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mH dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.

SonntaaSbeikraer AlluttrirteS S«ä«taaSLr^

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2«sertt»»Sgebühr: die gespaltene Zelle oder Deren Raum 15 Pfg.

Neclamen: die Zelle 80 Pfg.

Marburg

Donnerstag. 13. Dezember 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck gab Verlag' Zoh. Äug. Koch, Umversttäss-Buchdruckerei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahr-.

Erttes Blatt.

Die Fleischnotinterpcllation im deutschen Reichstage.

, Am Vundesratstisch: Graf Posadowsky, >Frhr. v. Stengel, v. Loebell, v. Arnim.

> Auf der Tagesordnung steht die Inter­pellation der Abg. Ablaß (frs. Vp.) und Een. über die Maßnahmen zur Abhilfe der herr­schenden Fleischteuerung, sowie die In­terpellation der Sozialdemokraten über die Teuerung der notwendig st en L - - bensmittel, insbesondere des Fleisches. Die beiden Interpellationen werden verbunden.

Staatssekretär Eraf Posadowsky erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beant­worten.

Zur Begründung der ersten Interpellation bemerkt Abg. Dr. Wiemer (frs. Vp.): Dar­über, daß seit längerer Zeit ungewöhnlich hohe Fleischpreise herrschen, kann kein Zweifel be­stehen, selbst das führende Organ des Bundes der Landwirte, dieDeutsche Tageszeitung" hat es zugegeben. Im Vorjahre wurde in einer Denkschrift des preußischen Landwirtschafts- Ministeriums ausgeführt, die Fleischteuerung sei nur eine vorübergehende Erscheinung. Diese Voraussagung hat sich leider nicht erfüllt, und kann auch in letzter Zeit die amtliche Statistik einen geringen Rückgang der Viehpreise melden, so handelt es sich doch nur um einen Rückgang von wenigen Pfennigen, dem noch dazu hier und da eine weitere Preissteigerung gegenübersteht. Außerdem ist ein kleiner Rückgang der Schweine­preise in jedem Winter zu beobachten. Die Ver­mehrung des Angebots, die wir nicht leugnen, entspricht aber nicht dem erhöhten Konsum. Diese Fleischteurung wird von weiten Volks­kreisen als ein schwerer wirtschaftlicher Notstand empfunden. (Sehr richtig! links.) Eine un­zureichende körperliche Ernährung aber rächt sich an dem Heranwachsenden Geschlecht. Was fallen die Beamten mit festen Bezügen gegen über der Teuerung tun? Hier muß das Reich die Folgen seiner Wirtschaftspolitik durch eine Erhöhung der Bezüge oder Gewährung von Teuerungszulagen auswetzen, und die Einzel­staaten müssen diesem Beispiel folgen. Der württembergische Finanzminister hat erst vor kurzem einen darbenden Beamtenstand als ein Unglück für das Land bezeichnet. Die Konse­quenzen ergeben sich von selbst. Was die Ur­sachen der Fleischteuerung betrifft, so sind die Nachwehen des Trockenjahres 1904 noch immer nicht überwunden. Entscheidend aber ist, daß

*7 i Nachdruck verboten.),

lieber alles die Kunst.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung).

Die Gräfin biß sich auf die Lippen und schwieg. Dagegen konnte sie nichts einwenden, er sprach die Wahrheit. Sie litt unter ihres eigenen Kindes Anwesenheit.

Und dann," fuhr er fort, sich zu ihr nieder­beugend,willst du etwa, daß deine Tochter in eine fremde Familie eintritt und dieser einen Einblick in die Vergangenheit ihres Vaterhauses gewährt? Dann würde sie sich bald mit ihrer Sippe gegen uns wenden. Ich dächte, solch eine Aussicht wäre weder für dich, noch für mich wün­schenswert."

Noch tiefer neigte sie das Haupt.

Es gibt also wirklich keinen Ausweg als diese Heirat? Keinen?"

Keinen."

Es wird aber unmöglich sein, sie gutwillig dazu zu bewegen."

Du hast ja noch Zeit," sagte er.Ich will Stanislaus sagen, daß er sich mehr um sie be­werben soll. Er hat sich durch Giselas kindisches Nein" am Weihnachtsabend zu sehr einschüch­tern lasten. Er muß mit mehr Aufbietung von Leidenschaft sich ihr nähern. Ich wünschte, ich könnte es statt seiner tun, ihr Widerstand wäre längst besiegt."

Der Gräfin Augen streiften ihn fast ängstlich. Aber sie widersprach nicht. Kannte sie doch die Macht dieses Mannes, der es verstand, alles fei­nem Willen zu unterwerfen.

Du zeichnest Marga seit einiger Zeit sehr aus, "bemerkte sie nach einer Pause.Ich will doch nicht hoffen, daß bn an ihr deine Macht üben willst?"

Er wandte ihr mit einem raschen Ruck das Antlitz

die deutsche Viehproduktion dem wachsenden deutschen Bedarf nicht mehr genügt. Wir wür­digen die Bedeutung der deutschen Viehzucht, be­dauern aber, daß der deutsche Großgrundbesitz nicht wesentlich an der deutschen Viehproduktion beteiligt ist. Die kleine und mittlere bäuerliche Bevölkerung hat das ihre zur Steigerung der Viehproduktion getan. Aber das hindert nicht, daß wir auf Einfuhr von Vieh aus dem Aus­lande angewiesen sind. Daß der Zwischenhandel an der Fleischteuerung nicht schuld ist, zeigt die Konkursstatistik, nach der viele Fleischer infolge der Fleischteuerung wirtschaftlich vernichtet wor­den sind. Wo bleibt da die Liebe zum Mittel­stände, die von der Rechten so oft betont wird? Ein wesentliches Mittel zur Fleischteuerung ist die Genzspene. Ein Schutz gegen die Einschlep­pung von Viehseuchen ist erforderlich. Solch-: sanitären Maßnahmen dürfen aber nicht als Vorwand gebraucht werden, um künstlich eine Steigerung der Viehpreise zu erreichen. (Sehr richtig! links.) Graf Schwerin-Löwitz meinte kürzlich, aus Deutschland werden jährlich 100 000 Hammel nach England ausgeführt und bilden dort die Fleischnahrung der Arbeiter, die teurer leben als bei uns. Es soll sich aber nur um 20 000 Hammel handeln. Die englischen Arbeiter aber leben von billigem, aus Amerika eingeführtem Fleisch. Verteuernd wirkt auch unsere Zollpolitik. Mit einem Schlage kann freilich auch durch Crenzöffnung nichts erreicht werden; das Ausland muß sich erst auf den Im­port zu uns einrichten. Bedauerlich ist, daß die verbündeten Regierungen, besonders die preu­ßische, bisher die Hände in den Schoß gelegt haben. Herr von Podbielski trieb eine einseitig agrarische Politik, und seine Politik wird lange noch zurückleuchten. Die Früchte der Agrar­politik pflückt die Sozialdemokratie. Eine solche Politik ist geeignet, die versöhnende Wirkung unserer Sozialpolitik aufzuheben. (Beifall bei den Freisinnigen.)

Die zweite Interpellation begründet Abg. Scheidemann (Soz.): Herr von Podbielski, der im Vorjahr int Ton derDeutschen Tages­zeitung" die Fleischteuerung als vorübergehende Erscheinung bezeichnete, hat gründlich Unrecht behalten; er hat ja später freilich zugegeben, daß er an seine Erklärung selbst nicht geglaubt hat. (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) In Stadtverordneten-Versammlungen ist Oeff- nung der Grenzen auch von Nationalliberalen, konservativen und Zentrumsabgeordneten em­pfohlen worden. Trotz der unglaublichen Stei­gerung der Fleischpreise hat es Parteien und Zeitungen gegeben, die von einer allgemeinen Fleischschlemmerei sprechen. Das heißt zu der Volksnot noch bitteren Hohn fügen (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Berliner Ear-

Eifersüchtig?" höhnte er.

Nein, nicht eifersüchtig. Aber ich liebe Marga und möchte sie davor bewahren, ein Spielball deiner Laune zu werden."

Wer sagt dir, daß ich so etwas beabsichtige? Das Mädchen interessiert mich wirklich, ein Weib, das weiß, was es will, gehört zu den Seltenheiten. Sie ist sich ihrer Gaben nur zu wenig bewußt. Das aber gerade reizt mich, ihr zu zeigen, daß der Mann doch der Stärkere bleibt."

Gieb dir keine Mühe, ESza! Sie ist be­reits versagt."

Er lachte hell auf.

Dann um so bester! Der Sieg wird dann noch um so schwieriger sein und mir tut so etwas wie Kampf not. In diesem Eesellschaftsleben erschlafft man völlig."

Sie sah ihn mit einem schmerzlich bangen Blick an.

Und ich? Bin ich dir nichts?"

Er fuhr ihr leicht mit der Hand über das dunkle Haar und drückte einen flüchtigen Kuß darauf.

Die heimliche Flamme bleibt doch immer die heißeste, das weißt du ja."

Damit erhob er sich und auf seinem hageren braunen Gesicht malte sich etwas wie Ueberdruß, was feinen beruhigenden Worten widersprach. Sie schnellte auf und hielt ihn fest.

Du darfst nie aufhören, mich zu lieben, Eöza!Versprich mir das," rief sie leidenschaft­lich, den Kopf an seine Schulter schmiegend.

Wozu immer Beteuerungen, Aglaja? Du weißt ja, wie wir zusammen stehen. Und nun laß mich gehen! Mein langes Verweilen in deinem Boudoir könnte auftallen. Soll etwa Dienstbotengeschwätz an das Ohr deiner Tochter dringen und die Situation noch erschweren?"

Sie ließ langsam von ibm ab.

So geh und bringe heute zum Diner eine gute Laune mit!"

nison zahlt nach ihren neuen Verträgen statt 132 Pfg. für Schweinefleisch 138 und für Speck statt 138 1471/2 Pfg. (Hört! Hört!) In der Beurteilung der Ursachen der Fleischteuerung gehen unsere Wege weit auseinander. Leider kann unsere Landwirtschaft den heimischen Be­darf nicht decken. Der Bund der Landwirte leistet sich hier systematische Täuschungsmanöver, wie sein neuestes Flugblatt zeigt. Die Zentrale für Viehverwertung hält die heutigen Vieh­preise für normal, obwohl alle Welt über die Fleischteuerung klagt. (Rufe rechts: Diehpreise!) Gewiß wirkt der Zwischenhandel verteuernd, aber das ist nicht nur hier der Fall. Die Haupt­schuld trägt in erster Linie die wahnsinnige, volksverwüstende Agrarpolitik, und die wird erst fallen, wenn die preußische Junkermacht ge­brochen ist. Die preußischen Junker haben nur ihr Ausplünderungssystem geändert. Früher plünderten sie die Kaufleute auf den Land­straßen, jetzt plündern sie das ganze Volk. (Lachen rechts.) Wir können vom Auslande viel Vieh beziehen, wenn die Grenzsperre ledig­lich zu sanitären Zwecken benutzt wird. Oefsnet man die Grenzen und es kommt doch nichts herein, so wollen wir unsere Anschauung revi­dieren. In Sachen der Seuchengefahr sind wir am schlimmsten beschwindelt worden. (Sehr richtig! links.) Abgesehen von Rußland ist von allen Ländern, die für die Vieheinsuhr zu uns in Betracht kämen, keins so verseucht wie das deutsche Reich. (Hört! Hört? links.) Mit der Rederei, das preußische Junkerschwein sei das beste und im Auslande tauge das Fleisch nichts, kommen wir nicht weiter. Die Schweinereien in Chicago werden von den Berichterstattern über­trieben worden fein. Und wenn alles wahr wäre, könnten wir noch lange nicht sagen, bei uns steht es bester, wie die zahlreichen Verurtei­lungen von Fleischern wegen Verkaufs von un­genießbarem Fleisch zeigen. Aus Steuerungen des Fürsten Hohenlohe geht klar hervor, daß Sie (nach rechts) von vornherein wußten, es handle sich beim Fleischbeschaugesetz um eine Verteuer­ung des Fleisches. Ihnen (nach rechts) ist es ge­lungen, das Volk jahrelang auszuplündern. Ein derartiges System muß schließlich zusammen- brechen. Sogar die Abg. Eamp, Dr. Arendt, Herold und Trimborn haben zur Vernunft ge­raten. Obwohl Herr von Podbielski verschwun­den ist und nur noch als Podagrier in Betracht kommt (anhaltendes au! und Heiterkeit), wird es vorläufig beim alten bleiben. Nicht er ist schuld an der Fleischteuerung, sondern die schutz- zöllnerische Reichstagsmehrheit. Mir imponiert immer ein Mann, der den Mut der Konsequenz hat, und Herr von Podbielski war konsequent. (Beifall rechts.) Er unterschied sich von den Seiltänzerpolitikern, die die ganze Agrarpolitik

.....=

Das ist viel verlangt nach derartigen Ver­handlungen mit dir. Aber ich will sehen, was ich zu tun vermag."

Als er fort war, sank die Gräfin auf das Sofa zurück, aber sie war ruhiger geworden. Den Spiegel zur Hand nehmend, der zur Seite auf einem Marmortischchen stand, betrachtete sich eine Weile aufmerksam in demselben. Waren ihre Haare wirklich ergraut und stand ihr das so gut, wie GLza vorhin gesagt hatte?

Sie lächelte befriedigt.

Noch waren die grauen Haare zu zählen. Re- methys Laune hatte ihn wieder einmal zu dem Spott gereizt, mit dem er sie oft quälte. Sie war noch schön, bas sagte ihr bet Spiegel, und Marga würde ihr so bald nicht den Rang streitig machen. Was Nemethy vorher über die Freun­din gesagt, hatte doch einen Stachel in ihr zurückgelassen. Sie wollte vorsichtiger sein, die beiden mehr beobachten. Jetzt fand sie, daß der junge Baumeister eine ganz passende Partie für Marga sei, und sie nahm sich vor, nichts mehr gegen diese Heirat einzuwenden. Und was Gisela betraf? Das war der dunkle Punkt in ihrem Leben. Aber sie wollte die Hoffnung doch noch nicht ganz aufgeben, sie der Heirat geneigt zu machen. Vielleicht hatte Nemethy auch recht gehabt. Solche Aufgabe sollte man keiner Frem­den anvertrauen. Sie war das letzte Mal zu heftig gegen Gisela gewesen. Wenn sie friedlich als Bittende käme? Jedenfalls wollte sie es noch einmal versuchen. Widerstand sie dann noch, freilich, bann war alles vorbei, bann mußte sie Güza hanbeln lasten. Sie war in seiner Macht unb konnte nicht anders, als sich ihm fügen. Dieses Bewußtsein aber entlastete sie auch der Tochter gegenüber. Der Leichtsinn ge­wann wieber einmal bie Oberhanb über vis Stimme bet Pflicht unb des Gewissens. Sie klingelte bet Jungfer unb beriet die Toilette zum heuttgen Diner, zu dem sie einen kleinen Kreis Auserwählter geladen hatte.

mitgemacht haben und jetzt so tun, als mißbil­ligen sich bie Folgen dieser Politik. Der neue preußische Landwirtschastsminister beuge sich nicht unter dies Junkerjoch. (Lachen rechts.) Er fühle sich nicht als Vertreter bes Bundes der Landwirte und derDeutschen Tageszeitung", sondern als Staatsminister. (Lachen rechts., Beifall bei den Sozialdemokraten.

Zur Beantwortung der Interpellation be- inertt Staatsfehetät Graf Posadowsky: Ich habe im Namen des Reichskanzlers folgende Erklärungen abzugeben: Die mit Unterbrechung von wenigen Monaten in den verschiedenen Lan­desteilen sich geltend machende Fleischteuerung hat die Regierungen zu ernster Aufmerksamkeit veranlaßt. Da von verschiedenen Seiten bie Zu­lassung von Vieh ober Fleisch aus ben Nachbar­ländern gefordert wurde, sind die veterinär- polizeilichen Grundlagen zu ben entgegengesetz­ten Bestimmungen eingehend geprüft worden. Die Vieheinfuhr aus Oesterreich und der Schweiz ist uneingeschränkt; ein Ueberschuß an Schlachte vieh ist aber nicht vorhanden. Die Fleischeinfuhr' aus Frankreich ist unbeschränkt, die Vieheinfuhr verbietet die Maul- und Klauenseuche. Aus Rußland können wöchentlich nach Oberschlesien bis 2500 Schweine eingeführt werden, eine wei­tere Einfuhr ist nach dem Seuchenstanb nicht zulässig. Die Frage eine Erweiterung der Ein­fuhr aus ben Niederlanden wird erwogen. We­gen der Einfuhr von Rindvieh aus Schweden schweben noch Verhandlungen. Im Inlands soll durch eine Ermäßigung der Frachtsätze Besserung erzielt werden. Zu einet Herabsetzung der Vieh- und Fleischzölle werden sich die Verbündete» Regierungen nicht entscheiden. Ein Rüttel» würde die Stetigkeit der inländischen Produk­tion gefährden. 95 Prozent unseres Bedarfs wird schon von der einheimischen Landwirtschaft gedeckt. Ich hoffe, sie wird noch größere Anfor­derungen gerecht werden. (Beifall.) Ob bie durch bie Teuerung sich schwieriger gestaltenbe Lebenslage ber Beamten aufzubessern ist, da­rüber schweben bei uns ernste Erwägungen. (Lebhafter Beifall.)

Preußischer Landwirtschaftsminister von Arnim: Ich will mich auf einige Ergänzungen zu ber Erklärung bes Herrn Reichskanzlers beH schränken. Die Fleischteuerung hat ihre Ursache einmal in ber Viehteuerung unb zweitens in ber steigenden Spannung zwischen Vieh- uns Fleischpreisen. Fast allgemein ist man der Aul sicht, die hohen Viehpreise seien die Folge be< Futterernte des Jahres 1904; das ist nur in Bo, zug auf die Schweinepreise richtig. Rindfleisch und Schaffleisch hat mehr zugenommen als drH Bevölkerung, bei ben Schwein "n aber hat man eine starke Abnahme unb daß ist bie Ursache bei jetzigen Fleischteuerung. Der Rückgang in bei Schweineproduktion ist zurückzuführen auf back außerordentlich geringe Futter bes Jahres 190| unb auf bie geringen Schweinepreise im Jahr« 1903 unb 1904. die eine Einschränkung bei Schweineaufzucht herbeigeführt haben. In letz« k ...» .. ""1

XIII.

Freube! Alfred hatte wirklich einen Schinkel» preis davongetragen! Die Rätin, obwohl sie bet Winter unb die eingeschlossene Luft in den Zimj mern recht schwach gemacht, besteht darauf, daß Susanne ein kleines Freudenfest für die Freundi im Hause bereitet. *

Das Wohnzimmer ist mit Blumen geschmückt deren Duft die Kranke mit Entzücken einatmeb In bet Küche bereitet Susanne mit bem Mäd­chen bie Festspeisen unb vorn Lehnstuhl bei Rätin ertönt bie Mahnung, boch Alfreds Siebe lingsgericht nicht zu vergessen.

Auch Dottor Martin, bet jetzt, wenn es dech Vielbeschäftigten Zeit erlaubt, gern einigf Abendstunden im Kreise der Familie zubringh ist geladen. Der alte Rat hat sich mit ihm angel freundet unb bespricht mit ihm bie Tagesneuiaj ketten, die er in seiner Zeitung gelesen, auf bij et wie ein Evangelium schwört. Wenn am» webet bet Doktor, noch Susanne von ihrem ge­heimen Einverständnis, dessen sie sich auch ohns Worte bewußt sind, reden, so ahnt ber VctteH doch, was ben jungen Arzt als Freunb in fein Haus zieht, unb er freut sich darüber ebensowohl^ daß seines Kindes Zukunft damit gesichett ify als auch über den zarten Sinn, bet die Siebt) geheim hält, um die Mutter nicht z» beunj ruhigen. Und auch der Kranken entgeht diq Veränderung nicht, die mit ihrer Susanne vor­gegangen ist, trotzdem sie nichts mehr sehe» kann, trotzdem sie an ihren Stuhl gefesselt ist. Ein stilles Glück spricht aus jedem Wort ihr«? Tochter, ein Glück, dessen Ursache die Muttes richtig errät. Aber sie ist geduldig, bis dieLippe^ und Herzen der beiden sich öffnen werben. Ehe ber Tob ihr bie Augen schließt, wirb sie ja boch alles erfahren. Sie werden sie nicht sterben lasien, ohne ihr bie Gewißheit zu geben, baß ihre geliebte brave Susanne in bet Liebe eineih guten und tüchtigen Mannes Ersah finben wttA für bie entsagungsvollen, an ihrem Krankens lager zugebrachten Jahre. (Frts. folgt.)