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Marburg
stkreitaa 1. Februar 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag' Ioh. Ang. Koch, UmversitätS-Bnchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
42 Jahrg,
Zweites Blatt.
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für die Monate Februar und Mürz auf die
^vberhessische Zei tuns" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Kain, Neustadt und Wetter, sowie von Allen Postanstalten und Landbriefträgern ent* tzegengenommen.
Eine ruhige Antwort.
Die unter der „artigen" Ueberschrist „Lüge bleibt Lüge" in der „Hessischen Landeszeitung" veröffentlichte Gegenerklärung von Eerlachs auf das „angebliche" Rückzugsgefecht der „Oberhessischen Zeitung" stellt sich als eine jener Wortklaubereien heraus, in denen Hellmut, der Vielgewandte, eine so wunderbare Technik erlangt hat. Wahrlich, es gehört eine ziemliche „Kaltblütigkeit" oder vielmehr eine an Beleidigung grenzende Eeringbewertung des Urteilsvermögens unserer Reichstagswähler dazu, denkenden Menschen weißmachen zu wollen, daß in Elln- hc-.-sen wirklich nichts, so gar nichts vo r dem sich zugetragen habe, was zur gegenwärtigen Kontroverse Anlaß geboten hat. Ein zierlicher Eiertanz ist es, den der unermüdliche Mandatsjäger vor uns aufführt; er weiß: es geht jetzt um die Wurst, daher wendet er alle Hilfsmittel an, deren er habhaft werden kann. Die Ellnhäuser Geschichte ist ihm fatal, höchst fatal, also muß sie aus irgend eine Weise aus der Wett geschafft werden. Da es nun durch ein Berliner Telegramm nicht zu machen war, versucht er's durch eine neue feierliche Erklärung, die in der Einleitung einige Sachlichkeit vortäuscht. Dies ist eben ein kleiner Kniff, die Leser irre zu führen. Denn wenn sich von ©er» lach bemüht, einen Widerspruch zwischen der Notiz der „Oberhessischen Zeitung" vom 25. d. M. und den Erklärungen der von uns zitierten Ellnhäuser Zeugen herauszukonstruieren, so ist das ein Versuch, der auf sophistischer Silbenstecherei hinausläuft; denn im Grunde bleibt sich's doch wohl gleich, ob Herr v. Eerlach erklärt hat: er selbst werde für den Sozialdemokraten in der Stichwahl eintreten, oder aber seine Freunde und Wähler würden für die Sozialdemokratie eintreten, weil diese das kleinere Uebel sei — sintemalen und alldieweil er doch dann seinen Freunden eben diesen Floh ins Ohr gesetzt hätte. Allein diese Art der „Widerlegung" erscheint ihm selber denn doch zu wenig durchschlagend und so entschließt er sich dazu, es wieder mit dem alten Mittel zu probieren und den ganzen Ellnhäuser Zwischenfall trotz so vieler Zeugen glatt in Abrede zu stellen. Mit diesem Trik mag der national-soziale Häuptling ja bei seinen eingeschworenen Gefolgsleuten, die er wie's scheint, völlig beherrscht, Glück haben, allein objektiven Beurteiler» der Angelegenheit bezw. Reichstagswählern anderer Richtung muß es wirklich schwer werden, an die lilienweiße Unschuld Herrn v. Gerlachs zu glauben. Männer, die das Glück haben, Herrn Hellmut zu kennen, werden bei der Frage nach der Haltung des national-sozialen Paschas der Sozialdemokratie gegenüber, doch immer wieder an besten politische Wandlungsfähigkeit erinnert werden, auch wenn er sie noch so oft ableugnen sollte.
Ein Mann, der dem „Zuge nach links" in seiner Brust schon früher so weit nachgegeben hat, daß er andernorts (wie schon erwähnt in Jena, Weimar und Leipzig) den Sozis Wahlhilfe versprochen hatte, dem wird man auch dasselbe Manöver weiterhin zutrauen dürfen, wenn es sich auch im vorliegenden Falle nur um eine theoretische Erörterung gehandelt habe» dürfte. Wenn man bedenkt, daß v. Gerlach in seinem heißen Bemühen, den hiesigen Wahlkreis abermals zu erobern, alle Parteien, und die Sozis gewiß nicht an letzter Stelle, liebegirrend umschmeichelt, so wird er auch dadurch wenig Eindruck machen, daß er logische Bedenken gegen hie Möglichkeit der Ellnhäuser Aeußerung erzeugen will. Dadurch, daß er cs als das „Bor- ikecht des allerdümmsten Reichstagskandi- Katcn" bezeichnet, „v o r der Hauptwahl über dis Stichwahl zu sprechen", hat er noch lange nicht
die Unmöglichkeit der Ellnhäuser Entgleisung erwiesen, die bei v. Eerlachs politischem Eiertänze doch recht nahe liegt, zumal, wenn man erwägt, daß et als Hospitant der Freisinnigen Vereinigung schon früher von der Stimmung in der Parteileitung dieser freisinnigen Gruppe Kenntnis hatte, die jetzt offenfürdieSozialdemo- k r a t i e Stichwahlparole ausgegeben hat.
Die Erkenntnis, einen politischen Schnitzet gemacht zu haben, ist seht ärgerlich, zumal wenn solcher in der Wahlbewegung erfolgt ist. Auch einem politischen Freibeuter und stillen Freunde der „Genossen" kann es nicht gleichgiltig sein, in einem so überwiegend gutgesinnten Reichstagswahlkreise, wie Marburg-Kirchhain-Fran- kenbetg als Vorfrucht der Sozialdemokratie bekannt zu werden, daher fein schier übereifriges Bestreben, die Zeugen von Ellnhausen, zu denen übrigens, wie schon erwähnt, auch Marburger Bürget zu rechnen sind, die aber jedenfalls keine Lust verspüren, sich von bet „Landeszeitung" auch an den „Schandpfahl" stellen zu lasten, mundtot zu machen. Die weitete verzweifelte Erkenntnis, daß feine einfache Erklärung: „Ich hab's nicht gesagt" nicht mehr zieht, hat ihn denn bewogen, zu so schwachen Beweismitteln zu greifen. Daher wimmeln auch seine Erklärungen, die er in „liberalem" Stolze niemals verfehlt, mit seinem Adelsnamen zu zeichnen, von Ausdrücken und Schimpfreden, die ihn in Konflikt mit dem Strafgesetzbuch bringen muffen.
Ueber feinen krampfhaften Versuchen aber, sich vom Ellnhausener „tote n"-Lehm zu befreien, vergißt Herr v. Gerlach nidit das Werben um die Gunst der anderen politischen Parteien, et gegen Dr. Böhme in Harnisch bringen möchte. Diese Aufgabe aber hat er anscheinend nicht die et gegen Dr. Böhme in Harnisch bringen möchte. Diese Ausgabe aber hat er anscheinend nicht selbst zu übernehmen gewagt, sondern damit des national-sozialen Irrlichts geraten ist.
Deutsch:? Reich.
— Anti nationale Freisinnige. Aus dem Wahlkreise Eschwege-Schmalkalden wird den „Leipz. N. Nacht." berichtet: In den nationalgesinnn- ten Kreisen wird gegenwärtig mit großer Entrüstung das Verhalten des trotz Hinzuziehung von einem halben Dutzend auswärtiger Agitatoren durchgefallenen Lehrers Simpel aus Eastel besprochen. Dem stark ausgeprägten Vaterlandssinn des Fabrikanten Sckilbe . in Grebendorf war die Gründung eines Vaterländischen Wahl- ausschuffes zu danken, der feine Dienste den beiden bürgerlichen Kandidaten. Herrn Raab (Antisemiten) und Herrn Simpel l Freisinnige Volkspartei) widmete. Sein ganzes Streben war auf die Bekämpfung der Sozialdemokratie gerichtet. Um nun keine vergebliche Arbeit zu tun. hatte sich der Vaterländische Wahlausschuß vor der Hauptwahl an die beiden Kandidaten mit der Bitte gewendet, eine Erklärung folgenden Wortlauts abzugeben: „Ich verpflichte mich, den bevorstehenden Reichstaaswahlkamvf sachlich zu führen und stimme im Falle einer Stickwahl, in der ich nickt selbst kandidiere, der Veröffentlichung folgenden Aufrufs zu: „Indem ich meinen Wählern für das mir bezeugte Vertrauen danke, fordere ich sie nunmehr auf, in der Stichwahl einmütig für den Kandidaten des „Vaterländischen Wahlausschusses" Herrn R. (in diesem Falle Herrn Raab) einzutreten." Erst nach langem Drängen war diele Erklärung von Herrn Simpel zu erlangen. Nun, nachdem er durchgefallen, richtete der Herr an den Wahlausschuß die Mitteilung, daß er seine Erklärung als nicht abgeaeben betrachte!!! Das Verhalten dieles „deutschen" Lehrers, der vor der Wahl in allen Tönen als ein ecktet, deutscher Mann besungen worden war, richtet sich selbst. Eingeweihte freilich sind über diesen Schritt nicht überrascht gewesen. Hat es doch Herr Simpel, besten Partei immer die richttgen Töne der Entrüstung findet, wenn es gilt, eine geistliche Wahlbeeinflusinng zutückzuweisen, fertig gebracht, zum katholischen Pfarrer in Eschweqe zu gehen und ihn zu bitten, auf seine Gemeindemitalieder einzuwirken, daß sie ibn, den Liberalen Simpel wählen!!!— Ferner wird aus dem Wahlkreise Jena-Neustadt geschrieben: Das Ergebnis der Stichwahl in unserem Kreise laßt sich schwer voraussagen, da ein heftiger Kampf auf beiden Seiten in Aussicht steht. Bezeichnend hierfür ist folgender Satz im hiesigen freisinnigen Blatte: „Der linke Flügel und mit ihm das „Jenaer Volksblatt" wird selbstverständlich für den sozialdemokratischen Kandidaten ßeutert eintreten." Genanntes Blatt hatte int ersten Wahlgang für die „Frei- sinige Partei" tatkräftig gewirkt. Um die Wahl des nationalen Lehmann zu verhindern, dürften Freisinn und Sozialdemokratie, nach bereits in Aussicht gestellter Wahlagitation sich die Hände reichen und zwar durch Eintreten der freisin
nigen Wähler für den Sozialdemokraten oder durch Stimmenenthaltung zu Gunsten des letzteren. Der Ausgang der Wahl mag beweisen, wie viel von den 5702 freisinnigen Wählern sich nationales und vaterländisches Empfinden bewahrt, welches sich offen bei ihrer ersten Wahlagitation bekundete. Daß dies keine leeren Phrasen gewesen, möge sich bei bet Stichwahl zeigen, daß Mann für Mann für den nationalen Sanbibaten eintritt. — Sehen Sie, Herr von Eerlach, Sie dürfen noch so schön Ihre Staatsgeheimnisse wahren wollen. Ihre Parteigenossen im Reich zeigen doch das wahre Gesicht und solange Sie nicht ausbrücklich erklären, daß Sie diese Taktik nicht billigen, muß man annehmen daß damit auch Ihre Stellung gekenn- zeichnetist. Freilichwürdeerdamit vom Regen in bie Zraufe geraten und seine Vergangenheit nun schon wieder roibetufen.
— Mangel an Zehnmarkstücken. Aus Karlsruhe wirb berichtet: In verschiedenen Teilen beg Handelskammerbezitks ist ein empfindlicher Mangel an Kronen zu tage getreten. Es soll deshalb, wie cs von hier schon einmal vor drei Jahren geschah, das Reichsschatzamt um recht baldige und ausgiebige Neuprägung von Kronen ersucht werden.
— Agitation zur Einführung des Postscheckverkehrs. Wie verlautet, liegt dem Bundesräte bereits eine auf Einführung des Postscheckverkehrs bezügliche Petition vor. Verschiedene Handelskammern haben sich mit Rücksicht darauf, daß eine Erleichterung des Gelbverkehrs notwendig ist, daß ferner die Reichsbank mit ihrem Giroverkehr hauptsächlich die Bedürfnisse der größeren Geschäfte befriedigt und daß sckließlich durch die Einführung des Postscheckverkehrs für die mittleren und kleineren Geschäfte der Eeld- verkebr verbilligt wüLde,T1uubie,Neuerung unter der Bedingung ausgesprochen, daß an möglichst vielen Orten Annahmestellen errichtet werden.
— Sozialdemokratie und Kolonien. Es ist eine alte Erfahrung, baß bie Cozialbemokratie mit zwei Wahrheiten operiert. So auch in Sen Kolonialfragen. Dem Volke wirb wieber unb wieder gepredigt, die Kolonien seien wertlos und _e Kolonialpolitik habe immer Korruption im Gefolge. Die sozialdemokratische Wissenschaft aber kann nicht umhin, die Kalonialbetätigung als eine natürliche, in bet Entwicklung eines aufstrebenden Volkes begründete Notwendigkeit zu behandeln und bie Kolonisation auch vom stttlicken Stanbpuntte zu rechtfertigen. So schreibt bet sozialistische Theoretiker Eb. Bernstein in feinem Bucke „Die Voraussetzungen des Sozialismus und bie Aufgaben ber Sozialdemokratie" (S. 150 ff.) wie folgt: „Aber auch bie Zukunft hat an uns ihre Rechte. Wenn wir berücksichtigen, daß Deutschland zur Zeit jährlich ganz erhebliche Mengen Kolonialprobutte ein- fiihrt, so müßen wir uns sagen, daß einmal die Zeit kommen kann, wo es wünschenswert sein mag, mindestens einen Teil dieser Produkte aus eigenen Kolonien beziehen zukön - n e n.... Wenn es aber nicht verwerflich ist, die Ptodutte tropischer Pflanzen zu genießen, so kann es auch nicht verwerflich fein, solche Pflanzungen selbst zu bewirtschaften, Nicht das Ob, sondern das Wie ist bie Hauptsache. Es ist weder nötig, daß Besetzung tropischer Länder durch Europäer den Eingeborenen Schaden an ihrem Lebensgenuß bringt, noch ist es selbst bisher durchgängig der Fall gewesen. Zudem kann nur ein bedingtes Recht ber Wilben auf den von ihnen besetzten Boden anerkannt werden. D i e höhere Kultur hat hier im äußersten Falle auch das höhere Recht. Nicht die Eroberung, sondern die Bewirtschaftung des Bodens gibt den gefchichtl ich en Rechtstitel auf seine Benutzun g." Bei uns in Deutschland bleibt Bernstein leider ein weißer Rabe unb kann gegen bie minderen Besserwisser seiner Partei nicht aufkommen, obwohl er aus jahrelangem Aufenthalt in England weiß, was Kolonien für ein Volk bedeuten. Deshalb hat et auch die Erwerbung von Kiautschou, „nicht den schlechtesten Streich der deutschen auswärtigen Politik" genannt. In Holland hat sich ber mit in'elindifchen Verhältnissen vertraute Sozial- bemoktat van Kool gleichfalls für bie Kolonial- politik erklärt. Ebenso schrieb der englische Sozialist Hyndman: „Unsere (der Engländer) Existenz als eine Nation von freien Menschen hängt von unserer Beherrschung ber See ab.... So sehr mir Sozialisten natutnotwendig Gegner von Rüstungen sinb, müssen wir boch biese Tatsache anerkennen." Es klafft also ein tiefer Gegensatz zwncheii bem, was Wissenschaft und Erfahrung in ber sozialistischen Literatur über Kolonial- politik sagt, unb ben unwahren Agitationsphrasen, benen wir in jeber Presse unb in ben Volksversammlungen begegnen. Aber es find auch An- zerchen genug dafür vorhanden, daß die sozial
demokratische Masse sich nicht länger gängeln lassen wird.
— Ein kolonialsachverständiger Reichstagsabgeordneter, der in dem hannoverschen Wahl-, kreise Nienburg im ersten Wahlgange gewählt- Stabsarzt a. D. Dr. Arning, tritt zum ersten Male in den Reichstag ein. Er kennt eine unserer Kolonien, Deutsch-Ostafrika, durch langjäh-i eigen Aufenthalt und praktische Erfahrung int Kolonialdtenst. Arning hat sich auch nach seiner Verabschiedung eifrig mit Kolonialpolitik beschäftigt, et war auch Lehrer an der Kolonialschule in Witzenhausen und an deutsch-ostafrika^ Nischen wirtschafsUichen Unternehmungen miibe«' teiligt. In ber Kriegsgeschichte Deutsch-Ostafri- kas ist bie siegreiche Verteidigung bet Station Kilossa durch Arning mit 50 Mann Schutztrupp- gegen Tausende von Wahehe, bie Arning eine! Kriegsdekoration eintrug, ein Ruhmesblatt. i
Hessen-Nassau und NachbartzcL'üe.
Cassel, 30. Jan. Vor ungefähr brei Wochen wurde über einen Mann berichtet, bet sich in einem hiesigen größeren Hotel mehrere Tag« hinbutch einquartiert unb an Speise unb Tran gelabt hatte. Als ihm bann die ziemlich bt trächtliche Rechnung präsentiert wurde, erklärt«! et mit bet gleichgültigsten Miene von ber Welt, nickt im Besitze bet zur Begleichung ber Kosten befindlichen Mittel zu sein. Daraufhin wurdck er, als er sich auch nicht über eine Beschäftigung,' durch die er sich Geld verdiente, ausweifen konnte, in Untersuchungshaft genommen. Während seiner Inhaftierung hat er sich nun derartig geberdet, daß Zweifel über bie Zurechnungs-i fähigkeit des Mannes entstanben sinb. Jetzt soll, et nun butch Herrn Professor Dr. Tuczek in, Marburg daraufhin untersucht werden, ob es sich in ber Tat um Geisteskrankheit handelt, ober ob ber Zechpreller nur ben wilden Mann marfiertj um feine Situation dadurch günstiger zu gestalten. Zu diesem Zwecke wird er nach ber Mar^ bürget Anstalt zur Untersuchung eingeliefert werben. (Cast. Tgbl.) ,
G. Gelnhausen, 30. Jan. Der in vorgerücktem Alter stehende, seit 33 Iahten in bet Gummi» fftbrit tätige Werkmeister Fritz Poppe beging in feinet Wohnung Selbstmord butch Erschießen. Der Veweootunb für bie Tai ist noch unbekannt.
Aus Nassau, 30. Jan. Ein großer Ueberfluß v"N Militäranmärtern ist vorhanden. Behör- ben, bie nut 100 Beamte aufweisen, haben oft 3—-100 fßornotierungen. Die Aussichten bet Militäranmärtet auf Einberufung sinb also nicht besonders. i
Frankfurt, 29. Jan. Montag morgen gegen 7 Uhr wurde vom 3. Stock des Hauses Eoldene- stelzstraße 7 ein junger Metzgerbütsche von einem Frauenzimmer, das er vom Tanzboden nach Hause begleitetet hatte, unb besten Liebhaber zum Fenster hinaus auf bie Straße geworfen. Der schwerverletzte Metzgerbutsche würbe ins He: 'ggeistspital verbracht.
Heiligenstadt (Eichsfeld), 30. Jan. Auf bei Eichsfelder Höhe liegt ber Schnee über einen Meter hoch. Die Straßen sinb unpassierbar. ,
Esten, 30. Jan. Eine sonderbare Submift sioiisblüte zeitigte bas Verbingsvetfahten füt ben Ausbau bet Goethestraße in Essen-Rüttenscheid. Das niedrigste Angebot belief sich auf 3353,53 Jl, das höchste auf 6157 <ü. Demnach will der Minbestfordernde ben Straßenbau unf rund 45,5 Proz. billiger Herstellen als der Höchste fordernde. Berücksichtigt man, daß es sich unk ein vethättnismäßig niedriges Objekt handelt, so bleibt eine solche Preisdifferenz völlig unverständlich. Bei bem fast allgemein üblichen Verfahren, dem Mindestfotbetnden den Zuschlag zu erteilen, scheint unter solchen Umständen der Hinweis boch angebracht, ein wachsames Auge zu haben, baß bei dem zweifefllos weit unter ben normalen Verhältnissen stehenben Angeboten' etwa die Qualität ber zu liefernden Materialien und auszuführenden Arbeiten herhalten muß.
Hochschulnachrichten.
X Der Professor der Chirurgie Enderlen in Basel (sicher in Marburg) nahm einen Ruf an bie Universität Würzburg als Nachfolger bes verstorbenen Schönborn an.
Vermischtes.
Schisssunsälle. Wie aus Hamburg gemeldet wirb, ist das Fischersahrzeug „Imperialist" im Schneesturm an der Küste Islands untergegan«. gen, bie ganze Besatzung ist ertrunken. Auch bas Fismerboot „Sauris" ist während eines Sturmes mit ber ganzen Besatzung unweit Calais gesunken. Der mit Kunstbünger belabene Drei- mastschoner „Hilda" ist aus der Ostspitze von Bonaire gestrandet.
Große Waldschäden in ben böhmischen Gebirgen. Infolge der durch bas Tauwetter und den nachfolgenden Frost verursachten Vereisung