mit dem Kursblatt für die Meise Wtarburg und Kirchttain.
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Neclamm: die Zeile 30 Pfq. D0NNkrstag 24. IaNUMt 1907. Marburg, Markt 21. - Telephon 55. x) H U
Zur Aleischteurrnnq.
Auf der Tagesordnung der 18. Vollversammlung der Landwirtschtftskam- m e r für den Regierungsbezirk Cassel stand u. a. di« Frage der Fleischverteuerung, deren Behandlung im gegenwärtigen Zeipunkt besondere Beachtung verdient. Nack Längeren Verhandlungen wurde eine Resolution angenommen, welche sich gegen etwaige Aufhebungen oder Abschwächungen der Leuchen- fchutzmaßregeln wendet, dafür aber ein« Reihe von Maßnahmen empfiehlt, welche der Forderung der heimischen Viehzucht und der Verbilligung der inländischen Fleischproduktion zu dienen bestimmt sind. Die Resolution hat folgenden Wortlaut:
Die 13. Vollversammlung der Landwirtschafts- kammer für den Regierungsbezirk Cassel erkennt an, daß die Jahre 1905 und 1900 zeitweise Fleischpreise gebracht haben, welche zu der Kaufkraft eines Teiles der Konsumenten in unerwünschtem Verhältnisse standen. Sie bedauert diese Tatsachen, legt aber entschieden dagegen Verwahrung ein:
1. daß die Landwirte allein fiir den Hochstand der Fleischpreise verantwortlich gemacht werden und
2. daß die Abhilfemittel gegen die auch jetzt ' noch, wenn auch vermindert bestehende
Teuerung, in einer weiteren Begünstigung der Vieh- und Fleischeinfuhr aus dem Auslande gesucht werden.
Die Interessen der Landwirte als Produzenten und der Konsumenten begegnen sich in Schlachtviehpreisen mittlerer Höhe. Solange aber derartig niedrige, hinter den Produktionskosten zurückbleibende Viehpreise Vorkommen, wie sie 1903 und 1904 (insbesondere für Schweine) zu verzeichnen waren, solange muß auch eine zeitweise Steigerung über den Durchschnittspreis als berechtigt anerkannt werden. Die Viehpreise der letzten 4 Jahre im Durchschnitt berechnet ergeben keineswegs einen Preis, welcher dem Landwirt einen unberechtigten Gewinn in den Schoß wirft, umso weniger. -V5 innerhalb dieses Zeitraumes die Produkt? n.s- kosten für Vieh und Fleisch erheblich gestiegen sind. Bei einer Fortdauer der jetzigen allgemeinen Wirtschaftslage muß an sich damit gerechnet werden, daß die Preise für die Produkte der Viehhaltung sich dauernd höher stellen, als die Preise früherer Zeiten. Für diesen landwirtschaftlichen Betriebszweig liegt die Möglickkeit einer Verbilligung der Produktion durch An- \ Wendung von Maschinen oder auf andere Weise nicht vor, sondern die Steigerungen der Arbeitslöhne, der Futter- und Düngemittelpreise, sowie der Preise der landwirtschaftlichen Bedarfsartikel muh in einem gesteigerten Preis des Produktes zum Ausdruck körn; *en. Was dem einen recht ist, muß dem andern billig sein. Die Steigerung der Arbeitslöhne und der Preise der Jndustrieprodukte der letzten Jahre ist sogar eine I
«Nachdruck verboten.)
Schatten.
Roman von B. v. d. Lancken.
(Fortsetzung'.
Seit dem Tage, an welchem Prinz Arwed gestorben, lag ein Schatten über den Bewohnern von Priebcsdorf und ihrem Leben, der ganz besonders auf die Jugend Gabrielen? und das Alter des Grafen fiel.
So lange man noch über das Ereignis sprach, bot sich ihm Gelegenheit, gegen die Anschauungen feiner Gattin und seiner Tochter zu kämpfen mit der überzeugenden Ruhe und Milde, der seinem ganzen Wesen eigen war- als aber die Gräfin und Ulrike ihren Schmerz und ihre Verbitterung in sich verschlosien, äußerlich eine Ruhe und Fassung zeigend, an der jeder Trost abglitt, da sah der Graf keinen anderen AuswiP, als die beiden Frauen sich selbst zu überlasten, in der festen Voraussetzung, die Zeit würde hier, wie oft im Leben, ausgleichen und heilen. Seine Voraussetzung erfüllte sich nicht. Gräfin Natalie und Ulrike hatten Unersetzliches verloren: die Mutter ihr Kind eines teuren Gatten, die lebende Erinnerung an ein schönes, aber kurzes Glück, und Ulrike, das leidenschaftlich empfindende Mädchen, den Mann, den sie geliebt mit jeden« Schlag eines heißen Herzens, den Mann, der auch ihr gewistermaßen wärmere Gefühle entgegenbrachte, der sie mit Aufmerksamkeiten umgab, den einzigen Mann, der in ihr nicht nur die arme Verwachsene bemitleidete, sondern auch das reizende, hochbegabte Weib in ihr bewunderte. Für beide, für die Mutter und Ulrike, war das Leben ohne ihn öde und reizlos geworden. Auch die Geselligkeit trat nach langer Zeil such nur so weit wieder in ihre Reckte, als dies unbedingt geboten war: sie beschränkte sich auf den Kreis der nächsten Bekannten, und zu einer wirklich harmlosen Fröhlichkeit war kaum noch Gabriele fähig. Unter diesen Umständen hielt es
Graf, so schwer ihm der Entschluß auch wurde.
weit größere und eine allgemeinere gewesen, als diejenige der Erzeugnisse der Landwirtschaft. Letztere hat lediglich in erhöhten Preisen für Vieh und tierische Produkte einen Ausgleich für die Erhöhung der Produktionskosten erfahren, während für die ebenfalls erhöhten Produktionskosten der Erzeugnists des Ackerbaues dieser Ausgleich bisher fehlt. Brotgetreide ist nicht teurer geworden, Kartoffeln ebenfalls nicht Zucker hat 30—40 Prozent gegen den Durchschnittspreis früherer Jahre eingebüßt, Obst mußte zum Teil im letzten Herbst zu wahren Spottpreisen abge- lasten werden.
Die Teuerung der Fleischpreise hängt nicht mit der Zollgesetzgebung zusammen, denn sie hatte längst vor dem Inkrafttreten der neuen Zölle eingesetzt und erstreckt sich nicht nur auf Deutschland, sondern auf fast alle Kulturländer. In London sind beispielsweise — trotzdem England Vieh- und Fleischzölle nicht hat, — die Fleischpreise teurer, als in Berlin.
Wenn auch die Viehpreise zeitweise eine erhebliche Steigerung erfahren hatten, so haben sie doch nicht allein die Steigerung der Fleischpreise verschuldet. Erwiesenermaßen wird vielmehr die Spannung zwischen Viehpreisen auf dem Lande und den Flcischpreisen in den Städten immer größer. Ein Teil der Austchläge, welche die gesteigerte Spannung ausmachen, ist berechtigt, ein anderer Teil aber könnte sehr wohl herabgemindert oder ausgeschaltet werden. Und hier, nicht bei der Auslandseinfuhr, müßte der Hebel zur Besserung angesetzt werden. Als Maßregeln dieser Art sind zu empfehlen:
1. die Aufhebung der städtischen Verbrauchsabgaben auf Fleisch und andere Lebensmittel;
2. die Herabsetzung der Gebühren für die Benutzung der städtischen Vieh- und Schlachthöfe auf einen Stand, daß diese Anlagen sich nickt höher als mit dem landesüblichen Zinsfüße verzinsen;
8. die Aufhebung der unbegründeten Bestimmungen der Großstädte gegen die Einfuhr von tierärztlich untersuchten, in Deutschland geschlachtetem Fleisch;
4. eine anderweite Organisation dec in städ- tischer Verwaltung siebenden Vieh- und Schlachthöfe nach der Richtung, daß ein Teil be-t übermäßi-- ausgebildeten Zwi-
7 schenbandels ausgeschaltet, der Meßner und der Landwirt einander wieder näher gebracht werden und dem letzteren ein Preis für fein Vieh gesickert wird, welcher mit dem amtlich notierten Preis der Schlacht- viehmärkte im Einklang steht;
5. Ermäßigung ober Aufhebung der direkt-n Kosten der inländischen Fleischbeschau durch teilweise oder gänzliche llebernahme dieser Kosten auf das Reich oder den Staat;
6. Errichtung staatlicher Schlachtviehverstcke- tunfien oder Gewäbrung r>s" Staatsbeihilfen zu derartigen Versicherungen;
für geboten, das junge Mädchen den: Einfluste von Mutter und Schwester zu entziehen und es in ein Pensionat für Töchter des Adels zu geben. Es handelte sich hierbei nicht um eines jener großen „renommierten Treibhäuser" für die zarten o?f<ny-**en weibltckmr GelchGcktes, aus denen sie meist recht unvollkommen für das Leben ausgerüstet hervorgehen, sondern um den Aufentbalt bei der Witwe eines böberen Offiziers, die nur sechs bis acht Mädchen bei fick haben und bei der geistige Erziehung mit leiblicher Pflege Hand in Hand ging. Der Graf hatte die Genugtuung, daß Gabriele dort nack und nack im Kreise von Altersgenosfinnen zu einem frischen, heiteren Menschenkinde sich entwickelte. Sonnenschein und Frohsinn zogen ii. das stille Vaterhaus ein, so oft Gabriele in die Ferien heimkehrt.
2. Kapitel.
Draußen in Moabit, wo die Wobnungen billiger find, und die Luft bester unb frischer ist als im Mittelpunkt der Stadt, wurde ein hübsches, einstöckiaec Häuschen in einfachem Dillenstil mit daran stoßendem Garten von Herrn Erasmus v. Führen nebst Gattin und Tochter bewohnt. D.r alte Herr war Dr. phil. und Privatgelebr- ter: er besaß so viel Vermögen, um ohne Anstellung, nur seinen Studien lebend, standes- oemäs- auftreten zu können. Ausgebreiteten Verkehr pflegte das Ehepaar nicht, aber der Name voi. Führen hatte nicht nur in der Stadt, sondern auck bei Hofe einen guten Klang, unb bei der Rc«kabr<-lvur im königlichen (smlosse vermißte der greife Kaiser seinen „alten gelehrten Freund", wie er den Doktor nannte, nur ungern. Dieser Fall war aber auch während der langen Reihe von 27 Iahen, wo Herr von Führer in Berlin lebte, nur dreimal vorgekommen. Das erstemal, als Herr Erasmus fich mit feiner jungen Frau auf der Hochzeitsreise befand, zwei Jahre später, als just am Neujahrssonntag in der Mittagsstunde des Herrn Erasmus einziges Kind, die kleine Eva einpassierte, und das drittemal, als die neue Modekrankheit,
7. Bereitstellung erheblicher —aats- oder Reichsmittel zu einet ausgiebigen Seuchenforschung und einer energischen Seuchentilgung.
Im Gegensatz zu den gemeinhin gemachten Vorschlägen, find die hier niedergelegten Forderungen darauf gerichtet, die heimische Mehpro- duktiou und das heimische Gewerbe zu stärken. Rur auf diesem Wege kann aber dauernde Abhilfe gegen das Auftreten von Fleischteuerungen geschaffen werden, denn der Schwerpunkt bei der Liersorgung des heimischen Marktes ruht in der Jnlandsproduktion. Cie liefert 95—97 pEt. des Bedarfs, das Ausland 3—5 pEt.
Der Schutz und die Förderung der inländischen Viehzucht kommt in erster Linie dem Kleinbauern, dem Landarbeiter, dem Handwer- ker und den übrigen Berufsständen des Landes zu gute, welche Viehzucht als Nebenbetrieb pflegen, da diese Berufsstände nahezu % sämtlicher Schweinebestände und die Hälfte der Rindvie.j- bestände ihr Eigen nennen. Daß die deutschen Viehzüchter fich die vollständige Deckung des heimischen Fleischbedarfs zur Aufgabe gestellt und diese Aufgabe durchzuführen in der Lage sind, wenn ihnen auskömmliche Preise für ihre Pro- dukte gewährt werden, davon wird die am 1. Dezember stattoebobte Viebzählnim Zeugnis ab« legen. Soweit die bisbe- zu schaffenden Unterlagen eine;* Schluß zulasten, darf allein für den Bezirk Caste! für den Zeitraum der letzten 2 Jabre, mit einer Vermebruno der Rindviebbe- stäude um etwa 150OO Stück und der Schweinebestände um etwa 42 oog Stück gerechnet werden.
Die Aufhebung oder Abschwächung der Sen» chenschutzmasreacln oeoen das Ausland muß in Anbetracht der gesiiegenen Auslandsvrei^ als ein nntauolickes Mttttl zu» Bekämvfung der Fleilchteueruu-- angegeben werden. Sie würde bei dem derzeitiaen Seucken^and des Auslandes aber auch ein Nationalvermögen von 8 Milliarden Mark, melckes dir V'ebbe^ände •TftM)* L:rs'- darsiellen, auks ernsteste gefährden unb sich bi letzter Linie geoen die Jnteresien der Konsumenten richten Von einer weiteren Beoünsti- aung *et Au-llandseinfuhr bat nur eine ner« schwinde-'')? Minde-ckett de? deutschen Vorteil. lL- enernllcke Fördemino der heimischen '"'ebvroduktion aber muß zu Gunsten des Ge- si.">tm<'blln oustchlagen, da sie mittelbar allen
?bern d-s Volkes zu flute kommt.
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DeutlckÄ Nk'ck.
— De» Kaiser r*tt vorgestern in der Bahn de« Marstalles. Zur Abendtaiel war Prinz Oskar geladen. Gestern Vormittag konferierte bet Kailer mit den Reichskanzler und hörte ina- ter int Schlosse oie Vorträge des Chefs des Mili- j tärkabinetts unb des Chefs de? Marinekabinetts. I Am Abend hielten Jb-e Majestäten im Königlichen Schloste die alljährliche große Defiliercour ab übe: das diplomatische Korps, die inländischen Damen und alle Herren vom Zivil.
b.e Influenza, auch dem mittlerweile schon be- iahrten Herrn ihren unwillkommenen Besuch ab- stattcte.
„Villa Felicitas" batte Er^n-us von Führen sein Besitztum genannt, das Glück, das beste und schönste, was es gibt, nämsich Familienglück, malmte mit ihm darin. Es gibt Frauen, die den Eindruck des Harmonischen tna*en, harmonisch In ihrem Aeußeren, in ihrem Tun und Sprechen, und diese Harmonie, unbewußt auf ihre Umgebung übertragen — eine solche Frau batte Herr von Führen in seiner Gattin Wilbelma ge- funben ^br* Gbe mar N"S neaenreitWr Neigung geschloffen und sie ergänzten fick in freundliche: Weise hie und da. Was hätte der ideal angelegte, unvrattiscke Gelehrte wohl ohne feine umsichtige vortrmilicke Hansttan. was hätte diese ohne ihren Erasmus ansangen sollen, der stets dafür sorgte, daß Geist und Herz reckte Nahrung fanden, und dasi die Alltäglichkeiten des Lebens nickt zur Hauptsackk onwuchsen, die alle höheren Jnteresien unterdrücken und überwuchern? Und wie jeder ko ganz mit dem Platz, der ihm angewiesen, xufrieben und bestrebt war, ihn nach bestem Vermögen auszufüllen, so machte fick dieses Bestreben auck in der äußeren Umgebung des Ehepaares bemerkbar, und hierbei gebührte das größte Verdienst Frau Wilbelma. Da war kein Tisch, kein Sttibl, der nicht gerade dchin gepaßt hätte, wo er just stand, da waren keine verkümmerten, nach Wasser schmachtenden Blattpflanzen, oder Blumen, da wurde für den kleinen lustigen Pudel „Piefke" so gut gesorgt wie für den alten knurrigen Hauskoter, jeder und jedes, wer und was unter Frau Wilhelmas Hausfrauenszepter stand, kam zu seinem Recht und hatte seine Ordnung, fühlte fich dadurck vohl und behaglich und paßte sich aus diesem Behagen heraus dem Ganzen an. Daß in einer solchen Umgebung und zwischen einem solchen Ehepaare die kleine Eva zu einem heiteren und liebenswürdigen Mädchen heranwuchs, war eigentlich nur natürlich, ebenso natürlich aber, daß sie ein klein wenig verwöhnt wurde, denn vuivt und
I — Der ,,ReichIanzeig:r" veröffentlicht beit I Wortlaut eines am 11. Januar 1907 zwischen I dem Reicks und Dänemark abgeschlossenen Der» I träges, in dem die Frage der Optantenkinder I geregelt wird.
I — Das Landwirtschastsministerium teilt in I einem Runderlaß an sämtliche Landwirtschafts- I Jammern mit: In dem pathologischen Institute I der tierärztlichen Hochschule in Berlin und in I der Abteilung für Tierhygiene des Kaiser-Wil- I Helms-Instituts fiir Landwirtschaft in Vromberg I wird vom Frühjahr ab Impfstoff zum Schutz ge- | gen das Blutharnen (Weiderot) der Rinder er- I hältlich sein.
1 „ — Ein Ministerialerlaß hat angeordnet, da- I für zu sorgen, daß bei der bevorstehenden Reichs- I tagswahl den Lehrern die Ausübung ihre» | Wahlrechts möglichst erleichtert wird. Die Unter« I tickst ^stunden fallen aber, wie verschiedentlich irr« I 1ü"'lich gemeldet wurde, an diesem Taae nicht au?
— Reichsbankvizeprösident von Elasenapp. I Die feit mehreren Wachen angckündigie Ernen- I nung des Geh. Oberfinanzrates von Glasenapp I zum Vizepräsidenten der Reichsbank ist nunmehr erfolgt. Die Ernennung des durch feine Tätig« I kett im Reichsbankdirektorium hochverdienten I Mannes wird in weiten Kreisen mit Genug» 1 tuung aufgenommen werden.
I — Veranlagung zur Einkommensteuer. Dem I Abgeordnetenhause ist die vergleichende Ueber- I sicht der Ergebnisse der Veranlagung zur Ein» I kommensteuer für die Verwaltungsjahre 1905 I und 1900 zu gegangen. Danach sind veranlagt I worden im Jahre 1906 4 675 199 Zensiten mit I einem Einkommensteuerbetrage von 216795 002 I Mark (gegen 4 393 219 mit 201768897 Mark im I Jahre 1905). Das ergibt ein Mehr an ver- I anlagter Steuer von 10 5 37 9 50 Mark. An I dem Gesamtergebnis sind die nicht physischen I Personen, 2770 an der Zahl, gegen 2611 im Vor
jahre), mit 15 374 Mark (gegen 13 732 817 Mk.) I beteiligt. Von dem Eesamtsollaufkommen der
Steuer entfallen auf die Städte 151644 732, auf I das Land 49 775 334 Mark bei den physischen,
12 872 411 Mark auf die Städte und 2 502 525 Mark auf das Land bei den nichtphysischen Personen. Das Durchschnittseinkommen der physi« scheu Zensiten stellte sich 1906 in den Städten auf 2429, auf dem Lande auf 1811, im ganzen Staat auf 2211. in Berlin auf 2362,39 Mark (gegen 2366,69 Mark im Jahre 1905).
— Dernburg in München. Zu dem Vortrage.
| den Kolonialdirektor Dernburg im großen Saal des Münchener Kindl-Kellers hielt, waren etwa 5000 Personen erschienen, sodaß der Saal bis auf den letzten Platz beseht war. Es waren u. a. erschienen die Prinzen Rupvrecht, Leopold und Adalbert, der Erbprinz und die Erbprinzeffin von Sacksen-Meininoen und mehrere Minister.
Mutter liebten sie über alles. Und wenn Her« Erasmus und seine Gattin auch einen einheitlichen und sehr vernünftig an^eTer-ten Erzieh- ungsplan verfolgten, so kamen sie schließlich doch bei einem Kreuzten on, wo sie beide eine Weile Halt machten, weil keiner sich entschlißen konnte, dem anderen nach rechts oder links zu folgen. Herr von Führ-m hielt es für geboten, di« „Kleine" nock ein bis -wei Jahre in die Schweiz zu sckicken. wo eine Freundin seiner einzigen, von ibm heistoeliebten Sckwcster sich die Vollendung der weiblichen Erziehung anaelsgen seir ließ, unterstützt von den bedeutendsten Lehrkräften. Er war der Ansicht, daß 3u rammet» fein mit einigen Altersgenossinnen und der Aufenthalt in der großartigen Natur wirke besonders günstig auf ein Mädchen von Evas Rat«, rell; einesteils lerne sie, sich mit ihren Meinungen und Neigungen denen anderer anzuvass:» und unterzuordnen, andererseits fei das fieben in und mit der Natur, das Siadtttndern meist versagt ist, von unschätzbarem Nutzen für die Entwicklung des Ge^ütt Fran Wilhelm« dachte anders darüber: sie fürchtete fremden Einfluß auf ihr Kind, mußte aber doch, von des Gatten Gründen überzeugt, die Flaooe streichen und sich in die Trennung finden, was sie auch schließlich willig tot, cir, hie Uebe^euonnq gewann, es fei wohl besser für Eva. Die Zeit der Trennung von dem geliebten Kinde, die Frau Eva so gefürchtet hatte, ging auch darüber. Eva war feit zwei Jahren ins Elternhaus zurückgekehrt und mit ihr eitel Sonnenschein und Fröhlichkeit. Diese Fröhlichkeit äußerte sich auf die verschiedenste und meist reckt wahrnehmbare Art, als da ist: das Singen lustiger Weisen, ciw Helles Lachen, die Treppen binunterhnnfen, anstatt hinunterzugehen, den kleinen Pudel necken und sich mit ihm im Garten Herumjagen und was dergleichen geräuschvolle Freuden und Unter* Haltungen mehr find.
(Fortsetzung folgt.)