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mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

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Jnserttoilsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Psg.

Rcclamen: die Zeile 30 Psg.

Marburg

Sonnabend, 24. November 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Zoh. Aug. Koch, UniversttätS-vuchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

ErKes Blatt.

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Neueste Telegramme.

r Berlin, 22. Nov. Dem Reichstag ging eine ^Denkschrift über die finanzielle Entwickelung der deutschen Schutzgebiete (ohne Kiautschou), eine graphische Darstellung der Aufwände des Reichs mit Ausnahme der Militärlasten für die Schutz­gebiete und der eigenen Einnahmen der Schutz­gebiete, ein Vergleich mit der finanziellen Ent­wicklung Algiers, sowie ferner eine Denkschrift jüber die deutscheit Kapitalinteressen in den deut­schen Schutzgebieten (ohne Kiautschou) und de- i.ien Größe, Stand und Rentabilität zu.

I Berlin, 22. Nov. DiePost" hört, die Denk­schrift über die Kolonien, in der Kolonialdirektor Dernburg sein Programm niederlegen wolle, sei sfertiggestellt und in Druck gegeben. Sie werde den Bundesrat wahrscheinlich dentnächst beschäf­tigen. Rach demselben Blatte tritt demnächst im Kolonialamte die gemischte Landkommtssion für die Kolonien zusammen, die aus Mitgliedern des Kolonialamtes, des Reichstages und aus Staatsrechtslehrern besteht. Sie werde auch die Frage der Landgefellschaften und deren Heran­ziehung zu der sog. Kriegssteuer prüfen.

Hamburg, 22. Nov. Einer hier vorliegenden Blättermeldnng aus Helgoland zufolge verlautet dort neuerdings, daß das ganze Oberland von der Reichsbehörde angekauft werden soll, um mit 36,5 Zentimeter-Kanonen bestückt zu werden. Eine in letzter Zeit vorgenommene amtliche Un­tersuchung habe ergeben, daß die Zeitungsberichte über eine Abbröckelung der Insel übertrieben seien. Der Fels sei im Innern sehr hart und widerstandsfähig. (Eine Bestätigung der Mel­dung an unterrichteter Stelle war bisher nicht zu erlangen.)

Lübeck, 22. Nov. In hiesigen unterrichteten Kreisen rechnet man''bereits jetzt mit der Aus­führung der für voriges Frühjahr geplant ge­wesenen und infolge der russischen Absage zuletzt aufgegebenen englischen Flottenfahrt nach de" deutschen Ostseehäfen für das kommende Früh­jahr. Eine offizielle Mitteilung der englischen Regierung ist, falls die Fahrt wieder nach dem

vorjährigen Programm gedacht ist, kaum vor April zu erwarten. Rach dem vorjährigen Be­suchsplan ist anzunehmen, daß die englische Flotte als ersten Ostseehafen Travemünde anläuft. Da der im Vorjahr abgesagte Flottenbesuch aus­drücklich und offiziell alsvertagt" bezeichnet wurde, ist die an zuständiger Stelle gehegte An­nahme als begründet anzusehen.

München, 22. Nov. Die Eymnasiallehrer- vereinigung München beschäftigte sich eingehend und nachdrücklich unter lebhafter Beteiligung von Aerzten mit der Frage der Beschrän­kung des Mittelschulunterrichts aus die Vormittags stunden. Es wur­den zwar von verschiedenen Seiten noch Bedenken hervorgehoben, aber im großen und ganzen sprach man sich entschieden für Einführung des geschloffenen Vormittagsunterrichts aus und zwar aus pädagogischen und hygienischen Gründen.

Wien, 22. Nov. Aus diplomatischer Quelle verlautet, daß bei der gestrigen und heutigen Konferenz zwischen dem König Georg und Aehrenthal eine Reihe von Valkanfragen zur Erörterung kamen, als erste der Konflikt zwi­schen Griechenland, Rumänien und Bulgarien. Angesichts der Haltung der Wiener maßgeben­den Kreise gegenüber den Balkankonflikten ist anzunehmen, daß König Georg die Versicherung erhielt, man wünsche hier lebhaft eine Aussöh­nung Griechenlands, Rumäniens und Bul­gariens, aber man betrachte als unerläßliche Vorbedingung, daß das Bandenwesen unterdrückt werde, da dieses immer neue Verbitterung und blutige Repreffalien Hervorrufe.

Zur Lage der Apotheker wird derDeutschen Tageszeitung" von einem Apotheker geschrieben:

DieDeutsche Tageszeitung" befürwortet eine Freigabe weiterer Arzneimittel für den allge­meinen Verkehr! "Audiatur et altera pars! Seit Jahrzehnten bröckelt durch die Freigabe der Arzneimittel ein Teil nach dem andern von den Einnahmen der Apotheken ab.

Durch die Spezialitäten, Eeheimmittel und täglich neu erscheinenden Heilmittel, mit denen jetzt die Fabriken die Welt beglücken, ist kein Er­satz dafür gegeben, da sie, wie die Eintagsfliegen, nur kurze Zeit leben, d. h. verlangt werden, und dann das Museum von Raritäten, das sich jetzt in kürzester Zeit in den Apotheken ansammelt, zieren. Die gangbaren Handverkaufsartikel, die noch etwas brachten, sind in den Händen der Drogisten, die sie natürlich billiger ein- und ver­kaufen können, weil sie nicht chemisch reine und geprüfte Waren zu führen brauchen!

Diese Verhältniffe verführten einen großen Teil der Apothekergehilfen, die nicht über grö­

ßere Mittel verfügten, dazu, ins Drogenfach überzugehen. Dort konnten sie ohne die kostspie­lige und zum Teil überflüssige Apothekeneinrich­tung, nur gangbare Artikel führen, die ihnen eine ganz andere Verzinsung des Kapitals bringen wie dem Apotheker, und brauchten nicht hohe Grundstücks- oder Mietspreise zu bezahlen.

Sie wurden so die schärfsten Konkurrenten der Apotheker. Wenn wirklich einmal eine gut gehende Apotheke etwas höher bezahlt wird, spricht man von Apothekenwucher! Werden denn andere Geschäfte nicht auch gut bezahlt, wenn sie durch Verbefferungen und mühevolle Arbeit des Besitzers in die Höhe gebracht worden sind!

Run weiter! Von den Einnahmen der Re­zeptur verlangen die Krankenkassen trotz doch wirklich nicht zu hoher staatlicher Taxe noch hohe (bis 30 Prozent) Rabatte; jetzt versteigen sich sogar schon einige Kassen im Westen (Straß­burg, Colmar) dazu, noch 10 Prozent Skonto zu verlangen! Das nennt man einen ehrlichen Geschäftsmann erwürgen!

Run kommen noch rigorose Bestimmungen und Forderungen bei den Apothekenreviflonen dazu, während den Drogisten in jeder Weise entgegen­gekommen wird, erst jetzt wieder bei der Um­signierung der Gefäße, zu der ihnen schon drei Jahre Zeit gegeben war und vom Berliner Po­lizeipräsidenten noch für die nächsten Jahre Frist gegeben wird.

Alle diese Verhältnisse brachten eine Land­flucht aus dem Apothekerstande und einen Per­sonalmangel hervor, der die richtige Versorgung des Publikums mit Arzneien in Kürze in Frage stellen wird. Aufs Land und in kleine Städte geht überhaupt kein Gehilfe und kein Lehrling mehr! Die Gehälter sind auch für kleinere Apo­theken unerschwinglich geworden! So steht der Apotheker ohne Hilfskraft da, und es bleibt ihm im Krankheitsfalle nichts weiter übrig, als die Bude zu schließen! Bei Cassel hat vor kurzer Zeit ein Kollege noch auf dem Sterbebette Wäg­ungen gemacht, weil kein Vettreter zu haben war! Dauert diese Kalamität noch lange, so wird wohl der Regierung nichts übrig bleiben, als ständige Vertreter in den Zentren anzu­stellen, die für solche Notfälle aufs Land geschickt werden können, wenn die Apotheken überhaupt noch weiter bestehen bleiben sollen.

Es ließe sich noch viel darüber schreiben, auch über das glänzende Los der Empfänger von Personalkonzessionen. Das würde aber zu weit führen; es wird ja wohl im "Reichstage bei der Beratung der Apothekenreform, die auch, ent­gegen den Wünschen des Apothekerstandes, auf der Grundlage der Personalkonzefston geplant ist, zur Sprache kommen. Zweck meiner Zeilen ist, die irrige Meinung des Publikums, daß der Apotheker auf Rosen gebettet sei und glänzenden Verdienst habe, richtig zu stellen.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. No».

Seine Majestät der Kaiser empfing gestern Morgen den schwedischen Militär-Attachö Haupt­mann de Streuk, den italienischen Militär- Attachd Oberstleutnant Montuovi und den spa­nischen Militär-AttachS Rittmeister Herzog de la Vittona. Gegen 9 Uhr begab sich der Monarch nach der Technischen Hochschule in Charlottenburg und wohnte dort der Sitzung der Schiffbautech­nischen Gesellschaft bei. Um 12 Uhr 53 Min. er­folgte vom Lehrter Bahnhof die Abreise des Kai­sers nach Kiel, wo die Ankunft um 6Z4 Uhr er­folgte. Am vorgestrigen Buß- und Bettag be­gaben der Kaiser und die Kaiserin sich morgen« um 9 Uhr im Automobil von Berlin nach Pots­dam, wohnten dort dem Gottesdienst in der Ear- nisonttrche bei, besuchten das Mausoleum bei der Friedenskirche, wo am Grabmal der Kaiserin Friedrich, deren Geburtstag gestern war, ein Kranz niedergelegt wurde, begaben sich dann nach dem Reuen Palais und kehrten von da mit der Prinzessin Viktoria Luise im Automobil nach Berlin zurück.

Einen Einblick in die wirtschaftlichen An­sichten des neuen preußischen Landwirtschafts- Ministers v. Arnim mag wohl folgende Stell« aus einer kleinen Schrift geben, in der die Deutsche Landwittschafts-Eesellschaft, deren Vor­sitzender Herr v. Arnim ist, die leitenden Ge­danken ihrer Tätigkeit dargelegt:Der leitend« Gedanke war, die naturgemäß der Veränderung und Zersplitterung ausgesetzten Kräfte der deut­schen Landwirtschaft zusammenzufassen und un­ter großen Gesichtspunkten zur Lösung der man­cherlei neuen Aufgaben auf dem Gebiete der prakttschen Landwirtschaft anzuregen, denen di« vorhandenen kleineren Fachvereinigungen nicht gewachsen waren. Es sollten vor allem die Er­gebnisse der Wissenschaft und des neuzeitlichen Verkehrs der praktischen Landwirtschaft dienst­bar gemacht und die gesamte deutsche Landwirt­schaft zur Lösung der großen Frage eines zeit­gemäßen Wirtschaftsbetriebes aufgerufen wer­den. Diesen großen Aufgaben gegenüber sollt« sich die Gesellschaft ganz auf eigene Kraft stellen ohne unselbständiges Anlehen an Staatshilfe. Der fruchtbare Grundgedanke des neuen Verein« und die idealen Triebkräfte in der deutsche« Landwirtschaftf erwiesen sich in Verbindung mit der Ausschließung aller politischen Fragen s« kräftig werbend, daß sich die Mehrzahl der füh­renden und leistungsfähigsten Landwitte in schnellem Zuwachs dem neuen Sammelpuntt an« schloß und damit bewies, daß die deutsche Land­wirtschaft das ihr mit der Gründung bewiesen« Vertrauen auf ihre Reife rechtfertigte."

Wie dieKönigsberger Hartungsche Zei­tung" meldet, ist durch Beschluß von Rektor und

19 l Nachdruck verboten.)

-lieber alles die Kunst.

He Roman von Clariffa Lohde.

(Fortsetzung).

VI.

. Einige Tage nach der Ankunft ihrer Tochter, an einem Sonntags, empfing die Gräfin zum Diner einige Gäste. Außer dem Baron Nemethy hatte sie dessen Neffen, Graf Stanislaus Ka­minski, und zwei junge Ungarn geladen, die, augenblicklich auf der Durchreise nach Paris be­griffen, in Berlin einige Tags verweilten. Zwischen diesen beiden sehr feschen jungen Herren saß Marga, während Graf Kaminski seinen Platz neben der Tochter des Hauses er­halten hatte. Marga konnte den Blick von der ihr gegenübersitzendenKomteß nicht abwenden, so sehr interessierte sie dieses schmale, ernste Kin­dergesicht, aus dem ein Paar dunkle Augen so schwermütig in die Welt blickten, daß man nicht begriff, wie solche Jugend schon so ernstes Leid in sich tragen könne. Komteß Gisela sah der Mutter kaum ähnlich, ja, man konnte sie im Gegensatz zu der feurig üppigen Schönheit der­selben fast häßlich nennen, und doch hatte ihr Gesicht etwas merkwürdig anziehendes.

Woran das nur liegen mag?" fragte sich Marga wiederholt. Sind es die Augen allein, die ein Rätsel zu bergen scheinen, das vielleicht gar kein Rätsel ist? Und wenn es eins wäre, wem wird gelingen, es zu lösen? Ihr selbst wohl kaum, das war ihr schon bei der ersten Begeg­nung klar geworden. Diesem jungen Geschöpfe nahe zu treten, mußte schwer, wenn nicht un­möglich sein. Wie ein noli me tangere schien die Komteß vor jeder Berührung sich zu ver­schließen, selbst mit der Mutter sprach sie nur die nötigen Worte, höflich, ehrerbietig, wie es der Tochter zu kam. doch wärmeres Gefühl, kalt.

konventionell, so begegnete sie auch Marga, so jetzt den Herren, die sich um die Tafel reihten. Und doch sprach das dunkle Auge, sobald das Lid sich hob, eine andere Sprache, eine Sprache tie- fen, ernsten Empfindens.

Graf Kaminski bemühte sich aufrichtig, sie zu unterhalten. Obwohl sie ihm hier zum ersten­mal begegnete, hatte sie den Vormund doch schon von ihm sprechen hören. Das hätte eine Anknüpfung geben müssen, besonders da der Graf sich in Pest und Wien längere Zeit aufge­halten hatte. Doch erreichte er nichts weiter, als daß sie geduldig zuhörte, auf eine dirette Frage auch wohl ein Wort erwiderte, sonst aber mußte er während des ziemlich lange andauern­den Diners allein die Kosten der Unterhaltung tragen.

Graf Kaminstt war, wie die Gräfin richtig zu Marga geäußert hatte, ein hübscher, elegan­ter junger Mann von kleiner zierlicher Gestalt, wie die Polen zu sein pflegen, mit dunklem, schon ein wenig gelichtetem Haar, das er kurz geschoren trug, und einem nach neuester Mode kühn aufgewirbelten Bättchen auf der Ober­lippe. Er hatte funkelnde braune Augen und sah gutmütig aus, wie einer, der lebt und leben läßt. Anders Baron ESza Nemethy. Marga hatte ein ganz eigen beklemmendes Gefühl, so­bald er sie mit seinen großen schwarzen Äugen anblickte. Mas waren das für Augen! Wie Flammen zuckte es aus denselben, heiß, ver­zehrend, und dazu das dunkle, von einem schwar­zen, kurzgeschnittenen Vollbatt umgebene, schmale Gesicht mit der scharf hervorspringenden, kühn gebogenen Nase, dem dichten, schon er­grauenden, schlicht gescheitelten Haar, das die hohe Stirn mit den buschigen Brauen umgab, eine Erscheinung, die niemals übersehen wer­den konnte. Er war modisch elegant gekleidet und hatte die vornehmen Manieren des voll­endeten Kavalier». Mit der Gräfin verkehrte

er wie ein alter Freund und Verwandter, der einige Vorrechte genießt, ohne sich Vertraulich- keiten erlauben zu dürfen. Er mochte ein Fünf­ziger sein, vielleicht etwas darüber oder auch darunter. Man konnte es nicht genau erkennen, denn das Leben hatte tiefe Runen in fein Ge­sicht gezogen. Ein Mann, dem man zutrauen konnte, daß er den Leidenschaften nur zu große Gewalt über sich eingeräumt, das Leben nach allen Setten des Genusses hin voll ausgekostet hatte.

Der Kaffee wurde auf der Eartenterrasse ge­nommen, denn es war ein warmer, schöner Sep­tembertag.

,,Wissen S'," flüstette die Gräfin Marga zu. Ihr Schatz ist heute bei mir gewesen. Ich danke Ihnen übrigens für die B^anntschaft. Der junge Herr Berger ist ja eine Persönlich­keit."

Marga errötete ein wenig:

Es freut mich, wenn er Ihren Beifall ge­sunde r -it, Aglaja."

l sehr! Solch hübsche, verttauensvolle Juge. .it Begeisterung im Herzen, wem sollte die ni;i;t gefallen? Ich forderte ihn übrigens auf, mit uns zu speisen, aber er lehnte ab, seine Schwester warte auf ihn. Doch sagte er für den Nachmittag zu. Wir beabsichttgen eine Aus­fahrt, Gaza Nemethy kennt die neuen Stadtteile Berlins noch nicht und Herr Berger will die Güte haben, unser kunstverständiger Führer zu sein."

Die beiden ungarischen Barone hatten sich lange Zeit vergeblich bemüht, eine Unterhal­tung mit Gisela anzuknüpfen, da aber das junge Mädchen gar nicht darauf einging, hielten sie es für das Beste, sich zu empfehlen. Sie wollten noch in irgend ein Theater gehen^ Fremde müs­sen die Zeit ausnutzen. Die Gräfin entließ sie gnädig. Sie war heute ganz in schwarze Spi­tzen gekleidet, fast matronenhaft, als wolle sie

sich damit in eine ältere Sphäre versetzen. Je­denfalls zeigte sie in ihrem Verhalten ein« Würde, die ihr sonst fremd war. Um der jungen, Tochter willen, dachte Marga. Ihr war es rechts in dem Gedanken an den Vater und an Alfred," Die beiden strengen Sittenrichter konnten also, nichts an ihrem Aufenthalt in diesem Hause auszusetzen finden.

Bald darauf wurde Alfred gemeldet. Die Gräfin stellte ihn den Anwesenden vor und et, machte Figur unter den vornehmen Personen,! das sagte sich Marga nicht ohne innere Befrie­digung.

Auch ihn frappierte offenbar die Erscheinung Giselas, deren dunkle Augen einen Moment wie forschend auf ihm ruhten. \

Der Wagen fuhr vor. Die Gräfin nahm mit Gisela, Nemethy und dem jungen Kaminstt darin Platz. Für Alfred und Marga stand ein« Droschke bereit.

Hab' ich's gut gemacht?" raunte die Gräfin Marga ins Ohr, ehe sie einstieg.

Marga lächelte.

Gott fei Dank, wir sind unter uns," sagte sie, als die Droschke, von der gräflichen Equi­page begleitet, auf Anweisung Alfreds durch den Tiergarten den westlichen Vororten zufuhr.

Und in dem uns gebührenden einfachen Gefährt," fügte Alfred scherzend hinzu.

Er faßte Margas Hand und drückte sie innig. Dann seufzte er tief auf.

Warum diesen Seufzer, Alfred? Laß uns doch den Augenblick genießen, der uns gegönnt ist!"

Mir ist das nicht gegeben," entgegnete Al­fred.Steine Natur eignet sich dazu, mich aber bedrückt der Gedanke schon, daß du in diesem Hause weilst." 1

Wie? Ist es nicht schön und interessant auch einmal solch einen Luxus, solche Vornehm­heit kennen zu lerne»?-