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fcn, abends eine Vorführung für Erwachsene. Der Eintrittspreis für Volksschüler ist auf ,10 Pfg., der für Schüler der höheren Schulen i<mf 20 Pfg. festgesetzt. Näheres wttd später be- 'fcnnt gemacht. Aus dem uns vom Vorstände ter Ortsgrupp: übermittelten Programm'rt sich erkennen, daß die Vorführungen sehr ab- prechselungsreich und belehrend sein werden.

)( Fuhballsport. Bei einem gestern abgehal­tenen Fußball-Wettspiel zwischen der hiesigen zweiten und der Dillenburger ersten Mannschaft blieben die Marburger mit 6 zu 1 Sieger. Bei dem schlüpfrigen Boden zeittgte das Wettspiel manche scherzhafte Szene, welche die zahlreichen Zuschauer sehr erheiterte.

)( Besitzwechsel. Das 85 ar große Weiu- trautsche Grundstück unterhalb der Weintrauts- Eiche ging zum Zwecke der Erbauung eines Ver- einshauses durch Kauf in den Besitz der Stu­dentenverbindungGermania" über.

)( Ausgesetzt aus ihrer Wohnung wurde heute früh eine am Grün wohnende Familie. Sämtliche Möbel usw. standen trotz des Regen­wetters auf der Straße.

)( Diebstahl. Am Sonnabend wurde einem in der Frankfurterstraße wohnenden jungen Mann ein Geldbetrag gestohlen.

Cölbe, 7. Jan. Am Samstag sprach hier in öffentlicher stark besuchter Wählerversamm­lung Dr. Böhme, der Kandidat der deutschsozia­len Antisemiten. Ein Marburger Sozialdemo­krat trat ihm entgegen, wurde aber von Dr. Böhme unter lebhaftem Beifall der großen Mehrheit gründlich abgeführt.

Allna, 7. Jan. Hier entwickelte am Sonn­tag in zahlreich besuchter Versammlung, die vom Herrn Schneidermeister Rupp-Niederwalgern ge­leitet wurde, Dr. Böhme sein Programm. Seine Ausführungen, wie die des Vorsitzenden, fanden einmütige Zustimmung. Sehr entschieden ging

sct mit Herrn v. Gerlach als Sprecher der

'.terklaffe Herr Rohrbach-Willershausen ins .richt. DieHessische Landeszeitung" habe ge­schrieben, er kenne die Verdienste des Herrn von Gerlach nicht, nun er und seine Arbeitsgenossen kennen sie hinlänglich, um zu wissen, daß Herr v. Gerlach, der angebliche Vertreter des kleinen Mannes, zu Ullstein und den großen Waren­usern gegangen sei. Bei der letzten Wahl hätte uie Arbeiterklasse Herrn v. Gerlach gewählt, ein­mal und nicht wieder, man wisse jetzt, welche Laus man sich in den Pelz gesetzt habe. Allseiti­ger Beifall begleitete auch diese Ausführungen.

-ft- Kirchhain, 7. Jan. Am Mittwoch, den 9. Januar, versammelt sich der Bezirkslehrer- vsrein Kirchhain im Hotel Mosebach hier.

-4-- Frankenberg, 7. Jan. Gestern Nachmittag von 4 Uhr ab hielt der seitherige Reichstags- abgeordneto Herr von Gerlach im Saale des HeMtchen Hofes eine Wahlversammlung ab. Der

Saal wär überfüllt, die Halste der Anwesenden waren jedoch Anhänger von Herrn Dr. Böhme, ebenso hatten sich auch zahlreiche Sozialdemo­kraten eingefunden. Herr von Gerlach legte sein zuerst bekanntes Wahlprogramm dar. Zur Dis­kussion meldeten sich Oberpostass'stent Rimbach und der sozialdemokratische Kandidat Herr Diß- mann aus Frankfurt a. M. Ersterer legte ihn nur die allerdings für die hiesigen Verhältnisse höchst verfängliche Frage vor, wie Herr von Ger­lach sich stellen würde, wenn Herr Dr. Böhme und Herr Dißmann in die Stichwahl kämen. Diese Frage umging jedoch Herr von Gerlach, wie auch auf unsere wiederhotten Anfragen, in­dem et echt gerlachischkeinebestimmte Antwort gab und erklärte es wäre ganz ausgeschlossen (!), daß Herr Dißmann in die Stichwahl käme, außerdem wäre die Sozial­demokratie das kleinste Uebel, da selbst Fürst Bismarck auf eine Anfrage einst in einem Wahlbezirke die Wahl eines Sozialdemo­kraten empfohlen hätte. (Leider vergaß er wohl, wie aus dem uns zugegangenen Bericht jeden­falls nicht heroorgeht, zu sagen, daß Fürst Bis­marck diese Auskunft gegeben hat, um klare Ver­hältnisse zu schaffen. Lieber 10 Sozialdemokraten als ein pendelnder Freisinniger! sagte er, da diese nicht Klarheit in den politischen Zielen vermissen lassen. Da weiß man doch woran man ist! Anm. d. Red.) Herr Dißmann legte hierauf der Versammlung sein Programm auseinander. Da die Zeit der Diskussion um "Vi Stunde über­schritten war, wurde er von dem Vorsitzenden er­mahnt, sich kurz zu fassen, auch die Versammlung verlangte energisch ein Ende seiner Ansprache. Das Schlußwort nahm Herr von Gerlach und brachte ein Hoch aufs deutsche Vaterland aus.

G* Treysa, 6. Jan. Der hiesige Radfahrer- vcreinWanderlust" wählte in seiner gestrigen Generalversammlung den seitherigen Vorstand Maurermeister Ehr. Hartmann, Kaufmann Hermann Strupp und Buchdruckereibesitzer Kempf einstimmig wieder und beschloß ein demnächst zu veranstaltendes Wintervergnügen. Im Jahre 1906 wurden in hiesiger Stadt 10 Ehepaare getraut, 110 Kinder geboren und 40 Sterbefälle standesamtlich gemeldet.

© Ziegenhain, 6. Jan. Ein sehr angesehener Kaufmann von hier erlitt beim Einsteigen in eine Chaise einen so schwierigen Beinbruch, daß seine sofortige Ueberführung in die chirurgische Klinik nach Marburg veranlaßt wurde.

0» Aus dem Kreise Ziegenhain, 6. Jan. Der Kreisverein der Fleisch- und Trichinenbeschauer hielt gestern imRosengarten" zu Ziegenhain eine Generalversammlung ab, in der verschiedene Vorträge gehalten und Vereinsangelegenheiten besprochen wurden.

Homberg, 5. Jan. Im Wahlkreise Fritzlar- Homberg-Ziegenhain wird Lehrer Heinrich Freuden st ein aus Marbach als libera­ler Kandidat für die bevorstehende Reichstags­

wahl kandidieren. Herr Freudenstein ist ge­bürtig aus Maden (Ät. Fritzlar).

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Scherfede, 4. Jan. Der Metzgergeselle Ere- veler zu Villerbeck, welcher früh morgens mit sei­nem Schlachtemesser an der Seite zum Schlachten bei einer Privatkundschaft ging, hatte das Un­glück, an einem Abhang zu fallen, wobei ihm das Messer in die Seite drang und das Herz verletzte. Infolge der Verwundung trat der Tod als­bald ein.

Rordhause», 4. Jan. Der 32jährige Rangie­rer Rudolf Gerboth aus Bielen wurde heute Morgen beim Anhängen abrangierter Wagen im hiesigen Rangierbahnhofe überfahren und sofort getötet. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder.

Heiligenstadt, 4. Jan. Ein Einwohner aus Weißenborn, der vor einigen Tagen bei strenger Kälte über den Ohmberg gehen wollte, wurde auf der Höhe zwischen Holungen und Kirchomfeld von Frost ganz erstarrt im Chausse-mraben ge­funden. Er wurde noch lebend nach Weißenborn zurückgebracht, wo er bald nach seiner Ankunft an den Folgen der Frosterstarrung verstarb.

Vermischtes.

Ein Schiff mit 100 Menschen untergegangen. So, wie das alte Jahr entschwunden ist, setzt das neue Jahr ein, reich an schweren Unglücksfällen. Nach den sich häufenden Eiscnbahnkatastrophen der letzten Woche, der folgenschwere Zusammen­bruch der Erdmassen beim Bahnbau bei Boppard. Und nun sogleich auch wieder eine Nachricht von jenseits des Meeres. Ein Personendampfer von St. Franzisko nach Panama ist mit 100 Menschen untergegangen, so wird aus einem Orte gemeldet, dessen Lage sich nach den Karten nicht genau bestimmen läßt, der entweder aber an der mexikanischen oder an der Vereinigten Staateilküste von Kalifornien gelegen ist. Die Meldung lautet: London, 5. Jan. Nach einem Telegramm aus Pescadero bei St. Fran­zisko ist der Passagierdampfer der Pacific-Mail- Stcamship-CompanyCity of Panama" mit 70 Passagieren und 30 Mann Besatzung bei War- dellbeacb unterhalb Pescadero gescheitert. Schiffs- triimmer und mehrere Flöße mit dem Namen des Schiffes sind ans Land geschwemmt. Das geschei­terte Schiff ist ein Doppelschraubendampfer und fuhr am 31. Dezember nach Panama. Unter den Passagieren befinden sich 15 Salon- und 25 Zwi­schendeckpassagiere. Die übrigen waren Chinesen.

London, 4. Jan. Eine furchtbare Szene ereignete sich gestern auf der Bahnlinie kurz vor Cambridge. Als ein Personenzug herankam, sah der dort stationiette Bahnwärter plötzlich, wie von der gegenüberliegenden Seite sein eigenes drei und ein halbes Jahr altes Kind durch den

Zaun und gerade vor den Zug auf die Schiene« kroch. Er konnte natürlich feinen Posten nicht verlassen und mußte sehen, wie das Kind von dem Zuge überfahren und getötet wurde. Auch die Mutter des Kindes sah von dem benachbar­ten Hause die Tragödie mit an, ohne helfen zu können.

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Verantwortlich für die Redaktion:' Dr. Johannes Otto in Marburg.

Letzte Nachrichtefl.

«munden, 7. Jan. Ein offizielles Bulletin' besagt: Die Königin von Hannover ist in der Nacht vom 5. zum 6. Januar an einem einge­klemmten Leistenbruch plötzlich erkrankt. Die blutige Operation gelang vollkommen.

Pofen, 6. Jan. Die von dem O st marken« verein auf heute nachmittag zusammenberu­fene öffentliche deutsche Versammlung war von weit über tausend Personen besucht, und wurde vom Vorsitzenden des Ostmarkenvereins, Major a. D. von Tiedemann, mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet. Es wurde einstimmig eine Re­solution angenommen, in der die gesetzliche Fest­legung der Bestimmung folgenden Inhalts als unerlt glich gefordert wird:Ebenso wie die Amtssprache ist die Unterrichtssprache deutsch, und in öffentlichen Versammlungen darf nur deutscher Sprache verhandelt werden."

Paris, 6. Jan. Nach dem heute vom Handels­ministerium veröffentlichten Ergebnis der letzten Volkszählung vom 4. März 1906 beziffert sich dis Bevölkerung Frankreichs auf 39 252 267 Seelen. Die Zrnahme feit der Volkszählung von 1901 be­trägt 290 322. In vielen Departements hat die Zahl der Bewohner abgenommen infolge der Anziehung der ländlichen Bevölkerung durch die Großstädte. Von dem Gesamtznwachs von 290 322 Seelen entfallen auf die über 30 000 Einwohner zählenden Städte 223 072; im Seine« Departement stieg die Bevölkerung von 3 669130 Menschen im Jahre 1901 auf 3 848 618 in 1906; hiervon entfallen auf Paris allein 2 763 393, das sind 49 325 mehr als im Jahre 1901.

Tanger, 6. Jan. Den letzten Nachrichten von der Mahalla zufolge sind bei dem Kampfe um Zinat zwanzig Mann gefallen, während die An­zahl der Toten auf Seiten Raifulis fünfzig be» trägt. Raisuli gelang es, abends aus Zinat, da» zerstört ist und in Flammen steht, ins Gebirge zu fliehen. .

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