Gartenbau
Bienenleichen und Gemölle erspart er den Völkern dadurch, daß er die Bodenbretter säubert. Ein Auseinandernehmen der Stöcke ist jetzt noch nicht angebracht. Allenfalls kann man einige leere Waben hinten im Stocke entfernen oder einer Futterwabe an den Sitz des Volkes schieben. Es gilt aber jetzt den Stock recht warm halten, die Fluglöcher werden verengt, um Räuber ab-Lhalten.
Die Frühjahrsaussaat des Spinats wird vorgenommen, sobald es die Witterung irgend erlaubt. Man sät entweder breitwürfig, oder in Reihen von 30 Zentimeter Abstand. Die breitwürfige Saat empfiehl sich besonders dann, wenn das Land von Unkraut rein ist. Empfehlenswerte Sorten find der gelbe Schweizer Spinat, rundblättriger Spinat, Monströser von Viroflay und Goliath. Letzterer wächst sehr stark und darf nicht zu dicht gesät werden.
Hebet Ms Vorkeime» der Saatkartoffelx schreibt der praktische Ratgeber, daß Horden aus leichten Latten, die die die Lust durchstreichen lassen, sich am besten dazu eignen. Helle Keller, die gelüftet werden, dienen zum Ausstellen. Die Kartoffeln sollen welken, die Keime kurz und gedrungen werden; dann wird die Ernte um gut 8 Tage früher eintreten. Unseren Lesern wird diese Nummer vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. O., auf Wunsch kostenfrei zugeschickt.
Der kalte und lange Winter
hat dem Sandmann und Gartenbesitzer schweren Schaden zugefügt. Wie wir uns vielfach überzeugt haben, sind die Saaten, die man im Garten überwintern läßt, wie Spinat, Salat, Schmalzkräutchen usw., fast ganz verschwunden. Andere im Freien überwinterte Gemüse sind verdorben oder wenigstens minderwertig. So z. B. sind Sellerie, Porree und Petersilienpflayzungett, die man sonst ganz gut im Freien lassen konnte, total erfroren. Auf manchen Familientisch wird also in der nächsten Zeit kein grünes Gemüse kommen.
Mag man sich nur scheinbare lassen. Zwei Einmal soll der in erster Linie
Wsftstammer für ble Provinz Sachsen, veröf- I Mtlicht über den Untergehalt bei Kalisalzen in I der „Landwirtschaftlichen Wochenschrift für die I Provinz Sachsen" folgende beachtenswerte I Mahnungen: j
In unseren beiden letzten Jahresberichten I hatten wir mitgeteilt, daß in mehreren neuen I Kaliwerken bisweilen Kalisalze mit einem sehr I niedrigen Kaligehalt gefördert werden; von den I hier untersuchten Kainitproben enthielten im I Jahre 1904 32 Proz. und im Jahre 1905 24 I Proz. weniger als 12 Proz Kali. I
In diesen beiden Jahren hatten wir 21 Lie- I ferungen von Kainit untersucht, die nur 6,7 bis I 9,9 Proz. Kali enthielten. Auch bei den hoch- I prozenttgen Salzen hatten wir Proben unter- I sucht, in welchen ein Untergehalt festgestellt I । wurde. I ।
Es war also unsere Mahnung, beim Kauf I , der Kalisalze stets die Nachuntersuchung aus- I führen zu lassen, wohl berechtigt; leider hat sie I < ungenügende Beachtung gefunden, denn wir ha- I ! ben bis Ende September dieses Jahres von I i rohen und hochprozentigen Kalisalzen um 160 I | Proben weniger untersucht, als zur gleichen Zeit I | des Vorjahres. I 1
Bon den in diesem Jlchre untersuchten 134 | , Kainttproben betrug der Kaligehalt bei 6 Lie- I i ferungen nur 6,3 bis 9,0 Proz., wodurch bewie- I sen wird, daß jetzt ebenso, wie in den Vorjahren I i unterwertige Salze geliefert werden. Da auch I die anderen Untersuchungsstellen im Reiche über I ähnliche Beobachtungen berichteten, hatte der I »Mm*
«ine Auferstehung aus langer Winternacht tm Deutschen Reiche gelegentlich ferner letzten I
Hauptverammlung in Stuttgart über diesen Ee- I brachte der Frühlingssonnenschein den Bienengenstand verhandelt und schließlich folgende Re- I Völkern. Eine so lange Winterhast wie die solution angenommen: I diesjährige haben die Bienen seit Jahren nicht
„Der Verband landwirtschaftlicher Versuchs- I mehr auszuhalten gehabt. Seit Anfang De- stationen im Deutschen Reiche erklärt, daß aus I zember vorigen Jahres haben die Stöcke fest- Erund vielfacher Feststellungen der Versuchs- I gesessen und es war ihnen bisher kein Ausflugsstationen die sogen. Werksanalyse der Kaliwerke I tag beschieden. Es ist daher erfreulich, daß den den. wirklichen Gehalt der gelieferten Kalisalze I Bienenstöcken endlich einmal eine Reinigung in sehr vielen Fällen nicht zum richtigen Aus- I vergönnt gewesen ist. Sie haben die wenigen druck bringt. I sonnigen Stunden auch tüchtig benutzt. Der
Der Verband landwirtschaftlicher Versuchs- I Bienenzüchter freut sich darüber. Weniger er- stationen sieht sich daher veranlaßt, sowohl alle I freut aber mag die Hausfrau sein, die unbe- Einkaufsgenofsenschaften usw., als auch Land- I dachterweise in der Nähe eines Bienenstandes wirte dringend zu warnen, lediglich auf Grund | die Wäsche ausgelegt oder ausgehängt hat. Die der Werksanalyse Ankäufe abzuschließen resp. I weißen Wäschestücke mögen bunt genug aus- auf Grund solcher Analyse die Kalidünger an I gesehen haben. Ein Reinigungsausflug im ihre Abnehmer weiter zu verkaufen. Es ist viel- I ersten Frühjahr ist für die Bienenvölker von der mehr unbedingt geboten, alle gekauften Kali- ! größten Bedeutung. Es beginnt ja in den dünger durch die Versuchsstationen untersuchen I Stöcken schon das Brutgeschäst. In der Natur zu lassen, um die Landwirtschaft vor beträcht- I draußen gibt es für die Bienen noch nichts zu kichern Schaden zu schützen." | holen. Daher muß noch genügend Futter in
den Stöcken sein. Die Bienen aber bedürfen Wasser und der fürsorgliche Züchter erleichtert ihnen die Arbeit, indem er Wasser in die Stöcke gibt. Auch die Reinigung des Stockes von
den die neben dem inneren Gewinn, der auf bei- | Ernährungsfragen unter Berücksichtigung der den «eiten nicht ausbleiben dürste, auch an wirt- I ländlichen Verhältnisse gelegt wurde. Die Le- schaftlichem Nutzwerte dem eigenen Hause zu I bensmittel sind meist gut, aber einfach und ost Gute kommt. I wenig abwechselnd, die Zeit zur Zubereitung oft
Endlich sei auf die Gemeindeschwester, wo sie I kurz — die kundige Hand aber kann schmackhaft vorhanden, verwiesen, die als geeignete Persön- I un? Gesundheit förderlich zubereiten,
lichkeit nicht ^loß für die körperliche Pflege und | kann namentlich in der Ernährung der
in Krankheitsfällen in Tätigkeit treten soll. Ee- I kleinen und kleinsten Kinder noch geschehen und rade sie, die auch die kleinen und geheimen Sor- I zuträglicher gemacht werden! In Westpreußen gen kennt, soll in ihrem unausgesetzten Verkehr | 9$* e\n Är8is “U5 eigenen Mitteln einen Zu- mit den Familien des Dorfes guten Samen in I jedes die Haushaliungs- und Kochschule die jugendlichen Herzen streuen. | Elbing besuchende Mädchen.
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fcelhjim r« ;nntkTl I Fürsorge-Gemeindeschwestern oder Beamtinnen
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krischung bietet " Kortzfleisch in Reifenstern bei Birkungen im
«nh h»«9 0#n’ bt ^rantreten | Jugend belehrend wirken und die Freude an
£e.®u I der Heimat durch zielbewußte Ausgestaltung der
«nd der beratenden I leiblichen wie der geistigen und seelischen Er-
?ett^l,?ibren anti^inn^ Hak bie moderne Ziehung neu beleben sollen. Die Erziehung der
bLTniÄ ^^Aenden Landmädchen zu tüchtigen Hausfrauen ist in
unb Gemeinde nnteraraben lutT I ^Iem Arbeitsprogramm besonders vorgesehen,
tnm SÄ si?"üraben so soll das Ehriste^ Wer könnte zu solchem Dienst geeigneter fein taben raraes,au(^ als gebildete Frauen, welche die ländlichen Ver- ben Inne. I hgltnisse kennen! Wenn sie der Praxi» auf ein>t ui roetJ’ t^e fugend auch I G^und eingehenden Studiums mit liebewarmem
* 1 5U chkrftlrchen Muttern heranziehen. I Herzen durch die Theorie zu Hilfe kommen, wird
Die Jugendfürsorge will nicht nur geistige I bet Erfolg, die jungen Mädchen auf dem Lande Notstände aufd«ken, sondern die jungen Mäd- I festzuhalten, nicht ausbleiben. " wen auch praktisch bilden und geschickt machen I durch oft nur anfängliche, ost für die Anforderungen des Lebens in Hauswirt- ! Mißerfolge nicht entmutigen schäft und für das berufliche Leben. Und hierin I Punkte seien hier noch berührt.
kann und soll auf dem Lande viel geschehen. I Koch- und Haushaltsunterricht
So sind im Königreich Sachsen mit Erfolg I den ländlichen Verhältnissen zu gute kommen und Wanderkochkurse in den einzelnen Dorfgemein- I sich' also zunächst auf diese erstrecken — nicht so- bcn abgehalten worden, bei denen das Haupt- I wohl die weibliche Jugend zur Verwertung ihrer gewicht auf Belehrung und Eesundheits- und erworbenen Kenntnisse in die Stadt treiben und
Tierschutz.
Tierquälerei wird bestraft!
Das Reichsstrafgesetz bestimmt: § 360, Ziff. 13: Mit Geldstrafe bis zu 150 M ober mit Haft bis zu 6 Wochen wird bestraft, wer öffentlich oder in Aergernis erregender Weise Tiere boshaft quält oder roh mißhandelt. — § 366, Ziff. 7: Mit Geldstrafe bis zu 60 oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer Steine oder andere harte Körper oder Unrat auf Pferde oder andere Zug- oder Lasttiere wirft. — § 367, Ziff. 8: Mit Geldstrafe bis zu 150 dl oder mit Hast bis zu 6 Wochen wird bestraft, wer ohne polizeiliche Erlaubnis an bewohnten ober von Menschen besuchten Orten Selbstgeschosse, Schlageisen oder Fußangeln legt oder an solchen Orten mit Feuergewehr oder anderem Schießwerkzeuge schießt. — 8 368, Ziff. 11: Mit Geldstrafe bis zu 60 dl oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Federwild oder von Singvögeln ausnimmt.
Die jetzt »iederkehrenden Singvögel
praktischen Landwirten ausschließlich Frage, der Tierzucht behandelt werden. Mit dem Lehr, gang ist eine Lehrmittelausstellung verbunden, zu welcher in erster Linie solche Lehrmittel zu. gelassen und mit Preisen ausgezeichnet werden welche von Lehrern und Schülern landwirtschaft^ kicher Schulen selbst hergestellt sind. Am Sonntag, den 7. April, veranstaltet die Gesellschaft eine Reihe von Ausflügen in die Umgebung von Eisenach, um den Teilnehmern am Lehrgang Gelegenheit zu bieten, den Stand der Landwirtschaft .besonders der Viehzucht, im Eroßherzog. tum Sachsen-Weimar kennen zu lernen.
24 000 Mark für einen Zuchtstier.
Die Hofbesitzer Hemkens, Hansen und Ri- chardsen in Tetenbüll, die zum Ankauf eines Stieres nach England entsandt waren, kauften dort für den Verband Eiderstedter Shorthorn- Züchter einen Stier für 1000 Pfd. Sterling (20 400 dl). Der Stier ist ein Jahr alt und errang bei einer Schau in Perth den ersten Preis. Die Hengstgenossenschaft in Niebüll kaufte in Jütland einen Hengst für 8000 JL
sind unsere mächtigsten Bundesgenossen im Kampfe gegen die Raupen und andere Schädlinge. Sie verdienen somit eine tatkräftige He- gung. Da gilt es nun in erster Linie, nicht.nur die Vögel zu schützen, sondern ihnen auch genügende Brutgelegenheit zu schaffen. Man sorge daher zeitig für das Aufhängen von Nistkästen, die ja hier ganz in unserer Nähe bei Henn Fabrikanten Volpert Seip in Wollmar bei Münchhausen in ganz vorzüglicher und zweckentsprechender Weise genau nach der Natur angefertigt werden. Die moderne Kultur läßt keinen Baum im Walde, ja sogar keinen Obstbaum im Garten, in dem ein Astloch den Hochbrütern gute Zuflustt gewährte, und die schönen Feldhecken mit alten, knorrigen, ausgefaulten Strauchstämmen gibt es immer weniger. Daher haben die jungen Hochbrüter nun schon seit Jahren in elenden Winkeln und unzureichenden Verstecken die ersten Tage verbracht und sie haben dann später, als sie sich selbst den Nistort wählten, sich nach dem Bilde gerichtet, das ihnen die Erinnerung an die eigene Kinder-Wiege vorführte. Erst allmählich gewöhnten sich die Vögel an die künstlichen Nistkästen. Zu vergessen ist jetzt auch nicht das Reinigen der alten Nistkästen, wenn sie nur irgendwie erreichbar sind. Sie enthalten oft soviel Unrat, daß die von uns erwarteten Frühlingsboten aus der Vogelwelt darin sich nicht häuslich niederlassen können.
Allerlei.
0. Lehrgang für landwirtschaftliche Wander- leerer in Eisenach.
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft veranstaltet in den Tagen vom 4.—10. April dieses Jahres in Eisenach ihren 6. Lehrgang für landwirtschaftliche Wanderlehrer, zu welchem auf Kosten der Gesellschaft etwa 300 Herren erscheinen werden. Auf dem diesmaligen Lehrgang werden von hervorragenden Gelehrten und
womöglich ihnen Stellen in Städten verschaffen, sondern sie für alle Stellungen vorbereiten und vornehmlich für die besseren auf ländlichen Betrieben; — gehen aber doch so und so Viele in die Stadt, so mag das gesicherte Fortkommen und Bewahrung vor Not daselbst als Reingewinn in Rechnung gesetzt werden und darf nicht als Vermehrung der Landflucht auf dem Debetkonto erscheinen.
Zweitens aber soll die Pflege und Fürsorge auf dem Lande nicht den Familien die Sorge für ihre Heranwachsende und erwachsene weibliche Jugend abnehmen, sondern soll sie unterstützen und unterweisen. Die Mütter sollen nicht darauf rechnen: „für dein Kind wird ja doch von anderen gesorgt," sondern sie sollen angehalten werden, den Kindern geistig und körperlich die nötige Pflege angedeihen zu lassen und für die vielen — gegen früher so viel schwerer und andersartig gewordene Anforderungen des Lebens ihnen eine gute Erziehung in christlichem Sinne zu geben; die Erhaltung uttb der Zusammenschluß der Familie auch mit den flügge gewordenen Kindern ist das Hauptziel der christlichen Wohlfahrtspflege.
Die Bahnhofsmission fördert — und dies möge auch hier wieder ausdrücklich betont werden — nicht die Landflucht, sie warnt vor dem Zuzug in die Stadt, namentlich vor unsicherem und leichfferiigem, will aber den Mädchen, die daselbst Brot und Stellung suchen, nach Maßgabe ihrer Tätigkeit und Mittel die Hand reichen zur Gründung einer neuen eigenen Existenz in der Großstadt, die ihnen materielle Sicherheit und Schutz vor Gefährdung der Seele und des Körpers bietet, zugleich aber will sie die Fäden, welche sie mit bet Familie und der alten Heimat verbinden, erhalten und im Falle des Wunsches ober der Not ihnen die Wege zur Rückkehr aufs Land ebnen.
Also mutig weiter geschasst! Die Saat, heute m Erdboden versenkt, trügt nicht morgen schon Früchte — vielleicht erleben wir es nicht mehr, aber ein Gewinn für die nächste Generation segnet unsre Bemühungen. Haben wir doch auch nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern auch für die Geschlechter nach uns. Wie wir leb »er erleben müssen, daß umstürzlerische Parteien sie Jugend bearbeiten, um die Zukunft in die Hand zu bekommen, so sollen wir sehen, die Jugend un» zu erhalten; Kirche, Schule, Familie
Humoristische Ecke.
Bei bet landwirtschaftlichen Generalversammlung. Präsident: „Meine Herren! Unsere Viehzucht ist in der ganzen Welt als mustergültig bekannt! Unsere Pferdezucht steht aus einer Höhe, die unerreicht ist! Unser Rindviehschlag ist der vorzüglichste weit und breit und die Schweinewirtschast in unserem Lande wird von keinem anderen übertroffen!"
(Fl. Bl.)
Verblümt. Feldwebel (zu dem in Urlaub gehenden Rekruten): „Haben Sie mir nicht 'mal gesagt, daß Sie zu Hause große Geflügelzucht betreiben?"
Rekrut: „Zu Befehl, Herr Feldwebel!"
Feldwebel: „Hm, wissen Sie was, Sie können mir für mein Bureau einige Gänsekiele mitbringen . . ausrupfen werde ich sie schon selbst!"
Ach so! Richter „Zwei Jahre lang haben die beiden Herren stets friedlich miteinander gefischt, warum sind Sie dft.n gerade bei diesem Fisch in Streit geraten?"
Kläger (zögernd): „Herr Richter, das w« der erste, ben wir überhaupt gekriegt haben . .
Der Wohltäter: „Hör' mal, vergangene Woche batest Du mich um einen Schilling, weil Dein Vater im Gefängnis sei, unb jetzt habe ich herausgefunden, daß er seine feste Arbeit als Klempner hat."
Der Junge: „Ich weiß wohl, und damals war er im Gefängnis und reparierte ein Wasserrohr."
Poetisch. Barbiergehilfe (zum Kollegen): „Du bist verliebt, Schorschl?"
„Ach und wie; ich schnitt cs gern in alle Kunden ein!“
Auch ein Beitrag. Herr: „Ich sammle für das Trinkerheim und möchte Sie bitten . .
Frau: „Gewiß, wenn Sie meinen Mann irgendwo finden, so nehmen Sie ihn nur gleich mit — zuhause ist er nicht!"
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Johannes Otto in Marburg.
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und christliche Fürsorge sollen Hand in Hand gehen, ein Glied das andere stutzen, und Gottes Segen wird nicht ausbleiben!
Fürst Bismarck sagte einst einer Abordnung von Frauen und Jungfrauen: „Hat der deutsch« Reichsgedanke einmal die Anerkennung der deutschen Weiblichkeit gewonnen, dann ist et unzerstörbar und soll es bleiben" — und mit diesem deutschen Reichsgedanken verband er im Sinne ben Gedanken an das Reich Gottes — so hielten es stets und heute noch unsere Hohenzollern- herrscher. lieber dem deutschen Reiche steht das Reich Gottes — ohne dieses muß jenes zerfallen, dem Volke muß die Religion erhalten, das deutsche Reich ein christliches bleiben. Gewähren wir Andersgläubigen Gastfreundschaft und Bürgerrecht, so sind sie uns willkommen als Mit« bauende an des deutschen Reiches Kraft und Stärke; aber sie dürfen mit subversiven Ideen unsere Volksseele ebensowenig vergiften, wie revolutionäre Parteien Religion, Sitte, Ordnung und Autorität untergraben und zu diesem Zwecke suchen dürfen, den unverdorbenen und unreifen Gemütern ihre gefährlichen Grundsätze einzu- impfen.
Diesen Tendenzen entgegenzutreten, dient di« Bahnhofsmission; sie ist nut ein Glied in bei großen Kette der Bestrebungen zum Wohle derjenigen, die nut zu leicht glänzenden Vorspiege- (ungen, unsicheren Hoffnungen, ja oft bewußtem Betrüge folgend die vielleicht bescheidene, aber sichere Lebenstätigkeit auf dem Lande oder in der kleinen Stabt aufgeben und zu spät oft das Verderbliche dieses Schrittes einsehen. Nut wenige Tage Arbeit im Jahre fordert die Bahnhofs- misfion und kann doch reichen Segen bringen; auch für diese kurze Zeit fehlen noch viele Kräfte. Deshalb richten wir an die deutschen Frauen unb Jungfrauen die herzliche Bitte, Mitarbeiten zu wollen an diesem christlichen Liebeswerk, das zur Rettung mancher Gefährdeten und somit zur Stärkung unserer deutschen Volkskraft beitragen oll.
Zeit ist es, Not tut es, Gott will esi
Anfragen solcher Damen, die bereit sind, mitzuarbeiten, beantwortet oder gibt an die zustäirrige Adresse gern weiter
die Kommission der deuffchen Bahnhofsmisfio».