ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pf,. w . n a\ x* Druck und Verlag: Joh. ««». Koch, UnivrrsitLtS-Buchdruckerel 41. Jabra.
N-clam-n: di-Zeile 80 Pfa. Sonntag. 2. Dezember 1906. Maäurg, Marlt ül. - Telephon 55. ^uyiy*
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Erscheint
sieben mal.
vierteljährlicher Bezugspreis; der der ExpLition 2 M,, bei allen Postämtern 2.25 ML. iercl. »tfttilaelhi
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Drittes Blatt.
Handel unb Flotte.
Crs ist eine erfreuliche Tatsache, daß zur Zeit der deutsche Außenhandel den zweiten Platz in der Welt entnimmt und nur noch hinter dem Kritischen zurücksteht, aber mit einem Werte von pmd 12 Milliarden Mark gegen 18 Milliarden Mark des englischen Handels diesen wenigstens «u % erreicht. Mit ebenso berechtigtem Stolz »ber kann Deutschland auch auf die Leistungen seiner Handelsflotte blicken, die das, was deutscher Fleiß geschaffen hat, in alle Welt trägt. Die schnellsten Fahrten werden von deutschen Schiffen gemacht, und erst mit einem Abstand !von rund 15 v. H. folgen ihren Leistungen englische und französische Schiffe. Die deutsche Handelsflotte weist im Durchschnitt von allen Handelsflotten die größten Schiffe auf. Wäh- srend die englischen Handelsschiffe, Segler und Dampfer, eine durchschnittliche Größe von 5GG Tonnen haben, sind die deutschen Schiffe 560 Tonnen groß. Die Durchschnittsgröße der deutschen Dampfer betrügt sogar 1066 Tonnen gehen nur 838 Tonnen der englischen Dampfer. Von den 56 über 12 000 Tonnen Brutto großen Handelsdampfern, die es in der Welthan« oelsflotte im Jahre 1905 gab, kamen 14, darunter das größte die „Kaiserin Auguste Viktoria" Jnit 25 000 Tonnen, auf Deutschland. Aber -nicht nur nach der Zahl ist die deutsche Handels- -f-otte gewachsen, auch ihre Güte hat beträchtliche Fortschritte gemacht. In den letzten 10 Jahren Kat die Welthandelsflotte, die mit den letzten im „Nautilus" veröffentlichten Berechnungen, in Segelschifftonnen ausgedrückt, über 61 Mill. Registertonnen verfügt, einen Zuwachs von 54*4 v. H. aufzuweisen, während der Zuwachs Net deutschen Handelsflotte in derselben Zeit Juni) unter Zugrundelegung derselben Bercch- jhungsart 91,8 v. H. beträgt. Sie wird in ih« srem Wachstum nur von der Handelsflotte Japans und Rußlands übertroffen, deren größerer Aufschwung sich daraus erklärt, oaß ihr Bestand fvor 10 Jahren wesentlich kleiner, eine Steige« Irung also leichter war. Im Gegensatz dazu hat die Zunahme der britischen Handelsflotte mir 36,5 v. H. betragen.
f Unsere Flotte nun reicht vielleicht aus, unsere Küsten zu schützen, wäre aber keinesfalls im taube, unserem Handel auf dem offenem Meers die Bahn frei zu halten. Welche Folgen das aber im Falle eines Krieges für Handel und Wandel in der Heimat und besonders für Unsere zahlreichen Jitdustriearbeiter haben würde, ist garnicht abzusehen. Geben wir unseren Reedern und Schiffsbesitzern die Gewißheit, daß auch in Kriegszeiten eine starke deutsche Flotte ihnen Schutz gewährt, so wird auch unsere Handelsflotte in entsprechender Weise wachsen. Vas aber würde naturgemäß wieder auf den langen Wohlstand im Lande zurückwirken, nicht rur weil die Schiffe Bemannung brauchen, weil te Handel und Wandel in unseren Häfen heben, sondern auch weil sie unserer heimischen In« dustrie und dadurch zahlreichen deutschen Arvei« üerfamilien lohnenden Verdienst gewähren würden. ,
Deutsches Reich.
<-? Berlin, 1. Dezember.
— Der Kaiser traf gestern nachmittag von Schloß Räuden kommend mit Automobil in Sla- wentzig ein. In seiner Begleitung war ver Herzog von Ratibor. Zur Begrüßung waren Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen, der Herzog von Ujest und dessen drei Söhne, ferner Prinz Gottfried Hohenlohe-Schillingsfürst und Landrat von Hauenschild erschienen. Auf dem Wege zum Schlosse bildeten Vereine und Schulkinder Spalier.
— Prinz Heinrich in Lebensgefahr. Aus Kiel wird der „D. Ztg." geschrieben: Als Donnerstag Nachmittag Prinz und Prinzessin Heinrich bei einem Ausflug in der Richtung nach Preez mit dem vom Prinzen selbst gelenkten Automobil auf der Preezer Chaussee eben eine starke Steigung passiert hatten, kam mit rasender Geschwindigkeit ein führerloser Petroleumtankwagen, dessen Pferde scheu geworden, von der Höhe herab und brachte das prinzliche Gefährt in große Gefahr. Der Prinz vermochte jedoch durch geschicktes Ausbiegen dem drohenden Zusammenstoß zu entgehen. Bald darauf geriet auch der jüngste Sohn des prinzlichen Paares, Prinz Waldemar, der in seinem kleinen Kutschierwagen von einem Seitenwege auf die Chaussee gelangte, in die gleiche Gefahr, da in demselben Moment der schwere Tankwagen dort vorbeiraste, doch kam auch er noch glücklich ohne Unfall davon.
— Die Novelle zum Börsengesetz ist vom Bundesrats dem Reichstage zugegangen. Sie lehnt sich im wesentlichen an die Beschlüsse der Kommission des Reichstages an.
— Reform des Amtsgerichtsverfahrens. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin vom 27. Nov. mitgeteilt: Heber dis Beratungen, die am 23. und 24. November im Reichsjustizamt unter Zuziehung von Vertretern des preußischen Justiz- und Finanzministeriums, der bayrischen, sächsischen, württembergischen, badischen und hessischen Regierungen, der Hansastädte und der Reichslande zur Frage der Reform des Amtsgerichtsverfahrens stattfanden, erfahren wir olgendes: Die Reform wird sich in vier Rich- ungen bewegen: 1. Vereinfachung und Be« chleunigung des Verfahrens nach Art des Gewerbegerichts: 2. Ausschluß der Berufung gegen die Urteile des Amtsgerichts in Sachen mit ganz geringem Streitwerte: 3. Vereinfachung d« Kosten- und Zustellungswesens, z. B. durch einfache Berechnung der Gebühren unter besonderer Berücksichtigung der kleineren Sachen, um die raschere Erledigung der Eebühreneinziehung zu ermöglichen: 4. Erhöhung der Kompetenzen bet Amtsgerichte. Während zu den Punkten 1, 2 und 8 eine Einigung unter den Teilnehmern der Beratung im wesentlichen erzielt wurde, gehen über die Kompetenzerhöhung der Amtsgerichte die Ansichten noch auseinander. Diese Frage biete auch insofern besondere Schwierigkeiten, als durch die eine besondere Verschiebung der Praxis der Anwälte an den Landgerichten zu- FS 5 "ü.—i—
gunsten der Anwälte an den Amtsgerichten eintreten würde. Auch würde bei kleinen Landgerichten, die schon jetzt eine kaum ausreichende Beschäftigung haben, die Frage einer Existenz, die das wirtschaftliche und gesellige Leben der kleinen hierbei in Betracht kommenden Städte lebhaft berührt, aufgeworfen werden müssen.
— Vermehrung des Eisenbahnparis. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, betragen die von dem Eisenbahnministerium in Auftrag gegebenen Bestellungen an Güterwagen 16 300, dazu kommen 800 Personenwagen und 315 Gepäckwagen verschiedener Gattungen.
— Die Hessische Zweite Kammer erklärte in ihrer letzten Sitzung übereinstimmend in der Mehrheit, daß sie die regierungsseitig erfolgte Bestätigung Eitznerts zwar mißbilligt, aber weiter mit dem Ministerium zu arbeiten wünscht.
— Reichstagskandidatur. Amtsgerichts^ Lattmann (Schmalkalden) ist nach einer Bekanntgabe des deutschsozialen Vereins als offizieller Kandidat der deutschsozialen und der konservativen Partei für den Reichstagswahlkreis Casiel-Melsungen aufgestellt.
— Eine große liberale Einigung wird aus Halle jetzt wieder gemeldet. Die gesamte natio- nalsoziale Ortsgruppe ist in die freisinnige Volkspartei Lbergegangen. Die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt zu diesem „neuen großen Erfolge der liberalen Einigungsidee": „Das „Berl. Tagebl." vergißt mitzuteilen, ob die an diesem gewaltigen Erfolge beteiligte Ortsgruppe der Nationalfozialsn sechs Mann stark fft oder ein halbes Dutzend Männer umfaßt. Ueber dies große Werk müßte nun (meinen auch wir) alle anderen Partei blasier Schrecken an- kommen. Bei Lichte besehen aber kann man sich ruhig auf die Geschichte dieses doktrinären Liberalismus verkästen. Roch immer hat et sich al» „Ferment der Dekomposition" erwiesen. Da der besondere Zweck dieses Grüppchens ist, Stimmung für die Sozialdemokratie zu machen, so dürfte sich dies auch hier wieder zeigen. Kaum werden die Vertreter des Berliner Großkapitals („Tiergartenviertel") sich diesen Ideen zugäng, lich erweisen. Diese Art „(Einigung“ kann oNo anderen Parteien nur erwünscht fein.“
— Eine Absage an die Linksliberalen. Man schreibt uns: Daß ein Teil der sogenannten Jungliberalen mit der nationalliberalen Po- litik rechts stehender Führer nicht einverstanden ist, hat nicht erst der Goslarer Parteitag bewiesen. Diese Sachlache sucht sich der Freisinn Barth«Reumannscher Konivenz zunutze zu machen und für sich daraus Kapital zu schlagen. „Halb zog sie ihn, halb sank er hin, unb roatb nicht mehr g e s ehn." Wieweit bet Jungliberalismus selbst sich zu ihnen htngezogen fühlt, wollen wir bahin gestellt sein lasten. So würbe kürzlich in linksliberalen Zeitungen mit sichtlicher Freude von einer Verständigung bet Nationalliberalen mit den Freisinnigen und Nationalsozialen für die nächste Reichstagswahl berichtet. In der Versammlung wurde auch die große Mißstimmung gegen den jetzigen natio*
Marburger ErinnermiM,
Bon 8. Müller.
' Die Rettung.
Hin Jahre 1894 im Januar brach ttt bet reformierten Kirche während der Predigt die sog. Professorenbühne zusammen, auf daq Ereignis bezieht sich folgendes Gedicht:
In der Kirche auf dem Stühlchen, Weil Herr Schrenk stets predigt gut, Saß andächtig das Louischen, She ein das Glöckchen lud.
Immer immer voller worden. Ist der Kirche Schiff und Chor, Platz gefehlt hat allerorten, Angedrückt ist Ohr an Ohr. <1 Ja, so lange Schrenk gehalten, Evangelisation.
Strömten ein die Jungen, Alten, Bei Geläut und Orgelton.
Das Louischen war umstanden, Daß die Kanzel es nicht sah, Bauersweiber es umwanden. Mit viel Röcken allzunah.
' Doch sein Herz war hocherhoben. Auf der Erde wars nicht mehr. All sein Denken geht nach oben, ' Himmlisch sein ist sein Begehr. Doch Louischen, daß auf Erden, In großer Gefahr du bist, . .
Vollst belehrt alsbald nun werden, Obgleich in der Kirche ist.
Selbst an Gottes Heitger Stätte Lst des Bösen Macht oft groß.
Wo man betet „Herr errette!"
- Nahet doch ost Todeslos.
Als Herr Scheffer noch gesprochen. Tut es einen heft'gen Krach, Eine Bühne ist gebrochen, Die geworden altersschwach.
Bühne war es der Gelehrten^ Die sich plötzlich hat gesenkt, Wars weil sie zu schr beschwerten, Balken, Dielen fast verrenkt? Und von einem Professoren, In dem Stande waren zehn. Sagt man: „er hing an den Ohren!" Fast war es um ihn geschehn. Flucht war da nach sichren Stätten Nach dem Ausgang, nach dem Tor, Jeder wollf sein Leben retten» Drängt das Publikum jetzt vor« Wehe, Wehe, o Louischen l Hören, Sehen, dir vergeht^ Ach! man tritt dich auf die Füßchen, Fest nicht mehr dein Stühlchen ficht. Doch ein Mann kommt voll Erbarmen, Wie ein Engel dir gesandt. Dich umschließt er mit den Armen, Trägt dich hin zu sichrem Stand. Doch plötzlich war er verschwunden Und verschmähte deinen DaiH Ohne Beulen, ohne Wunden, Mi. Kamst du heim auf deinen GaNA <" £ War», Louischen, nicht ein SBun&tft
Herzlich dankst du deinem Gott, Bist am Leben noch und muÜfK And gerettet au» der Rot,
Das Kleeblatt.
Im Walfisch an dem Pilgrimstein, Kehrt ost ein Kleeblatt durstig ein, e Im weiten Kreise man sie kennt, Als furchtbar dick und korpulent. Man kann zu mancher Morgenstund. Ob ihre» Bauches großem Rund Am Rudolphsplatz sie >ehen. Wo sie oft lange stehen.
Und send' die Sonne ihren Schein, Schnell kehren sie im Walfisch ein. Da setzt man sich zur Ruhe fest, Vom Wirt man sich bedienen läßt. Man trank vom besten Fruchtbranntwein Und aß da» Beste von dem Schwein. Gemütlich wie die dreie sind. Traf selten man ein Menschenkind. Das Gegenteil von diesen Dreien, Tat sich an einem Kaufmann zeigen. Au» feinen Augen guckt, o Grau»!
Da» große Einmaleins heran».
Gar manchmal er die Welt um sich
Mit Dümelstolz betrachtet, Al» wär sie seinem eignen Ich Vom lieben Gott verpachtet. Und er verlangt in dummem Groll, Daß wie er pfeift man tanzen soll, Auf solch' Idee geht niemand ein. Das Leben müßt zu Ende sein.
* Dieses Kleeblatt waren ein dicker Metzger, - ein Bäcker und ein Mühlenbeständer, die man jeden Morgen am Rudolphsplatze sehen konnte, . ) ■ . --DEY j—ewi_ L
nalliberalen Abgeordneten Lehmann zur Sprache gebracht. Offenbar sollte damit ein leiser Druck auf die gesamte nationalliberale Partei ausgeübt werden. Der unbefangene Leser mochte glauben, daß weite Kreise der Partei die in der Versammlung geäußerten Auffassungen teile. Das ist nun allerdings in diesen linksliberalen Stimmen nichts neue», Jeder Gedankenblitz, allerdings nur eines echt „liberalen" Mannes — natürlich gemessen am Frankfurter Mindestprogramm, d. h. mit besonn derer Vorliebe für jpie rote Internationale —- wird immer, besonders bei Entkräftungen, als „Volkswille" aufgefaßt. Wenn man sich die tatsächliche Macht an sieht, die der Freisinn vertritt im Vergleich zu anderen politischen Parteien, so konrmt einem das äußerst komisch vor. Und wieviel von diesen Mandaten noch durch „reaktionäre" Wahlhülfe zustande gekommen sind, z. B. ja auch die Vertretung von Marburg, ist bei dem eigenartigen politischen Gebaren dieser Herren oft genug gesagt worden. Der Versuchsballon in Jena hat seine Wirkung nicht getan, denn jetzt erklärt die „Ienaische Zeitung", daß die Parteileitung den Veranstaltungen bei" Jungliberalen Vereins fernstehe. Gleichzeitig tritt sie erfreulicherweise für das bisherige Bündnis mit dem Bund der Landwirte und den Konservativen ein. Es ist selbstverständlich, daß dies in linksliberalen Kreisen eine Prophezeiung auf eine unbedingte Niederlage der Natto« nalliberalen zu 1908 zur Folge hat. Noch ist aber der Wille zur Macht nicht gleich die Macht selbst. Daß die Haltung der Parteileitung durchaus verständlich ist, leuchtet von selbst ein, wenn man sich nut immer vor Augen hält, daß eine nationale Partei, die rechtmäßigen Anspruch auf diesen Namen haben will, wohl kaum mit den Enthusiasten für Singer, Auer, Bernstein, Rosa Luxemburg und Kautsky gerne!- ferme Sache machen wird.
— Ein erheblicher Rückgang der Fleisch- eugrospreise ist nach dem „Amtlichen Marktbericht der Berliner Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Markthallen" im Laufe der letzten Wochen, soweit es sich um Schweinefleisch handelt, zu verzeichnen. Der höchste Preis für beste Ware wurde vor einiget Monaten mit 81 <Al für 50 Klg. angegeben, Schon am 12. November führte der amtliche Bericht den Engrospreis für Schweinefleisch mit 60—69 <M auf, und nach dem letzten Bericht vom 28. d. M. wurde an diesem Tage nut noch 53 bis 62 <M. bezahlt. Einige Detailfleischer habe» ebenfalls infolgedessen ihre Schweinepreise heruntergesetzt. — Die hiesige Metzgerinnung hat, wie bereits gestern von uns mitgeteilt wurde, diesen veränderten Verhältnissen Rechnung getragen. (D. R.).
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Die Tschechen im österreichischen Abgeordnetenhause. In der Fortsetzung der Verhandlungen über die Wahlkreiseinteilung in Böhmen, Mähren unb Schlesien lehnte das Abgeordnetenhaus den Mi« noritätsantrag Pergelt, Choc und Kramarcz ah, und nahm den Antrag des Ausschußes an, wonach von 130 Mandaten für Böhmen 75 auf bi» Tschechen unb 55 auf bie Deutschen entfallen. Das Haus nahm barauf die Abstimmung Über die Wahlkteiseinteilung im Ganzen vor, wobei die meisten Anträge des Ausschusses, jedoch mit" einzelnen Abänderungen angenommen wurd-n. Bei der Abstimmung über den Minoritätsantrag Zworka auf Ausschließung der Gemeinde Ranay aus einem böhmischen Wahlbezirk verkündete der Präsident, nach dem von dem Schriffführer festgestellten Stimmenverhältnis daß dieser mit 188 gegen 126 Stimmen abgelehnt worden sei. Die Tschechisch-Radikalen, die bie Richtigkeit des Abstimmungsverhältnisses bezweifeln, stürzten sich auf die Präsidententribüne. Fretzl riß von dem Schriftführertisch unb vorn Putt des Vizepräsidenten einzelne Aktenstücke herunter unb warf dieselben auf den Boden, wodurch ein Handgemenge hervorger..,.n wurde. Erst nach einviertelstündiger Unterbrechung konnte der Präsident die Sitzung wieder aufnehmen, wobei er sein tiefes Bedauern -- über das Vorkommnis aussprach.
Frankreich. Französische Flottenkunb« gebnng. Die vom Admiral Touchard befehligte ftanzösische Schiffsdivision ist gestern früh von Toulon nach Tanger in See gegangen. .
Rußland. Der Zar genehmigte die Ent-' . Reibung des russischen Ministerrats über die^ tägliche Arbeitsdauer der in Industriebetrieben!