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Marburg
Sonntag. 6. Januar 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, llniverfttätEuchdruckttti Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
42. Jahrg.
Crites Blatt.
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Die preußischen Sparkassen im Rechnungsjahre 1905.
Im Laufe der letzten Jahre sind die Svar- Mssen mehr und mehr zu finanziellen Der« trauensmännern der unteren und Mittelklassen, Jotv'ie zu Verwaltern eines wesentlichen Teiles Ibe; Bolksvermögens geworden. Um so aufmerksamer wird der Volkswirt ihre Entwicklung ^verfolgen müssen. Sie ist seit langer Zeit und namentlich in den letzten Jahren in Preußen eine ungewöhnlich günstige gewesen. Dies bestätige» auch die soeben abgeschloffenen vorläufigen iLrgevnlsse der Sparkaffenstatistik für das jRechnunasiahr 1905 (das Kalenderjahr 1905 oder bei zahlreichen Sparkaffen auch das Rech- ^nunnsjahr vom 1. April 1905 bis 31. März ;i906.)
Roch nie ist die Zunahme der Spareinlagen eine so gewaltige gewesen wie in diesem Javre. Sie betrug 534,13 Millionen Mark, also weit über eine halbe Milliarde. Damit sind auch die vier Vorjahre .1901 bis 1901, in welchen der Zuwachs 489,53 bezw. 500,45, 500,66 und 531,55 Millionen Mark betrug, noch Überboten worden. Vis dahin war das Jahr 1895 mit 395,91 Mill. Mark das günstigste gewesen, das aber von den Eroevoo- "- reii 1900 doch weit entfernt war. Noch im Jahre 1870 hatte der gesamte Einlagebestand der preußischen Sparkassen nur 495,65 Millionen Mark, 1905 8293,63 Millionen Mark betragen. Der gegenwärtige Jahresiuwachs ist größer als damals — vor einem Menschenalter — der ganz» Bestand
Es wird oft und nicht ganz mit Unrecht geltend gemacht, daß die Spareinlagen zum Teil aus den bemittelten, nicht den unteren Volksklassen stammen. Jndeffen ist die Zahl der großen Konten, auf welche dies vorzugsweise zutreffen wird, verhältnismäßig gering. Bei einem Bestands von 10 642 907 Sparkaffenbüchern im Jahre 1905 lauteten nur 61572, d. h. 0M v. H., auf mehr als 10000 dl, darunter allein 19 841 in Westfalen und 11095 in der Rheknprovinz, 9700 in Hannover und 8554 Schleswig-Holstein. In den Provinzen Ost- und Westpreußen, in Berlin (mit 200 Büchern) und tn Posen blieb die Zahl dieser großen Konten unter 1000. Aber auch Bücher von über 3000
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lRachdruck verboten.),
Uetier alles die Kunst. Roman von Clarissa Lohde. (Fortsetzung).
XXII.
Ein brütend warmer Sommertag, Unter den leise rauschenden Kiefern sitzt die Rätin in ihrem Gärtchen auf dem Rollstuhl. Das Gesicht ist noch schmäler, noch zarter geworden, die Lider find über die erloschenen Augen gesenkt, die kraftlosen Hände ruhen im Sckoße.
Es ist heute ein gar bedeutsamer Tag für fi«, ein ernster und zugleich wehmutsvoller, der Hochzeitstag ihrer ältesten Tochter, die fich in Paris in aller Stille mit Baron Nemethy trauen läßt. Fern den Ihren, fern der Heimat, legt sie ihre Hand in die des fremden Mannes.
Die kranke Mutter sinnt dem allen nach. Sie steht ihre Marga wieder im kurzen Röckchen, mit den klugen, leuchtenden Augen und dem Zug des Eigenwillens in dem hübschen Kindergesicht, wie sie das Ränzel auf dem Rücken zur Schule geht. Aber sie hatte niemals, wie Susanne, eine rechte Freundin dort gehabt.
„Hast du denn gar niemand lieb in der Schule?" Wie oft hat sie Marga das gefragt.
„Rein, Mama," war die stete Antwort. „Wozu denn auch? Wenn ich spielen will, spiele ich am liebsten allein."
Und so hatte sie sich fortentwickelt, fleißig, strebsam und auch freundlich, wo es ihr darauf ankam, zu gewinnen. Sie hatte später auch Umgang gesucht in Kreisen, die ihr von Nutzen sein könnten. Eine Freundin aber hatte sie auch später nicht besessen, selbst Elisabeth hatte sich, trotzdem sie ihr int Alter näher stand als Su- !anne, doch viel inniger an diese angeschloffen. lnd so herzlich, ja schmeichlerisch Marga fich stets, namentlich dem Vater gegenüber gezeigt
bis 10 000 dl waren nur 484 792, d. h. 4,56 v. H. der Gesamtzahl vorhanden, darunter wiederum 103 925 in Rheinland und.87 202 in Westfalen, ferner 65717 in Hannover 52 426 in Sachsen und 40 664 in Schleswig-Holstein; in Berlin gab es nur 1013 Bücher dieser Art. Fast 95 v. H. der Bücher blieben also für die Konten bis zu 3000 dl, welche überwiegend kleinen, sparsamen Leuten gehören werden. Das ergibt sich schon aus ihrer ungemein großen Zahl: Konten bis zu 60 dl fielen auf 2 942 560 Bücher, die über 60 bis 150 dl auf 1522 935, die über 150 bis 800 dl auf 1359724, die über 300 bis 600 dl auf 1576 299, die über 600 bis 3000 dl auf 2 695 025, im ganzen auf 27,65 bezw. 14,31 sowie 12,78, ferner 14,81 und 25,32 v. H. der Gesamtzahl. Die wohlhabenden Klaffen sind nicht zahlreich genug, um einen wesentlichen Anteil an dieser großen Menge von Büchen beanspruchen zu können. Gegen das Vorjahr hat die Vücherzahl um 430 931 — 4,22 v. H., also mehr als doppelt so schnell wie die Bevölkerung, zugenommen. Nur das Vorjahr hatte (mit 439 303) einen noch etwas größeren Zuwachs an Büchern gehabt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in einem Lande, wo bereits auf je vier Einwohner einschließlich der Kinder reichlich ein Sparkaffenbuch entfällt, schon ein so großer Teil der Bevölkerung mit Büchern versehen ist, daß sich der Zuwachs eigentlich ständig verlangsamen müßte. In derselben Weise klärt es sich auf — wie von uns sckon des öfteren auseinandergeseht worden ist —, daß die Zahl der größeren Konten sich am schnellsten vermehrt. Es sind nämlich gegen das Vorjahr an Zahl gewachsen die Konten
bis 60 über 60 big über 150 über 300 über 600
Mk. 150 Mk. b. 800 Mk. b. 600 Mk. b. 8000 Mk. um 4,15 2,87 3,22 3.18 5,24
..... über 3000 über
big 10000 Mk. 10000 Mk. um 9.11 9,86
v. H. Bei einer bereits so weit vorgeschrittenen Spartätigkeit taiin also ein weiterer Fortschritt sich naturgemäß weniger in der Vermehrung der Bücherzahl als in dem Hinaufsteigen in die höheren Kontenklassen äußern. Alles in allem stellen die Ergebniffe der Sparkaffenstatistik in den letzten Jahren der Sparfähigkeit und dem Sparsinne der preußischen Bevölkerung jedenfalls ein überaus günstiges Zeugnis aus und zeigen, wie schnell sich in der Gegenwart unsere Sparkaffen zu einer der wichtigsten Kräfte unserer ganzen Volkswirtschaft herauswachsen.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Jahre 1906.
standen einerseits unter dem Druck eines empfindlichen Geldmangels, andererseits unter den Einflüffen einer außerordentlich gesteigert n Kauf- und Absatzfähigkeit im Bereiche des Außenverkehrs. Geldmangel war zu einer chronischen Erscheinung geworden. Gegen Ende des Jahres war der Bankdiskont auf 6 Prozent gestiegen, eine Teuerung, die sich feit den ersten
hatte, um ihn für ihre Wünsche zu gewinnen, die von Herzen kommende Liebe war es doch nicht gewesen. Hätte sie es sonst über sich vermocht, fortzugehen von der todkranken Mutter, deren Lebenstage gezählt waren? Sich zu verheiraten fern von ihr, ohne ihren und des Vater» Segen?
Sie würde ibn sich mit dem Gemahl holen, sobald sie von der Hochzeitsreise zurückgekehrt sein würde, hatte sie geschrieben. Sie hatten in letzter Zeit starke Aufregungen durchzumachen gehabt. Welcher Art diese Aufregungen gewesen, hätten die Ettern gewiß durch Komteß Gisela erfahren, die fich ja bei Elisabeth aufhatte. Allerdings könne ste ihre Verwunderung darüber nicht verhehlen, denn den Ungehorsam eines Kindes gegen die Mutter sollte doch so ein vernünft'-'es Mädchen wie Elisaderg nicht in Schutz nehmen.
„Wir beide, mein Verlobter und ich," fuhr fie in ihrem Schreiben fort, „sind infolge des Erlebten ganz krank und bedürfen einer Erholung, dir wir auf der geplanten Rordlandfahrt zu finden hoffen. Außerdem hat diese Reise für mich ein besonderes Interesse, da ich dort viel Kostümstudien zu machen hoffe." Wenn fie auch wa^ Reinlich in München ihren dauernden Wohnsitz nehmen würden, schloß sie dann, so wäre von Nemethy Berlin für einen längeren Herbitaufenthalt mit Bestimmtheit ins Äuge gefaßt.
Die Rätin hatte sich diesen Brief mehrmals von Susanne vorlesen laffen. Immer wieder versuchte fie den Ton aus den kühlen Zeilen herauszuhören, den ihr Mutterherz ersehnte, den Ton der Herzlichkeit und Liebe. Aber fie vermochte ihn nicht zu finden und das machte sie traurig, tief traurig.
Auch Baron Nemethy hatte den Zeilen Mar- gas einige an die Ettern ysigefngt, in denen et
Tagen des Burenkrieges im Jahre 1899 nicht mehr bemerkbar gemacht hatte. Für den enorm gesteigerten Geldbedarf ist auch in England zunächst und zumeist die außerordentliche Leb- hafttgkeit des Handelsverkehrs, deren Spuren überall in der Welt sichtbar wurden, verantwortlich zu machen, bann aber auch der bedeutende Kapitalverlust, den das Erdbeben in Can Francisco und die elementaren Katastrophen in Valparaiso und Santiago zur Folge hatten. Endlich hat der Wille des englischen Volkes selbst/ der durch die Januar-Wahlen eine liberale Regierung ans Ruder brachte, eine Regierung, welche die Begehrlichkeit der sozialistischen Arbeiter nicht nur duldete, sondern durch Gesetzentwürfe und amtliche Erttärungen geradezu förderte, die Stellung des Kapitals im wirtschaftlichen Leben erschwert und dadurch viele Kapitalisten von der Beteiligung an industriellen Unternehmungen abgehalten. Die Wirkung dieser Verhältniffe machte sich geltend in einem wenig günstigen Stande der Konsols, welche die im Anfang des Jahres eingetretene Kursverbesserung bald wieder einbi'ßten, und in einer sehr beträchtlichen Verminderung der Beträge der ausgegebenen Anleihen. Sie erreichten, abgesehen von amerikanischen Eisenbahnwerten, die Höhe von 123 Millionen Lstr. gegen 169 Millionen im Jahre 1905; das Weniger betrug also nahezu 1 Mil- larde Mark. Von der britischen Regierung wurde der Geldmarkt nur von der Irish-Land- Anleihe in Höhe von 7 Millionen Lstr. beansprucht; sie soll neunmal überzeichnet worden sein. Zwei Anleihen des Londoner Erafschafts- rats im Betrage von rund 3,5 Millionen Lstr. wurden 2y2= bezw. 5mat überzeichnet. Von kolonialen Anleihen kamen nur drei in Betracht, 2 Millionen Lstr. des Staates New South Wales, 1,2 Millionen Lstr. der kanadischen Provinz Ontario und 1,1 Millionen Lstr. der Stadt Hongkong, die sämtlich zu 3% Proz. begeben wurden. Unter den am Londoner Platz im Laufe des Jahres begebenen Anleihen fremder Regierungen war die weitaus bedeutendste die russische 5prozentige Anleihe, von deren Gesamtbetrag in Höhe von 89 Millionen Lstr. in London 13,1 Millionen »geboten wurden. Der Ausgabekurs war 89. Zum allgemeinen Erstaunen wurde die Anleihe vielfach überzeichnet, was übrigens auch in Paris der Fall war. Die Anleihe wurde infolge der Auflösung der Duma erheblich entwertet, hat sich aber in der zweiten Jahreshälfte wieder gut erholt.
Während der Geldmarkt im allgemeinen kein günstiges Bild bot, ist dem englischen Außenhandel die glänzende Entwicklung, der er sich feit dem Ende des südafrikanischen Krieges erfreut, auch im vergangenen Jahre treu geblieben, ja, er hat in dem Tempo der Aufwärtsbewegung alle früheren Jahre übertroffen. Auf Grund die ganze Verantwortung dafür auf fich nahm, daß ihre Verbindung fern von den Eltern in Paris ftattfinbe. Aber die Verhältniffe ließen es ihm so wünschenswert erscheinen, ebenso die von dem Rat sicher gebilligte Erwägung, daß et sich in den Jahren befinde, wo man nicht mehr gern warten möchte.
Der Rat schüttelte leise dazu den Kopf. Jbm gefiel der Ton dieses Briefes .'Utckans nicht, aber es (ei wohl der Ton der großen Welt, suchte et seine Gattin zu trösten und darin müßten ste sich schon finden. „Wenn Marga nut glücklich wird, das ist die Hauptsache."
Die Rätin seufzte. Ihr wollte es nicht einleuchten, daß tn der großen Wett ttndltche Siebe uno Dankbarkeit nicht denselben Wert haben sollten, wie in ihrem Lebenskreise. Vor Gott find wir ja alle gleich, ob vornehm oder gering, reich oder arm, da gilt doch nur der innere Wert. Ach, wie gering beuchten ihr, bie so nah vor bet Pforte bes Todes stand, diese irdischen Unterschiede, die im Leben so große Geltung beanspruchen ! Die Augen, die die Welt nicht mehr sahen, schauten schon verklärt in die Ewigkeit hinein.
Aufhorchend neigte ste den Kopf nach einet Seite.
„Kommt da Elisabeth mit bet Komteß?" fragte fie Susanne, die mit einet Handarbeit beschäftigt, neben ihr am Tische saß.
Diese schrak aus ihren Gedanken auf, die sich gleichfalls mit Marga beschäftigt hatten. Cie hegte weniger Milde über der Schwester Verhalten im Herzen als die Kranke, und grollte ihr ernstlich. Wußte ste doch durch ihren Verlobten, daß die Tage der teuren Mutter gezählt seien, daß es fraglich sei, ob diese bei ihrer rapid zunehmenden Schwäche noch den Herbst überleben werde. Und fie hatte das Marga geschrieben und trotzdem —! Sie begriff bie Schwester nicht und deren Entschuldigung, daß es bet Wunsch
der Handelsbewegung in den Monaten Januar bis November, die gegenwärtig erst in Vergleich gestellt werden können, ergibt sich für die letzte» fünf Jahre folgendes Bild. Im Vergleich zum Jahre 1906 war die Einfuhr geringer in 1905 um 41,2 Millionen, in 1904 um 54,9 Millionen, in 1903 um 62,8 Millionen und in 1902 um 72,6 Millionen Lstr. Noch günstiger hat sich die Ausfuhr entwickelt. Es wurden folgende Wert- sicigerungen erzielt: 42,9 Millionen gegenüber dem Jahre 1905, 71,5 Millionen gegenüber 1904 und 78 Millionen gegenüber 1903 und 85,1 Millionen gegenüber 1902. Wenn auch zu diesen enormen Wertsteigerungen teilweise die erhöhten Preise für Rohstoffe und Fabrikate beigetragen haben, obwohl in mancher Hinsicht auch außergewöhnliche Verhältniffe bestanden haben, so der Ausstand der Kohlengräber in Frankreich uni die Abschaffung des Kohlenausfuhrzolles — Umstünde, die eine Erhöhung der Kohlenausfuhi um 8 Millionen Tons zur Folge hatten — so isi doch festzustellen, daß die Entwicklung des Handelsverkehrs gleichzeitig die Ein- und Ausfuhr betroffen hat und daß die Ausfuhr seit 1902 fich günstiger entwickelt hat als die Einfuhr. Da» find so durchaus günstige Momente, daß sie geeignet sein dürften, die weniger günstigen Verhältniffe des Geldmarktes einigermaßen auszu gleichen.
Deutsches Reich.
_ Zur Besteuerung von Kraftfahrzeuge«, hat der preußische Finanzminister folgende Entscheidung getroffen: Im Personenfuhrwerksbe. triebe können Kraftfahrzeuge einmal in der Weise gewerbsmäßige Verwendung finden, daß der Fuhrwerksbesitzer für die Dauer der entgeltlichen Überlastung des Fahrzeugs incht nur frei en Unterhaltung, insbesondere bie Speisung fres Motors übernimmt, sondern auch den Führer des Fahrzeugs (Chauffeur) stellt. In diesen Fällen handelt es sich um einen reinen Dienst, vertrag und dies Verhältnis liegt, soviel hier bekannt geworden, den Fällen regelmäßig z« Grunde, in denen auch außerhalb des Droschken- betriebes Kraftfahrzeuge als „Mietwagen auf Zeit sei es ftunbenroeife, sei es auf Tage, Woche» oder selbst Monate, seitens der Fuhtgeschaste zul Verfügung gestellt werden. Denkbar ist rüdesten auch, daß der Mieter auf eigene Rechnung und Gefahr das vermietete Fahrzeug selbst fuhrt oder durch einen von ihm gestellten Chauffeur führen läßt. Rach der Besreiungsvorschrift unter 2 in Nr. 8 des Reichsstempeltarifs findet Befreiung von der Stempelabgabe hinsichtlich solcher Fahrzeuge statt, die ausschließlich der gewerbsmäßigen Personenbeförderung dienen Soweit dies nicht bet Fall ist, liegt die Verpflichtung zur Lösung einer tarifmäßig versteuerten Erlaubniskarte nach § 54 des Neichsstempelge- (etzes dem Eigenbesitzer des Kraftfahrzeugs, und wenn ihm gegenüber auf Zeit ein anderer zum
fahren.
/(Fortsetzung folgt.)
und Wille ihres Verlobten sei, dem ste sich füge«, müffe, rechtfertige sie keineswegs vor ihre* Augen. Und nun gar der vorwurfsvolle Schluß des Briefes. Welche Lieblosigkeit sprach aus de» Worten: _ , . _
„Du siehst gewiß zu schwarz, Susanne, und « wäre rücksichtsvoller von dir gewesen, du hattet mir das alles nickt geschrieben. Acndern la»» sich an unferm Entschlüsse nichts und du wirstt nut einen Schatten auf mein Glück, das uns so schon, wie du weißt, durch allerhand Aerger- niffe verdunkelt ist." Und dann hieß es weiter: Gsza hat, wie du schon durch die Komteß wissen wirst die Vormundschaft niedergelegt. Damit ist auch der Bruch mit der Gräfin unwiderrufttch geworben. Sie fpielt in Trouw... vte Kranke und hofft immer noch, daß Gc^za einlenten wird. Aber da kennt fie ihn schlecht. Wenn es einmal so weit gekommen, bringt ihn Nickis zurück. UuZ ich? Run. du wirst wohl erraten, daß ich dadurch nut gewinne. Eine fortdauernde Freunfrickafi G^zas mit der Gräfin hätte mein Glück leicht beeinträchtigen können. Also lasten wir s so! Im Grunde muß ich eigentlich bet Komteß dank- Bat sein, daß es so gekommen, und ebenso Alft«, bet als deus ex machina ganz unerwartet beu Knoten bet Verhältniffe durchgehauen hat, di« unentwirrbar schienen, llebttgens hat et klüger gebandelt, als ich feinet Unerfahrenheit in geschäftlichen Dingen zugetraut hätte. Er bringt die reiche Erbin der Schwester ins Haus, die i*> ihrem Enthusiasmus für den Bruder gewiß bas: Ihre tun wird, in der Seele dieses seltsam« Mädchens das Jntereffe für ihren Retter noch mehr anzufachen, sodaß, wenn bet Stanbesunter- fchieb unb der gräfliche Hochmut nicht ein Bet« einlegen, er wohl die Aussicht haben dürfte, sich einst der Millionen der Komteß zu erfreue*.*
Bei dieser Stelle war Susanne empört ausge-'