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■ mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.»
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Marburg
Sonntag, 9. Dezember 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. «ug. «och, UmversttätSMtchdruckerei 41« JNhlg«
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Zweites Blatt
Der Dreibund und die NationMätm Oesterreich-Ungarns.
, Die Diskussion über den Wert oder Unwert fes Dreibundes kommt in dem habsburgischen Donaureiche so wenig zur Ruhe wie bei uns. piur dass bei uns die Gruppen der Beurteiler mit tzafchem Ueberblick sich ordnen lassen und das pleichsinteresse ihnen allen den Maßstab für ihr silrteil gibt — während in dem vielsprachigen jOesterreich-Ungarn der Staatsgedanke nur für eine kleine Schar, das Sonderinteresse die einzelnen Nationalitäten dagegen für die Mehrheit der Politiker den Ausschlag gibt. So ist es durchaus verständlich, daß die Deutschen Oesterdeichs wie Ungarns dem Bündnis mit dem deutschen Reiche von jeher die treuesten Stützen waren und es auch bleiben werden, und ebenso verständlich auch, daß unter den mächtigen Nebenbuhlern der Donaudeutschen, den Tschechen und Madjaren, die Opposition gegen den Drei- dund leicht einen Nährboden findet. Bei den Tschechen war die Abneigung gegen das Bündnis mit uns wohl nie lebhafter, als in den Tagen, da der „Panslawismus" von Petersburg her zu all den kleinen slawischen Nandvölkern seine schäumenden Wogen warf. Heute ist dieser Sturm vorüber und die Erkenntnis, daß es gerade der Dreibund ist, der dem Tschechentum seinen nationalen Bestand und eine ruhige Ent- wicklungsmöglichkeit sichert, greift immer weiter um sich. In der Tat können sich die Tschechen ja nichts Besseres wünschen, als daß die habsbur- tzische Monarchie, in der sie das zweite „Staatsvolk" und ein unentbehrlicher Pfeiler sind, unter !dem Schutze des Dreibundes unversehrt erhalten -leibe. Jede politische Wandlung im Sinne des vielberedeten „Zerfalls Oesterreichs" bedeutete für die Tschechen unrettbar die Angliederung an das deutsche Reich, indem die selbstbewußte Na- ’tion dann zu einer fremdsprachigen Enklave inmitten des zwölfmal stärkeren Germanentums herabsinkcn müßte. Solange aber der Dreibund besteht, droht diese Gefahr dem Tscheckentutn nicht, denn das Deutschland des Dreibundes ist ,eben der „saturierte" Staat, der friedlich schaffen. nicht erobern will.
Die dritte der führenden Nationen im habsburgischen Reiche, die Madjaren, waren früher fast ausnahmslos begeisterte Freunde des Drei-. Lundes. Ist doch auch der Name ihres gefeierten «Staatsmannes Andrasfy mit diesem Bünd- mis unlöslich verknüpft. Heute ist jedoch eine «nicht unerhebliche Opposition dagegen emporge- 'wachsen, genährt von etlichen Führern der klerikalen Volkspartei wie auch von radikalen Kos- 'suthisten vom Schlage des Justizministers Po-
©tabttfieater
Gastspiel von Poldi Sangora.
Eilten hocherfreulichcn, heiteren Abend hatte gestern die Direktion unseres Stadttbeaters den Abonnenten und dem leider nur zu wenig zahlreich erschienenen Publi- l u m bereitet. Drei kleinere Stückchen älteren .'Datums, die aber gleichwohl immer ihren guten iPlatz auf der Bühne behalten werden, füllten -fcen Abend in angenehmer Steigerung aus. Zunächst gab es das musikalische Genrebild „Das Wetterhäuschen" (von Adrian Roß); darauf Adolf Wildbrandts heitres Lustspiel !„Jugendliebe" 'und zum Schluß „Das Versprechen Hinterm Herd" (Singspiel von A. Baumann, Musik von Bogemil Zepler).
Das er st e Stückchen, „Das Wetter- fj äuschen" betitelt, ist ein feines, auch musikalisch reizvolles §rolwuppendrama; spazieren doch aus einem leibhaftigen Witterungsanzeiger, wie wir ihn für ein paar Groschen im Laden erstehen, das Weiblein und das Männlein fchwuppdich von ihrem wackligen Podestchen herunter, nachdem sie sich lange genug hin und her pendelnd geflohen sind — und benehmen sich nun gerade so, wie sie's von den Menschen vorher gesehen haben: Sie verlieben sich ineinander und tun — was man von so jung Verliebten eigentlich auch nicht anders erwarten kann: Sie studieren die Technik des Küssens — und spielen und singen dabei. Frau Lutter mit ihrer nicht großen, aber zarten, feingeschulten Stimme war im Spiel ein herziges Schön-Wetterfräu- lein, und ihr sekundierte mit Geschick Herr Reimer-Schlegel als tüchtiger, griesgrämiger Regenwettermann bei aufheiternder .Stimmung. Die Schwierigkeiten des kleinen, harmlosen Scherzes, besonders, was Einsatz und ^Begleitung angeht, wurden sowohl von beiden
lonyi. Gegen die Freundschaft mit Italien hat man freilich nichts einzuwenden — mit Italien hat Ungarn ja keine Reibungsflächen und die einzigen Italiener auf ungarischem Staatsgebiet, die von Fiume, führen dort ihren nationalen Kleinkrieg nicht etwa gegen die Madjaren, sondern gegen die Kroaten, und das mit Unterstützung der kleinen madjarischen Kolonie jenes Hafenplatzes. Das deutsche Reich dagegen ist in gewissen Kreisen schon darum verdächtig, weil es die Sprache des verhaßten „Wien" spricht. Daneben tut unzweifelhaft der ironische Ton, mit dem unsere Presse fast durchweg von den Madjaren handelt, das Seine. Dieser Ton hat aber doch — das sollte man in Ofenpest nicht übersehen — seine guten Gründe. Tie wortreiche Politik der madjarischen Patrioten reizte besonders in den letzten Jahren auch den Ernstesten nicht selten zum Lächeln und daß die Madjarisierungsversuche an unseren ungarländischen Volksgenossen in Deutschland nicht ruhig mit angesehen werden, ist dock gewiss iVi Wunder. Andererseits sind sich wohl alle Einsichtigen hüben wie drüben darin einig, daß die regen wirtschaftlichen Beziehungen beider Völker wie das gleiche politische Interesse gegenüber dem Slawentum eine dauernde Verständigung höchst wünschenswert machen.
1 1 - ......
Ein Ende der FletMeuerunq?
Unter diesem fragenden Titel veröffentlicht ein gutunterrichtetss nationales Blatt, dis „Lsipz. Neuesten Nachrichten", einen beachtenswerten Aufsatz, den wir in etwas gekürzter Form wie folgt wiedergeben. Der Gewährsmann des Leipziger Blattes schreibt:
Der Monat November hat, statt, wie sonst in der Regel, infolge des herannahenden Weihnachtsfestes ein Heraufgehen der Lebensmittelpreise mit sich zu bringen, eine auffallende Verbilligung gerade der für den Konsum wichtigsten Lebensmittel gezeigt. Nicht nur Roggen und Noggenmehl, Kartoffeln^ Butter und andere Konsumwaren erfuhren ein Herabgehen des Preises im Großhandel, sondern vor allen Dingen machte sich eine Verbilligung der Preise für Schweine geltend. Die Abwärtsbewegung am Schwcinemarkt hatte schon im Oktober eingesetzt; da indes im Laufe des Jahres schon verschiedentlich vorübergehende Rückgänge stattgefunden hatten,' die bald durch eine um so stärkere Steigerung wieder abgelöst wurden, hatte man noch nicht recht an eine durchgreifende Verbilligung geglaubt. Außerdem verhinderte auch das Hochhalten der Schweinepreise, daß die Preisrückgänge bei Schweinen dem unmittelbaren Konsum zugute kamen. Erst nun, da auch im November die^rück- läufige Tendenz sich fortsehte und auch die Fleischer, an den meisten Orten, nicht länger bei
Mitwirkenden, als auch vom Orchester, das aus der hiesigen Militärkapelle ausgewählt war, recht flott überwunden. _
Ebenso herrschte in der Darstellung der berden folgenden Stücke eine erfreuliche Frische und ein brillanter Zug. Es klappte alles aufs Veste. Unsere hiesigen Kräfte waren mit voller Hingabe bei der Cache. In der ndliebe" gab Frau Bonck die greise taube Tante, Frau von Rosen, geschickt, auch die kleine Rolle der Betty wurde von F r l. S ch e l l e n b e r g gut vertreten. Der Gärtner Hildebrand des Herrn Scklottau mar keine üble Leistung; wie denn überhaupt diese kleineren Rollen zunächst Herrn Schlettaus Arbeitsfeld werden bleiben müssen, wenn er ersvrießlickes leisten soll, Hr. E r e f f als Heinrich Roller war weder Student noch Mann — fein Spiel recht dilettantisch; da fehlt es durchaus an Schule. Eine vorzügliche Wiedergabe fand die Rolle des Ferdinand von Bruck, des eleganten, weltgewandten ..Ungeheuers", das langsam, aber mit voller Ueberlegunq seine Schritte zu lenken und seine Netze zu stellen weiß, durck Herrn Direktor Steingoetter. Aber den echten, rechten Mittelpunkt des ganzen Lustspielchens bildete der ver- und ungezogene, schnippische, zwischen Schlagfahnenlyrik und Weltschmerz einerseits und iibersvrndelnder Kraft und Keckheit andererseits schluchzend dahinträumende und schäumende Backfisch Adelheid des Frl. Sangora. In dieser Rolle, feste in der der N a n d l im „Versprechen Hinterm Herd" bewies die Künstlerin aufs neue ihren Ruf als glänzende Naive. Es war eine reine Freude, die Selbstverständlichkeit ihres Spiels — die zugleich das Resultat scharfer Selbstbeobachtung wie eindringender Verarbeitung der Rolle, dazu geschickter Anwendung und Ausnutzung aller fein- künstlerischen Mittel ist, und die feste Durchfüh-
ihren hohen Forderungen beharrten, ist anzunehmen, daß der Höhepunkt der Teuerung überschritten ist; hat doch die Spannung gegenüber dem November 1904, der noch einen verhältnismäßig niedrigen Preisstand aufwies, ziemlich nachgelassen. In Berlin beträgt die Differenz
gegen November 1904 bei 50 Kilo 4—5 M, in Leipzig 5—10, in Hannover 6—7, in Frankfurt a. M. 3—8, in Nürnberg 4—11 JL In Breslau steht der Preis für die beste Sorte sogar 1 M unter, für die schlechteste Sorte nur 1 «M. über dem Novemberpreis 1904. Gegenüber 1905 ist natürlich ein bedeutender Rückgang zu verspüren, desto mehr, weil der November 1905 den Höhepunkt des ganzen Jahres, ja, bei vielen Städten den Höhepunkt der ganzen Aufwärts- bewegung überhaupt bildete. An den wichtigeren Märkten kosteten 50 Kilo Schweine Lebendgewicht in Mark:
1904 1905 1906
Berlin 47—55 68—75 51—60
Breslau
50-60
66—73
51—59
Hamburg
46—56
70-74
55-63
Frankfurt a.
M. 52—60
71—79
55—68
Stuttgart
50—65
70—79
62—72
Köln a. Rh.
47—56
62—76
56—65
Bei einem
so evidenten Rückgang der
Schweinepreise war auch ein Festhalten an den alten Preisen für Schweinefleisch nicht gut möglich. Tatsächlich hat denn auch Schweinefleisch gegenüber dem Vorjahr fast durchweg, gegenüber dem Vormonat vielfach schon eine Ermäßigung erfahren. In einigen großen Städten zeigt nämlich der Schweinefleischpreis im Monat November der letzten Jahre folgende Bewegung. Die billigste Sorte Schweinefleisch kostete pro
Kilo in Mark in
1904
19?5
1906
Berlin
1,20
1,60
1,50
Danzig
1,20
1,50
1,40
Dresden
1,40
1,00
1,60
Chemnitz
1,20
1,70
1,60
Leipzig
1,20
1,60
1,50
Stuttgart
1,40
1,70
1,70
München
1,34
1,68
1,72
Daß weit mehr
Ware auf den
Märkten zum
Angebot gelangt, beweist auch die Z u n a h m e der Schweineauftriebe an den einzelnen Märkten, die einen Mehrantrieb von 43 221 oder 20 Proz. gegenüber dem Vorjahre ergaben. Alle Nachrichten aus den Kreisen der Produktion stimmen darin überein, daß, wenn auch naturgemäß die Lücken in dem Rindviehbestande noch nicht wieder ausgefüllt sein können, dies doch betreffend des Schwarzviehbestandes jetzt in vollem Umfange der Fall ist, und daß demzufolge auf eine ausreichende Versorgung des heimischen Konsums mit Schweinefleisch zu nicht mehr übermäßigen Preisen zu rechnen sein wird. —
Unter diesen Umständen ist es wohl zweifelhaft, ob man sich in den Kreisen der Regierung
rung des Charakters auch da, wo. er in Gegensätzen sich ergeht, zu beobachten. Eine sympathische Wärme bildete den Erundton bei je» dem Worte, bei jedem Zug des Minenspiels, bet jeder Bewegung. Und wie herzlich klangen die ,.Nationalgefänge", in denen Herr Reimer- Schlegel als Loisl zwar ein rechter „damischer Bun" aber ein guter Partner war. Der Michel Ouantner de- .Herrn Ries war ebenfalls eins rocht erfreuliche Leistung und — ,det muß ik doch mal jleich notieren" — der Freiherr von Strizow des Herrn Gro- nett: ii la bonhenr! Noch einen so vorzüglichen Luftikus auf der Bühne und die Lachmuskeln des Publikums wären elend zugrundegegangen. Auch dies Stückchen begleitete das Orchester durchaus korrekt und mit lobenswerter Anschmiegung an die Darstellung; diefe wiederum gewann durch die Regie des Hrn. Direktor Steingoetter und Hrn. Reimer-Schlegel.
Ucberhaupt müssen wir der Direktion unsres Stadttheaters das Zeuonis ausstellen, daß sie bemüht ist, dem Publikum den Besuch des Theaters zu einer Freude zu macken. Leider aber waren — wie schon voriges Mal bei dem Gastspiel des Herrn Büller — außer Abonnenten sehr weniae Zuschauer erschienen, obwohl das Gastspiel zu gewöhnlichen Preisen stattfand.
Ein solches mangelndes Entgegenkommen des Publikums (Bürgerschaft und Studentenschaft), das natürlich ein bedeutendes pekuniäres Defitit für die Theaterkasse zur Folge hat, kann tatsächlich nicht dazu beitragen, untere Theater- direknon zur Verpflichtung von Gästen zu ermuntern. Es liegt also durchaus im Interesse unserer kunstliebenden Einwohner, wenn in Zukunft jeder, der nur einigermaßen es ermöglichen kann, sich den Theaterabend für diesen guten Zweck reserviert.
Marburg, 8. Dez. 1906. «u
jetzt dazu entschließen wird, umfassendere Maß« regeln zur Verbilligung der Fleischpreise zu tref« fen. Das preußische Staatsministerium hat sich schon am letzten Sonnabend mit der Frage b« schäftigt; das Resultat dieser Beratung ist ölet bisher nicht bekannt gegeben worden. Soviel aber dürfte schon jetzt feststehen, daß es nicht i< der Absicht des Staatsministeriums liegt, Maß« regeln für das ganze deutsche Reich vorzuschl« gen, sondern die Maßregeln auf das preußisch« Staatsgebiet zu beschränken; alles weitere ist dem preußischen Landwirtschaftsminister vo» Arnim überlassen worden, der auch in erster Linie die Fleischnotinterpellation im Reichstag beantworten wird. Abgesehen davon werden auch Erleichterungen für den Versand frischen Fleisches auf den preußisch-hessischen Eisenbahnen durch den Eisenbahnminister Breitenbach getroffen werden, nachdem der Landeseisenbahnrat gehört worden ist, der am heutigen Donnerstag in Berlin Zusammentritt. Voraussichtlich wird sich auch der Bundesrat dieser Tage mit der Frage befassen, und von seinen Beschlüssen wird es abhängen, wie weit für das ganze deutsch« Reich Erleichterungen die Vieh- und Fleischeinfuhr und des Viehtransports getroffen werden. Zu einer Aufhebung des Verbots der Einfuhr amerikanischen Viehs wird man sich allerdings wohl kaum entschließen. Wenn Maßregeln großen Stils geplant wären, würde die offiziös« Presse gewiß schon in den Stand gesetzt worde« sein, auf die bevorstehenden „großen Mittel" hinzuweisen. Der jetzige Zeitpunkt ist ja auch allerdings für die Befürworter durchgreifender Maßregeln nicht gerade besonders günstig.
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Deutsches Reich.
Berit«, 7. De-
— Naturdenkmalpflege in Preußen. Vom preußischen Kultusministerium sind jetzt die Grundsätze für die Wirksamkeit der Staatlichen Stelle für Naturdenkmäler in Preußen aufgestellt worden. Hiernach bezweckt die Stelle, welche einstweilen ihren Sitz in Danzig hat, im Bereich des Staatsgebiets die Förderung del Erhaltung von Naturdenkmälern, d. h. von besonders charakteristischen Gebilden der heimatlichen Natur, seien es Teile der Landschaft oder Tierwelt. Zu den Aufgaben der Staatliche» Stelle gehört vornehmlich die Ermittelung, Erforschung und dauernde Beobachtung der in Preußen vorhandenen Naturdenkmäler sowie die Erwägung der Maßnahmen, welche zur Erhaltung der Naturdenkmäler geeignet erscheinen, und die Anregung der Beteiligten zur ordnungsgemässen Erhaltung gefährdeter Naturdenkmäler. Die Erhaltung von Naturdenkmälern selbst und die Beschaffung der dazu notwendigen Mittel bleibt Sache der Beteiligten; Fonds für derartige Zwecke stehen der Staalichen Stelle nicht zur Verfügung. Die Staatliche Stelle wird in Sachen der Naturdenkmalpflege Behörden und Privatpersonen auf Anfragen jederzeit Auskunft geben, insbesondere darüber, ob ein bezeichneter Gegenstand als Naturdenkmal anzusehen ist und- welche Maßnahmen zu seiner Erhaltung zu em« psehlen sind. Wo es sich um die Erhaltung eines gefährdeten Naturdenkmals handelt, wird sie sich, mit den für die Uebernahme des Schutzes «n Frage kommenden Stellen (Behörden, Gemeinden, Vereinen, Privatbesitzern usw.) in Verbindung setzen, auch je nach Lage des Falles den beteiligten Aufsichtsbehörden (Landrat, Regier- unaspräfident usw.) von dem G^ve-^ft Mitteilung macken. Sofern es zur Erreichung des Zieles erforderlich erscheint, wird sich der Staatliche Kommissar an Ort und Stelle begeben. Die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege siegt unter der Aufsicht des Mir-isierg der nennen, Untciiid^ts5 unb
dem sie unmittelbar berichtet und alljährlich einen Verwoltunqsbericht vorlegt.
__Eine Wiederbelebung des Flachsbaues in Deutschland bezweckt eine Anordnung des Land- wirtfchaftsministcrs. Die Anregung stammt aus den Kreisen der Industrie. Die Landmirtscyasts- kammern fallen sick nun darüber äußern, ob Boden. Klima, Betrmbseinricktung und llrber- ternerhältnille eine Wiederaufnahme der ^lachs- fuif’JT in nrößerem Umfange zulassen. Während der Flachsbau in den meisten Gegenden wesentlich aus dem Gesschtsnunkte genfle-tt wurde, um die Unterlagen für die hauswirtfchaftlicke Verarbeitung der Flachsfafer während der Winter« m.onate iu schaffen, will man jeüt sowohl im gewerblichen wie auch im landwirtfchaftlichen Interesse den Cchwerpunft auf den Anbau von Flachs zwecks Abgabe des Rohprodukts (Strohflachses), an die Industrie legen. Es wird empfohlen, Flachs als .hande^gcwachs wie