mit
hu» Kirchhain.
t »
—
As 26
Bierteljährlicher BezugSpreiSr bei oer Exp^ition 2 MH, bei allen PostLmtem 2,25 Mk. ^ejcu Bestellgeld).
3ttf<tli*n»gebübn die gespaltene Zelle oder veren Raum 15 Pfg.
Reclamen: die Zeile 80 Pfg.
Marburg
Donnerstag. 31. Januar 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Iah. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
42. Jahrg.
Bestellungen
fiit die Monaie.F ebeuar und Mörz auf die
'^OSerhessische Zei tung" nebst ihren ^Beilagen werden von unserer Expedition llMarkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch«. Kain, Neustadt und Wetter, sowie von lallen Postanstalten und Landbriefträgern ent» ßegengenommen. ' -------
Die Stichwahlparole der Freisinnigen Vereinigung.
_ Daß, wenn 157 Stichwahlen auszufechten sind, 'erst nach deren Vornahme sich die Bilanz der 'ganzen Wahlkampagne ziehen läßt, bedarf der ; näheren Darlegung nicht. Es ist daher geradezu ^selbstverständlich, daß die Stichwahlen in der- -selben Front ausgefochten werden, wie die .Hauptwahl. Die Freisinnige Vereinigung aber, der bekanntlich auch Herr von Eerlach als Hospi- /tant angehört, hat nichts Eiligeres zu tun, als mit einem völlig abweichenden Programm für die Stichwahlen hervorzutreten. Ihre Zentralstelle, die sich bezeichnender Weise „Wahlverein jbet Liberalen nennt, obwohl er nur die kleinste -er linksliberalen Gruppen und auch diese nicht -einmal vollständig umfaßt — Brömel, Pachnicke -Und andere erfahrene Politiker halten sich fern — verlangt nichts weniger als die Unter- ftützung der Sozialdemokraten gegen die Konservativen, Freikonservativen, Nationalliberalen und das Zentrum. Die Begründung dieser antinationalen Haltung steht mit der Wahrheit auf so schlechtem Fuße, wie der Name der Zentralstelle. Daß die Hauptwahlen eine sichere Mehrheit für die Bewilligung nationaler Forderungen ergebe», entspricht den ^Tatsachen nicht. Der Gewinn von 24 Mandaten 'bedeutet an sich keine sichere, sondern nur eine -sehr knappe Mehrheit für die nationalen Forderungen, hat diese Bedeutung doch aber nur dann, wenn die Stichwahlen nicht den Mehrheitsparteien vom 13. Dezember vorigen Jahres Gewinne bringen, die jene Verluste, wenn auch nur teilweise, ausgleichen. Jetzt zur Unterstützung der Sozialdemokraten gegen Konservative und Na- tionalliberale auffordern, heißt daher geradezu, die durch die Hauptwahl angebahnte Mehrheit für die nationalen Forderungen wieder in Frage stellen und sieht mit wirklich nationaler Eefinn- ung in unlösbarem Widerspruche.
t Nicht besser sieht es mit der Behauptung aus, 'daß durch ein solches Verhalten der Bedrohung .liberaler Errungenschaften, des Reichswahlrechts, u...................... ■ -..... ....
l Nachdruck verboten.),
|9
Schatten.
Roman von B. v. d. Lancken. 1M
(Fortsetzung).
",,Papa konnte uns heute nicht begleiten, und .fo beehrte er Rupert mit dem Auftrage, uns zu beschützen," ergänzte Eva. „Welche Pläne haben Sie denn? Mir däucht, Sie sehen sehr unternehmungslustig aus, Herr Doktor?"
„Welche Pläne ich habe? Eigentlich gar (feine, und ausnahmsweise bin ich auch heute vom iFrohndienst der Redaktion frei?"
* Während dieses kurzen Zwiegespräches hatte Felsenbach eine Droschke herangewinkt, einen schönen, viersitzigen Landauer, mit zwei mun- jteren Braunen bespannt, und öffnete den Schlag. I „Wenn Sie nichts vorhaben, dann könnten Cie uns eigentlich begleiten," rief Eva unbefangen. „Was meinst du dazu Gabi?"
„Ich denke wie du," gab diese zurück und stieg von Rupert unterstützt, in den Wagen; Eva folgte und beide Damen nahmen auf dem Rücksitze Platz. Es hatte sich so getroffen, daß Rupert Gabrielen, Ebert Eva gegenübersaß; die natürliche Folge hiervon war, daß Felsenbach sich vorwiegend mit der jungen Gräfin und Ebert mit dem lustigen, braunäugigen Evchen unterhielt. Das Wetter war herrlich. Ein Julitag, nicht zu heiß und nicht zu staubig. Der Schloßpark von Ebarlottenburg machte an diesem Akorgen einen besonders reizvollen Eindruck. Ein kräftiger Landregen, der am Tage vorher niedergegangen war, hatte seine erfrischende Wirkung getan, Bäume und Sträucher prangten wieder in saftigem Grün, die Luft war erquickend und angenehm, munteres Vogelgezwitscher ertönte hier und da. Die kleine Gesellschaft war denn auch in heiterster Stimmung, die nur vorübergehend «ine kleine Trübung erlitt, als man. beim Mau-
des Koalitionsrechts, der Gleichberechtigung der Staatsbürger, entgegen zu wirken fei. Es ist eine aus der Luft gegriffene Unterstellung, daß eine solche Bedrohung von bürgerlichen Parteien zu befürchten sei. Eine Gefahr droht diesen Errungenschaften nur von einem dem Bestände des Reiches gefährlichen Anwachsen der Sozialdemokratie. Dieser Gefahr aber beugt die Wahlparole der Freisinnigen Vereinigung nicht nut nicht vor, sie beschwört sie geradezu herauf. Dazu kommt, daß, wie immer den Sozialdemokraten zu Wahlerfolgen bei den Stichwahlen verhalfen wird, die Rückkehr einer starken agrarisch-schutz- zöllnerischen Mehrheit nicht mehr verhindert werden kann, während selbst bei weiteren schweren Niederlagen der Sozialdemokraten die Bildung einer Kartellmehrheit völlig ausgeschloffen erscheint Die ganze, durch und durch unwahrhaftige Begründung verfolgt offenbar den Zweck, den Wählern, die noch nicht auf dem erhabenen Standpunkte der Affenliebe zur Sozialdemokratie stehen, die Pille einigermaßen zu verzuckern. Die um Barth, Eothein usw. sind wie 1902 bei den Zolltarif-Verhandlungen, auch jetzt in erster Linie Schrittmacher der internationalen und revolutionären Sozialdemokratie. Auch in der Politik gilt das Wort „Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler." Und die Helfershelfer der Sozialdemokratie sind deshalb genau so gefährlich und demzufolge vom vaterländischen Standpunkte genau so scharf zu bekämpfen, wie diese.
Schwindelhafte Versammlungs- berichte.
Zur Illustrierung national-sozialer Taktik wird uns aus unserem Leserkreise Folgendes geschrieben :
Die „Hessische Landeszeitung" bemühte sich vor der Hauptwahl krampfhaft, durch entstellte Versammlungsberichte den Mut ihrer Anhänger aufrecht zu erhalten und sie über den gewaltigen Aufschwung der deutsch-sozialen Bewegung zu täuschen. Einige Beispiele mögen dies deutlich machen:
In einer Versammlung in Höringhausen, in der Herr v. Eerlach sprach, wurde er von den Anwesenden scharf kritisiert. In dem Berichte der „Landeszeitung" aber wird Über „Pöbeleien" der angeblichen Bündler geschimpft, und es heißt wörtlich: „Erklärlicher Weise haben die Herren Bündler durch ihr Betragen das Gegenteil des gewünschten Erfolges erziett. Die Mehrzahl der Versammelten war über die Pöbeleien entrüstet und nun erst recht entschlossen, Herrn v. Eerlach ihre Stimme zu geben." — In der Tat muß die Entrüstung in diesem Orte eine
soleum angekommen, erfuhr, daß dasselbe wegen des in der nächsten Stunde zu erwartenden Besuches einer fremden Fürstlichkeit nicht geöffnet sei.
„Was nun?“ fragte Eva, ratlos, von einem zum anderen schauend.
„Was nun?" wiederholte Doktor Ebert lächelnd. „Ich denke, wir machen einen Spaziergang durch den Park und fahren dann wieder nach Hause. Es ist mein Grundsatz, mir niemals durch solche an sich unbedeutende, kleine Fehlschläge die Laune verderben zu lasten."
Bereitwillig ging man auf den Vorschlag ein, und so wanderten • die beiden Paare — voran Eva — durch die Wege des schönen Parkes und unterhielten sich so gut und angelegentlich, daß sie nicht nur das geschloffene Mausoleum, sondern das Einteilen der Zeit Überhaupt vergaßen.
„Was schreiben Sie denn jetzt eigentlich, Herr von Felsenbach?" fragte Gabriele im Laufe des Gesprächs.
„Ein Drama, „Verlorene Seelen" betitelt."
„O, das klingt düster! — Nehmen Sie den Stoff aus dem Leben?"
Er schwieg sekundenlang und ein flüchtiger Seitenblick streifte das niedliche Gesichtchen seiner Begleiterin.
„Teilweise ist er dem Leben entnommen" — und als sie mit den großen Augen ibn fragend anblickte, setzte er hinzu: .Leider, Gräfin, bietet ja das Leben nur zu viel Stoff — ja, es überbietet oft die schwermütigsten Phantasten des Dichters."
Gabriele sah jetzt von ihm fort in das tiefe Grün der Baumkronen: sie seufzte, und es wollte Felsenbach scheinen, als ob ein Schatten auf ihrem Antlitz lagerte.
„Ich glaube, Sie haben Recht," sagte ste nach einer kleinen Weile, „aber was meinen Sie, ist der Beweggrund zu io vielen Wheilvckllen Kon
ganz gewaltige gewesen sein; denn 30 Mann wählten Herrn v. Eerlach, 1 den Sozialdemokrat und nur! — 91 Dr. Böhme. — In Ebsdorf hatte man Herrn v. Eerlach auf seine Ausführungen mit einem begeisterten Hoch aus Dr. Böhme geantwortet. Die „Oberhesstsche Zeitung" stellte das fest. Der Berichterstatter der „Hess. Landeszeitung" aber nannte diesen Bericht eine „Fälschung" und schrieb wörtlich: „Jeder Teilnehmer der großartigen Eerlachver- sammlung weiß, daß d« Bericht des Oberheffen eine grobeFälschungist. Aber nur weiter so! Das kann die Stimmung für Eerlach nur noch günstiger gestalten." — In der Tat eine großartige Versammlung, eine günstige Stimmung, so großartig und günstig, daß 9 für v. Eerlach stimmten und nur! — 129 für Dr. Böhme. — Von der Cerlachoersammlung in Schweinsberg berichtete die „Landeszeitung", daß sie ü6 erfüllt war und daß die übergroße Mehrheit in brausende Beifallsrufe einstimmte." — Die übergroße Mehrheit wählte auch Herrn von Eerlach; denn 55 gaben ihm ihre Stimme und nut! 98 Dr. Böhme. — Von der vorletzten Versammlung des Herrn v. Eerlach in Ellnhausen wird berichtet, daß die dortigen Wähler fast bis auf den letzten Mann erschienen waren. Vom Eegenredner, Hern Buhl, der für Dr. Böhme eintrat, heißt es wörtlich in der „Landeszeitung": Beifall wurde ihm lediglich von einem Tisch Dagoberts- Häuser Bündler zu Teil. Herr v. Eerlach widerlegte ihn Punkt für Punkt so schlagend und so witzig, daß ein Sturm der Heiterkeit nach dem anderen den Saal durchbrauste." — In der Tat muß der Eindruck der Eerlach'schen Rede auf die fast bis zum letzten Mann erschienenen Wähler ein ganz gewaltiger gewesen fein; denn sie schritten auch einmütig an die Wahlurne und 29 wählten Herrn von Eerlach und nur! — 58 De. Böhme. — Wir begnügen uns mit diesen Beispielen, die deutlich genug bekunden, wie die „Landeszeitung" systematisch die Wähler über die Stimmung im Lande zu täuschen versucht. Der 25. Januar hat vielen die Augen geöffnet, der 5. Februar wird das weitere besorgen.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser hat den Prinzen Friedrich Leopold nach der Unglücksstätte der Grube Reden entsandt.
— Eine Marinestiftung des Kaisers. Der Kaiser hat, wie jetzt amtlich bekannt gemacht wird, an seinem Geburtstage folgende weitere Kabinettsorder erlaffen:
Ich will von den Mir anläßlich Unserer Silberhochzeit von Schülern und Schülerinnen höherer Schulen für Marinezwecke gesammelten Geldmitteln den Betrag von 100 000 M zu einer bei dem Reichsmarineamt zu verwaltenden Sttf-
flitten in der Veranlagung des einzelnen oder mehr in den äußeren Verhältnissen zu suchen, in denen er lebt?"
„Das ist nicht in Kürze zu definieren. Gräfin. Es gibt ein bekanntes Sprichwort: „Die Verhältniffe bestimmen den Menschen" — und es enthält zweifellos eine große Wahrheit, ja, ich glaube sogar, daß viele Menschen, durch Ungunst äußerer Verhältniffe gehemmt, sich nie zu dem entwickeln, wozu ste die Veranlagung in sich tragen, während sich andererseits nicht wegleugnen läßt, daß es Individuen gibt, bei denen die eine oder andere Charaktereigenschaft so stark entwickelt ist, daß sie durch keine Verhältniffe der Welt, durch keine Schranke sich hemmen lassen und diese zu durchbrechen streben oder auch wirklich durchbrechen. Hieraus entwickeln sich dann mehr oder weniger ernste Konflikte äußerlicher und innerlicher Art."
„Wie schwer muß es sein, wenn solche Konflikte sich vor uns oder in uns entwickeln," bemerkte Gabriele leise.
„Ja — und es gehört ein gut Teil Energie dazu, um aus derartigen Kämpfen als Sieger hervorzugehen," erwiderte Rupert. „Wohl dem, dem sie erspart bleiben."
„Ihren Worten nach scheinen Sie vor diesen Kämpfen bewahrt geblieben zu sein," sagte Ea- bttele.
Er sah sie mit seinen sprechenden, geistprüfenden Augen voll an.
„Gott sei Dank, ja," erwidette et, „wenigstens große und schwere Konflikte blieben mir er- spatt, aber nicht Seelenkämpfe."
Gabriele blickte fragend zu ihm aus — ec lächelte.
„Ich meine Seelenkämpfe, die nicht aus einem Konflikte der Pflichten entstanden, sondern aus dem Herzen und seinen innersten, besten Empfindungen bervorwuchsen/
tung für die Schiffsjungen Meiner Marine vereinigen, deren Zinsen zu Unterstützungen und zur Förderung von Berufsfreudigkeit und gesundem Sportsstnn verwendet werden sollen. Ich bin überzeugt, daß Ich mit einer solchen, in erster Linie der Marine-Jugend aus den unbe- mittelteten Schichten des Volkes zugute kommenden Stiftung, welche als eine Hebung des s« wichtigen Unteroffizierersatzes der Marine wirken wird, im Sinne der freundlichen Spender der Geldmittel handle . Wilhelm I R.
— Der Bundesrat hat eine Aenderung in den Ausführungsbestimmungen zum Reichsstempelgesetze vorgenommen. Nack § 5 des Gesetzes bleiben Wertpapiere, die lediglich zum Zwecke des Umtausches, d. h. behufs Erneuerung der Urkund» ohne Veränderung des ursprünglichen Rechtsverhältniffes, ausgestellt worden sind, steuerfrei, wenn die zum Umtausch gelangenden Stücke ordnungsmäßig versteuert oder steuerfrei sind und den vom Bundesrat er« lassenen Kontrollvorschriften genügt ist. In den bisherigen Ausführungsbestimmungen war festgesetzt. daß diese Befreiung auch auf solche Papiere Anwendung findet, die als Ersatz für oer« » loten gegangene und gerichtlich für kraftlos erklärte Stücke ausgegeben werden. Nunmehr hat der Bundesrat eine neue Ergänzung vorgenommen und bestimmt, daß die Steuerbefreiung Anwendung findet, auch wenn die neu auszu- gebenden Stücke über andere Einzelbeträge lauten, als diejenigen, an beten Stelle sie treten, soweit der Eesamtnennbettag der neu auszugebenden den bet bisherigen Stücke nicht übersteigt.
— Die Budgetksmmission bes Abgeordnetenhauses sprach in ihrer gestrigen Sitzung ihr tiefstes Mitgefühl mit dem schrecklichen Unglück aus, welches am 28. b. M. auf ber Erube Reben so vielen braven Bergleuten bas Leben gekostet hat unb burch welches so viele schwer verletzt sind. Die Budgetkommisston erwartet, baß bis königliche Staatsregierniig ihr Gelegenheit gibt, die- sem Mitgefühl praktischen Ausdruck zu geben, insbesondere durch schnelle Fürsorge für die Verletzten und Hinterbliebenen.
— Das Alterspräsidium im neuen Reichstag« wird voraussichtlich der konservative Abgeordnete von Winterfeld-Menkin übernehmen, der auch die Legislaturperiode 1903 eröffnet hat. Sollte er verhindert fein, an der ersten Sitzung teilzunehmen, so tritt der nächst Aelteste, der 81jährige Graf Hompesch, ber langjährige Vorsitzende der Zenirumspattei, an seine Stelle.
— Bon ber Börsensteuer. In den ersten neun Monaten bes laufenden Etatsjahres hat bi« Vörsensteuer einen Ertrag von .3 6,2 Millionen Mark erbracht. Dieser Ertrag übertraf ben bet entsprechenden Monate des Jahres vorher noch um 200 000 Mark.
— Bereinigung der Steuer- und Wirischasts- reformer. Die Generalversammlung bet Steuer» und Wirtschafisreformer findet am 12. Februar morgens 10 Uhr im großen Saale des Architek- tenhaufes zu Berlin, Wilhelmstraße 92/93, statt.
„Und Sie haben dieselben ganz überwunden?" bemertte sie fast bewundernd.
„Ganz? — Das mag den Anschein haben, Komteffs. Die Wunden, welche schmerzliche Erfahrungen uns schlagen, lassen stets eine Narbe zurück, die man doch hin und wieder spürt. Aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich mit ihren trüben Lebenserfahrungen wie mit Orden schmücken, und ich spreche nur zu solchen darüber, die ich sehr — Hochstelle, die ich verehre," setzte et etwas leiser hinzu und sah Cabi an; daß sie unter diesem Blick leicht ertötete und das Köpfchen zur Seite wandte, bewies ihm, daß sie ihn verstanden hatte, und machte fein Herz rascher klopfen.--
Auf die schöne, reizvolle Umgebung, die weiten grünen Rasenflächen, blühenden Bosketts und gärtnerischen Anlagen des Parkes schienen beide ebensowenig zu achten, wie das ihnen vor- ausgehende Paar. Dr. Ebert und die lustige Eva waren auch aus ein psychologisches Gebiet geraten, und zwar ventilierten sie die Frage der Sympathien und Antipathien beim erstmaligen Sehen und gelangten schließlich auf Kreuz- unb Querreben dahin, daß ihr erstes Begegnen jedenfalls nicht das Gefühl gegenseitiger Sympathie bei ihnen hervotgerufen hätte. Sie hatten in allem merkwürdigerweise die entgegengesetzt« Ansicht, ihre Anschauungen, ja sogar ihre Lieblingsgerichte waren grundverschieden von einander, aber trotzdem unterhielten sie sich recht gut. Eva bewahrte bei diesen Gesprächen eine geradezu aufregende Unbefangenheit, und Doktor Ebert mußte schließlich in Bezug aus das allerliebste Mädchen die Diagnose stellen: Unbegreiflich!"
Endlich kehrten die vier Reisenden zu ihrer Droschke zurück, und die Heimfahrt wurde angetreten, wobei es Eva unb Ebert scheinen wollte, als ob Felsenbach unb bie junge Gräfin etwas schweigsamer feien als zuvor. (Forts, folgt)