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/IX xv Jnstt»nsgrbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pf,. ~ , Reclanien: die Zeile 30 Psg. Sonnabend. 19. Januar 1907.

besitzcr gewinnen, jedoch nur, indem wir

freilich vermei-

den dis Sozialdemokraten alle Anspielungen,, die auf die Landleute verstimmend wirken könnten. Dagegen liegt eine ganze Menge von Auslassungen aus allen Zeiten seit dem Be­stehen der Sozialdemokratie vor, aus denen deren ärgste Feindschaft gegen den Bauernstand wie auch gegen das platte Land überhaupt un­zweideutig ersehen werden kann. Folgende Aussprüche der hervorragendsten sozialdent - ikratischen Führer seien zu dem Zwecke hier ver- szeichnet:

Ant 12. November 1894 schrieb der verstor- k>ene Engels, neben Marx die oberste Auto­rität der Sozialdemokratie, imVorwärts":

Die Entwickelung des Kapita­lismus vernichtet unrettbar das

bauern nicht feine Konservier­ung versprechen. Das würde nicht -ut unserer ganzen bisherigen Parteitätigkeit, sondern auch unserem Programm wider­sprechen."

ihn überzeugen, daß er als Besitzender keine Zukunft hat, sondern daß seine Zukunft die des Proletariats ist." So wenig Bebel sich sonst mit Schippel ein­verstand :n erklärte, so stimmte er ihm doch darin bei:Wir können dem Klein-

Wir sind eine Partei der besitzlosen Ar­beiter. Wir wollen auch den Klein-

aber,. In Wahrheit ist dein akratische Partei Feindin der Bauern « r b e i t e r.

Während des Wahlkampfes

Schatte«.

Roman von B. v. d. Lancken.

1. Kapitel.

Der glänzende Festsaal war in ein« Kapelle s hmgeivandelt; die Spiegel, die Kronleuchter wa­ren mit schwarzem Krepp verhüllt, die Wände mit schwarzem Tuch bekleidet, ein großer schwar- her Teppich breitete sich in der Mitte des Saales laus, und hier, von Lorbeerbäumen und Palmen mmgeben, erhob sich der Katafalk mit dem hohen, silberbeschlagenen Paradesarg, der die sterbliche» Äeberreste des Toten barg. Blumenspenden in kostbarer und verschwenderischer Fülle deckten den Fußboden ringsumher, verdeckten fast den Sarg und bildeten, sinnig geordnet, den Schmuck der Wände: ihr Duft mischte fich mit dem der 'Wachskerzen auf den hohen Kandelabern, die jden umstanden, den selbst in feiner Trauer und Düsterkeit prächtigen Raum mit jener eigen­artigen Atmosphäre erfüllend, die untrennbar sift von Tod und Totenfeier. Der Verstorbene war ein vornehmer Mann, war Offizier gewesen In der erlesensten Truppe des Heeres, bei der "Karde: er war außerdem der Träger eines alten Ra inens, war Prinz. Freilich nur ein Tiiular« Prinz, ohne Besitz und mit geringen Mitteln, "aber doch ein Prinz und der Stiefsohn des Gra­sen Reuchlin.

gerichtsgebüudes in Esten wurde von der Regie­rung ein rascheres Bautempo in Aussicht gestellt. Debattelos bewilligt wurde dann auch der Rest des Extraordinariums, in dem u. a. noch 380 000 Mark als zweite Rate für ein neues Amtsge­richtsgebäude in Elberfeld und 300 000 Mark als zweite Rate für ein neues Oberlandesge­richtsgebäude in Düsteldorf gefordert werden. Gestern kam der Etat des Ministeriums des. Innern an die Reihe.

Heimgekehrt aus Deutsch-Südwestafrika. Kuxhaven, 17. Jan. Der PostdampferLulu Bohlen" mit drei Offizieren und 160 Mann an Bord ist heute nacht, von Swakopmund kom­mend, eingetroffen.

Zum 18. Jauuar.

Mit dankbarer Erinnerung und freudigem Stolze blicken wir heute zurück auf den großen Tag, an dem vor 36 Jahren in der Spiegel- gallerie des Schlosses zu Versailles die Kaiser­proklamation erfolgte, durch welche das lange Hoffen und Sehnen des deutschen Volkes erfüllt wurde. , Das war der schönste Ehren- vreis dieses blutigen Krieges, die Einigung der deutschen Stämme unter Führung des Hohen- z-illernaares. Rastlos ist seitdem auch an dem inneren Ausbau des Reiches geschafft worden. Stolz und innerlich gefestigt stehen wir Deutschen beute da unter den Mächten dieser Welt.

bäuerliche Grundeigentum. Un- j sere Partei ist fich vollständig klar darüber, ] aber sie hat durchaus keinen Anlaß, diesen ' Prozeß durch eigenes Eingreifen zu beschleu­nigen. Gegen richtig gewählte Maßregeln, I die den Kleinbauern den unvermeidlichen j Untergang weniger schmerzhaft machen solle», I läßt sich «ir- prinzipiell nichts einwenden:

Gräfin Reuchlin in dem Trauerkleide von stumpfer Wolle, auf dem Haupt die schwarze Krepphaube mit Schnebbe und lang herab­wallendem Schleier, laß in ihrem Boudoir »r< dem Schreibtisch und blickte mit tiänen(orer Augen auf das Bild ihres toten Sohnes. 04 war erst vor wenigen Wochen angefertigt und stellte, in Kabinettfornl und koloriert, den Prin­zen in der glänzenden Uniform seines Regi­ments dar. Eine schöne Figur, ein hübsches Männerantlitz mit starken: Schnurrbart, etwas aufgestützter Nase und kecken, lachenden, braunen Augen, em Gesicht, dem alles in allem das Ver­langen nach Lebensgenuß aufgeprägt war und in welches das Leben auch schon seine Zeichen ge­schrieben. Je länger die Blicke der Mutter auf diesem Bilde ruhten, desto schmerzlicher, aber I junge Mädchen eilt rasch und unhörbar vor- auch starrer, kälter wurde der Ausdruck auf I wärts. Nun steht sie neben dem Sara- Luv die ihrem Antlitz. Man sah cs, sic litt tief un- I etwas tief liegenden, leidenschaftlichen Augen endlich tief. Mit einer plötzlichen Bewegung I richten sich auf das Antlitz der Leiche. Sie ver- " [ I schränkt die schmalen Hände fest in einander und

«u Set bekannte I Gehaltserhöhung fest. Die Kommission stand vor

Genosse Fischer aber erklärte: I der Alternative, ob sie diese Erhöhung anneb-

, Die Sozialdemokratin kann den Bauern | men und sie etwa als Abschlagszahlung betrag ten, oder ob sie sie als nicht weitgehend genug ablehnen sollte. Nach beiden Richtungen hi« lagen Anträge vor. Während der Verhandlung lief ein Telegramm des Vorsitzenden des Ver­bandes preußischer Eerichtssekretäre aus Köl« ein, in dem er um Ablehnung des Vorschlages der Regierung bat. Nach längerer Debatte, l« die auch die Regierung wiederholt eingriff, wurde der Antrag, die Erhöhung als zu gering­fügig abzulehnen, abgelehnt und die Erhöhung angenommen, jedoch mit der Motivierung, daß sie nur den ersten Schritt bedeute auf dem Weg« eine: völligen Gleichstellung sämtlicher Eerichts- schreiber und Sekretäre im Gehalt. Der Rest des Ordinariums wurde darauf debattelos be­willigt. Im Exiraordinarium wurden zur" Beschaffung einer Dienstwohnung für den Ober­landesgerichtspräsidenten in Kiel 187 000 Mark gefordert. Ein Kommissionsmitglied verwies darauf, daß die Zinsen dieser Summe im Ver­hältnis zu dem Gehalt des Beamten recht hohe seien. Für den Neubau eines Land- und Amts«

j Prinz Arwed Sebera war im Duell gefallen tinb Wien, wo der Prinz bei Verwandten einige lustige Wochen der Faschingszeit verlebt hatte, 'war der Schauplatz des blutigen Dramas ge­wesen. Die näheren Umstände wurden so viel , ,_..n

ÄTs möglich der Oeffentlichkeit entzogen. Nur I schob siedas Bild zurück, stand auf und trat an

/einiges hörte man: sein Gegner sollte eilt Re-Z Das Fenster. Draußen, jenseits des Gartens, auf j preßt sie auf' die rasch und"mühsam" atmende keroeofstzicr ein juinzer Referendar, ein nord- I der Straße sammelte sich schon eine schaulustige 1 Brust, Der Kopf niegt sich vor weiter und weiter deutscher Adliger, die Ursache ein Weib gewesen I Menge und jetzt nähert« sich langsam der Lei- 1 der Ausdruck des Blickes wird angstvoll erregt' D-n. Der Rest war schweigen. | chenwagen, von vier-toarzbehangenen Pferden I die Lippe;: bewegen sich einigemal ohne ein

1 Vor drei Tagen, ganz in der Frühe,choar dir | gezogen, aus deren Köpfen Federbüsche Nickten: I Wort hervorzubringen poch «s'nen Schritt

Sozialdemokratie uad Bauern­stand.

Bei den sozialdemokratischen Wahlagitatio­nen wird den Landleuten wieder viel blauer Dunst vorgemacht. Die roten Agitatoren stellen sich so an, als sei die Sozialdemokratie eine Ver­tretung der bäuerlichen Interessen, und als

batte die sozialdemokratische Partei keine wich- I Noch deutlicher wurde dec offizielle Partei- tigere Aufgabe, als den Landarbeitern Wohl- I theoretikerGenosse" Kartsky. Dieser führte

taten zu erweisen. Die Sozialdemokraten lügen I aus:

iie s o z i a l - IDas Agrarprogramm verlangt, daß wir I Deutsches Reich. I , . Ausland.

bie ärgste I dem Bauern auf den: Lande das gewähren I » - f., - , . | eines früheren österreichischen Stint*

und Land- was wir dem Industriearbeiter in der Stadt I «- r7 kaiserlichen §«fe.Set lut, 17^an. I sters. Aus Wien wird gemeldet: Der ehemalige

vick>k I ?e?tetn abend waren zum Tee bei den Maje- I Unterrichtsminister Wilhelm Ritter v. Härtel

S g I ltdten «eladen Profeffor Harnack, Direktor Dern- I ist im 68. Lebensjahre der Zuckerkrankheit, die

ltchen Existenz. Das können wir nicht. Und I bürg, Profeffor Burgetz. Heute morgen unter- I ihn schon einmal hart an den Rand des Grabes wenn wir es konnten, würden wir das Ee- I nahmen beide Majestäten den gewohnten I gebracht hatte, erlegen.

grnteil dessen err- chen, was wir durch den I Spaziergang im Tiergarten. Der Kaiser hörte I = Der französische Senat nahm das Budget

Arbeiterschutz bezwecken. Denn der Bauer I km König!. Schloß die Borträge des Kriegs- I des Justizministeriums an unter Verwerfung

fristet heute feine Existenz >«mr noch dadurch, I Ministers und des Chefs des Eeneralstabes der I eines Amendements, das den für die Hinrich«

daß tr Weib und Kind aufs äußerste schindet I und empfing zur Meldung und zum Vor- I tungen bestimmten Kredit streichen wollte. Der ihnen die Mittel raubt iicki au bilden nnh Re I ttC8 bei: Inspekteur der Feldartillerie, General I Berichterstatter hatte ausgeführt, daß dieser

"verlickberabdrücktDi? b,et Artillerie v. Schmidt. Zur Frühstückstafel Kredit erst nach der gesetzlichen Abschaffung bet

b« ÄS h/ ?er ist der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Todesstrafe gestrichen werden könnte/

u»« WM?*/ b 5. 7,t I Hohenlohe-Langenburg, geladen. I - Rücktritte russischer Minister. St. Peters«

da^ beste Mittel, um die Bevölkerung zu I Die Budgetkommission des Abgeordneten- I hurg 17 Jan. Der Marineminister Admiral degenerieren: deshalb haben wir gar keinen I Hauses setzte am Mittwoch nachmittag die Be- | Birilew hatte kürzlich sein Abschiedsgesuch ein* Grund, diese elenden Existenzen zu fristen.".! ratung des Justizetats fort. Bei der Forderung I gereicht. Der Zar hat dieses Gesuch nunmehr Liebknecht stimmte zu mit den Worten:Wir I von 18 Millionen Mark für rund 6000 Gerichts- I genehmigt. Der Abgang Birilews scheint in wollen nur den Bauern die Existenz erleich- I schreibe! und Sekretäre kamen die zahlreichen I Marinekreisen nicht sehr bedauert zu werden. tern, sie ihnen nicht sichern als Besitzer" I Petitionen der Gerichtssekretäre zur Sprache, die I Auch ein Abschiedsgesuch des Kriegsministers . r . . . -' .., sich gegen eine differenzierte Behandlung gegen- I General Rüdiger soll vorliegen. Der Abgang

Genöße Deck.spottete m der Debatte über I über den Eerichtsschreibern wenden. Der Etat I beider Minister ist auf organisatorische Aende- ,d:e Affenliebe des Bauerntums I fetzte erst für nur 2000 Gerichtssekretäre eine I rungen, die in beiden Ministerien in letzter Zett

erst gewinnen, wenn er von seinem Eigentum losgelöst, durch Juden bankerott gemacht ist." Das sind also Meinungskundgebungen der obersten sozialdemokratischen Instanz, die auch ,, . --------- . heute noch maßgebend sind. Aus all diesen Aus­

geht ma i weiter, will man den Klein- I sprächen geht die Tatsache mit größter Deutlich- bauern permanent erhalten, so er- I keit hervor, daß die Sozialdemokratie cs darauf ftreM man nach meiner Ansicht ö k o n o - I anlegt, den Bauernstand zu ruinieren, um ihn misch Unmögliches, opfert das Prinzip, I dem Proletariat anzugliedern.

wird reaktionär!" I Zur Vervollständigung der gehäffigen Aus-

Auf dem Bresln '.er sozialdemokratisch n I lassungen der Sozialdemokratie gegen Bauern-

Sorgen wir aber auch dafür, daß wir die I Parteitage wurde über ein sozialdemokratisch-s I stoud und Landwirtschaft seien noch folgende

durch so schwere Opfer erkaufte Machtstellung I Agrarprogramm verhandelt, aus dem aber na- I Steilen aus fozialdemokratischen Blättern hi r

uns unb unseren Kindern und Kindeskindern türlicherweise nichts wurde, weil die Sozial- I wiedergegeben: DerVorwärts", das Zentral- s qr?« n*c^t ^jc?er ^ie einst der I demokratie eben nicht imstande ist, für die In- I CI6an der sozialdemokratischen Partei, schrieb

che M: chel zu in Gespött der Nationen I teressen der Landwirtschaft Positives zu leisten, I am 6. Dezember 1891 (Nr. 286):

Türe ' möge 'da?^deuM)^Vol?am"Tage der damals bekannte der offizielle Berichterstatter I »Uns kann es nicht in den Sinn kommen, Wahl den Beweis dafür liefern, daß es auch aus »Eenoße" Schippel ganz offen: I den Privateigentumsbestrebungen der Bau­

der Geschichte dieser 36 Jahre etwas gelernt IWir sind eine Partei der besitzlosen Ar- I fiU'r, un^,unJ? ®oi)cn irgendwie färbet« hat, daß sieghaft über all' dem Parteihader und beiter Wir wollen auch den Klein- I I,($ 3-u Lein- 3)1,5 6rbe Sehort nicht den Bau-

-wezank der nationale Gedanke leuchtet, I besitzet gewinnen jedoch nur indem mir I c> lonbern allen Menschen: privates eigen«

bet uns zu neuen Erfolgen führen möge! | IJXLS I tum E Grund und Boden ist niemand zuzu-

DieSächsische Arbeiterzeitung" schrieb in Mci 1890:

Wir erklären nicht bloß den großen Eutshöfen, sondern auch dem kleinsten Bau­ernhaus den Krieg."

Dills A"^llnrüche der hervorragendsten so­zialdemokratischen Führer und diese Auslaffun- gen sozialdemokratischer Blätter genügen völlig für den Nachweis, daß die Sozialdemokraten grundsätzlich F-'nde des platten Landes, inson­derheit des Bauernstandes sind.

Leiche von Wien in Berlin eingetroffen. Die ] das Reitpferd des Prinzen wurde vom Reit- I näher tritt sie, nun streckt sie die Hand aus un>

Aufbahrung unb die Trauerfeierlichkeiten fan-1 knecht langsam auf und ab geführt. Wenn sie I fegt sie auf die Stirn des jungen Offiziers- Se«

den im Hause des Stiefvaters, des Grafen Reuch- I nur Tränen gehabt, wenn sie nur Tränen hätte I kundenlang nur von der Eiseskälte durch«

lin, statt. Das kleine Palais Reuchlin lag ganz I weinen können wie sehnte sie sich nach dieser I schauert, sinkt sie mit einem schmerzlichen Auf«

am Ende der ^lergartenstraße, etwas zurückge- I Erleichterung, aber umsonst! Heute, wie da- I schluchzen in die Knie unb lehnt ihr Gesicht auf

baut, vorn und an der rechten Seite von einem I mals, als man ihren ersten Gatten hinaustrug, I den Rand des Sarges.

nicht allzu großen parkartigen Garten umgeben, I und sie als junge Witwe allein zurückblieb. I Tot tot," flüstert sie,wahrhaitig tot unb

einfach und vornehm im Stil, wie in feiner in- I Allein! Sie schüttelte bei diesem Eedankeii 1 dahin für immer! Arwed! Arwed!" neren Ausstattung. Die Einfahrt befand fich I leise das Haupt nein, nicht ganz allein, ste I Ein krampfhaftes Schluchzen erschüttert den links seitwärts und wurde durch hohe schmied- I hatte ihren Sohn, seinen Sohn, sein teures Ver- I zarten Körper; es ist ein Schluchzen ohne Trä« eiserne Tore gegen die Straße abgeschloffen. I mächtnis, sein Ebenbild aber von heute an I Uen bas dem gequälten Herzen keine Erleichte- Hinter dem Schlößchen lagen bet Hof mit Stall- I war sie allein benn mit biesem Sohne war I tung bringt unb den heftigsten Schmerz nicht ungen unb Remisen und die Wohnungen für die I bas tete Wesen gestorben, bas ihr durch Bande I mildert Je länger Ulrike so am Boden liegt, männliche verheiratete Dienerschaft, Kutscher, des Blutes angehörte. I um so mächtiger gährt die Verzweiflung in ihr

Partner und Lakaien. I Und wie hier in ihrem einsamen Zimmer die I empor und reißt sie fort. Sie muß den Eefüh«

Mutter klagte, so klagt drüben im Saal bei dem I len, welche in ihrem Innern toben, nach außen Toten ein junges, achtzehnjähriges Mädchen, I hin durch etwas Ausdruck geben, sie lassen sich, eine schmächtige, zarte Gestalt in vornehmer I lange lange schon beherrscht, nicht mehr zurück- Trauerkleibung, deren sehr geschickt drapierte I dämmen. Den feinen Kopf vom Sargesranb Kreppmassen die Mißbildung der rechten Schul- I hebend, starrt sie wieder auf den Toten.

ter zwar ebenso wenig zu verdecken vermögen, IArwed, ob bus nun weißt, wie sehr du mei« wie die flachte eingesunkene Brust, aber die doch I nes Daseins Sonne gewesen? Daß ich dich ge- die rechte Folie bilden für ein wunderschönes, I Hebt habe mit jeder Faser meines Herzens, daß von rötlich-blondem Haargelock umrahmtes I jeder Grimnke, jeder Pulsschlag in diesem elen- Köpfchen und ein fein geschnittenes Gesichtchen, I den Körper dir gehörte? Obwohl ich wußte, dckß bereit durchsichtige Bläffe noch mehr hervortritt I ich nie die deine werden würde, obwohl ich durch Brauen unb Wimpern von dunklerer I wußte, baß bein Herz mir nicht einmal treu war, Schattierung als das Haupthaar. I trotz alledem liebte ich dich, und das Leben er«

Sekundenlang bleibt Ulrike Reuchlin horchend I hielt seinen einziLSN Wert durch dich. Nun stehen. Dieses Schweigen ringsum, nicht das I bist du tot. Kein Arwed, unb nicht Gott rief dich lerseste Geräusch stört die Ruhe des Toten. Das | fonh-rit Rachsucht und verletzte Eitelkeit eines Menschen haben deinem Wege ein Ziel gesetzt. Aber so wahr ein ewiger Richter über uns lebt, murmelte sie die Hand wie zum Schwur hebend^ so gewiß witz ich dich rächen, wenn es in mein» Macht gegeben ist, und wie sich die Schatten des Todes über dies geliebte Antlitz senken, so sollen ste auch a»f den Lebensweg Jenes fallen--*

(Forik^' . ks'gi.)