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leitet, welcher sich in Lohra übet bie Man* ferungspolitit Herrn von Eerlach» lutzerte, hat nicht durch die Lektüre derOberh. Zeitung" gelitten, sondern et hat die Tätigkeit des Herrn v. Eerlach aus derHess. Landesztg." kennen gelernt. Wenn von sichtlichem Leiden die Rede sei« kann, so ist es bei Herrn von Ger- lach chronisches Mauferupgsleiden.

Ludwig Rohrbach.

Schriften zur «nfllLrung der Wähler.

Unter den Schriften, diewie vor allen Reichs­lagswahlen zur Aufklärung und Zurechtwei- ft.ng der Wähler im Buchhandel erschienen sind, Lien zwei hervorgehoben, die ihre» orientierenden Inhaltes wegen Beachtung verdienen. Das eine Büchlein istHillgers Wegweiser für die Reichstagswahl 1 907" (Hermann Hillgers Verlag, Berlin W. 9, Preis 50 Pfg. Herausaegeben von Dr. Arthur Blaustein und Herrn. Hillger), welches auf 160 Seiten in objek­tiver Darstellung alles «uf die Wahl bezügliche Material in leichtverständlicher und übersicht­licher Fassung bietet. Reben einer Chronik der letzten Legislaturperiode finden wir darin das Wahlgesetz und das Wahlreglement für den Reichstag, Schilderungen der einzelnen Parteien, sowie eine ganze Reihe sorgfältig ausgearbeite­ter Zusammenstellungen und lleberstchten. Hill­gers Wegweiser enthält feinet: die Programme und Wahlaufrufe sämtlicher Parteien, eine aus- führliche Liste sämtlicher Wahlkreise mtt den 1903 und bei den Nachwahlen für jede Partei abgegebenen Stimmen nebst kurzen Charakteri­stiken der bisherigen Abgeordneten und vieles andere. Eine Kampfschrift im besten Sinne dagegen ist das vom Reichsverbande gegen die Sozialdemokratie herausgegebene Handbuch für nichtsozialdemokrattsche Wähler iut Reichstagswahl am 25. Januar k 907 (Berlin 1907, Reichsverbands-Berlags. Auf mehr, als 300 Seiten wird in diesem Hand­buche alles klar gelegt, was gegen die Sozial­demokratie spricht, deren Irrlehren in durchaus sachlicher Weise zerpflückt und in ihrer Verkehrt­heit beleuchtet werden. Alphabetisch geordnet und außerdem mit Namen- und Sachregister ver­sehen, bietet das Handbuch, das zugleich über alle innerpolitischen Fragen Aufklärung schafft, etn treffliches Mittel zur Aufklärung und Belehrung und eine wirksameWaffe gegen den Wortschwall sonaldemokiatischer Agitatoren. Der beste Beweis für den Wert feines Inhaltes rmd für seine praktische Verwendbarkeit ist der Zorn und Gift sprühende Eifer, mit dem das fminTWW« kmnpihsgtt derVorwärts" das Handbuch in den Schmutz zu ziehen sucht, ohne allerdings bei denkenden Menschen durch seine gehässige Schimpferei Eindruck erwecken zu können?

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Januar.

Der Kaiser hörte gestern vormittag die Vorträge des Chefs des Milttö «abinetts, des Chefs des Admiralstabes und des Chefs des Marinekabinetts. Um 1 Uhr nahm der Kaiser en einer Frühstückstafel beim Offizierkorps des Kaiser Alexander - Garde - Erenadierregiments «r. 1 teil.

Kolonialdirektor Dernburg hielt am Dienstag abend in Berlin vor einer freien Ver- «inigung von Gelehrten und Künstlern eine Rede, in der er die historische Entwicklung un­seres Kolonialbesitzes, seine gegenwärtige mitt» schaftliche Lage und seine zukünftigen Aussichten ffit den Fall darlegte, daß sich das deutsche Volk hinfort zu einer weiter ausschauenden, groß» ifigigen Kolonialpolitik bekennen werde. Ins­besondere wurden die Aussichten Deutsch-Süd« westafrikas ausführlich dargelegt.

Die Feier des Bischofsjubiläums de» Kar­dinal-Fürstbischofs Dr. Kopp in Breslau Le« gönn, wie bereits mitgeteilt wurde, mit einem großen Fackelzuge, an dem sich 2000 Personen beteiligten. Als Vertreter des Kaisers bei der Jubiläumsfeier ist Kultusminister v. Stabt an­wesend, als Vertreter der österreichischen Re­gierung Landespräfident Reinold. Ferner sind zahlreiche Bischöfe erschienen, darunter der Kar­dinal-Erzbischof von Köln Dr. Fischer.

Die Portofreiheit des fürstlichen Hause» wn Thuru und Taxis wird jetzt aufgehoben.

Zur Zigarettensteuer. Rach demVerl. L.-A." hat der Bundesrat auf Grund des § 34 Absatz 2 des Zigarettensteuergesetzes beschlossen: 1. Die Frist für den steuerfreien Verkauf der bei den Kleinhändlern von den im Juli v. I. an­gemeldeten Vorräten an Ztgarettenblättchen noch vorhandenen Restbestände wird bis zum 1. März 1907 verlängert und die Erledigung von hierauf gerichteten Anträgen den Direktivbehör« den übertragen. 2. Die Direktivbehörden wer« den ermächtigt, über die etwaige Nickteinhalt- ung der für die Vorlegung der Gesuche um Fristverlängerung in dem betreffenden Para» g.aphen der Zigarettcnsteuer - Ausführungs.- Bestimmungen festgesetzten Frist Hinwegzusehen.

Für Steuerzahler. In Preußen ist man wieder in die Frist der Abgabe der Steuerer« Üarungen getreten. Eie währt vom 4. Lis ein­schließlich 21. Januar. Für ihre Richtinne- haltung find in der Einkommensteuernovelle andere Maßnahmen vorgesehen, als sie im Ge­setze vom 4. Juni 1891 getroffen waren. Bisher verlor, wer die Steuererklärung nicht in der vorgeschriebenen Frist abgab, die gesetzlichen Rechtsmittel gegen seine Einschätzung für das be­treffende Steuerjahr, wenn nicht Umstände dar- aetan wurde», welche die Versäumnis entschuld­bar machten. Wurde er zur Abgabe der Steuer­erklärung nochmals aufgefordert und reichte sie Nicht innerhalb vier Wochen darnach ein, so hatte tt neben der veranlagten Steuer einen Zuschlag von 25 Proz. zu zahlen und außerdem die durch seine llnterlasiung dem Staate entzogene Steuer zu entrichten. Diese Maßnahmen sind jetzt et­wa» anders gefaßt. Nunmehr würde, wer bis

zum 21. Januar einschließlich die Steuerklärung nicht abgibt neben der im Veranlagungs- und Rechtsmittelverfahren endgiltig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 5 Proz. zu derselben zu zahlen haben. Wer dann die Erklärung nicht innerhalb Meier Wochen nach einer nochmaligen, an ihn zu richtenden besonderen Aufforderung abgeben würde, würde einen ferneren Steuer» Sschlag von 25 Prozent zu entrichten haben.

tt Steuerzuschlag, der jetzt festgestellt werden kann, beläuft sich alfe nicht wie bisher auf 25, sondern zusammen auf 30 Proz. Da die Fest« setzung des Zuschlages nut unterbleibt, wenn Umstände bargetan werden, welche die Ver­säumnis entschuldbar machen, so kann nicht dtin- genb genug geraten werden, die Fristen zur Ab­gabe bet Steuererklärung innezuhalten.

Deutsche Kupferlager in ELdwestasrika. Nach Berichten englischer Blätter find in Süd- westafrika tu der Nähe von Windhuk reiche Kupferfelder entdeckt worden.

Ein deutscher Instrukteur für die marock- kanffche Reiterei. Oberstleutnant Wolff vom 25. Dragonerregiment wurde mit Genehmigung der deutschen Regierung auf mehrere Jahre nach Marokko beurlaubt zum Zweck der Reor- ganifation der marokkanischen Kavallerie.

Nnslimd.

Die Neuwahlen zum österreichischen Ab­geordnetenhause sollen in der zweiten Hälfte des April stattfinden.

Auch eine Folge des Kulturkampfes in Frankreich. Paris, 8. Jan. Gestern wurden 5500 Priester und Seminaristen $u:.t Militär­dienst eingezogen. Die meisten von ihnen haben schon ein Jahr gedient.

= Der Kopf Raisuki». Der matokkanishe Ktiegsminister Gebbas setzte einen Preis auf den Kopf Raisulis aus, dem er versuchen wird, einen Hinterhalt zu stellen. Wie verlautet, ist Raisult der Gefangene eines Berberstammcs, der ihn gegen Gewährung von Amnestie für verschiedene Raubzüge auszuliefern versprochen hat.

MarLnkft «nd U«ig:gcnd.

(Nachdruck aller Ottgmalarttkel ist gemäß § 18 bei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Ouellenaugabe .Oberhrff. W ««stattet»

Marbirrg, 9. Januar.

* Fortbildungsverein. Man schreibt uns: Die sehr beliebten Wintervorttäge des Fort- bildungsverei !» werden am näcWen Montag beginnen. Folgende Herren haben je einen Dortrag übernommen: Dr. M. Christlieb, Prof. Dr. de la Camp, Dr. Krufius, Prof. Dr, Schücking, Dr. Diehl, Dr. Lorenz, Dr. Köppel und Prof. Dr. Richarz. Herr Dr. M. Christlieb wird am nächsten Montag, abends 8 Uhr präzis, im Auditorium 10 der Universität überJapa­nisches Volksleben" sprechen. Zur Teilnahme an den Votträgen find berechttgt die Mitglieder des Vereins und deren Damen, lowie die Da­men des Vereins Frauenbikdung - Frauen- studium (Abt. Marburg). Die Dotträge wer­den viel Belehrung und Anregung bringen und auch in bi-fern Winter dem Verein neue Mit­glieder zuftibren.

)( Verleihung. Dem Kreisboniteur Wagner hier wurde der Kgl. Kronenorden 4. Klaste ver­liehen.

* Verein Frauenbildung Frauenstudium. Abt. Marburg. Wir machen noch einmal auf den heute Abend 8 Uhr im Freidhoffchen Saale stattfindenden öffentlichen Vorttag von Fräu­lein Dr. Salomon aus Berlin aufmerksam, der sicher des Anregenden und Belehrenden eine Fülle bieten wird.

)( Handwerkerverein Wiufrida. Am letz­ten Sonnabend hielt der kath. Handwerkerver­ein Winfrida eine gut besuchte Generalver­sammlung ab, in der auch drei Herren zu Ehren­mitgliedern ernannt wurden. Am nächsten Sonntag begeht der Verein im Turnergatten fein Wintervergnüoen. Das Nähere ist aus dem Inseratenteil ersichtlich.

* Turnerisches. Der geschäftsführende Aus­schuß des IX. Kreises hat in seiner vorgestern in Gau - Algesbeim stattgehabten Sitzung nach­stehenden Arbeitsplan für 1907 ausgestellt: 17. Februar: Kreisvorfechterschule in Offenbach; 3. März: Kreisturnta- in Marburg; 7. April: Versammlung der Leiter und Leiterinnen von Frauenabteilungen in Darmstadt: 28. u. 29. September: Kreisvorturnerstunde in Wiesbaden.

)( Zur Strahenreiniguug. Wir machen da­rauf aufmetffam, daß die Bahnhofstraße, Eli- sabethstratze, Steinweg, Neustadt, Wettergaste, Marktgaste und Barfüßerstraße täglich bis st Uhr morgens, alle anderen Straßen jeden Mitt­woch und Sonnabend vor eintretender Dunkel­heit gründlich zu reinigen find. Einer Auffor­derung hierzu durch einen Polizeibeamten be­darf es nicht.

# Dreihausen, 8. Jan. In überfülltem Saale die Leute standen auf dem Flur bis zur Treppe hinab sprach heute Dr. Böhme über das Programm der deutsch-sozialen Anttfemite«. Obwohl auch in diesem Otte die Gerlachpatttt 1903 die Mehrzahl der Stimmen gehabt hatte, fand seine Programme cke, wie fein Schlußwort die begeisterte Zustimmung der Nnwefenden. Die Niederlage der Gerlachpartei wird für diese Gruppe zu einem direkten Zusammenbruche füh­ren, überall versichern Kenner der Verhältniste, daß die Anzahl der Anhänger v. Eerlachs sich von Tag zu Tag verringert.

(:) Wenkbach, 7. Jan. Am 2. Pfingstfeiertag begeht der hiesige Gesangverein fein 5. Stif­tungsfest. Das Nähere wird noch im Inseraten­teil bekannt gegeben. ,

Stedebach, 8. Jan. Die landespÄizeiliche Genehmigung z« Anlage eines neuen Fried­hofs ist erteilt worden.

Froichausen, 7. Jan. In zwei außerordent­lich stark besuchten Versammlungen zu Roth und Fronhausen, am 4. und 5. Januar, sprach Oberlehrer Dr. Werner unter stürmischem Beifall für die Kandidatur Dr. Böhme. Den Vorsitz führte in beiden Versammlungen Schnei­dermeister Rupp, welcher ebenfalls bie lebhafteste Zustimmung der Versammlungen fand. Es zeigte sich in diesen beiden Hochburgen v. Gerlachs, daß seine Herrlichkeit rasch zu Ende geht. Es war niemand vorhanden, der sich zu seinen Gun­sten erhob. Die Rolle ist ausgespielt. Man will keinen Frttstnnigen in unferm Kreise. Die na­tionalsoziale Seifenblase fft damit in leere Luft zerstoben.

4- Sroßseelhei«, 5. Jan. Letzthin sprach im hiesigen Otte bet gewesene nationalsoziale Reichstagsabgeordnete v. Eerlach. Jedenfalls hat et den Eindruck mitgenommen, daß auch hier für ihn trotz der Freiexemplare nichts zu Helen ist.

() Eroßseelheim, 7. Jan. Am Sonnabend sand aus Anlaß des 25jährigen Dienstjubiläums des Ortsdieners Hampeter Mink in der Gabe« fchen Wirtschaft eine Feier statt, bie umsomehr einen schönen Verlauf nahm, als der bekannte Hofkoch" ein vorzügliches Esten dazu bereitet hatte. Bürgermeister Nau überreichte dem Ge­st ietten namens der Gemeinde einen pracht­vollen Sessel nebst Widmung und der Vor­sitzende des Gesangvereins, Herr L. Klingelhofer, üsiergab ihm in Anbetracht des Umstandes, daß Mink über einen so vorzüglichen II. Brummbaß verfügt, ein paar Winterschuhe. Würdige An­sprachen hielten die Herren Kantor Kraft und der Erotzseelhttmer Beschützet der Wälder, Herr Henkel. Auch ein Hamburger Bäckermeister, bei dem Hampeter Mink von 1860 bis 1870 in der Fremde war, hatte seines ehemaligen Gesellen gedacht und 10 M geschickt. Die Kapelle Fuß und Schröder trug durch prächtige Konzertstücke und der Gesangverein durch herrliche Gesänge viel zur Verschönerung des Festes bei. Da es an freiwilligen Kellnerinnen nicht fehlte, drehte sich auch bald die ganze Festgesellschaft ini Kreise. Daß sich auch sechs starke Herren aus einer Nachbarstadt an dem fröhlichen Feste btteiligten, wollen wir weiter nicht verraten.

4- Niederwald, 7. Jan. Der hiesige Ktteget- eerein hielt gestern abend unter zahlreicher Be­teiligung, auch von feiten der 11 Kriegs­veteranen, seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende gedachte in seiner Rede auch der kom­menden Reichstagswahl und ermahnte, nur für denjenigen zu stimmen, der fest zu Kaiser und Reich halte. Zum Schluß brachte er ein begei­stert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Bei der Vorstandswahl wurde der alte Vor­stand wiedergewählt und zugleich beschlosien, am 2. Pfingstfeiertag das 10jährige Stiftungsfest zu feiern.

A Schwabendorf, 7. Jan. Der 70 Iahte alte Schäfer Eöbeler, der stets mit seltener Ge­wissenhaftigkeit fein Amt versehen, hat nach 47jähriger Tätigkeit seinen «ertrag mit den Schafhaltern nicht mehr erneuert.

X Rauschenberg, 7. Jan. Die Fahrpostver­bindung zwischen hier und Kirchhain ist so un­praktisch und mangelhaft eingerichtet, daß drin­gende Abhülfe erwünscht ist. Fast volle acht Stunden ist man hier ohne jede Verkehrsgelegen­heit, da auch die frühere Postverbindung mit Cölbe eingegangen ist. Der Gemündener Pnvat- omnibus ist in der Regel seht besetzt, daß man kaum Platz finden kann. Hoffentlich laßt die Wohratal-Bahn nicht mehr lange auf sich warten.

Hessen-Nassau M NachbargeLrete.

Gaffel, 6. Jan. Zur Errichtung gesunder und billiger Wohnungen für Postunterbeamten sind der Postbaugenoffenschaft von der Landesver- ficherungsanstalt Hessen-Nassau 90 000 Mk. zu einem Zinssätze von 3 Prozent geliehen worden. Die Postbaugenoffenschaft wird in der Orleans- sttaße noch einige Neubauten errichten.

«affel, 7. Jan. Seinen Verletzungen erlegen ist am Sonntag im hiesigen Landkrankenhause der SchmiÄ Gehrke. Gehrke war, wie bereits kurz berichtet, in einer Maschinenfabrik in Ro­thenditmold bei der Nachtschicht von Freitag auf Sonnabend dadurch verunglückt, daß ihm ein glühendes Stück Eisen gegen den Unterleib flog und sich tief in den Körper einbohrte, wodurch er außer den äußeren Verletzungen gräßliche innere Brandwunden sich zuzog. G. stand Ende der vierziger Jahre und stammt aus Witzen­hausen.

Heesfeld, 6. Jan. Ein historischer ©cbenttag für unsere Stabt ist bet bevorstehende 20. Fe­bruar dieses Jahres, find doch an diesem Tage hundert Jahre verfloffen, daß der badische Oberst­leutnant Lingg durch seine hochherzige Tat un­sere Stabt vor dem sicheren Untergang rettete. Es wird beabsichtigt, den denkwürdigen Grtnne» rungstag durch eine entsprechende Festlichkeit zu begehen und die Vorbereitungen dazu find beieits im Gange. Am Vorabend des 20. Fe­bruar gelangt in der großen geräumigen Turn­halle das 5ofef Ranksche SchauspielDer Mann von Hersfeld" zur Ausführung. Der Verfasser schildert in diesem Schauspiel die für Hersfeld so verhängnisvollen Begebenheiten des Jahres 1807. Das Stück wurde schon im Jahre 1862 Inet aufgeführt und cs dürste einem Teil unserer Be­wohner diese Aufführung noch im Gedächtnis sein. Das Textbuch des Schauspiels ist neu ge­druckt worden und durch die Hoehlsche Br chnans- lung (A. Webert) hier zu beziehen. Am Fest­tage selbst finden bann kirchliche und Schufierern, nachmittags ein Festeffen imb abends Kommers statt. (Caff. Tgbl.)

Göttingen, 7. Jan. Gestern morgen erschoß sich hier im Elternhaus seiner Braut der in Northeim in Dienst stehende Heizer Bormann. Er war wegen wiederholter Trunkenhttt aus dem Dienst entlaßt» worden.

~ Göttin gen, 7. Jan. Heute hak hier ein auchs von auswärtigen Teilnehmern besuchter Uni« vcrsitäts-Fortbildungskursus für Volksschullehrer mit 66 Zuhörern begonnen. Es lesen u. a. Pro« feffor Verwarn über Körper und Seele, Professor Brandt über Renaissance.

Schmalkalden, 6. Jan. Bei einem Fleischer in Pößneck, bet sich einer Operation wegen Blinddarmentzündung unterziehen inutzte, rourb» eine Schweinsborste im Blinddarm gefunden« Der Vorfall mahnt zur Vorsicht.

G. Hanau, 8. Juni. Im Wahlkreise Hanau« Gelnhausen-Orb hat sich nun der Aufmarsch bet Parteien vollzogen. Um das Mandat bewerben sich der bisherige Vertreter des Wahlkreise» Amtsrichter Dr. Lucas-Langenselbold (national» Hb.), der von den Konservativen und dem Bund bet Landwirte unterstützt wird, der Bürgermei­ster a. D. Köhler aus Langsdorf (deutschsoz.), der Rechtsanwalt Dr. Heilbrunn aus Frankfurt a. M- bet von der tm Vorjahre gegründete« liberalen Vereinigung aufgefteflt worden ist, so­wie der Schriftsteller E. Hoch aus Hanau (sozial- dem.). Das Zentrum hat Wahlenthaltung he», schloßen.

Frankfurt «. ®L, 7. Jan. Im Bahnhofs« Hotel erschoß sich eine reiche geschiedene Host an» derin. Der Grund zur Tat soll verschmähte ^Aus Hesien, 8. Jan. Die hessischen Volksschul« lehrcr beabsichtigen, eine Deputation zu beit Croßherzog zu entsenden, um vor diesem das Um zureichende der Kehaltsvorlage bet Regierung klarzulcgen. Die Absicht bet Lehret, bie bereits in einer großen öffentlichen Versammlung ange­kündigt wurde, hat aber bis jetzt wenig Gegen« liebe bei den vorgesetzten Behörden der Lehret gefunden.

Butzbach, 7. Jan. In den letzten Woche,« haben hier Verhandlungen zwischen hiesigen Interessenten und einem Vertreter der Firma tzenz u. Co. stattgefunden übet die Erbauung einet Bahnlinie Butzbach-Rockenberg und einet ofnic ButzbachEbersgöns. Beide sollen ihr« Zentrale im Bahnhof Butzbach-Ost haben und ge, meinsame Züge erhalten. In hiesigen Äreifen glaubt man nicht an bie Erbauung einer Wetter­talbahn GriedelBad Nauheim, sondern bösst auf die Errichtung "Hier Verdindungsbayn zwi­schen Butzbach und -kenberg, welche Orte be« Ian tu..-., die beide; atzten hetz, -en Strafan­stalten besitzen.

Wetzlar, 7. Jan. Bei den Bahnhofserweite­rungsarbeiten wurde ein Arbeiter, der auf dem Geleise stand, von einem Zug überrascht. Et merkte die ihm drohende Gefahr erst, als bie Maschine unmittelbar hinter ihm war und wollte sich durch Lausen in Sicherheit bringen; doch es war leider zu spät. Der Zug holte ihn ein und versetzte ihm einen Stoß, daß er auf bie Seite flog. Durch den Stoß war das Rückgrat gebrochen, sodaß eine halbe Stunde spater der Tod eintrat. ,, _

Wiesbaden, 7. Jan. Im städtischen Kranken­hause hier starb im Alter von 36 Jahren nach 17jährigern Krankenlager ein Architett, dessen Rörner an einer langsam zunehmenden Ver­steinerung litt, sodaß er zuletzt mumifiziert er« schien.

Biebrich, 7. Jan. Aus der Hinterlaffenschaft der Mwe. Schleich sind der Stadt Biebrich 100 000 Mark zugefallen.

Dortmund, 8. Jan. Der deutsche Lehrerver­ein hat als Verhandlungsgegenstände der fünf« ten, 1908 in Dortmund tagenden deutschen Leh­rerversammlung die ThemataDer Lehrer­mangel nach seinen Ursachen und Wirkungen undNotwendigkeit und Wirkungskreis einer Reichsbehörde für Volksbildung und Volksschul­wesen" gewählt.

Freudenberg, 8. Jan. Die Zahl der Unglücks« fälle bei dem Bahnbau mehrt sich in ganz er­schreckender Weise. Am vergangenen Samstag verunglückten wieder zwei Italiener. In einem etwa 8 Mtr. hohen Einschnitt unweit des Bahn­hofes Wildenburg hatte ein Schutz nicht die ge­wünschte Wirkung gehabt; man wollte deshalb von unten herauf einen zweiten setzen. Eben hatten sich zwei Arbeiter an die Stelle begeben, uni das Bohrloch zu schlagen, als sich plötzlich bie Masten von oben lösten und die beiden begruben. Man beeilte sich wohl, bie Verschütteten wieder frei zu machen, doch war der eine bereits tot und bet andere starb nach einer halben Stunde.

Boppard, 8. Jan. Kaum ist das große Schacht­unglück bei Sauerbrunnen geschehen, als schon wieder eine Trauerbotschaft ins Land kommt. Ein bei Ehr an der Bahnstrecke Voppard- Castellaun arbeitender Mann war gestern Nach­mittag mit Dynamitsprengungen beschäftigt, als sie der Sprengstoff früher, wie vorgesehen, ent­lud und den Arbeiter sthrecklich zurichtete. Schwer verletzt wurde der Unglückliche kurze Zeit dar­nach gefunden. Das Fleisch ist ihm im Gesicht vollständig in Fetzen geristen, und das eine Angs ist verloren. Wahrscheinlich hat her Arbeiter auch innere Verletzungen erlitten; denn nachdem er in das hiesige Hospital verbracht war, bat er bi3 neun Uhr gestern Abend noch nicht bas Be­wußtsein wiedererlangt. .

Goslar, 7. Jan. Am Brocken tm Schneesturm umgelommen ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Tourist, bet am 2. Weihnachtsfeiertage vom Toridause aus, trotz bringender Warnung des Wirtes, einen Brockenaufstieg ebne Schneeschuhe, unternahm und seitdem spurlos verschwunden ist. Mehrere Rettungserpeditionen blieben ergeb-, nislos. Der Fremde «ar dem Dialett nach ein! Schlesier. i

Wissenschaft, Kunst und tot«.

* Akos Lasziv hat einen Preis von 1008 Mark für ein neues Violinkonzert ausgejdjrtet ben. An dem Wettbewerb können sich deutsche^ österreichische und ungattsche Komponisten be­teiligen Als Preisrichter werden fungieren) die Herren Prof. Dr. Joseph Joachim, Carl Halit, Engelbert Humper< d i n ck, Dr. E. M a n d y c z e w s k t (Wien) uni Generalmusikdirektor Fritz S t c i n b a (i sKölnj. Den Verlag des xreisgektonlcn Konj zertes wird bie Firma Albert Stahl (Berlins übernehmen. Die Komponisten, bie sich an de» Wettbewerb zu beteiligen wünschen, werden auß