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Druck intb Verlag' Joh. Ang. koch, UmvrrsitLtS-vuchdruckerrk 41. Jahrg
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Sonnabend 15. Dezember 1906.
Der Reichstag aufgelöst.
Wie wir bereits in den gestrigen Abendstunden auf Grund telegraphischer Informationen durch Extrablätter belanntgegeben haben, .ist der Reichstag wegen Nichtbewilligung des Nachtragsetats für Deutsch-Südwestafrika nach Verlesung einer kaiserlichen Verordnung vom Reichskanzler Fürsten Bülow aufgelöst worden.
Diese Nachricht kommt zwar nicht, wie ein Blitz aus heit'rem Himmel; denn der politische Horizont war bereits seit einiger Zeit von dunklen Wolken umsäumt, und der Konflikt lag seit dem Triumphe Dernburgs über Roeren in der Luft, jedoch nach den letzten Nachrichten vom Vorabend des kritischen Tages, an dem der Reichstag in pleno Stellung zu dem schmählichen Beshlusse der Budgetkommission nehmen sollte, hatte die elektrische Spannung etwas nachgelassen, und das Wetter schien sich zu verziehen. Wie nämlich von verschiedenen Seiten übereinstimmend verlautete, hätte der Reichskanzler, um einem Zusammenstöße vorzubeugen, den Weg des Kompromisses beschritten und mit einer Anzahl einflußreicher Parteiführer Verhandlungen gepflogen, die dazu führten, daß sich die Konservativen, das Zentrum und sogar die Freisinnigen bereit erklärten, eine bestimmte Summe und Truppenzahl zu bewilligen, womit schließlich die Regierung einverstanden gewesen sei. Erfreulicherweise ist jedoch ein derartiges Schachergeschäft über eine so wichtige nationale Angelegenheit vermieden worden, vielmehr hat die Reichsregierung durch den Fürsten Bülow in der gestrigen Reichstagssitzung wiederholt sehr energisch erklärt, daß die Vorlage vor ihrer Einbringung auf das Sorgfältigste geprüft worden sei und in ihr nur das Unerläßliche gefordert werde. Die anerkennenswerte Festigkeit, mit der 'Fürst Bülow seine Erklärungen abgab, machte auf alle nationalgesin.rten Vertreter des deutschen Volke? einen wohltuenden Eindruck, und seine herzhaften Worte werden gewiß auch außerhalb des Reichstages einen ähnlich freudigen Widerhall erwecken, wie Dernburgs Erklärungen im Kampfe gegen die Kolonialgegner. Trotz dieses -men Appells an das nationale Pflicht- gef'hl Y Vertreter des deutschen Volkes erfolgte die Ablehnung be~ Regierungsvorlage und zwar mit einer Mehrheit von 10 Stimmen, da, wie in unserem zweiten amtl. Extrablatt schon miigeteilt worden ist, 168 Abgeordnete für die Reg'>rungsvorla^', 178 aber dagegen stimmten. Kurz vorher war ein freisinniger Kompromißantrag, der als eine Brücke zur Verständigung betrachtet wurde, mit 176 gegen 171 Stirn men obgslehnt worden. Danach war das Schicksal der Vorlage bereits entschied-n.
Für die beschämende Haltung de? deutschen Reichstages in dieser nationalen Frage find
28 (Nachdruck verboten.)
lieber alles die Kunst.
Ronran von Clarissa Lohde.
(Fortsetzung,.
Marga hatte ihr Erscheinen zugesagt. Sie kommt sehr früh vor allen anderen, da sie, wie sie Susanne anvertraut, dem Vater eine Mitteilung zu machen habe.
Sie klopft auch sogleich an die Tür des Arbeitszimmers ihres Vaters, der ihr entgegeneilt und sie zärtlich ans Herz drückt.
..Man sieht dich jetzt so selten, Kind, zu sel- te - " fügt er leise in tadelndem Tone hinzu.
glaube, die Mutter empfindet das schwer, du liest dich wirklich öfter von der Gräfin frei mü.gen. Es geht der Mutter nicht gut, ich fürchte, du wirst nicht mehr lange Gelegenheit haben, ihr Liebes zu erweisen."
„O Papa," ruft sie. ihm die Hand küssend, „stimmst du auch in den allgemeinen Klageton ein? Mir scheint, die Mutter ist frischer, als seit lange. Stände es wirklich so schlecht mir ihr, könnte ich ja kaum annehmen, was mir die Güte meiner Freundin aufs neue bietet."
„Und was ist das, Marga?"
„Die Gräfin beabsichtigt, wie ich dir schon einmal sagte, den Frühling in Paris zu verleben. Sie hat mich eingeladen, sie zu begleiten."
Und als der Rat wie unwillig auffährt, fügt sie rasch hinzu:
„Höre mich erst an, Papa, bevor du deine Entscheidung fällst. Der Gräfin Tochter, Komteß Gisela, ist leidend. Die Gräfin sorgt sich um sie, hofft durch den Wechsel der Umgebung sie zu zerstreuen. Da möchte sie mich nun nicht gern entbehren und da ich die heiteren Tage des Winkers mit ihr verlebt habe, rechnet sie darauf, daß Ich ße in der schweren Zeit nicht verlassen werde. Iw Ä Ne «tat Leite Nt Lackt Dta and«
außer den Sozialdemokraten und Pollacken, die natürlich mit grinsender Freude die Regierungsvorlage abgelehnt haben, in erster Linie die Mannen des Zentrums verantwortlich, die außer dem Grafen Ballestrem wohl sämtlich gegen die Regierung stimmten, um dadurch Rache für Roerens Abfuhr zu nehmen.
Auf die Möglichkeit einer Katastrophe ist Fürst Bülow gewiß schon seit längerer Zeit gefaßt gewesen; denn der zur Auflösung des Reichstags nach der Reichsverfassung erforderliche Beschluß des Bundesrates, sowie die Verordnung des, gegenwärtig in Bückeburg weilenden Kaisers stammen wohl kaum von gestern, jedoch hat der Reichskanzler seiner ganzen diplomatischen Art getreu, bis zum letzten Augenblick gezögert, von der ihm erteilten Vollmacht Gebrauch zu machen. Daß dieser Schritt aber nunmehr erfolgt ist, wird von allen Vaterlandsfreunden mit Freuden begrüßt werden; denn wie ein dumpfer Druck lag es auf unfern Gemütern, wenn wir sahen, welche „herrliche" Art von Politik in letzter Zeit im Reichstage gemacht wurde, wo Herren, wie Roeren den Ton angaben, und wo, wie schon oft bemerkt, eine an den Kuhhandel gemahnende Kompromiß- und Schacherwirtschaft an der Tagesordnung war.
So sehr wir es einerseits als ein beschämendes Zeichen nationaler Rückständigkeit beklagen müssen, daß der Reichstag nicht Mann für Mann die nötigen Millionen bewilligt hat, damit unseren wackeren Truppen in den Sandfeldern Sndwestafrikas Erleichterung in ihren schweren Kämpfen und Mühsalen zu teil werde und damit endlich der Buschkrieg, der soviel Opfer an Blut und Geld gekostet, zu Ende gebracht werde, so darf man es andererseits als einen glücklichen Umstand bezeichnen, daß die Wahlen zum neuen Reichstag unter der Losung: „Südwestafrika" vor sich gehen werden und nicht — wie es vor einiger Zeit befürchtet wurde — unter dem Zeichen des Fleischnotrummels. Hoffen wir, daß der Gedanke an unsere hungernden und durstenden Soldaten, daß die Sorge um die deutschen Farmer im Hottentottenlande, die nach der von hochweisen Parteivolitikern geforderte Zurückziehung der Hauptmasse unserer Truppen den Angriffen der Wilden schutzlos preisgegeben sein würden, das nationale Gewissen im deutschen Volke erwecken!
Vinnen 60 Tagen von gestern ab gerechnet müssen die Wühler an die Urne treten, um die Männer zu wählen, die alsdann für fünf Jahre als Vertreter des deutschen Volkes den neuen Reichstag bilden werden. MLae das deutsche Volk eine glücklichere Wahl treffen, als beim letzten Male, damit die h o h e n nationalen Aufgaben, die bislang nur allzuoft hinter kleinlichen Parteiintsressen und hinter den persönlichen Bestrebungen ehrgeizige" Worthelden zurückstehen mußten, in bem Maße Würdigung finden, wie es unbedingt nötig ist zur Ehre des deutschen Namens und zur Erhaltung de? Ansehens und der Macht des deutschen Reiches!
aber ist, daß ich mich in Paris in meiner Kunst vervollkommnen kann, wie sonst nirgends. Die Gräfin kann mir durch ihre Verbindungen Zutritt zu den größten Meistern der Gegenwart verschaffen. Sie hat mir versprochen, daß ick im Atelier von Benjamin Constant, den sie sckon vor einem Jahr persönlich kennen gelernt bat, ausgenommen werde. Das sind Aussichten, die sich mir schwerlich im Leben noch einmal bieten werden. Du weißt, Papa, solche Auaenbliecke des Glücks kommen selten; hält man sie nicht fest, dann versinken damit ost alle Zukunftshoffnungen."
Der alte Rat hatte aufmerksam zugebört. In seiner Seele kämpfte die Liebe und Sorae für seine Frau mit der Liebe und Sorge für sein Kind. Wohl spricht eine innere Stimme in ibm: Wenn Marga eine liebevolle Tochter wäre, würde ste es trotz allem nicht übers Herz brinoen, die todkranke Mutter solange zu verlassen. Aber sie ist Künstlerin und würde einmal auf fich selbst gestellt sein, sich durch ihre Kunst ihren Lebensunterhalt erwerben zu müssen. Darf er sie da hindern, sich die Vollkommenheit anzueignen. die sie erstrebt? Die Mutter würde in ihrer Güte ja sicher nichts dagegen haben und hoffentlich lebt sie noch so lange, bis Marga von der Reise zurückkehrt. . ,
„Wenn du nicht zu lange sortbleiben willst, Marga," sagt er endlich nach einer Pause.
„Nur während des Frühlings. Zum Sommer kehre ich zurück. Die Mutter wird sich gewiß draußen im Grünewald wieder erholen."
„Hoffen wir es, Marga," nickt der Vater. „Doch mußt du dich mit dem Gedanken vertraut machen, sie möglicherweise nicht wieder zu sehen, in ihrer letzten Stund.» nicht an ihrem Lager stehen zu können."
„Vater, mach' mit das Herz nicht schwer," bittet sie mit ihrer einickmeickelnden Stimme. „Es wird mh ohnedies schwer genug. Und doch axue <8 Mitverantwortlich vo« M Ktze
Karlamenlariiches.
Deutscher Reichstag.
* Berlin, 13. Dez.
Am Bundesratstisch: Für st Bülow, von Tschirschky, Dernburg, Frhr. vo n Stengel, von Einem, von Loebell, v o n L i n d e q u i st.
Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Nachtragsetats für 6üb» westafrika. Der Nachtragsetat forbert 29220000 Mark aus Anlaß bes Eingeboren e n - A u f st a n b c s für bis Kosten bes Hin- und Rücktransportes in den leten 4y2 Monaten des Rechnungsjahres. Die Kommission hat die ganze Regierungsvorlage abgelehnt, ebenso wie sämtliche dazu gestellten Anträge und Resolutionen. Für die zweite Lesung ist also aus der Kommission ein Vakuum an das Plenum gelangt. Vor Beginn der Beratung liegt auf denPlätzen einAntrag der Zentrums- Fraktion Graf Hom pesch und Genossen, der einen Vermittelungsantrag darstellt zwischen dem Antrag Engelen (3tt.) und dem freisinnigen Antrag Eickhoff (frs. Vp.) aus der Kommission. Er geht dabin, dem Dispost- tiv hinzuzufügen: „Die in der Weise zu erfolgen hat, daß spätestens bis zum 31. März 1907 neben der Heimsendung weiterer 4000 Mann die Vorbereitungen dazu getroffen sind, die Gesamtstärke der Schutztruppe auf die Zahl von 2500 herabzumindern" und statt „29 220 000 Mark" zu setzen: „20 288 000 Mark", also 8 932 000 Mark abzusetzen. L ~ ,,,
Dr. Spahn (Ztr.) erstattet den Bericht aus der Kommission. Er behandelt lediglich den sachlichen Teil der Verhandlungen, der sich auf den Nachtragsetat selbst bezieht.
Reichskanzler Fürst Bülow: Die Ihrer Beschlußfassung heute unterbreitete Vorlage der verbündeten Regierungen ist vor ihrer Einbring, ung der Gegenstand sorgsamer Prüfung aller be- teiligten Stellen gewesen. Sie geht davon aus, nur das Unerläßliche zu fordern. Es wird nur diejenige Truppenstärke gefordert, die für die Niederwerfung des Aufstandes und die Beruhigung unserer Kolonie unerläßlich ist Wir werden die Truppe in Südwestafrika bis zum April künftigen Jahres auf rund 8000 Manr vermindern und je nach Fortschritt der Operationen und der Verbesserung der Etappen im Laufe des nächsten Etatsjahres weitere Ermäßigungen eintreten lassen und nach Beendigung des Aufstandes nur die notwendigsten Besatztruppen zurückbehalten. Ihre Kommission ist zu einem positiven Resultat nicht gelangt. Sie hat vielmehr alle Anträge und die Regierungsvorlage abgelehnt. Der Vorschlag, sich schon jetzt für das Etatsjahr 1907 auf eine bestimmte gegenüber der jetzigen wesentlich verminderte Truppenanzahl festzulegen, ist für die verbündeten Regierungen unannehmbar. (Hört, hört!)
Meine Herren! Es ist Ihrer Kommission von sachverständiger militärischer Stelle dargeleat worden, daß die verlangte Truppenstärke mitt«
legenheit nicht zu benutzen, in meiner Kunst wer- ter zu kommen auf eine Sorge hin, die sich vielleicht doch als unnütz erweist. Laß mich lieber mit der Hoffnung fortgehen, bei meiner Rückkehr noch alles beim alten zu finden!"
Der Rat erhebt sich seufzend.
„Willst du es der Mutter sagen?"
„Heute nicht, Papa. Bitte, sage auch Susanne nichts und auch nicht Elisabeth und Alfred. Ich wollte mich erst nur deiner Zustimmung versichern. Ich werde es später allen selbst mitteilen. Es wäre für die Mama doch vielleicht ein Wermutstropfen in den Kelch der heutigen Freude."
Daß es auch ein Wermutstropfen für Alfred fein könne, denkt sie nicht daran. Er würde nun bald seine Studienreise antreten müssen, da wäre eine Trennung ja doch unvermeidlich. Und daß diese nun etwas früher eintritt, als vorgesehen, kann keinen Unterschied machen. Sie fürchtet nur, daß Alfred aus Rücksicht für die Mutter ihren Entschluß nicht billigen wird, und dem möchte sie aus dem Wege gehen, ebenso wie den Vorhaltungen Susannes und Elisabeths, die jedenfalls nicht ausbleiben werden. Deshalb will sie erst sprechen, wenn es unumgänglich nötig ist, die Abreise vor der Tür steht und jeder Einspruch zu spät kommt.
Susanna glaubte, Marga habe ganz andere Dinge mit dem Vater zu verhandeln. Sie dachte, daß es vielleicht Alfred betreffe und Marga nach dem Erfolge, den er gehabt, nun ernstlich an eine Verlobung denke. Daß sie sich darin täusche, erkannte sie indessen bald. Zwischen den beiden war eine sichtliche Kühle eingetreten und trotz der warmen Glückwünsche Margas, mit denen ste Alfred empfing, lag doch etwas Gemachtes in ihrer Freundlichkeit, die auch diesem sofort auffiel. Alfred sah etwas angegriffen aus. Die Arbeit, die Aufregung, ehe die Entscheidung gekommen, hatten ihre Spuren zurück- gelassen. Sein Auas blickte ernster und da»
lichnotwendig und daß eine Verminderung tatsächlich unmöglich ist. weil dadurch die Durch« führung der militärischen Aktion verhindert werden würde. Ein Einstellen der militättschen Aktion vor völliger Niederwerfung de» Aufstandes würde aber die schwerwiegendsten Folgen nach fich ziehen. Diese Folgen würden nicht nur bestehen in dem Verluste des Südens unfe» ■ res Schutzgebietes, wir würden auch die Mitt«, und den Norden auf das schwerste gefährden. (Sehr richtig! rechts und bei oen Nationalliberalen.) Wir würden — das sagen alle Kenner der Verhältnisse — binnen kurzer Zeit neue Aufstände in allen Teilen unseres Schutzgebietes zu gewärtigen haben, deren Bewälttgung uns die doppelten und dreifachen Opfer kosten würde (sehr wahr), wie wir ste schon bisher gebraucht haben. Solche Aufstände, wie die im südwest« afrikanischen Schutzgebiet, würden naturgemäß, auf unsere anderen Kolonien überspringen, mir würden eine allgemeine Auflehnung gegen die weiße Herrschaft erleben. (Na, na! links.) Die geringe Anzahl unserer Sckutztruppen würde einer solchen Bewegung nicht gewachsen sein, wir ständen dann vor der Frage, ob wir unsere Kolonien mit unverhältnismäßigen Opfern und Kosten wieder erobern oder ob wir ste für immer verlieren wollen. (Seht richtig! rechts.) Nicht nur die militärischen Autoritäten, sondern alle Sachverständigen stimmen darin überein, daß es sich um eine letzte Anstrengung handelt, um unfern Kolonien dauernde Ruhe und Sicherheit wiederzugeben. Wenn wir vor diesem letzten Opfer zurücksckrecken sollten, so würden wir uns nach meiner Ansicht einer schweren Unterlassung, c irr nationalen Versündigung schuldig machen. (Lebhafte Zustimmung rechts und bei den Nationalliberalen.) Ich kann nicht annehmen, meine Herren, daß dies hohe Haus einen solchen in finanzieller und militärischer, in politischer und nationaler Hinsicht gleichbedauerlichen und bedenklichen Entschluß fassen wird. Sollte ich mich hierin täuschen, so würde ich als verantwortlicher Lenker der Reichsgeschäfte vor de« deutschen Volk und vor der Geschichte nicht in der Lage sein, eine solche Kapitulation zu unter- schreiben (Stürmischer Beifall rechts und bei de« Nationalliberalen. Anhaltende große Bei wegung.)
Abg. Sckmidt-Elberfeld (freis. Vp.) verli-st folaevde Erklärung: In vollem Einklänge n it unserer bisherigen Haltung bei Bewilligung der zur Kriegführung in Südwestafrika notmen. digen Mittel erscheint uns die Reduzierung der Truppenzahl auf eine bestimmte Mindest zahl tu voraus bestimmter Zeit undurchführbar, da sie dem Gang bet Eteignisse vorgreifen und unW Umständen die allgemein anetkannte Aufgabe bet deutschen Truppen, nämlich die völlige Beruhigung des Schutzgebietes unmöglich macke« könnte. ' Unser Antrag beabsichtigt im Sckntzge- Tüetet diejenige Trupvenzahl zu belassen, die es ermöglich! die völlige Beruhigung bet Kolonie burchzuftibren, andererseits jedoch dem von allen Parteien des deuticken Reickstags, bemoelam»
jugendliches Feuer schien aus demselben geschwunden, als liege bie Welt nickt mehr so glänzend und lockend vor ihm als früher. Und doch batte er das Ziel erreicht, nach dem viel« vergebens strebten. Sein Talent, feilt Fleiß hatten eine Anerkennung gefunden, wie ste nur Hervorraaenden ll'aleniep zuteil wird. All« schoben die sichtliche Abgesvanntheit seines We. sens den Anstr-naunaen des oThetf‘'"elfen W'n< ters zu. Nur Elisabeth wußte es besser. Sil wußte, daß et sich grämte um rin »et. lorenes Glück, um eine Enttäuschung, der er sich nickt mehr zu verschließen mochte.
So selten et auch den Einladungen bet Gräfin gefolgt war, entging seinem forickenden Blick bock nicht die Wandlung, bie mit Mara« voraeaanaen. Oder war es gar feine Wandlung, sondern war et vordem nur befangen ge- weien und hatte fich von dem sckönen Sckerne täuscken lassenf rffe ^»"bstaesälliokeit
trat ihm iedesmal mehr und peinlicker entaeaen. Zu deutlich verriet sie, daß nut die Dinae und Personen Wert für sie hatten, von denen sie fich eine Förderung iiirer Interessen versprechen konnte. Daaeqen öffnete sie willig jeder Schmeichelei ihr Ohr.
Mit Unmut hatte et sckon verlckiedene bemerkt, wie Baron Nemethy, dieser verrufene Rou^, ihr acnen’"f'er wagte, mit welch bi^iaeu Galanterien er ihre Aufmerksamkeit zu fesseln wußte. Ihre ganze Einbildungskraft drehte sich nut noch im Kreise der Aristokratie, in der sie sich bewegte. Und die andere Welt, in bet sie einst gelebt, und mit dielet die Welt des Geistes zu der sie gemeinsam emvorgestrebt, lag hintei ihr versunken. Und ste bekannte das ohne Hehl, sie sprach immer dav"n. daß er sich hinauflckwin« gen müsse zu ihrer Höhe bet Lebensanschauunz damit sie in seinem Gedankenkreise, in feinet! Streben dereinst auch ihr Glück finden könn« Nein, bas war nicht das echt» Geld, das er r der Leliebtza gesucht hatte. flh*