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mit dem Hreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. *

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BierteljLhrlicher Bezugspreis: bet Der Expedition 8 Mk, bei allen Postämtern 2,26 M. <qcL Bestellgeld).

3nfttUen»etbubr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Rreitafl. 18. Januar 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Kug. Koch, UniversitätS-BuchdruckerÄ

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

42. Jahrg.

^Deutscher Michel, schlase nicht!"

Dieser Mahn- und Weckruf gilt allen denen, |bie es, sei es aus welchen Gründen auch immer, Lei der früheren Wahl unterlassen haben, ihr sWahlrecht auszuüben.

: Mögen diese nun anführen, sie seien ver­ärgert, sie hätten kein Interesse mehr, keine Freude am Reiche, dieses Mal gilt keine ^Entschuldigung! Der, Reiches Ehre snach ausien, des Reiches Wohlfahrt In ach außen und innen, das ist das be­sondere Zeichen der Lage! Mögen die Säumigen Bedenken, daß jede Stimmenthaltung nur den sFeinden des Reiches, der vaterlandsfeindlichen ^Sozialdemokratie und ihren Vorläufern zum Nutzen dient?

| Nichts ist verkehrter, als anzunehmen, daß es »richt auf fede Stimme ankäme? Nichts verfehl- ker von den Säumigen, als den En t st e l l u n - gen der sozialdemokratischen Presse zu glauben, die denen, welche dem politischen Leben leider kein tieferes Interesse ent­gegenbringen, vorreden wollen, die Regie- rung handele nicht aus großen Ge­sichtspunkten heraus. sondern sei Kiner Augenblickslaune gefolgt. Es muß immer wieder betont werden, daß das deutsche Volk vor einer schwerwiegenden Ent­scheidung steht.

Ist es nun schon aus diesem Grunde die uner­läßliche Pflicht jeden Wählers, der patriotisches Empfinden sein Eigen nennt, sein Wahlrecht als Kine nationale Pflicht auszuüben, so kommt noch hinzu: Jeder Gegner empfindet Achtung, wenn Kr sieht, daß auf der Gegenseite der Mut nicht er­loschen ist, daß die Widerstandskraft ungebrochen ist. Mit Recht konnte seither die sozialdemokra­tische Presse triumphierend ins Horn stoßen, Und prahlend ihre Wahlerfolge verkünden. Denn dies« Erfolge sind zum groß- [en Teile erstdurch die Lauheit und Zurück Haltung der bürgerlichen pZähler ermöglicht? Wie diese Erkennt­nis sich immer mehr durchdringt, davon gibt uns die Zuschrift eines alten Veteran en »us der großen Zeit von 1870/71 Zeugnis. Es heißt u. a. darin:

'Wie es 1813 in der großen Zeit der Re- s freiung von ausländischer Tyrannei hieß: !Der König rief, und alle, alle kamen?" so soll ' es auch heute gelten. Die Regierung hat durch den Mund des Reichskanzlers die Wähler ! aufgerufen, die Ehre des Reiches zu wahren, ' um die es zu streiten gilt? Treten wir alle, : die noch einen Funken von Vaterlandsliebe 5 im Herzen tragen, am 25. Januar Mann für Mann an die Wahlurne, um flammenden Protest einzulegen gegen die Partei, die durch den Mund ihres Führers Bebel dem Deutschen Reiche ein Sedan gewünscht, die keine Gele­genheit vorübergehen läßt, unser Vaterland ' mit Schmutz zu besudeln? Lassen wir alle ' parteipolitischen Bedenken schwinden regen»

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tRacbdruck verboten.)

Neber alles die Kunst.

Roman von Clariffa Lohde. T lSLluß.)

Alfreds nächste Frag« gilt dem alten Rat, >er seinen Lebensabend in stiller Muße bei fei­ten Kindern verbringt. Er ist eben von seinen» etzt noch regelmäßiger als früher festgehostenen Spaziergang zurückgekehrt und empfängt den ang Entbehrten mit sichtlicher Freude. Hegt er wch große Achtung und Zuneig:-no für den ungen Mann, der sich so tapfer gehalten, so richtig erwiesen auch in den Prüfungszeiten der ehten Jahre. Denn wenn der clte Rat auch iW weiß, wie sehr schuldig sich Marga gegen Alfred gemacht, so ahnt er doch, welche Hoff- lnungen der junge Mann gehegt, die nun geschei- jteft sind. Er bedauert das, aber sein Stolz auf leine schöne, berühmte Tochter hat'deshalb nichts pingebüßt, so lieblos sie sich auch gegen ihn in slehier Zeit erwiesen.

Seine erste Frage gilt daher auch seiner Tochter, seinem Lieblings- und Schmerzenskinde, »nd deren Einsamkeit in der Fremde, um die n sich sorgt, obgleich er es nicht eingestehen will. Da haft sie in Venedig gesehen?" beginnt er gleich nach der ersten Begrüßung.Sie schrieb mir davon. Wie fandest du si«? Sie gesteht es ja nicht, aber ich glaube, innerlich leidet sie doch wohl unter der langen Abwesenheit ihres Man­nes. Aber so sind diese vornehme» Herren, sie fühlen und empfinden anders wie wir und alle» kann ja nicht im Leben vereinigt sein."

Alfred versichert deni alten Rat, daß Marga ganz wohl und zufrieden ausgesehen habe.

So, so, das freut mich." nickt dieser.Man verwöhnt sie ja überall. Jetzt wieder die Moce- ft.igos, eine so alte, vornehme Familie? Nachher list sie noch zur Fürstin Wittgenstein auf ihr Schloß in Steiermark geladen, um dort auch de-

Die Engländer in Indien.

In den Erörterungen über die mannigfachen Mißerfolge, die Deutschland bei seinen kolonialen Unternehmungen bisher erlebt hat, ist von geg­nerischer Sette vielfach auf die Verhältnisse in Indien hingewiesen worden, wo sich die englische Herrschaft mit verhältnismäßig geringen Mit­teln gegenüber einer nach Hunderten von Millio- nen zählenden eingeborenen Bevölkerung be­hauptet. Solche Vergleiche und Hinweise, soweit sie bestimmt sind, die englische Kolonialverwal­tung auf Kosten der deutschen zu loben, sind je­doch keineswegs immer zutreffend. Am we­nigsten ist das bezüglich der englischen Verwal­tung in Indien der Falll Zunächst haben sich die Engländer auf das allersorgfälttgste gehütet, die einheimisch-'» indischen Religionen anzutasten. Gegenwärtig stehen den 3 Millionen Christen 208 Millionen Hindus, 62 Millionen Mohame- daner und 9 Millionen Buddhisten gegenüber. Und die geradezu ängstliche Zurückhaltung der Engländer in religiösen Fragen ist umso mehr bemerkenswert, weil weder vom Hinduismus, noch vom Mohamedanismus eine eigentliche Ge­fahr drohen kann. Ersterer, vorzugsweise ein System abergläubischer Verehrung, ist nicht im­stande, ein Einheitsgefühl unter seinen An­hängern zu schaffen oder gar die Gläubigen zu einem gemeinsamen Vorgehen aufzurufen. Der Mohamedanismus aber, der mit Rücksicht auf die Größe seiner Anhängerschaft eine gefährlich« islamitische Bewegung wohl in» Leben rufen könnte, ist über ganz Indien ausgebreitet und nur in den Provinzen Bengalen und Punjab in größerer Stärke, dort mit 25, hier mit 11 Mill. Bekennern, ansässig. Beide Religionen, äußerlich in Ruhe und Frieden nebeneinander lebend, sind durch scharf? Gegensätze getrennt, der Kampf zwi­schen ihner- würde voraussichtlich auf's neue los­brechen, sobald das Aufhören der englischen Herrschaft ihren noch gänzlich ungestillten Be­gierden und Leidenschaften die Freiheit wieder

ren Bild zv malen. So werden wohl die Jahre der Abwesenheit Nemethys vergehen, und mein Wunsch, sie längere Zeit bei mir zu sehen, wird sich nicht erfüllen."

Dabei seufzte er tief auf und dieser Seufzer verrät Alfred deutlich, was die Lippen ver­schweigen.

Alc c: dann mit dem Alten in den Salon tritt, findet er schon die Gräfin und Gisela dort anwesend, die sich inzwischen eingeftinden haben.

Alte Erinnerungen wachen in ihm auf, die schwere Kämpfe, die Bitternisse jener trüben .Zeit. Sein Auge streift über die elegante Ge­stalt der immer noch schönen Frau, die ihm mit gewohnter Freundlichkeit entgegentritt, als wäre die Bergangenbeit mit ihrer Tragik voll­ständig von ihr vergessen.

..Wie's mich freut, daß Sie wieder hier find," begrüßt fia ihn lebhaft.Wir haben Sie ver­mißt. glauben S' mir! Es fehlt uns noch im Salon an geistigen Kapazitäten, wie Sie eine sind, Herr Verger. Jetzt wird neues Leben bereinkommcn. Sie haben ja so viel erlebt, da können S' auch viel erzählen."

Er lächelt verbindlich, ohne zu antworten rmd wendet sich der Komteß zu, die etwas ab­seits, dicht neben Susanne steht, als bedürfe sie des Schutzes. Und wirklich ist das junge Mäd­chen so heftig erregt, daß si? bei der Annähe­rung Alfreds ein sichtliche- Zitter» befällt. Wachen doch auch in ihr bei feinem Anblick alle Qualen und Schmerzen wieder auf, die sie da­mals zur Verzweiflung und fast in de» Tod ge­trieben haben.

Und nun nach Jahren steht sie $um erstenmal wieder dem gegenüber, der sie in threm tiefften Jammer geschaut, der sie gegen ihren Willen mit starker Hand und mutiger Seele dem. Tode ab­gerungen hat.

Kein Wort kommt über ihre Lippen, nur ihre Augen schauen zu ihm auf, jene dunklen, un­schuldigen Kinderaugen, aus denen jetzt jedoch

über der einigenden Parole:Erst das Vater­land, dann die Partei?"

Wenn so jeder nationalgesinnte Mann am 25. Februar seine Pflicht tut, werden wir der Sozialdemokratie durch die mannhafte Tat be­weisen, daß wir, die bürgerliche Klasse, nicht ver- rottet und von Fäulnis durchsetzt sind, wir wer­den ihnen zeigen, wieviel ungebrochene Kraft in der bürgerlichen Gesellschaft steckt, die Arbeiter­klasse von dem unerträglichen Druck und Ter­rorismus der arbeiterfeindlichen Sozialdemo­kraten zu befreien. Darum sei noch einmal allen, die verärgert und mißmuttg zur Seite stehen, zugerufen:

Kommt und helfet mit an der Arbeit zur inneren Gesundung unseres Vaterlandes, kämp­fet. dann werdet ihr siegen!"

gäbe, und fo ist tatsächlich die Feindschaft und Eifersucht der beiden Hauptreligionen eine der sichersten Bürgschaften für den Bestand und Er­folg der englischen Verwaltung. Andererseits hat diese durch ihr Verhalten bei der verschie­densten Gelegenheit zu erkennen gegeben, daß sie eine Verletzung der religiösen Gefühle der Be­völkerung am liebsten ganz vermeidet, und dem­gemäß ist die Verwaltung auch weit entfernt, die Tätigkeit der Missionen in anderer als pe­kuniärer Form zu unterstützen.

Ebenso wie der Gegensatz der religiösen In­teressen hält die Verschiedenheit in Rasse, Charak­ter und Sprache die indischen Völker ausein­ander und verhindert ein gemeinsames Handeln. Von den einheimischen Stämmen sind nur we­nige, der Zahl nach unbedeutende, kriegerischer Natur. Jedenfalls wird an die Möglichkeit kriegerischer Aufstände so wenig gedacht, daß die nach dem russisch-japanischen Kriege auf rund 300 000 verstärkte indische Armee zum größten Teil in der Nähe der Nordwestgrenze konzen­triert ist; von einer Verwendung der Truppen gegen einheimische Aufrührer ist nicht die Rede. Endlich wird die Stellung der Engländer in In­dien durch die Tatsache begünstigt, daß die Be­völkerung nach Abstammung und Charakter, nach Interessen und Bedürfnissen außerordentlich ver­schiedenartig ist, die Briten leichte Mühe haben, die einen gegen die andern auszuspielen.

Diesen Vorteilen, die ohne eigenes Zutun die Positton der Engländer begünstigt und ihre Aufgabe wesentlich erleichtert haben, haben sie selbst eine Reihe von Leistungen hinzugefügt, die der Bevölkerung den ernsten Entschluß, daß England seine Herrschaft in Indien unter allen Umständen behaupten will, zum Bewußtsein bringen. Durch Kanäle und Eisenbahnen sind dem Verkehr neue Wege gewiesen und zugleich die Möglichkeit gegeben, ohne allzu großen Auf­wand an Zeit und Geld die britische Macht in den verschiedenen Landesteilen zu zeigen; durch gegeignete Vorschriften und Maßnahmen hat die Gefahr der Hungersnot in den Augen der Be­völkerung manches von ihren Schrecken verloren, durch den Ausbau der künstlichen Bewässerung ist die Produttionsmöglichkeit gesteigert und da­mit gleichfalls der Hungersgefahr der Boden ab- gegraben. Westliche Wissenschaft und Kultur findet langsam Eingang, vor allem aber hat die englische Herrschaft den Indiern den grieben ge­bracht und die Bevölkerung ist von dem Gefühl erfüllt, daß dieser Friede wieder gestört werden würde, sobald der Überlegene Faktor der die Völker in Schranken hält, verschwinden würde.

Es find also außerordentlich eigenartige Ver­hältnisse, welche die Aufrichtung und Behaup­tung der englischen Herrschaft in Indien be- i günstigen. Was die Engländer selbst getan ha- ! ben, um ihre Position zu befestigen, können an­

dere Kolonialvölker unschwerer mit demselben Erfolge zu stände bringen, sofern ihnen nur die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Daran aber, an dem Vertrauen zu dem Gelingen der kolonialen Unternehmungen und vor alle« an der nötigen Geduld hat es in Deutschland bisher noch so gut wie ganz gefehlt. Unsere Ko­lonialgegner mögen daher, ehe sie sich einfalle« lassen, die Beamten und die Verhältnisse in de» deutschen Kolonien mit englischem Maße zu messen, ehrlich die Voraussetzungen prüfen, unter denen dort und hier gearbeitet wird.

Deutsches Reich.

Der Kaiser hatte gestern Vormittag eine Besprechung mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts und emp­fing um izy2 Uhr den Admiral Frhr. v. Senden- Bibran und eine Abordnung von Marineoffizie­ren, die in Gegenwart des Kaisers dem Admiral v. Senden ein Geschenk überreichte. Um 12%j Uhr empfing der Kaiser den neuernannten serbi­schen Gesandten Wuitsch, der später auch von ber Kaiserin in Audienz empfangen wurde.

Die Reifezeugnisse zum Seeoffizier für bt< Fähnriche zur See sind kaiserlichen Bestimmungen gemäß vorläusig von der Inspektion des Bil­dungswesens der Marine zu erteilen. Die Be­stätigung dieser Reifezeugnisse ist mit den Vor­schlägen zur Beförderung zum Leutnant zur See beim Kaiser selbst zu beantragen.

Aus Deutsch-Siidwestafrika. Berlin, 16, Januar. Der Feldgei st liche, Divisions- pfarrer Dr. Hermann Jseke, geboren am S. März 1856 zu Holungen, ist am 14. Januar d. I im Feldlazarett Kaltkfontein-Süd an Herz­schwäche gestorben.

Der kommende Reichstag. Berlin, 16. Ja«. Der neue Reichstag soll entweder am 14. oder am 19. Februar zusammentreten, endgiltige Be­schlüsse sind aber noch nicht gefaßt worden. Der erstgenannte Termin würde reichlich früh fein, da die Feststellung der Stichwahlergebnisse erst zwischen dem 7. und 10. Februar erfolgen kann. Dem Vernehmen nach wird der Reichstag kaum länger als vier Monate versammelt bleiben und nur den Nachtragsetat, ben neuen Etat und viel­leicht den Entwurf über die Berufsvereine, ge­gebenenfalls auch diesen oder jenen Handelsver­trag erledigen. Alle übrigen Vorlagen sollen auf die Herbsttagung verschoben werden. Auch in dieser Beziehung dürften bindende Beschlüsse noch nicht gefaßt sein.

Der genasführte Reichstag. DerVor­wärts" wiederholt, gestützt auf ben Brief eines Schutztrupplers, bie Behauptung, daß die Waf­fenstreckung der Bondelzwarts schon vor dem 18, Dezember bekannt gewesen und daß bie Regie.

gegnet sind, hat gewußt, sich in ihre mimosen­hafte Natur, in ihre Seele, ihr innerstes Emp­finden hineinzudenken. Sich vor der Welt ver­schließend, erfüllt ihr Herz doch das Sehnen nach Verständnis, nach Liebe.

Ohne ein Wort zu sagen, neigt er sich Über bie stumm dargereichte Hand und drückt einen warmen Kuß darauf.

Dann geht's zu Tisch.

Gisela hat ihre» Platz an seiner Seite. All­mählich lösen sich ihre Lippen. Er erzählt von seinen Reisen, sie von ihren philanthropischen Plänen und daß sie mit dem Beginn des Baues des von ihr projektierten Krankenhauses auf feine Rückkehr gewartet, weil sie ihn bitten wolle, die Leitung des Baues zu übernehmen. Er ist etwas überrascht, aber er lehnt nicht ab wie Susanne gefürchtet hatte.

Wenn Sie meiner Jugend eine so große Aufgabe anvertrauen wollen

Sie blickt mit einem verklärten Ausdruck zu ihm auf.

Sie wissen, Herr Seiger, daß ich niemand in der Welt so vertraue, wie Ihnen," entgegnete sie mit einer gläubigen Festigkeit, die etwas Rüh­rendes hat.

lieber fein ernstes Gesicht breitet sich ein warmer Glanz.

Dank, tausend Dank für dieses Vertrauen! Ich werde streben, mich desselben würdig zu machen."

Er sieht ihr bewegt in das klar und ernst zu khm aufblickende Auge.

Sie wollen mir also helfen, für das Wohl der Aermsien der Menschheit zu wirken, Herr Berger?"

Doktor?"

Nun. von dem Vertrag über den Bau de» Krankenhauses."

Ach so, ich meinte schon"

Daß ich von einem Bündnis fürs Lebe« spreche, Frau Gräfin? Hoffen wir, daß es ein solches wird!"

Die Gräfin hebt mit einer raschen Bewegung ten Kopf. Ihr Stolz vermag den Gedanken an ein solches Herabsteigen ihrer Tochter zu einem simplen Bürgerlichen nicht sogleich zu fassen.

Dann aber, als sie zu Gisela hinüberblickt, auf beten zartem Antlitz sich ein Ausdruck des Glückes malt, wie sie ihn »och nie an ihr gesehen, zieht es wie ein stilles Mahnen durch ihre Seele.

Wenn Gisela will, wenn sie ihr Glück darin sieht, darf sie ihr wehren? Muß sie, die ihr« Kindes Jugend durch ihre Schuld getrübt hat, diese Demütigung ihres Stolzes nicht hinnehmen als Strafe, wie sie schon so vieles Hingenom« men hat?

Eli- Seufzer hebt ihre Brust. *

Dan» nickt sie freundlich zu den beiden hin­über und hebt ihr Glas:

Auf das neue Bündnis?*

Ein Helles Klingen geht durch den Raum, wie ei - Verheißung kommenden Glücke«.

die hoffnungslose Melancholie gewichen ist. Aber IJa, ich will es, Komteß," sagt er bewegt, etwas anders dämmert in ihnen auf, ein stilles ISchließen wir einen Bund zu vereintem Wir« Feuer, das tief innen glüht, für ihn glüht, dem I ten und," fügt er, sich tiefer zu ihr neigend, hin« sie alles meint danken zu müssen. I zu,lassen Sie mich den Wunsch aussprechen,

Und er versteht sie, ohne daß sie zu ihm I daß es ein fester, dauernder werden möge."

spricht. Er allein weiß von allen, die ihr be- I Sie errötet heftig und über ihre feinen Züge ' ------ - - gleitet es wie ein Schimmer der Verklärung.

Das Bündnis ist also geschlossen," lächelt Dr. Martin, ber an der linken Seite Giselas sitzt und bie eben gesprochenen Worte der beiden gehört hatte, sich zu der Gräfin wendend.

Von welchem Bündnis sprechen S, Herr