Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SomrtaaSbettaaer AUrrttrirteA

r

öfcytiäa

Erstes Blatt

l Nachdruck verboten.),

ahnen."

(Fortsetzung folgt)

F=

86

Das wäre mein Tod, Baron Nemethy," ent» gcgncte sie dumpf.

Er zuckte die Achseln.Die Entscheidung über Ihre, über meine Zukunft liegt allein in Ihrer SSßnb. Sie haben Zeit zum Ueberlegen, nutzen Sie die Zeit und geben Sie nach, das ist der ein­zige, der beste Rat, den ich Ihnen zu geben ver­mag."

Er hatte das Zimmer verlasien, mit entgei­stertem Antlitz llarrte sie ihm nach, dann brach sie in ein krampfhaftes Schluchzen aus. Noch nie war sie sich so elend, so verlassen in der Welt vor­gekommen, wie jetzt. So fand sie Frieda, ihre Jungfer, als sie nach ihrer Herrin zu sehen kam, geduldig lieh sie sich von derselben in ihr Zim­mer zurückgeleiten, wo sie völlig erschöpft auf ihr Lager sank.

Er wird sie noch umbringen, der schlechte Mensch," murmelte das gutmütige Mädchen vor sich hin, als sie Gisela auf deren Geheiß kalte Umschläge um die Stirn legte. Dann drückte sie auf die Glocke und lieft im Namen der Komteß die Fran Gräfin, die eben von ihrer Ausfahrt zurückgekshrt war, heraufbitten.

Was hast du nur wieder mit der Gisela vor­gehabt?" fragte die Gräfin, als sie, eben von der im Fieber liegenden Tochter zurückgekommen, Nemetbn im Salon ihrer harrend fand.Frieda berichtete mir, du habest eine Unterredung mit der Gisel gehabt, die sie so aufgeregt hat, daß sie sich jetzt kalte Umschläge machen lassen mutz."

Er durchmaß mit finster gefalteter Stirn das Gemach.

Was ich vorgehabt, ^anach fragst du noch? Ich habe ihr Vernunft erbringen wollen, die das ungebärdige Geschöpf nicht anzunehmen ge­neigt ist."

Das heißt, du hast wieder einmal mit Ge­walt durchsetzen wollen, was sie freiwillig zu tun sich weigert, nämlich den Stanislas zu hei­raten."

Er stampfte ungeduldig mit dem Fuße auf. Und ich werde es durchsetzen, darauf verlaß dich.

das im Jahre 1905 9215 «M betrug gegen 9244 im Jahre 1892, während es auf dem Lande von 7514 auf 7823 M gestiegen ist."

Aus den letzten Ziffern glaubt ein demokra­tisches Blatt schließen zu können, daß die Lage der Landwirtschaft sich wesentlich gebessert habe. DieDeutsche Tagesztg." stellt durchaus nicht in Abrede, das hier und da die Verhältnisse in der Landwirtschaft etwas besser geworden sind, be­merkt aber im übrigen folgendes: Aus den obigen Zahlen läßt sich das aber ohne weiteres nicht schließen. Wenn der Durchschnitt der Ein­kommen über 2000 M auf dem Lande größer ge­worden ist, so kann das zum Teil dadurch er­klärt werden, daß verhältnismäßig wenig Ein­kommen die Grenze von 3000 <M überschritten haben. Wenn das bet Fall ist, so muß natürlich der Durchschnitt größer werden, wie da» ja auch dieStatistische Korrespondenz" selbst in den ersten Sätzen hervorgehoben hat. Es darf fer­ner nicht überleben werden, daß an den Ein­kommen auf dem Lande nicht nur Landwirte, sondern auch Großindustrielle, die Rentner in den Vororten usw. beteiligt sind. Ferner möge daran erinnert werden, daß aerade in lebtet Zeit viele Landgüter in den Besitz reichet Fi­nanzleute überaeaangen sind, deren große Ein­kommen recht wohl in der Lage sind, den Durch, schnitt zu erhoben. Endlich ist auch in Betracht zu ziehen, daß die Landwirte selbst nickt nur ihr Einkommen aus der Landwirtschaft, sondern auch ibre sonstigen Bezüge versteuern. Will man die Sieuerverbältnisse zur Beurteilung der Lage der Landwirtschaft heranziehen, so muß man sich auf die Erträge aus dem landwirtschaft< lichen Betriebe beschränken.

lieber alles die Kunlt.

* Roman von Clarissa Lohde.

t Fortsetzung'.

Meine Vorschläge sind also folgende", fuhr er in geschäftsmäßigem Tone fort.Ich bin be­reit, meine gehaßte Person Ihrem Ges' btskreis für immer zu entrücken."

Sie richtete sich halb auf:

Sie wollten?"

Aufhören, der Freund Ihres Hauses zu fein. Ja mehr, Gisela, ich will mich verpflichten, Paris zu verlassen und eine Scheidewand zwi- ffl)en mit und Ihrer Mutter aufzurichten, vor der jedes üble Gerede, das etwa jetzt noch Ihr Kinderherz verletzt, verstummen muß."

Giselas Augen öffneten sich voll zweifelnden Staunens:

Ilitd diese Scheidewand wäre?"

Daß ich mich vermähle."

Sie, Baron Nemethy?"

Ja ich. Setzt Sie das so in Verwunderrrng? Zweifeln Sie etwa daran, daß ich der Liebe zu­gänglich sei?" Ein spöttisches Lächeln um­spielte seine Lippen:Nun, wenn Sie es für ein Wunder halten, so ist dieses Wunder geschehen. Ich fühle das Verlangen, ein Weib heimzu- führen."

Marga Herrenburg!" kam es leise übet Giselas Lippen.

In. Marga Herrenburg! Sie haben recht ge­raten, Gisela. Sie wissen aber auch, daß Fräu­lein Herrenburg völlig unbemittelt ist, ich kann sie deshalb nur dann heiraten, wenn ich meinen Neffen, Stanislas Kaminski, in gesicherten Ver­hältnissen weiß, so daß et auf meine Erbschaft, die ihm zugesagt, verzichten kann. Das also ist der Vorschlag, den ich Ihnen zu machen habe. Unter der Bedingung, daß Sie die Hand meines Neffen, die er Ihnen angeboten hat, annehmen, will ich mich verpflichten, mich aus Ihrer, aus Ihrer Mütter Nahe zs ttriumntt.*

Erscheint wöchentlich sieben maU

Druck mch Verlag' Jo-, Äug. »och, UmvcrMtS-vuchdruckerel 11. Jahr«.

Marburg» Markt 2L Telephon 66»

Mie'sertrcn, Hyvoihekenzinsen und Snbhastationen.

DerCass. Allg. Zig." entnehmen folgendes: Der städtische Hausbesitz kommt in der Regel un­ter den Hammer, sobald die Hypotbekenzinsen den Ertrag des Hauses übersteigen. Nicht immer ist der wirkliche Mietsertraa gleich dem vollen, dem erwartungsgemäßen. Ein vorsichtig kal­kulierender Hauswirt rohb immer mit einem durchschnittlichen Mietausfall von etwa 3 vEt. rechnen müssen. Im allgemeinen ist der Miet- ausfall, dank der ziemlich harten Bestimmungen bet meisten Mietsverträge ein seht mäßiger. In Dresden z. B., wo der Hausbesitz feit einigen Jahren in keiner rosigen Lage ist und wo Zwangsversteigerungen an der Tagesordnung sind, hat sich bei einer näheren Untersuchung der Subhastattonen in den Jahren 1904 und 1905 ergeben, 'daß bei 11 pEt. der ui tersuckten Zwangsversteigerungen überhaupt kein Miet- ausfall bestand. Bei 38 pEt. betrug er nur 4V<, pEt. und bei weiteren 30 pEt. durchschnitt­lich nut 9% pEt. Wenn die betreffenden Haus­besitzer also' von vornherein in ihrer Rentabili-

Die bisherige parlamentarische Ver­tretung des Negierungs-Bezirks Cassel im Reichstage.

Die bisherige parlamentarische Bertretung des Regierungs-Bezirks Cassel im Reichstage.

Wahlkreis 1. Rinteln-Hofgeismar.

1903: Graf zu Reventlow (Dsoz.) 6426, Soz. 3488, Ratl. 2154, Frs. 748. Ztr. 542.

Stichwahl: Reventlow (Dsoz.) gewählt mit 9543 gegen 4030 sozialdem. Stimmen.

Ersatzwahl vom 21. Juli 1906: Herzog (Dsoz.) 6318, Vetterlein (Soz.) 3995, Dr. Rocke (Rat!.) 1189, Helmers (Ref.) 1882, Röhring (Fts.) 937.

Stichwahl vom 4. August 1906: Herzog (Dsoz ) gewählt mit 9100 gegen 4500 sozialdem. Stimmen.

Der Wahlkreis war vertreten 1867 Natl., 1890 Antisem., 1894 Refp., feit 1900 Dsoz.

Wahlkreis 2. Cassel-Melsungen.

1903: Beinhauet (Natl.) 7629, Lattmann (Dsoz.) 7778, Thiel (Soz.) 14 548, Müller-Fulda (Ztr.) 784, Naumann (Nat.-Soz.) 163, zersplit­tert 17.

Stichwahl: Lattmann (Dsoz.) gewählt mit 16 703 gegen 15813 sozialdem. Stimmen.

Der Wahlkreis wat vertreten 1867 Natl., 1880 Freis., 1884 Kons., 1891 Natl., 1893 Konf, 1895 Christlich-Soz., 1898 Natl.

Wahlkreis 3. Fritzlar-Homberg.

1903: Liebermann von Sonnenberg (Dsoz.) gewählt mit 6767 gegen 2190 kons., 644 soz.-dem und 352 Zentrumsstimmen.

Der Wahlkreis war vertreten 1867 Natl., 1881 Kons., seit 1890 Antisem.

Wahlkreis 4. Eschwege-Schmalkalden.

1903: Seyboth (Frs. Vp.) 4546, Soz. 6485, Np. 3812, Antis. 3309.

Stichwahl: Seyboth (Fts. Vp.) gewähll mit 10 348 aeoen 7039 smialdem. Stimmen.

Ersatzwahl 1904: Raab (Dsoz.) 4552, Merten (Freis Volksp.) 4089, Hugo (Sozialdem.) 5837, v. Christen (Freikons.) 3519.

Stichwahl: Raab (Dsoz.) gewählt.

Marburg

Sonntag. 23. Dezember 1906

Das Abonnement auf dieObertzefstsche Zeit«««", daS grötzte, meiftgelefeufte und Weit­verbreitetste Blatt Marburgs «nd der Umgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate habe« beste« Erfolg.

lieber di? Entwicklung dcs Ein­kommens in Prerchen

macht dieStatistische Korrespondenz" u. a. fol­gende Angaben:

Das steuerpflichtige Reineinkommen be­trug bei den Zensiten mit 900 bis 3000 M Einkommen im ganzen Staate im Jahre 1905 in den Städten 1358 M gegen 1360 M int Jahre 1904 und 1402 M im Jahre 1892, auf dem Lande 1308 gegen 1309 und 1328 M. Es findet also sowohl in den Städten wie auf dem Lande eine rückläufige Bewegung statt, indem das Durckscknittseinkommen in den letzten 12 Jahren in den Städten um 54 und auf dem Lande um 20 M zurückgegangen ist. Vom so­zialen Gesichtspunkt aus hat dies nichts Be­denkliches, da im allgemeinen der Rückgang dadurch verursacht wird, daß die Zahl der Neubildungen von steuerpflichtigen Einkom­men steigt. der allgemeinen Zunahme bet Gehälter, Löhne usw. hat bei vielen Personen das Einkommen die Grenze von 900 <M uoet» schritten, und diele hinzukommenden Zensiten haben naturgemäß das Durcklchnittseinkom- men herabgedrückt. Auch bei den Einkommen von mehr als 8000 M zeigt sich in den Städten ein Rückgang des Durchschnittseinkommens,

Der Wahlkreis war vertteten 1867 Natl., 1881 L.-B., 1884 Rp., 1890 Freis., 1893 Antis., 1898 Rp.

Wahlkreis 5. Marburg-Kirchhain-Frankenberg.

1903: v. Eerlach (Natl.-Soz.) 3605, Kons. 4907, Antis. 2385, Ztr. 1892, Soz. 1490.

Stichwahl: v. Gerlach (Nat.-Soz.) gewählt mit 7815 gegen 7037 kons. Stimmen.

Der Wahlkreis wat vertteten 1867 Natl., 1871 Kons., 1874 Natl., 1877 Rp., 1881 Kons., 1887 Antis.

Wahlkreis 6. Hersfeld- nfeld-Rotenburg.

1903: Werner (Rfp.) 5577, Zentrum 3299, Kons. 2938, Soz. 1300.

Stichwahl: Werner (Rfp.) mit 8829 gegen 4334 Zenttumsstimmen.

Der Wahlkreis wat vertreten 1867 Natl., 1878 Reichs?., IC 31 Kons., seit 1893 Rfp.

Wahlkreis 7. Fulda-Gersfeld.

1903: Müller-Fulda (Ztr.) gewählt mit 11193 gegen 2206 chrichl.-soz., 513 sozialdem. und 297 kons. Stimmen.

Der Wahlkreis war seit 1871 stets in Zen- trumshänden.

Wahlkreis 8. Hanau-Gelnhausen.

1993. Lucas (Natl.) 9762, Soz. 15 470, Zentrum 4814, Frs. Vp. 1865, Antis. 517.

Stichwahl: Lucas (Natl.) gewählt mit 17 867 gegen 16 548 sozialdem. Stimmen.

Der Wahlkreis war vertreten 1881 Soz., 1884 Kons., 1887 Freis., 1890 und 1893 Konst, 1898 Soz. (Han. Anz.)

Von Der Personentarifreform.

Die Personentarifreform, deren Inkrafttreten zun. 1. Mai künftigen Jahres in Aussicht steht, verfolgt natürlich nicht, wie von einzelnen Blät­tern unterstellt wird, fiskalische Zwecke, wohl aber ist ihr leitender Gesichtspunkt nicht Ver­billigung des Personenverkehrs, sondern Verein­fachung und Vereinheitlichung der Personen­tarife für das ganze deutsche Verkehrsgebiet. Mit diesem Grundgedanken der Personen-Tarif- teform hat sich auch der preußische Landtag bet aller Verschiedenheit der Auffassung im einzel-

Gisela war totenblaß geworden. Sie fuhr oo»- ihrem Sitze jäh empor, ihre Brust atmete heftig, ihre Lippen zitterten:

Das heißt," stieß sie wie außer sich hervor, Sie wollen die Tochter verderben, wie Sie die Eltern ins Verderben gestiirzt haben."

Jetzt fuhr auch er von feinem Sitze auf, fein vorher so kaltes Gesicht bekam einen wutverzerr­ten Ausdruck:Sie wagen mich zu beleidigen?"

Wenn die Wahrheit eine Beleidigung ist, ja ja und tausendmal ja."

Er lachte höhnisch auf:

Wissen Sic, daß Sie sich lächerlich machen, geradezu lächerlich mit Ihrem Wagemut? Wenn Sie ein Mann wären, würde ich Sie zur Rechen­schaft ziehen und Sie hatten Ihre beleidigenden Watte mit der Pistole zu verantworten, so aber," er machte eine verächtliche Bewegung mit der Hand nach ihr hin,nehme ich Sie für das, was Sie sind, ein ungezogenes eigensinniges Kind, das man, wenn es unvernünftig ist, zu seinem Glücke zwingen muß."

Sie werden mich niemals zwingen, Satotv Nemethy, wenn ich nicht will," stieß sie mit flam- n'enden Augen hervor,niemals, das schwöre ich Ihnen?"

Er ging einigemal mit gerunzelter Stirn im Zimmer auf und ab.

Hören Sie mein letztes Wort," sagte et, vor ihr stehen bleibend.Ich gebe Ihnen drei Tage Bedenkzeit. Können Sie sich wirklich nicht dazu entschließen, meinen Wünschen nachzukommen, so weiden Sie sich nicht wundern dürfen, wenn auch ich alle Rücksichten, die ich bis jetzt auf Sie und Ihre Gefühle genommen, schwinden lasse."

Das heißt: Sie drohen mit? Vielleicht gar damit, daß Sie den letzten Trumpf gegen mich ausspielen und sich mit meiner Mutter, die Sie zur Witwe gemacht, durch die Ehe fürs Leben verbinden wollen?"

Nehmen Sie an, es wäre so. Sie kennen mich und wissen daher, daß ich nicht der Mann bin auf meine Drohungen keine Taten folgen iu Mm

tätsberechnung einen Mietausfall von 3 pEt. eingesetzt hätten, so wäre bei */ des versteiger­ten Hausbesitzes eine Gefährdung des Besitzes durch Mietausfall nicht entstanden. Erhöht man die Schuldenzinsen um die mannigfachen steuerlichen und Bewirtschaftungslasten, etwa um 10 pEt., und setzt man demgemäß den wirk­lichen Mietertrag auf 90 pEt. herab, so waren nach der erwähnten Dresdener Unterjuchung die 427 Fälle umfaßt, 160 der versteigerten Fälle fo gut, daß der Mietsertraa den Zinfenbedarf voll decke oder noch überstieg. Und trotzdem ging dieser Besitz übet Bord. In 111 Fällen allerdings hätte selbst der Eingang des vollen Mietertrages zur Bezahlung der Hypotheken­zinsen nicht ausgereicht. Die Verschuldung war hier also so groß, daß die Besitzer ihre Zinsen aus dem Ertrage ihrer Häuser unter allen Um ständen nicht bezahlen konnten, auch wenn jeder Mietsraum ständig vermietet gewesen wäre. Die Schuld an einer solchen mißlichen Lage des Hausbesitzes lag also nicht in den Verhältnissen überhaupt, sondern in der ungesunden Finanz­bast s der betreffenden Hausgnindstücke. Wenn Häuser ganz unsinnig und unverantwortlich überlastet sind, sodaß der Besitzer noch aus fei- nert Privatvermögen etwas draufzahlen mutz, um feinenBesitz" zu halten, muß es naturge­mäß in Kürze zu Katastrophen kommen. Der Dresdener Bericht schließt mit der Feststellung, daß bei der überwiegenden Mehrzahl der Sub- hastationen kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Erttagsverhältnissen des Hausbe­sitzes und der Zwangsversteigerung bestand. Wahrscheinlich hat die geringe Kapitalkraft und Vermögenslosigkeit der Hausbesitzer ihren Besitz zusammen brechen lassen." An bestimmten Merkmalen (Steuerkraft der Steigerer) ist bar« getan, daß der versteigerte Besitz, natürlich unter gründlichen Ausfällen, durch die Subhastation in kapitalkräftigere Hände übergegangen ist. Auf jeden Fall lehrt die Dresdener Untersuch- ung daß das Schicksal eines städtischen Hausbe- fitzes in den meisten Fällen so gut wie besiegelt ist, wenn er in den Händen kapitalsschmacher Personen ist, die auf einen großen Teil de« Mietsertrages als unentbehrlichen Zusckuß zu ihrem Einkommen rechnen müssen. Ein leickter Windstoß kann solche Existenzen über den Hau- fen werfen.

Du bist grausam," schmollte die Gräfin. Er sah sie mit einem Seitenblicke an, dann sagte er so obenhin: ,

Du warst gestern nicht sehr liebenswürdig gegen Fräulein Herrenburg, ich muß dich bitten, diese Eifersuchtsszenen fortan zu lassen."

Du liebst sie," stieß sie in aufwallender Ex» regung hervor.Ee-za, du liebst sie?"

Und wenn ich sie liebe?"

ESza," schrie die Gräfin auf, fernen Arm umkiai .. ernb. ..das darfst, das kannst du mir nicht antun, mich verlassen, mich, die dir aller geopfert, alles."

Ganz außer sich, warf sie sich vor rhm auf den Boden, die Hände flehend nach ihm ausgestteckt. Er hob sie mit einem leisen Lächeln auf den Lippen empor und zog sie an seine Brust:Nur feine Szene, Aolaja, ick bitte dich! Dazu sind wir doch wirklich schon zu alt und verständig gewor- den." Sie lehnte schluchzend in feinem Arm:

So sage mir, daß du mich noch lrebst, daß da Mick nicht verlassen willst, um jener willen.

Wie magst du mir solch Versprechen ab­zwingen wollen?" entgegnete et gelassen.Du würdest ja selbst nicht glauben, daß ich es halten werde. Du weißt, wieviel mir daran liegt, Stanislas durch die Heirat mit Gisela wieder rangiert zu sehen, weißt auch, mit welchem Eigensinn Gisela unseren Wünschen widerstrebt. Da tritt die Forderung auch an uns heran, Opfer zu bringen, und das erste, das höchste^da, ich ihr al, Ersatz für ihr Fügen in unsere Wunsche dargeboten habe, ist die Versicherung, daß wir auf ihre Vermählung mit Stanislas nicht die unsere nachfolgen zu lassen beabsich-

^Fürchtet sie das? Sprach sie davon?" roerf die Gräfin mit beklommenem Atem ein.

Nattirlich fürchtet sie es, denn eines ist mir, offenbar geworden, sie weiß alles, mehr, al, rott

vierteljährlicher Bezugspreis; bet Der Expedition 3 Mk, H/a Qßft bn allen Postämtern 2,26 Mk. <qtu Bestellgeld).

«/Vx t)vv Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile ober deren Rmim 15 Pfg, Reclamen: die Zeile 30 Psg.