Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag. Joh. Sug. Koch, UmverfitAS-Buchdruckercl 41. Jahrg.
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Sonnabend, 8. Dezember 1906.
mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain
So«»taasb«Uaaer
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Ein Blick hinter die Kulissen der polnischen „ Volksbewegung".
Daß der Schulstreik eine politische Machtprobe, angestellt vom polnischen Klerus und den pllpolnischen Agitatoren, durchaus nicht aber seine in ihren Ursprüngen volkstümliche Beilegung darstellt, das dürfte allen, die über die xLorgeschichte dieser angeblichen Volksbewegung jeinigermaßen unterrichtet sind, klar geworden sein.
In der Tat ist die ganze Sache von langer Hand vorbereitet und in die Wege geleitet. 'Schon seit anderthalb Jahren ist sie im Werke. Damals, als Rußlands Macht auf den mandschurischen Schlachtfeldern zusammenbrach und int russischen Polen zuerst der Aufstand emporloderte, sollte auch bei uns eine ähnliche nationale Explosion in Szene gesetzt werden. Natürlich mutatis mutantis. Es galt bei uns die Wiedereroberung der Schule, die ja auch „im russischen Anteil" eine so hervorragende Rolle gespielt hat und noch spielt. Hatte man dort mit den oberen Schulen begonnen, so sollten auch bei uns ursprünglich die Gymnasien Ausgangspunkte und Träger der Bewegung werden. Aber da erwies sich nun eben doch sehr bald, daß die Dinge bei uns wesentlich anders lagen als in Rußland, daß cs etwas anderes ist, ob man eine wankende Autokratie durch eine terroristische Agitation vollends einschüchtert oder ob man es mit einer aufrechten, ihrer Kraft bewußten Negierung zu tun hat. Den Streik auf Gymnasien und anderen höheren Schulen bei uns ins Werk zu setzen haben die Polen schließlich dann gär nicht gewagt, wagen bezeichnenderweise noch heute nicht, ihn auf diese Schulen auszudehnen. Ja dieselben Agitatoren, die flammende Reden gegen den Gewissenszwang des deutschen Religionsunterrichtes in der Volksschule halten, lassen ihre eigenen Söhne und Töchter, soweit sie Gymnasien, höhere Töchterschulen usw. besuchen, ungeachtet ihres gefährdeten Seelenheils, im Religionsunterricht ruhig deutsch antworten. Es kommt sogar vor, daß in der gleichen Familie bestimmte Kinder im deutschen Religionsunterricht streiken, bestimmte ihn ruhig mit- machen. Das Gewissen der Eltern erweist sich eben zarter, wenn es sich um diejenigen ihrer Kinder handelt, welche die Volksschule besuchen, und zeigt eine bemerkenswerte Unempfindlichkeit gegenüber den Kindern, welche auf höhere Schulen gehen. Gewiß sind ja auch neuerdings vereinzelte Fälle von Widersetzlichkeit in diesen Schulen vorgekommen, aber schon die Androhung der Entlassung hat in fast allen Fällen jede Regung von Opposition erfolgreich beseitigt. Soviel uns bekannt, mußten nur in den privaten höheren Mädchenschulen in Schildberg und Eostyn ein paar Schülerinnen wirklich entlassen werden.
Und damit ist nun auch schon gesagt, weshalb die Polen es weder heute wagen, noch im Sommer 1905 wagten, den Streik im Religionsunterrichte auf den höheren Schulen zu inszenieren. Sie sagten sich damals so gut, wie sie es heute tun, daß jeder Versuch nach dieser Richtung hin unnachsichtlich mit der Entlassung der betreffenden Schüler beantwortet werden würde, daß also diese selbst und sie allein den Schaden ihrer Widersetzlichkeiten würden tragen müssen, da der Staat als solcher doch kein Interesse daran hat, ob Knaben und Mädchen polnischer Rationalität sich eine höhere Bildung aneignen oder nicht. Gewitzigt durch ein paar unglücklich verlaufene Versuche gaben sie daher sehr bald die zunächst eingeschlagene falsche Route auf, um sich der Vorbereitung des Streiks auf den Volksschulen zu widmen. Schwer genug ist es ihnen geworden, diese Bewegung in den Gang zu bringen und lange genug hat es gedauert, bis die Massen warm wurden. Schließlich aber hat denn doch der Erfolg gezeigt, daß diese Rechnung nicht schlecht war. Wer aber gegenüber solchem erst tastenden, dann konsequent planmäßigen Vorgehen der Macher von der elementaren Kraft einer unwiderstehlichen Volksbewegung zu sprechen wagt, der entfernt sich beträchtlich von der geschichtlichen Wahrheit.
Deutsches Keich.
Berlin, 6. Dezember.
— Der Großherzig von Hessen hat aus Anlaß der Taufe des Erbgroßherzogs die Schaffung einer Zentrale für Säuglingspflege und Mutterschutz angeordnet und das Ministerium zur Ausarbeitung geeigneter Vorschläge
— Der Bundesrat hat sich, wie von gutunterrichteter Seite verlautet, entschlossen, die Fleischnotinterpellationen Mittwoch, den 12. Dezember, im Reichstage beantworten zu lassen.
— Der Landeseisenbahnrat hat mit großer Mehrheit der Vorlage der Staatsregierung über Ermäßigung der Stückgut- und Wagenladungs- Frachten für Fleisch von frischgeschlachtetem Vieh zugestimmt.
— Die Anfirdlungskommission kaufte, wie aus Schneidemühl berichtet wird, von dem Rittergutsbesitzer Fengler das Stadtgut Schliepers- hof bei Raken für 815 000 Mark.
— Mandatsniederlegnng. Der Reichstags- Abgeordnete für den Wahlkreis Schmalkalden Witzenhausen-Eschwege Raab, dessen Wahl für ungiltig erklärt worden war, hat jetzt sein Mandat niedergelegt.
— Pfarrer Korell und die Sozialdemokratie. In der Hess. Landessynodc machte der Pfarrer Bernbeck dem Pfarrer Korell, der bei der Reichstagsersatzwahl in Darmstadt als freisinniger Kandidat fungierte, den Vorwurf, er habe im Jahre 1898 in Darmstadt sozialdemokratische Stimmzettel verteilt. Obgleich Herr Korell das entschieden bestreitet, will Pfarrer Bernbeck die Wahrheit seiner Angaben durch einwandsfreie Zeugen beweisen. Korell hat darauf beim Oberkonsistorium die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen sich in dieser Angelegenheit beantragt.
— Deamtcn-Pensionen. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, ist wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß trotz der nicht gerade glänzenden Finanzverbält- nisse des Reichs dem Reichstage noch in dieser Session ein Gesetzentwurf vorgelegt werden wird, der die Pensionsverhältnisse der Reichsbeamten günstiger gestalten soll. Das rheinische Blatt knüpft an diese Mitteilung den Wunsch, daß hierbei nicht nur die Anfangsfätze der Vension erhöht würden, sondern auch eine Aufbesserung des Maximals-Pcnsionssatzes in Aussicht genommen würde.
— Die Deutschen i« Rußland. Professor Langhans, der bekannte Kartograph und verdienstvolle Herausgeber der Zeitschrift „Deutsche Erde" hat im Verlag von Justus Pertbes in Gotha eine mehrfarbige Karte bcrausgegeben: Das Deutschtum in Rußland und die russische Revolution, welche die Stellung der Deutschen in der großen Bewegung wiedergibt. Sie zeigt in verschiedenen Abtönungen von Grün den Prozentsatz der Deutschen in der Eesamtbevälkcrung. Beigegeben sind statistische Mitteilungen über die Zahl der Deutschen, ihre Zugehörigkeit zu den Berufen, Bekenntnissen und Gesellschaftsklassen, den Rückgang der Deutschen in den Ostseeprovinzen. Ferner sind verzeichnet die Namen der deutschen Abgeordneten in Duma und Reichsrat und die deutschen Zeitungen Rußlands.
— Sozialdemokraten als Arbeitgeber. In der Herbstversammlung der Vereinigung der vogtländisch - erzgebirgischen Ortskrankenkassen, dit jüngst zu Plauen i. V. abgehalten wurde, kam man auch auf das zwischen dem Verbände der Derwaltungsbeamten und dem Zentralver- bande der deutschen Ortskrankenkassen abgeschlossene Tarifabkommen zu sprechen. Allgemein wurde die schroffe Ablehnung der Forderungen der Beamtenschaft seitens des Vorstandes der Dresdner Ortskrankenkasse, des „Genossen" Abg. Fräßdorf scharf kritisiert. Ein „Genosse" sagte im Laufe der Debatte, daß „Genosse n", die Arbeitgeber würden, nicht selten die schlechte st en Lohnzahler seien. — Das sagt ein „Genosse"!
Deutscher Reichstag.
Berlin, 6. Dez.
An. Bundesratstisch: Frhr. v. Stengel, Frhr. v. Rheinbaben.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation der Abgg. Speck (Zentrum) und Genossen, betreffend Verwendung der als Futtergerste verzollten Gerste als Malzgerste.
Staatssekretär Frhr. v. Stengel erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten.
Zur Begründung der Anfrage bemerkt darauf Abg. Speck (Zentrum): Seit 1. März hat die Einfuhr von Futtergerste erheblich zugenommen, die Einfuhr von Braugerste ebenso abgenommen. Die Einfuhr von Braugerste aus den Braugerstenländern Oesterreich und Dänemark hat gegen das Vorjahr einen Rückgang von mehreren 100 000 Doppelzentnern erfahren. Dieser Rück, aana wird erst auihöre.n. wenn unsere AusküL,
rungsbestimungen einer gründlichen Reform unterzogen sind. Man wird einwenden, durch die erhöhte Einfuhr von Futtergerste werde einem landwirtschaftlichen Bedürfnisse Rechnung getragen. Allein ein erheblicher Teil dieser Futtergerste wird als Malzgerste verwendet. Der Versuch, den Begriff Malzgerste zweifelsfrei festzulegen, wird jetzt nicht zum ersten Male gemacht; die frühere Interpellation des verstorbenen Abg. Rösicke hatte ja dasselbe Ziel. Alle früheren Aeußerungen gehen aber dahin, daß unter Braugerste jede Gerste zu verstehen ist, die zur Vermälzung geeignet ist. Danach ist unverständlich, wie heute Gerste für Brennereien als Futtergerste eingeführt werden kann. Wie heute die Dinge liegen, täte man besser, im Zolltarif, statt Malzgerste Braugerste zu sagen.
(Zuruf links: Ist doch Eure eigene
Schuld!) Das steht aber nicht im Zolltarif, und so müssen sich die Ausführungsbestimmungen an den Begriff Malzgerste anlehnen. Ich kann dem Bundesrat nicht das Recht zu- sprechen, auf dem Wege der Ausführungsbestimmungen sich über den klar ausgesprochenen Willen des Gesetzgebers hinwegzusehen. (Sehr wahr!) Die Ausführungsbestimmungen des Bundesrats tragen weder den Reichsfinanzen noch dem Schutzbedürfnis des einheimischen Eerstenbaus Rechnung. Daß der Reichskanzler von den jetzt vorliegenden Zollhinterziehungen keine Kenntnis habe, kann ich nicht annehmen. Dem Reichsschatzamt ist von diesen Dingen schon vor mehreren Monaten privatim Mitteilung gemacht. Jetzt geht die Gerste donauabwärts und kommt in Hamburg herein. (Hört! Hört!) Jetzt werden der Rcichskasse Millionen vorent- haltcn. (Sehr richtig!) Unter dem Druck dieser Verhältnisse leidet namentlich unser heimischer Gerstenbau, der jetzt schlechter daran ist als unter dem früheren Zolltarif. (Sehr wahr!) Was ist übrigens bei den Verhandlungen mit Oesterreich herausgekommen? Unsere Forderungen sind keine einseitig agrarische. Die Handelskammer von Metz hat dasselbe Verlangen geäußert und die Handelskammer von München, Regensburg u. a. sind gefolgt. Hier soll der Süden Deutschlands für den Nordosten geopfert werden. (Lebh. Beifall im Zentrum und rechts.)
Zur Beantwortung der Interpellation bemerkt:
Staatssekretär Frhr. v. Stengel: Die Interpellation berührt ohne Zweifel eine der größten Schwierigkeiten, mit denen die Zollverwaltung Lei der Ausführungen des neuen Zolltarifs belastet worden ist. Ich freue mich aber, die Sachlage von einer anderen Seite beleuchten zu können als der Herr Vorredner. Nach der Auffassung des Interpellanten findet die Verwendung von Gerste, für welche nur der niedrige Zollsatz von 1,30 Mark entrichtet worden ist, zu Zwecken statt, für welche der Zolltarif eine Zollbelastung von 4 Mark vorgeichrieben hat, nach zwei Richtungen hin statt: einmal mit Zustimmung der Bundesregierung bei der Brennereigerste, dann gegen den Willen der Verwaltungsbehörden insofern, als die als Futtergerste eingeführte Gerste etwa nach Reinigung von minderwertigen Bestandteilen schließlich als Braugerste verwendet wird. Die erste Bemängelung hängt mit der Streitfrage zusammen, was als Malzgerste und was als Futtergerste zu betrachten ist. Es ist zu unterscheiden zwischen Malz- oerste und anderer Gerste, und wenn die andere Gerste vielfach nur als Futtergerste bezeichnet wird, so ist das auch hier pars pro toto gemeint. Redner sucht dies auf Grund von früheren Aeußerungen einzelner Regierungsvertreter nachzuweisen. Die Auffassung, daß nicht nur die Braugerste, sondern auch die Brenngerste dem höheren Zollsatz unterliegt, ist auch deshalb nicht haltbar, weil die Brenngerste von Fvttergerste im allgemeinen nicht unterscheidbar ist. Jede Gerste, die sich zu Brauzwccken geeignet darsiellt, zahlt 4 Mark ohne Rücksicht darauf, was nachher mit ihr gemacht wird. Das ist auch der Standpunkt, den unsere Gerstenzollverwaltung eingenommen hat. Was die angeblichen Einfallstore am Rhein und an der Elbe betrifft, b Laben die Reichskontrollbeamten in Köln, Hamburg und Bremen erklärt, es liege kein Anhalt dafür vor, daß in der Tat in größerem Umfange Gerste zu 1,30 Mark eingeführt und nachher als Braugerste verwendet werde. Man verkenne auch nickt, daß der Bedarf unserer Brennereien vorwiegend durch di« inländische Gerste gedeckt wird. Die Verwaltung ist ernstlich bemüht, alles zu tun zur strikten Durchführung des Zolltarifgesetzes, und zur strikten Wahrung der hier einander . aeaenüberstehenden heimischen Interessen. Was
die Denaturierungsordnung betrifft, so halte« wir das gegenwärtige Verfahren für verbesserungsfähig, obwohl es sich im allgemeinen bewährt hat; für Fingerzeige in dieser Richtung werden wir dankbar sein.
Das Haus beschließt die Besprechung der Interpellation.
Abg. S ü d e k u m (Soz.) meint, es habe sich bei Schaffung des neuen Zolltarifs nur darum gehandelt, die im Werte höherstehende Braumalzgerste höher zu verzollen. Redner ist mit den Ausführungen des Staatssekretärs einverstanden.
Abg. Dr. P a a s ch e (nl.) betont, die heutige Erklärung des Staatssekretärs stimme mit den maßgebenden früheren Erklärungen vom Regierungstische nicht überein, es müsse sich die Denaturierung aller Gerste ermöglichen lassen, die Anspruch darauf erhebt, zu dem niedrigen Zollsätze von 1,30 Mark in unser Zollgebiet zu gelangen.
Preußischer Finanzminister von Rheinbaben: Die von mir erlassene und viel angegriffene Verfügung hängt mit der Frage zusammen, ob Brenngerste dem höheren Zollsätze unterliegt. Ich habe mich dabei lediglich an die Zollverordnung des Reichsschatzamtes gehalten. Auch ich gebe zu bedenken, daß zu Brennzwecken überwiegend inländische Gerste verwendet wird. Ein Unterschied zwischen Brenngerste und Futtergerste ist nicht möglich. Steuerhinterziehungen in so großem Umfange find nicht vorgekomnten. Die Vorschläge auf eine neue Denaturierungsmethode werden wir sorgfältig prüfen.
Abg. Hufnagel (Kons.) (schwer verständlich) findet trotz der Erklärung der Regierungs- vertreter die starke Zunahme der Futtergersteneinfuhr sehr auffällig.
Abg. G o t h e i n (ft. Dgg.) meint, der Import sei durch den neuen Zolltarif schon genug erschwert. Die Eerstenzollordnung dürfe nicht noch weiter erschwert werden.
Abg. Stauffer (wirtsch. Vgg.): Gerste hat nur wenig Nährwert, komme also als Futtermittel nur wenig in Betracht. Abg. Eüdekum bemängelte, daß die Eerstenzollinterpellation der Fleischteuerungsinterpellation vorausgegangen ist. Unter meinen Freunden schweben schon Erwägungen, ob nicht folgende Interpellation einzubringen sei: Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um dem fortwährende« Fallen der Fleischpreise Einhalt zu tun? (Heiterkeit.) Die Eerstenzollordnung wird den berechtigten Wünschen der Landwirtschaft nicht gerecht. Politische Freundschaft darf nicht durch Zugeständnisse auf wirtschaftlichem Gebiete ein- gekauft werden.
Abg. Eamp (Rp.) empfiehlt dem Abg. Eothein, mit seinen landwirtschaftlichen Wählern engere Fühlung zu suchen. Die Vertreter der Negierungen irren mit dem Abg. Eothein in der Annahme, Braugerste sei teurer als Malz- gerste. Die Ausführungen des preußischen Finanzministers haben mich einigermaßen befriedigt.
Abg. Kohl (Ztr.) rügt, daß sich nicht auch bayerische, württembergische und badische Bun- desratsbevollmächtigte der Bedeutung der Ange- legenheit entsprechend an der Erörterung betet-; ligt haben. ,
Staatssekretär Frhr. v. Stengel erklärt gegenüber einem Aufsatze des Abg. Cosel, maßgebend für die Stellungnahme des Bundesrats sei nicht eine unverbindliche private Aeußerung eines Regierungskommissars, sondern die in den Sitzungen im Namen des Bundesrats abgegebenen Erklärungen.
Ausland.
* Ein nihilistischer „Scherz". St. Petersburg, 6. Dezember. Kurz nach dem Attentat auf den Polizeibcamten Scheremetew wurde seiner Frau ein Paket zugestellt, das einen Dolch enthielt mit d-'r Aufschrift: Dem Organisator des Bjelostoker. Pogroms zur Erinnerung! und dem Namenszug des itn Mai ermordeten Admirals Kusmitsch?
* Di« Botschaft des Präsident«« Roosevelt. In der Botschaft, mit welcher, wie schon mitgeteilt, der Kongreß eröffnet wurde, gibt Präsident Roosevelt zunächst eine programmatische Erörterung innerpolitisch-r Fragen, aus der Folgendes hervorgehoben sei. Die Botschaft empfiehlt die gesetzliche Zurückhaltung aller noch nicht besiedelten kohlenhaltigen Ländereien als Staatseigentum. Der Erlaß eines Gesetzes zur Herstellung einer vollständigeren Kontrolle über die Korporationen (Trusts) sei unerläßlich. Die Botschaft befür-