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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbai«.

Sonntaasbeilaae: SHufttirM SrnrnkAlftiAM.

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vierteljährlicher Bezugspreis: btt oct Erudition 2 Lik., *. * n<> bet allen Postämtern 2,25 Ml. Bestellgeld).

6äO JnsertconSgebuhr: die gespaltene Zelle over deren Raum 15 Pfg.

Strclame«: die Zeile SO Pfg.

Marburg

Sonntan 27. Januar 1907.

Erscheint wöchentlich lieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Lug. Koch, tlmversttätS-Buchdruckerei

Marburg, Markt 2t. Pelephou öb.

42. Jahrg.

Erstes Blatt.

Der Wert unserer Schutzgebiete.

Heil ullsm Kiisn!

(Mel.: Ich bin ein Preuße.) peil unserm Kaiser! wie strahlt seine Krone ßn lichtem Friedens- und in Ruhmesglanz! Fromm, stark und edel waltet er vom Throne, Drum zieret ihn ein reicher Lorbeerkranz. Er kam zum Thron, als lange Keltert Deutschland bange: In einem Jahr zwei Kaiser auf der Bahr' Das war fürwahr ein unglückselig Jahr.

Doch er von echtem Hohenzollcrnblute sErgriff das Steuer, lenkt durch Wogenbraus Das Schiff mit frommem, festem Zollernmute Und lenkte es zu neuem Ruhme hinaus. ; Auf Deutschland glänzte wieder Ein Freudenstcrn hernieder: , .

Vergessen u tt das düstre Herzeleid, Die schicksalsschwere Kaisersterbezeit.

Gestählt durch solche harten Unglücksstunden In festem Eottvertraun zur Manneskraft, Hat immer er den rechten Weg gesunden, De- seinem Volke Heil und Segen schafft. Wir können ihm vertrauen, Auf seine Weisheit bauen, Weil er von seinem Gotte nimnter läßt; Drum hat stets, Deutscher, an dem Kaiser fest, i .

Er führt das Schwert wie seine großen Ahnen Und hält es hütend über Deutschlands Ehr', Gab uns ein neues Deutschland, unsre Fahnen Sie flattern froh dorthin auf neuer Wehr. Er schärft die Kriegeswaffen Un.d wird den Sieg uns schaffen, Wenn wider alles Recht ein Feind uns dränt Und frevelhaften Schimpf und Krieg uns beut.

Doch liebt fein starkes Herz den milden Frieden, Ist edelmütig, zarten Mitleids voll, Begeifert für der Völker Glück hienieden; Drunt Deutschlands Herz ihm längst entgegen- Echt deutsch, will Deutschlands Ehren sschwoll. Sein hoher Sinn stets mehren.

So steht er da, ein deutsche' Heldenbild, Des Rechtes Hort, denSchwache r mächt'gerSchild.

Denn gütig schirmt er weise die Geringen fJm Alter vor des öittern Mangels Rot; "Und wenn die Arbeit nicht mehr kann gelingen, Hat doch der schwache Mann fein täglich Brot. - So laßt sein Lob erklingen Und laßt uns heute bringen

Dem Kaiser treu ein dreifach, donnernd Hoch: Der -nette Wilhelm herrsche lange noch!

Marburg. .......r.

Daß unsere Kolonien zur Zeit noch nicht die Ausfuhr liefern, die sie rentabel machen könnte, liegt in ihrer Jugend. Sämtliche deutschen Ko­lonien in Afrika entbehrten, als wir dort Fuß faßten, einer festen Erfahrung und Ueberliefe- rung im Plantagenbau. Auf Zanzibar haben di: Juden sehr wertvolle Relkenbaumpflanzun- gea. Im Innern aber waren entsprechend dem geistigeil Tiefstände der durch etwaige Kriege unfo Sklavenjagden heruntergekommenen Neger­stämme alle Kulturen verkümmert. Selbst das Vieh der Eingeborenen im Osten und Westen war schwächlich und mit Ausnahme der Treck- Ochsen von Damaraland zu keiner ernsthaften Arbeit brauchbar. Die Europäer aber waren nicht In der Lage, die in anderen ostindischen oder westindischenKolonien erworbenen Erfcch- f-ngen ohne weiteres auf Afrika übertragen zu können. Dies betrachten die Engländer auch für so selbstverständlich, dost sie in den vom Botani­schen Garten in Kew in allen englischen Tropen- kolonien eingerichteten Versuchsgärten auf Staatskosten fortgesetzt Anbau-Versuche machen. Wir haben auch aus solchen Versuchen erst die entsprechenden Erfahrungen sammeln muffen. Es war durchaus gerechtfertigt, daß man sich vom Tabak und Kaffee in Ostafrika viel ver­sprach. Aber beide Kulturen hatten unter so vielen, in beiden Indien unbekannten Schwie­rigkeiten zu leiden, daß heute kein Mensch mehr an diese Kulturen denkt. Wer die Geschichte des spanischen Südamerika kennt, weiß, wie sehr auch dort in den klassischen Kaffeeprovinzen die Aus­sichten dieser Kultur geschwankt haben, und mit wie geringem Nutzen der Kaffeebau zur Zeit wieder dort betrieben wird. Die Holländer sind auf Java sehr bald zu dieser Erfahrung gekom­men und haben deshalb den Kaffeebau der Ein- gebornen organisiert. Das muß und wird auch unsere Aufgabe in Ostafrika sein.

Sehr viel bessere Aussichten versprach und verspricht der Kakaobau in Togo und Kamerun, sowie in Neu-Guinea und Samoa. Die Gesell­schaft ..Viktotta" in Kamerun hat bereits zwei Millionen Bäume stehen, von denen im Jahre 1904 bereit^ 500 000 Frucht trugen und 10700 Zentner Kakao lieferten. Diese brachten 539 000 Mark Erlös, und davon 28 900 Mark Reinge­winn. Leider hatte aber dann der Kamerun- Kakao mit der Baumfäule zu kämpfen; doch ist diese Plage jetzt überwunden. Das sind Kinder- krankhheiten, die jede Kultur einmal durch­brechen muß. Wer wollte wohl in Deutschland den Getreidebau aufgeben, weil die Hessen- fliege den Roggen befällt. Die Wissenschaft hilft uns ja, die klimatischen Bedingungen solcher Plagen zu erkennen und zu vermeiden.

So wird sie uns auch lehren, in Ostafrika Biieh und Pferde gegen die Tsetsefliege immun zu machen und konstant zu züchten, wie in Süd­afrika die Erfahrung, die aller Wissenschaft Muster ist, die Buren bereits gelehrt hat,ge­salzene", d. h. gegen die große Pferdesterbe un­empfängliche Pferde zu züchten.

Man hat aus ähnlicher Erfahrung heraus mit Recht die Aufmerksamkeit solchen Pflanzen

7 kRachdruck verboten.)

Schatten.

Roman von B. v. d. Lancken.

(Fortsetzung).

Oh, sehen sie den Wicht," rief Erasmus von Füyren,er will sich nicht von feiner Beschützerin trennen.

Felsenbach ließ sich neben Gabriele auf ein Knie nieder, faßte das Tier beyutiam zwischen zwei Fingern und hatte zugleich Gelegenheit, das reizendste Füßchen aus nächster Nähe zu be­wundern.

Ja, ja, meinte Herr Erasmus lächelnd, mit 'schelmischem Augenzwinkern,schade, daß die schönen Tage vorüber sind, wo Rücken und Knie sich so leicht dem Dienste schöner Frauen beugen ckonnten. Der Wille dazu ist freilich noch da, !aber die alten Knochen sind steif geworden.

Gabi errötete, während Felsenbach mit höchst iehtbaret Miene den Störenfried auf eine hoch­stämmige Rose setzte und Eva, verstohlen kichernd, seine große, rote Erdbeere in den Mund steckte. ! Es war schon ziemlich spät geworden, als jman sich trennte. Die Damen brachen zuerst auf. Frau Wilhelm« meinte, ihr junger Gast sei müde ftnd so führten sie und Eva Gabriele in ihr Lo- fierstübchen, für diesen Abend auch jedes freund­liche Plaudern verbietend; da Eva aber in dem Nebenzimmer wohnte, wurde .dies mütterliche Verbot umgangen, uicd die Hausuhr auf der pette zeigte und schlug ein halbe Stunde vor Mitternacht, als Eva endlich mit einem letzten zGuis Nacht" aus Gabis Stube huschte. Gabi thlief noch lange nicht, mit weit offenen Augen lag sie in ihrem Bett.

, Sie konnte es nicht leugnen, der Name Fel- ^'lbach rief jetzt, wo sie sich ganz allein über­

lassen war, eine Menge Gedanken und Erinne­rungen wach, die viele Jahre zurücklagen und zu den schrecklichsten ihres Lebens gehörten, Er­innerungen an jenes traurige Drama, das seinen Schatten in den sonst so glücklichen Familien­kreis geworfen, Schatten, um deren willen ihr Vater sie fort in eine Pension gegeben, Schatten, gegen die er mit aller Energie seines Gerechtig­keitssinnes gekämpft und die doch nicht gewichen waren, die auch feine Lebensjahre umbüftert hatten. Von diesen Bettachtungen wandte sie sich allmählich dem Manne zu, der dieselben bei ihr heute hervorgerufen, Rupert von Felsenbach- Führen, und sie gestand sich, daß er den Eindruck eines bedeutenden Menschen auf sie gemacht habe, obgleich er weder viel noch sonderlich Her- up-tagenbes gesprochen hatte.. Jedenfalls ver­bot ihr ihr weibliches Tattgefühl, schon aus Rück­sichten für ibre Gastfreunde, jene Namensgleich- heit zu erwähnen.

Ich würde alle Haffen, die den Namen Felsenbach führen! Dieser Ausspruch kindlicher Empörung fiel ihr wieder ein und unbewußt spielte ein Lächeln dabei um ihre Lippen. Der gute Vater, wie recht hatte er gehabt, als er ihr sagte, daß sie einst alles anders auffaffen und be­urteilen würde. Zum erstenmale erfuhr Gabriele Reuchlin, daß die Verhältnisse eine Macht im menschlichen Leben sind, denen man sich oft fügen muß. Hassen hatte sie einen jeden wollen, der den Namen Felsenbach trüge, und hatte doch heute in größter Friedfertigkeit mit einem Trä­ger dieses Namens verkehrt, ja, sie hatte ihn so­gar nicht übel gefunden. Wunderbar! Freilich acht Jahre welche lange Zeit! Damals ein Kind, und heute? Die Lider wurden ihr nun doch allmählich schwer, Schlummer und Wachen stritten miteinander aber zuletzt sank das gold­blonde Köpfchen doch leise Mr Seite, di- großen

zugewandt, die im Urzustände bereits in un­seren Kolonien vorhanden waren und nur der Veredelung bezw. massenhaften Anbaues war- teten. Dahin gehören namentlich Kautschuk, Sisalhanf und Baumwolle.

Der Kautschuk wird in Ostafrika zur Zeit noch fast ausschließlich von der Landolphia-Liane ge­wonnen, und die Fürsorge der Verwaltung hat sich im wesentlichen darauf beschränken müssen, die Neger, die den Kautschuk gewinnen, zu sau­berer Arbeit zu zwingen, indem alle an der Küste als unrein, d. h. in der Mitte des Faden­knäuels mit Baumborke vermischter Kautschuk vernichtet wird. Eine spätere Fürsorge wird vielleicht die in tiefemWaldesschatten gedeihende Landolphia.Liane in sorstmäßige Kultur neh­men. Zur Zeit wendet sich unsere Hauptaufmerk­samkeit in Ostafrika aber mit Recht dem Anbau des Eeanä-Kautschuk (Mahinot Elaciovii) zu. Schon Sir John Kirk hatte diesen in dem auf Zanzibar bei Schuknani angelegten Kew-Gar- teil angepflanzt, und er gedeiht mit bestem Er­folge in den guten Lagen von Usambara, wird am Kilima-Ndjaro eine große Zukunft haben und eg sind jetzt bereits nahezu 2 Millionen Kautschukbäume angepflanzt. In Kamerun hat das massenhaft wilde Vorkommen der Kautschuk liefernden Kickxia-Bäume den Anhalt für eine geordnete Kautschukplantagenwirtschaft gegeben und desgleichen in Togo. Die jährliche Gesamt­ausfuhr von Kautschuk aus unseren Kolonien be­trägt heute bereits ß Millionen Mark, darunter 2% Millionen aus Ostafrika. Jeder einiger­maßen unterrichtete Arbeiter der elektrischen und der Automobilindustrie weiß aber, wie sehr die (Sefamtüefeniitg der Erde an Kautschuk hinter dein Weltbedarfe zurückbleibt.

Ebenso ist Hanf ein von der Industrie, na­mentlich in Amerika, immer lebhafter begehrter Rohstoff, zumal seit die Philippinen infolge der letzten Unruhen fast ganz versagen. Die Erfolge, die wir in ganz Westafrika, insbeson­dere aber in ganz Ostafrika mit der Sisal-Agave erreicht haben, berechtigen zu den schönsten Hoff­nungen. Insbesondere wird dem Erzeugnis auf dem Hamburger Hanfmarkte eine ganz vorzüg­liche Güte nachgerühmt. Es holte per Tonne 720800 Mark bei 290300 Mark Gestehungs­kosten.

Fürst Bismarck legte mit Recht den Schwer­punkt auf die Baumwolle, schon um der Abhän­gigkeit willen, in die unser Verbrauch uns von Amerika bringt. Nun liefert Ostafrika uns in seiner seidigfeinen langstacheligen Baumwolle, ein dem ävptischen geradezu tiberleaenes Pro­dutt, so daß die Aufmerksamkeit der ägyptischen Baumwollhäufer, die bort unter allerhand Miß­ständen zu leiden haben, sich bereits auf unsere Kolonien richtet. Westaftika liefert dagegen Baumwolle des amerikanischen Typs. Für diese eignet sich das Hochland von Kamerun, nament­lich die Gegend am Tschadsee vorzüglich zum Baumwollenbau, wie auch die vortreffliche Ein- ßeborenenhittur in Adamaua beweist. Togo lie­fert jetzt bereits jährlich 1000 Ballen vorzüg­liche Baumwolle. Sehr geeignet zum Baum- wollenbau ist aber auch der nördliche, bereits tropische Teil von Südwestafrika, das Ovambo-

blauen Augen schloffen sich und die ruhigenAtem- ziige verrieten, daß Gabriele den tiefen Schlaf gefunder Jugend fchlief.

Ruperts Arbeitszimmer befand sich über dem von Gabi bewohnten; er hatte das nach dem Garten hinaus gelegene dazu gewählt, um mög­lichst wenig durch das Geräusch der Straße ge­stört zu werden, und batte es so behaglich wie möglich eingerichtet. Zwischen den beiden Fen­stern stand der große, eichene Schreibtisch, ein fchöner alter Perser deckte den Fußboden, übet den Divan mit dem niedrigen Tischchen davor war eine Wolfsdecke gebreitet; es bot ein ebenso warmes Plätzchen im Winter, wie das bequeme Ruhebett von leichten Bambusstäben mit seinem Rohrqeflecht für den Sommer, das feinen Platz in schräger Richtung nicht weit vom Fenster hatte und von dem Rupett immer den blauen Himmel und die grünen Baumwipfel sehen konnte, wenn er nicht, der Sonne wegen, die grünen Jalousien Heruntergelaffen hatte, die dann nur so viel Helligkeit Eintritt gewährten, als er zum Lesen brauchte, und das Zimmer in mildeste Dämmerung hüllten, wenn er träumen oder schlafen wollte. Hohe Bücherschränke, einige Skulpturen, Gemälde und schöne Waffen bilde­ten den Schmuck der Ecken und Wände. Das sich an diesen Raum schließende Schlafgemach war dagegen höchst einfach; der nach vorn hinaus ge­legene kleine Empfangssalon, dem modernen Geschmack entsprechend, elegant, aber dunkel ge­halten, zeigte ernsten, vornchmen Renaissance- stil.--

Felsenbach war am Vormittag mit feinem Freund Dr. Ebert, Redakteur einer bedeutend politischen Zeitung, zusammengetroffen, und dieser hatte ihn gebeten, ihm für die nächsten Tage fin recht flottes FoMeton zu verschaffen.

land, dem Prof. Wohltmann eine große Zukunft verspricht.

Der Wett unserer Kolonien in bergbaulicher Beziehung ist noch wenig erschlossen. Südwest liefert Kupfer schon heute in den Otavi-Minen. den Minen bei Otjisongatt, der Eorub-Mina und zahlreichen anderen, ist aber auch in Be- zug auf Urlagerstätten noch sehr wenig durch­forscht.

Daß es gleich den Burenstaaten ein Schaf- zuchtland erster Klaffe werden kann und roirb. darf als bewiesen gelten vorausgesetzt, daß die englischen Konzesstonsgesellschasten dort zur Herausgabe des Bodens gezwungen werben, was hoffentlich geschieht. Die Beteiligung prf* Daten Kapitals, besser ober noch der Unter­nehmungsgeist wagemutiger Pioniere, an denen es nicht fehlen wird, hat freilich noch ein Stück gut Arbeit zu leisten. Das Reich aber kann und darf sich nicht der Verpflichtung entziehen, das Land zu schützen und durch Eisenbahnen zu er­schließen.

Deutsch;- Reich.

Veränderungen tu der Zahl btt preußi­schen Gemeinden. In den Jahren 1904 und 1905 sind auf Grund der verschiedenen Gemeindeord­nungen 261 Veränderungen der Zahl der Ee« meindeeinheiten erfolgt und zwar 146 bei den Gutsbezirken, 112 bei den Landgemeinden und 3 bei den Städten. Die Veränderungen hatten eine Verminderung der Eutsbezirke um G0, der Landgemeinden um 31 und der Städte um 2 zur Folge, sodaß sich ein Eescrmtverlust von 93 Ee- meindeeinheiten ergab; 17,62 v. H. der Verän­derungen entfielen auf die Umwandlung von Eutsbezirken in Landgemeinden, während die Vermnigung von Land- und Stadtgemeinden sowie die Neubildung von Eutsbezirken aus Ee- meindeteilen je 15,33 v. H. und die Vereinigung von Eutsbezirken bezw, von Landgemeinden mit Landgemeinden auch noch 13,41 bezw. 12,64 v. H. der Veränderungen verursachen.

Bei der Umwandlung einer Stadt in eine Landgemeinde handelt es sich um die Gemeinde Kanerik im westpreußischen Kreise Löbau, welche im Jahre 1905 die Landgemeindeordnung an­genommen hat; die zwei Fälle von Vereinigung mehrerer Stadtgemeinden bezogen sich auf die am 1. Oktober 1905 erfolgte Eingemeindung von Meiderich und Ruhrort in den Stadtkreis Duisburg, während die 1905 vollzogene Um­wandlung einer Landgemeinde in einer Stadt

Westerland a. Sylt betraf.

Am erheblichsten war die Zahl der Dera-r- berungen mit 67 bei bet Provinz Posen; ihr schlossen sich Ostpreußen vnb Pommern mit 18 bezw. 32 an; weniger als 10 betrug bie Vec« änderungsziffer bei Sachsen (7). Schleswig-Hol­stein (5), Hannover (5), Westfalen (5).

In dem Zeitraum vom 1. April 1892 bi» Ende 1905 hat sich der Bestand der Gemeinde« einbeiten um 1215 verringert. Die Zahl der

Er hatte zugesagt und es war seine Absicht, nach­dem er sich von 5>errn Erasmus verabschiedet, an die Arbeit zu gehen. Es war noch früh, kaum 11 Uhr, und eine wundervoll stille Sommernacht. Rupett zündete seine Lampe an, öffnete bie Fenster, zog bie leichten Gardinen zusammen, um bet frischen Luft Zutritt zu ermöglichen und den Insekten benfetben abzuschneiden, und ging, nachdem et in ein bequemes, leichtes Haus- fatfett geWürft wat, an die Arbeit.

In unfchulbsvoller Weile lag bas Papier vor ihm, rasch griff er zur Feder, tauchte sie in das düstere Raß des vor ihm stehenden Tinten­fasses und saß bann cs war so seine Art ungefähr eine Minute den Kopf auf b<e linke Hanb gestützt, Übet den Anfang naAftnnenb. Gewöhnlich nlitt bann die Feder in fließender Eile über das Panier, die nuten und besfaften Gedanken kamen ibm ungesucht, und in verhält­nismäßig kurzer Zett war eins feiner gern ge­lesenen. humoristisch-satirischen Feuilletons fer­tig. Dies wat der normale Verlauf bet seinen Arbeiten. Ein bedenkliches Zeichen wat in­dessen für Rupett immer schon, wenn die erste Minute verstrich, ohne daß sein Geist sich iraend« wie gezeigt hätte. Et Rupett täufnette sich dann leicht, tauchte bie Feder zum zweiten« male ein, ohne seine Stellung zu verändern, verharrte et abwartend, ab betagter Geist nicht mit leisem Flügelschlag schöpferisch in Attio tre­ten würde. Verstrich auch diese Minute ergebnis­los, dann wurde der Doktor ernstlich verstimmt, und auf diesem Standpunkte wat et nun ange- kommen.

Verdammt brummte et; ihm wollte durch­aus nichts einfallen, und der Weg vom Kopf zur Feder, der fönst bei ihm fo rasch zurückgelegt wurde, schien sich heute abend in eine endlose unb lange Straße zu verwandeln, auf der er