mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkain.
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Jnsertt onSgebützr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Psg.
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Marburg
Mittwoch, 16. Januar 1907.
Erscheint wSchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Zoh. Aug. Koch, UmverfitätS-vuchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Bismarcks Geist und Wort als Mahner und Führer im bevor- stehenden deutsche» ReichstagSwahl- kampfe.
‘ Der Reichstag ist aufgelöst, weil eine knappe Mehrheit die notwendigsten Forderungen zur .Erhaltung und Förderung unseres Kolonialbe- lsitzes in Südwestafrika verweigerte und damit auch unfern anderen Kolonialbe- isttz gefährdete. Dadurch wurde Deutschland im Urteil der ganzen Welt erniedrigt und in den Verdacht ohnmächtiger Schwäche gebracht. Deshalb geben die höchsten Vertreter der deutschen Reichsregierung und ihre Preßorgane selbst die Losung aus für den bevorstehenden Reichs- stagswahlkampf: Diesmal gilt es, die höchsten -Güter und Errungenschaften unseres Volkes zu Mahren, die Macht und das Ansehen, welche un- jser deutsches Volk und Reich sich nach heißestem Ringen und teuersten Blutopfern seit 1871 errungen haben.
Auf diesem erhabenen Wege kann uns niemand ein besserer Führer sein, als der große Begründer unserer deutschen Einheit und Reichsmacht, als unser Bismarck! Seine Worte sollen uns daher in diesem heißen Kampfe leuchten und anfeuern.
Wir wählen sie sämtlich nur aus den Reichs- tagsredsn, die Bismarck hielt, um seine große Kslonialpolitik durchzusetzen (int neunten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts), der auch damals schon unsere biedere Sozialdemokratie natürlich stets geschlossen entgegentrat. Als der Führer des Zentrums, Windthorst, einmal, im Dezember 1888, zur Förderung und Weihe der deutschen Kolonialpolitik den Antrag auf Be- s hränkung des Sklavenhandels in Afrika unter lebhafter Billigung Bismarcks und der Reichsregierung und des Reichstages einbrachte, da sprach sich Herr Singer am 14. Dezember gegen diesen Antrag aus; Herr Bebel am 11. Januar 1889 desgleichen mit den Worten: „Ich habe gegenüber der jetzigen Leitung der deutschen -Reichspolitik nicht das Vertrauen, zu glauben, daß sie die Kolonisation des Landes in Afrika in wirklich humanem und sogenanntem christlichen Sinne ausüben lasten werde." Und der „tiefblickende" Herr Sabor sprach am 30. Januar 1889 das große Wort: „Wir stimmen gegen dieses Abenteurer!"
Run aber zu Bismarcks eigenen Worten! Sic paffen so trefflich in unseren gegenwärtigen Wahlkampf, als sei der große erste Kanzler wieder auferstanden und rede lebendig in unseren
52 (Nachdruck verboten.),
Heber alles die Kunst.
Roman von Clariffa Lohde. '
(Fortsetzung).
Noch finsterer faltete sich Alfreds Stirn. Riefen doch diese Worte die traurigsten Erinnc- rungett feines Lebens in ihm wach, den Tag, an dem das erste Ahnen in ihm aufgestiegen, daß seine Liebe nicht den Widerhall gefunden, den er gehofft hatte. Er machte Miene auszustehen und Elisabeth folgte plötzlich seinem Winke.
Auch Marga erhob sich gelosten, ohne die Spur von Erregung.
„Ich wollte Elisabeth noch durch die Pro- kurazieit führen," entschuldigte Alfred sein plötzliches Äufbrechen.
Er drängte ihn, dieses unliebsame Zusammensein zu beenden. Marga schien jedoch nichts zu bemerken.
„Ich gehe mit," sagte sie. „Wenn Gräfin Mocenigo einkaufen geht, dauert es stundenlang, ehe sie fettig ist. Ich habe noch Zeit genug übrig."
Der Gras wechselte einige Worte in italienischer Sprache mit seiner Gemahlin und wandte sich an Marga mit der Bitte, sie beide zu entlassen. Die Contesta hätte noch einige Einkäufe zu machen und sie möchten das Wiedersehen mit den alten Freunden nicht stören. Sie erwarteten die Frau Baronin bei sich zu Hause zum Pranzo. Marga nickte lächelnd und wenige Minute» darauf saß sie mit Alfred und Elisabeth an dem Tische des Cafäs, als wäre nichts geschehen, als läge zwischen ihnen nicht all das Schmerzliche, unter dem Alfreds Seele noch int- rnc. litt.
Fast scheu betrachtete er sie. War das Lächeln, dae um ihre Lippen spielte, wirklich ein unbefangen, s? Hatte sie wirklich vergessen, was geschehen? Oder spielte sie nur Komödie? Aber warum das, warum? Ohne Absicht pflegte Marga Herrenburg nie etwas zu tun. Und als er nun genauer hinsah. fand er, trotzdem sie
Tagen zu seinem deutschen Volke! So entwickelte er am 26. Juni 1885 dem Reichstag „die Genesis" (die Entstehung) „der deutschen Kolonialfrage" in den Worten: „Wir sind zuerst durch die Unternehmungen hanseatischer Kaufleute, verbunden mit Landankäufen und gefolgt von Anträgen aus Reichsschutz, dazu veranlaßt worden, die Frage, ob wir diesen Reichsschutz in dem gewünschten Maße versprechen könnten, einer näheren Prüfung zu unterziehen. ... Ob cs zweckmäßig, und zweitens, ob es die Pflicht des Deutschen Reiches ist, denjenigen seiner Untertanen, die solchen Unternehmungen im Vertrauen auf des Reiches Schutz sich hingeben, diesen Reichsschutz zu gewähren und ihnen gewiffe Beihilfen zu leisten, das bejahe ich mit unbedingter Sicherheit vom Standpunkte der staatlichen Pflicht (Sehr richtig! rechts). Ich kann mich dem nicht entziehen. Ich bin mit einem gewiffen Zögern an die Sache herangetreten, aber selbst, wenn ich an unsere Schwäche und Unfähigkeit geglaubt hätte, ich würde mich doch geniert haben, den Hilfesuchendeit offen zu sagen: wir sind zu arm, wir sind zu schwach (Beifall rechts), wir siitd zu furchtsam, für Euren Anschluß an das Reich Euch Hilfe vom Reich zu gewähren (Beifall rechts). Ich habe nicht den Mut gehabt, diese Bankerotterklürung der deutschen Ration auf überseeische Unternehmungen den Unternehmern gegenüber als Reichskanzler auszusprechen." An anderer Stelle bemerkt er treffend: „Wir gedenken überhaupt in keine exklusive Kolonialpolitik einzutreteit."
Diese Versicherung hatte Bismarck auch sofort praktisch betätigt bei Erwerb der deutschen Kolonien in Kamerun, Südwest- und Westafrika und vor allem durch das großartige Werk der Komgokonfercnz, der Kongoakte, so daß selbst die ihm gegnerische Mehrheit des im Oktober 188t neu gewählten Reichstags am 23. März 1885 die deutschen Dampferlinien nach Australien, Ostasien und Afrika bewilligte. Das Beste zu diesem großen Erfolge hatte freilich Bismarcks lebendige und ergreifen.de Beredsamkeit beigetragen. Namentlich seine Rede vom 13. März 1885 war so ergreifend und erschütternd, daß am Schlüsse derselbett, — zum ersten Male wieder seit der Kriegserklürungssitzung vom 19. Juli 1870 — selbst die Galerien in lauten Beifallsjubel ausbrachen. Diese Rede hatte Visntarck vorläufig mit den unvergeßlichen Worten geschloffen: „Bei den fremden Nationen macheit die Vorgänge in Deutschland ja sehr leicht den Eindruck, daß bei uns zwar unter Umständen, wie 1870 und 1813, die geharnischten Männer aus der Erde wachsen wie aus der Saat der Drachen-
ihm im ersten Augenblick fast unverändert schien, doch, daß einige feine Linien um Mund und Augen sich eingezeichnet hatten und daß, wenn sie ruhig dasaß und nicht sprach, ihre Mundwinkel sich ein wenig herabzogen, wie von Enttäuschung oder unerfülltem Ehrgeiz.
„Du kommst doch wohl direkt von Berlin, Elisabeth?" begann Marga sofort, „und kannst mir von Susanne und dem Vater erzählen. Sie wissen noch gar nicht, daß ich hier in Venedig bin. Es war auch ein ganz plötzlicher Entschluß. Aber ich werde dem Vater jetzt sofort schreiben, damit es ihn nicht überrascht, wenn du ihm oder Susanne unsere Begegnung mitteilst. Denn Ihr siebt doch sicher in lebhafter Korrespondenz."
Das sprudelte alles so schnell von ihren Lippen. daß ein Einwurf gar nicht möglich war.
Elisabeth konnte eine gewiffe Befangenheit nickt überwinden und Alfred schwieg noch immer vollständig. Jetzt aber mußte sich Elisabeth zu einer Antwort entschließen.
„Natürlich werde ich den Deinigen nichts von unserer Begegnung mitteilen, wenn du es nicht wünschest, Marga. Uebrigens kehre ich so schnell, wie du denkst, nicht nach Hause zurück. Ich habe mir zu den Ferien noch einige Wochen Urlaub erbeten, um mit Alfred Venedig und die oberiialienischen Seen besuchen zu können."
„Ah so! Ihr seid also auch Jtalienschwär- mer," fiel Marga mit dem alten sarkastischen Lächeln ein.
„Run, bist Du's etwa nicht?"
„Ach nein! Für Italien und seine Kunst bin ich zu modern. Von den alten Bildern kann ich nichts lernen und die moderne Malerei steht in Italien nicht gar zu hoch."
Alfred machte eine unwillige Bewegung.
„Heuchlerin!" erklang cs in seinem Innern und seine Lippen preßten sich in Verachtung zusammen.
„Ich hege keinen Haß gegen Sie," entgegnete er, während ein Gefühl unsäglichen Ekels in ihm aufstieg. Doch er bezwang sich gewaltsam, hieß
zähne in der griechischen Mythe in Kolchis, aber daß sich dann auch stets ein Zaubersteinchen der Medea findet, welches man zwischen sie werfen kann, worauf sie übereinander herfallen und sich so raufen, daß der fremde Jason ganz ruhig da- beistehen kann und zusehen, wie die deutschen gewappneten Recken sich untereinander bekämpfen. Es liegt eine eigentümlich prophetische Voraussicht in unserem alten nationalen Mythus, daß sich, so oft es den Deutschen gut geht, wenn ein deutscher Völkerfrühling wieder, wie der verstorbene Kollege Völk sich ausdrückte, anbricht, daß dann stets auch der Loki nicht fehlt, der seinen Hödur findet, einen blöden, dämlichen Menschen, den er mit Geschick veranlaßt, den deutschen Völkerfrühling zu erschlagen, respektive niederzustimmen." (Lebhafter Beifall.)
Der Zentrumsabgeordnete Rintelen nötigte nun aber Bismarck in der Sitzung vom 12. März noch einmal auf dieses Gleichnis zurückzukommen; denn Rintelen hatte gesagt: „Die Begeisterung für deutsche Kolonialpolitik, an die der Reichskanzler wohl bei dem Worte „Völkerfrühling" gedacht, habe, sei nichts anderes als eine Art Chauvinismus." Bismarck erwiderte: „Es liegt nicht in meiner Gewohnheit, mythologische Anspielungen weit auszuspinnen. Es war nur etwas, was — ich kann es nicht leugnen — mich in den letzten zwanzig Jahren ununterbrochen gequält und beunruhigt hat, diese Analogie unserer deutschen Geschichte mit unserer deutschen Göttersage. Ich habe unter dem Begriff „Völkerfrühling" mehr verstanden als die Kolonialpolitik. . . . Ich habe unter dem Frühling, der uns Deutschen geblüht hat, die ganze Zeit verstanden, in der sich — ich kann wohl sagen — Gottes Segen über Deutschlands Politik seit 1866 ausgeschüttet hat, bis 1870, da wir alle als „ein einig Volk von Brüdern" den Angriffen des Auslandes entgegentreten konnten. (Lebhafter Beifall.) Das schwebte mir als „Völkerfrühling" vor; daß wir darauf die deutschen Erenzländer wieder gewonnen, die nationale Einheit des Reichs begründeten, einen Deutschen Reichstag um uns versammelt, den Deutschen Kaiser wieder erstehen sahen. Dieser Völkerfrühling hielt nur wenige Jahre nach dem großen Siege vor. Aber dann kam, was ich unter dem Begriff „Loki" verstand: der alte deutsche Erbfeind, der Parteihader, der in dynastischen und konfessionellen, in Stammesverschiedenheiten und in den Fraktions- kämpfen seine Nahrung findet, — der übertrug sich auf unser öffentliches Leben, auf unsere Parlamente, und wir sind angekommen in einem Zustande unseres öffentlichen Lebens, wo die Regierungen zwar treu Zusammenhalten, im
cs doch jetzt, der raffinierten Lebenskünstlerin mit gleicher Münze zu zahlen. „Und warum sollte ich Sie auch Haffen, Frau Baronin? Wir haben uns beide geirrt. Die Schuld trug unsere Jugend und Unerfahrenheit."
Sie wandte ihm ebenso wie einst ihre strahlend lächelnden Augen zu, deren Blick er früher nie zu widerstehen vermocht hatte.
„So willst Du Frieden schließen, mit wieder ein Freund sein? Dir kann ich's ja gestehen, ich bin nur Deinetwegen der Einladung der Biocenigos gefolgt, bin nur nach Venedig gekommen, weil mit Susanne geschrieben, daß Du auf dem Rückwege von Deiner Reise hier mit Elisabeth Zusammentreffen würdest. Jeden Tag habe ich auf dem Markusplatz mittags und abends nach Dir ausgeschaut, denn hierher muß ja jeder Fremde kommen. Ich konnte nicht anders, ich mußte mir Deine Verzeihung holen, Dich mir als Freund wiedergewinnen. Es ist dies ein Bedürfnis für mich, für mein Leben, das, glaube mit, nicht beneidenswert ist. Du kennst ESza. Er wat eine Zeitlang rasend verliebt in mich, aber seine Leidenschaft ist nie von langer Dauer gewesen. Aglaja hat keine Ursache, sich zu beklagen, er hat ihr länger angehört, als irgend einem andern Weibe. Das hat et mir wenigstens oftmals versichert, im Grunde aber liebt er doch niemand, als sich selbst. Jetzt hat er mich für Jahre allein gelassen. Ich fühle mich vereinsamt und unbefriedigt, darum sehne ich mich nach Dir, Alfred, nach Deiner Freundschaft, Deiner —“
Ein kurzes Auflachen unterbrach sie.
Erstaunt blickte sie zu ihm auf. Sollte es möglich sein, daß er — ?"
„Verzeihung, gnädigste Baronin, daß ich mich zu diesem Ausbruch der Heiterkeit hinreißen ließ."
„Und warum lachen Sie. wenn ich fragen darf?« rief sie pikiert.
Deutschen Reichstag aber der Hort der Einheit den ich darin gesucht und gehofft hatte, nicht z» finden ist, sondern der Parteigeist überwuchert uns; und der Parteigeist, wenn er mit feiner' Lokistimme den Urwähler Hödur, bet die Tragweite der Dinge nicht beurteilen kann, verleite^ daß et das eigene Vaterland erschlage, der ist ts, den ich anklage vor Gott und der Geschichte, wenn das ganze herrliche Werk unsrer Nation von 1866 und 1870 wieder in Verfall gerät und durch di« Feder hier verdorben wird, nachdem es durch das Schwert geschaffen wurde." (Lebhafter Beifall rechts. Zischen links. Erneuter Beifall rechts. — Beifallklatschen auf den Tribünen.)
Und Papst Leo schrieb bald nachher, am 31« Dezember 1885, an Bismarck, nachdem dieser iw Uebereinstimmung mit Spanien dem Papste di« Vermittelung in dem deutsch-spanischen Streit über die Karolineninseln übertragen und, gleich Spanien, die päpstlichen Vorschläge am 17. Dezember 1885 angenommen hatte, in lateinischer Sprache, unter Verleihung des Christusordens in Brillanten an Bismarck: „Ich danke Dir gtu nächst, daß auf Deinen Rat und Antrieb hin Unw die sehr willkommene Gelegenheit geboten wurden der Eintracht halber ein sehr edles Amt zu verwalten, wodurch insbesondere die Katholiken auf dem ganzen Erdkreise erfreut waren, die es mit Staunen erfüllt haben wird, daß ihrem Batet und Hirten eine derartige Ehre erwiesen wurde. Deine Staatsklugheit hat seht viel dazu beigetragen, dem Deutschen Reiche seine Größe zu verschaffen, welche heute die Welt zugesteht und anerkennt. Das aber, was Du zur Zeit ins Auge fassest, ist selbstverständlich, daß das Reich von Tag zu Tag fester siehe und blühe, mit Macht zur Dauer und mit Hilfsmitteln ausgestattet. Wir flehen inständigst, daß Dir alles glücklich gelingen möge!"
Möchten diese Worte des Papstes Leo alle» deutschen Katholiken im bevorstehenden Reichstagswahlkampfe als Richtschnur dienen.
Deutsches Reich.
Berlin, 15. Januar.
— Der Kaiser konferierte gestern Vormittag mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts und hörte alsdann im Königlichen Schloß den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Um 12y4 Uhr begab sich bet Kaiser nach der russischen Botschaft, um anläßlich des russischen Neujahrstages dem Botschafter seine Glückwünsche für den Kaiser von Rußland und die Kaiserliche Familie auszusprechen. Vo» her hatte Generalleutnant, General a la suit^
„Muß ich das gestehen?"
„Ich bitte darum!"
„Nun denn, da Sic es verlangen, ich lachttz schöne Frau, im Gedanken an den merkwürdiges Zufall, der zwei so gleichwertige Naturen wi( Sie und Nemethy zusammengeführt hat. Jcf wünsche Ihnen Glück dazu, Frau Baronin!"
Er zog feinen Hut, denn er sah Elisabeth aui dem Laden treten und eiligst auf ihn zukomme« „Sie gestatten, daß wir uns verabschieden." Marga hatte ihn anfangs ganz Verständnis los angesehen. Eine Weile stand sie wie erstarrt da, dann zog eine buntte (5tut über ihr Gesicht bie plötzlich einer tiefen Bläffe wich.
Spott und Hohn! Das war also der Loht für ihr freundliches Entgegenkommen! ?
Mit einem kurze ,, stolzen Gruß wandte fit sich ab und eilte dem Durchgang zu, der nach Sai Moise führt, ohne die Hand zu bemerken odA bemerken zu wollen, die Elisabeth ihr reichte.
„Was ist geschehen?" fragte diese. „Wak wollte sie von Dir, Alfred?"
„Meine Freundschaft, Elisabeth," entgegnen er grimmig in sich hineinlachend. „Aber ich habt ihr klaren Wein eingeschenkt. Sie wird jetzt wohl wiffen, wie es in mir aussieht." ■
Und Elisabeth seinen Arm reichend, steuert! er eiligst der Riva zu, als treibe es ihn, dif Stätte zu vermeiden, auf der er zusammen mi Marga geweilt hatte.
„Du kannst Dir denken," sagte er, als sie nac schweigend zurückgelegtem Wege in ihrem Hott angelangt waren, „daß diese Begegnung mi Venedig verleidet hat. Nimmst Du es mir seh übel, wenn ich sobald als möglich meinen Warn derscab weiter sehe? Der Gedanke, ihr noch ein mal zu begegnen, ist mir unerträglich."
„Unter diesen Umständen, morgen, wenn D»
willst," jtimmte Elisabeth zu. i
(Fortsetzung folgt.)