit die Fabnenweibe abgebalten wurde. Ein Hauptversammlungsort der Studenten war der Hanndorfsche Garten vor dem Barfüßertor, wo der Besitzer auf der Mauer eine große schwarze Bretterbude batte errichten lasten. An derselben stand geschrieben:Ich Andreas Ebel*) und meine Ehefrau, uns haben Gott getraut, und dieses alte Haus erbaut im Jabre des Herrn 1848, im ersten Jahr der Republik!"

Die Kollegien wurden sehr dürftig besucht und standen meistens leer. Die verschiedenen Verbindungen waren sich alle einig, so daß we­nig Mensuren ausgefochten wurden. Diese fanden gewöhnlich auf demBunten Kitzel" statt. Diesen Namen hatte das Lokal, das hin­ter dem Schloß auf dem Berge lag, von einem bunten Kitzel, das an der Decke angemalt war. Durch eine Falltüre gelangte man aus dem Saal in den Kuhstall und von da in das Freie. Sie war angebracht, um einen Schnurrenüberfall zu verhindern. Gar oft verschwanden die Paukan­ten in Paukwichs durch diese Falltüre. Am 27. August 1873 schlug hier der Blitz ein, derBunte Kitzel" brannte ab, wurde aber wieder aufgebaut. Weitere Pauklokale warenDer englische Hof", Der haarige Ranzen" auf dem Saurasen. Aus»

*) Ebel war ßorteant bei der 3. Rott». .