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Landwirtschaftliche Beilage

zur

Oberhessischen Zeitung in Marburg

M 2 Eonutap, den 3. Februar 1907

Beschaffung ausländischer landwirt­schaftlicher Arbeiter.

Bon der deutschen Feldarbeiter-Zentralstelle wird uns geschrieben:

i Neber die Grundlage der ungünstigen Lage ;t*e5 heimischen landwirtschaftlichen Arbettsmark- ites ist viel geschrieben worden. Zweifel bestehen darüber nicht. Den Ausfall an Arbeitskräften hat dis Landwirtschaft stets ohne besondere Schwierigkeiten im Auslande decken können. Ausfallend und nicht recht aufgeklärt ist das un­vermutete Versagen des ausländischen Marktes im Jahre 1906. Der Landwirt hat infolge der fehlenden Arbeitskräfte nicht unerhebliche Ver­luste erlitten.

Wenn es auch interessant und lehrreich wäre, die Ursache Zu erfahren, die die Beschaffung des ausländischen Arbeiterersatzes so erschwerte, er­scheint es ratsamer, sich der praktischen Frage zu­zuwenden:

Wie schützt sich der Landwirt vor ähnlichen Ueberraschungen, und wie sichert er sich die ihm fehlenden Arbeitskräfte?"

Wichtig scheinen UNS 4 Punkte:

1. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Ar­beiter zu einem möglichst frühzeitigen Ter­min in Dienst genommen werden.

2. Ist ein frühzeitiger Beschaffungsauftrag erforderlich.

3. Soll sich der Landwirt sofort an die zuver­lässigen Vermittlungsinstitute wenden und > nicht erst Versuche mit weniger verlu^^en

Mittelpersonen machen.

4. Soll der Landwirt die Beschäftigung gali­zisch-polnischer Leute möglichst vermeiden, um den galizischen Arbeitsmarkt zu ent­lasten.

Eine gleichmäßigere Verteilung des Arbeiter­bedarss auf die einzelnen ausländischen Markt­plätze möglichst im Verhältnis zu dem vorhan­denen Arbeitsniaterial würde eine Arbeiter- kalamität ausschließen. Vornehmlich sind es die Ar^eiterbezugsgebiete Rußlands, die stärker in Anspruch genommen, sehr wohl das Gleichgewicht in der Marktlage wieder Herstellen können.

Der Einwand gegen die Beschäftigung rus­sischer Arbeiter, die zum Kontraktbruch geneigt, ist nicht ohne weiteres stichhaltig. In intensiven Wirtschaften hat der russische Arbeiter nur selten die Arbeit niedergelcgt, besonders wenn reichlich Akkordarbeit vorhanden war. Der Prozentsatz an Kontraktbrüchigen Galiziens und Rußlands ist heute fast gleich. Die Neigung zum Kontrakt­bruch liegt weniger im Charakter des einzelnen Individuums als in der Schwäche gegen den Verführer begründet.

Weiter wäre ein Ausgleich in der Marktlage zu erreichen, wenn eine Zentralinstanz geschaffen würde, an die der Landwirt seinen Vertrag ein­schickt, und die dann eine der Marktlage ent­sprechende Verteilung vornähme.

Die Anfänge einer ähnlichen Zentralisation sollen in der Deutschen Feldarbeiter-Zentral- stelle, Berlin SW. 11, Hafenplatz 4, vorhanden sein, die an der österreichisch-ungarischen und russischen Grenze Vermittlungsbureaus zur Be­schaffung jeder Arbeiternationalität eingerichtet hat.

An der russischen Grenze liegen solche Bu­rson-- in

Rosenberg in Oberschlesien, Kreuzburg in Oberschlesien, Wilhelmsbrück in Posen, Skalmierzyce in Posen, Grabow in Posen.

5s wäre erwünscht, daß die Deutsche Feld- arbeiter-Zentralstelle mehr in den Vordergrund träte und in den Kreisen der Jnteresienten be­kannter würde.

Aber auch eine Unterstützung der Bestrebun­gen der geschaffenen Zentralstelle durch Ueber- weisung von Aufträgen ist erforderlich, damit sie ihrer wichtigen Aufgabe der ausgleichenden Verteilung des Arbeiterbedarfes auf die ver­schiedenen Vezugsgebiete gerecht werden kann.

Denn gerade die an der Grenze belegens» Vermittlungsämter, in denen die Arbeiter selbst oder ihre Führer schon jetzt täglich vorsprechen und nach Aufträgen fragen Einsender war kürzlich selbst an der Grenze und hat sich persön­lich davon überzeugt, können naturgemäß nur dann erfolgreich arbeiten und die für die Land­wirtschaft nützliche direkte Zuwanderung fördern, wenn sie den Leuten stets gute Arbeiterstellen nachweisen können. Ist das nicht möglich, weil die Aufträge fehlen, so ziehen die Arbeiter wei­ter zu den gewohnheitsmäßigen Agenten oder fallen Schleppern in die Hände, die sie natürlich in erster Linie der bester zahlenden Industrie tzuführen. Jeder Landwirt sollte daher schleu­nigst von der sich hier bietenden Gelegenheit Ge­brauch machen und sich nicht darauf verlaßen, daß er vielleicht noch später Arbeiter erhalte. Verläßt sich wieder alles, wie im Vorjahre, auf

den galizischen Markt und die bisherigen Be­zugsquellen, so könnte die Ueberraschung noch viel unliebsamer werden als im Vorjahre.

Landwirtschaftliches.

Wander-Busstellung in Düsseldorf.

Auf der in den Tagen vom 6.11. Juni d. Js. statfindenden allgemein deutschen land­wirtschaftlichen Ausstellung in Düsseldorf wird im Verfolg früherer derartiger Unterneymungen eine Traubenweinkosthalle erricyret werden, d. h. eine Darbietung von Weinen aus möglichst allen deutschen Weinbaugebieten, die dort flaschen- und glasweise gekostet werden können. Die Weine werden nur von den Winzern oder Winzergenostenschaftcn selbst eingeliefert und ist damit Gelegenheit gegeben, deutsche Weine ver­bürgten Herkommens kennen zu lernen. Außer­dem wird noch eine fachmännische Probe von Weinen vorgenommen, welche gruppenweise zu­sammengestellt sind. Derartige Veranstaltungen finden sich nur auf den Wanderausstellungen der D. L. selbst auf den Weinbaukongresten wird man wohl kaum eine so vollständige Zusammen­stellung aller deutschen Weine haben wie hier.

Der Zweck der Veranstaltung ist eine dem Wesen des Weines entsprechende systematische Darstellung der Erzeugniste einer Kultur, die schwer zu übersehen ist. Außerdem sollen wirk­lich echte Naturweine dargeboten werden gegen­über einer Weinindustrie, deren Erzeugniste weit ab vom Rebstock entstanden sind.

Benutzung von genostenschaftlichen Viehwagen.

Ueber die Benutzung von Viehwagen bringt das .Wochenblatt d. Ldw. Vereins in Bayern" folgende Mitteilung.Die Viehwagen verbrei­ten sich in den Landgemeinden immer mehr und mehr, so daß die Benutzung einer solchen Wage zur Bestimmung des Lebendgewichtes eines zur Schlachtung bestimmten Tieres bei dem Verkaufe desselben in vielen Fällen gegeben ist; es wird die Anschaffung solcher Viehwagen auch unter­stützt durch Eewayrung von Zuschüßen aus Zen­tralfonds und Kreisfonds und Gewährung von Fabrikrabatten. In Mittelfranken z. B. ver­mittelt der landwirtschaftliche Kreisausschuß für die Gemeinden, Eenoßenschaften und für Ein­zelne die Beschaffung von Viehwagen und er­halten die Gemeinden und Eenoßenschaften als Zuschuß 40 Prozent des Ankaufspreises, einzelne Landwirte dagegen nur den Fabrikrabatt mit 15 Prozent des Ankaufspreises, so daß der um 25 Prozent größere Zuschuß arzs Staats- und Kreismitteln nur den Gemeinden und Eenoßen­schaften zu Gute kommt, weil hier das allgemeine Interesse mehr in den Vordergrund tritt. Zur Bestimmung des Wertes eines Schlachttteres, wenn nicht der laufende Marktpreis von 1 Zent­ner Lebendgewicht dieser Tiergattung bei einem gewissen Mastzustande bekannt ist z. B. durch varläsßge Marktberichte, gehören außer dem durch die Wage bestimmten Lebendaewichte nach die richtige eigene Einschätzung des Tieres bezw. der Tiergattung auf den vorhandenen Mastzu« stand, ob fett, halb fett, mittelgemästet oder ma­ger. sowie auch noch die Feststellung des Schlacht­gewichtes, sogenanntes Schlochtaenn it"ro-<"tt, welches aus i Zentner Lebendgewicht eines so besckmftenen. Tieres erzielt werden kann. Diese Feirktellung des Schlackitprozentes ist aber nur möglich auf Erund von vielen Schlachtproben der verschiedenen Tiergattungen und des ver­schiedenen Mastzustandes solcher Tiere mittels genauer Wägungen. Solche Schlachtproben sind nun schon seit längerer Zeit von den verschiede­nen Seiten angestellt und veröffentlicht worden, so daß für die Praxis genügende Anhaltspunkte zur Feststellung des Schlachtprozentes gewonnen wurden. Bei Bestimmung des Lebendgewichtes sollen dir Tiere in der Regel bei Großvieh 12 bis V Stunden, bei Kleinvieh mindestens 12 Stunden vor dem Wiegen kein Futter mehr er­halten haben, so daß man die Tiere am besten vormittags in nüchternem Zustande ohne Mor« genftltter auf die Wage bringen wird. Die Händ­ler Metzger u. a. machen bei dem Kaufe nach Lebendgewicht in der Regel ähnliche Beding­ungen und es ist deshalb, wenn ein Landwirt nach dem Lebendgewicht dauernd verkaufen will, von selten desselben inbezug auf die Fütterung vor dem Wiegen die strengste Reellität notwen- dia, weil außerdem der Käufer sehr im Nachteil wäre, indem billigeres Futter und Tränkewaster zu demselben Preise mitverkauft werden würde, den das im Preise teure Fleisch und Fett erzielt. Ohne strenge reelle Behandlung ist deshalb der dauernde Verkauf nach dem Lebendgewicht sei­tens eines Landwirts nicht aufrecht zu erhalten, da die Käufer derattige als unreell bald be­kannte Ställe meiden oder nur nach Schlachtge­wicht oder nach freiem Ermessen dort einkaufen werden.*

Höchst« Erträge durch Verbesserung des Bodens.

In unserer Zeit gilt es nicht nur bis dahin unkultiviertes Land aufzuschließen, sondern es muß, namentlich in den Cpekulationszonen der Großstädte, wieder in Unkultur zurück gefallenes Land von Neuem erobert werden. So ringt das Volk um feinen Boden; an dieser Aufgabe stärkt es seinen Körper, den beharrlichen Sinn, cs mehrt seinen Wohlstand und seine Erfahrungen. Es ist jüngst der Versuch gemacht worden, allen denen die so fleißig und ernst der Bodenkultur, im besonderen der Eartenkultur obliegen, ihre Erfahrungen zu entlocken und für Mit- und Nachwelt nutzbar zu machen durch eine Preis­aufgabe, die nach der besten und schnellsten Art der Bodenverbesserüng fragte. Eine solche Preisaufgabe stellte der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. Oder; er machte zur Bedingung, daß nur Selbsterlebtes geschildert werden dürfe. Aus der großen Zahl der Bewerbungen sind 10 beste Arbeiten ausge­wählt, preisgekrönt und soeben in einem löseitt- gen Sonderheft herausgegeben. Aus allen Ge­genden des deutschen Sprachgebietes finden wir lebendige Schilderungen. Auf schweren Klein- boden wurden Sand und Torfmull aufgebracht, toter Sand wurde mit Lehm und dem mühevoll aufgesparten Eomposthaufen verbessert, tote Sibickiten wurden gebrochen, stauende Näße ab­geleitet. frisches Wasser dem trockenen Boden zu­geführt. Eine reiche Fülle von Erfahrungen und Winken fiir die Gewinnung höherer Erträge ist in jenen Arbeiten vereinigt sodaß wir nur empfehlen können sich durch Postkarte kostenfrei jene Nummer vcm Eeschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. O. als Probenummer zu erbitten.

Ueber die Bedeutung einer festen Fruchtfolge für den Landwirtschaftsbetrieb

entnehmen wir denMitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Eesellschaft" die nachstehenden Ausführungen:

Infolge des Preissturzes der Ackerbauerzeug­nisse und des Ansteigens der Löhne gewinnt eine geregelte Reihenfolge der Früchte auf dem Acker­lands immer größere Bedeutung, weil eine solche den Reinertrag eines Betriebes wesentlich zu heben vermag. Die Gründe für diese Erschei­nung liegen darin, daß, sobald jede Frucht den ihr zusagendsten Stand in der Fruchtfolge erhält, an Arbeit und Dung gespart wird.

Früher versprach, namentlich bei sehr ge­spanntem Anbau und auf den beßeren Lehm­böden, das sogenanntefreie Wirtschaftssystem" vielfach höhere Erträge als die gebundene Fruchtfolge.

In der Tat gestattet das freie Wirtschafts­system. sobald die Preise für einzelne Früchte er­heblich steigen, diese in größerem Umfange, so­weit es die Verhältnisse gestatten, anzubauen. Etwaige Mehrkosten, durch erheblichen Arbeits­oder Dunaaufwand herbeigeführt, deckt dann die hoch im Preise stehende Frucht.

Unter den heuttgen Preisen kommt es nur höchst selten vor, daß ein verstärkter Aufwand durch den höheren Preis einer Frucht gedeckt wird, so daß sich mit Hilfe einer gereaelten Fruchtfolge eher ein Reinertrag erzielen läßt.

Die freie Wirtschaft verdankt ihr Entstehen hauptsächlich der Einführung des Zuckerrüben­baues, weil dieser in der ersten Zeit eine hohe Rente abwarf.

Die Rübe wurde vielfach die Hauptfruckt des hoch gespannten Bettiebes; man bauteRüben oder etwas anderes".

Bei der Höhe der Reinerträge dehnte man ihren Anbau entgegen den Regeln der Frucht­folge oftmals zu weit aus. Als nun mit dem Sinken der Zuckerpreise, dem Steigen der Löhne und dem Auftreten der Rübenmüdigkeit der Reinertrag immer mehr zuriickaing, ja häufig auf Null sank, kam man doch vielfach zu der Ein­sicht, den Rübenbau einzuschränken und den Re­geln einer geordneten Fruchtfolge mehr Rech­nung zu tragen.

Zurzeit sind es hauptsächlich die Saatgetreide erzeugenden Wirtschaften, welche infolge höherer Reinerträge noch mit Vorteil von der freien Wirtschaft Gebrauch machen.

Die Vorteile der geregelten Fruchtfolge lie­gen zunächst in der Arbeits- und Dungverminde- rung für jede Frucht, dann aber in der gleich­mäßigeren Verteilung der Hand- und Svann- arbeit und der Dungverteilung, so daß der Dung- zustand aller Schläge tatsächlich ein gleicher ist.

Dagegen wird in einer nicht geregelten Fruchtfolge auch der Vorteil, welchen eine gute Vorfrucht bringt, nicht immer ausgenutzt.

Der Wert einer Pflanze als Vorfrucht richtet sich nach ihrem Wurzel- und Blattvermöqen; es lassen sich in dieser Beziehung drei Pflanzen- gruppen unterscheiden: Flach- und Tieswurzler und Hackfrüchte.

Die Eetreidearten und Gräser find Flach- wurzler, welche ihre Büschelwurzeln größtenteils in der Ackerkrume ausbreiten, und nur einzelne

dieser Wurzeln, durch den Reiz der Feuchtigkeit angezogen, gelangen, meist in alten Wurzel­röhren der Tieswurzler, in größere Tiefe. Sie nehmen aus der gut gelockerten Ackerkrume die leicht aufnahmefähigen Nährstoffe, wie Salpeter, Phosphorsäure, Kali, Kalk u. a. m. auf.

Die Kleearten und Hülsenfrüchte sind da­gegen Tieswurzler, welche mit einer Pfahlwurzel in den Boden dringen, wo sie sich Pflanzennährstoffe aufschlietzen und mit Hilfe der Wurzelknöllchen sich den Stick­stoff der Luft dienstbar machen, mithin sie die Nährstoffe der Ackerkrume nicht wesentlich in An­spruch nehmen.

Die Hackfrüchte beanspruchen dagegen eint tiefe Krume, Nährstoffüberfluß und eine vor­treffliche Bodenbearbeitung während der Wachs­zeit.

Was das Blattvermögen angeht, also die Fähigkeit, eine gute Beschattungsgare zu erzeu­gen, so ist dieses am größten bei den Kleearten und Hülsenfrüchten und am kleinsten bei den Hackfrüchten.

Die Stoppel- und Wurzelrückstände, welch« diese drei Gruppen in der Ackerkrume bis zur Tiefe von 26 Zentimeter zurücklaßen, sind haupt­sächlich bei den Kleearten und Hülsenfrüchten be­achtenswert. So hinterläßt der Rotklee auf gu­tem Rotkleeboden Stovpel- und Wurzelrückständ« in solcher Menge, daß sie einer Düngung von 300 Doppelzentner Stallmist auf 1 Hektar gleich­kommen.

Aus alledem geht hervor, daß die Kleearten und kleeartigen Gewächse und Hülsenfrüchte als beste Vorfrüchte zu gelten haben. Diesen folgen die Hackfrüchte, aber nur dann, wenn außer einer arten Düngung der Acker tief bearbeitet uni die Pflanzen während der Wachszeit gut behack! und vom Unkraut gereinigt worden sind.

Der Anbau der Pferdebohne.

Auf dem Versuchsfeld der landwirtschaftliche« Winterschule Alsfeld sind im Sommer 1906 ver­suchsweise auf einer kleinen Fläche von 379 Qm. Pferdebohnen angebaut worden, die ein ft außergewöhnlich günstiges Resultat ergeben ha­ben, daß es angebracht erscheinen dürfte, di« Landwirte auf diese Kulturpflanze aufmerksam zu machen und sie zu veranlaßen, Versuche mit dieser eiweißreichen Hülsenfrucht auch ihrerseits anzustellen. Das Ergebnis des Anbauversuches war folgendes: Auf 370 Qm. wurden 153 Kgr. Körner und 194 Kgr. Stroh geerntet. Es ent­spricht dies einem Ertrage von beinahe 21 Ztr Körner und zirka 40 Ztr. Stroh pro Morgen Gedüngt war die Fläche mit 150 Zentner Stall­mist, 3 Ztr. Thomasmehl und 1 Ztr. 40 Prozent. Kalisalz. Die Aussaat erfolgte am 26. April mit 35 Kgr. pro Morgen. Der Stand war ein ausgezeichneter, wovon.sich auch diejenigen Her­ren Landwirte, welche das Versuchsfeld getegenb lich einer Besichtigung im Juli vorigen Jahres eingesehen haben, überzeugen können. Auch der Stand der versuchsweise angebauten Wicken, Erbsen fgr. Viktoria und Vracherbse) auf dem Versuchsfelde war ein recht guter, hat aber bei weitem nicht die Erträge gebracht, wie dir Pferdebohne. Wir machen deswegen besonderi auf den Anbau dieser Hülsenfrucht aufmerksam, weil bei der heutigen Bedeutung der Viehhalt­ung der Landwitt sich durch den Anbau dersel­ben ein Krastfuttermitt l allerersten Ranges in der Wirtschaft selbst erzeugen kann. Für Mast« urs Zugtiere (nicht für Milchri ch) gibt es kaum ein gesünderes und eiweißreicheres Kraftfutter­mittel, als wie die Pferdebohne. Vergleichs­weise führen wir an, daß Roggen bei einem Er­trag von 12 Ztr. pro Morgen 46,20 Kgr. Eiweiß, Pferdebohne bei einem Ertrag von 21 Ztr. pro Morgen 254 Kgr. Eiweiß liefern. Segrü-Set wird diese fast fünffache Mehrleistung an Ei­re dadurch, daß der Körnerertrag wesentlih höher ist, daß vor allem aber die Pferdebohne einen Eiweißgehalt von 22 Proz., während der Roggen nur einen solchen von 1,7 Proz. enthält. Es kommt weiter in Betracht, daß die Pferde­bohne als stickstoffsammelnde Pflanze für allo anderen Kulturgewächse eine vorzügliche Vor­frucht ist und daher auch in die Fruchtfolge gut eingefügt werden kann.

Keine Erschwerung der diesjährigen Einfuhr von Kleie und Oelkuchen aus Rußland.

Das Kaiserlich russische Ackerbaudepartement teilt dem Deutsch-Russischen Verein, E. V., aus deßen Eingabe mit, daß für die Ausfuhr von Kleie und Oelkuchen, die bis zum 15./28. De­zember auf rufsikchen Stationen aufgegeben wur­den. aber aus Gründen, welche von dem Ver-