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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkain-

______________________ Sontttaaob-ilaaer Jlktttrirtes Esvntsasblatt. *

Zweites Blau

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werk errichtet werden

Am Samstag, Sonntag

urch den hiesigen Krieger-

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eröffnete der Ee- vergangenen Sonn- vollständig ausver- des Bahnhofshotel.

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ErSnberg, r. Dez und heute fanden

verein Kriegerfestspiele unter Leitung des Di­rektors Fiorki aus Berlin in der Turnhalle statt. Bor den Vorstellungen, die als lebende Bilder dargestellt werden, erwähnen wir nur: Der

lichkeiten in unserer Stadt sangvereinConcordia" am tag mit einem Konzert bei laustem Hause im Saale Das reichhaltige und sehr

de- einzige Ausweg aus unerträglichen Berhält- nissen."

Was Sie wünschen, widerspricht aber zu sehr den Traditionen Ihres Hauses, Komteß. Ihre Mutter darf Ihnen vielleicht nicht erlau­ben, was Sie wünschen, selbst wenn es Ihren eigenen Lebensanfichten entspräche, was, wie Eie wissen, nicht der Fall ist."

Darf nicht erlauben? Was ich zu tun be­absichtige, kann keiner, auch der vornehmsten Familie nicht, zur Unehre gereichen. Es gibt manches andere, das aus diesem Grunde vermie­den werden sollte, und über das man doch hin­wegsieht, sobald es nur von einem glänzenden Schein umgeben ist."

Ein einzelner, Komtetz, kämpft schwer gegen überlieferte Vorurteile. Gewiß, es könnte man­ches anders in der Welt sein, aber Sie werden es nicht ändern und verbittern sich und Ihrer Mutter nur das Leben, wenn Sie auf Ihrem Willen bestehen."

Aber ich kann nicht anders," kam es leise von Giselas Lippen.Wenn Sie etwa im Auf­trage meiner Mutter mit mir gesprochen baben, Fräulein Herrenburg, so wiederholen Sie ihr die Worte: Ich kann nicht anders! Sie wird, sie mutz das verstehen. Und nun, ich glaube, die Zeit ist verflossen, die ich für die Sitzung be­stimmt habe, beurlauben Sie mich!"

Und mit auffallend kaltem Gruße verließ sie das Atelier. Marga starrte ihr eine Weile ganz fassungslos nach.

Sie hatte so fest auf den Erfolg ihrer Worte gerechnet, oder doch wenigstens auf ein Näher­treten des jungen Mädchens, das ihr erlaubte, auf eine spätere Einwirkung zu hoffen. Nun war das alles gescheitert, sie war abgewiesen, gänzlich abgewiescn. Diesmal hatte ihr Stern versagt, sie hatte nichts, rein gar nichts erreicht. Aber lag das eigentlich nicht auch ihrer Sphäre des Könnens fern? Dieser eine Fehlschlag durste sie keineswegs entmutigen. Nach anderer Rick-

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£ Ginseldorf, 5. Dez. Wie leicht man um seine Sachen kommen kann, beweist folgender Vorfall. Ein hiesiger Einwohner ließ ein Schwein schlachten. Als der Metzger gerade mit dem Wurstmachen beginnen wollte, wurde er abgerufen, um eine dem Verenden nahe Kuh zu töten und ihr das Fell abzuziehen-. Der Metzger .entsprach dem Ersuchen, kehrte nachher zurück und machte die Wurst fertig. Der Besitzer freute sich über seine schönen Würste, aber o weh! Nachdem sich herausgestellt, daß die Kuh Milz- ,brand hatte, wurde nicht nur, wie bereits ge­meldet, die Kuh vor einigen Tagen verbrannt, sondern eS mutzten auch die Würste, die nach den ^Arbeiten an der Kuh von dem Metzger verfer- itigt waren, und die benutzten Messer den Flam- tnen übergeben werden. Es wurden dadurch ca. 70 Pfund Wurst vernichtet.

! . [] Kirchhain, 4. Dez. Man schreibt uns: Den Neigen der diesjährigen Herbst- und Winterfest-

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Ber-nijchtes.

Das gerettet« Buch. Eine Feuersbrunst brach jüngst in dem Ankleidezimmer des amerikani­schen Francis Wilson in Newyork, während der Künstler zwischen zwei Atten ein wenig aus- ruhte, aus. Francis Wilson ist nicht nur einer der besten Schauspieler schreibt die Londoner Tribüne", sondern auch ein großer Bücher­freund. Als das Feuer aufflammte, hatte er gerade eine große Anzahl Bücher um sich auf- gehäuft; in seiner Angst und Aufregung fragt«

und zeigte, daß er ein tüchtiger und sich den Sängern anpassender Begleiter auf dem Klavier ist. Auch bei dem darauffolgenden Valle herrschte eine heitere ungetrübte Stimmung bis zum frühen Morgen.

V Böhl, 4. Dez. In letzter Zeit tritt in hie­siger Gegend wieder Schwarzwild auf und richtet großen Schaden an. Da kein Schnee liegt, kön­nen leider keine erfolgreichen Jagden gemacht werden. Dem Schmiedemeister Höbe! in Harbs­hausen gelang es aber, innerhalb einer Woche auf dem Nachtanstand 3 Sauen zu erlegen.

Ziegenhain, 3. Dez. Aus einem Briefe unse­res Reichstags-Abgeordneten v. Liebermann an einen Einwohner unserer Stadt wird folgende Stelle mitgeteilt: Ich erfahre erst durch Sie, daß die böswillige Verleumdung, die ein Casseler Blatt vor einiger Zeit gegen mich verübte, auch im Kreise Ziegenhain Verbreitung gefunden hat. Ich hoffe, meine Wähler in der Schwalm haben mich in den 20 Jahren, die wir zusam- mcngehören, ausreichend kennen gelernt und werden ihrem alten Abgeordneten nicht zu­trauen, daß er seine treuen Wähler beschimpft. Gegen die Verleumder habe ich die Hilfe der Staatsanwaltschaft angerufen und hoffe, datz das Gericht auf eins empfindliche Strafe er­kennen wird.

Solch ein Fleiß ist rührend, Schatz. Was würde wohl unser Stanislaus dazu sagen, wenn er so angespannt arbeiten sollte? Der drückt sich jetzt schon gern vor dem Tanzen, da ihm das zu viel Arbeit macht, steht morgens um elf Uhr auf, wie mir Baron GSza erzählte, liest dann höchstens eine Zeituna. durchfliegt sie vielmehr, um doch nicht ganz dumm in der Welt dazu­stehen, reitet vielleicht eine halbe Stunde im Tattersall und treibt sich dann, bis er bei uns speist, unter den Linden umher, sitzt bei Bauer oder Kanzler und langweilt sich. Ja, ja, das mutz ein Ende nehmen, er muß in Berlin Schluß machen und auf seine Güter gehen, muß sich eine Familie gründen, er verbummelt sonst gar und ganz. Doch wir kommen von unserem Thema ab. Wie fanden Sie Ihre Mutter?"

Ein wenig stiller als sonst, doch im ganze» unverändert."

Und ihre Augen?"

Sind vollständig erloschen. Sie siebt gar nichts mehr."

Wissen S', Marga," rief die Gräfin,bas hielte ich wirklich nicht aus. Dem hätte ich längst ein Ende gemacht. Dann doch lieber tot sein."

Sie trägt es bewunderungswürdig," sagte Marga, und ging rasch auf ein anderes Thema über. Ihr war es stets etwas unbehaglich zu­mute, von der Mutter zu sprechen, da sie es nicht verhindern konnte, sich dieser sanften Dulden» gegenüber ein wenig klein zu fühlen. Und sie war doch so beglückt in dem Bewußtsein, dem Ruhm entgegenzusttebe^. Was war ihre be­scheidene Mutter gegen die große Künstlerin, als die sie sich im Geiste sah, wer wußte etwas von ihr, wer sprach von ihr? Und doch, es war etwas um dieses durch Schmerz errungene edle Menschentum, was sie nicht ganz aus ihrem Empfinden auslöschen konnte, so gern sie es auch wollte.

(Fortsetzung folgt.)

Erscheint wöchentlich siebe« «al.

Druck und Verlag' Joh. klug. Koch, UmversitätS-Buchdrnckerel 41» StoBtÄ* Marburg, Markt 21. - Telephon 55. V ö

Marburg

Freitag, 7. Dezember 1906

Das Aboaaemsat auf dieOberheMfche Zeitung", das ^rötzte, meistgelesenste «nd weit- verbrritetste Blatt MsrbnrgS «nd zder Umgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.

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Hessen-Nassan rmd NachbarsMrte.

Bom Vogelsberg, 4. Dez. Die ..Ohmtal- Basaltwerke", die erst im Frühjahr bei Orten­berg (Nidder) ein großes Vasaltwerk eröffneten, haben vor kurzem von der Gemeinde Hartmanns- hain für 10 000 <M. einen großen Basaltbruch ge­kauft. Im nächsten Jahre soll hier ein Vasalt-

, , geschmackvolle Pro­gramm wurde in der exattesten Weise abge- wickelt. Die Männerchöre, ausnahmsweise prächtige Lieder, zeigten so recht, daß der Ver­ein unter seinen Mitgliedern eine Reihe gut ge­schulter Stimmen besitzt und daß es für die Sän­ger eine Freuds ist, unter der sicheren und ge­wandten Leitung ihres Dirigenten Herrn Reiß­mann zu singen. Von den Solisten des Abenos ernteten und verdienten den reichen Beifall Herr Eichmann (Violine), welcher sich als Künstler auf seinem Instrument zeigte, und Herr Rindt (Bariton), welcher namentlich die Schumann- schenGrenadiere" und in demZerbrochenen Ringlein" viel Verständnis und Gefühl zeigte. Diesem schloß sich Herr Müller, welcher die Be­gleitung der Solisten unternahm, würdig an

nunmehr sowohl Hausbesitzer wie auch Mieter daran beitragen sollen, mit 1 Prozent der Miet« bezw. der Mietswerte ihrer Wohnungs- und Geschäftsräume; Mieten unter 300 Mark sollen gebührenfrei bleiben. Bei der lebhaften, ein­gehenden Aussprache über diese Steuervorlagen, gelangte zum Ausdruck, daß eine weitere beson­dere Besteuerung des seßhaften Eewerbestandes abzulehnen sei. Es wurde betont, daß die mei­sten Handwerker, wie Schlosser, Schmiede, Metz­ger rc. rc. ihres Gewerbebetriebes halber, ge­nötigt feien, sich ein Haus anzuschaffen, daß di« selbständige Ausübung ihres Berufes häufig nur in einem Eigentum möglich sei. Fraglos würde aber der Erwerb eines Eigentums durch die be­absichtigten neuen Steuern und erhöhten Ab­gaben wesentlich erschwert oder gar unmöglich gemacht. Es sei insbesondere ein fundamentaler Irrtum, zu glauben, daß der Verkäufer dies« Lasten trage. Dieselben müsse stets der Käufer bezahlen oder sie würden ihm im Kaufpreise auf­gerechnet. Weiter wurde auf die bereits be­stehende doppelte Belastung der hausbefitzevd--n Gewerbetreibenden durch die Grundsteuer hin wiesen. Oft sind diese Häuser so hoch hypothe­karisch belastet, daß dem Gewerbetreibenden, der das Haus, wie vorstehend erwähnt, quasi als Werkzeug seines Geschäfts haben muß, kein Ein­kommen daraus verbleibt, trotzdem muß er von dem gemeinen Werte des Hauses, also von seinen Schulden dem Besitze anderer, 2 Prozent Steuern zahlen. Als gerechteste Steuer wurde die Einkommensteuer bezeichnet, welche nur den­jenigen trifft, der das entsprechende Einkommen hat. Insbesondere wurde dem Ausdruck ge­geben, daß eine Verminderung des Fremden­zuzugs nach unserer schönen Stadt unb damit eine dauernde Schädigung der Gewerbetreiben­den keineswegs zu befürchten sei. Es gelangt« zum einstimmigen Beschluß, dahin zu wirken, daß statt der geplanten vorbenannten indiretten Steuern eine Erhöhung der Einkommensteuer bis 25 Prozent zur Deckung des Fehlbetrages durchgeführt werde; ferner für einen etwaige« Rest des Fehlbetrages oder für weitere finan­zielle Bedürfnisse eine Aenderung bezw. Ergän­zung des Kommunalabgabengesetzes dahin z« erstreben, daß zur Gewerbesteuer nicht nur Ge­werbe (Handwerk) und Handel, sondern die ge­samte erwerbstätige Bevölkerung, wie Rechts­anwälte, Aerzte, Zahn- und Tierärzte, Archi­tekten rc. herangezogen werden.

Abschied des Kriegers von Weib und Kind, in der Schlacht, der Heldentod, die Heimkehr rc. Es würde zu weit führen, jedes Bild einzeln zu nennen. Am Sonntag war Vorstellung für Auswärtige und man sah Leute aus der ganzen Umgegend; die Turnhalle war so überfüllt, daß viele zurückgewiesen werden mußten. Heute war Vorstellung für Kinder und es wurden »über 1400 Kinder aus Grimbergs Umgegend gezahlt. Alle Besucher find des Lobes voll über das Ge­botene. (Gieß. Anz.)

Hanau, 5. Dez. Heute morgen wurde in das Stationsgebäude der Kleinbahn zu Ravolz­hausen eingebrochen und die Stationskasse ge­stohlen. Dem bis jetzt unbekannten Dieb sollen ca. 200 in die Hände gefallen sein. Der Einbruch scheint in der Zeit zwischen 6 unb 7 Uhr verübt worden zu sein, als bei Stations­verwalter in Ravolzhausen bienstlich abwesend war. Ein schrecklicher Unglücksfall mit leider tödlichem Ausgang ereignete sich heute in früher Morgenstunde in unserer Nachbargemeinde Klein-Steinheim. Gegen %6 Uhr kam das hochbeladene Vretterfuhrwerk der Holzhand- lungsfirma Noll von Eroß-Eteinheim durch die Hauptstraße in Klein-Steinheim gefahren und geriet durch eine noch nicht aufgeklärte Ursache in der Nähe bet WirtschaftZur Stadt Offen­bach" plötzlich ins Wanken. Krachend stürzte die Ladung auf den Bürgersteig und unter dem rie­sigen Gewicht wurde die gerade vorübergebende 17jährige Käthe Dahlheimer von Klein-Stein­heim begraben. Das unglückliche junge Mäd­chen war in Hanau - beschäftigt und befand sich auf dem Wege zu seiner Arbeitsstelle. Selbst­verständlich wurden sofort die größten Anstren­gungen gemacht, die Verschüttete zu befreien, doch war keine Rettung möglich. Die Unglück­liche verschied unter den Händen desjenigen, der sie herausgebracht hatte. (Han. Anz.)

Wiesbaden, 4. Dez. Der hiesige Jnnungs- ausschuß hielt kürzlich eine stark besuchte Sitzung im Hotel Jtfnion ab.. Aus der anregenden Tagung ist besonders die Beratung bezw. Stell­ungnahme zu den städtischen Steuerprojekten hervorzuheben. Das Referat hierüber hatte Stadtverordneter Kammersekretär Schroeder übernommen. Derselbe berichtete, daß das städ­tische Budget infolge der verschiedenartigsten be­deutenden Aufwendungen für Schulen, Kranken­haus, Schuldentilgung rc. einen Steuerbedarf von co. 850 000 <«. ausweife. Der Magistrat schlägt zur Deckung dieses Fehlbetrages bet Stadtvetoidnetenvetsammlung folgende neuen Steuern vor: 1. Erhöhung bet Umsatzsteuer von iy2 auf 2 Prozent; 2. Einführung einer soge­nannten Wertzuwachssteuer. Besteuerung des Verdienstes an bebauten oder unbebauten Grundstücken. Die Steuersätze schwanken zwi­schen 5 unb 25 Prozent, bei einem Besitze von höchstens 20 Jahren; bei längerer Vesitzzeit soll die Steuer vom gemeinen Werte des Objekts, von 2 bis 6 Prozent steigend, erhoben werden; 3. sollen die Gebühren für die Kehrrichtabfuhr erhöht und neu verteilt werden, dergestalt, daß

tung wollte sie den Sieg erringen, würde sie ihn erringen.

Kurz entschlossen klingelte sie bet Jungfer unb ließ bei bet Giäfin anftagen, ob sie dieselbe spiechen könne. Diese muß sofoit das Resultat ihrei Bemühungen erfahren. Wußte sie doch, wie sehr sie darauf wartete.

Die Gräfin ließ bitten.

Marga traf sie noch im Ankleidezimmer. Sie hatte eben das Bett verlassen und bet Friseur war bei ihr, bas üppige, dunkle Haar zu ordnen. Noch floß es wie eine Welle über den mit kost­baren Spitzen besetzten Frisiermantel herab, unb als sie beim Eintritt Margas ihr aus bem sie umwallenden herrlichen Schmuck heraus bas klassisch schöne Gesicht mit ben buntlen, flammen­den Augensternen zuwandte, da kam es unwill­kürlich über Margas Lippen:

So hätten Sie mir sitzen sollen, so! Ein Bild, wie ich mir kein schöneres denken kann."

Schmeicheleien," lächelte die Gräfin. Wenn man so etwas nach einer durchschwärmten Nacht hört, die man noch in ben Gliedern spürt, dann kann man wirklich nicht so alt sein. Aber, was bringen Sie, Schatz?"

Marga warf einen bezeichnenden Blick auf ben Friseur, bann sagte sie leichthin:

Ich wollte mich nur nach Ihrem Befinden erkundigen, da ich eine Pause im Malen ge­macht habe. Komteß hatte heule die Güte, mir zu fitzen."

Der Gräfin Augen nahmen sogleich einen anderen Ausdruck an, alle Freundlichkeit schwand aus ihrem Antlitz.

Setzen Sie sich denn ein wenig zu mir unb plaudern wir. Haben Sie den freien Abend be­nutzt und Ihre Eltern besucht? Und was macht Ihr Schützling, der junge Berger? Ich sah ihn lange nicht, ich glaube, er hat meine letzte Einladung abgelehnt."

Et ist so stark mit seiner Preisarbeit be­schäftigt, datz er auch gestern mit uns nur sehr kurre Zeit beisammen sein konnte."

;22 lNachdruck verboten.),

Ueber alles die Kunst.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung).

Ich fjab^eine Neigung, mich jetzt schon zu hmden," entgegnete sie in entschiedenem Tone, bei jede Gegenrede zu verbieten schien. Den­noch wagte Marga eine solche.

Und doch glaubte ich, Komtetz, datz Sie sich erst glücklich fühlen werden, wenn Sie einen be­stimmten Wirkungskreis und die Gelegenheit ge- r funden haben, für andere unb nicht allein für sich zu sorgen."

Um Giselas Lippen zuckte es bittet:

k 1Halten Sie mich für so egoistisch, daß ich nur deshalb nicht heiraten mag, weil ich bann auch für andere sorgen müßte? Nein, Fräulein Het- tenburg, Sie sind selbst doch noch jung genug, f- um zu wissen, datz jedes Mädchen nur den hei­raten mag, ben es liebt. Ich aber liebe Stanis- las Kaminski nicht. Und bann, ich glaube über­haupt nicht, daß ich heiraten werde."

Das wäre ein großes Unglück für Sie.

Warum ein Unglück für mich? Ich habe zu leben, wie Sie wissen. Und ich habe mir auch ein Ziel vorgesetzt, nach dem ich strebe, wenn ich mich auch nicht zu ben auserwählten Naturen t rechne wie Sie!

q Marga fühlte ben Stich, aber sie hütete sich, v- zu zeigen, daß er getroffen. Nur etwas schärfer int Ton erwiderte sie bann:

sIch glaube Ihnen leibet voraussagen zu können, daß Sie btefes Ziel nicht erreichen werden.

Sind Sie etwa davon unterrichtet, welches Ziel ich im Auge habe?

Ja, Ihrs Frau Mutter sprach mit davon, weil die Eröffnung, die Sie ihr darüber ge­macht haben, ihr Schmerz bereitete."

Das bebaute ich, aber meine Mutter täte Hessen meinen Wünschen nachzugeben. Es ist

Marburg und Umgrgend.

IsNachdruck aller Origlnalartikel ist gemäß § 18 beJ Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberheff. gtg. gestattet»

Marburg, 6. Dezbr.

* / Wrihnachtsverkehr. Mit Rücksicht auf ben gesteigerten Güterverkehr zur Weihnachtszeit und in Anbetracht bes Umstanbes, baß am 25. unb 26. Dezember gleichwie an allen Sonn- unb Feiertagen Frachtgüter überhaupt nicht unb Eilgüter nur an ben bem Hauptgottesdienst vorangehenden 2 Stunden ausgeliefert werden, empfiehlt cs sich, zur Sicherstellung der recht­zeitigen Auslieferung der Weihnachtssendungen dieselben tunlichst längere Zeit vorher zur Aus­lieferung zu bringen.

* Vaterländischer Frauenverein. Oberarzt Dt. Henking hat sich bereit erklärt, im Hörsaale der chirurgischen Klinik, welchen Geheimrat Küster dem Verein freundlichst zur Verfügung stellte, einen theoretischen und praktischen Kurs zur Ausbildung von Samaritinnen abzuhalten. Dieser Kurs würde zugleich zu einer festen Grundlage für weitere Ausbildung zu beruf­licher Kranken- und Wochenpflege dienen kön­nen. Das Nähere ergeben die Anzeigen.

Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpÄition 2 IM 286 ... ber allen Postämtern 2,25 Mk. (qcL Bestellgeld).

Ä Insertiousgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 M.

___________. Reclamen: die Zeile 30 Pfg.