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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck unb Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerel 41. fVflfirrr. Marburg. Markt 21. - Telephon 55. y
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Die kolonialen Denkschriften.
i.
.■ Die angekündigte Denkschrift des Kolonial- direktors Dernburg über die deutschen Kapitals- Interessen in den deutschen Schutzgebieten ist Lern Reichstage zugegangcn. Sie behandelt Grütze, Stand und Rentabilität der deutschen
Marburg
SomLag, 25. November 1906
GßechW Idfttng mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham SormtagsSeUager Llluftrirtes So«ttiaasblatt.>./ J J *
Grenze des real-politisch vorteilhaften hinaus- gehenden Erwägungen sind uns dabei fremd. Die aus der Erbmonarchie entstehende persönliche Beziehung zwischen Fürst und Volk fällt nur scheinbar außerhalb dieser Grenze, denn am letzten Ende dient auch sie nur dem Gedeihen des Staates: beide Teile stehen sich auf die Dauer und im Laufe der Generationen dabei am besten. Dehnen wir von diesem Gesichtspunkt den Bismarckschen Satz von seinen persönlichen Beziehungen zu Kaiser Wilhelm I. auf das ganze deutsche Volk aus, so sind sie selbstverständlich. Das Verhältnis zwischen Kaiser und Volk muß, wenn es persönlich positiv sein soll, auf dem Verständnis der gegenseitigen Leistung beruhen. Die Auffassung Friedrich des Großen, daß der Fürst der erste Diener des Staates fein müsse, hat sich nicht in ununterbrochener Folge durch die nach ihm Regierenden fortgepflanzt; und während das Preußen
Neueste Telegramme.
Berlin, 24. Nov. Die „Germania" berichtigte Meulich die offiziöse „Nordd. Allg. Zig.", die ge- imeldet hatte, der Landtag werde am 8. Januar zusammentreten, dahin, daß die Eröffnung auf hen 10. Januar verschoben sei. Den Grund für 4>iese Dispositionsänderung erfährt man jetzt aus »der „N. P. K.". Er liegt an dem Bifchofsjubi- Mum des Kardinals Kopp, mit dem die Land- 'tagseröffnung am 8. Januar kollidieren würde. ! Wien, 24. Nov. Die Berliner Nachricht, daß 'der Herzog von Cumberland auf feine Ansprüche 'auf Hannover verzichtet habe, wird von zuständiger Seite bestritten.
; Paris, 24. Nov. Zevaes (Soz.) brachte in der .Kammer einen Antrag ein, nach welchem den Mitgliedern des Parlaments die Teilnahme an Finanz-, Handels-: und Lotteriegefellschaftsn untersagt sein soll/ (Bewegung.) Die Kammer beschließt mit 397 gegen 121 Stimmen die Dringlichkeit des Antrages. Zevaes schlägt jedoch die sofortige Erörterung des Antrages ab.
Madrid, 23. Nov. Die deutschen und die spa- !nifchen Handelsvertrags-Unterhändler sind über idie Weinfrage nicht einig geworden. Spanien, ! heißt es, wünsche durchaus eins Ermäßigung des ^deutschen Verschnittweinzslles, während Deutschland erkläre, unter den für italienische Weine bewilligten Satz nicht heruntergehen zu können.
heißt ferner, der Minister des Aeußern habe Erklärt, bei dieser Lage der Dinge werde die Regierung es sich angelegen sein lassen, wegen einer Zeitlich unbegrenzten Verlängerung des Modus '.vivendi zu verhandeln. - -
r Athen, 23. Nov. Die hiesigen Blätter be- ! sprechen den Besuch des Königs in Rom und betonen übereinstimmend, daß der Besuch dem bedeutsamen Wunsche nach besten Beziehungen zwischen beiden Ländern entsprungen sei. Es sei zu hoffen, daß zwischen ihnen künftig in allen Fragen friedliche Harmonie herrsche.
Riga, 23. Nov. Der neue baltische Eeneral- !gouverneur Baron von Möller-Sakomolski er- «klärt durch einen Tagesbefehl, daß der Titel und die Rechte eines Generalgouverneurs in den baltischen Provinzen ihm allein zukämen. Er enthebe daher den General Beckmann der Pflichten eines kurländischen und den General Pycha- stschwew der Pflichten eines estländischen Gene- palgouverneürs.
kolonialen Interesse mit Ausnahme von Kiau- tschou. Der Vorbemerkung zur zweiten Denkschrift entnehmen wir folgendes:
Die Eesamtziffern über die deutschen Kapitalsinteressen in den deutschen Schutzgebieten (ohne Kiautschou), deren Art, Größe und Verteilung auf die Schutzgebiete sowie Stand und Rentabilität sind das Ergebnis einer umfangreichen Enquete, welche von einem eigens hierfür gebildeten, aus Nationalökonomen und Statistikern vom Fach zusammengesetzten Bureau ansgeführt wurde. Diesem war wissenschaftliche Exaktheit und Benutzung der besten verfügbaren Quellen zur Pflicht gemacht. Der Zweck der Enquete ist der, den in Ermangelung fester Grundlagen weit auseinandergehenden Anschauungen und Erörterungen über den wirtschaftlichen Wert unserer Kolonien eine ziffernmäßige Basis zu geben, um eine Zusammenfassung des bisher wirtschaftlich Erreichten sowie eine Art Inventar der bestehenden wirtschaftlichen Interessen der weiteren Aktion zur möglichst völligen wirtschaftlichen Erschließung der Kolonien vorauszuschicken. Der Besitz der Eingeborenen soll besonders berücksichtigt werden. Dagegen wurden nicht Deutsche, die sich in den Kolonien dauernd niedergelassen haben, als deutsche koloniale Untertanen betrachtet und den reichsdeutschen Einwohnern der Kolonien gleichgestellt. Da die Größe der deutschen Kapitalinteressen allein für die Würdigung der wirtschaftlichen Bedeutung der Kolonien nicht genügt, so wurde der Versuch gemacht, auch die Rentabilität und den hierfür wichtigen Stand des Betriebes möglichst genau zu ermitteln. Es wurden durchweg die in Betracht kommenden Kapitalien, inkl. Krediten, in drei Klassen geteilt: rentabel, in Entwickelung begriffen, unrentabel. Für die Bezeichnung rentabel dient bei Erwerbsgesellschaften, welche öffentlich Rechnung legen, natürlich die Zahlung einer entsprechenden Dividende als Maßstab. Dagegen wurde die bloße Erzielung von Ueberschüssen noch nicht als Rentabilität, sondern als werdende Rentabilität bezeichnet. Letzterer werden auch alle die Unternehmungen zugerechnet, deren Einnahmen eine steigende Entwickelung auf- weisen. Die Missionen sind hier wohl zum ersten Male in ihren wirtschaftlichen Interessen dar'gestellt. Abgesehen von der hierdurch erreichten Vollständigkeit des Gesamtbildes erschien eine Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der Mission deshalb angezeigt, weil auch die Missionen ihre hohe Aufgabe nut erfüllen können, wenn sie ohne materielle Sorgen sind.
Die Denkschrift behandelt dann zunächst die Kapitalsanlagen des Reichsfiskus. Als Kapitalsanlagen des Reichsfiskus sind in Eisenbahnen, Schiffahrts- und Hilfseinrichtungen, einschließlich Häfen, Versuchsgärten, Wege, Wasser- und Brunnenanlagcn, insgesamt 60 000 000 M ermittelt. 98,2 Prozent sämtlicher Anlagen sind als „werbend" zu bezeichnen, d. h. sie zeigen eine aufsieigede Entwickelung zur Rentabilität auf Grund einer fortschreitenden Steigerung der Einnahmen. Die vom Reiche für die Vorbereitung werbender Zwecke im Laufe der Jahre ausgegebene Summe beträgt 5 000 000 c«. Was die Kapitalsanlagen von
welche die deutsche Reichsverfassung ihm überträgt. Desgleichen, daß das Reichsparlament keine Beschränkung der kaiserlichen Gewalt dar- stellt, welche nicht in der Natur eines großen modernen Staates läge. Wir sprechen hier nur *n Prinzip, ohne auf die komplizierenden anti- nationalen Strömungen wie Sozialdemokratie und Ultramontanismus einzugehen. Wir können zwischen dem Fürsten oder dem Fürstenhause und dem Volk nur einen graduellen Unterschied erblicken, keinen prinzipiellen. Diese Feststellung mag vielleicht vielen überflüssig scheinen, weil sie selbstverständlich sei. Ich möchte sie doch aus verschiedenen Gründen für notwendig erachten, vor allem, um darauf hin- zuweisen, daß durch die moderneEntwicklung der Nationalstaaten die internationale Solidarität der Fürsten von früher zu verschwinden beginnt.
Diese war nicht minder vorhanden, wenn sie Kriege miteinander führten. Sie bildeten stets eine internationale Gesellschaftsklasse, ebenso, wie früher das internationale Rittertum. Erft das Aufkommen des Nationalismus, sowie der modernen Entwicklung überhaupt, haben hier ein Ende gemacht, sind jedenfalls dabei, es zu tun. Die Zeiten sind vorbei, wo die internationale Fürstenfozietät sich einmütig zufam- mentat, um ihre Interessen gegen die Völker zu wahren. Die national wirtschaftlichen Fragen haben sich als mächtiger erwiesen und mit der nationalen nicht zum wenigsten auch die Rassenfrage, welche auf dem europäischen Kontinent sich in nicht allzu ferner Zukunft in den Vordergrund stellen dürfte. Die Anschauung, welche Bismarck in diesen Dingen oft genug ausgesprochen hat, gehört für die jetzt lebende und für die zukünftige Generation teilweise schon vollständig der Vergangenheit an. Wir verstehen sie
Wissenschaft, Kunst und Leben.
Das Wesen des Byzantinismus von Graf Reventlow.
* lSchlutz.)
Für das deutsche Gefühl ist die Vorstellung fiormai, daß der Herrscher, welchen Titel er nun trägt, der erste seines Volks ist, der „Fürst" l first: der erste). Diese Auffassung ist vielleicht Während der Jahrhunderte des römisch-deut- fchen Kaisertums vielfach in den Hintergrund getreten, weil das Kaisertum eben nicht nationaler Natur war, und die andern Fürsten mit wenigen Ausnahmen sich nicht in den Dienst bewußt nationaler Aufgaben stellten, auch nicht immer stellen konnten. Dazu kam das Eottes- gnadentum unb der übrige die kaiserliche Person traditionell umgebende Phrasenschwall, end- «ich die mangelhaften Verkehrsmittel. Wie groß stets die Sehnsucht nach einem Herrscher mit na- ’iionalen Zielen war, ist bekannt,' von Walter won der Vogelweide bis Luther und von Luther sbis zur Regierung Friedrich des Großen. Dem Deutschen ist immer die Vorstellung natürlich gewesen, daß das Volk den zu seinem Herrscher hnadft, welchen es für den Stärksten und Besten hält, unverständlich dagegen die, daß der Herr- jscher kraft einer anderen Machtquelle sich sei- Herfelts die HerrsckMwalt aneignet und aufrecht ierhält. So wie in den ältesten germanischen Leiten sehen wir auch heute die Monarchie an; die Proilamation am 18. Januar 1871 war stecht eigentlich eine Schilderhebung im altger- rnanischeil Sinne..'.. Wir monarchisch gesinnten Deutschen sind auch heute noch ebenso über- teugt, daß die Rechte und Befugnisse in der Per- »n des deutschen Kaiser« vereinigt sein müssen,
Korporationen angeht, so beträgt das Gesamt- I rat Schmeling mit sämtlichen 405 abgegebene« S Mmionen 8 024 720 c«, wovon Stimmen gewählt.
4 2o2 720 c« auf die evangelischen und 3 772 000 I __ Die genaueren Vorarbeiten aut JSutA« c« auf die katholischen Missionsgesellschaften .jjhrunadesuteu^
kommen. Die neuen ostafrikanischen Kommunal- I JL hor L 5 ,***“ ^^"ErstratzengesetzeE verbände haben eine Kapitalsanlage von ins- I ***!.’ 3- aus zuverlässiger Quells
gesamt 1,8 Millionen Mark. Diese Vermögens- witgeteilt wird, jetzt so weit gediehen, daß nach werte der Kommunen wurden zum Teil dadurch I Feststellung des Gesamtplanes dessen landespoli- berechnet, daß die bekanntlich vielfach beträcht- I Zeiliche Prüfung noch in diesem Jahre erfolgen lichen Einnahmen kapitalisiert wurden, so bei I kann. Die zuständigen Regierungspräsidenten: den Markthallen und Schlachthäusern. Bei den I haben die Pläne zur öffentlichen Kenntnis zn ™Woucn Hub nur bieSBcrte der Anlagen, nicht I bringen und etwaige Einsprüche hiergegen zu düZnL ÄW«.? die Be- prüfen. Hierauf werden die Entwürfe eNgenaü aiffert^fidib«läfirltA«»6 Wulmnnh I ausgearbeitet, und es können dann die Ver-
lifchen Missionen in den deutschen Schutzgebieten bmgungen für die auszuführenden praktischen auf über 1000 000 dl, und auch die evangeli- Arbeiten erfolgen. Dies ist erst im Jahre 1907 scheu Missionsgesellschaften haben sehr bedeu- I 8U erwarten.
tende lausende Ausgaben, die bei den einzelnen I — Zu dem in Frankfurt a. M. abgeschlossenen Gesellschaften für Gehälter und Reisen auf 64- I demokratischen Dreibunde hatte vor kurzem di« bis und 135 000 <« jährlich angegeben werden. I „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt, man
Die Kapitalsanlagen Privater betragen in I könne alles in allem den formellen Fortschritt Erwerbsgesellschaften 142 000 000 <«. Dazu kom- I in der Ausgestaltung des Liberalismus, der fpä- men noch die drei Schiffahrtsgesellschaften mit I ter vielleicht, wenn auch nicht gerade sehr wahr«
I scheinlich, noch weitere Fortschritte in der Einig- mit 24 000 000 <« und der Norddeutsche Lloyd I rA?/5 ^Etliberalismus mit sich ziehe« mit 1000 000 cti. Diese Kapitalien sind als konnte zugeben. Ob aber materreH eme Starkrentabel anzusehen. In Einzelunternehmunqen tirt9, T Liberalismus mit solcher Vereinigung sind 66,5 Mill. Mark angelegt. Davon find I verbunden sei, könnten erst die Wahlen selber rentabel 56 000 000 werbend 7 000 000 M I lehren, vor denen ein abschließendes Urteil über und unrentabel 3 000 000 dl. Von diesen Kapi- I diese neueste liberale Einigungsaktion zu fällen talien sind in Handel und Gewerbe 38,8 Mill. I schwerlich möglich sei.
Mark und von Ansiedlern 27,7 Mill. Mark an- I Hierzu äußert die „Kölnische Volkszeitung«
I erst die Wahlen würden allerdings erkenne»
Die Gesamtsumme der deutschen Kapitalsin- I lassen, wieweit die Blocktaktik tatsächlich gediehen
teresscn in den deutschen Schutzgebieten (mit sei; es sei jedoch in den Frankfurter Beschlüssen
SÄ l1?/n riLnb I etroa5 wehr als bloß ein „formeller Fortschritt"
Tabelle rentabel 250 000 000, in Entwicklung I Gl'“au11.0 ^I°"!kllberalismus zu e^°
100 000 000, unrentabel 12 000 000 und in Mis- I blicken. Was in Frankfurt schließlich festgelegt sionen angelegt 8 000 000 dl. I let? lange vergeblich erstrebt worden und --
. ■■........ . _________ I wäre zu Richters Lebzeiten unmöglich gewesen.
" ~ I Zweifellos gewinne die Blocktaktik Terrain und
Deutsches Reich. I zwar im Ginne des französischen Blocks. Die
Berlin, 24 Nov I „Frankfurter Zeitung" fei der Moniteur und der - Ge. Majestät der Kaiser besichtigte gestern Abgeordnete Blumenthal der Prophet
Vormittag, wie aus Kiel gemeldet wird, das I Gedankens. Ein öroßer Teil der Natio- Panzerschiff „Deutschland" und begab sich gegen Illiberalen werde den Locktonen aus diesem 12 Uhr an Land, wo er von der Marineakademie I auJ &tc 1.®<uleLnt^t widerstehen können; aus mit dem Prinzen Heinrich in offenem Wa- I in °W)C"
gen nach dem Exerzierhause zur Vereidigung der I schließlich schreckt das Zentrumsorgan: Rekruten fuhr. Nach der Vereidigung hielt er I « man also ernstlich mit dem Zustande-
eine Ansprache an die Rekruten und begab sich eines liberalen Eroßblocks schon bei de»
dann nach der Offiziersspeiseanstalt, um im "Een
Kreise des Offizierkorps das Frühstück ein- I Deutschen Reiches. Diese Blockpolitik richtet zunehmen. Abends verblieb der Kaiser an Bord q?nJ'lmer
des Linienschiffes „Deutschland." I Z^vkrum wird also auch tn erster Reihe d,e
- „ ..... . ■ I Gegenaktion zu fuhren haben, indem cs ftuh-
, s StaatsmiNistenum trat gestern zu I zeitig mit allen politischen Gruppen Fühlung zu 3Ufamme?; ®te ^'kautet, werden nehmen sucht, welche in der Herbeiführung fran«
LeaS ^pp^kirch zöstscher Zustände ein Unheil für unser Vaterland
wegen Auslosung des bekannten Vertrages schon I erblicken müssen "
3eit 3U dncm befriedigenden Er- Wir glauben, schreibt hierzu die „Konferv.
” J, 7 . ‘ I Korresp.", daß für Norddeutschland ein liberaler
— Ber der gestrigen Landtagsersatzwahl in Großblock nicht zu fürchten ist. Hier würden bie
Gtolp wurde der konservative Kandidat Geheim- Wähler den Blockliberalismus im Stiche lassen.
historisch allerdings, aber wir empfinden sie I des großen Königs ihn vielleicht kaum verstand, ÄÄ* 5- clne geworden, die man so ist die Auffassung heute im ganzen Volk die nur in sehr bedingtem Umfange als erhaltens- herrschende, während die Gefahr besteht, daß x €n kann. Auch die tm vorigen Jahr- I durch die unheilvolle Arbeit unserer Byzantiner hundert der Legitimität beigelegte Wichtigkeit vielfach der Glaube Platz gegriffen hat, Kaiser vns nicht mehr verständlich, ihre juristische I Wilhelm II. sähe das Verhältnis unter einem Definition war immer anfechtbar, weil sie eben I andern Gesichtspunkt.
heroorgerufen wurde durch das Be- I Hiermit haben wir die Grundlage und den streben, der internationalen ^Fursteniamilie ihre Maßstab für die Beurteilung der Dinge und .^llusivitat zu wahren, unter sich zu bleiben. I Zustände, die wir heute im Deutschen Reich« Wenn wir heute tn Deutschland die erbliche I als byzantinisch und damit als verwerflich und Monarchie für die angemessene Staatsform Hal- I verderblich betrachten müssen. Wir stellen uns JP’ J'0 ist bas eine Erfahrung der praktischen I im übrigen auf ben folgenden Standpunkt: Der Politik, ebenso hinsichtlich der Einzelstaaten wie I Fürst, und im speziellen der deutsche Kaiser, des Deutschen Reichs nnt dem Hohenzollern- I trägt auf seinen Schultern die Last einer unqe- hause an der Spitze. Man kann in übertrage- I heute,, Verantwortung. Er stellt seine Person nem Sinne diese Einrichtungen geheiligt und I und seine gesamten Kräfte restlos in den Dien» verehrungswürdig nennen, aber alle über die | des Ganzen unb hat damit Anspruch auf besondere Achtung und Verehrung. Das bleibt bestehen trotz aller konstitutionellen Phrasen vom verantwortlichen Reichskanzler usw. Erhöht wird dieser Anspruch durch seine Eigenschaft als Verkörperung des Reichsgedankens und als Sproß eines Fürstenhauses, welches sich durch- schnittlich als von seltener Tüchtigkeit und deutscher Gesinnung im hohen Grade bewähtt hat. Wir möchten deshalb im deutschen Kaiser „den Ersten" im altgermanischen Sinne auch unter den heutigen unendlich viel komplizierteren Verhältnissen erblicken. Durch die Auffassung wird er, ganz abgesehen von feinen persönlichen Eigenschaften, soweit emporgehoben, auch übet die einzelnen deutschen Landesfürsten, daß di< notwendige Distanz sich ohne weiteres herstellts er braucht sie nicht zu vergrößern, und wenn et es tut, schädigt er das Verhältnis zum Volk. Die Reichsverfassung auf der andern Seite hat im verantwortlichen Reichskanzler tüt Mette»