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Zweites Blatt

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck mtb Verlag' Joh. Äug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei 41« Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SormLaas-eUaae: JüttttrirteA SsuEasSrst4.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 MH,

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Mittwoch, S. Dezember 1906.

Das Abonnement jmf dieOberhesfifche Zeitung", das größte, meistgelesenste und weit« perlrreiLeiste Blatt Marlrurgs «ud ter Umgegend kostet vierteljährlich nur jB.25 Mk. Inserate Haden besten Erfolg.

Uncle Sam wahrt sein Hausrecht.

Die wahren Ursachen der antijapanischen Strömung in Kalifornien enthüllt der soeben herausgegebene Bericht des Arbeitsamtes dieses Unionstaates, indem er sagt:

Das Eindringen der Japaner in viele Industrien, ihre Frugalität, ihr Ehrgeiz und ihr Mangel an geschäftlicher Moral machen ste noch gefährlicher, als selbst dis Chinesen." Nun ist es den Kaliforniern gelungen, durch die Ausschließungsgesstze die Zahl der Chinesen von 75 218 im Jahre 1880 auf 45 753 im Jahre 1500 herunterzubringen, mit dem bloßen Re­sultat, daß an die Stelle der Chinesen die Japa­ner getreten sind, von denen es bereits einige 175 000 in San Franzisko und entlang der Küste igibt. Während aber dis Chinesen nur Arbeiter der niedrigsten Klasse lieferten, gibt es jetzt in -Kalifornien nicht nur japanische'Arbeiter, son­dern auch japanische Unternehmer, namentlich Gemüse- und Obstgärtner, Gastwirte und der­gleichen. Manche davon haben es zum Wohl- 'stand gebracht, leben im Stile wohlhabender ,Amtzrilaner und streben die Einbürgerung an. -"Das Sträuben der Kalifornier, dies zu ge­statten, wird man gewiß allenthalben als eine berechtigte Abwehr unerwünschter Eindringlinge ansehen! Wenn es aber dem deutschen Michel einmal beifallen sollte, die deutschen Grenzen gegen mißliebige Zuwanderer aus der sarmati- schen Tiefebene oder sonstwoher zu schließen, wird sofort in der Presse ein gewaltiges Geschrei über deutsche Härte und Unduldsamkeit erhoben. Und solch Gezeter, das sich wie" ein Hohn auf den deutschen Idealismus ausnimmt, pflegt selten ohne Wirkung zu bleiben: denn der chute Michel ist Gefühlsmensch und Ecfühlpoli- -tikus, der nur allzuleicht geneigt ist, etwas von jseinen Rechten aufzugeben, wenn sein Mitleid erregt wird. Aber wahrlich, es könnte nichts schaden, wenn wir uns etwas amerikanische Härte im Verkehr mit dem Auslande angewöh- nen wollten!

Zum Falle Voigt.

Prof. v. Hippel-Göttingen schreibt zu her eben beendeten KöpenickerAffaire in derDeutschen Juristcnzeitung" über die Aufenthaltsbeschränkungen bestrafter Personen:

Während wir uns" so schrieb ich vor eini­gen Monaten in dieser Frageeinerseits be- Mühen, dem Entlassenen zu helfen, haben wir andererseits Gesetzesbestimmungen geschaffen und bisher aufrecht erhalten, welche solche Hilfe ur erheblichem Maße erschweren. Es sind dies die nach dem Freizügigkeitsgesetz von 1867 § 3 zulässigen Aufenthaltsbeschränkungen bestrafter Personen. Eie sollten ein Schutzmittel für die Gesellschaft gegenüber Verbrechern bilden. Als solche find sie heute entweder ganz entbehrlich oder zum mindesten weitgehender Einschränkung fähig. Dagegen wirken diese Vorschriften in praxi oft in geradezu verhängnisvoller Weise als schweres Hindernis für das ehrliche Fort­kommen des Entlassenen. Ich erneuere deshalb die von mir bereits früher ausgestellte Forde­rung: Beseitigung aller Aufenthaltsbeschränkun­gen bestrafter^ Personen, soweit dieselben dem ehrlichen Fortkommen derselben hindernd im Wege stehen! Denn solche Schranken sind anstatt eines Schutztitsls für die Gesellschaft ein Mit­tel zur Heranbildung dos Eemohnhcttsver- brschsrtums." Diesen Ausführungen möchte ich heute nur folgendes hinzufügen. Es wäre mög­lich, daß Voigt nicht auf Grund des Freizügig- teitsaesetzes aus Mecklenburg ausgewiesen, son­dern nur auf Grund der Polizeiaufsicht (St. E. B. § 39 Nr. 1) ihm der Aufenthaltan ein­zelnen bestimmten Orten" (Wismar) untersagt worden wäre. Auch dann würde ich an meiner Kritik nichts zu ändern haben. Sie ist für borde Eventualitäten gleichermaßen zutreffend. Die ganze Frage der Aufenthaltsbeschränkungen be­strafter Personen aber sei hiermit der Fürsorge des Gesetzgebers dringend empfohlen. Das Wohl der Gesamtheit wie die Rücksicht auf viele Be­strafte, welche unter dem heutigen Nechtszu- stande schwer zu leiden haben, fordern gebie­terisch eine baldige befriedigende Neuordnung Meles riickständisen Gebietes. Und da es sich hier

um eine spruchreife Spezialfrage handelt, so ist es nicht notwendig, bis zur Gesamtreform des Strafrechts mit der Erledigung zu warten."

Das Urteil der Richter in diesem Prozeß nimmt ja auch auf diese Verhältnisse Rücksicht.

Hessen-Na-sau und KÄHLargeLrete.

Cassel, 2. Dez. Ein Unfall ereignete sich am Sonnabend Nachmittag im Stadtteil Betten­hausen. In den Maschinensaal eines dort ge­legenem Fabrikgeschäfts hatte sich ein kleines, etwa sechsjähriges Mädchen eingeschlichen, dessen Eltern in der Nähe der Fabrikanlage wohnen und überzeugte sich damit, die in Bewegung be­findlichen Maschinen recht genau in Augen­schein zu nehmen. Dabei legte es seine Händchen auf die Unterlagsplatte einer Schneidemaschine, einen Augenblick nur, aber doch lange genug, um das Schneidemesser herniederfahren zu lasten und dem Kind den Zeigefinger der einen Hand glatt am Knöchel abzuschneiden. Man kann sich den Schrecken der Arbeiter denken, die, in ihre Beschäftigung vertieft, die Anwesenheit des Kindes gar nicht wahrgenommen hatten, als das kleine Wesen plötzlich laut zu schreien be­gann und die verkrüppelte Hand ihnen ent­gegenhielt.

Niederelsungen, 1. Dez. Das kleine Töchter­chen eines hiesigen Schreinermeisters kam dem Herdfeuer zu nahe und erlitt solche schwere Brandwunden, daß es im Krankenhause leider daran hat sterben müsten.

Niederaula (Kr. Hersfeld), 30. Nov. In dem Dörfchen Allendorf hat gestern Nachmittag ein ziemlich bedeutendes Feuer gewütet, dem ein Wohnhaus, Scheune und Stallung zum Opfer gefallen find. Auch ein angrenzendes Gebäude wurde beschädigt. Die aus den Nachbarorten herbeigeeilten Feuerwehren hatten tüchtig zu schaffen, um den Brand auf seinen Herd zu be­schränken. Das Vieh konnte gerettet werden und ist dies hauptsächlich einem in dem nahegelege­nen Kirchheim stationierten Postboten zu ver­danken, der aus seinem Bestellgang den Brand zuerst bemerkte.

Fulda, 28. Nov. Die 39. Jahresversamm­lung der Israelitischen Lehrerkonferenz Hestens findet am 1. Januar 1907 im Ballhause dahier statt. Referate haben die Herren Neuhaus- Fritzlar und Psrlstein-Gudensberg übernommen.

Eelnhaufsn, 30. Nov. In einer heute mittag abgehaltenen außerordentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde der neu- gewählte Bürgermeister Dr. Schmidt in sein Amt eingeführt.

Hanau, 2. Dez. Ein verheirateter Lehrer, Vater von 5 Kindern, wurde in Untersuchungs­haft genommen, da ihm zur Last gelegt wird, sich an 12- bis 14jährigen Mädchen (Schülerin­nen) vergangen zu haben, indem er gegen die Sittlichkeit verstoßende Handlungen mit ihnen vorgenommen haben soll. Der Lehrer, Simon mit Namen, wirkte in der Mädchenvolksschule.

Erndtebrück, 29. Nov. Einen richtigen Schild­bürgerstreich vollführte am verflossenen Sams­tag ein Mann aus Weidenau. Derselbe glaubt, in einer Teilungssache eine Forderung an seinen hier wohnenden Bruder zu haben. Statt nun seine angebliche Forderung geltend zu machen, setzte sich der gute Mann mit noch einem Helfers­helfer in den Zug, fährt nach Erndtebrück und holt dem Bruder ohne weiteres die Kuh aus dem Stalle, diese mit sich fortführend. Die ge­ängstigte Ehefrau des abwesenden Besitzers eilt nun zum Gemeindevorsteher, der sich auch sofort um die Wiedererlangung der Kuh bemühte. Aber die Kuh war in größter Eile fortgeschafft worden. Inzwischen hatte aber ein Radfahrer den auf der Bergerschen Fabrik beschäftigten Besitzer der Kuh benachrichtigt, der sich nun so­fort auf die Verfolgung des Diebes begab. Er entdeckte diesen schon hoch oben auf der Höhe, auf dem Wege nach Hilchenbach, weit ab von Erndtebrück. Als er den Mann und seinen Hel­fer, die das hochträchtige Tier zu größter Eile antrieben, erreicht hatten, entspann sich ein hef­tiger Kampf um die Kuh. Nur durch das Hin- zukommen des Gemeindevorstehers und einiger anderer Personen sah sich der Dieb veranlaßt, die Kuh freizulasten und sich schleunigst in die Büsche zu schlagen. Die Sache ist bereits der Staatsanwaltschaft angezeigt und wird für die Beteiligten ein böses Nachspiel haben.

Vermischtes.

I a st r o w, 3. Dez. Die älteste Einwohnerin unserer Stadt, Witwe Coni, ist im Alter von 100 Jahren gestorben.

Rewyork, 29. Nov. Rockefeller als Zoll- defraudant, das ist das Gesprächsthema, welche» weite Kreise der Gesellschaft beschäftigt. William Rockefeller, der Sohn des Petroleumskönigs und einer der Leiter des Petroleumstrusts, scheint für sich selbst die schönen Lehren nicht zu be- berzigen. die er in der von ihm geleiteten Sonn­

tagsschule predigt. Er ist auf folgende Weise in den Verdacht der Zolldefraudation geraten: Während dieses Sommers ließ er feine Gattin und seine zwei Töchter in München von Kaul­bach malen. Vor kurzem wurden diese Gemälde von einem Pariser Kunsthändler nach Rewyork gesandt und deren Wert mit 132 000 Fr. dekla­riert. Paris aber wurde als Abgangsort des­halb gewählt, weil zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ein besonderer Vertrag Über Kunstwerke besteht und daher für solche französischen Ursprungs ein niedrigerer Zoll ge­zahlt wird. Der Newyorker Zollbehörde aber fiel es auf, daß ganze neue Porträts,von einem deutschen Künstler gemalt, aus Paris kamen, sie forschte nach und ermittelte, daß der Künstler 180 000 Jl für sein Werk erhalten hatte. Da- ranfhin mußte Rockefeller nicht allein den Zoll­satz für die größere Summe zahlen, sondern auch den höheren Satz für deutsche Kunstwerke.

Dis Wittenberger Adlerapotheke, die fast 400 Jahre, von 1520 bis zu diesem Sommer, der Familie Cranach gehörte, hat von ihren jetzigen Besitzern Wilkening und Enck einen neuen Zu­namen erhalten und ist nun in das Firmen­register mit dem DoppelnamenAdlerapotheke- Cranachhaus" eingeschrieben. Kurfürst Fried­rich der Weise zog den jungen Maler aus Kro­nach in Franken als Hofmaler an feinen Hof und bezahlte ihn fürstlich; er gab ihm ein halbes Professorengehalt,100 Gulden", sowieWinter- und Sommerkleidung auf den Leib". Bald aber wurde er notorisch der reichste Mann von Wit­tenberg. Er kaufte schon 1520 die Apotheke, die noch heute das größte Haus von Wittenberg ist, und der Kurfürst privilegierte ihm die Apotheke, obgleich Cranach gar nicht Apotheker war und et sie mit feinenKnechten" betreiben mußte, in ausgedehnter Weise. Cranach kam schnell zu Reichtum und Ebren. Er saß wiederholt in Ratsstuhl, wurde Kämmerer und 1537 gar Bürgermeister. Sein Vermögen betrug schon 1528 nach einer Eelbsteinfmähung 1405 Schock Groschen in Wittenberg; nämlich: 709 Schock oder 2000 Gulden das große Haus, bis Apotheke, 280 Schock oder 800 Gulden '-as große Haus cm Markt (jetzt dem Stadtrat Merker gehörig); 210 Schock oder 600 Gulden das Haus an der neuen Gaffe'(jetzt Tischlermeister Fuß gehörig); 52 Schock oder 200 Gulden das kleine Haus in der neuen Gasse; 53 Schock ode. 180 Gulden zwei rodemärkische Husen; 53 Schock oder 160 Gulden die Breite; 12 Schock 36 gr. ein Hof und ein Garten vor dem Elstertor; 14 Schock oder 40 Gulden Zimus Garten; 14 Schock oder 40 Gul­den die Bude hinter der Mauer; 3 Schock 30 gr., oder 10 Gulden Peigemachers Garten. Außer­dem besaß Cranach noch das Rittergut Wachs­dorf und ein Haus in Gotha. Cranach hielt dem Fürsten in rührender Weise die Treue; als er den gefangenen Fürsten nicht freibitten konnte, folgte er ihm 1547 nach Weimar, wo er am 16. Oktober 1553 gestorben ist. Bemerkenswert intereffant ist die Preissteigerung seines Hauses, das Cranach mit 2000 Gulden, die jetzi­gen Eigentümer aber mit 520 00b V. bezahlt haben.

Eine Liebestragödie. In Breslau hat der 24jährige Stud. phil. Richard Hahnfeld, aus Filehne i. K., der zuletzt in Jena studierte, auf die 38 Jahre alte Rechtsanwaltswitwe Kröllwitz ein Revolverattentat oerübt und sich dann selbst durch zwei weitere Kugeln getötet. Zu dem Vorfa.-. wird derRheinisch-Westf. Ztg." folge., des berichtet: Zwischen dem Studenten und der Witwe K., die vor mehreren Monaten von Bromberg nach Breslau verzogen war und Mut­ter von zwei erwachsenen Kindern ist, hatte feit einiger Zeit ein rein freundschaftliches Verhält­nis bestanden, das fettens des Studenten aber insofern als ernster aufgefaßt wurde, als er glaubte, es würde schließlich zu einer Heirat führen. Gelegentlich einer kürzlichen Unter­redung bezw. Aussprache z wischen beiden soll Hahnfeld auch um die Hand der Witwe K. an- gehalten haben, welcher Antrag jedoch von bet letzteren wegen des Altersunterschieds in nendster Meise zurückgewiesen wurde. Die hier­durch bedingte Lösung des Verbältniffes nahm der Student obne irgendwelche Erreoung ruhig hin, bis seine schon seit längerer Zeit überreizten Nerven ihn jetzt zu der unseligen Tat getrieben haben. Die Kopfverletzung der Frau K. ist nut leichter Natur, so daß sie bald als völlig geheilt das Krankenhaus wird verlaffen können.

Mißwirtfchaft in San Francisco, lieber die Aufshehen erregenden Unterschleife und Er- preffungsaffären, die bei der großen Hilfsaktion für die Erdbebenopfer in San Francisco aufge­deckt worden sind, berichtet der Newyorker Kor­respondent derTimes" nähere Einzelheiten: Herr Eugen Schmitz, der Bürgermeister von San Franzisko, wurde bei seiner Landung in New­york an Bord derPatrizia" von Detektivs in Empfang genommen, und es wurde ihm mitge­teilt, daß wenn et auf die Auslieferungsformo« Mitten verzichten wolle, er sofort mit Detektiv» nach Kalifornien durchreise» könne, und daß et

nicht eher formell verhaftet werden würde, bis er zu Hause angekommen sei. Mr. Schmitz und Ruef, ein San Francisco-"Botz" (politischer Füh­rer) find auf Grund mehrerer Anschuldigungen der Erpreffung angeklagt worden. Die besondere Anschuldigung gegen den Mayor ist die, daß er Geldsummen von 4000 bis 6000 Mark von Witt« Hausinhabern durch die Drohung erpreßt habe, er würde ihnen sonst die Schankkonzession ent­ziehen. Dies ist jedoch die geringste der Be­schuldigungen, die offen gegen die gegenwärtige Verwaltung von San Francicso erhoben wer­den. Wenn nur ein Viertel von dem wahr ist, was durchweg in den gesamten Zeitungen der Vereinigten Staaten gedruckt wird, so ist der Zustand in San Francisco schlimmer, als er je vor in einer Stadtverwaltung Amerika» gewesen ist. Die städtischen Beamten in San Francisco gehören alle den Arbeitergewerk­schaften an und find Kreaturen des schlauen Ruef, der vor der letzten Wahl erkannte, daß das Arbeiterprogramm Aussichten auf Erfolg (ifcen würde. Mr. Schmitz war vor einigen Jahren noch Mitglied eines Orchesters mit einem Eehatl von 160 Mark pro Woche. Männer, di« früher nur gewöbnlicbe Arbeiter waren un> gleichzeitig mit Mr. Schmitz gewählt wurden, werfen jetzt mit dem Gelbe um sich. Von Mr. Schmitz sagt man, er sei jetzt12 Millionen Matt wett". 9ie Gewerkvereine halten die Stadt bei der Kehle. Nachdem sie bei dem Erd­beben und dem Feuer feierlich versprochen haben, den Arbeitspreis nicht zu erhöhen, erpreßen sie jetzt jeden nur möglichen Pfennig von den un­glücklichen Grundbesitzern. Die Löhne sind jetzt um 50 Proz. höher als sie vor demUnglück waren. Streiks werden unter den fadenscheinigste» Vorwände,: erklärt, und die Arbeiter siegen im­mer. San Francisco ist voll von Stratzen- räubern, die fortwährend rauben und morden. Die Hotels teilen ihren Gästen mit, daß es un­sicher fei, bei Nacht über die Straße zu gehen.

Bon Whisky überflutet. In Glasgow er­eignete sich am letzten Dienstag eine seltsam« Katastrophe. Die Straßen wurden plötzlich mit warmem Whisky überflutet, und vielen Men- scheu gelang -'s nur mit Mühe, dem Ertrinken z» entfliehen. Es geschah zur Frühstücksstunde daß in den Räumen betLoch Katrine Distrllery" ein Behälter platzte und sich 120 000 bis 150 000 Gallonen varmer Flüssigkeit über den Hof und bx Kachbarftraßen ergossen, Arbeiter weg- schwemmten unb neben ben Verwundungen vie- ler auch ein Menschenleben forderten. Der Be­hälter befand sich auf einem Turm. Durch di« Schwere her Flüssigkeit barst das Mauerwett und das fallende, gewaltige Gefäß zerbrach. Alles flüchtete entsetzt. Der Spiritus, der eine Temperatur von 26 Grad hatte, wälzte sich in einer riesigen Welle auf die Straße und erhob sich zu einer solchen Höhe, daß seine Spuren am geaenüberliegenden Hause bis zum ersten Stock hinaufreichten. Die Flut fegte die in der Strafte steheden Pferde fort unb schleuderte sie gegen die Häusermauern. Die Gehilfen eines benachbarte» Bäckers muhten buchstäblich in Spiritus schwim­men, ehe sie sich zu retten vermochten. Als bei Ansturm der Flüsfigkeitsmaffen vorüber mar, konnte man ben Umfang bet Verwüstung erst abschätzen. ZwischenWagen unb Trümmern lagert jammernde Menschen. Von den Verwundete^ ist einer seinen Verletzungen erlegen. Der Scha­den ist noch nicht sestgestellt, beträgt aber Hun- , gerttausende.

Vergnügungs-Anzeiger

Uepertotr-Entwurf der grantfurte« Srodtthrater.

Echauiptethau».

Mittwoch, 5. Dez., 7 Uhr: Französischer Einakter­abend:Erziehung",Der dankbare Julien". Der gemütliche Kommiffär".

Donnestag, 6. Dez., i/28 Uhr:Das Blumenboot'.

Freitag, 7. Dez., 7 Uhr:Medea".

Samstag, 8. Dez., 7 Uhr: Französischer Einatter­abend (Siehe Mittwoch, 5. Dez).

Sonntag, 9. Dez., 3y2 Uhr:Mamsell Nitouche", 7 Uhr: Französischer Einatterabend (Siehe Mittwoch, 5. Dez).

Montag, 10. Dez., 7 Uhr:Heimat".

Keschäslltche Mitteilung.

Bei den immer höher steigenden Lebens- mittelpreifen greift die prattische Hausfrau dop­pelt gern zu bewährten Küchen-Attikeln, die ihn Geld, Zeit und Arbeit sparen helfen. In bei Tat ist sie imstanbe, z. B. mit Maggis Würz« stets eine gute, gesunde Kost auf den Tisch $* bringen, oder mit Maggis Suppenwürfeln i» kürzester Zett vorzügliche, nahrhafte Suppe« herzustellen, ohne erst teures Suppenfleisch de« Brühe wegen auszukoche». Die Preis« diese« Erzeugnisse sind immer die gl-ick moblfeilen, wiff von jcher.