Einzelbild herunterladen
 

s-

Jis. 282

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Exptditio« 2 ML, bet allen Postämtern 2,25 Mk. (,ejcL Bestellgeld). j Insertlonsgebührr die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Ptz.' __________________Reclmnen: die Zeile 30 Pfg.

Marburg

Sonntag, 2, Dezember 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, UmvcrsitätS-Buchdrnckerek 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55. vH

Zweites Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt . ' Blätter.

Rückblick.

- Während unsere schärfsten Konkurrenten auf ;bem Weltmärkte aus der Geschichte gelernt haben, daß das wirtschaftliche Gedeihen eines Volkes unzertrennlich verknüpft ist mit seiner politischen Stärke, die wiederum, nachdem die -Aufteilung des Erdballs unter eine immer kleiner werdende Anzahl von Großmächten so rasche Fortschritte gemacht hat, nicht ohne die Grundlage eines ausgedehnten Länderbefitzes denkbar erscheint, ist unser Volk in seiner Mehr­heit trotz der Mahnungen hochbedeutender Männer leider noch immer nicht zur Erkenntnis der unbedingten Notwendigkeit einer zielbewutz- ten Kolonialpolitik des deutschen Reiches durch- gcdrungen. Statt der Regierung zuzujubeln, die deutschem Fleiße und deutschem Tatendrange in fernen Zonen ein gesichertes Feld bereiten will, sucht wieder, wie so ost im Reichstage, eine kurzsichtige Opposition, die ihre Parteiinteressen höher anschlägt, als nationale Größe, die Vor­lagen zu Fall zu bringen, die dazu beitragen fallen, unsere Schutzgebiete im heißen Erdteile der Kultur zu gewinnen, auf daß ihre Boden­schätze und wirtschaftlichen Erträgnisse dem deutschen Volk zugute kommen. Auch nachdem sich die Reichsregierung entschlossen hat, einen -Vertreter der.Zingnzwelt an die Spitze des Ko- ilonialamtes zu stellen, um durch die Darlegun- !gen und Bestrebungen eines kenntnisreichen ^Fachmannes das Vertrauen der kaufmännischen ^Kreise zu gewinnen, scheint das Verständnis für die überseeische Siedelungspolitik noch immer auf die rechtsstehenden Parteien beschränkt.

Bei seinem ersten Auftreten im Reichstage mußte wenigstens Kolonialdirektor Dernburg, derneue Herr", wie ihn der Reichskanzler selbst bezeichnet hat, die Erfahrung machen, daß ihm gerade aus den Kreisen, aus denen et selbst her­vorgegangen ist, nämlich von freisinniger Seite, Widerspruch entgegenschallte. Von einem Volks­parteiler mußte er es hören, daß man wohl dem Kaufmann Dernburg, nicht aber demZukunfts- Musiker" Vertrauen entgegenbringe. Dieser Optimismus" wurde dem neuen Kolonial- direktor. allerdings in verhüllter Form, auch von dem Zentrumssprecher Dr. Schädler vor- gcworfen, der jedoch aus taktischen Gründen deutlich von seinem Fraktionsgenossen Erzberger abrückte und Herrn Dernburg ein gewisses

Marburger Altertümer Sammlung.

6. Bericht.

Zunächst müssen an dieser Stelle einige Irr­tümer richtig gestellt werden, die im 5. Berichte mit unterliefen. Es sind dort als Eeschenkgeber die Herren Schmidtmann und Maurermeister Brauer aufgeführt, während es heißen muß Kauf­mann Herdieckerhoff und Malermeister Brauer. Wir stellen dies hiermit richtig, mit der Bitte, das Versehen entschuldigen zu wollen. Im Kata- slog sind die Namen richtig verzeichnet.

Im dritten Vierteljahre 1906 stand unsere Alrertümer-Sammlung unter dem Zeichen der Ausstellung. Ueber diese Veranstaltung soll hier nicht nochmals eingehend berichtet werden, da die Tagesblätter dies während der Ausstellung in dankenswerter Weife und für diejenigen, welche sich für diese Veranstaltung überhaupt interessierten, mit hinreichender Ausführlichkeit besorgt haben. Wenn heute nochmals allen denen, die sich in irgend einer Weise um das Zu- ftandekomnien, die Ausstattung, Beaufsichtigung, Kaffenfiihrung und nicht zum wenigsten auch um die Wiederbeseitigung der Schaustellung einer Auswahl der interessantesten Altertümer ver­dient gemacht haben, an dieser Stelle der Dank des Vereins ausgedrückt werden darf, so kann dies nicht ohne den Ausdruck des Bedauerns darüber geschehen, daß wenigstens das finan­zielle Ergebnis der Veranstaltung mit der vielen darauf verwandten Mühe und Arbeit nicht recht im Einklang stand. Dieser Umstand läßt ohne weiteres einen Rückschluß zu auf das Interesse, welches unfere Marburger Bevölkerung derarti­gen Dingen entgegenbringt, noch besser werden dies aber folgende Zahlenangaben tun: Wäh­rend der rund zwei Monate dauernden Aus­stellung wurde diese besucht von 1555 Personen, darunter allein während der letzten ackt Tage

Wohlwollen bezeigte, aus welchem auf ein mög­liches Einschwenken der Zentrumsleute zu schlie­ßen wäre. Unbedingt verneinend, wie stets, wenn es sich um nationale Fragen handelt, war natürlich die Erklärung der Sozialdemokratie, deren Sprecher,Genosse" Ledebour mit beißen­dem Hohn vonSchwindelinventur der beiden Denkschriften" und vonPotemkinschen Dörfern" sprach, wie man sie in ähnlicher Weise dem Reichstage noch nicht geboten habe. Indessen die sozialdemokratischen Phrasen verfehlten ihre Wirkung; denn Dernburg fand, wie der Ge­währsmann eines nationalen Blattes schreibt, das richtige Wort für feine Erfolgszuver­sicht, ohne die kein großes Werk gelingen kann. Insbesondere erzielte er gute Wirkung durch dir Mitteilung, daß der Vertrag mit der Firma Tippelskirch, der zu so gerechter Entrüstung An­laß geboten und Podbielskis Sturz herbeige­führt hatte, gelöst sei und daß nur um der Ar­beiter willen die Hälfte der Aufträge bis zum März 1907 aufrecht erhalten werde, sowie, daß das Monopol der Wörmann-Linie aufgekündigt worden fei. Die Reichsregierung hat damit be­wiesen, daß es ihr Ernst mit ihrer Zusicherung ist, den Mißständen in den Schutzgebieten ein- für allemal ein Ziel zu setzen. Diese Gewißheit aber sollte den deutschen Michel bestimmen, sich nicht länger gegen die kolonialen Erfordernisse zu sträuben: denn das Dichterwort:Was du von der Minute ausgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück", ist heutzutage wohl nirgends mehr am Platze, als auf diesem Gebiete.

Bei der weiteren Beratung des Nachtrags­etats im Reichstage aber wäre es sehr zu wün­schen, daß von Seiten der nationalgesinnten Ab­geordneten Earantieen dafür verlangt würden, daß die Reichsregierung endgültig mit dem Mo­nopol der Konzessionsgesellschaften bricht, damit nicht unsere, mit so großen Opfern an Gut und Blut erkauften Schutzgebiete von Spekulations- gesellschaften ausgesogen werden, die ein Auf­blühen der deutschen Besitzungen unmöglich machen.

UmsLa».

Deutschlands Außenhandel März bis Oktober 1906.

Nach dem Oktoberheft der vom Kaiserlicbe" Statistischen Amt herausgegebenenMonatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel Deutsch­lands" beträgt int Oktober 1906:

1. Die Einfuhr 6 347 492 Tonnen, 1286 337 Stück Vieh und andere Tiere, besonders Gänse, 316 708 Hüte, 260 Fahrzeuge, 192 347 Uhren, 206 105 Faß gesalzene Heringe fremden Fangs, 90 Stock Bienen.

2. Die Ausfuhr 4 040 021 Tonnen, 21800 Stück Vieh und andere Tiere, 445 914 Hüte, 140 Fahrzeuge, 31690 Uhren, 211 Faß Heringe, 206

von 307 Schülern: dies ist für eine Stadt von über 20 000 Einwohner und in der Zeit der stu­dentischen Stiftungsfeste und der Periode der Reisen, welche doch auch manchen Fremden in unsere Stadt führen, recht wenig. Wenn also hiernach dem Verein die erhofften reichen Schätze nicht zuflossen, so schloß die Veranstaltung doch ohne Fehlbetrag ab, ja es war sogar möglich, eine ganze Anzahl Gegenstände, die bisher als Leihgaben dem Verein überlassen worden waren, für die Sammlung käuflich zu erwerben. Erheb­lich wertvoller als der finanzielle Erfolg ist aber ohne Zweifel der moralische und deshalb darf der Verein auch mit einer gewissen Befriedigung an seine erste Schaustellung zurückdenken. Zwei­fellos wurden Kreise, die der Sache früher, wenn auch nicht abweisend, so doch kühl und abwartend gegenüberstanden, dafür erwärmt und beginnen einzusehen, daß die in uneigennütziger Weise mit privaten Mitteln zum Nutzen unserer Stadt ins Leben gerufenen Unternehmung mindestens den Nachwets ihrer Existenzberechtigung geliefert hat. Als eine Folge hiervon darf man denn wohl auch die hochherzigen Beschlüsse der städti­schen Körperschaften ansehen, der. Sammlung hübsche und für die Aufstellung der Gegenstände hervorragend geeignete Räume in dem nach der Uebersiedelung der Klassen in das neue Nord- schulhaus frei gewordenen Schulhaus auf der Ketzerbach zur Verfügung zu stellen. Hoffentlich gelingt es. die jetzt an fünf verschiedenen Stellen zerstreut untergebrachten Sammlungsgegenstände bis zum Frühjahr nach dem neuen Heim zu über­führen und der Besichtigung dauernd zugänglich zu machen .

Die Sammlung kann auch in diesem Viertel­jahr über eine ansehnliche Vermehrung ihrer Be­stände berichten. Im einzelnen ist dies:

a) Bauteile: ein eiserner Turmhahn von unbekanntem Stifter, zwei Dachziegel, sogen. Bieberschwänze, der eine aus 1603/bet andere

Stock Bienen, 44 763 Hektoliter Bier, 156 059 Flaschen Schaumwein.

3. Die Gesamteinfuhr beträgt seit März d. I. 37 613 663 Tonnen, 6 927 247 Stück Vieh und an­dere Tiere, worunter 6 778 783 Gänse, ferner 2 205 454 Hüte, 1256 Fahrzeuge, 1061717 Uhren, 647 734 Faß gesalzene Heringe, 6066 Stock Bie­nen und

4. Die Gesamtausfuhr seit März d. I. 28 749 967 Tonnen, 120 200 Stück Vieh usw., 3 521609 Hüte, 1027 Fahrzeuge, 272 030 Uhren, 1590 Faß Heringe, 677 Stock Bienen, 391840 Hektoliter Bier, 853 351 Flaschen Schaumwein.

Gegen den Vormonat hat besonders die Ein­fuhr von Erzeugnissen des Acker-, Garten- und Wiesenbaues, wie Roggen, Weizen, Malzgerste, andere Gerste, Reis, von Erzeugnissen landwitt- schaftlicher Nebengewerbe, von mineralischen und fossilen Rohstoffen, wie Erze, Brennstoffe, Mineralöle, von unedlen Metallen eine Steige­rung aufzuweisen. Starke Ausfälle brachte die Einfuhr von Erzeugnissen der Forstwirtschaft. In der Ausfuhr zeugen besonders Erzeugnisse des Ackere Garten- usw. Baues, landwirtschaft­licher Nebengewerbe, chemische Erzeugnisse, Far­ben usw., unedle Metalle gegen den Vormonat ein Anwachsen, mineralische und fossile Rohstoffe usw. einen erheblichen Ausfall.

Die Uebersicht über die Ergebnisse derHeeresergiinzungsgeschäftes

für das Jahr 1905 ist dem Reichstage zugegan- gen. Danach wurden im ganzen 219090 Mann ausgehoben, und zwar 190 927 für Truppen mit zweijähriger Dienstzeit, 12 428 für Truppen mit dreijähriger Dienstzeit, 2521 als Trainsoldaten zu einjährigem Dienste und 3457 zum Dienste im Heere ohne Waffe. Für die Marine wurden von der Gesamtsumme aus der Landbevölkerung 5536, aus der seemännischen und halbseemänni- schen 3221 Mann ausgehoben. Als Einjährig- freiwillige traten 10 464 Personen in das Heer ein, wozu 814 Volksschullehrer und Kandidaten des Volsfchulamtes kommen. Außerdem traten in das Heer ein bei Truppen mit zweijähriger Dienstzeit 30 585, mit dreijähriger Dienstzeit 0684 Mann, in die Marine 590 Einjährigfrei­willige und 2791 sonstige Freiwillige. Der Prozentsatz der Tauglichen belief sich auf 56,30. Äon den endgültig Abgefertigten waren 130 346 aufdemLandegeöoren und in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt und von ihnen waren tauglich 78 476 oder 60,21 Prozent; 171897 waren auf dem Lande geboren und an­derweitig beschäftigt, davon 100 603 oder 58,53 Prozent tauglich. In der Stadt geboren waren von den endgültig Abgefertigten 16 305, die in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt waren, darunter tauglich 9420 oder 57,77 Proz., anderweitig beschäftigt 184 869, davon tauglich 94 920 oder 51,34 Prozent. Aus diesen Zahlen ist deutlich erkennbar, daß im Jahre 1905 den größten Prozentsatz der Militättauglichen die auf dem Lande Geborenen und in der Land- und Forstwirtschaft Beschäftigten stellten, danach die auf dem Lande Geborenen und anderweit Be­

aus 1688 laut eingedrückter und mitgebrannten Jahreszahlen, Leihgabe des Dachdeckermeisters Fr. Hertzhäuser, eine zweiteilige Haustür aus Buchenau aus 1680, eine Ofenplatte von Schlossermeister H. Ernst.

b) Möbel: eine Wiege von Schlossermeister H. Ernst, ein fournierter Rokokoschrank mit Glastüren von Prof. Dr. Sieveking, ein zwei­teiliges Münzsammlungsschränkchen von Vrof. Dr. Wiegand und angekauft: ein Schwälmer Tisch, 3 glatte Stühle, ein Eckschränkchen, ein Kammbett, eine vollständige Schwälmer Bett­stelle samt Vorhang aus Wiera: alle diese Gegen­stände wurden der Sammlung vermittelt durch das rührige auswärtige Mitglied, Herrn Ee- richtssekretär Wessel in Neustadt. Angekauft wurde in Bürgeln ein Renaissanceschrank aus 1671.

c) Hausgeräte: Angekauft wurde ein eisernes Stangenlicht, eine bemalte Span­schachtel aus Seibelsdorf, eine Wanduhr mit Stuhl, ein Lichterknecht. Geschenkt: eine blank­polierte Lichtoutzscheere von Obermeister Brauer, ein aus Perlen gestickter Schellenzug von Frl. Vorländer, 2 Streichhölzerbüchsen für Phosphor­zündhölzer von Kaufmann Cg. Schaaf, eine Ctutzuhr mit Holzgehäuse von Prof. Dr. Wie­gand, ein lackiertes Blechschälchen zum Auflegen einer Lichtschere von Eerichtssekretär Wessel, ein Hängelicht von demselben, ein messingener Zapf­hahn von Schlossermeister E. Laubscheer, zehn Standgesäße von Glas, eins von Porzellan und ein Kasten mit Apothekergewichten von Apo­theker Ruppersberg, als Leihgabe des Gaswerks eine eiserne Geld- und Aktenkiste.

d) Eebrauchsgegenstände als Leih­gaben eine werivLue Sammlung alter Brillen und Augengläser, sowie ein Mikroskop gefertigt ohne Benützung von Metall von Optiker Unkel. Geschenkt: ein Pfeifenkopf aus Holz mit Neu- stlberbeschlag von Bureaugehilfen Georges, ein

schäftigten. Hierauf folgten die in der Stadt Geborenen Und in der Land- und Forstwirtschaft Beschäftigten und zum Schluß kommen die in der Stadt Geborenen und anderweit Beschäftigten. Bei bet Verteilung auf die zweijährige und ge­ringere Dienstzeit stellte sich dasselbe Verhältnis heraus, bei bet dreijährigen Dienstzeit aller­dings stand an der Spitze die dritte Kategorie mit 15 Prozent, es folgte die vierte mit 12,71 Prozent und dann kamen dis erste mit 12,59 und die zweite mit 11,24 Prozent. An der drei­jährigen Dienstzeit sind also die in der Stabt Geborenen mehr als btc auf dem Lande Gebore­nen beteiligt.

Airsland.

Schweiz. Wie der demokratischste aller Schweizer Kantone, der Kanton Luzern, so hat auch der ebenfalls demokratisch regierte Kanton Bern jetzt Veranlassung genommen, ein Gesetz zum Schutz gegen den gewerkschaftlichen Terro­rismus zu erlassen. Der der kantonalen Volks-, Vertretung vorliegende Entwurf lautet:

Art. 1. Zur gütlichen Erledigung von Kollektivstreitigkeiten, welche zwischen gewerb­lichen Arbeitgebern einer Ortschaft ober eines Bezirkes unb ihren Arbeitern über Lohn- und Anstellungsverhältnisse, über die Dauer der täglichen Arbeitszeit und ähnliches entstehen, können Einigungsämter ausgestellt werden.

Art. 2. Das Einigungsamt kann feine Ver­mittlung von Amtes wegen anbieten; es ist auch verpflichtet, sofern beide Parteien dies anbe- gehren, die Kollektiostreitigkeit schiedsgericht­lich zu entscheiden.

Art. 3. Die Weigerung seitens einer bet Parteien oder beider Parteien, die Vermittlung des Einigungsamtes anzunehmen, ist amtlich zu veröffentlichen.

Art. 4. Die Organisierung der Einigungs­ämter, sowie der Wahlmodus und das Verfah­ren sind durch ein Dekret des Großen Rates festzustellen.

Att. 5. Wer während einer Arbeitsein­stellung einen Arbeitswilligen durch Tätlich­keiten, Drohungen, Ehrbeleidigungen oder durch erhebliche Belästigungen an der Ausübung feiner Berufstätigkeit verhindert oder zu ver­hindern versucht, wird mit Gefängnis von 1 bis 10 Tagen und, wenn er <ein Ausländer ist, über­dies mit Lanbesverweisung von 2 bis 10 Jah­ren bestraft, bie Fälle vorbehalten, in wel­chen bis Hanblung durch ein anderes Gesetz mit einer strengeren Strafe bedroht ist. Im Wieder­holungsfälle oder in schweren Fällen kann so­fortige Verhaftung erfolgen. ,

Art. 6. Wird während einer Arbeitsein­stellung die öffentliche Ruhe und Ordnung burch Ansammlungen in erheblicher Weise gestört, so haben bie zustänbigen Organe (Regierungsstatt­halter unb Polizeibeamte) bie betreffenden Personen zum Auselnandergehen aufzufordern. Wird dieser Aufforderung nicht ober nicht voll* ftänbig Folge geleistet, so ist sie zu wiederholen,' Wer auch dieser Aufforderung nicht Folge leistes

Spazierstock von Schornsteinfegermeister Jahi6 eine Schnupftabaksdose von Obermeister Stauet) eine desgleichen von Beigeordneten Schimpftz ein Pettschaft des Landgrafen Karl von Hesseq aus ber Pestzeit yon Rechnungssekretär Gans« ein reichgeschnitztes Kruzifix mit Reliquiarium von Prof. Dr. Sieveking, ein Porzellan« Zigarrenständer aus der Mitte des 19. Iah» Hunderts von Prof. Dr. Wiegand, eine Tabaks« pfeife mit hölzernem Kopf, worauf studentisch« Abzeichen aus 1818, welche von dem frühere^ Kurhesfi scheu Staatsminister Scheffer stammtz geschenkt von Pastor v. Starck, eine Zigarren^ tasche mit Landschastsbildern in Strohmosail von Kaufmann Ehrhardt jun., ein Rasiermesser aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und zwex Schmuckdosen aus Porzellan von Frau Oberst« leutnant Schimpfs in Darmstadt, zwei mit Per) len gezierte Uhrbänder, anstelle von Uhrketteq zu tragen, von Gerichtssekretär Wessel, zwei Brillen mit Hornfassung und drei Amtsschilder für Polizeibeamte von demselben Geber. I

e) Kunstschlosserarbeiten: via Schlösser, zwei getriebene und ziselierte Aufsatz­bänder, zwei desgleichen Schliissellochblechh sämtlich Leihgaben von Schlossermeister E. ßaub scheer.

f) Geschirre: geschenkt: 3 Stei..«gu:krüg< mit Zinndeckeln von Schornsteulfegermeisiei Jahn, ein runder Fayencetcll-r, norddeutscher Ursprungs mit Bemalung, von demselben, eine Tasse mit Untertasse, Meißener Porzellan am 17331760 von Prof. Dr. Wiegand, ein bräunet Henkelkrug von Schlossermeister Ernst, ein« Bundkuchenform aus Ton, eine Anzahl Scherbem die sich nach dem Zusammensetzen als Fuß einen größeren römischen Schale aus terra sigilate puppten von Prof. Dr. Wiegand, ein Zinnteller mit verziertem Rand von Obermeister Stauen einZinnteller der neuerdings mit der eingeschnitt tenen Darstellung der Opferung Isaak« versehe^