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mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SomrtaaSbeUaae: AlluttrirteS ÄiwmfaiAÄMntt»

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Marburg

Donnerstag 13. Dezember 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Lug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerch 41. Jahrg.

Marburg, Markt 2L Telephon a5.

Zweites Blatt.

F1 =====

Das Abonnement ßuf dieOberheffifche Zeitung", daS -rotzte, meistgelesenste und weit« verbreitetste Blatt Marburgs und der Umgegend kostet vierteljährlich nur B.25 Mk. Inserate habe« beste« Erfolg.

Das IlnmersitätSstudinm in Preußen. ! Im Sommer dieses Jahres waren unter den 44 964 immatrikulierten Studierenden der 21 reichsdeutschen Universitäten 41075 Reichsange, hörige gegenüber 38 835 im Winter 1905/06, etwa 21 300 im Jahre 1881 und etwa 14 000 um 1872. Von den 41075 deutschen Universitäts- Studenten des verflossenen Sommerhalbjahres waren 24 514 Preußen (1881 etwa 13 000), Payern 4673 (2200), Sachsen 2994 (1500), Württemberg 1454 (1000), Badener 1654 (550), Hessen 1249 (600), Elsaß-Lothringer 1064 (200). Der Aufschwung ist demnach überall ein ganz enormer, der übrigens zum Teil auch auf der Verlängerung der obligaten Studienzeit, und nicht ausschließlich auf dem erhöhten Zufluß zu den akademischen Studien beruht. Verhältnis- mäßig berechnet treffen z. Zt. bei Zugrunde- legung des Ergebnisses der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 im Reichsdurchschnitt auf 100 000 Einwohner 67,8 Universitätsstudenten gegen etwa 47 im Jahre 1881 und 34 um 1872; für Preußen berechnen wir z. Zt. 66, gegen­über etwa 48 und 32, für Bayern 71,9, gegen etwa 41 bez. 37, für Sachsen 66,6, gegen 50 und 38, für Württemberg 63,2, gegen 50 und 36, für Baden 83,2 gegen 36 und 28, für Hessen 103,2 gegen 65 und 40. Wie stets schon seit Jahren steht Hessen in dieser Richtung weit über dem Reichsdurchschnitt; in Württemberg ist die rela­tive Beteiligung am Univerfltütsstudium gegen 1881 etwas zurückgegangen, während für Baden sich eine erhebliche Steigerung ergibt. Die preu­ßischen Verhältniszahlen decken sich fast immer mit derjenigen im Reichsdurchschnitt.

Von den Reichsangehörigen studierten im Sommer: Rechtswissenschaft bez. Staatswissen- jschaften 13 296, Philosophie, Sprachen oder Ge­schichte 9941, Medizin 5796, Mathematik oder Raturwissenschaften 5636, evangelische Theologie 2123, katholische Theologie 1804, Pharmazie 1751. Zahnheilkunde 728.

Sehr verschieden ist in den einzelnen Bundes­staaten die relative Verteilung der Universitäts- studenten auf die einzelnen Studienfächer. Rechtswissenschaft bez. Staatswissenschaften stu­dieren im Reichsdurchschnitt auf 100 000 Ein­wohner 21,9, in Preußen 21,7, in Bayern 27,5, in Sachsen 22,4, in Württemberg 17,8, in Baden 18,3, in Hessen 22,4. Bei Philosophie, Sprachen wder Geschichte sind die entsprechenden Zahlen: itn Deutschland überhaupt 16,4, in Preußen 16,2, in Bayern 14,5, in Sachsen 17,4, in Württemberg 9,8, in Baden 25,7. Studierende der Medizin sind es: im Reichsdurchschnitt 9,5, in Preußen 9,0, in Bayern 12,5, in Sachsen 9,4, in Württem­berg 10, in Baden 11,5 und in Hessen 16. Dem Studium der Mathematik bez. Naturwissenschaf­ten widmen sich auf mehrgenannte Bevölke rungsziffer: in Deutschland 9,2, in Prenßen 8,3, 'in Bayern 8,1, in Sachsen 10,0, in Württemberg '9,7 und in Baden 13,4. Auf 100 000 Einwohner evangelischen Bekenntnisses treffen zur Zeit Studierende der evangelischen Theologie: im 'Reichsdurchschnitt 5,8, in Preußen 4,8, in Bayern !8,2, in Sachsen 5,5, in Württemberg 11,6, in -Baden 9,5 und in Hessen 10,0. Erheblich anders -ist das Verhältnis beim Studium der katholischen iTheologie. Hier treffen auf 100 000 katholische Einwohner zur Zeit im Durchschnitt des Reiches '8,2, in Preußen 7,9, in Bayern 4,6, in Sachfen :2,5, in Württemberg 26,5, in Baden 13,2 und in Hessen 1,7. Das günstige Verhältnis in Würt­temberg rührt wesentlich daher, daß etwa 500 katholische Theologen, und namentlich die baye­rischen, ihre Ausbildung außerhalb der Univer­sitäten empfangen, während die württember^i- scheu katholischen Theologen fast ausschließlich im Tübinger Wilhelmsstift, einem der Universt- stät angegliederten Institut, ausgebildet werden, 'dessen Zöglinge als Universitätsstudenten in un­sere Statistik aufgenommen sind.

i Von Interesse ist noch die Feststellung,, in welchem Maße die einzelnen Landesangehörigen .'im verflossenen Sommer die akademische Frei- ziigigkeit benutzt haben. Der Austausch zwi­schen Nord und Süd ist ziemlich rege, wenn auch noch nicht gleichmäßig. Außer auf den Landes- vnioersitäten studierten die Norddeutschen vor- izugsweise in Heidelberg, Freiburg und Tübin- Gühhoutidxen in Berlin. .Leipzigs Halle

und Kiel. Von den Preußen waren 28 vom Hundert auswärts eingeschrieben gewesen, von den Bayern waren nur 14 v. H., von den Sachsen 25,5, von den Württembergern 33,4, von den Badenern 27 und von den Hessen sogar 40 v. H.

Marburg und Mögend.

^Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 del Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberhess. Ztg.' gestaltet)

Stadtverordneten-Sitzung.

§ Marburg, 11. Dezember.

Die heutige Stadtverordnetensttzung wurde pünktlich um 4% Uhr durch den Stadtverord­netenvorsteher Justizrat Dörffler eröffnet.

Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme wurde u. a. erwähnt, daß der Eisenbahnfiskus in diesem Jahr« 14 640 M städtische Steuern, d. i. 2040 M mehr als vorgesehen, bezahlt. So­dann wurde ein Schreiben des Ober­bürgermeisters verlesen, in welchem dieser dafür seinen Dank ausspricht, daß die städtischen Behörden ihm seine Pension in seither bezogener Gehaltshöhe bewilligt hätten. Er knüpft daran den Wunsch, daß es ihm möglich sein möchte, in der ihm zur zweiten Heimat gewordenen Stadt Marburg auch späterhin sich noch in der einen oder anderen Weise nützlich zu machen.

Es folgt die Wahl der Mitglieder der Etats­kommission für 1907. Gewählt wurden die Stadtv. Berdux, Rohde, Schellenberg, Schaaf, Mal, Storck, Weitz, Eichelberg, Engel, Reissing.

Für den Bezirk Marburg I und Marburg II mutz eine Neuwahl der Schiedsrichter statt- finden. Die seitherigen Schiedsrichter Friedrich und Döring wurden wiedergewählt.

Ein Teil der Uferstraße soll bekanntlich kanalisiert werden. Die Vorlage stand bereits früher einmal auf der Tagesordnung und wurde damals in die Vaukommission zurückgegeben, da­mit diese noch über einige Fragen bezüglich des Ausbaues dieser Straße Auskunft gebe. Nach einer kurzen Aussprache hierüber wurde die Ma- gistratsvorlage genehmigt.

Auf der Südseite der Ketzerbach ist vor einiger Zeit der Bürgersteig gemacht worden und zwar anstatt bis zum Haus 24 bis zum Haus 86. Es war nun noch ein Betrag von etwa 1055 M nachträglich zu bewilligen. Man war damit einverstanden.

Ferner war ein Antrag eingelaufen, di« schattenlose Stelle am Aufstieg nach Spiegelsluft vom Krummbogen aus mit Akazien zu be­pflanzen, insbesondere auch die kreisförmige Böschung am Tempelchen bei der Hoffmannschen Villa. Nachdem Stadtv. Eeßner den Antrag befürwortet, erwähnte Stadtv. Engel, daß auch einstmals beschlossen worden sei, den Platz zwi­schen den Leiden Rampen bei der Ueberführung in Stand zu setzen. Es wurde erwähnt, daß man dies seither nicht machte, weil der Krummbogen über kurz oder lang doch höher gelegt würde. Man regte schließlich an, dann den Platz wenig­stens mit Gras zu besäen. Aus den Akten wurde verlesen, daß die Instandsetzung des Platzes noch nicht beschlossen worden sei. Hierauf stimmte man dem Antrag zu.

Die folgenden Punkte betrafen Aufstellung von weiteren kaslaterne«, Instandsetzung des früheren Hastenpslugschen Hauses, Nachbewilli­gung von aufgewendeten Kosten für Instand­setzung de- Ofens im Speisesaal des Ossizier­kasinos, sowie Instandsetzung der Knabenbürger« schule. Man stimmte ohne weiteres zu.

Bei Ausführung der StraßenauffLllungs- arbeiten im Südviertel hat sich herausgestellt, daß man auf Faulfelsen gestoßen ist. Aus die­sem Grunde hat der Unternehmer, da die Arbeit doch schwieriger ist, um Erhöhung des Betrages nachgesucht. Das gewonnene Steinmaterial soll bei Packlage usw. Verwendung finden. Nach einer Anfrage des Stadtv. Engel meinte Stadtv. Bang, daß bei Vergebung der Arbeiten wieder nicht nach der Submissionsordnung verfahren worden fei. Die Arboiten feien zu billig ange­geben worden und die Folgen sehe man. Es sei ein unerträglicher Zustand mit diesen Stratzen- auffüllungsarbeiten für die Bewohner des dor­tigen Stadtteils. Es würde noch so weit kom­men, daß sie bei Vergebung städtischer Arbeiten überhaupt niemand mehr melden würde. Stadtv. Stroinsky wünschte Aufklärung, ob der Magistrat wirklich gegen die mit so vieler Mühe zustande gekommene Submissionsordnung ver­stoßen habe? Beigeordneter Schimpfs gab die Antwort, daß die Baukommission anfangs gleich I gesagt habe, daß für den billigen Preis die Ar­

beit nicht gemacht werden könne. Ein Verstoß gegen die Submissionsordnung liege zwar nicht vor, doch wäre es besser gewesen, wenn man sich nach dem Gutachten der Baukommission gerichtet hätte. Stadtv. Bang fügte hinzu, daß unbedingt gegen die Bestimmungen der Submissionsord­nung verstoßen worden sei. Der Antrag fand dann Genehmigung.

Betreffs der Erhebung einer Gebühr für Ueberlassung der Aula "der höheren Mädchen­schule zur Abhaltung von Vorträgen usw. wur­den die vorgeschlagenen Sätze zur Verlesung ge­bracht. Außer Heizungs- und Beleuchtungs­gebühren sollen jedesmal 5 -4t bezahlt werden. Bei Vorträgen, welche gemeinnützigen Zwecken dienen, soll der Betrag ausnahmsweise ganz oder teilweise erlassen werden. Rach einem Ein­wurf, daß durch die Vergebung der Aula den Saalbesitzern Konkurrenz gemacht würde, er­wähnte man, daß ja durch diese Maßnahmen gerade andere Säle mehr benutzt würden. Stadtv. Weiß beantragt, den Antrag noch ein- mal zurückzustellen. Eine ganze Reihe von Vor­trägen seien jetzt auf Grund der teilweise un­entgeltlichen Hergabe der Aula bestellt, und stimme man jetzt dem Antrag zu, würden diese völlig umgeworfen. Beigeordneter Schimpfs meinte, die Kosten für die Beleuchtung, die seit­her bezahlt werden mußten, entsprächen ja un­gefähr dem geforderten Betrag. Stadtv. Weiß blieb bei seinem Antrag; die Belastung sei doch viel höher. Der Antrag Weiß wurde abgelehnt und derjenige des Magistrats angenommen.

Die Stadtschuldeputation hat den Antrag ge­stellt, die Ordnung über Erhebung von Schul­geldern an der städtischen höheren Mädchenschule mit Rücksicht auf erneute Belastungen der An­stalt zu ändern. Seither wurden in den unteren Klassen 80, in den oberen 100 und 120 -4t be­zahlt, außerdem existierten Freistellen. Im ganzen kommen 37 762 -4t ein. Nach der neuen Vorlage sollen die letzteren zum Teil in Wegfall kommen; außerdem soll das Schulgeld in den unteren Klassen 80 -4t für Einheimische und für Fremde 100 °4t, und in den oberen Klassen für Einheimische 120 -4t und für Fremde 140 -4t be­tragen. Stadtv. Weitz beantragt, die Vorlage bis zur Etatsberatung zurückzustellen.' Gegen die Schulgelderhöhung sei er prinzipiell nicht, aber man müsse doch in Erwägung ziehen, was die Schule leiste. Er (Redner) würde nie zu Stadtschuldeputations - Sitzungen herangezogen, deshalb müsse et es hier zur Sprache bringen. Der Redner kritisiert dann, daß manche Klassen der Töchterschule überfüllt seien. Einen Jahres­bericht veröffentliche die Töchterschule nicht, man müsse aber doch wissen, wie die Verhältnisse der Schule seien. Aus diesem Grunde möge man die Vorlage zurückstellen und bei der Etatsberatung Auskunft geben, bei welchen Unterrichtsgegen­ständen die Klassen geteilt seien. Stadtv. Engel schloß sich dieser Meinung an. Wenn ein Lehrer 60 Schüler, wie es in einer Klasse vorkomme, unterrichten müsse, könne er sich den einzelnen Schülern nicht so widmen, wie es nötig sei. Weiter fügt der Redner hinzu, daß er aus so­zialen Gründen nicht dafür sein könne, wenn man in den unteren Klassen das Schulgeld nicht erhöhe. Wer es sich leiste, kleine Mädchen, die ebensogut noch in die Volksschule gehen könnten, in die Töchterschule zu schicken, könne auch be­zahlen. Stadtv. Weitz betont nochmals, datz man zur Etatsberatung eine Uebersicht über diese Schule benötige, ein gedruckter Jahres­bericht brauche das nicht zu sein. Stadtv. Storck sprach sich gegen die Erhöhung des Schulgeldes in den unteren Klassen aus; diese veranlaßten ja nicht die Mehrkosten, sondern die Oberklassen. Der Stadtverordnetenvorsteher bemerkte, datz gegenwärtig 376 Schülerinnen die Schule be­suchten. Stadtv. Weiß zog schließlich seinen Antrag zurück, beharrte aber darauf, zu den Etatsberatungen eine Uebersicht über die Schule zu haben. Stadtv. Engel erwähnte nochmals seinen Vorschlag; man setze die Volksschule ja herunter; die Eltern, welche die kleinen Mäd­chen anstatt in die letztere, in die Töchterschule schickten, könnten auch bezahlen. Stadtv. Bang trat dem entgegen, im allgemeinen sei es doch üblich, datz der Preis einer geleisteten Arbeit entspreche. In den unteren Klassen würde z. B. die Stundenzahl der oberen Klassen nicht er­reicht. Stadtv. Stroinsky war auch dafür, datz es bei 80 -4t bleibe, dadurch würde ja die Volks­schule erleichtert. Die Magistratsvorlage fand dann Annahme.

Verlängerung des Vertrages mit der hiesigen Fleischer-Innung betitelt sich der folgende An­trag. Der Vertrag, nach welchem die Fleischer­

Innung 29 300 -4t jährlich bezahlt, läuft a« 1. April ab. Der neue Vertrag soll bis zu« 1. April 1910 lauten. Die Fleischerinnung gibt nun in einem längeren Schreiben ihrem Er­staunen darüber Ausdruck, datz die Stadt, an­statt der bekannten Notlage des Fleischergewer­bes und der Fleischteuerung durch Herabsetzung der Gebühren Rechnung zu tragen, dasselbe heben wolle. Im Jahre 1910 dürfe ja biefe Steuer sowieso in Wegfall kommen und viele Städte hätten sie jetzt schon abgeschafft. De« Magistratsantrag, den alten Vertrag auf 1 Jahre zu verlängern, stimmte man zu.

Weiter beschäftigte man sich mit der Um­wandlung einer Hilfslehrerstelle in eine Ober­lehrerstelle an der Oberrealschule. Der Stadt­verordnetenvorsteher brachte den Antrag des Kuratoriums mit den Gründen zur Verlesung. Es erfolgte Annahme des Antrags.

Die Baudeputation hat beantragt, schon jetzt das Pflastersteinmaterial für 1907 auszu­schreiben. Der Magistrat hat dem zugestimmt, die Kosten betragen etwa 21 000 -4l, im Sommer wlrds erheblich teuerer. Die Vorlage wurde ge­nehmigt.

Es kamen nun einige Kaufverträge zur Be­schlußfassung. Es handelte sich zunächst um ein Gäßchen in der Nähe des Friedrichsplatzes, das der Architekt Spahr kaufen will, ferner um einen Landverkauf an den Bauunternehmer Wels­haupt, sowie um Verträge mit der Universität und dem Gutsbesitzer Hoffmann. Die letztere Sachs beschäftigte schon einmal die Stadtverord­netensitzung, damals wollte Herr Hoffmann mit der Stadt wegen einem Platz tauschen. Das ist jetzt anders geworden, denn die Stadt kaust dar von ihr benötigte Terrain bei der neuen Schule Die Verträge wurden sämtlich genehmigt.

Die Wohnungsgenossenschaft hat am oberen Rotenberg ein Stück des Buxbaumschen Gartens gekauft und will nun der Stadt an der Straße Terrain unentgeltlich geben gegen Ueberlassung eines Stück städtischen Landes, welches dahlnt» liegt. Die Vorlage fand Genehmigung.

Ebenso genehmigte man Tauschverträge ml den Erben des Fuhrunternehmers Jean Grim- mell.

Welter beschäftigte man sich mit der Abände­rung des Stratzenfluchtllnienplanes der Moltke- stratze zwischen der Frankfurterstratze und den» Hochwasserschutzdamm. Nach dem neuen Antra, hält man eine Breite von 12 Meter für dies, Straße für genügend, die Bauplätze würden da­durch gewinnen. Stadtv. Schaaf gab seiner Freude Ausdruck, daß jetzt der ursprüngliche Plan wieder zur Geltung komme. Der Antrag wurde genehmigt.

Der Vorstand des hiesigen Bürgerverekns hal ein Gesuch um Verbesserung der Verkehrsver­hältnisse an die Stadt gerichtet und besonders darauf hlngewiesen, ob nicht der Bau einer elek­trischen Bahn in Aussicht zu nehmen sei. Stadt«. Weiß wies darauf hin, daß man jedenfalls der Regelung der Pferdevahnangelegenheit näher treten und auch den ganz fallen gelassenen Droschkenverkehrplan wieder anrege. Es sei doch auch damals beschlossen worden, am Bahnhof eine Weiche anzubauen. Auch Stadtv. Engel befürwortete besonders den letzten Antrag. Datz aus dem Droschkenverkehr nichts geworden, da­ran feien die übrigen Fuhrwerksbesitzer Schuld. Stadtv. Stroinsky wünschte auch eine Verbesse­rung der Verkehrsverhältnisse, die elettrifch« Bahn sei zwar gut, aber jetzt noch zu teuer. Man möge dafür sorgen, daß die Pferdebahn besser funktioniere, vielleicht könne man den Zuschuß erhöhen. Diesen Vorschlägen schlossen sich die Stadtv. Storck und Gleim an; die Pferdebahn fei zwar teuer, aber jetzt ein Bedürfnis gewor­den, man möge doch am Bahnhof eine Weich« bauen. Stadtv. Weiß meinte, die Wagen, die bis zum Museum gingen, könnten doch bis zum Haspel gehen. Beigeordneter Sardemann fügte erklärend hinzu, daß bei der jetzigen Lage der Weichen wohl kaum sich etwas ändern lasse. Der Bahnhofsplan Hege auch noch nicht fest, der könne immer noch geändert werden. Jeden­falls fei es möglich, in einigen Jahren einen Teil der Bahn elettrifch zu machen, die Einnah­men feien so datz man dies in Aussicht stellen könne. Damit war die Sache erledigt.

Der Niederschlagung unbeitreiblicher Rück­stände der Easwerkskasse und dem Erlatz einer Forderung an einen Unternehmer stimmte man zu.

Wie wir kürzlich in unserer Zeitung melde­ten, lag die Frage der Umwandlung des einen Zweigs der Oberrealschule in ein Reformgym­nasium wieder vor. Die Angelegenheit ist be­kanntlich schon eingehend besprochen und am 2 August wurde beschlossen, die Vorlage zur Zelt abzulehnen. Die Sache ist aber nicht liegen ge- blieben, es haben weitere Verhandlungen und Besprechungen stattgefunden, Auskünfte find eingezogen worden und schließlich ist auch ein Gesuch einer Anzahl Eltern eingegangen, wel-, ches die Vorlage, die heute wieder auf der Ta­gesordnung stand, befürwortet. Auch die Gut«' achten wurden zur Verlesung gebracht. Stadtv..