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3ttftrti»tt$gebiibr: die gespaltene Zeile oder oeren Raum 15 Ptz.

Reclamen: die Zelle 80 Ma.

Marburg

Dienst«« 25. Dezember 1906.

Erscheint wöchentlich sieden mal.

Druck und Verlag» Joh. Sag. Koch, UntverfttLt-^vuchdruckerek 41. Jahr-.

Marburg, Markt 3L Lelephon ob.

Zweites Blatt.

Nutzbarmachung unserer Kolonien.

Das Koloiiialwittschaftliche Komitee, der wirtschaftliche Ausschuß der Deutschen Kolonial- gesellschast hat einen Bericht über das erste Jahr­zehnt seiner Tätigkeit, von 18961906, heraus- gegeben. Dieser Bericht ist geeignet, den Zweif­lern klarzumachen, daß die deutschen Kolonien doch eine Zukunft haben, wenn vom Mutter­lands ernstlich ihre Erschließung in Angriff ge­nommen wird. Namentlich ersieht man dies ans den Darlegungen über die in den Kolonien zu gewinnenden Rohstoffe.

Baumwolle ist bereits in Togo und in Deutsch-Ostafrika gewonnen. Die Ernte in bei­den Gebieten betrug 1905/06 etwa eine Million Pfund im Werte von 0,6 Millionen Mark. Ins­gesamt bezog Deutschland im Jahre 1905 Baum­wolle im Werte von 470 Millionen Mark vom Auslande. Faserstoffe führte Deutschland im gleichen Jahre im Werte von 143 Millionen Mark vom Auslande ein. Die Ausfuhr von Sisalhanf aus Deutsch-Ostafrika betrug 1905 rund 1300 Tonnen im Werte von 1 Million Mark, "ansevierenhanf, der gleichfalls ange- pflanzt wird, kommt noch nicht zur Ausfuhr.

Nicht weniger als 156 Millionen Mark gab Deutschland im letztverflossenen Volljahre für Kautschuk und Guttapercha an das Ausland. In den deutschen Schutzgebieten sind von neuem wilde Kautschukbestände festgestellt; in West- und Ostafrika sowie in den Südseekolonien ist die Kautschukplantagenkultur eingeführt; et te wildwachsende Guttaperchapflanze ist in Neu- Guinea entdeckt. Im Jahre 1905 lieferten die deutschen Kolonien Kautschuk im Werte von 7 Millionen Mark. Noch höher, ?y2 Millionen, war der Wert der von den deutschen Kolonien sm gleichen Jahre gelieferten Oelfrüchte. Das Komitee hat Oelfruchtbearbeitungsmaschinen :n Togo ui d in Kamerun versuchsweise in Betrieb gest- llt. um der verlustreichen Vereitungsweise der Eingeborenen ein Ende zu machen. Oelpro- dulie bezog Deutschland im Jahre 1905 im Werte von 153 Millionen Mark vom Auslands.

In tropischen Nahrungs- und Een'chmitteln, die Deutschland im Jahre 1905 im Werte von 885 Millionen Mark vom Auslands bezog, wür­den dis Kolonien mehreres liefern können. Die An^-auverfuche der verschiedenartigen lang­fristigen Kulturen liefern fortgesetzt neue Er­gebnisse hinsichtlich der Erhöhung des Ertrages und der Verbesserung der Qualitäten. Die deut­schen Kolonien lieferten 1905 u. a. Kakao im

- ;

87 (Nachdruck verboten ),

lieber alles die Kunst.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung).

Die Gräfin brach in neues Schluchzen aus, sie war völlig geknickt.

O mein Gott, dann begreife ich."

.Auch das, Aglaja, daß wir uns trennen müssen, wenn du deine Tochter nicht für immer verlieren willst,"

Gaza, das wäre furchtbar," stöhnte sie.

Er> bleibt uns also nichts übrig," fuhr er eindringlich fort,als auf gemeinsames Glück fir dis Zukunft zu verzichten. Es wäre aber grausam gegen uns selbst gehandelt, wollten wir deshalb darauf verzichten, uns jeder ein eigenes Glück zil schaffen."

E3za, was planst du? Was willst du tun?" Mir einen häuslichen Herd gründen, dessen der um deinetwillen heimatlos Gewordene dop­pelt bedarf."

Einen häuslichen Herd," stieß sie heftig her­vor.Du denkst doch nicht ernstlich daran"

Zu heiraten?" unterbrach er sie mit entschie­denem Ton.Ja, daran denke ich ernstlich."

Und sie, diese Marga," schrie sie verzweifelt auf,die ich aus dem Dunkel empotgezogen! So will sie mir danken, was ich für sie getan! So!"

Sie ballte die Hände in rasender Wut, mit gebieterischer Gebärde trat er auf sie zu.

Beherrsche dich, Aglaja, oder du zwingst mich, der Entscheidung Giselas vorzugreifen und dein Haus sofort und für immer zu verlassen." . Sie umklammerte seine Hände, um ihn fest- zuhalten.

Nur das nicht, Eäza bleib! Lasse mir Zeit, mich in das Grausame zu finden!"

Gut, so sammle dich, so nimm Vernunft an? Mache dir doch klar, daß das einzige, was wir Noch aus dem Schiffbruche unserer Liebe retten 'können, die Freundschaft ist. Willst du auch sie -zur Unmöglichkeit mache»?''

Werte von 1,3 Millionen Mark, Kaffe im Werte von 0,4 Mill. Mark. An tropischen Nußhölzern und Gerbstoffen bezieht Deutschland vom Aus­lande Mengen, die sich jährlich auf viele Mil­lionen Mark belaufen. Es sind vom Komitee Nutzholzbestände und Gerbstoffe liefernde Pflan­zen in West- und Ostafrika sowie in den Siidsee- kolonien festgestellt. Zur Beschaffung und Ver­wertung von Kamerunhölzern, insbesond -te von Mahagoni, ist jetzt eine Kommission ein­gesetzt. Im Jahre 1905 lieferten die Kolonien Nutzholz im Werte von 0,4 Mill. Mark.

Wo? schließlich das Vorkommen von Mine­ralien betrifft, so find im Otavi in Deutsch-Süd­westafrika reiche Kupferlager festgestellt, zu deren Abbau die Otaviminen- und Eisenbahn- Gesellschaft eine eigene 750 Klm. lange Eisen­bahn gebaut hat. Weitere abbauwürdige Kupferfundstellen sind bekannt. Kupfer bezig Deutschland im Jahre 1905 im Werte von 156 Millionen Mark vom Auslande. Kohlen sind am Nyassasee in Deutsch-Ostafrika festgestellt. Der Wert der gesamten Ausfuhr der deutschen Kolonien belief sich im Jahre 1905 auf 50 Mil­lionen Mark. Aussichten auf Gewinnung von Rohstoffen und Erzeugnisien in den Kolonien eröffnen sich danach doch wo,i auf den verschie­densten Gebieten. Es kommt nur darauf an, die Gewinnung zu fördern.

Dazu sind aber in erster Linie Verkehrswege, namentlich Eisenbahnen, nötig. Auch in dem er­wähnten Berichte des Kolonialwirtschaftlicken Komitees wird festgestellt, daß der Eisenbahn­bau in den deutschen Kolonien gegenüber den fremdländischen Kolonien im Rückstände ist. England besitzt heute in Afrika 13 567 Klm. Eisenbahnen, Frankreich 8066 Klm., Deutsch­land 2235 Klm. Dem Eisenbahnbau 'n den Ko- lonieit wird man deshalb wohl zunächst eine große Aufmerksamkeit schenken müssen.

Eine Bitte an die deutsche Presse.

Die Madjarisierung der deutschen Ortsnamen in Ungarn ist seit Banffys Ministerpräsident- schast eine der beliebtesten Vorarbeiten für den Ausbau deseinheitlichen madjarn^en Natio­nalstaates". Daß im amtlichen Verkehr die achtbun^ertfährigen Namen der sieb»» Sachsenstädte Hermannlladt, Kronstadt, Schäß- burg usm. seit einer Reihe von Jahren nicht meßt eriRieren, ist ja bekannt. Und schlimmer noch als bei den Sachsen, denen man bisher noch eine Anzahl deutscher Dorfnamen ließ. z. B. Stolzenburg bei Hermannstadt, steht es bei den Schwaben im Banat: von den 125 Banater Dörfern mit deutscher Mehrheit, die zum alter« arößten Teile ganz rein deutsch sind (in den Dörfern ^iebenbüraer Saihsen isi dies be-

Sie schüttelte statt aller Antwort tnif dem Kopfe und ließ es geschehen, daß er sie zu einem Sesiel geleitete und ihr ein Glas Wasser an die heißen bebenden Lippen hielt.

Als er sie wenige Minuten darauf verließ, konnte er es mit dem befriedigenden Bewußtsein tu.. daß er jeden Widerstand gegen seine Pläne in ihr gebrochen batte. Sie war, wie sie es stets gewesen, ein willenloses Werkzeug in seiner Hand, überließ seinem Ermesien, über ihr wie über der Tochter Geschick zu bestimmen.

Apathisch fügte sie sich in alles, was Nemethy anordnete, der zu Mittag einige fremde Gäste mitdrachte. entfernte Verwandte aus der unga­rischen Heimat, die Paris kennen lernen wollten und denen er sich als Führer zur Vers "gung ge­stellt hatte.

Und während im Salon der Gräfin eifrigst beraten wurde, wie die folgenden Tage am ge­nußreichsten auszunutzen wären, lag Gisela bleich und elend auf ihrem Lager, finstere Ent- schlüsse in ihrer Seele wälzend. Nemethy hatte ihr drei Tage Bedenkzeit gegeben, aber sie be­durfte dieser Frist nicht mehr. Denn ihr Ent­schluß stand bereits unerschütterlich fest. Lieber sterben, als sich mit dem ungeliebten Manne fürs Leben verbinden! Auch in ihren Lidern wallte das heiße ungarische Blut.

Sie werden mich niemals zwingen, E^za Nemethy," hatte sie ihm zugerufen und er sollte erfahren, daß auch sie ihr Wort zu halten wisse, obwohl sie in ihren Augen nur ein eigensinni­ges Kind war.

co verging die Frist, für die Gräfin und ihre Gäste im Rausche des Vergnügens, für die ein- sa i Kämpfende in furchtbaren, marternden Zweifeln.

XVII.

Alfred war bereits feit einer Woche in Paris. Er nutzte seineZeit nach Kräften aus mit der Begeisterung der Jugend, die in der Schönheit der Kunst, in Erinnerung an Vergangenes schwelgt,

kanntlich eine große Seltenheit), haben heute nur noch elf im amtlichen Verkehr ihren deut- scheu Namen behalten. Die übrigen meist sehr klangvollen und schönen deutschen Namen tm Banat, wie Marienfeld, Gottlob, Ostern, Segen» tau. Gintenbrunn. Wiesenhaid, Königsgnad, Kreuzstätten, Engelsbrunn sind von der amt­lichen Karte getilgt. Ortsnamen werden in Un­garn ja nicht durch einen Beschluß der Gemeinde­vertreter, sondern durch Verfügung von oben ge­ändert. So find auch Oedenburg, Mieselburg, Fünfkirchen und Pretzburg längst verschwunden und die -^siebenen Madjarenblätter der Hauptstadt hüten sich selbstverständlich diese geächteten Namen noch jemals zu verwenden. Nur als im vorigen Jahre der Tag desPreß- bürget Friedens" zum hundettstenmal wieder­kehrte, lasen wir mit Vergnügen im Pest. Lloyd, daß dieStadt Pozsony" zur Erinnerung an den in ihren Mauern abgeschlossenenPreßbur- ger Frieden" eine Denktafel gestiftet habe. Welt­geschichtliche Ereignisse lassen fich eben nicht durch Verfügungen ungarischer Ministerprästdenten umbenennen.

Traurig steht es auch in Ofenpest aus. Die aLe Bergstadt Ofen, noch heute von Zehntau­senden von Deutschen bewohnt und mit ihren traulichen Gassen immer noch ein echtes deutsches Städtebild, verlor den Namen, den ihr einst ihre Gründer gaben, und jene Berge, an denen der berühmte Ofener Wein noch heut auf deutscher Bauernerde reist, heißen längst nicht mehr Fran­kenberg. Schwabenberg und Johannisberg, ihre Schluchten nicht mehr Auwinkel und Kühles Tal.

Wir Reichsdeutschen können diese Madjari­sierung alter und oft weltberühmter deutscher Namen in Ungarn selbst nicht verhindern. Eins aber können wir: es verhindern, daß diese neuen unaussprechlichen Namen über die rot-weiß­grünen Grenzpfähle hinaus in unsere roefteuro» päische Kulturwelt bringen. Denn unser Bei­spiel entscheidet für die Presse und Wissenschaft in England, Frankreich und Amerika. Geben 'r Namen wie Ofenpest und Waitzen, Stuhl- weißenburg undSchemnitz in unserem reichsdeut­schen Schrifttum und Volksmund auf, so sind sie überhaupt verloren. Halten mir sie fest, so blei­ben sie Besitz aller Kulturvölker westlich der Leitba. Kein madjarisches Blatt spricht von Wien", alle schreiben ..Becs". wie der Madjar von jener die alte deutsche Kailerstadt zu nennen pflegt. Seien wir doch ebenso stolz und wahren wir die ruhmvollen deutschen Namen in Ungarn, dir wie die Deutschen Ungarns selbst schon so mancheslalnbunbert überdauert haben! Nicht Kassa und Budapest, sondern Raftbau und Ofen« peit müssen wir sprechen und schreiben. Hierin mit täglichem Beispiel voranzugehen, ist eine nationale Aufgabe, der sich unsere Presse hoffent­lich nickt entziehen wird.

Er hatte inmitten der Stadt am Chatelet in einem kleinen Hotel Wohnung genommen, das in der Nähe der ältesten historischen Monumente des alten Paris liegt. Von seinen Fenstern aus konnte er die Place de Chatelet mit dem merk­würdigen Turm St. Jacques, weiterhin die Front des jetzt in alter Herrlichkeit wieder er­standenen Hotel de Dille auf dem ehemaligen Platze de Grbve sehen, an dem so grauenvolle Erinnerungen von Mord und Blut haften. Mit wenigen Schritten war er am Seineufer, wo jen­seits des Pont-au-change die Seineinsel mit ihrem altehrwürdigen Justizpalast, der berühm­ten Sainte-Chapelle und dem Wunderbau von Notre-Dame liegen.

Von morgens bis abends durchwanderte 't dir Museen, studierte die alte und neue Bau­weise und gönnte fich nur abends eine Erholung durch den Besuch der Theater, die ihm einen Ein­blick in den Geist der französischen Nation und in ihre Literatur gewährten. Auch er hatte die Gräfin bei der flüchtigen Begegnung auf d"t Straße erkannt, und der Gedanke, vielleicht auch Marga zu begegnen, war ihm so peinlich, daß c- sich vornahm, seinen Aufenthalt in der franzö­sischen Metropole nach Möglichkeit abzukürzen und lieber auf der Heimreise dort länger zu ver­weilen.

Der letzte Theaterbesuch sollte der Großen Oper gelten. Es wurdeMargarete" von Eou- nod gegeben. Alfred hatte sich einen Platz auf der Galerie genommen und blickte von dort, wo er sich früh eingefunden, auf die Reihen der hell- erleucht-sten 9n«en. die sich allmcll'lich mit einem glänzenden Publikum füllten Eine Toiletten­pracht entfaltete sich da vor seinen Augen, wie sie in Berlin fast unbekannt ist. Da schimmerten weiße Schultern aus duftigen Gewändern, Brillanten funkelten, Federn nickten, er schaute in ein Meer von Glanz und Farbenpracht.

Mit neugierigen Blicken betrachtete et das ih.n neue Leben und Treiben auf der weltbe­rühmten Stätte. Da plötzlich fuhr er zusam- meuzuckend zurück. Sein Blick hastete wie ge»

Zu« Weihnachtsfest.

Hört, wie die Weihnachtsglocken klingen, k freundlich über Berg und Tal,

Seht, wie die Lichter Helle brennen, am Weih« nachtsbaume überall.

In den Palästen und in Hütten, da kehret heu< ein Engel ein;

Die Friedensbotschaft mächt er bringen, gern allen Menschen groß und klein.

Wie jubelt laut vor feiger Freude die lieb« kleine Kinderschar.

Ihr Sinn der ist noch froh und heiter, der Seele Spiegel rein und klar.

Ihr Herze ist noch nicht gebrochen, noch hebt fich frei die kleine Brust.

Ein Ebenbild von Gott g^affen, drum jauchzt das Herze voller Lust.

Ja jauchzen soll an diesem Feste das Menschen­herz, ob groß ob klein.

Vom Himmel kam der Heiland heute, will unser Freund und Bruder sein.

Das Herze, das von Gram beschweret, bedrüK von Reue und von Schmerz,

Dars heute wieder gläubig hoffen, und gläubig blicken himmelwärts.

D süßes Wort, das auf den Fluren von Bethlehem der Engel Schar

Verkündete: Zu Gottes Ehren, nach Sünder Not, Tod und Gefahr,

Soll Frieden nun auf Erden wohnen, im klein­sten Hüttchen soll er sein

Wie in Palästen und auf Thronen; Gott will der Menschen Vater sein.

Welch herrlich Los, kannst du da zagen? Stein, heute mußt du fröhlich sein.

Wo Milliarden Engel jauchzen, kann da bi« Mensch noch traurig sein?

Seht, welche Liebe, voll Erbarmen neigt (Butt fich wieder zu uns her.

Was uns von seinem Herzen trennte, sank in der Liebe tiefes Meer.

Die Kerzen an dem Meihnachtsbaum«, sie scheinen uns nur kurze Zeit,

Doch fällt ein Funken feiner Liebe ins Hey hinein, bann ziehet Freub

Und Frieden in die wunde Seele, Licht wird ef in bet tiefsten Nacht,

Dann wird das Fest mit feinem Glanze, bv Seels rechte Weihe Nacht.

O Nacht, ba von bem Glanz bet Liebe, bis ganze Welt ward voller Schein,

Du brachtest uns nach langemSehnen, erst wieder Licht unb Sonnenschein.

Nun mag bte Welt in Trümmer gehen, biss eine bleibet ewig fest.

Wo Jesus in bas Hetz gezogen, gibt es et* rechtes Weihnachtsfest.

A. Jochem.

bannt auf einet Loge, in bte eben zwei Damen unb eine Anzahl von Herten traten. Jetzt, am letzten Abend, sollte also Wirklichkeit werde-, was er seit seiner Ankunft in Patts gefürchtet. Zn einet der Damen, die sich eben auf den bei­den «otdetplätzen niedetließen, erkannte « Marga, sie wat pompös gekleidet, in bellet, star­tender Seide, ein kostbares Geschmeide bligte ar. ihrem blendend weißen Halse, und hinter ihr,, weit vorgebeugt. saß Nemethy, seine Lippen be­rührten fast ihr Obt. Sie lächelte wandte sich dem mit seinem Blick sie fast Verzehrenden mit einem leisen Neigen des schönen Kopfes zu. Et* Augen- und Fächetspiel pikantester Art begann. Und diese mit allem Raffinement der Kunst ge- schmückte Kokette wat die Geliebte seiner Fu­gend, die er verehrt hatte, wie kein zweites Me- fen auf der Welt, sie, die er in feinen Sebantc» so hoch gehoben übet die gewöhnliche Menge uni bte jetzt ;o tief hetabgestiegen war. Gefalle- an be*> Tat-'nterien eines Nemethy zu finden, dieses hochmüttqen, verlebten Kavaliers, der ihn von all den oberflächlichen Lebemännern bene« er im Hanse der Gräfin Palfy begegnet mt, am meisten abgestoßen hatte. Und ihre so hoch oeptiefene Künstletschaft batte sie vor solchem Fall nicht bewahrt. Ihm fielen bte Motte ein, die sie damals gesprochen und die den erste* Zweifel an bet Echtheit ihrer Liebe in feine Seele geworfen, die Motte: Hebet alles bt< Kunst! lieber alles! Für sie bedeutete biefee (tffeg wie er damals ahnungsvoll gefürchtet, wie es sich jebt klar erwiesen, das freiwillige Ausgeben des besten, das in der

mobnt. b-r freue, "nd Ehrenhaftigkeit

des Empfindens und Denkens.

Wie ein Traum ging die Aufführung an ihm vorüber, fein Auge wurde immer wieder dorthin gezogen, wo sie faß, die einst Geliebte, die fe schrie '' betrauerte.

(Fortsetzung folgt.)