mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbaiu
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Unsere guten Freunde, ' die Engländer
tolgen dem deutschen Wahlkampfe mit dem ^Wohlwollen, das sie unserer ganzen Geschichte von jeher bewiesen haben. Wie sie stets darauf iausgewesen sind, die Einigung des deutschen Paterlandes zu hintertreiben, wie sie den „Alten Fritz" in der Not verraten haben und 1815 im Pariser Frieden uns den Dank dafür, daß Plücher si: bei Waterloo herausgehauen hatte, damit abstatteten, daß sie auf dem Verbleiben des Elsaß bei Frankreich bestanden und den Anschluß der Niederlande an Deutschland verhinderten: so begünstigen sie jetzt mit ersichtlichem Wohlgefallen die Bestrebungen der Sozialdemokraten, die auf die Schädigung des Neichs- gedankens hinarbeiten. So schreiben z. B. dis „Times":
„Millionen deutscher Bürger befinden sich, wie Fürst Bülow klagt, in ihren Reihen, obgleich diese darauf aus sind, den Staat und die Gesellschaft von ihren Fundamenten zu stürzen. Die deutsche Nation muß sich, so verkündet er, von dieser Tyrannei frei machen. Wie soll dies aber ausgeführt werden? Und beweist nicht der Bestand einer so großen Gruppe organisierter Unzufriedenheit die Notwendigkeit von etwas mehr, als der brutalen Kraft der Armee, — die übrigens schließlich eine Volksarmee ist — um fit zu vernichten? Der Kanzler ist der Ansicht, daß die deutsche Nation durchaus gegen ein Parteisystem ist. Was wird die Nation selbst bei den Wahlen antworten?" Das Cityblatt schwelgt am Schluffe seiner Ausführungen bereits in der Vorstellung, die Forderung der Umsturzpartei über die „brutale Kraft der deutschen Armee" siegen zu seben, die ihr ein so unbequemer Dorn im Auge ist.
Das „Daily Lhronicle" schreibt in einem Leitaufsatze, den es „Säbel und Wahlurne" betitelt, folgendes:
Der Kanzler habe vielleicht gar nichts Positives im Sinne geh. llt. Jedenfalls werde der Satz über das Schwert Napoleons viel Erörterung finden. Es gehe deutlich aus dem Manifest hervor, daß der Fürst die Sozialdemokraten am meisten fürchte. Ueber das Zentrum äußere er sich mehr bedauernd, als ärgerlich. Wenn der Kanzler mit seiner Schilderung der Sozialdemokraten recht habe, so sei es um eine gewaltige Maffe seiner Landsleute schleckt l eftelu nnh hoc 'Deutsche Reich habe eine bedenkliche Z-rbl > m Reichsfeinden innerhalb seiner Tore. Man dürfe jedoch nicht vergeffen, daß auch in anderen Ländern dis politischen Führer bei Wahlen das
50 lNachdruck verboten.)
lieber alles die Kunst.
Roman von Clariffa Lohde.
rp (Fortsetzung).
_ Alfred antwortete nicht gleich. Zu viel zog fcutqi seine Seele, Erinnerungen, Gedanken. Schmezzen, die er erlitten hatte um seiner Liebe Millen.
„Sie hätte sich keinem Mann gefügt," sagte er nach einer Weile, „und ihr eigenes Ich wäre ihr immer die Hauptsache ihres Lebens gewesen. Und wenn ich das bedenke, kann ich nur zufrieden sein, daß es so gekommen, wie es gekommen ist. Frauen von Margas Art können wohl die Leidenschaft eines Mannes anfachen, Emotionen erregen, aber wahrhaft glücklich zu machen, verstehen sie nicht. Und nun zu etwas anderem, Elisabeth! Du schriebst mir, Komteß Gisela sei wieder in Berlin. "
In Elisabeths Augen leuchtete es warm auf.
„Mit ihrer Mutter, ja. An ihr wirst du deine Freude haben, Alfred. Sie ist nicht mehr das verdüsterte, unglückliche Kind, das tastend nach Befreiung aus der Oede eines unbeschäftigten Lebens sucht, sie hat standhaft den Weg zu ihrem Ziel verfolgt und ist jetzt im Begriff, sich einen Wirkungskreis zu günden, der ihr volle Befriedigung zu gewähren verspricht."
„Einen Wirkungskreis in Berlin?" fragte er überrascht.
„Ja, in Berlin. Du weißt, wie sie sich an mich, an Susanne angeschloffen hat, wie sie die verewigte Rätin liebte, der sie, wie sie oft verklärten Blickes bekennt, die Wiedergeburt ihrer Seele verdankt. Daher ist es auch ihr Wunsch, mit uns vereint zu bleiben. Und da ihr ihr Stand, ihre Verhältniffe nicht erlaubten, selbsttätig als Arzt zu wirken, obwohl sie fleißig medizinische Studien in Paris getrieben, hat sie ^Susannes Mann den Vorschlag gemacht, auf ihre 'Kosten ein Krankenhaus für Unbemittelte zu er- Jtitbüm. dem er als dirigierender Arzt vorsteben
Mittel benutzten, ihre Gegner als Reichsfeinde hinzustellen. Die Sozialdemokratie in Deutschland sei wahrscheinlich tn großem Maße der Ausdruck wirklich politischer Unzufriedenheit. Sie schöpfe ihre Stärke nicht nur aus den Doktrinen des SW'*-;-;, sondern auch aus dem Druck des Protektionismus, aus den kläglichen Erfolgen der Kolonialpolitik und aus dem Byzantinismus. Das Blatt vermißt Reformversprechungen. Der Kanzer versuche, nicht durch einen Hinweis auf eine populäre Politik, sondern lediglich durch Sübelklirren der Sozialdemokratie Rekruten zu entziehen. Im Gegensatz zu der schroffen Aeußerung gegen die Sozialdemokratie stünden die bescheidenen Hoffnungen des Fürsten, daß die Rechte, die Nationalliberalen und andere freisinnige Parteien genügend gewinnen würden, um gelegentlich eine Majorität zu bilden."
Auch die „Daily News" finden wie gewöhnlich an den deutschen Verhältniffen so ziemlich alles tadelnswert und sind insbesondere der Ansicht, daß die Stellung der Negierung eine recht schwierige geworden sei. Es sei nicht möglich — führt das Blatt aus — zu glauben, daß die liberale Partei sich dazu benutzen lassen werde, für die Regierung die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die Politik des Fürsten Bülow mache den Eindruck einer Verzweiflungspolitik. Der Fürst könne nicht hoffen, daß die liberale Partei einer Politik ihre Sanktion geben werde, die tatsächlich von agrarischen Jntereffen diktiert sei und zur Verteuerung der Lebensmittel des Volkes geführt habe. Der Haupterfolg der Regierung fei in der letzten Zeit, wie aus einem Konsularbericht hervorgehe, die Förderung der Pferdefleischindustrie (!) gewesen.
Das in diesen Preßstimmen ausgesprochene Uebelwollen ist deshalb von Bedeutung, weil es zeigt, welche Hoffnungen man tn England auf einen abermaligen Sieg der oppositionellen Parteien setzt. Insbesondere aber fühlt sich die englische Diplomatie ganz wesentlich ermutigt durch die Beobachtung, daß der radikale Liberalismus keineswegs bereit ist, zur Befriedigung der großen nationalen Bedürfntffe mit den recktsstehenden Parteien fianb in Hand zu gehen, daß diese Bereitwilligkeit ihre Grenze findet an den Forderungen in der nationalen Wirtschaftspolitik.
Es kann nicht ausbleiben, daß diese Annahme den Plänen und Berechnungen zur Stütze dient, die sich auf eine immer weitere Verdrängung unseres politischen Einflusses richten. Insbesondere aber wird man auch in der von London aus bedienten „gelben Press:" der Vereinigten Staaten aus diesen Vorgängen die Nutzanwendung ziehen,
soll, und in dem sie selbst als Pflegerin und Leiterin des Haushalts ihre erworbenen Kenntniffe verwerten will."
„Und die Gräfin gibt das zu?"
„Ach, die Gräfin! Du kennst sie ja, sie hat keinen eigenen Willen, sobald ein Stärkerer über ihr ist. Sie gibt zu, was sie nicht hindern kann, und da ibr nichts schrecklicher ist, als allein zu sein, und sie sich daher von der Tochter nicht trennen mag, fügte sie sich achselzuckend und fängt sogar an, einiges Jntereffe an den Plänen Giselas zu gewinnen. Seitdem sie von Baron Nemethy getrennt ist, hat sie sich merfroüibiq ge- änbert. Aeußerlich scheint sie beinahe verjüngt zu sein, denn die Stürme der Leidenschaft, die über sie hingebraust, hatten ihre Spuren auf ihrem schönen Antlitz hinterlaffen. Jetzt, da sie ruhiger lebt, haben die Wangen sich rotebei gerundet und das Flackern der Augen ist einem Ausdruck der Resignation gewichen, der ihr sehr gut steht. Sie wohnt vorläufig noch in einem Hotel, will aber zum Winter eine Wohnung mieten und ihr Haus wie ehedem ihren Freunden öffnen. Gisela aber soll ganz frei bleiben und tun und laffen, was sie will."
„Die Idee der Komteß ist ja sehr schön," warf Alfred ein, „aber nach meiner Ansicht ist so noch zu jung, um ihre Zukunft so ganz schon festzulegen, nur der Arbeft an einem wohltätigen Werk zu leben."
Elisabeth ließ ihren Blick einen Moment mit läckelndem Forschen über die Züge des Bruders gleiten.
„Sie ist eben anders geartet, als andere Mädchen ihres Alters und das Heiraten ist ihr, wie du weißt, durch den Zwang, den man ihr auferlegen wollte, verleidet, vorläufig wenigstens."
„Kaminski hat ja wohl, wie du mir schriebst, eine Entschädigung für die entschlüpfte Braut in einer teilen Vankierstochtcr gesunden und ist bereits verheiratet. Da braucht sie ja seine Werbung nicht mehr zu fürchten."
„Sie fürchtet jetzt überhaupt keine Werbung
daß man drüben nun erst recht keine Ursache habe, mit Deutschland in handelspolitischer Beziehung viel Federlesens zu machen. Es ist dringend notwendig, daß man sich in Deutschland daran gewöhnt, diese Wirkunge »unserer inneren Politik auf das Ausland schärfer unter dieLupezu nehmen, nnd daß man dementsprechend die hier sich aufwer- fenden Fragen zu Ende denkt.
Zur Wahlbewepung.
Zwei Mählerversammlungen, einberufen vom deutsch-sozialen Verein Hierselbst fanden gestern im Caf6 Quentin (Höck) statt. Der Turnergarten war nicht frei. Dis eine war bereits auf 3 Uhr nachmittags anberaumt worden, um auch Wählern aus den benachbarten Ortschaften die Teilnahme zu ermöglichen, die anders y ad zur gewöhnlichen Abendstunde (8% Uhr) im selben Lokale statt. Die Nachmittagsversammlung war bis zum letzten Platz gefüllt, in der Abendversammlung herrschte eine derartige Ueberfüllung, daß es ge- geradezu unerträglich war. Außerdem vermochten 800—1000 Personen nicht mehr in den Saal hineinzukommen. Die Nachmittagsversammlung wurde von Herrn Rendant Schaar, dem Vorsitzenden des hiesigen deutsch - sozialen Vereins, mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser eröffnet. Dann entwickelte Herr Dr. Böhme, der von den Konservativen, dem Bunde der Landwirte und den Christlich- Sozialen des hiesigen Wahlkreises unters -j-e deutsch-soziale Reichstagskandidat, die Erund- züge des Programms feiner Partei. Seine klare und eindringliche Rede, die alles Phrasenwerk verschmähte, zeugte von dem Eifer, mit dem sich Dr. Böhme dem Studium der sozialen Fragen gewidmet hat. Er sprach als Fachmann, nicht als bloßer Versammlungsredner. Seine Partei — so führte er aus — nenne sich deutsch, weil es nur auf dem Boden des Va- teri-'ndes möglich fei, die nationalen Kräfte zu entwickeln: deutsch auch deshalb, weil wir Söhne eines Vaterlandes find, ein r gemeinsamen Mutter. Im vaterländischen Jntereffe aber liege nicht die Klaflenv-rhetzung, stndern die Klassenversöhnung. Darin sei auch seine Partei sozial, nicht im Sinne der Sozialdemokratie, sondern in dem Sinne, daß man dafür eintrete, auch den ärmeren Sch'chten der Bevölkerung, den Bauern, b'n kleinen Gewerbetreibenden, den Arbeitern und den Beamten den
mehr, da sie allein über ihre Hand verfügen kann. Aber in ihren Kreisen wird sie kaum einen Mann finden, der ihrer Eigenart Rechnung trägt. Und dann —“
Sie zögerte einen Augenblick.
„Nun, und dann?" wiederholte er fragend.
„Dann glaube ich," entgegnete sie mit einem bedeutungsvollen Aufblick zu ihm, „daß sie schon ein Bild im Herzen trägt. Du ahnst wohl von wem? Und sie kann den nicht besitzen, den sie liebt, den sie in ihrem Innern mit allen Vollkommenheiten bekleidet, die ein Mann zu besitzen vermag, so bleibt sie lieber allein."
Er schüttelte den Kopf.
„Elisabeth," rief er dann lächelnd. „Ich will doch nicht hoffen, daß btt in meiner Abwesenheit dich zur Heiratsvermittlerin ausgebildet hast?"
„Also hast du erraten, von wem die Komteß träumt?"
„Ohne eitel zu sein, war das Erraten nicht schwer, doch jetzt genug des Plauderns! Wir haben nur wenige Tage für Venedig. Darum heißt es, die Zeit auszunutzen."
Er erhob sich und Elisabeth mit ihm.
„Und wohin gehen wir, Alfred?"
„Ich denke, nach dem Markusplatz. Den muß jeder Fremde zuerst sehen."
XXV.
Elisabeth war es, als bewege sie sich in einer Märchenwelt, als sie am Arm Alfreds die von Sonnenschein überflutete Piazza betrat.
Wie gebannt stand sie vor dem farbenprächtigen Aufbau der Markusktrche mit ihren Mosaiken und ihrem Wald von Marmorsäulen, die die siegreichen Venezianer einst aus den zerstörten Temveln Griechenlands entführt haben, um diesen Wunderbau zu schmücken.
Zur rechten auf der Piazetta, wo die von majepatisch dahingleitenden Dampfern, von schmucken Barken und zahllosen Gondeln durchkreuzte Lagune in lichtem Blau schimmert, ragen die beiden mächtigen Säulen von orientalischem Granit empor, auf denen der Schutzheilige Venedig», der heilige Theodor, und der geflügelte
gebührenden Einfluß auf die Gesetz« g e b u n g zu sichern und ihnen zu ihrem Rechte zu verhelfen. Als eine nativ« nale Pflicht bezeichnete der Redner die Erhaltung der wirschaft« lichen selbständigen Bevölkerung des Landes und der Heinen Städte, da diese eine Quelle der Gesundheit des Volkstums und einen Damm gegen den Industrialismus und die einseitige Großstadtentwickelung bedeute. Dft Gefahr dieser Großstadtentwickelung werde ersichtlich aus dem starken Rückgang der Geburten« ziffer der Reichshauptstadt und des Rückganges der Militärtauglichkeit der großstädtischen Bevölkerung. Das deutsche Volk aber braucht eilt starkes Heer und eine tüchtige Flottenmannschaft: denn so lange wir schwach waren, habe» fremde Völker auf uns herumgetrampelt. Red» ner wies auf die Verhältnisse Englands und Belgiens hin, wo durch die einseitige Eroßstadt- entwickelung die Landbevölkerung verschwu r- den fei, so daß sich das Land in den Händen weniger Tausend befinde. Das sei das Schicksal aller Länder, die ungeschützt einer freien Konkurrenz ausgeliefert gewesen. Da wir einen nach Millionen starken Bauernstand zählen, müffen wir ihn schützen vor der freien Konkurrenz. Auch der städtische Mittelstand, insbesondere das Handwerk, sei in der Gesetzgebung stark vernachlässigt worden, will hier die Organisation gefehlt habe. Die Freiheit des Wuchers und der Ausbeutung habe das Handwerk an den Rand des Abgrundes gebracht. Es fei notwendig, daß diese Schichten der Bevölkerung von der Gesetzgebung geschützt würden. Notwendig sei insbesondere eine Warenhaus st euer, für deren Einführung voreinst auch der bisherige Vertreter unseres Wahlkreises sehr energisch eingetreten wäre, die jetzt aber von Herrn von Ger« lach aufs entschiedenste bekämpft werde. —- Das seien keine persönlichen Angriffe, sondern eine sachliche Feststellung! — Ferner müßte die Sicherung der Forderungen der Dauhandwerker gesetzlich festgelegt werden, um zu verhüten, daß fortgesetzt zahlreiche Bauhandwerker, wie in Berlin, durch Schwindelbaulen ins Verderben gestürzt würden. Nach dem Vorbilde der Handelskammern müßten Detailkistenkam« mein gegründet werden. Betreffs der Ar« beiterfrage empfahl Dr. Böhme trotz der Fortschritte der Sozialdemokratie nicht den Glauben an die Zukunft unseres Volkes zu verlieren und wies auf die hoffnungsvolle Organisation der 600 000 nationalen und christlichen
Markuslöwe gleich ewigen Wächtern stehen: dahinter als Abschluß des herrlichen Bildes die Insel San Giorgio mit ihrer malerischen Kirche und dem schlank und hoch vom klaren Himmel sich abhebenden Elockenturm. O, wer das einmal gesehen, vom Sonnenlicht umstrahlt, der vergißt es nimmermehr!
Schweigend vor innerer Erregung faßte Elisabeth Alfreds Hand, der mit stiller Freude de» Eindruck beobachtete, den dieser herrlickü« Platz der Welt, dem wohl kein gleicher an die Seite zu stellen ist, auf ihre empfängliche Seite ous- übte.
Da zitterten plötzlich Glockentöne durch die Luft. Elisabeth wandte sich hastig um. Auf de« altehrwürdiaen Uhrturm schlugen die beiden bronzenen Ritter die Mittagsstunde an, das riefiae ZiffernbBtt langsam herab, die Elfe machte der Zwölf Platz.
Alfred zog die Schwester fast gewaltsam fort. Der große Platz war sehr belebt, meistens von Fremden, die sich damit unterhielten, die zahlreichen, sie umflatternden, auf dem Boden hin- und hertrippelnden Tauben zu füttern.
Alfred erstand von den Verkäufern vor der Vorhalle des Campanile auch für Elisabeth eine Tüte mit Körnern. Da kamen sie heran zu Hunderten, in allen Farben schillernd, und umflogen Elisabeths Kopf, setzten sich auf ihre Schulter und pickten die Körner aus ihrer Hand.
„Nicht wahr, hier wird man wieder zu» Kinde," lächelte Alfred. „Doch nun laß es genu- fein, Elisabeth! Wir wollen uns jetzt erst ein, wenig in einem der Caf6s an dem berühmte« venezianischen Eis erquicken und von gesicherte«' Platze aus das Treiben hier betrachten." !
Er führte seine Schwester durch die Pro- kurazien, an der Pracht der venezianischen Auslagen in den Schaufenstern vorüber zu dem: Cafch dessen Tische weit in den Platz hinausgc-, setzt im Schaten standen. Fast alle waren besetzt' doch erhoben sich gerade in der ersten Reihe zwei' Damen und ein Herr.
. (Fortsetzung folgt.)