|en; viel richtiger ist es, nach einer wiederholten, reichlichen Düngung, also nach genügea- >et Anreicherung des Bodens, das vielleicht um hie Hälfte verminderte Quantum Thomas- phlackenmehl jährlich regelmäßig anzuwendrn. »m deutlichsten zeigt sich die Wichtigkeit dieses Zerfahrens bei Wiesen und Weiden. Lor der Düngung finden sich die guten Wiesenpflanzen nur in verkümmertem Zustand; sie brauchen erst große Mengen von Nährstoffen, um sich zu sättigen und zur vollen Entwicklung zu gelangen.
Unterläßt man nun im zweiten Jahre die Düngung ganz, so geht die durch die erstjährige Düngung erzeugte kräftige Vegetation der guten Wiesenpflanzcn wegen Mangel an Nährstoffen wieder zurück, während sie bei der wiederholten, wenn quj) «cywächeren Düngung sich ungestört fortsetzt. — Man dünge deshalb in jedem Jahre.
Zur Verbesserung des Weidelandes.
Die englische Landwirtschafts-Gesellschaft hat sich während der letzten 20 Jahre mit praktischen Versuchen beschäftigt, die auf eine Verbesserung des Weidelandes hinzielen. Die Resultate waren recht günstig, es wurden, um die Erfolge zu veranschaulichen, Ausschnitte aus den verschiedenartig behandelten Weideboden vorgelegt. Bei einer Probe erwies sich ein erheblicher Nutzen durch die Anwendung von Kalk. Das Ausschnittbodenstück zeigte eine deutliche Grenze zwischen dem gekalbten und dem ungekalkten Teil infolge des sichtlich steigenden Wachstums auf der ersteren Seite. Die Düngung mit bosi- fcher Schlacke ohne Kalk war auf diesem Boden zuvor obne merklichen Erfolg gewesen. Andererseits sandte die landwirtschaftliche Abteilung der Universität Cambridge ein Stück Grasboden ein, das die Notwendigkeit des Gebrauchs von Pdosphaten auf Lehmboden nachwies, wobei gerade die basischen Schlacken das geeignete Mittel gebildet hatten und wiederum das Kalken nutzlos gewesen war. Eine Zutat an Kainit und Superphosphat wirkt eine starke Verbesie- rung von Klee und gleichzeitig einen erheblichen Rückgang von Moosen und unzersetzten Pflanzenstoffen, die auf dem unverbesserten Weideboden noch sichtbar waren. Außerdem wurde der Einfluß anderer Stoffe wie der von schwefelsaurem Ammon und Salpeter auf die Entwicklung der Weidekräuter veranschaulicht, namentlich die große Verbesserung durch Guano für das Wachstum von weißem Klee und Schafschwiugel.
öandwirtschastliche Absatzvereinigung-n in der Union.
Auch in der Union gewinnen die Bestrebun- sen zur Ausschaltung des Zwischenhandels und Mr Einsetzung von landwirtschaftlichen Absatz- Vereinigungen immer mehr an Boden.
Die „American Society of Equity", eine Organisation, welche von Farmern zu dem Zwecke des Selbstabsatzes ihrer Produkte ins Leben gerufen worden ist, entwickelt allenthalben eine rührige Tätigkeit. Sie hat ihren Sitz in Jndia- nopolis, und jetzt ist Chicago, der Hochburg des Fleischtrustes, welcher den gesamten Handel mit Lebensmittel in seine Gewalt bringen möchte und zum Teil auch gebracht hat, eine Abteilung zum Absatz von Obst, Gemüse, Geflügel ut’Jb Molkereierzeugnisse gegründet.
Mit Erfolg hat eine andere Bereinigung, die „Farmers Educational and Eooperattv Union »f America", seit einigen Jahren sich bemüht, den Absatz von Erzeugnissen der Landwirtschaft dirett an die Interessenten zu vermitteln und so eine Steigerung der Verkaufspreise dieser Ar- titel für den Farmer zu erzielen. Es handelt sich hier hauptsächlich um die Südstaaten (Texas) und um den Absatz der Baumwolle unmittelbar an die Spinnereien.
Endlich ist in Rewyork mit einem Kapital von 20 Millionen Dollars eine „American Farm Products Eo." errichtet worden, die den Absitz von Eiern, Geflügel so^ie Molkereiprodukt?'' In die Hand nehmen und bestrebt fein will, durch direkten Bezug bezw. durch Herstellung der Produkte und unmittelbaren Absatz an die Konsumenten mit billigeren reinen Nahrungsmitteln den Firmen und Vereinigungen, welche durch Verfälschung dieser Nahrungsmittel im gießen Konsumenten und Produzenten schädi- zen, erfolgreiche Konkurrenz zu machen. Namentlich will sie durch Erzeugung billiger Naturbut- iler die Margarine ganz verdrängen. Hinter diesem neuen „Trust" stehen Bankhäuser und Croßkapitalisten.
Pferdezucht.
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Gegen den Dummkoller bet Pferde.
Der Dummkoller äußert sich dadurch, daß die Pferde auf äußere Eindrücke nichts mehr geben, nach einer Seite drängen, einen tappenden Gang haben, beim Fresien manchmal das Futter im Maul behalten und erst wieder zu fressen an- fangen, wenn sie angerufen werden, daß sie den Kopf in den ihnen vorgehaltenen Eimer mit Wasser stecken, ohne zu saufen und ihn erst wieder herausziehen, wenn sie keine Lust mehr bekommen, oder wenn ihnen das Wasser fortaenommen wird, daß sie sich den Finger in das Ohr stecken lassen, ohne mit dem Kopfe zu schütteln, sich die Füße über Kreuz stellen lassen, ohne sie zu verwechseln, sich auf die Krone treten lassen usw. Dabei geht der Puls unter die normale Zeit herab, ost auf 30 per Minute. Alle diese Zufälle steigern sich oder machen sich stark bemerttar, wenn das Tier eine Zeitlang bis zum Warm- «erden bewegt wird. Bei starker Röte der Schleimhäute und Metern Blick gibt man Bella
donna (8. Berd.), viermal täglich 10 Tropfeck. Opium (3. Berd.) ist zu geben, wenn das Tier große Betäubung zeigt und langsam und schnarchend Atem holt. Nux vomica (3. Verd.) gebe man zweistündlich, wenn die Schleimhäute gelb gefärbt erscheinen, der Mist selten entleert wird und ein Drängen nach der einen oder anderen Seite besteht. Einige Gaben Eulphur kann man stets dazwischen geben. Auch Arnika (2. Verd.) hat sich in neuester Zeit vielfach mit Erfolg be- «ährt. Die Gabe ist immer 10 Tropfen.
Geflügelzucht.
Kennzeichnung de» Geflügels.
Bei der rationellen Geflügelzucht ist es durchaus nötig, eine Kennzeichnung der Tiere vorzunehmen, um die einzelnen Jahrgänge, bei Fallnesterzucht die einzelnen Tiere zu erkennen. Alles Geflügel, zunächst Hühner, sodann aber auch Enten, Gänse und sonstiges Geflügel sollte mit Ringen versehen werden. Kommt nur die Zeichnung der Jahrgänge in Frage, so ist jeder Ring anwendbar, jedoch ist den farbigen Ringen der Vorzug zu geben. Man kann derart verfahren, daß ein Jahrgang links, der nächste rechts denselben Ring tragt und jeder dritte Jahrgang frei bleibt. Kehrt dieselbe Zeichnung im 4. Jahre wieder, so müssen die gleichgezeichneten alten Tiere abgeschafft werden, wie es ja nur zu empfehlen ist, keine Tiere über das 4. Jahr hinaus zu halten. Besser ist es, zwei Arten Ringe oder zwei Farben anzuschaffen, sodaß 4 Jahrgänge kenntlich gemacht werden können. Die Metallringe (Aluminium, Zink) find, wenn nicht ganz geschlossen, meist zu leicht und biegsam und gehen aus diesem Grunde leicht verloren. Am besten eignen sich noch Ringe aus Kupfer, jedoch sind dieselben recht teuer. Alle Metallringe, besonders aber die kupfernen, werden mit der Zeit durch Abnutzung scharfkantig und können leicht in die Haut einschneiden.
Farbige Zelluloidringe find in den Farben grün, rot, gelb, braun und weiß im Handel erhältlich und zwar in zweierlei Ausführung, als kanttger Ring mit Schwalbenschwanzverschlutz und als abgerundeter Epielring. Der erstere hat ziemlich Anklang gefunden, dürfte dem neuerdings aufkommenden Spiralringe aber nachstehen. Die dem Verschluß gegenüberliegende Seite des Ringes muß des Biegens halber dünner gearbeitet fein, schleißt auch mit bet Zeit aus, und kommt Bruch an dieser Stelle oft vor. Ebenso ist der Schwalbenschwanz bei manchen Ringen, namentlich den billigeren nicht gut verzapft und kann leicht brechen. Der Spiralring dagegen ist infolge seiner Konstruttion biegsamer, umschließt den Fuß zweimal und schmiegt sich wegen seiner Rundung besser an.
Bei allen Ringen, insbesondere bei Zelluloidringen spielt die Güte eine große Rolle. Während gut gearbeitete Ringe mit Schwalben- schwanzoerschluß die oben gerügten Nachteile in geringerem Maße besitzen, sind Spiralringe auch nicht immer als gut zu bezeichnen. Man scheue nicht die kleine Mehrausgabe und nehme nut gute Qualitäten, die sich infolge längerer Verwendbarkeit immerhin ebenso billig stellen. Es werden oftmals recht billige Ringe angeboten, dieselben find aber anfolge minderwerttgen Materials bttichig und weisen meist an den Enden rauhe Bruchstellen auf, die sich leicht und oft genug nachher im Gebrauch an Gestrüpp und dergleichen sesthängen. Man sehe darauf, daß der Spiralring kräftig, schön abgerundet und die Enden so abgeschrägt sind, daß sie glatt ineinander übergehen, also nicht noch abgebrochen sind. Außerdem prüfe man die Ringe beim Kaufe auf ihre Federkraft.
Während die farbigen Spiralringe als die besten gelten können für Kennzeichnung der Jahrgänge und für den Gebrauch auf den Bauernhöfen, auch bei größeren Beständen, ist allen, denen darum zu tun ist, mit guten Zuchttieren auf dem Markt aufzutreten und denen es auf Beschickung der Ausstellung ankommt, das Anlegen des sogen. Klubringes, eines geschlossenen Ringes mit Jahreszahl und fortlaufender Nummer, zu empfehlen.
Bei fortschreitender Zucht wird auch die Kennzeichnung der jungen Küken vors.enomme.r. Dieselbe läßt sich auf verschiedene Art durchführen. Sehr einfach ist das Anlegen kleiner Kükenringe, doch ist dabei zu berücksichtigen, daß dieselben wegen leichten Ein« und Festwachsens zeitig abgenommen und durch größere ersetzt werden müssen. Ein zweites Mittel ist das Anlegen von kleinen Gummiringen, die man sich selbst von einem entsprechend dünnen Schlauch abschneiden kann. Das Einwachsen ist bei diesen nicht so leicht zu befürchten, jedoch sollen auch diese bald durch bleibende Ringe ersetzt werden. Hat man Küken aus gekauften Bruteiern oder von einem abgeteilten Zuchtstamm, so genügen solche Ringe; bei Fallnesterzucht ist die Kennzeichnung mit einem Kükenlocher am Platze. Zu diesem Zwecke kann man die käuflichen Locher verwenden oder aber kleine Luchzangen, w'« solche von Sattlern benutzt werden. Die Kennzeichnung geschieht in der Art und Weise, daß kleine Löcher von 1—3 Millimeter in die Zwi- schenzehenhaut gedrückt werden, bei Wassergeflügel in die Schwimmhaut. Es ist so möglich, eine ganze Reihe von Tieren zu zeichnen und auch in späteren Jahren immer wieder herauszufinden. Folgende Zusammenstellung ergibt eine Kennzeichnung von 15 verschiedenen Tieren oder deren Nachzucht: 1. Ein Loch und zwar links innen oder außen, rechts innen ober außen (4); 2. Zwei Löcher je links oder rechts
finf» un8 rechts, dabei entweder die inneren ober äußeren, links außen, rechts innen und umgekehrt (6); 8. Drei Löcher: 2 Löcher links, 1 Loch rechts innen oder außen, 2 Löcher rechts, 1 Loch links innen oder außen (4); 4. Vier Löcher: 2 Löcher links, 2 Löcher rechts (1). Dieses Lochen findet möglichst gleich nach dem Aus- fchlüpfen statt, ohne dabei den Zehenknochen zu nahe zu kommen. Etwaige Blutungen werden durch Essig oder Alaun gestillt. T.
Ldw. Ztg. f. Westfalen u. Lippe.
Die Wyandotte-HSHner
find eine Schöpfung der Amerikaner^ welche seit mehreren Jahrzehnten stch mit Eifer bemüht haben, sowohl vorhandene Hühnerrassen zu verbessern, als durch Kreuzung solcher neue zu schaffen. Suchten sie bei diesem Bestreben in erster Linie die wirtschaftlichen Eigenschaften zu heben, und zwar Hühnerrassen hervorzubringen, die nicht einseitig, entweder durch hohen Eiererttag ober als beste Fleischhühner sich auszeichnen, sondern nach Möglichkeit beide Vorzüge in sich vereinigen, so waren sie nicht minder bemüht, den neuen Rassen auch Formen und Farben anzu- züchten, die das Auge des Liebhabers befriedigen. Ein Jdealhuhn, das höchsten Eierertrag, besten Fleischertrag und vollendetste körperliche Schönheit in sich vereint, gibt es zwar nicht und wird es niemals geben, denn die Ausbildung einer dieser Eigenschaften zu der möglichsten Vollkommenheit wird stets ein Zurückgehen der beiden anderen Eigenschaften zur Folge haben; allein gerade in den Wnandottes find doch die Amerikaner dem Ideale so nahe als denkbar gekommen; denn die Rasse vereinigt diese verschiedenen Vorzüge in einem solchen Maße in sich, wie es nut möglich ist, sie sind vortreffliche Legehühner, vortreffliche Fleischhübner und zugleich schöne Hühner. Der.Lehrmeister im Garten und Kleintierhof", Leipzig, zeigt durch zwei Bilder und eine ausführliche Beschreibung wie die Wyan dottes aussehen müssen. Alle Eeflügelfreundc und Interessenten erhalten den Artikel umsonst auf gefl. Verlangen.
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Fischzucht.
Fifchereifragen.
Die Teichfischereien sind beendet; bet Besatz befindet sich in Haltern oder Winterungsteichen, die Speisefische sind verkauft oder harren bet Abnahme. Da ist es an bet Zeit, einen Rückblick zu tun. Wo rationell gewirtschaftet würbe, sind die Ergebnisse der Fischereien gut. Es gab keinen Wassermangel. Das Liegenlassen bet Teiche über Winter, bas Abkalken und Düngen hat sich bewährt. Aber auch das Füttern, ordnungsmäßig betrieben, hat sich verlohnt. Erzeugung von Insektenlarven und Plantton muß nebenbei betrieben werden. Das beste Futter bleibt die Lupine. Leider steigt ihr Preis. Auch geringes Getreide gekocht, Fleisch- bezw. Fischfuttetmehl find nebenbei zu brauchen. Karpfenbrut ist nicht übermäßig viel erzeugt, die erste ist meist verhungert. Man muß abwarten, was die Früh- jahrsabfischung bringt. Hoffentlich ist der Ertrag besser als man vermutet. Wer keine Ersatz- stteicher hält, ist schlimm daran. Denn gelingt das erste Laichgeschäft nicht, muß bet zweite Versuch mit frischen Streichern gemacht werd. ». Gewachsen ist die Brut aber ausgezeichnet. Da, wo bei der Schleizucht Blutauffrischung durch- geführt ist, fängt diese an wieder Freude zu machen. In vielen Teichwirtschaften haben sich die von Hübner, Frankfurt a. O., bezogenen Schleie bewährt. Man beachte die preisgo- krönte Schrift von Stropahl übet Schleienzucht. Unter den Nebenfischen sei von der Orfe bemerkt, daß sie sich im letzten Jahre schlecht vermehrte. Während des Laichgeschäfts war es zu kalt. Zandersetzlinge durch befruchtete Eier zu ziehen gelang bei den von Kraatz-Angetmünde bezogenen Eiern, die aus Ungarn bezogenen blieben ohne Erfolg. Versuche mit Higois und Zwerg- welse gelangen. Jedenfalls passen diese Fische in unsere verunreinigten und verpesteten Sttöme. Probieren geht auch hier über studieren. Man versuche also. Hat doch der Zwergwels auch einen guten Geschmack. Wenn wir in späteren Jahren durch die vielfach beschriebene Methode das Schilf aus den Teichen los werden, können die größer gewordenen Wasserflächen noch stärket besetzt werden. (Eine dadurch erzielte vermehrte Fleischerzeugung wäre wohl willkomin-n. Mögen Praxis und Wissenschaft nebeneinander wirken und schaffen und der gerade unter den Fischern leider hie und da herrschende scharfe Ton verf..;winden.
Schirmer-Neuhaus.
Tierschutz.
Cin praktischer Weg zur Abhilfe des Elends der Pferde.
Heber die unbarmherzige Behandlung und Ansfchindung dieser willigen und guten Tiere hat sich schon mancher entrüstet, aber die Iahte gehen dahin, und es bleibt immer alles beim alten. Das btauchtnicht so zu sein; denn es gibt einen rettenden Gedanken, welchen neulich bet Artillerie-Oberst Spohr in der Zeitschrift „Tier« und Menschenfreund" klar entwickelt hat, und der es verdient, bald in die Wirklichkeit umgc- setzt zu werden. Wenn das Reich eine Pserde- Jnvaliditäts - Zwangsvetficherung einführen würde, welcher jeder Pferdebefitzet beitreten muß, und wenn für jedes alte Pferd, das so und fo lange versichert wat und ßch in noch gutem
Zustande befinde?, also nicht ausgeschunden ist, - eine beträchtliche Anerkennungssumme gezahlt würde, wogegen diese Summe jorifällt und das Tier zum Töten (unter bloßer Zahlung des Kadavetwettes) beschlagnahmt werden muß, wenn eine, in jedem Bezirk einzusetzende, amtliche Kommission die fernere Arbeitsuntauglnh- keit des Tieres ausspricht, so würde zweierlei eintreten. Erstens ist dann ein innerer Antrieb für die Besitzer vorhanden, sich die Anerkennungssumme zu verdienen und die Beschlagnahme zu vermeiden, und daher werden dis Tiere während ihres Arbeitslebens besser behandelt und besser verpflegt werden. Zweitens werden die Besitzer alter Tiere bereitwilliger diese zum Schlachten bergeben, da sie mit dem Schlacht- Erlös und mit der Anerkennungssumme sich leicht ein neues Pferd beschaffen können. Unleugbar würde durch dies Verfahren unendlich viel Tierquälerei verhindert und das Märtyrer- Elend der alten Pferde ganz beseitigt werden können. — In Sinne dieses Gedankens wirkt die neu begründete „Pfetdefchutz-Vereinigung,", welcher bereits hervorragende Mitglieder (z. 85.‘ Prinz Emil Schöneich-Carolath) anqehören.1 Beitrittsmeldungen sind an die $egtiüü)crin,i Frau Agnes Fritzsche, Leipzig, Kohlengartenstraße 65, erbeten. . - i
Der durstende Hund.
Einer, der im Wüstensand Einen Hund verschmachtend sand, Und so matt, daß ihm vom Leben Kaum noch blieb ein Atembeben, Zog vom Haupte sich die Mutze, Daß er sie als Eimer nütze;
Band darum als Brunnenseil Seines Turbans Tuch ein Teil; Schürzte sich zum Werke schnell, schöpfte Wasser aus dem Quell, Und dem Hund, dem ttästebaren, Reichte et den Trunk, den klaren. Der Prophet, der bald danach Von dem Manne hörte, sprach: „Was er auch gefehlt im Leben, Diesem hat der Herr vergeben!" (Aus Sadi's Fruchtgarten. Hebers, durch Frei»' Herrn von Schlechta.)
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Allerlei. ‘
Windschutz und Winterschutz.
In einem Aufsatz im praktischen Ratgeber wird darauf aufmerksam gemacht, daß für em« pfindliche Gewächse der Schutz vor rauhen Winden viel wichttger ist, als der Schutz vor Kälte, dem vielfach so große Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wer bei der Ausschmückung seines Gartens oder der Anlage einer Baumschule in windiger Lage nicht auf die Anpflanzung weniger widerstandsfähiger Gehölze verzichten will, der sollte zunächst, wenn irgend möglich, für Windschutz sorgen und durch hohe Hecken oder Alleen dichtwachsender Bäume (Hirnen u. a.) sein Grundstück oder einzelne Teile nach der Windseite hin abgrenzen. In seinem 10 Hektar großen Park hat Kommerzienrat Hesse, in Weener Ostfriesland, an zwei Stellen in dichtem Fich-' tenbestande große Vierecke aushauen und dort in ' vorzüglichem Windschutz die bisher in Deutsch- land selten zu findenden empfindlichen Laub- und Nadelhölzer anpflanzen lassen. Seltsam; mutet es uns an, hier im Norden die zärtlichen Kinder des Südens irn Freien zu sehen.
Wir können nur empfehlen, sich durch Postkarte kostenfrei jene Nummer vom Geschäftsamt > des prattischen Ratgebers in Frankfurt a. O. als Probenummer zu erbitten.
Biene und Kälte.
Viele Imker glauben, große Kälte schade beiij Bienen. Es ist dies aber ein Irrtum, denn es. ist deutlich bewiesen, daß in lang anhaltenden Kälteperioden der Nahrungsverbrauch unserer, Bienen am geringsten ist. Dies ist darauf zu-; rückzuführen, daß die Bienen bei Kälte em1 ruhigsten fitzen. Je größer di« Ruhe, desto geringer ist die Ausgabe für den Hnterhalt, den Honigverbrauch, und vor allem der Verbrauch an Lebenskraft, die bei unseren durchwinterten Bienen von größter Bedeutung ist. Dazu tritt noch ein wichtiger Umstand. Je größer die Kälte,' desto kleiner wird die Bienentraube, die geheizt! zu werden braucht. Bei oft wechselnder Temperatur und in milden Wintern ist dir Biene unruhiger, zehrt mehr von ihrer Nahrung und Lebenskraft als bei anhaltend strenger Kälte.
Humoristische Ecke.
Kurz und bündig. Während den Redaktionen die „Stimmen aus dem Publikum", welche die Rubrik „Eingesandt" bringt, durch ihre Länge oft unbequem werden, zeichnet sich ein Eingesandt, das das „Grazer Tageblatt" bringt, durch seine lakonische Kürze aus. Diese Zuschrift lautet: „Im „Kärtner Tageblatt" hat ein Herr H. P. meine Schrift über die Fleifchnchs besprochen. Er hat mich überzeugt, daß ich mich in der Zahl der in den Alpenländern vorhandenen Ochsen um einen verzählt hab^ Wendelin Weidhofer." •
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Johannes Otto in Marburg»