MchW IMilg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. -
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Marburg
Dienstag. 15. Januar 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Verlag' Joh. Aug. Koch, UmverfitLtS-Buchbruckerek
Marburg, Markt 2L — Telephon SS.
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42. J-Hrg. i
Wir uud Amerika.
Mitten in den Wahlkampf hinein kommt eine Nachricht, die geeignet erscheint, über alle Par- Iteistreitigkeiten hinweg die Aufmerksamkeit her Nation wieder auf den dringenden Ernst ihrer wirtschaftlichen Lebenslage zurückzulenken. Wie aus Washington gemeldet wird, versprach Roosevelt Herrn Cannon, dem republikanischen Führer des Unterhauses, er werde weder dem gegenwärtigen Kongretz Vorlagen bezüglich irgendwelcher ITariffragen zugehen lassen, noch den neuen Kongreß im Frühjahr zu solchem Zweck zu einer Exrtasihung einberufen. Diese Nachricht ist deswegen von so ungewöhnlicher Bedeutung, weil das zwischen Berlin und Washington vereinbarte Provisorium am 1. Juli abläuft und, wenn es nicht vorher ersetzt werden sollte, das amerikanische Parlament logischerweise spätestens im Juni mit dieser Angelegenheit beschäftigt wer- deii mutzte.
Auf unserer Seite wird man jetzt hoffentlich erkennen, welch' schwerer und verhängnisvoller Fehler damit gemacht worden ist, datz man überhaupt ein derartiges Provisorium gewährte. Aus der ganzen Geschichte unserer amerikanischen Handelsbeziehungen heraus und aus dem ganzen Charakter der amerikanischen Wirtschaftspolitik sollte man nachgerade doch zu der Erkenntnis gelangen, datz wir mit Amerika zu einem Handelsabkommen überhaupt nur kommen können, wenn wir diesem etwas zu bieten haben. Nun haben wirganz ungewöhnlich viel zu bieten,' denn unsere Handelsbilanz ist gegen Amerika schwer pas- s i v. Würde deshalb die Regierung den Pankees entWossen erklären, datz wir in der bisherigen alten Leier, die so sehr zu unserem Schaden war, nicht weiter fortarbeiten können, so würden die Amerikaner schon klein beigeben. Ihrem ganzen Naturell nach können eben die Amerikaner nur durch Zwangsmittel, niemals aber durch liebenswürdiges Entgegen- !kommen bewogen werden, uns Deutschen Kon- zessionen auf Kosten ihres für sie selber bisher iso vorteilhaften Hochschutzzollsystems zu machen. Haben es die trotz'gen Pankees doch nicht oin- inal für nötig erachtet, ihre kleinen Eegenleist- jUngen für die provisorische Einräumung unserer Vorzugszölle in Gestalt von Beseitigung ihrer Lrgsten Zoll-Chikcmen gegenüber dem deutschen Import zu. erfüllen.
Datz sie aber unter Umständen für eine entschlossene Sprache das nötige Verständnis besitzen, hat sich ja in China gezeigt, wo sie auf den -Boykott der amerikanischen Waren sofort damit' geantwortet haben, datz sie den Chinesen weitgehende Erleichterungen gewährten. Mit allen noch so gratzen Liebenswürdigkeiten, Geschenken und Depeschen, mit allen noch so schönen Versicherungen unseres Herrn Botschafters von den gro- f;en gemeinsamen Kulturaufgaben beider Länder, mit allem Professorenaustausch und sonstigem politischen Schaum werden wir den Pankees gegenüber keine Erfolge erzielen. Lasten wir aber das Provisorium jetzt ruhig ablaufen, einen vertragslosen Zustand eintreten und wenden wir dann Amerika gegenüber unsere K a m p f s ä tz e an, so werden imHandumdrehen die Pankees anderer Meinung werden.
Es scheint, datz man sich in Berlin der Hoffnung hingegeüen hat, die von Amerika nach Deutschland entsandte Tarifkommission werde .wesentlich zur Verständigung beitragen. Jedem Unbefangenen war von vornherein klar, datz diese ganze Kommission lediglich eine Farce da.r- stellte, um den Deutschen Sand in die Augen zu streuen, da Amerika sich ja nicht bester stehen konnte, als bei dem deutschen Provisorium, dessen möglichste Verlängerung nach englisch- deutschem Vorbilde es wünschte.
i Gleichzeitig mit jener Washingtoner Depesche ;ijt übrigens noch eine andere gekommen, die 'ebenfalls zeigt, wie sehr wir Ursache haben, den Amerikanern gegenüber auf der Hut zu sein. Es jverlautete vor einiger Zeit bereits, datz bas Berliner Auswärtige Amt geneigt sei, aus Rücksichten der sogenannten höheren Politik den Amerikanern ein weites, wirtschaftliches Entgegentom- flneii zu beweisen — auf Kosten der deutschen Volksgesundheit und der deutschen Landwirtschaft. Es sollte ihnen gestaltet werden, in Hamburg einen besonderen Schlachthos anzulegen, ron d 'M aus das dort geschlachtete amerikanische Vieh in Kühlwagen durch ganz Deutschland befördert werden sollte. Auch in Bezug auf den keuchengrenzschutz munkelte man von allerhand Zugeständnissen, ohne darüber Bestimmtes er
fahren zu können. Es scheint, datz diese Gerüchte auch.nsch Bremen gedrungen sind, und ein dortiger Eeschäftsmänn hatte infolgedessen auf amerikanischer Seite um Auskunft darüber gebeten, ob es wahr fei, datz die mikroskopische Untersuch- ungbes für die Ausfuhr bestimmten Schweinefleisches in den Vereinigten Staaten eingestellt sei. Auf eine Kabeldepesche, die einer der amerikanischen Tarifkommissare daraufhin an das Ackerbauministerium zu Washington sandte, ist jene amtliche Antwort eingelaufen, die wir kürzlich bereits mitteilten. Diese lautete: „Auf Grund des neuen Fleischinspektionsgesetzes wird eine mikroskopische Untersuchung von Rindfleisch und Schweinefleisch vorgenommen, wenn das Fleisch gesundheitlich nicht zweifelsohne erscheint. Die mikroskopische Untersuchung der Schweine auf Trichinen ist eingestellt worden." Man entsinnt sich, datz das neue Fleischinspektionsgesetz vom Präsidenten Roosevelt nach den Enthüllungen über Bruder Jonathans Appetitswürstchen in den Chikagoer Schlachthäusern durchgedrückt war, und man mag hieraus erkennen, was es mit solchen amerikanischen Reformen auf sich hat. Zwar wird nun von dem amerikanischen Acker- bauminifterium behauptet, datz die Jnspektt m -des für den Export bestimmten Fleisches viel schärfer und gründlicher sei, als vor Erlatz des neuen Gesetzes, und datz die amtliche Vestheinig- ung ja eine wirkliche Garantie für die gute Beschaffenheit des Fleisches und der Fleischwaren sei, die ins Ausland verschifft würden, und es mag ja auch gewiß in Deutschland Leute geben, die das glauben und unter den Händlern noch gewitz sehr viele mehr, die es wenigstens zu glauben vorgeben, um es anderen glauben zu machen. Aber wenigstens sollte man diese Gläubigen doch nicht unter unseren deutschen Handelsdiplomaten suchen!
Man sieht aus dieser äußerst verzwickten handelspolitischen Situation, wie dringend notwendig es ist, datz der neue Reichstag eine zuverlässige Mehrheit solcher Abgeordneten aufweist, die auch auf dem Handels- und z oll- politischen K a m p f p l a tz e d i e n a t i o * naleWohlfahrtzuvertei digenentschlossen sind.
Zur ReichstaOwahl.
Ein unpolitisch' Menschenkind, Das möcht' wohl gern ergründen, Wo sich im Streite der Partei'n Die wahren Freunde finden.
Die wahren Freunds uns'res Volks, Die's treulich mit ihm meinen,
Und die, was sie für recht erkannt. Nicht morgen schon verneinen.
Tie für die Vaterlandes Macht Und Ehrs in die Schranken Zu treten, als die erste Pflicht Erklären ohne Wanken.
Die jeder Zeit sich eifrig müh'n, Das Volkstum stark zu machen, Die wirklich beisteh'n dieserhalb Auch den wirtschaftlich Schwachen.
Die suche nicht bei jener Schar, Tie man int Wellenspiele Hintreiben sieht auf . schwankem Schiff, Ermangelnd sich'rer Ziele!
Latz' Dein Vertrauen täuschen nicht
Durch blendende Signale:
Ihr Kurs geht immer mehr nach links Jn's Antinationale!
Die kleine nationalsoziale Partei, die nach mehrfachen Irrfahrten in den Rettungshafen der Freisinnigen Vereinigung vorläufig Unterschlupf gefunden hat, ist ein sehr molluskenhafies Gebilde, dessen nutzere Erscheinung und politische Färbung fast ausschlietzlich bestimmt wurde durch den Entwickelungsgang .ihrer beiden Führer, zweier irrlichtelierenden Theoretiker, Naumann und v. Gerlach. Infolge dieser Eigenart ist der, der die national-sozialen Bestrebungen belün-p- sen will, gezwungen, den politischen Werdegang ! ihrer Häuptlinge zu beleuchten, nm dadurch den ■ Unwert dos merkwürdigen parteipolitischen Gebildes nachzuweisen. Tas ist natürlich Herrn von Gerlach äußerst unangenehm: denn cr fühlt deutlich, datz cs jetzt für ihn „um die Wurst geht", roie’s im Volksmunde heisst, und so ex« hebt er denn in der, von ihm, wie es heißt, et« pachteten „Hessischen Lande-zeitung" ein mächtiges Gekeif gegen den Lösen ..CberfieEnn“. dellen
Ausführungen er schlankweg als „Verleumdungen bezeichnet, um ihre Beweitzkraft etwas abzu- schwächen. Jedoch die Tatsachen reden, und auch mit v. Eerlachschen Phrasen können sie nicht zum Schweigen gebracht werden. Worin bestehen denn nun die schweren „Verleumdungen", die gegen den vom politischen Ehrgeize fortgerissenen Regierungsasseffor a. D. erhoben werden? Es ist ihm int Grunde nur immer wieder derselbe Vorwurf gemacht worden, när- „j der, daß es schwer fällt, bei ihm an eine politische Ueberzeugnng zu glauben, da er des Oefteren feine Programmsätze und Ziele wechselt. Daran kann weder durch erbitterte Ausfälle v. Eerlachs selbst noch durch erfundene kalauernde Dialogs von „Hannes on Henner" in der „Hess. Landeszeitung" etwas geändert werden. Herr v. Eer- lach ist ein politisch' Wunderkind genannt worden, weil er eine erstaunliche Fähigkeit besitzt, ohne irgend welche Anstrengungen von einem Extrem ins andere zu gelangen. Erst konservativ, nun aus der äußer st-'n Linken als dicker Freund der Roten, ehedem Antisemit schärfsten Gepräges, jetzt Mitglied der durch ihre philose m i t i s che Richtung allbekannten Freisinnigen Vereinigung, früher ein eifriger Verfechter der Interessen des bäuerlichen Grundbesitzes und des kleinen Mittelst«ndes, ist er heute der Veretreter der einseitigsten Erotzstadtentwicklung und ihrer, unser Volkstum so schwer schädigenden Auswüchse. In seinen (Entgegnungen weitz Herr v. Gerlach mit täuschenden Worten darüber wegzutänzeln. Nach seiner Ansicht hat das ja alles nichts auf sich, bedeutet das alles ja keine wesentliche Aenderung seines Programms!! Die Bezeichnung „politisches Wunderkind" oder „Chamaeleon" ist eine Verunglimpfung — Pardon eine Verleumdung denn Herr v. Gerlach ist ja sich und seinen politischen Idealen jederzeit treu geblieben!!!
Vor uns liegt ein Band der „Akademischen Blätter", des Organs der im Kyffhäuserverbande vereinigten „Vereine deutscher Studenten". Darin findet sich ein Aufsatz v. Gerlachs, datiert vom 16. März 1890, in dem dieser gegen den Schriftsteller Conrad Alberti, alias Sittenfeld, wegen eines Aufsatzes „Judentum und Antisemitismus" mit dem Pathos ehrlichster Ueberzeug- ung zu Felde zieht und den er, der jetzt so „liberal" Denkende, mit den folgenden Sätzen schließt'
„Weder wollen die meisten Juden sich mit uns, noch wir mit ihnen assimilieren: denn wer steht uns dafür, datz wir nur die wenigen jüdischen Vorzüge annehmen und nicht ihre zahllosen, bösartigen und widerwärtigen Fehler? Bisher haben wir noch immer gefunden, datz das unverfälschte Altertum — von einigen zufälligen Ausnahmen abgesehen — den Produkten semitisch-germanischer Kreuzung vorzuziehen ist." — Ist das nicht „schön" gesagt' — Natürlich wird Herr v. Gerlach kaltblütig erwidern: „Ja das war vor 16 Jahren, olle Kamellen, pompejanische Ausgrabungen! Was hat man nicht alles im Jugendleichtsinne gesprochen und geschrieben! Allein diese jugendliche Sinnesart scheint sich Herr v. Gerlach auch in den späteren Jahren bewahrt zu haben, wie seine oft schon berührten politischen „Umhäutungen" beweisen!
Es war recht schade, datz Herr v. Gerlach am letzten Donnerstage keine Zeit für seinen, einstmals von ihm hochverehrten und bewunderten Freund Liebermann von Sonnenberg hatte, ein Dialog der Briden in ter Wählerversammlung tm Cafe Quentin hätte Interessantes zu Tage fördern können. Statt dessen hatte es Herr von Gerlach — wozu er gar nicht verpflichtet war — für nötig gehalten, in einer von boshaften Angriffen gegen die „Bündlerparadc" strotzenden Auslassung den Lesern der „Hess. Landesztg." zu erklären, warum er den „alten Freund" nicht besucht, sondern lieber mit dem frohen Gesichtsausdruck einer abgelösten Schildwache nach Fran- f en berg eilte, um dort seinen Gegnern wenn möglich Abbruch zu tun.
Gewitz wird es Herr v. Gerlach auch als „Verleumdung" bezeichnen, wenn wir daran erinnern, datz cr 1903 feine Wahl in den Reichstag nicht eigentlich feinem „vielgerühmten" Eifer als M. b. R, sondern vielmehr einem „nicht ganz Einwandfreien" Aeahlknisf, dem bekannten Heinetelegramm zu danken hatte, durch welches dis hiesigen „Genossen" irregeführt, sich bewogen fühlten, Mann für Mann für ihn an die Urne zu treten, .obgleich die sozialdemokratische Parteileitung Wahlenthaltung proklamiert hatte.
Wenn es kürzlich Herr v. Gerlach in Tönen
höchster Entrüstung als eine schmähliche Verdäch« ttgung bezeichnete, daß in einem „Eingesandt^ der „Oberhessischen Zeitung" seiner durch Spruch des Ehrenrates verfügten Streichung aus bet Mitgliederliste der „Alten Herren" des Kyff« Häuserverbandes Erwähnung getan worden Ijt, so können wir feststellen, datz dem Einsender jener Notiz jede häßliche Nebenabsicht fern gelegen hat. Zur Aufklärung der vorgedachten Maßregelung des Herrn v. Gerlach durch den „Verein Deutscher Studenten" aber sei bemerkt, daß Herr v. Gerlach deshalb aus dem K. V. ausgewiesen wurde, weil er, obgleich „Alter Herr" dieses nationalen Studentenverbandes, es fertig gekriegt hatte, sich in einer Versammlung des sozial-wiffenschaftlichen Studentenvereins über diesen selben Verband lustig zu machen und ihn zu bekämpfen.
In derselben häßlichen Weise, wie er so seine akademischen Jugendideale verleugnete, hat sich Herr v. Gerlach auch gegen den Heimatsgedanken versündigt, da er, wie Herr Liebermann von Sonnenberg in der erwähnten Nachmittagsver- sammlung bei Quentin mitteilte, des öfteren seine Agitationsreden mit Sarkasmen über feine ostmärkische Heimat zu verbrämen liebt. Vielleicht würde ein böser Kritiker in beiden Fällen das Sprichwort von dem „Vogel, der sein eigen Nest beschmutzt," zitieren, wir wollen's aber nicht tun; denn das wäre ja eine — „Verleumdung"!
Herr v. Gerlach wird sich gewiß wieder mit Akrobatengewandtheit über alt* dies hinwegsetzen; denn er ist ein Meister sophistischer Rhetorik. Indessen möge er nicht allzustolz fein auf diese Kunst; denn das Flittergold der Phrase nützt sich einmal ab. An wie vielen Demagogen, die nach der Gründung des Reiches erstanden sind, haben wir's nicht schon erlebt! Ihre Reden, die einst stürmischen Widerhall in großen Volksversammlungen fanden, lockten späterhin keinen Hund mehr vom Ofenloche hinweg — die Herren hatten sich eben ausgegeben und wußten keine anderen „Schlager vorzubringen. Das kommt daher, weil keine Taten ihren großen Worten entsprachen. "
Deutsche Neich.
— Das Testament der Königin von Hannover. Die verstorbene Königin von Hannover hat drei Millionen Mark sür wohltätige Anstalten in der Provinz hinterlassen.
— Die preutzische Staatsschuld stellt sich für 1907 auf 7 764 077 413,51 Mark. Davon sind 5 896 894 500 M 3'/.prozentige und 1616 074 600 Mark Lprozentige konsolidierte Staatsanleihe. Auf Grund von Anleihegesetzen sind für 145 Mill. Mark Schatzanweisungen ausgegeben, 103 572 919 Mark stellen Aktien und Obligationen einiger verstaatlichter Eisenbahnen dar und 3135 394,51 Mark sind frühere hannoversche Schulden. Di« Verzinsung nimmt eine Summe von 264 281 623 Mark in Anspruch, die Eesamttilgung erfordert nach Maßgabe des Tilgungsgesetzes vom Jahrs 1897 einen Aufwand von 46 588 064,48 Mark. Daneben sind zur Tilgung des Kaufpreises der Hibernia-Aktien und des Kalisalzbergwerkes Hercynia 523 073,68 Mark in Ansatz gebracht.
— Die Ueberschüsse der preutzischen Eisen- bahnverwaltung. Die rechnungsmäßigen Heber» schütze, die von der preußischen Eisenbahnverwaltung feit der Eisenbannverstaatlichung geliefert sind, haben fast immer Steigerungen auszuweisen gehabt. Von 138,1 Mill, -tt im Jahre 1882/83 haben sie sich ouf 661, J Millionen Jl i n Jahre 1905 erhöht und stelle i nach den Etats von 1906 einen Posten von 662,3 und von 1907 einen solchen von 718,6 Millionen M dar. Von den rechnungsmäßigen Ueberst-iissen sind stets zu einer Verzinsung der Eisenbahnkapitalschuld beträchtliche Beträge verwendet worden, sie haben An» fang der neunziger Jahre über 200 Mill. X jährlich ausgemacht, sind von da an aber stetig gefallen, und betrugen 1905: 108,7, 1906 : 98,6 und 1907 : 92,3 Mill. X Auch hierauf ist es zurückzuführen, daß die Neinüberschüsse sich in letzter Zeit so sehr gesteigert haben. Wie stark diese Steigerung im allgemeinen gewesen geht daraus hervor, daß 1882/83 der Reinüberschutz sich auf 42,4 Millionen Mark belief, 1905 auf 552,2, 1906 auf 565,2 und 1907 auf 626,3 Mill. X Die Erundsumme der Staatseisen» bahnkapitalschuld ohne Rücksicht auf die inzwischen stattgefundenen Abschreibungen hat aber auch stetig zugenommen. Sie stieg von 2613 664000 Mark im Jahre 1882/83 auf 9 426 033000 Mark im Jahre 1907, % Prozent dieser Grundsumme müssen jährlich aus bemi, Reinüberschuß getilgt werden, foür 1907 macht I