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mit dem Kreisblatt für die Kreise Mardmg und Kirchhain.

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Druck und Verlag- Ioh. klug, »och, UniversitStS-vuchdruckmt 42, Sdfitfl.

Marburg, Markt 31. Telephon 66.

Marburg

Donnerstag. 3. Januar 1907.

Eine Nenjahrsüberraschrmg.

Der DatzGetrennt marschieren und vereint schlagen" pflegt bei jeder Reichstagswahl auf |Eeiten der Ordnungsparteien in« Treffen ge­führt zu werden. Zuweilen auch mit Recht, in 'den meisten Fällen jedoch stellt er nur ein Ber- jlegsnheitsmittel dar, um wenigstens im zweiten Wahlgange ein Zusammengehen der einzelnen 'Gruppen gegen gemeinsame Gegner zu bewirken. jSIm besten ist bei Reichstagswahlen ganz gewiß die Losung, welche alle staatserhaltenden Erup- 'pen bereits im ersten Wahlgange für die Person eines und desselben Kandidaten an die Urne führt. Richt immer sind sich ja alle Gruppen einig, wer der gemeinsame Feind ist, oder, wie die Frage parlamentarisch lautet: Wer das Hei­nere Uebel darstellt. Dies aber war im Wahl­kreise Marburg-Kirchhain-Frankenberg von An­fang an sofort klar; denn in allen Gruppen hatte man das Gefühl, daß die Parole heißen müsse: Kegen die Rational-Sozialen. In letzter Stunde freilich ist uns seitens der Ra ionalliberalen eine .Sonderkandidatur bescheert worden, eine etwas vorausdatierte Neujahrsüberraschung, die viel­fach Bedauern erregen wird, da hierdurch eine Absplitterung von Stimmen bewirkt werden «Dürfte, die unter Umständen die Entscheidung des Wahlkampfes auf die Stichwahl verschieben jMutz. Ein Gutes jedoch hat das Vorgehen der tnationalliberalen Ortsgruppe bewirkt: die von national-sozialer Seite eifrig betriebene Zusam« rnenschwelßungaller Liberalen" hat einen hör- jund f "hlbaren Knax erhalten. Die Rational- liberalen Marburgs haben dadurch, daß sie ipetrn Vizebürgermeister a. D. Siebert, den ver­dienstvollen Ehrenbürger unserer Stadt als ihren Kandidaten aufstellten, das Tischtuch zwischen fich und den national-sozialen Freisinnigen (in fBirklichkeit Demokraten) gründlich zerschnitten. Öle Enttäuschung und Wut der national-sozialen rrührer über die nationalliberale Kundgebung kommt in der letzten Wochenschau des Gerlachschen Mrtetblattes zum Ausdruck, wo die erwähnte Sonderkandidatur als eineVerleugnung des liberalen Gedankens" bezeichnet wird, für deren etwaige schlimme Folgen" die Rattenallibera- jen verantwortlich gemacht werden.

Die Frage der Berechtigung der Rational- liberalen Sonderkandtdatur im Hinblick auf die 12 (Nachdruck verboten.),

lieber alles die Kunst.

Roman von Clariffa Lohde.

(Fortsetzung).

r Als Alfred mit der Schwester in Giselas Zlm- zner trat, kam diese ihnen mit matten Schritten feit (gegen. Elisabeth, die sie noch nie gesehen, erschrak beim Anblick in dies bleiche, verfallene Bunge Gesicht.

Ihr Bruder ist sehr gut zu mir gewesen," rebcte Gisela sie an, ihr die durchsichtige, schmale siand entgegenstreckend.Er hat Ihnen sicher illes erzählt. So brauche ich nichts zu wieder­holen," sie schauderte bei diesen Worten leicht usammen,und er will noch mehr für mich tun. ?6 es ihm gelingt, mich aus den alten, traurigen Verhältnissen zu lösen, wie er hofft, weiß ich nicht. Ich weiß nur eins, daß ich in das Haus «einer Mutter nicht wieder zurückkehre, nie-

.hals. Das habe ich mir gelobt."

Statt aller Antwort zog Elisabeth die, wie iie auf den ersten Blick erkannt hatte, furchtbar Erregte zu sich aufs Sopha nieder und faßte be- kuhigend ihre Hand.

Denken Sie vor allem daran, Komteß, Ihre Kraft und Gesundheit wieder zu erlangen. Das ludere wird sich finden. Jedenfalls haben Sie in meinem Bruder einen treuen und energischen pachwalter gefunden."

Treu und energisch," wiederholte Gisela seife,ich glaube es wohl. Aber mir wird er poch nicht helfen können, so treu er es auch fieint."

Fassen Sie ein wenig Mut, Komteß," bat Alfred, sich neben sie setzend und ihre schmale Witternde Hand in feine kraftvolle Rechte neh- (end.Ich möchte Sie nicht so erregt, so hoff- ungslos zurücklassen, wenn ich fortgehe."

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Das Abonnement

sauf dieOberheffifche Zeitung", daS grötzte, metstgelefenste und weit­verbreitetste Blatt Msrimr-S und der Umgegend kostet vierteljährlich nur b.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg, i

älteren Rechte de« Kompromißkandidaten Dr. Böhme wollen wir ganz aus dem Bereiche un­serer heutigen Betrachtung lassen. Sie ist zu­stande gekommen und man muß politisch mit ihr rechnen. Darum kann es nicht dringend genug empfohlen werden, während der Wahlvorberei­tungen alles zu vermeiden, was zu Auseinander­setzungen zwischen konservativen und national- liberalen Elementen führen könnte. Was auch die beiden Truppen trennen mag, eines ist ihnen gemeinsam: die tleberzeugung, daß un er Wahl­kreis nicht länger durch einen Rational-Sozialen vertreten werden darf!

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Deutsches Reich.

Berlin, 1. Januar.

Vom kaiserlichen Hofe. Neues Palais, 1. Januar. Gestern Vormittag um 9 Uhr nahmen die Majestäten mit der Kaiserlichen Familie im Sterbezimmer des Neuen Palais das heilige Abendmahl. Prinz August Wilhelm traf gestern Morgen 6 Uhr 20 Min. hier ein.

Neujahr em Kaiserhofe. Berlin, 2. Jan. Wie üblich, erfolgte gestern Morgen vom König­lichen Schlöffe aus großes Wecken. Dem Zuge der Hoboisten und Spielleute schloß sich trotz des leichten Schneefalles bet Frostwetter eine große Menge Schaulustiger an. Alsdann begann die Anfahrt der-zum Gottesdienste und zur Tour ge­ladenen Fürstlichkeiten und Würdenträger. In­zwischen trafen der Kaiser im Automobil, die Kaiserin mit der Bahn von Potsdam hier ein. Sie wurden auf der Fahrt durch die Linden vom Publikum mit Hochrufen begrüßt. Nach der An­kunft im Schloß nahmen die Majestäten die Neu­jahrswünsche des königlichen Hauses und der Hofstaaten entgegen. Gegen 10 Uhr vormittags begaben sich die Majestäten und die Fürstlichkei- ten im feierlichen Zuge zur Schlotzkapelle, wobei der Kaiser die Kaiserin, der Kronprinz die Prin­zessin Eitel Friedrich, Prinz Eitel Friedrich die Kronprinzessin fühtte. Nachdem die Majestäten vor dem Altäre Platz genommen hatten, hielt Oberhofprediger I). Dryander die Festpredigt, in der er der frohen und ernsten Feiern im Kai­serhause, sowie der Welt in Waffen und des Kampfe« der Parteien im Vaterlande gedachte. Unter den Klängen der Musik begab sich der Hof sodann in feierlichem Zuge in den Weißen Saal, wo da« Kaiserpaar vor den Stufen des Thrones, die Prinzen rechts, die Prinzefsinen links neben dem Thronhimmel Aufstellung nab men. Während im Lustgarten die Leibbatterie des 1. Eardefeldartillerieregiments Salut schoß, begann die Eratulationskour. Der Kaiser und die Kaiserin reichten dem Reichskanzler Fürsten Bülow, der Kaiser auch den Herren v. Man- teuffel und v. Kröcher die Hand. Nach der Cour empfing der Kaiser die Botschafter, dann den

Mit einem Blick unsäglicher Angst sah sie zu ihm auf.

Das ist's ja eben, daß Sie mich verlassen wollen, Sie, der erste, der einzige selbstlose Be­schützer, den ich gefunden." _

Meine Schwester bleibt Ihnen ja, sie kann Ihnen mehr sein, al« ich."

Scheu suchte Giselas Blick die sie bekümmert anschauende Elisabeth.

Verzeihen Sie," bat sie nun.Es ist ja so rührend gut von Ihnen, daß Sie hier zu mir, zu einer ganz Fremden kommen. Aber mir ist es dov), als verliere ich mit Ihrem Bruder den ein­zigen, der mich vor meinen mächtigen Feinden zu schützen vermag."

Das kann ich Ihnen nachfühlen," sagte Elisabeth.Doch denken wir jetzt an das Nächst­liegende. Haben Sie nichts, gar nichts nach Paris zu bestellen?"

Doch, veranlassen Sie meine Mutter, Herr Berger, meiner Jungfer, der armen Frieda, die um mich in Sorge sein wird, eine anständige Entschädigung zu geben, da sie nun ihren Dienst verlieren wird. Sie war ein treues Geschöpf, und in Geldangelegenheiten wird man Ihnen wohl keine Schwierigkeiten.bereiten."

Würde es Ihnen nicht angenehm sein, wenn Ihre Jungfer zu Ihnen käme?"

In Giselas Augen leuchtete es für einen Mo­ment auf. Dann schüttelte sie leise den Kopf.

Wozu sich solche Illusionen machen? Alle Schritte, die Sie um meinetwillen tun wollen, Herr Berger, werden ja doch vergeblich fein."

Alfred wechselte einen raschen Blick mit der Schwester.

Es wurde in dem zwischen den Zimmern Elisabeths und der Komteß liegenden zu der Wohnung gehörigen Salon Tee serviert. Gisela ließ sich völlig hineinsühren, aber sie berührte keine der Speisen.

Reichskanzler und das Staatsministettum. Gegen 1 Ahr begab sich der Kaiser nach dem Zeughaus, von einer großen Menschenmenge mit Hurra­rufen begrüßt, wo In der Ruhmeshalle die Pa- roleausgabe stattfand. Gegen 2 Uhr begab sich der Kaiser in» Schloß zurück. Nach der Früh- stückstafel empfing der Kaiser das Direktorium der Königlichen Porzellanmanufattur und fuhr nachmittags bei den Botschaftern vor.

Großadmiral e. Köster, Generalinspekteur der Marine, ist in Genehmigung seines Ab­schiedsgesuches mtt der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt worden. Derselbe ist in An­erkennung geleisteter Dienste auch ferner in der Marine-Rangliste zu führen.

Ausschluß der westfälischen Kriegervereine. Dortmund, 31. Dezember. Den aus dem preußi­schen Landeskriegerverbande wegen Nichtan­nahme der Kieler Beschüsse ausgeschoffenen west­fälischen Kriegervereinen, mehr als 150 an der Zahl, wurde vom Minister des Innern das Recht der Fahnenführung entzogen, falls nicht die nachttägliche Annahme der Beschlüsse erfolgt.

Ansiedlung deutscher Arbeiter. Breslau, 31. Dezember. An der Eisenbahnstrecke Ostrowo« Krotoschin-Lissa-Bentschen sollen auf acht Bahn­höfen deutsche Arbeiter in besonderen Wohnhäu­sern angestedelt werden, und zwar zu dem Zwecke, das deutsche Element unter den Arbeitern zu stärken und deutsche Arbeiter nach den östlichen Provinzen heranzuziehen. Im ganzen werden vorläufig etwa fünfzig Wohnungen zur Ver­fügung stehen. Für später sind noch andere Stationen in Aussicht genommen.

Zölle und Steuern. Berlin, 31. Dezember. In den ersten acht Monaten des laufenden Fi­nanzjahres sind die Zölle um 31,5 Millionen Mark hinter dem Etatsvoranschlage zurückgeblie­ben, während die Branntweinsteuer etwa 11,5 Millionen, die Brausteuer etwa 5 Millionen, die Zuckersteuer 1 Million Mark über den Etats­ansatz hinaus einbrachten. Auch die Börsen­steuer hat ein Mehr von 1,3 Millionen Mark auf­zuweisen. Von den neuen Steuern erbrach­ten die Zigarettensteuer 4, 1 Millionen Mark, die Frachturkundenstempelsteuer 7 Million n Mark, die Personen-Fahrkartensteuer 4,7 Mil­lionen Mark^die für Kraftfahrzeuge 1,2 Millio­nen Mark, die Tantiämensteuer 0,5 und die Erb­schaftssteuer 0,4 Millionen Mark. Selbstverständ­lich kann aus diesen letzteren Beträgen nichts für die Zukunft geschlossen werden, da die Steuern nut während eines Teiles der Berichtszeit in Kraft waren.

Die Wünschelrute in Deutsch«Südwest­afrika. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Semler weiß in seinem jüngst erschienenen Buche folgen­des zu erzählen:Ich habe früher nie an die Wünschelrute geglaubt, auch daheim auf meinem Landsitz einmal in aller Heimlichkeit einen ver-

Als Alfred dann Abschied nahm, wurde sie fast ohnmächtig. Elisabeth gab daher ihren Vor­satz, den Bruder auf den Bahnhof zu begleiten, auf. Sie hielt es für besser, bei der in ihrem Lebensnerv, wie es schien, aufs tiefste Erschüt­terten zu bleiben.

Nur noch für einige Miüuten zog sie sich mit dem Bruder in das Nebenzimmer zurück.

Verlasse die Unglückliche nicht," bat Alfred. Sie ist krank an Gemüt. Die Heislung kann nur langsam vor sich gehen und nur dann davon bin ich überzeugt, wenn es mir gelingt, wie ich es ihr so kühn versprochen, ihr die Einwilli­gung der Mutter zu unseren Plänen zu verschaf­fen. Ich fürchte das schlimmste, wenn man auf« neue einen Zwang auf sie ausüben wollte. Und nun noch eins," fügte er hinzu, feine Brieftasche ziehend,die Komteß ist, wie du dir denken fannft, fast ohne Geld; wer mit dem Leben abge- schlöffen hat, dem liegt der Gedanke an das irdische Metall fern. Du aber wirst dessen be­dürfen. Ich trage zum Glück meine Reisetasche stets bei mir."

Er reichte ihr einige Banknoten.

Wirst du aber diese Summe entbehren können?"

»Ich hoffe ja. Ich werde meine Reiseeindrücke verwerten und einige Artikel für Zeitungen schreiben. Das Bringt das hier Aufgewandte wieder ein. Später wird sich ja alles ordnen, denn die Gräfin kann ihre Tochter doch nicht ohne Mittel lassen."

Und wenn sie ihr diese Mittel dennoch ver­weigert und ihre Rückkehr in das mütterliche Haus verlangt? Ich glaube, das Gesetz steht ihr zur Seite."

So werde ich ihr sagen, daß es sich für ihre Tochter um Leben und Tod handelt. Sie hat zu entscheiden. Doch fürchte ich weniger den Widerstand der Gräfin, dieses leichtlebigen Schmetterlings, der nichts wünscht und begehrt»

geblichen Versuch selbst mit der Wünschelrute get macht, Südwestafrika hat mich halb bekehrt. Am' Baiweg bohtte ein Brunnengräber an einer; Stelle, die ein Offizier mit der Wünschelrute 6e* zeichnet hatte. Auf meine Anzweiflung brach der Mann vom nächsten Busch eine Zweiggabel. Ich habe erleben müssen, daß ich in meinen Hände« da» dünne Zweiglein schwer festhalten tonnte, und daß e» sich, al» ich e» gleichwohl mit aller Anstrengung hielt, nach unten zur Erde bog. Ich hatte leider auf dem Ritt über den Baiweg keine! Zeit, den Versuch an einer andern Stelle zu wie-' derholen. Bis zur nächsten Rast aber war das Zweigletn zerbrochen. Ich halte jetzt nur noch für möglich, daß es die Wärme der krampfhaft gehaltenen Hände fein kann, welche die Beugung des dünnen Zweiges bewirk», aber eine rechte Erklärung für den von mit selbst erlebten Vor« gang habe ich nicht. Ich beruhige mich aber zu-' nächst bei der Tatsache, daß die Anwesenheit bes1 Herrn v. Uslar zu vielfachen Bohrungen unb Ers^lleßungen von Wasserstellen geführt hat."

Der Zuckerverbranch tn Deutschland war im letzten Betriebsjahr (1. September 1905 bis 81. August 1906) erheblich größer, als im Vor­jahre, hat aber trotzdem nicht die durchschnitt­liche Höhe des Betriebsjahres 1903/04 erreicht. Von inländischem Zucker sind 1905/06 in Roh­zuckerwert 1125 640 Tonnen, von ausländischem 2967 Tonnen in den freien Verkehr übergegangen gegenüber 959 607 und 6407 Tonnen im Vor«' jahre. Der durchschnittliche Verbrauch aus den Kopf der Bevölkerung hat, in Verbrauchszucker

1901/02 11,6 Kg.

1902/03 12,5 Kg.

1903/04 17,2 Kg.

1904/05 14,4 Kg.

1905/06 16.6 Kg.

1898/99 12,4 Kg. 1899/1900 13,7 Kg.

1896/97 <,v

1897/98 11,8 Kg.

1900/01 12,3 Kg. 1905/06 16.6 Kg.

Die Schwankungen beruhen zum Teil auf Zufälligkeiten und auf der Uebernahme größerer ober kleinerer Bestände aus einem Betriebsjahre ins andere. Im allgemeinen läßt sich feststellen,- daß mit dem Beginn des Betriebsjahres 1903/04,1 dem Zeitpunkte, an dem die Brüsseler Zucker-' konvention und die Herabsetzung der Inland-! steuer in Kraft traten, eine erhebliche Steige­rung des inländischen Konsums einsetzte. i

berechnet, betragen: ------- 9,5 Kg.

Ausland.

= Der Schluß der Komödie von Algeciras. Madttd, 1. Januar. Dir Hinterlegung des Ori­ginals der Akte von Algeciras fand am 31. De­zember im Beisein des diplomatischen Korps, programmmäßig statt. Von den Vertretern der Vereinigten Staaten wurde dabei die Erklärung zu Protokoll gegeben, daß die Rattfikation fet­tens der Vereinigten Staaten erfolgt fei, unter! Vorbehalt der seinerzeit von dem ersten T>e(eV gierten bei bet Schlußsitzung abgegebenen Er- Hütung, und bet am 12. Dezember vom Senate beschlossenen Resolution. Bei dem später folgen-

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als sich stets im Lichte des Vergnügens zu wie­gen, als den Remethys." i

Kann da nicht Marga eintreten? warf Elisabeth ein. '

Marga?" Heber Alfreds Antlitz zuckte es wie in verhaltenem Schmerz.Weißt du denn nicht, daß Marga alles besitzt, nur nicht das, was man Herz nennt? Ihr fehlt das Mitempfinden für das Leid anderer Menschen, mit einem Wort: das Mitleid."

Elisabeth wandte sich mit bekümmertem Aus­druck fort,

So sei Gott mit dir, Alfred, und laß uns nicht zu lange in Ungewißheit."

Roch einmal lag sie am Halse des Bruders. Er küßte sie zärtlich.

Dir ist eine schwere, aber schöne Aufgabe ge­worden, Elisabeth, ein armes, krankes Menschen­kind gesund zu pflegen. Harre aus und hoffe! Gott allein kann helfen!"

Er war fort. Elisabeth kehrte zu Gisela zu­rück, die unruhig im Zimmer auf- und nieder- gtng. i

Lassen Sie mich nicht allein!" flehte sie, mit bangem Blick zu ihr aufschauend.Ich habe die Herrschaft Über melken Willen verloren. Es zieht mich wie mit gewaltiger Hand zu der engen Pforte, durch die keiner zurückkehrt. Nur die Ge­genwart Ihres Bruders hat für einige Zeit die unheimliche Stimme in meiner Brust zum Schweigen gebracht. Jetzt, nun er fort ist, er­hebt sie sich wieder und droht mich zu überwäl­tigen."

Elisabeth suchte bas innerlich gebrochene, un­glückliche Mädchen nach besten Kräften zu trö­sten. Die ganze Nacht saß sie an ihrem Lager und erst, als gegen Morgen ein wohltätiger Schlaf die Augen der Aermsten schloß, schlich sie leise in ihr Zimmer, die Verbindungstür offen lassend, um sich todmüde auf ihr Lager zu werfen.

(Fortsetzung folgt.)