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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpHitüm 2 ML, bel allen Postämtern 2,25 W. (excU Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg,

besser, die Stimmung ist mit vcr- lFortsctzu- ')

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Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag' Joh. Avg. Koch, UniversitätS-Buchdruckerel 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55. ö

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Marburg

Sonntag. 2. Dezember 1906

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Das Avoaaemeat i»uf dieOberhrfstfche Zeitung", daS grStzte, Meistgelesenste und weit» ^erbreitetste Blatt MarSnrgs und per Umgegend kostet vierteljährlich nur $2.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.

Er lächelte nur und bot Gisela seinen Arm. Sie legte leicht ihre Fingerspitzen auf denselben und schritt mit ihrem Tänzer hinaus. Die Gräfin folgte ihr. Der Raum wurde leer unds Alfred und Marga blieben allein zurück. *

Ich bitte dich, Alfred," raunte Marga ihm hastig zu,wie unbedacht! Wenn du weiter in' diesem Hause verkehren willst, mußt du dich von der Komteß ein wenig zurückhalten. Hier heißt es zu wählen zwischen der Mutter und der Toch­ter. Und die Mutter ist Herrin."

Hm so mehr Interesse erregt die Tochter tat mir. Das Mädchen ist unglücklich. Nimm du dich ihrer an, sie scheint mir dessen wert."

Du tust gerade, als wenn sie hier etwas zu erleiden hätte. Und doch geschieht alles, was sie wünscht. Die Gräfin ist von einer namenlosen Nachsicht gegen sie und ihre Eigenheiten."

Was nennst du Eigenheiten? Sie hat eine wissensdurstige Seele."

Was bei solcher Jugend doch krankhaft ist."

Warum? Die Anlagen des Menschen sind verschieden. Sie ist eine ernste Natur und was sie bei so großer Jugend schon ernst gemacht hat, weiß weder du, noch sonst jemand. Aber da fi« ernst ist, sollte die Mutter ihren Wünschen Rech» nung tragen. Sie sucht bei der Wissenschaft viel« leicht Heilung für ein geheimes Leid."

Du phantasierst, Alfred. Ich bitte, kümmere dich nicht um die inneren Verhältnisse dies« Hauses um meinetwillen. Du verdirbst durch deine Einmischung meine Stellung."

Es war, als wolle er etwas erwidern, wist verhaltene Heftigkeit zuckte es über sein Gesicht.' Aber er besann sich und sagte nur noch barsch:

Wir sprechen später darüber. Du bist doch zum Weihnachtsabend bei den Eltern?"

Für einige Stunden jedenfalls."

Dann auf Wiedersehen dort!"

Willst hu schon gehen?"

Der Mitteleuropäische Wirtschaftsverein tn Deutschland« dessen Vertreter am 19. und 20. d. M. mit Ver­tretern der Mitteleuropäischen Wirtschaftsver-t eine in Oesterreich und Ungarn zum Zweck wick« tiger Beratungen (Zollschiedsgericht, Einrich­tung des Banrgiroverkehrs zwischen Deutschland und Oesterreich - Ungarn, Vereinfachung der Formalität bei Ein- und Ausfuhr, Ausbau des Fernsprechnetzes an der deutsch-österreichischen Grenze usw.) in Wien zusammentraten, beab­sichtigt am 30. November eins große Propa« gandaversammlung in Köln abzuhalten. Der Oberpräsident Freiherr v. Schorlemer, Mitbe­gründer der Organisation, hat sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Der Aufruf zum Besuche der Kölner Veranstaltung trägt die Unterschriften von 84 angesehenen Persönlichkeiten der Rhein­provinz. Der Verein, der vor fast drei Jahren tn Berlin gegründet wurde, hat sich die Pflege des Gedankens einer wechselseitigen Annähe­rung der mitteleuropäischen Staaten auf wirt­schaftlichem Gebiete zur Aufgabe gesetzt. Man wollte eine Organisation schaffen, die unter den Regierungen auf solche wirtschaftliche Gegen«' stünde lenkt, hinsichtlich deren die mitteleuro< päischen Staaten nicht einander widerstreitende, sondern übereinstimmende Interessen haben, Unter Abgrenzung der Bewegung auf eine An­zahl Staaten mit annähernd gleichen wirtschaft­lichen Bedingungen sollte eine Stätte gemein« samer Arbeit insbesondere für solche Fälle ge« schafft werden, wo die Staaten nur in solcher Gemeinsamkeit bestimmten wichtigen Aufgaben ihrer Volkswirtschaft zu genügen vermögen. Auf Grund dieses Programms wurden bisher Mitteleuropäische Wirtschaftsvereine gegründet in Deutschland, in Oesterreich und in Ungarn. Die Ausdehnung auf weitere Staaten wird vor­bereitet.

Umschau.

DerReichsgesetzentwurs zur Regelung des Apotheke,wesens will bekanntlich die unveräußerliche und unver­erbliche Personalkonzession einführen. Im Gegensatz dazu erstrebt der Apothekerverein die allgemeine Durchführung der Veräußerlichkeit und dabei eine allmähliche Vermehrung der ver­äußerlichen Konzessionen. Bei Erfüllung seiner Vorschläge würde sich die Zahl der jetzt vorhan­denen 4200 veräußerlichen Apotheken zunächst auf 5700 steigern. Eine diese Wünsche zum Aus­druck bringende Eingabe des Deutschen Apo­thekervereins ist vom Reichstag beraten worden. Dir Petitionskommission des Reichstages hat sie dem Reichskanzler als Material überwiesen; sie war einstimmig der Ansicht, daß eine Neu­regelung des Apothekerwesens wünschenswert sei, daß aber die einzelnen Vorschläge des Apothsker- vereins wohl nicht das Richtige träfen. In der Erörterung stellte der Abgeordnete Dr. Vurck- hardt, der selbst Apotheker gewesen ist, fest, daß im Deutschen Apothekerverein wohl eine Mehr­heit für die vom Verein geforderte allgemeine Veräußerlichkeit vorhanden, daß aber eine Min­derheit dagegen sei. Vor allem stimme ihr auch ein großer Teil der Avothekergehilfen nicht zu. Der sachverständige Abgeordnete billigte den Standpuntt der Regierung; freilich fasse dieser das Hebel nicht an der Wurzel an. Die Frage der Ablösung der Monopolwerte empfahl er so

zu regeln, daß der Staat nicht das Geld dazu, wohl aber seinen Kredit hergebe. Er solle Apo­thekenrentenbriefe zu 3)4 Prozent ausgeben, die mit Va bis 1 Prozent durch den jeweiligen Apo­thekenbesitzer zu tilgen seien. Die Hypotheken­gläubiger würden mit diesen Rentenbriefen be­zahlt und nach 40 bis 50 Jahren fiele die Apo­theke in den Besitz des Staates. Für eine Ver­staatlichung der Apotheken oder wenigstens da­für, das auch Gemeinden und Krankenkassen das Recht erlangen sollen, Apotheken zu errichten, sprach sich der sozialdemokratische Redner aus. Die von ihm ausgerechneten großen Gewinn« der Apotheker wurden von anderer Seite ent­schieden bestritten, wie in einem kürzlich in des Oberhessischen Zeitung" veröffentlichten Av tikel dargelegt wurde.

handelt 7 in Reu-Guinea, 1 Marschallinseln, 2 Karolinen,, 1 Marianen werden neben« amtlik von Privatpersonen verwaltet; nur in dem Hauptorte Herbertshöhe ist ein Fachbe­amter stationiert, der zugleich die Aufsicht über den Betrieb bei den übrigen Postagenturen führt. Der Postverkehr jenes Südseegebiets ist in Anbetracht der geringen Anzahl der daselbst wohnenden Europäer nicht unerheblich, indem er sich allein an Briefpostsendungen auf 165 000 Stück jährlich beziffert. Das ferner in der Süd­see gelegene Samoa mit 4 deutschen Post­anstalten und 1 Fachbeamten in Apia hat ebenfalls einen schon recht bemerkenswerten Postverkehr aufzuweisen, der sich allein an Brie­fen auf 145 000 Stück und auf einen Postanwei- sungsumsatz von 34 Millionen Mark beläuft. Die Postverbindung nach Apia geschieht mit den deutschen Schnelldampfern ab Bremen bezw. Hamburg über Rewyork-San Franzisco-Sidney bis Pago-Pago (Oceanic S. S. Comp.); von letzterem Hafen aus mittels des Dampfers Maori".

Von besonderer Wichtigkeit für bremische Ceelinien (Deutsche Levante-Linie, Atlaslinie, Oldenburg-Portugiesische Linien) sind die in der Levante bestehenden reichseigenen Post­ämter. Es handelt sich dabei in erster Linie um das sehr bedeutende deutsche Postamt in Kon­stantinopel (Hauptamt in Gala mit je einer Zweigstelle in Stambul und Pera), sowie um die in Kleinasien, Syrien und Palästina gelege­nen Postämter in Smyrna Beirut, Jaffa und Jerusalem. Außer einem Postdirektor in Kon­stantinopel sind noch 18 Nachgeordnete Fachbe­amte bei diesen Postämtern tätig, was schon auf ihre große Bedeutung für den allgemeinen Verkehr schließen läßt. Gegenwärtig beziffert sich der deutsche Postaustausch mit der Türkei auf 2)4 Millionen Briefe, 300 000 Zeitungs­nummern, 90 000 Postpakete und 33 000 Postan­weisungen mit 1)4 Millionen Mark jährlich. Durch den in diesem Jahre erfolgten erheblichen Ausbau der deutschen Linien in der Levante steht ein weiteres Steigen des Postverkehrs mit Gewißheit zu erwarten. In Marokko, das be­sonders von den Schiffen der Oldenburgisch- Portugiesischen Linie angelausen wird, sind an den zahlreichen kleinen Küstenorten zur Zeit nicht weniger als 11 deutsche Postanstalten in Tätigkeit. An dem Hauptplatze Tanger befin­den sich ein Postdtrettor und zwei Nachgeordnete Beamte; die Postagenturen werden in der Re­gel von Nichtsachleuten im Nebenamte verwal­tet. Der deutsche Postverkehr mit Marokko, der merklich steigt, hat schon jetzt eine ansehnliche Höhe erreicht und umfaßt mehr als 1 Million Briefpostsendungen, 18 000 Postanweisungen mit fast 4 Millionen Mark Umsatz, 4000 Post­pakete und Wertbriefe und 40 000 Zeitungs­nummern jährlich.

Außer den schon bezeichneten Ländern sind reichseigene Postanstalten in den besonders von

Hamburger Schiffen angelaufenen deutschen Ge­bieten in Afrika in voller Tätigkeit, und zwar 30 in Deutsch-Ostafrika (Hauptfitz Dar es Sa- lam) mit 14 Fachbeamten und 3 Postunterbe- amten; Deutsch-Südwestafrika (Hauptfitz Wind­hoek) 36 Postanstalten mit 11 Fachbeamten und 2 Hnterbeamten; Kamerun 16 Postanstalten mit einem Fachpersonal von 8 Personen; Togo 2 Postanstalten mit einem Fachbeamten. Der Postverkehr nach den deutschen Kolonien in Afrika ist in lebhafter Entwicklung begriffen und betrug im letzten Jahre für Deutsch-Ost­afrika allein an Briefsendungen 1)4 Millionen Stück; dazu 50 000 Postanweisungen mit 12)4 Millionen Mark Umsatz, sowie 12 000 Post­pakete; bei Deutsch-Südwestafrika gegen 2 Millionen Briefe, 72000 Postanweisungen mit 19 Millionen Mark, sowie 22 000 Postpakete; bei Kamerun 360 000 Briefe, 18 000 Postanwei­sungen mit 2 Millionen Mk. Hmsatz und 13 000 Postpakete; bei Togo gegen 200 000 Briefe, 9000 Postanweisungen mit 1 y2 Millionen Mark und 8000 Postpakete. Mit dem Ausbau der deutschen Linien nach Afrika, besonders der Bremen-Ham­burger Afrikalinie, welche voraussichtlich an­fangs 1907 eröffnet wird, steht auch eine leb­hafte Steigerung des deutschen Postverkehrs mit jenem Handelsgebiete bestimmt zu erwarten.

Ueber alles ble Kunst.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung).

Komteß wünscht sich ein wenig auszuruhen." entgegnete er auf den fragenden Blick der Grä­fin, als er Gisela an ihrem Sitze vorüber zu einem Stuhle führte.

Die Gräfin lächelte ihrer Tochter gütig zu, alles machte Platz.

Sie sieht heute wirklich passabel aus," flü­sterte ein junger Leutnant seinem Kameraoen zu.Ich glaube, die Kleine wird noch einmal hübsch. Sie gleicht doch etwas der Mutter. Eigentlich gönne ich sie dem polnischen Grafen nicht. Er ist nichts als ein Fatzke und verschul­det bis über die Ohren, wie mir Frankenthal sagte, dessen Güter nahe den Kaminskischen liegen."

Na, aber er ist ein Pole, also der ungari- gien Natur verwandt und dazu ein Neffe des arons Nemethy. Da haben wir wohl keine Aussicht, selbst wenn wir uns um die kleine Zi­geunerin bemühen wollten. Denn wie eine Zi- aeunerin sieht sie aus. Untere blonden deutschen Mädchen gefallen mit besser. Da sehen Sie die Herrenburg, die ist heute wirklich zum An­beißen."

Sie gefiele mir auch schon, aber arm, ohne Geburt und dazu noch eine Malerin, pub!"

Laß uns wieder tanzen gehen," meinte der lindere,sobald die Komteß in einen Kreis tritt wird es langweilig. Höre nur, worüber dort wieder gesprochen wird, es tönen Worte an mein Ohr, wie Kunst und Philosophie. Heberlassen wir sie ihrem Bauführer. Auch ein sonderbarer Geschmack der Komteß, gerade diesen lang« wenigen Pedanten zum Kavalier zu erwählen. Ich glaube, sie hat schon zweimal mit ihm ge­tanzt und auch hier bleibt et noch an ihrer Seite."

»Ein hübscher Mensch ist er, das muß man ihm lassen," >

Kein Schneid in dem Menschen, ein Bücher­wurm und ein Federfuchser."

Die beiden Offiziere hatten mit ihren Be­merkungen nicht ganz Unrecht Nach dem Ein­tritt der Komteß nahm die Unterhaltung in der Tat seht bald einen ernsteren Charakter an. Schon ihr blasses Gesicht, bet schmerzliche Zug um die feinen Lippen übten einen gewissen Druck auf die vorherige, ungebundene Fröhlich­keit aus.

Die Gräfin bemühte sich freundlich, mit ihrer Tochter ein Gespräch anzuknüpfen, und die Ver­ehret bet schönen Frau, die sich um sie versam­melt hatten, fanden das reizend von ihr.

Hast du dich gut unterhalten, Gisel?"

O, sehr gut," wat die Antwort. Der Blick bet Komteß streifte mit einer ihr ungewohnten Freundlichkeit ihren Tänzer, der auf eine Ein­ladung gleichfalls in ihrem Kreise Platz ge­nommen hatte.

Ich wat so glücklich," sagte Alfred erklärend, als er bemerkte, daß die Augen der Anwesenden neugierig auf ihm ruhten,der Komteß einige Büchet zur Lektüre empfehlen zu können."

Ach, übet Büchet haben Sie gesprochen?" lachte eine blonde junge Baronesse jetzt auf. ©in seltsam« Gesprächsthema in Gesellschaft!"

Und konnten Sie denn etwas empfehlen?" warf ein ander« Fräulein ein, die in ihrem Kreise für außerordentlich belesen galt.Es wird so viel geschrieben, aber so wenig Lesens­wertes. Welchen Schriftsteller empfehlen Sie denn? Einen modern-modernsten oder einen von bet alten Schule?"

Es handelte sich nut um wissenschaftliche Werke." bemerkte Alfred.

Wissenschaftlich? O mein Himmel! Aber ich weiß ja, Sie sind ein« kleine Gelehrte, Kom­teß Palfy. Mtt welcher Wissenschaft beschäftigen Sie sich denn besonders?"

Leidet noch mit keiner bestimmten," entgeg­nete die Komteß mit ihrer herben, jungen Stimme, di« ko dunkel und so ernst Rang.Ich stehe erst im Pothof der Wissenschaft und mochte

mich jetzt zuvörderst darin etwas umsehen. Dazu will Herr Berger mit gütigst behülflich sein."

Wie?" Die Gräfin machte ein ärgerliches Gesicht. Ihr Blick suchte vorwurfsvoll Marga, die leicht die Achsel zuckte, als wolle sie sagen: Ich kann nichts dafür, daß et so ungeschickt ist.

Und darf ich den Titel des Buches erfahren, das Sie meiner Tochter empfohlen haben, Herr Berget?"

Es ist ein populär geschriebenes philosophi­sches Werk übet Kulturprobleme der Gegen­wart."

Alle blickten ganz start auf den jungen Mann. Unerhört! Philosophie auf einem Balle!

Die Stühle wurden gerückt, einige erhoben fich und gingen hinaus, zusammen mit den bei­den Leutnants, die nut halb bin gebärt hatten, aber doch genug, um vor solcher Ungeheuerlichkeit zu fliehen.

Verrückt!" bemerfte ein älterer Herr. Das Mädchen sollte in eine Anstalt gebracht werden, sonst erlebt unsere liebenswürdige Wirtin noch etwas."

Ganz unberührt von bet Störung, bie sie in den Kreis gebracht, verharrte Gisela auf ihrem Platze. Die Gräfin wußte nicht recht, wie sie sich in biesem Falle verhalten sollte, und war froh, als der kleine Kaminski mit tänzelndem Schritt hereinflog, um fich seine Dame zur Qua­drille zu holen.

Man tritt schon an, Kusine. Ich suchte Sie bereits im ganzen Hause."

Von der Komteß Antlitz verschwand sogleich bet freundliche Ausdruck. Es schien, als hätte sie am liebsten den Kavalier zurückgewiesen. Aber die Gräfin warf ihr einen befehlenden Blick zu.

Ich hatte vergessen," stammelte sie.

So etwas vergißt man aber nicht, mein Kino," schalt die Gräfin.Sie müssen verzeihen, Stanislaus," wandte fie fich diesem zu.uoet Sie wissen, es ist der erste Winter, in dem Eifel Gesellschaften besucht,"

Die Neichspost in den deutschen -Schutzgebieten und im Auslande. « Die Einrichtung von reichseigenen Postan- ftaUen in den deutschen Schutzgebieten und im Auslande, insoweit in letzterem nach europäi­schem Muster geordnete Postverhältnisse noch picht bestehen, ist in den letzten Jahren im Interesse des deutschen Handels in erfreulicher Weise fortgeschritten. Es kommen dabei ganz besSnders solche Gebiete in Betracht, welche von den großen bremischen Schiffslinien berührt ivird. Für die Reichspostdampfer des Nord­deutschen Lloyd steht in erster Linie das große chinesische Reich und das deutsche Pachtgebiet von Kiautschou mit 15 bezw. 5 deutschen Post- anstalten an den großen Handelsplätzen und mit eine« besonderen Verwaltunas-Postdirektion in Shanghai zur Verfügung. Hie ist im vergange­nen Jahre ein äußerst zweckmäßiges und statt­liches reichseigenes neues Postgebäude zu- gleich für Telegraphie und Fernsprechdienst ifüe den allgemeinen Verkehr eröffnet worden. !Fn Tsingtau ist auch eine Funkentelegraphsn- station in Wirksamkeit getreten. Ein ganzer Mab von deutschen Postbeamten außer zahl­reichen einheimifchen Hilfskräften besonders fiir de» mehr mechanischen Hnterbeamtedienst ist Jtrf diesem asiatischen Gebiete tätig; neben einem Postrat als Verwaltungsdirektor für den gesamten Bezirk sind für den praktischen Betrieb 2 Postdirektoren, 26 Nachgeordnete Beamte und 3 Unterbeamte in Beschäftigung. Der Verkehr dieser Postämter ist recht erheblich und beziffert sich auf 4)4 Millionen Brtefpostsendungen abgesehen von anderen Gegenständen und 40 000 Telegramms jährlich, welche, zum größten Teile durch die großen unterseeischen Kabel laufen. Bei der Austral-Japanlinie des Nord- deutfchen Lloyd sind dis reicheeigenen Postan­stalten in Deutsch-Neu-Cuinea, den Marschall­inseln, Karolinen, Marianen und Palauinseln szu erwähnen, welche alte rechnungsmäßig zu bet Kaiserlichen Oberpostdirektion in Bremen zäh­len. Die U Postanstalten, um die es sich hier