mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkain
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biete durchs reichsfiskalische Kapi- talsanlagen, insbesondere durch Eisenbahnen. Wenn in früheren Jahren nur für die Hälfte der Summe, die uns jetzt der Krieg in Cüdwestaftika gekostet hat, Eisenbahnen in diesem Lande gebaut worden wären, dann hätten wir wohl niemals den großen Aufstand erlebt, und dafür heute eine rasch aufblühende Kolonie mit einem Eisenbahnnetz: ein werdendes Neudeutschland in Westafrika. Die Denkschrift schließt mit dem Satze: „Auch dem schwarzen Gespenst in Afrika werden wir nur dann nicht wieder begegnen, wenn wir unsere Schutzgebiete durch die Gleise der Eisenbahnen nicht nur wirtschaftlich erschließen, sondern auch v e r« teidigungsfähig machen."
wenn man auch die Möglichkeit künftiger Verbesserung des Bodens durch Be -und Entwässerung, Ent- und Bewaldung in Betracht zieht. Unter solchen weiteren Gesichtspunkten erscheint auch die von uns ermittelte beträchtliche Institution solcher Kapitalien erst als ein Anfangsstadium der Entwicklung. Daß die Entwicklung aber rasch aufwärts geht, das beweisen alle Zif- fernreihen der Enquete.
In der Denkschrift heißt es dann weiter: Es gab eine Zeit, wo der mit unseren Kolonien arbeitende Kaufmann in Hainburg belächelt und schief angesehen wurde. Das Hat sich in der letzten Zeit sehr geändert und wird sich um so mehr ändern, je mehr deutsches Kapital nach der Kolonie zieht. Daß es nicht an Aufnahmefähigkeit dafür fehlt, ergeben die oben mitgeteilten statistischen Tatsachen. Man braucht nicht die bedeutenden Kolonialoölker, wie England, Frankreich usw., zum Vergleich heranzuziehen, um zu erkennen, daß für die Erschließung unserer Schutzgebiete noch sehr viel zu leisten ist. Bei unseren Schutzgebieten kommt hinzu, daß die bisherigen Kapiialsanlagen, wenn man nicht gerade darauf ausgeht, die Mißerfolge besonders zu betonen und zusammenzusuchen, doch zum größten Teil in guter Entwicklung begriffe» sind. Die Denkschrift weist dann noch darauf hin, daß man sehr mit Unrecht die Ertragfähigkeit und die Kapi- talsanlagcn in unseren Kolonien nach den Mißerfolgen einiger großen Gesellschaften beurteilt. Dazu komme, daß manche großen Gesellschaften dadurch, daß sie mit der Verwertung des Bodens zurückhalten, geradezu freiwillig auf eine Ren- tabilität verzichte». Zu beit Erträgnissen, die das reichsdeutsche Privatkapiial aus den Schutzgebieten zieht, kommen auch noch zwei indirekte Posten, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: die Einnahmen des Reichs aus der Einfuhr aus den Kolonien und die Vorteile, welche die deutsche Arbeit, die deutsche Exportindustrie von den Schutzgebieten als sicheren durch keine greater Britai»Politik verschließbaren Märkte hat.
Man kann auf Grund der oben ermittelten Ziffern nicht behaupten, daß unsere Kolonien zu viel Verwaltungs- und zu wenig Privatinitiative anfweifen. Auf den Quadratkilometer Fläche treffen in den Eesamtschutzgebisten 26.1 cK reichsfiskalisches Kapital und 85,70 -tt Prioat- kapitalien. Die Opfer, die wir bisher für unsere Schutzgebiete bringen mußten, lagen nur zum geringsten Teil auf wirtschaftlichem Gebiete. Daß aber große militärische Expeditionen, welche mit ihren Kosten die rein wirtschaftliche und finanzielle Bilanz der Kolonien sehr verschlechtern. ttotwendig wurden, ist auf den einzigen wirklich folgenschweren Fehler zurückzuführen, der bisher in unserer Kolonialpolitik gemacht wurde, nämlich: die zu langsame Erschließung der einzelnen Schutzge-
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Deutsches Reich.
Berlin, 26. November.
— Seine Majestät der Kaiser hörte am vorgestrigen Samstag den Vortrag des Staatssekretärs Admirals v. Tirpitz. Im Laufe des Vormittags nahm der Kaiser auf der Werft Besichtigungen vor und kehrte mittags an Bord der „Deutschland" zurück. Nachmittags hörte der Kaiser den Vortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts. Am gestrigen Sonntag hielt der Kaiser vormittags an Bord des Linienschiffes „Deutschland" Gottesdienst ab und empfing später den Oberleutnant zur See Prinzen Reutz zur Rückgabe der Orden seines Vaters.
— Zur bevorstehenden Landtagsfessio» schreibt die „N. P. C.": Der Viertelmilliardsn- fonds zu Ansiedelungszwecksn und Erweiterung des Domünenbesitzes in den Ostmarken ist soweit ausgebraucht, daß eine Auffüllung desselben nicht weiter hinausgeschoben werden kann. Aber mit einer einfachen Auffüllung wird man sich sicher nicht begnügen können. Es wird, wenn man zu einer Verständigung mit dem Landtage über die Landpolitik gelangen will, sich vielmehr sicher als notwendig erweisen, daß damit verbunden werden, wodurch die Erreichung der Ziele dieser Landpolitik gegenüber den Gcgen- zügen des Polonismus wirksamer gesichert wird als bisher.
— Einen offenen Brief an den Reichskanzler veröffentlicht der Alldeutsche Verband (gez. Dr. C. Hasse, 1. Vors.). Dieser „offene Brief" beschäftigt sich mit der Rede des Reichskanzlers in der Reichstagssitzung vom 14. November und weist die in dieser Rede enthaltenen Vorwürfe gegen die Tätigkeit des Alldeutschen Verbandes zurück. II. a. wird in dem Briefe die Stellung des Alldeutschen Verbandes zu folgenden politischen Fragen dargelegt: Flotten- rüstung, Polenpolitik, marokkanische Angelegenheit, Gesetz über Verlust und Erwerb der Staatsangehörigkeit. Ferner wird auf die frühere
Marburg
Dienstag, 27. November 1906.
(Nachdruck verboten.^
Ucber alles die Kunst.
Roman von Tlarissa Lohde.
(Fortsetzung).
VII.
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NeusAe Telegramme.
■' Berlin, 24. Nov. Der dem Reichstag heute zugehende zweite Nachtragsetat für Südwest- >afrika fordert 8,9 Millionen Mark als erste Rate zur Fortführung der Eisenbahn von Lüderitz- chucht-Kubuü nach Kcetmanshoop. Dem Etat ist eine ausführliche Denkschrift über die wirtschast- ckiche und militärische Bedeutung der Eisenbahn i beigegeben.
Posen, 25. Nov. Der Erzbischof von Posen- Gnesen, Dr. von Stablewskk, ist gestern abend S'/i Uhr plötzlich gestorben.
Luxemburg, 24. Nov. Das Hosmarschallamt gibt folgendes Bulletin bekannt: Der Zustand ches Croßherzogs bessert sich langsam. Keinerlei -neue Erscheinungen sind hinzugetreten.
. Triest, 25. Nov. Der Siadtrat beschloß mit • 22 gegen 21 Stimmen bei zwei Stimmenthaltiungen vollständige Trennung der Gemeinde und ■bet Kirche. Sämtliche Posten des Kultusbud- gsts werden gestrichen oder herabgesetzt.
Rom, 24. Nov. Der italienische Gesandte in ■Stockholm teilte dem Dichter Giosue Carducci ;bie Verleihung des ganzen Jahrespreises für i Literatur aus der Nobelstiftung im Werte von '191 000 Lire mit. Die offizielle Ankündigung iwird später erfolgen.
‘ London, 25. Nov. „Daily Graphic" schreibt, auch keine Allianz und keine Militärkon- vMtion zwischen England und Frankreich be- ■ stehe, so sei doch alles Material für eine solche !in günstiger Form vorhanden. Die Entente ! zwischen England und Frankreich bedeute viel mehr als eine bloße Verpflichtung gegenseitigen iWohlwollens: sie berge ein praktisches Interesse 'in sich an der Aufrechterhaltung des Friedens chnd des internationalen Gleichgewichts, wie es ■jetzt besteht. „Daily Graphic" glaubt nicht an ■das deutsche Gespenst, doch wenn dieses sich in 'aggressiver Fornt an den Vogesen zeige, so werde England zweifellos kein müßiger Zuschauer sein. In diesem Sinne existiere eine Militärkonven- ftion, und zweifellos erhalte diese Konvention, ieine praktische Form durch die Richtung, welche 'sie den strategischen Studien des Londoner und des Pariser Kriegsministeriums geben müsse. Aber von solcher Verständigung bis zu einer wirklichen Konvention sei noch ein weiter Weg.
müssen S' ernstlich in die Kur nehmen. Solch ein hübscher Mensch, aber er steht unbedingt noch nicht auf der Höhe der Entwickelung. So wie er jetzt ist, wird er oft genug anstoßen, mit solchen idealen Jugendanschauungen kommt heute niemand durch die Welt. Und wenn Sie sagen, der Kaminski sähe etwas verlebt aus, so kann ich die Gisel dazu nur beglückwünschen, dann hat er sich die tollen Hörner schon abgelausen. Und ein Mann muß etwas erfahren haben, glauben S' mir, sonst ist er langweilig."
Marga lächelte:
„Das mag wohl sein, Sie haben darin mehr Erfahrung als ich, Aglaja."
„Ob ich sie habe! Ach, nur zu viel, Schatz, nur zu viel, wenn es notabene möglich ist, darin viel zu haben. Denn im Grunde ist es das beste, was einem Weibe werden kann, viel geliebt zu werden. Alles andere, selbst Ihre Kunst, widersprechen S' nicht, Marga, ist doch nur so ein Notbehelf. Ueberlassen wir den Ehrgeiz den Männern, sie haben so viel vor uns voraus, dafür können sie auch ein wenig Qualen ertragen und der Ehrgeiz bereitet Qualen, denn befriedigt wird er niemals."
Marga hatte sich schon gewöhnt, gegen diese seltsamen Lebensanschauungen d^x Gräfin nichts einzuwenden, obgleich sie ganz entgegengesetzter Ansicht war. Von brennendem Ehrgeiz erfüllt, hoch über dem Glück, das sie sich von der Liebe versprach. Die Liebe deuchte ihn nur ein Schmuck des Lebens, den man allenfalls entbehren kann. Erfolg und Ruhm aber das Leben selbst. Dennoch hörte sie die Gräfin gern über das Thema der Liebe reden. Sie glaubte dadurch die Anschauungen der großen Welt kennen zu lernen, in der heimisch zu werden sie ein heißes Verlangen trug.
„Aber Sie sagen ja gar nichts," fuhr die Gräfin verdrossen fort. „Manchmal denke ich wirklich, Eie haben dasselbe Fischblut in den
aber zuweilen empfand sie doch, daß sie nicht als Gleichberechtigte betrachtet wurde. Wenn die Gräfin Gäste hatte, war ihr Platz stets am untersten Ende der Tafel und wenn kein Bürgerlicher, zugegen, war es stets einer der jüngsten Kavaliere, der sie zu Tisch führte. Persönlich freilich hatte die Gräfin sie bisher wie eine zärtlia, geliebte Freundin behandelt und nun mußte sie- sich von ihr eine so verletzende Bemerkung ge« fallen lassen.
Um der Gräfin Lipven schwebte einen Moment ein befriediates Lächeln.
„Wie hat Ihnen Baron ESza gefallen?" fragte sie dann. __ ■•
„Gefallen?" wehrte Marga. „Ich habe den Baron in der kurzen Zeit ja kaum kennen gelernt, da kann weder von Gefallen, noch von Mißfallen die Rede sein."
Die Gräfin lehnte sich zurück und blies den Rauch ihrer Zigarette nachdenklich in die Luft.
„Aber so viel werden's doch gemerkt haben, Schatz," fuhr sie nach einer kleinen Pause fort, ..daß er zu den interessantesten Männern gehört, denen man im Leben begegnet. Da laufen sie in Masse an uns vorüber, alles Herdentiere, ganz gewöhnliche Herdentiere. Dann plötzlich kommt so einer, eine Herrennatur, der wirkliche Uebermensch, von dem Euer Nietzsche redet. Vor dem beugt sich alles, was er beugen will, gegen den gibt es keinen Widerstand, an dem ist alles Feuer und Flamme."
Marga blickte die Gräfin etwas befremdet an.
„Sie schwärmen ja, Aglaja! Co habe ich Sie noch nie von einem Manne sprechen hören." ,
„Weil kein anderer mir so imponiert."
„Und deshalb haben Sie ihn wohl auch zum Vormund Ihrer Tochter erwählt?"
„Freilich darum und es war ja auch so natürlich. Er war ja der Jugendfreund meines: Mannes, der einzige und beste, bett er besessen,^
(Fortsetzung folgt.) }
Adern wie die Gisel. Die Gisel hats nun eigentlich nicht. In der brennt so eine stille Glut, die nur manchmal emporlodert, wenn das Kind sich gegen mich zur Wehr setzt. Aber Sie. Marga, habens wirklich in sich. Wissen S', wie Baron Gckza Sie nannte: Die kühle Blonde! Jst's nicht treffend?"
„Ich bin aber nicht blond." warf Marga ein.
„Nein, Ihr Haar ist 'n bissel goldig braun, aber der Teint ist doch blond, damit will ich aber nicht sagen, daß Sie dem Gckza nicht gefallen haben. Im Gegenteil, o, er ist ein Feinschmecker, was Frauenschönheit anbetrifft, und Sie können stolz fein, daß er Sie so auszeichnet."
„Mich auszeichnet?" fragte Marga verwundert.
„Nun ja, haben's denn nicht gemerkt, wie sehr Sie ihm gefallen haben? Er suchte ja immer Gelegenheit, mit Ihnen zu sprechen, und das bedeutet viel bei ihm, denn er ist sehr hochmütig und bürgerliche Frauen existieren sonst nicht für ihn."
Marga errötete. Zum erstenmal wurde sie in diesem Hause von der Gebieterin desselben daran erinnert, wie sehr sie im Range unter ihr stand. Ihr ganzer Stolz empörte sich dagegen und das heiße Verlangen stieg plötzlich in ihr auf, sich einen Platz zu erobern in den Reihen dieser Auserwählten, die jetzt gleich der Gräfin glaubten, aus sie herabsehen zu können. Alfred war für einen Augenblick vergessen, aber auch nur für einen Augenblick. Es war ja nicht daran zu denken, daß einer der stolzen Aristokraten, die sie hier gesehen, es waren ihrer bisher freilich nur wenige, ihr, der Bürgerlichen, die Hand reichen würde. Ja, wenn sie eine reiche Erbin gewesen wäre, oder schon so berühmt, daß der Glanz ihres Künstlernamens ihre niedrige Geburt zu verdecken vermochte! Aber so? Man behandelte sie im Hause der Gräfin zwar immer sehr höflich, sehr freundlich, ja, zuvorkommend,
' Baron Nemethy und sein Neffe hielten sich nur wenige Tage in Berlin auf. Sie befanden sich auf der Durchreise nach Ostende, von wo sie puf eine Woche nach Paris gehen wollten, um sdann nach Berlin zurückzukehren.
„Man darf nicht zu rasch vorgehen," meinte Siie Gräfin, als sie einige Tage später mit Marga rach Tische im Boudoir eine Zigarette rauchte. ^Gisela ist ein eigenartiger Charakter. Man jmuß ihr Zeit lassen, sonst widersetzt sie sich allem, ■was man ihr vorschlägt, wie ein eigensinniges ■Kind. Ach, wissen S', sie ähnelt ja nur zu sehr ährem Vater. Der war ein gar stolzer, ernster Mann, wir paßten nimmer zusammen. Ich bin so gern vergnügt und liebe Heiterkeit und Frohsinn. Gisela aber ist immer herb und schweigsam, das hat auch der Stanislaus empfinden müssen."
„Es scheint in dck Tat," meinte Marga, „daß es dem Herrn Grafen nicht gelungen ist, der Komtesse ein besonderes Interesse einzuflößen."
Die Gräfin zuckte die Achseln.
„Das dürfte wohl keinem sobald gelingen. Bis jetzt betrachtet die Gisela die Männer noch als etwas Feindliches. Aber es wird ja anders werden, und der kleine Kaminski ist ein allerliebster Mensch, das müssen S' doch zugeüen, Marga?"
Die junge Künstlerin stimmte höflich zu, obwohl ihr der polnische Graf fade und unbedeutend vorkam. „Freilich," fügte sie hinzu, „ein wenig verlebt sieht er aus, das meinte wenig- kiEAlfred"
: ' „Ach, nehmen E' nicht Übel, Marga. Ihr .Alfred scheint mir ein Duckmäuser zu sein, den
Die kolonialen Denkschriften, u
, Die Denkschrift-geht dann auf die kolo- nialpolitifchen Ergebnisse ein. Die ermittelte Eesamtziffer bet deutschen Kapitalinteressen in den deutschen Schutzgebieten (mit Ausnahme von Kiautschou) ist auch dann, so heißt es dort, wenn man siie ohne jeden kolonialpolitischen Gesichtspunkt lediglich als einen Teil der gewaltigen deutschen überseeischen Kapitalsinteressen ansieht, sehr beträchtlich zu nennen, treffen doch selbst auf einen der größten und wichtigsten Märkte unseres Handels, nämlich China, nicht mehr deutsche Kapitalien als in unseren Kolonien investiert sind, nämlich 350 000 000 M. Es ist aber doch ein Unterschied, ob diese 350 000 000 M ein fremdes Land befruchten, als wenn eine so große Kapitalssumme dem Zwecke dient, eigenen Grund und Boden zu erschließen für die Gegenwart wie für künftige Geschlechter. Die Kolonien, so heißt es weiter, seien in einer Zeit, wo sich so viele Gebiete der Erde gegen den Einfuhrhandel abschließen, als sichere Absatzmärkte von steigender Bedeutung für unsere Exportindustrie. Diese Bedeutung wachse mit der durch Kapitalsinvestitutionen steigenden Erschließung des Landes. Viele, welche in unseren Kolonien nichts zu sehen gewohnt seien als Sandwüste und Sumpfland, werden auf Grund der Tatsache, daß in diesen Gebieten nicht weniger als 370 000 000 M deutsche Kapitalien größtenteils rentabel investiert sind, vielleicht ihre Ansicht einer Revision unterziehen.
Es sind nur die deutschen Kapitalsanlagen in den Schutzgebieten festgestellt worden. Der gesamte Kapitalswert der Kolonien überhaupt ist nicht festgestellt worden. Außer dem ausländischen Kapital wäre vor allem das Kronland das einen gewissen durch Schätzung feststellbaren Wert darstellt, und bann das große Gesam gebiet der Eingeborenenkultur in Rechnung zu stellen. Vor dem letzten Aufstande besaß der Stamm der Hereros nicht weniger als 200 000 Stück Großvieh und das Mehrfache an Kleinviehbestünden, die.nach den heutigen Preisen einen Wert von 60- bis 70 000 M darstellen. Der größte Teil dieser Viehherde wurde allerdings vernichtet. Der Boden aber, der solchen Herden Nahrung gab, ist geblieben und hat doch sicher auch feinen wirtschaftlichen Wert Leibehalten. Als Kapitalswert der Produktionen ergibt sich für die Schutzgebiete die Summe von 616 000 000 -ll. Diese Summe ergibt, daß man unter Hinzurechnung des deutschen werbenden Kapitals auf die Schutzgebiete jetzt schon mit einem für die Kultur produzierenden Gesamtkapital von rund 1 Milliarde rechnen darf, das in unfern Schutzgebieten arbeitet. Selbst diese Ziffern beziehen sich nur auf einen Teil des produktionsfähigen Landes in unseren Kolonialgebieten, namentlich lann,
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchdruckerek 41. AfaßTff. Marburg, Markt 21. — Telephon 55. M