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mit dem Mcisblatt für die Kreise Marburg und KiEsu«
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Marburg
Mittwoch 9. Januar 1907.
Erscheint wöchentlich steben mal.
Druck tmb Verlag- Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruck««!
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahr«.
Erstes Blatt.
Mltpslitik und Verbesserung
-er Wirtschaftslage.
Wenn das Reich groß und achtunggebietend haftsht unter den Weltmächten und wenn es dementsprechend auch das internationale Wirtschaftsleben zu seinen öunften zu beeinflussen vermag, so werden die segensreichen Wirkungen hiervon allen Klaffen und Berufsständen des deutschen Volkes zu Gute kommen. In diesem Sinne ist es für das deutsche Reich Pflicht der Selbsterhaltung, eine zielbewutzte und grotz- zügige Weltpolitik zu treiben und unablässig daran zu arbeiten, die hierzu unumgänglich nötigen Machtmittel zu Lande und zu jWasser zu verstärken, da, wie wir schon gestern üusführten, hier ein Sullstanb sofortigen Rückschritt zur Folge haben müßte. Das aber wollen die innerpolitischen Gegner unserer Reichsregier- lung nicht anerkennen, vielmehr zeigen sie sich fortgesetzt bemüht, die allbekannten Tatsachen zu leugnen und die Meinungen zu verwirren. Für alle wirtschaftlichen Unzulänglichkeiten im ^Lande, für alle sozialen Mißstände, wie solche ja niemals ganz aus der Welt schwinden werden, xveil ine wirkliche Gleichheit aller auf wirtschaftlicher Basis schon wegen der Verschiedenheit jber Menschen in Bezug auf Befähigung und Charakter in unserer realen Welt einfach eine lUumöglichkeit bedeutet, pflegen sie mit Vorliebe die hohen Aufwendungen verantwortlich zu Macherz. die zur Durchführung unserer welt- poAtWen Aufgaben erforderlich sind, und suchen dsWN dem Volke weiszumachen, daß der deutsche Michel sich um die Dinge außerhalb der schwarz-weiß-roten Grenzpfähle am liebsten gar micht bekümmern solle.
i „Die Weltpolitik kostet Geld, und die begonnenen Wahlkämpfe werden unter dem Zeichen hes Hungers und der Verelendung der Maffen geführt" so klingt es aus sozialdemokratischen Hetzreden und Schriften; denn obgleich die be- (tonnte „Verelendungstheorie" wissenschaftlich -längst widerlegt worden ist, so wird sie immer 'und immer wieder zur Aufreizung der Urteilslosen angewendet. Daß aber in unserer Zeit — 'Dank eben der politischen Machtentfaltung des ^deutschen Reiches — keine Verschlechterung, sondern im Gegenteil eine Verbefferung der wirtschaftlichen Lage insbesondere der unteren Schichten unseres Volkes eingetreten ist, dafür zeugt u. a. auch der Bericht der Handelskammer zu Berlin über das Jahr 1906. ,
In diesem Berichte beißt es: „Die Aufwärtsbewegung des wirtschaftlichen Lebens, welche,
vom Jahre 1903 ein der feit der Jahrhundertwende herrschenden Depression gefolgt war, hat sich weiter fortgesetzt .... Zur Steigerung der Rohstoffpreise trat eine ebenfalls fast allgemeine Steigerung des Preises der Arbeit. Ihren Grund hatte sie einerseits in der Teuerung der Lebensbedürfniffe der Arbeitenden, andererseits aber wollten die Arbeiter auch über den Ersatz der Mehrkosten der Lebenshaltung hinaus einen Anteil an der günstigen Konjunktur haben, und sie haben ihn bei dem dringenden Bedarfe an Arbeitskräften meist erhalten. Stabilität des Lohnes wird nur etwa aus solchen Zwejgen gemeldet, in denen schon vorher sehr hohe Löhne üblich geworden waren. Es ist erfreulicherweise festzustellen,; daß die Kaufkraft der letzten Verbraucher bisher nicht etwa überanstrengt worden ist. Denn die gewachsenen Mengen der fertigen Fabrikate sind keineswegs zu Lägern auf- gehöuft worden, sondern in den Konsum übergegangen, und es konnte, wie erwähnt, die Nachfrage nicht einmal immer völlig befriedigt werden. Man darf also annehmen, daß die Einkommen aller Art — mit der freilich gewichtigen Ausnahme der schwer beweglichen Beamtengehälter, welche nur hier und da durch Teuerungszulagen eine Erhöhung erfahren haben — also das Einkommen aus Arbeit, aus Unternehmergewinn, aus Besitz von Grund und Boden und von beweglichem Kapital, stärker gewachsen sind, als die Kosten des gesamten Lebensunterhalts ... Die erwähnte umfassende Lohnsteigerung, die bald 5, bald 10, 15, 20 Proz. betragen hat, hat sich hier meist in der Stille vollzogen, ohne daß die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam wurde. Die Arbeiter der Betriebe verlangten eine Lohnerhöhung, und die Arbeitgeber bewilligten sie unter Berücksichtigung einerseits der Teuerung der Lebensbedürfnisse der Arbeiter, andererseits des Arbeitermangels und des Drängens der übernommenen Liefrr- ungsverpflichtungen. Schließlich stellt der Bericht fest, daß jetzt, an der Jahreswende, erfreulicherweise, noch keinerlei Anzeichen für eine tatsächliche Umkehr der Konjunktur festzustellen seien. Es könne vielmehr darauf hingewiesen werden, daß allein schon der große Auftragsbestand, mit dem die Industrie in das neue Jahr eintritt, für eine geraumere Zeit noch die Fortdauer eines guten Geschäftsganges erwarten läßt." Die Monatsschrtft „Der Arbeitsmarkt" stellt fest, daß in den Monaten März bis Oktober des Jahres 1906 das Angebot der Arbeitskräfte für die offenen Stellen nicht oder nur knapp ausreichte. Die Zeitschrift bemerkt sodann: „Ein deutliches Zeichen dafür, daß die Gunst des deutschen Arbeitsmarktes im Jahre 1906 auf durch- aus gesunder Grundlage basierte, ist außer der Elastizität, mit der die Einführung der höheren
t lNachdruck verboten.),
Ueber alles die Kunst.
Roman von Clarissa Lohde.
(Fortsetzung).
XXIII.
Der Herbst rückte heran. Schon begann das Laub der Bäume sich rötlich zu färben, wie leiser Dust lag es über dem Grünewald, dessen Kiefern dunkel aus dem bunten Herbstkleide der Gärten emporragten.
Trotz der kühlen Luft vermochte die Rätin sich noch immer nicht von ihrem ländlichen Aufenthalt zu trennen. Sie fühlte sich so seltsam matt und schwach, ein inneres Ahnen kündete ihr: Nicht mehr lange und dis letzte Stunde bricht für dich herein. Genieße noch, was du zu genießen vermagst: Luft, Tannendurft, Waldesrauschen. Und Dr. Martin sagte nichts dagegen. Jetzt hieße es, sie gewähren lassen, ihr schadete nichts mehr.
„Wenn nur Marga endlich käme," seufzte Susanne. „Die Mutter spricht nicht davon, aber ich weiß, an ihrem Herzen nagt der Schmerz über die Lieblosigkeit ihres Kindes, der den Frieden ihrer letzten Tage stört. Das hat sie nicht um Marga verdient."
Dr. Martin machte eine beschwichtigende Bewegung mit der Hand.
'Vermeiden wir, von ihr zu sprechen. Ist sie dann eines Tages da —“
„O, sie wird nicht da sein," unterbrach Susanne ihn heftig. „Eben schreibt sie wieder, daß thr Gemahl noch einen längeren Aufenthalt auf per Insel Wight vorgesehen habe, um sich von Den Anstrengungen der Nordlandfahrt zu erholen. Es würde vielleicht Weihnachten heran- skommen, ehe sie hierher nach Berlin kämen." ' Roch ernster blickte der Arzt.
„Und du hast ihr geschrieben, wie es um die Mutter steht?"
„Alles, alles und so eindringlich, wie ich es nur vermochte."
„Und dennoch?"
„Dennoch versicherte sie immer aufs neue, daß sie überzeugt sei, wir sehen zu schwarz. Auch sehne sie ja ein Wiedersehen mit der teuren Kranken herbei, aber vorläufig ließe es sich noch nicht ausführen, ihre erste Pflicht gehöre doch dem Gatten."
Dr. Martin schüttelte den Kopf und preßte unmutig die Lippen zusammen. Als er aber in das bekümmert zu ihm aufschauende Antlitz seiner Susanne schaute, vermochte er es doch nicht über sich, ein anderes, als ein tröstendes Wort zu sprechen."
„So laß uns hoffen, daß Marga Recht behält und wir zu schwarz sehen."
Endlich aber mußte doch an die Uebersiedelung in die Stadt gedacht werden. Die Tage nahmen Zusehens ab, die Nächte wurden immer kühler.
Am letzten Tage fanden sich Elisabeth und Gisela ein, um den Abend mit der Familie zusammen zu verleben. Gisela sah ein wenig bleich und angegriffen aus. Die Hand, die sie in die der Kranken legte, war kühl und zitterte ein wenig.
„Was hat meine liebe Gisela?" fragte die Kranke aufmerksam. Ach, sie beobachtet so scharf trotz ihrer Blindheit! Ihr Empfinden ist so fein geworden, wie es eben nur bei solchen Kranken in die Erscheinung tritt.
Da das Wetter ausnahmsweise mild und sonnig war, fand diese Begrüßung auf der Veranda statt.
„Rücken Sie sich einen Stuhl an meine Seite,“ fuhr die Rätin fort, „und schütten Sie mir Ihr Herz aus!" Dabei nickte sie nach Susanne hin, die, ihre Mutter verstehend^ sogleich aufstand und die beiden allein ließ. Sa geschah es immer., wenn die Komteß etwas auf dem Herzen hatte. Der Rättn teilte sie alle» mit, wenn
Zölle überwunden wurde, die Indifferenz, die der Arbettsmarkt dem Zustrom ausländischer Arbeitskräfte gegenüber bewies. Denn daß die Einwanderung ausländischer Arbeiter in diesem Jahre ganz besonders groß war, ist trotz des Mangels ziffernmäßiger Nachweise zweifellos. Am gewerblichen Arbeitsmarkte wurde fast das ganze Jahr hindurch über Arbeitermangel geklagt: ließ im Bergbau die Nachfrage vorübergehend nach, so wurden in der Eisenindustrie die Klagen über Arbeitermangel desto vernehmlicher; in den Sommermonaten war es das Baugewerbe und die Landwirtschaft, in der Herbst- saison Textil- und Bekleidungsgewerbe, die über Arbeitermangel klagten. Die Dienstbotennot nahm noch an Schärfe zu."
Hoffentlich machen diese tatsächlichen Feststellungen dem Hehworte von den „Hungerwahlen" ein für alle mal ein Ende!
Deutsches Reich.
Berlin, 8. Januar.
: — Der Kaiser hat, nach der „Frkf. Ztg", sechs preußische Offiziere auf feine Kosten eine Reise nach Amerika unternehmen lassen, um ihnen Gelegenheit zu geben, Land und Leute zu studieren.
— ©ine Kundgebung des Eroßherzogs von Baden. Karlsruhe, 6. Januar. Eroßherzog Friedrich von Baden hat angeordnet, daß in allen Volksschulen des Landes am 18. Januar unter Hinweis auf die Bedeutung des Tages folgende Ansprache des Großherzogs an die Jugend verlese» werde:
„Der 18. Januar ist für jeden Deutschen ein Gedäibtnistag, den wir bochschäüen muffen. Eilt er doch der werten historischen Erinnerung an die Gründung des deutschen Reiches und die Proklamierung Königs Wilhelm von Preußen zum deutschen Kaiser. Diele Erinnerung erweckt in uns ein erhabenes Gefühl, dessen Bedeutung wir uns immer wieder zu vergegenwärtigen haben, um zu erkennen, welche Pflichten uns daraus erwachsen. Wir müssen für die Erhaltung und Befestigung der Macht des deutschen Reiches besorgt und stets bereit sein, dafür jedes Opfer zu bringen. Diese Macht des deutschen Reiches beruht aber nicht allein auf der so notwendigen Verteidigungsfähigkeit, sondern auch auf der geistigen Ausbildung der gesamten Natton. Je mehr dis geistige Kraft des Volkes erhöht werden kann, desto erfolgreicher werden alle feine Unternehmungen, und desto sicherer gestaltet sich der Ruf deutscher Arbeit anderen Nationen gegenüber. Bedenkt also, liebe Schüler, daß Fleiß und die Eewissenhestigkeit in den Studien aller Altersklassen sich nicht nur bewähren tarnt, wenn schon früh die Uebrrzeugung feststeht, daß die Ausbildung des Geistes als eine nationale Pflicht erkannt werden muß. So gedenken wir des 18. Januar 1871 und gehen nun mit neuem Eifer an unsere Arbeit, ja, an unsere Pflicht-
Entscheidendes an sie herantrat, und bei ihr fand sie Rat und Trost, wenn etwas ihre Seele bedrückte. Elisabeth grollte deshalb nicht mit dem jungen verschüchterten Mädchen, an der sie eigentlich jetzt noch Mutterliebe vertrat. Wußte sie doch, daß Gisela sie herzlich lieb hatte, aber ihre verständige, kühle Natur übte doch auf die Komteß nicht eine solche Anziehung aus, als die liebevolle Milde der Kranken, die ihr wundes Gemüt mit Ruhe und Trost erfüllte.
Neidlos freute sich Elisabeth an dem innigen Verhältnis zwischen der schon über dem Irdischen stehenden, dem Grabe zuwankenden älteren Frau und der suchenden ringenden Mädchenseele, die sich »ach dem rechten Weg sehnte, ohne aus sich selbst die Kraft schöpfen zu können, ihn zu finden.
„Und nun sprechen Sie, mein Kind," fuhr die Rätin fort, als sie mit dem Mädchen allein war. Gisela zog mit zitternder Hand einen Brief aus der Tasche.
„Es ist ein Schreiben von meiner Mutter an mich gekommen."
„Von Ihrer Mutter? Ich wußte es ja, liebes Kind, die Zeit würde kommen, wo sie Ihrer Liebe begehrt."
„Ja, sie begehrt meiner," erwiderte Gisela mit einem Seufzer. „Darf ich Ihnen den Brief vorlesen?"
„Ich bitte darum."
Und näher an die Kranke heranrückend, begann die Komteß:
.Liebe Eiset, wundere dich nicht zu sehr, daß ich noch gar nicht an dich geschrieben habe. Das war jedoch nicht Lieblosigkeit von mit, wie du vielleicht denkst. Fräulein Berger war so gütig, mir auf meine Bitte übet dein Ergehen zu berichten, und ich wollte dir meine unliebsame Person nicht zu sehr wieder ins Gedächtnis rufen, denn Herr Berger gab mir bei unserer Unterredung damals zu verstehen, daß du in einer fremden Umgebung, fern von mir und ohne jede Behelligung meinerseits allein glücklich leben
erfüllung. Und nun noch einige bedeutungsvoll» Worte Wilhelms des Siegreichen in der An« spräche an das deutsche Volk am 18. Januar 1871: „Uns aber und unseren Nachfolgern a« der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allezeit Mehret des Reiches zu fein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohl- fahrt, Freiheit und Gesittung."
— Ein neuer Ansturm gegen bas preußische Landtagswahlrecht. Die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei hat beschlossen, im Abgeotd- netenhause einen Antrag auf Einführung de» allgemeinen gleichen, direkten und geheime» Wahlrechts für die Wahlen im preußisches Landtage einzubringen.
— Zur Fleischbeschau- und Schlachtungsstatistik. Infolge der im Juni v. I. erfolgte« Aenderungen der Ausführungsbestimmunge« zum Fleischbeschaugesetze müssen auch die Bestimmungen des Bundesrats über die Fleischbeschau- unb Schlachtungs^atistik in einigen Punkten ergänzt werden. Ms zu der demgemäß vorzunehmenden endgültige» Regelung durch den Bundesrat sind vom Ministerium für Landwirtschaft vorläufige Verfügungen erlassen worden, die i« einem Runderlaß bekannt gegeben werden.
— Ueberfatt deutscher Diplomaten in Persien. Während eines Jagdausflugs nach einem etwa 30 Kilometer von Teheran entfernten Ort wurden Legationssekretär Freiherr von Richthofen und Dr. Schulz überfallen und beraubt. Selb» blieben unverletzt. Die persische Regierung Has auf Verlangen des Gesandten Stemrich Bestraf, ung der Schuldigen und Ersatz des entftanbenet Schabens zugesagt.
— Eine deutsche Postanstalt in Marokko. I» Tetuan ist eine deutsche Postanstalt eingerichtet worden, beten Tätigkeit sich auf den Briefpost-, Zeitungs-, Postanweisungs- und Nach- nahmebienst erstreckt, lieber bte Taxen unb Versenbungsbebingungen geben bte Postanstalt ten auf Verlangen Auskunft.
— Eingeschleppte Viehseuche. Die Maule unb Klauenseuche hat in Elsaß-Lothringen erheblich um sich gegriffen. Do die Einschleppunß aus Frankreich allem Anschein nach durch ei« Ochsengespann in Avricourt erfolgte, hat da» reichsländische Ministerium den Verkehr mit Rindergespannen über die deutsch-französisch» und deutsch-schweizerische Grenze verboten.
Ausland.
= Der „politische" Mord i» Rußland. In Rußland folgen die Attentate gegen höhere Beamte schnell aufeinander. Die meisten dieses; Attentate werden anscheinend von der sogen« Kampforganisation der Sozialrevolutionären Partei in Szene gesetzt. Vor einigen Monaten
tönntest. Es war dies nicht gerade freundlich von ihm, aber nach dem, war geschehen war, konnte ich an der Wahrheit dessen, was et sagten kaum zweifeln. Jetzt aber glaube ich doch, da es dir so viel besser geht, dir nicht vorenthalten zu dürfen, daß ich mich krank und einsam fühle, villeicht auch nicht einmal körperlich krank, aber im Gemüt. Du wirst mich verstehen. Die Gründe die dich aus dem Hause trieben, sind nicht wehe rorhanden. Der atme Stanislas hat sich sehr anständig benommen, er ist auf seine Güter zu- rückgekehrt und schreibt mit von dort, daß et dir dein Wort zurückgegeben habe. Nun freilich^ gegeben hattest du es ihm ja eigentlich nicht, es wat dir übet deinen Kopf weggenommen worben. Aber ttotzdem, er hat kein Wort des Vorwurfs gehabt, weder gegen mich, noch gegen dich und doch geht cs dem Aetmsten übel genug, denn dein Vermögen, das et fett Jahren gewohnt wat, als das feinge zu betrachten, ist ihm nun verloren.
Da ich mich gar so allein fühle, bitte ich dich, kehre zu mit zurück! Ich behalte die Villa, in der es mit stets so wohlgefallen, unb wir bleiben in Paris. Willst bu studieren? Gut. Ich werd« bir nichts mehr in ben Weg legen. Ach, bu weißt nicht, wie mübe ich allen Wiberstanbes bin. Aber allein kann ich nicht länger bleiben, unb Ute offen zu fein, ich fürchte, in meinet Verlassenheit begehe ich noch einen bummen Streich, bet dir vielleicht nicht angenehm fein würbe. D« wirst erraten, was ich meine. Nicht, baß ich schon einen bestimmten Bewerber im Auge habe, nein, aber für eine Frau meines Staubes unb meines Vermögens, bte immerhin noch ertriwlich aus- sieht, gibt es beten immer. Aber in bet Verzweiflung nehme ich wohl gar ben ersten besten. Also komm, sonst fallen bte Folgen auf dich!"
Eisela hatte gcenbet. Sie blickte zu bet Rättn hin, auf beten bleichen Gesicht sich eine schmerzliche Bewegung malte.
(Fortsetzung folgt.)